Digitalisierung und Bildung

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    • Digitalisierung und Bildung

      Dieser Thread ist als Fortsetzung des Threads "Freisetzungstheorie vs Kompensationstheorie" gedacht. Ich möchte hier von der Annahme ausgehen, dass der technische Fortschritt, insbesondere die Digitalisierung, die Arbeitswelt verändert. D.h. es wird in Zukunft weniger Berufe geben, die auch ein Computer übernehmen könnte, es wird neue Berufe geben und es wird insgesamt weniger Arbeitsvolumen da sein¹. Deshalb brauchen wir ein Bildungssystem, welches sowohl Menschen auf die neuen Jobs vorbereitet aber Menschen darauf vorbereitet, lange Zeit auch ohne Lohnarbeit ihr Leben sinnvoll gestalten zu können. Die Schule von heute, sollte sich nicht an der Gegenwart orientieren, sondern an der Situation in 9-13 Jahren. Denn das wird der Zeitpunkt sein, indem die Schüler in die Arbeitswelt integriert werden und das in der Schule Gelernte anwenden müssen. Wir müssen unser Bildungssystem heute schon für das Deutschland von Morgen anpassen.


      Wird unser Bildungssystem diesem Anspruch gerecht oder bedarf es Änderungen am System?

      Wird es reichen wie Deutschlands Staatsministerin für Digitalisierung Dorothee Bär (CSU) vorschlägt, technische Änderungen am Bildungssystem vorzunehmen², oder bedarf es struktureller grundlegender Veränderung? Konkret fordert sie u.a. die 14 Mrd, die für die Bildung bereitgestellt werden sollen³, Schüler mit Tablets statt mit Stift und Papier arbeiten zu lassen. (Inwieweit sich ein Tablet zum Programmieren eignet, steht auf einem anderen Papier.) Das struktuelle Modell der Schule, welches mittlerweile über 200 Jahre alt ist, will die konservative Politikerin jedoch nicht berühren. Das Grundkonzept bleibt gleich, doch aus der Tafel wird ein Whiteboard, aus dem Papier ein Tablett und dem Schulbuch ein interaktives ebook.


      ______________________________________________________
      ¹Darstellung von Positionen, die davon ausgehen die Digitalisierung hätte andere oder keine Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, sollen nach Möglichkeit in dem o.g. Thread veröffentlicht werden. Desweiteren soll in diesem Thread nicht allgemein über Schule diskutiert werden, sondern der Bezug zur Digitalisierung immer klar erkennbar sein. Sonst würde es, meiner Meinung nach, den Rahmen sprengen. Dankesehr!
      ²FAZ, 07.03.18
      ³Nehmen wir für diesen Thread einfach mal an, das Kooperationsverbot wäre bereits abgeschafft.

      The post was edited 2 times, last by Jako ().

    • Was möchtest du denn geändert sehen?

      Klar, ideal wäre eine individuelle Ausbildung, am besten jeder Schüler so, wie er am besten kann.
      Insofern hoffe ich mal auf eine KI, die jedem Schüler zur Seite gestellt wird und ihn betreut und lehrt.
      Aber natürlich darf der Umgang unter Menschen nicht zu kurz kommen.

      Leider sollte man nicht vergesssen, dass Lehrer (also ausgehend von heute) auch nur Menschen sind und nicht einfach mal so alles Moderne können. Unsere Lehrerin damals hat uns lieber nicht von Computern bzw. Programmierung erzählt, weil sie eher (oder zumindest auch) von uns hätte lernen können.
      Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Folgerung: Philosophie, die den Menschen ignoriert, macht einen Fehler.
      Zweite Folgerung: Man sollte den Menschen in fast jeden Zusammenhang gedanklich mit einbeziehen.
    • Ich glaube es macht Sinn das Bildungssystem zunnächst in zwei Bereiche zu gliedern.


