Biologische Vielfalt des Menschen

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    • Biologische Vielfalt des Menschen

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      In einem anderen Thread ist es zur Diskussion um die Frage gekommen, inwieweit es erstrebenswert sei, die biologische Vielfalt - genauer: die Vielfalt an Rassen - beim Menschen zu erhalten. Der Frage, inwieweit eine Steuerung in diesem Sinne ethisch vertretbar ist, ob sie überhaupt im utilitaristischen Sinne nützlich ist, welche Vorteile, aber auch welche Gefahren zu erwarten sind, kann hier nachgegangen werden.

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      Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es. (Bertrand Russell)
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      Du sprichst von: Rassen

      hel schrieb:

      genauer: die Vielfalt an Rassen - beim Menschen zu erhalten.
      Wie man über wissenschaftliche Kanäle erfahren kann oder muss, ist das als Begriff für den Menschen nicht mehr legitim.
      Nun müsste man erstmal klären, wie der Begriff "Rasse" hier beim Menschen zu nutzen ist oder ob der überhaupt angesprochen werden "darf". Angeblich - also wissenschaftlich erforscht - ist das genetische Informationmaterial ja bei allen Menschen auf der Erde (jw. gleichen Geschlechts, müsste man vll. hinzufügen) praktisch identisch und die bereits im Aussehen, Phänotypus ziemlich frappierenden Unterschiede (zw. Asiaten, Europäern, Uraustraliern, (Ur)Afrikanern, Mongoloide u.a.) seien eher epi-genetische Aktiva. Was ist da dran? Ich meine auch sowas wie 'Rassen' zu erkennen, groß, klein, Hautfarbe, Statur und letzlich auch gruppenartig nach Herkunft zusammenfassbare Mentalitäten und Charakterformen. Wie ist das denn z.B. vrglw. bei Hunden? Im Übrg. dürfte man auch nicht mehr Rasseweib sagen.


      spektrum.de/lexikon/biologie/menschenrassen/42123 Bei Tieren also auch nicht mehr sinnvoll
      "..........Der Terminus Rasse ist in der Zoologie kaum mehr gebräuchlich. Er wird durch den Terminus [i]Unterart fast vollständig ersetzt (trinäre Nomenklatur). Die Einteilung von vielgestaltigen Arten in Unterarten macht selbst bei Tieren häufig Schwierigkeiten und ist mit willkürlichen Entscheidungen verbunden. Wie bei anderen Arten hat man auch bei Homo sapiens versucht, Unterarten oder Rassen zu unterscheiden. Nach der zoologischen Nomenklatur ist dies weder bei anderen Lebewesen noch beim Menschen biologisch gefordert, d.h., es gibt keine Vorschrift, unterhalb der Art Taxa (Taxon) zu bilden. Dies hat einen klaren Grund in den Lebewesen selbst: Zwar gehört jeder sich zweielterlich (biparental) fortpflanzende Organismus zwangsläufig einer Fortpflanzungsgemeinschaft an, und damit zu einer biologischen Art. Die Unterscheidung von Unterarten oder Rassen aber ist eine Sache der Zweckmäßigkeit, die für verschiedene Arten je nach der erfaßbaren Populationsdifferenzierung ganz unterschiedlich zu beurteilen ist.


      Beim Menschen wurden beinahe so viele Rassensystematiken aufgestellt, wie es Wissenschaftler gibt, die sich mit dem Problem befaßt haben. Die Anzahl der unterschiedenen „Rassen“ reicht dabei von 3 bis über 200. ...."

      Unterart als Begriff wär ja auch noch weit schlimmer zu missbrauchen. Das Bedürfnis weiter zu unterteilen (bis zum letzten Quantum) bleibt aber bestehen - grotesker Widerspruch zwischen Unterscheidungswunsch und Vereinheitlichungsirrsinn (o.u.) ?

      Beiträge sollen ausgearbeitet und vorbereitet werden. Hoffe reicht so erstmal, ich bin leider nicht der große Ausarbeiter mit vorbereitenden Maßnahmen - stundenlang dran/drüber nachdenken/schreiben tu ich trotzdem.

      Verabschiede mich aus dem Thema hier, schreib da
      Im Namen der Weltseele deren Tochter und Mutter
      Die Wiesenschaft der Liebe zur Weisheit ist eine erhabene, elegante und m.a. befriedigende Beschäftigung für den Geist.
      Was ich wirklich denke, darf ich hier eh nicht schreiben ?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Celeritas ()

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      Meines Wissens ist es keineswegs verboten, über Rassen zu sprechen. Unter den Wissenschaftlern gibt es unterschiedliche Auffassungen, wie sinnvoll, bzw. Zweckmäßig der Rassenbegriff ist; wobei mir die heutige Scheu vor dem Begriff "Rasse" zu einem großen Teil auch durch die Abscheu vor - und dem Wunsch nach Distanz zu der faschistischen Rassenideologie motiviert erscheint. Ein Zeichen für die politische Motivation ist für mich der Unterschiedliche Umgang mit diesem Begriff zwischen den USA und Europa. So ist die Hemmung, den Begriff "Rasse" zu verwenden, in Europa wesentlich stärker ausgeprägt, als in den USA, wo "seitens staatlicher Stellen wie der FDA die Empfehlung, Daten zur „Rasse“ (race), neben Angaben zum Lebensalter und zum Geschlecht [gilt]" (wiki).