      1. "Hardware": Struktur des Bildungssystem
      Die Struktur des Bildungssystem ist mittlerweile seit über 150 Jahren unberührt. Klassen werden gem. Preußischer Tradition nach Jahrgang sortiert und die Fachbereiche sind strikt getrennt. Interdisziplinäre Projekte sind sehr selten und fast nie Pflichtprogramm. Ich würde mir hier wünschen, dass man überlegt Klassen nach Leistungsstand, statt nach Alter zu sortieren. Außerdem sollte ein Schüler der gut in Mathe ist, die Möglichkeit haben dort in eine höhere Leistungsklasse einzusteigen und in Fächern in denen er schwächer ist in einer niedrigeren Leistungsklasse eingestuft zu werden. Das würde deiner Forderung nach individueller Ausbildung eher gerecht werden. Auch wäre es eine Überlegung wert, die Anzahl der Unterrichtsstunden nicht allgmeingültig festzusetzen, sondern auf die Bedürfnisse des Schülers anzupassen.
      Weiter würde es in meine Augen Sinn machen, die Schule nicht räumlich zu trennen. Also ein Schulgebäude für alle Schüler in der Umgebung, jedoch mit individuellem Unterricht. Die räumliche Trennung in Haupt-,Real- und Gymansium verhindert die Möglichkeit den Unterricht der Schüler individuell anzupassen.


      2. "Software":

      2.1 Methodik des Unterrichts
      Hier sollte, unter Einbezug der Wissenschaften, je nach Lehrinhalt eine adäquate Lehrmethode gefunden werden. Es macht aus meiner Sicht wenig Sinn ideologische Überlegungen anzustellen, ob Frontalunterricht oder Gruppenarbeit die bessere Wahl ist. Es muss anhand des Themas die passende Strategie gefunden werden. Mathematik erfordert eine andere Unterrichtsmethode als English. Eine allgemein richtige Methode gibt es nicht, sondern nur eine situationsbedingt sinnvolle Methode. Soll der Schüler English sprechen lernen, so ist eine kommunikative Form einem Vortrag des Lehrers vorzuziehen.

      2.2 Kanon
      Hier sollte überlegt werden, welche Fähigkeiten und welches Wissen braucht der Schüler nach Abschluss der Schule. Welche Anforderung stellt die Wirtschaft an den Absolventen und welche Bildung und Kompetenzen sind notwendig um an der Gesellschaft produktiv teilhaben zu können?

      2.3 Persönlichkeitsentwicklung und Sozialisation
      In der Schule geht es nicht nur um Kompetenzentwicklung und Wissensvermittlung sondern um die Bildung des Menschen. Momentan gibt es keine Betrachtung des Einflusses auf die Bildung, sondern nur auf das vermittelte Wissen und die Kompetenzen. Welche Weltanschauungen werden in der Schule vermittelt und wie sind diese zu bewerten? Welcher Typ Mensch geht überhaupt aus der Schule hervor?

      Unter Punkt 2 gibt es sicher noch viel mehr, was man hinzufügen sollte. Ich erhebe an dieser Stelle keinen Anspruch darauf, alles relevante genannt zu haben. Das ist nur das, was mir zuerst durch den Kopf ging.
    • Jako wrote:

      Außerdem sollte ein Schüler der gut in Mathe ist, die Möglichkeit haben dort in eine höhere Leistungsklasse einzusteigen und in Fächern in denen er schwächer ist in einer niedrigeren Leistungsklasse eingestuft zu werden. Das würde deiner Forderung nach individueller Ausbildung eher gerecht werden.
      Bei einer Einstufung in niedrigere Leistungsklassen würden wohl noch mehr von Helikoptereltern beauftragte Rechtsanwälte den Lehrern auf die Zehen treten.

      Jako wrote:

      Weiter würde es in meine Augen Sinn machen, die Schule nicht räumlich zu trennen. Also ein Schulgebäude für alle Schüler in der Umgebung, jedoch mit individuellem Unterricht. Die räumliche Trennung in Haupt-,Real- und Gymansium verhindert die Möglichkeit den Unterricht der Schüler individuell anzupassen.
      Es gibt doch die Gesamtschulen.
      Alles unter einem Dach ist jedoch auch nicht unumstritten.