      Eine weitere Passage aus der deutschen Wikipedia, kann die laufenden wissenschaftlichen Dispute um den Rassenbegriff verdeutlichen:




      Tante Wiki schrieb:

      Populationsgenetische Studien ergaben, dass etwa 85 % der genetischen Variation innerhalb solcher Populationen wie der Franzosen oder der Japaner zu finden sind.[11][78] Dagegen sind die genetischen Unterschiede zwischen den traditionell aufgrund der Hautfarbe unterschiedenen Rassen mit etwa 6 bis 10 % vergleichsweise gering. Hinzu kommt, dass auch diese vermeintlich rassenspezifischen Unterschiede bei genauerer Untersuchung der geographischen Verbreitung keine klaren Grenzen erkennen lassen. Die Übergänge zwischen den „Rassen“ sind (mit Ausnahme der australischen Aborigines) fließend. Diese empirischen Befunde, die durch Fortschritte bei der Sequenzierung von DNA und Proteinen ermöglicht wurden, führten dazu, dass heute die große Mehrheit der Anthropologen eine Aufteilung der Menschheit in Rassen ablehnt.

      Die Diskrepanz zwischen der Verschiedenheit in der äußeren Erscheinung und der Gleichförmigkeit der genetischen Ausstattung erklären Luca und Francesco Cavalli-Sforza in ihrem Buch Verschieden und doch gleich (1994) folgendermaßen:
      Das Argument, dass die genetische Varianz innerhalb einer Gruppe von Homo Sapiens größer sei als die zwischen verschiedenen Gruppen, wurde im Jahr 2003 von dem Genetiker und Evolutionsbiologen Anthony W. F. Edwards kritisiert:[80] Die Aussage treffe nur zu, wenn man Allele an einem einzelnen Genlocus betrachte. Sofern man jedoch Interkorrelationsmuster zwischen verschiedenen Genen und die sich daraus ergebenden Gencluster betrachte, wie sie mit moderneren Verfahren wie der Clusteranalyse oder der Principal Component Analysis gewonnen werden können, kehre sich das Bild um. Edwards argumentiert, dass man ein Individuum durchaus einer bestimmten, biologisch definierten Gruppe zuordnen könne, wenn man eine bestimmte Anzahl an Genen statt nur jeweils einzelne Gene betrachtet.[80] Der Artikel, in welchem er seine Überlegungen vorstellte, wurde in Anspielung an seinen Kollegen als „Lewontin’s fallacy“ (dt. Lewontins Fehlschluss) bezeichnet. Sein Kollege David J. Witherspoon konnte 2007 diese These experimentell bestätigen, indem mittels Multilocus sequence typing mehrere hundert Loci zugleich erfasst wurden.[81] Jedoch bleibt fraglich, inwieweit sich aus diesen genetischen Variationen Bezüge zu dem soziokulturellen „Konzept Rasse“ ableiten lassen.[82]
      Edwards Kritik wurde vom biologischen Anthropologen Jonathan Marks zurückgewiesen. Die Rassentheorie versuchte große Cluster von Menschen zu entdecken, die homogen innerhalb der eigenen und heterogen zu anderen Gruppen sind. Lewontins Analyse zeigte, dass solche Gruppen in der menschlichen Spezies nicht existieren, und Edwards Kritik widerspricht dieser Interpretation nicht.[83]
      Ich halte den Gebrauch des Rassenbegriffs also für durchaus legitim, man sollte sich allerdings bewusst sein, dass außer gewissen äußerlichen Merkmalen - und auch diese variieren innerhalb einer Rasse in einem erstaunlichen Ausmaß - von einem Menschen so gut wie gar nichts gesagt ist, wenn man sagt X ist von der Rasse Y. Statistisch gesehen variieren lediglich manche Wahrscheinlichkeiten, z. B. dass jemand als Schwarzer gewisse Herzmedikamente schlechter verträgt als ein Weißer etc.. oder die Milchunverträglichkeit bei Asiaten höher ist als bei Europäern.

      Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es. (Bertrand Russell)
      Any philosophy that can be put in a nutshell belongs in one. (Hilary Putnam)
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      Warum beschränkst du es auf äußere Merkmale?

      Gehen wir mal von folgendem Argument aus:
      1. Intelligenz ist genetisch kodiert.
      2. Es gibt innerhalb der Menschheit Cluster/Klassen mit genetischen Unterschieden einer speziellen Verteilung.
      ———
      K: Intelligenz ist nicht gleichverteilt bezogen auf diese Klassen.

      1. ist mW. empirisch bestätigt und folgt zudem aus der Evolutionstheorie. Wäre Intelligenz nicht genetisch kodiert, wäre die Entstehung von Intelligenz evolutionsbiologisch nicht erklärbar. 2. ist evident.

      Für Intelligenz können auch andere psychologischen Eigenschaften stehen, zb. emotionale Stabilität, Aggressionsverhalten usw.

      —————————-
      Disclaimer:
      Es sind keine politischen Implikationen beabsichtigt.
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      future06 schrieb:

      Gehen wir mal von folgendem Argument aus:
      1. Intelligenz ist genetisch kodiert.
      2. Es gibt innerhalb der Menschheit Cluster/Klassen mit genetischen Unterschieden einer speziellen Verteilung.
      ———
      K: Intelligenz ist nicht gleichverteilt bezogen auf diese Klassen.
      Die Konklusion verstehe ich nicht. Kannst Du diese genauer erläutern?

      Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es. (Bertrand Russell)
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