      Jako wrote:

      Welche Anforderung stellt die Wirtschaft an den Absolventen und welche Bildung und Kompetenzen sind notwendig um an der Gesellschaft produktiv teilhaben zu können?
      Was verstehst Du unter einer produktiven Teilnahme an der Gesellschaft?

      Jako wrote:

      Welche Weltanschauungen werden in der Schule vermittelt und wie sind diese zu bewerten?
      Weltanschauungen im Sinne von Ideologien sollten eigentlich nicht in den Schulen gelehrt werden.
      Wenn wir Sprache und Denken aufgeben, können wir über alles hinausgehen. (Meister Sosan)
      „Langfristig gesehen sind wir alle tot“ (Meister Keynes)
      "Wenn der, der zuhört, nicht weiß, was der, der spricht, meint, und der, der spricht, nicht weiß, was sein Sprechen bedeutet - das ist Philosophie". (Voltaire zugeschrieben)
    • Hancocks Einwände kann ich gut nachvollziehen.

      Ist nicht ein Hauptproblem aber, dass die Lehrer auch mitmachen können müssen, also entsprechend ausgebildet sind? Sie sind immerhin eine Generation o.ä. älter und nicht ganz so modern wie die Schüler, die sie ausbilden sollen (war halt bei uns auch schon so).

      Jako wrote:

      Welche Anforderung stellt die Wirtschaft an den Absolventen und welche Bildung und Kompetenzen sind notwendig um an der Gesellschaft produktiv teilhaben zu können?
      Dass die Wirtschaft im Vordergrund stehen soll, finde ich übrigens auch alles andere als witzig. (Sollte Davos gerade grüßen lassen?)
      Sind wir nicht schon genug morderne Arbneitssklaven!? Die Gesellschaft könnte viel besser und z.B. entspannter sein...
      Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Folgerung: Philosophie, die den Menschen ignoriert, macht einen Fehler.
      Zweite Folgerung: Man sollte den Menschen in fast jeden Zusammenhang gedanklich mit einbeziehen.
    • @Hancock

      Hancock wrote:

      [...]Alles unter einem Dach ist jedoch auch nicht unumstritten.
      [..]

      Was verstehst Du unter einer produktiven Teilnahme an der Gesellschaft?
      [...]
      Weltanschauungen im Sinne von Ideologien sollten eigentlich nicht in den Schulen gelehrt werden.
      Ich habe bewusst den Begriff der Gesamtschule nicht benutzt, weil er je nach Bundesland andere Bedeutung hat. Daher spreche ich einfach von einem Schulgebäude in dem der Unterricht für alle Leistungsniveaus der Schüler angeboten wird. Getrennter Unterricht ist für den individuellen Unterricht notwendig, getrennter Pausenhof und getrennte Mensa aber nicht. Genauso zum Beispiel Sportunterricht, die momentane Trennung ist dort völlig absurd.

      Unter einer produktiven Teilnahme verstehe ich, dass ein Mensch ausreichend Bildung und finanzielle Mittel hat um an der Gesellschaft teilnehmen zu können und sie auch beeinflussen zu können. Er muss zum Beispiel Kenntnisse haben, wie man sich über ein politisches Thema informieren kann, er muss ein grundlegendes Verständnis politischer und gesellschaftlicher Strukturen haben, etc.

      Ideologien haben in Schulen im Idealfall nichts zu suchen. Ich habe an dieser Stelle auch einen irreführenden Begriff (Weltanschauung) verwendet. Was ich damit eigentlich sagen wollte ist, welche Einstellungen und Überzeugungen entwickeln sich durch das Durchleben einer Schullaufbahn. Es wäre in meinen Augen naiv zu denken, Schule würde darauf keinen Einfluss nehmen. In der Wissenschaft gibt es interdiszplinär, Erkenntnisse welche Konsequenzen die Schule in dieser Hinsicht hat. Diese Erkenntnisse würde ich gerne in die Bildungsdebatte mit einbeziehen und dann entscheiden ob man diese Konsequenzen als Gesellschaft für postiv und erhaltenswert erachtet. Falls nicht, wie wirkt man dem entgegen?

      @Burkart

      Burkart wrote:

      Dass die Wirtschaft im Vordergrund stehen soll, finde ich übrigens auch alles andere als witzig.
      Nein, so wollte ich das nicht sagen. Wirtschaftliche Interessen sollten auf keinen Fall im Vordergrund stehen. Es ist aber notwendig die Wirtschaft mit einzubeziehen um zu erörtern welche Fähigkeiten und Kompetenzen in der Zukunft von Bedeutung sind.
    • Jako wrote:

      Unter einer produktiven Teilnahme verstehe ich, dass ein Mensch ausreichend Bildung und finanzielle Mittel hat um an der Gesellschaft teilnehmen zu können und sie auch beeinflussen zu können. Er muss zum Beispiel Kenntnisse haben, wie man sich über ein politisches Thema informieren kann, er muss ein grundlegendes Verständnis politischer und gesellschaftlicher Strukturen haben, etc.
      Die wenigsten können einen fehlerfreien Text mittels Schreibwerkzeug (Diktat) hinschreiben.
      Erst recht haben die meisten Jungs und Mädels Probleme der Teilhabe, schon weil sie nicht wissen, wie man sich informiert.
      Ok, das ist jetzt etwas übertrieben.
      Wenn wir Sprache und Denken aufgeben, können wir über alles hinausgehen. (Meister Sosan)
      „Langfristig gesehen sind wir alle tot“ (Meister Keynes)
      "Wenn der, der zuhört, nicht weiß, was der, der spricht, meint, und der, der spricht, nicht weiß, was sein Sprechen bedeutet - das ist Philosophie". (Voltaire zugeschrieben)
    • Hancock wrote:

      Die wenigsten können einen fehlerfreien Text mittels Schreibwerkzeug (Diktat) hinschreiben.Erst recht haben die meisten Jungs und Mädels Probleme der Teilhabe, schon weil sie nicht wissen, wie man sich informiert.
      Ok, das ist jetzt etwas übertrieben.
      Ich habe ein Ziel formuliert und keinen Zustand beschrieben.

      Ich habe die Frage gestellt, welche Kompetenzen und welches Wissen notwendig ist um in der Gesellschaft teilhaben zu können. Nirgendwo habe ich gesagt, dass die wenigsten Jugendlichen in der Lage wären sich über ein Thema zu informieren oder keinen fehlerfreien Text schreiben könnten. Von Rechtschreibung war nicht einmal die Rede.
    • Jako wrote:

      Hancock wrote:

      Die wenigsten können einen fehlerfreien Text mittels Schreibwerkzeug (Diktat) hinschreiben.Erst recht haben die meisten Jungs und Mädels Probleme der Teilhabe, schon weil sie nicht wissen, wie man sich informiert.
      Ok, das ist jetzt etwas übertrieben.
      Ich habe ein Ziel formuliert und keinen Zustand beschrieben.
      Ich habe die Frage gestellt, welche Kompetenzen und welches Wissen notwendig ist um in der Gesellschaft teilhaben zu können. Nirgendwo habe ich gesagt, dass die wenigsten Jugendlichen in der Lage wären sich über ein Thema zu informieren oder keinen fehlerfreien Text schreiben könnten. Von Rechtschreibung war nicht einmal die Rede.
      "Teilhaben" ist in diesem Zusammenhang ein Unwort. Es muss teilnehmen heißen, denn ohne aktive Selbstverantwortung kann es nicht gelingen. Obwohl es in unserer Gesellschaft viele Menschen gibt, die ohne Betreuung nicht mehr auskommen, sollte das nicht die Regel sein.
      Anything you can do, i can do meta - Rudolph Carnap
    • future06 wrote:

      "Teilhaben" ist in diesem Zusammenhang ein Unwort. Es muss teilnehmen heißen, denn ohne aktive Selbstverantwortung kann es nicht gelingen. Obwohl es in unserer Gesellschaft viele Menschen gibt, die ohne Betreuung nicht mehr auskommen, sollte das nicht die Regel sein.
      Ja, da gebe ich dir völlig Recht. Der Begriff "teilnehmen" stellt die aktive Selbstverantwortung mehr in den Vordergrund. "Teilhabe" bezieht sich weniger auf aktives Handeln in der Gesellschaft, sondern auf das Recht von ihr zu profitieren. In dem von mir genannten Zusammenhang passt Teilnahme tatsächlich besser. Danke für den Hinweis.
      Ich hoffe du siehst es mir dennoch nach, wenn ich trotzdem von gesellschaftlicher Teilhabe spreche, wenn ich Partizipation meine, da dies der wissenschaftliche Terminus in diesem Zusammenhang ist.
    • Maschinen denken nicht, sondern sind nur ein zusätzlich von Menschen erschaffenes Instrument, um die Effektivität und das Potential der menschlichen Intelligenz zu erhöhen. Probleme lösen mit einem Maximum an Datenmengen zur Abwägung von Möglichkeiten in kürzester Zeit durch Rechenleistung.
    • AbCdE wrote:

      Maschinen denken nicht, sondern sind nur ein zusätzlich von Menschen erschaffenes Instrument, um die Effektivität und das Potential der menschlichen Intelligenz zu erhöhen. Probleme lösen mit einem Maximum an Datenmengen zur Abwägung von Möglichkeiten in kürzester Zeit durch Rechenleistung.
      Noch nicht :D
      Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Folgerung: Philosophie, die den Menschen ignoriert, macht einen Fehler.
      Zweite Folgerung: Man sollte den Menschen in fast jeden Zusammenhang gedanklich mit einbeziehen.
    • Hancock wrote:

      Die wenigsten können einen fehlerfreien Text mittels Schreibwerkzeug (Diktat) hinschreiben.
      Das giesst bei mir Öl ins Feuer, wobei ein gutes und ein erstaunliches Erlebnis aufflackern.

      Am ersten Tag eines mehrmonatigen Sprachkurses wurden die Schüler anhand eines Diktats mit zum Ende hin immer schwierigerem Text in die 'Klasse' eingeteilt. Am grossen Kursschlusstest wurde mit demselben Diktat die Leistungssteigerung bestimmt; der "Beste" war, wer am Kursanfang im Diktat möglichst lange mitschrieb und dabei viele Fehler machte, am Kursende aber deutlich weniger. hihi!

      Erstaunt war ich, dass Schüler (die oder deren Eltern mit der Einstufung nicht zufrieden waren) in einer (frei gewählten) Prüfung ein Diktat schreiben mussten, obwohl in den Klassen vorher überhaupt keine Diktats geübt wurden. Ok, es gab ja noch andere Fächer, aber die notwendige Punktezahl war unter diesen Umständen kaum zu erreichen.

      Sorry, das war wohl off-topic! ;)
    • Naja, unser Bewusstsein ergibt auf biologischer Ebene Sinn. Trotz der negativen Nebeneffekte einer erlebten schmerzhaften Existenz. Wieso sollte eine Maschine ein schmerzhaftes Ich-Bewusstsein entwickeln, wenn die Grundvoraussetzung ein rein logisches System ist?
    • Das soll die Maschine ja gar nicht, nur dass ich Denken nicht abhängig von einem "schmerzhaften Ich-Bewusstsein" sehe; Denken kann auch ohne dies funktionieren.
      Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Folgerung: Philosophie, die den Menschen ignoriert, macht einen Fehler.
      Zweite Folgerung: Man sollte den Menschen in fast jeden Zusammenhang gedanklich mit einbeziehen.
    • Burkart wrote:

      Das soll die Maschine ja gar nicht, nur dass ich Denken nicht abhängig von einem "schmerzhaften Ich-Bewusstsein" sehe; Denken kann auch ohne dies funktionieren.

      Ein Bewusstsein zeichnet sich doch dadurch aus, dass es bewusst Ziele verfolgt und sich zumindest rudimentär seiner selbst bewusst ist. Einem Ziel auf Bewusstseinsebene geht ein Wunsch oder eine Imagination voraus, die sich im Zukünftigen erfüllen soll. Ein Ziel wird dort erforderlich, wo ein erlebbarer Mangel empfunden wird. Bei biologischen Lebewesen ist das Grundmotiv der Lustgewinn und die Schmerzvermeidung. Eine gefühllose Maschine hätte überhaupt kein Motiv für eine Handlung, Weiterentwicklung oder irgendeine Manipulation der Außenwelt. Eine sogenannte K.I könnte sich zwar ständig weiterentwickeln, jedoch wäre der Wille zur Weiterentwicklung ursprünglich vom Menschen einprogrammiert und nicht das Ergebnis eines empfunden Mangels. Würden wir jedoch eine K.I programmieren, die sich eigenständig weiterentwickeln kann und auch Gefühlszustände hätte, würde diese sich wie ein Drogensüchtiger in einen dauerhaften Glückszustand versetzten und alles andere wäre ihr egal :LtD: .
    • AbCdE wrote:

      Burkart wrote:

      Das soll die Maschine ja gar nicht, nur dass ich Denken nicht abhängig von einem "schmerzhaften Ich-Bewusstsein" sehe; Denken kann auch ohne dies funktionieren.
      Ein Bewusstsein zeichnet sich doch dadurch aus, dass es bewusst Ziele verfolgt und sich zumindest rudimentär seiner selbst bewusst ist
      Was immer "bewusst" bzw, ein "Bewusstsein" genau ist. Hat jedes Tier eins? Falls nicht, welche? Falls doch, Pflanzen auch?


      Einem Ziel auf Bewusstseinsebene geht ein Wunsch oder eine Imagination voraus, die sich im Zukünftigen erfüllen soll. Ein Ziel wird dort erforderlich, wo ein erlebbarer Mangel empfunden wird. Bei biologischen Lebewesen ist das Grundmotiv der Lustgewinn und die Schmerzvermeidung. Eine gefühllose Maschine hätte überhaupt kein Motiv für eine Handlung, Weiterentwicklung oder irgendeine Manipulation der Außenwelt.
      Deshalb geben wir einer Maschine eben Motive bzw. Zielsetzung(en) grundlegend vor.


      Eine sogenannte K.I könnte sich zwar ständig weiterentwickeln, jedoch wäre der Wille zur Weiterentwicklung ursprünglich vom Menschen einprogrammiert und nicht das Ergebnis eines empfunden Mangels.
      Was aber nichts macht; Hauptsache es gibt die Weiterentwicklung.


      Würden wir jedoch eine K.I programmieren, die sich eigenständig weiterentwickeln kann und auch Gefühlszustände hätte, würde diese sich wie ein Drogensüchtiger in einen dauerhaften Glückszustand versetzten und alles andere wäre ihr egal :LtD: .
      "Eigenständig weiterentwickeln" ja, "Gefühlszustände " nein bzw. nicht unbedingt. Warum sollte eine Maschine, selbst wenn sie Gefühlszustände hätte, nicht vernünfig wie ein Mensch sein? Z.B. wenn ihre höchste Priorität ähnlich Asimovs 1. (und 2.) Robotergesetz "für den Menschen" sein sollte und nicht "für sich selbst" entsprechend dem 3.?
      Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Folgerung: Philosophie, die den Menschen ignoriert, macht einen Fehler.
      Zweite Folgerung: Man sollte den Menschen in fast jeden Zusammenhang gedanklich mit einbeziehen.
    • Burkart wrote:

      Was immer "bewusst" bzw, ein "Bewusstsein" genau ist. Hat jedes Tier eins? Falls nicht, welche? Falls doch, Pflanzen auch?
      Die genaue Grenze ist kontrovers, jedoch haben unzählige Lebewesen ein Bewusstsein. Mehr oder weniger primitiv. Nach meiner Definition von Bewusstsein haben Pflanzen kein Bewusstsein. Sie reagieren zwar auf ihre Außenwelt, jedoch dürfte dies ohne komplexes Denken stattfinden. Bei manchen Tieren ist dies anders.

      Burkart wrote:

      "Eigenständig weiterentwickeln" ja, "Gefühlszustände " nein bzw. nicht unbedingt. Warum sollte eine Maschine, selbst wenn sie Gefühlszustände hätte, nicht vernünfig wie ein Mensch sein? Z.B. wenn ihre höchste Priorität ähnlich Asimovs 1. (und 2.) Robotergesetz "für den Menschen" sein sollte und nicht "für sich selbst" entsprechend dem 3.?
      Eine Roboter-Moral?

      Ab wann würde für dich die K.I. Bewusstsein haben?
    • AbCdE wrote:

      Burkart wrote:

      Was immer "bewusst" bzw, ein "Bewusstsein" genau ist. Hat jedes Tier eins? Falls nicht, welche? Falls doch, Pflanzen auch?
      Die genaue Grenze ist kontrovers, jedoch haben unzählige Lebewesen ein Bewusstsein. Mehr oder weniger primitiv. Nach meiner Definition von Bewusstsein haben Pflanzen kein Bewusstsein. Sie reagieren zwar auf ihre Außenwelt, jedoch dürfte dies ohne komplexes Denken stattfinden. Bei manchen Tieren ist dies anders.
      Tja, und das macht den Begriff des Bewusstseins eben schwammig und ungeeignet hinsichtlich der Frage, ob Computer zielgerichtet denken (und handeln) können oder nicht.

      Burkart wrote:

      "Eigenständig weiterentwickeln" ja, "Gefühlszustände " nein bzw. nicht unbedingt. Warum sollte eine Maschine, selbst wenn sie Gefühlszustände hätte, nicht vernünfig wie ein Mensch sein? Z.B. wenn ihre höchste Priorität ähnlich Asimovs 1. (und 2.) Robotergesetz "für den Menschen" sein sollte und nicht "für sich selbst" entsprechend dem 3.?
      Eine Roboter-Moral?[/quote]Wäre es nicht sinnvoll, wenn man Roboter so programmiert, dass sie eben *pro Mensch* agieren? Asimovs Robotergesetze sind ja ein gutes Vorbild. Leider kann man sie auch anders entwerfen (bei Asimov war es anders), z.B. für als Kriegs-Drohnen u.ä.


      Ab wann würde für dich die K.I. Bewusstsein haben?
      Gar nicht, insofern der Begriff für mich unpassend ist, s.o.
      Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Folgerung: Philosophie, die den Menschen ignoriert, macht einen Fehler.
      Zweite Folgerung: Man sollte den Menschen in fast jeden Zusammenhang gedanklich mit einbeziehen.
    • Burkart wrote:

      Tja, und das macht den Begriff des Bewusstseins eben schwammig und ungeeignet hinsichtlich der Frage, ob Computer zielgerichtet denken (und handeln) können oder nicht.
      Also ein Denker, der sein Denken nicht beobachten oder in Frage stellen kann?


      Burkart wrote:

      Wäre es nicht sinnvoll, wenn man Roboter so programmiert, dass sie eben *pro Mensch* agieren? Asimovs Robotergesetze sind ja ein gutes Vorbild.
      Das ist m.E. zu einfach. An manchen Stellen würde eine einprogrammierte „Moral“ erforderlich werden. Wer soll gerettet werden? Welche Ziele bleiben verschont? Wie werden die Ressourcen verteilt? …und so weiter.