Poetische Philosophie - Gedicht von Martin Heidegger

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    • Alltag schrieb:

      Philosophist schrieb:

      PS: Das "posten" eines weiteren "Gedichts" von Heidegger muss aber natürlich nicht heißen, dass man das zuerst hier zitierte Gedicht von ihm nicht weiter diskutieren müsste usw....bzw. sollte es jetzt deshalb nicht völlig gleich aus dem Blick kommen wie ich finde. [...].
      Ich will nochmals auf das auf die anfangs zitierten und besprochenen Gedichte mit dem Titel Denken zurückkommen. Das zweite, kürzere Gedicht ist wie schon gesagt auf den 23. Januar 1946 datiert. Vielleicht ist doch nicht ganz unbedeutend, dass an diesem Tag, am 23. Januar 1946, Martin Heidegger mittgeteilt wird, er dürfe ab sofort an der Hochschulenicht mehr Lehren. Martin Heidegger war infolge dieses Entscheids offensichtlich gänzlich überfordert. Denn in den schwarzen Heften kommentiert er diesen Entscheid als Verrat am Denken.
      SWR2Forum Denkmalsturz: Was bleibt von Martin Heidegger? 11.3.2015 | 17.05 Uhr
      https://www.swrmediathek.de/player.htm?show=ca1fc210-c808-11e4-a21b-0026b975f2e6

      Mich würde daher schon interessieren, auf wann das Gedicht Ring des Seyns datiert ist.

      P.S.:
      In der ersten Zeile redet Martin Heidegger von der <Gottheit Nacht>, was ich als 'Finsternis' interpretiere.
      Was den "Ring des Seyns" anbetrifft, ich habe da nochmal nachgeschaut;

      Laut Herausgeber gehört dieses zum Manuskript "Aus der Erfahrung des Denkens", welche in den 1930er bzw. 1940 er Jahren entstanden sein soll. So zumindest der Herausgeber/die Herausgeberin. Kurz: es ist auf die 1930/1940er Jahren anscheinend zu datieren.
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • @Philosophist, aufgrund des oben zitierten SWR2Forum interessiert mich: Warum du das erste Gedicht mit dem Titel Denken von Martin Heidegger datiert mit 'E. zum 21. Januar 1946 M.' ausgewählt hast? Hast Du gewusst, dass Martin Heidegger der persönlicher Karriereeinschnitt vom 23. Januar 1946 bevorstand und deshalb das Gedicht im Forum zur Diskussion gestellt?
    • Alltag schrieb:

      @Philosophist, aufgrund des oben zitierten SWR2Forum interessiert mich: Warum du das erste Gedicht mit dem Titel Denken von Martin Heidegger datiert mit 'E. zum 21. Januar 1946 M.' ausgewählt hast? Hast Du gewusst, dass Martin Heidegger der persönlicher Karriereeinschnitt vom 23. Januar 1946 bevorstand und deshalb das Gedicht im Forum zur Diskussion gestellt?
      Ich habe es einfach aufgrund seiner ("poetischen") Qualitäten herausgesucht. Nicht so sehr wegen Heideggers persönlichem Karriereeinschnitt, darauf habe ich nicht geachtet so sehr.
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Philosophist schrieb:

      Alltag schrieb:

      @Philosophist, aufgrund des oben zitierten SWR2Forum interessiert mich: Warum du das erste Gedicht mit dem Titel Denken von Martin Heidegger datiert mit 'E. zum 21. Januar 1946 M.' ausgewählt hast? Hast Du gewusst, dass Martin Heidegger der persönlicher Karriereeinschnitt vom 23. Januar 1946 bevorstand und deshalb das Gedicht im Forum zur Diskussion gestellt?
      Ich habe es einfach aufgrund seiner ("poetischen") Qualitäten herausgesucht. Nicht so sehr wegen Heideggers persönlichem Karriereeinschnitt, darauf habe ich nicht geachtet so sehr.
      (Auch) bei mir hat sich eine Verschiebung von der philosophischen Qualität über die poetischen Qualität hin zum autobiographischen Element ergeben. Und ich fühle mich in der im ersten Betreff 'farblos' geäusserten Vermutung bestätigt, dass das erste Gedicht an seine philosophische Muse mit dem Monogramm E. (möglicherweise als Absage) gerichtet ist.
      Denken Denken
      1 Denken ist das Nahe-Wohnen,'beiwohnen'Denken ist das stille Wohnen,
      2 ist der stille Dank.ist der stillste Dank.
      3 Denken ist das edle Schonen,Denken ist das scheue Schonen,
      4 ist der kühne Rank.
      5 Eines Wegs der dunklen Zeichen,
      6 Kehren zwischen Nichts und Sein.
      7 Denken ist das Nie-Entweichen
      8 aus dem Bösen , vor der Pein.
      9 Denken ist ohn' greifend Fassen,
      10 ist ein Fragen frank.Liebst Du mich?
      11 Denken ist Sich-sagen-Lassen,Liebe mich!
      12 ist der kühle Trankstö..ist der kühle Trank
      13 Auf dem Weg, da sanft sich lichten...Auf dem Weg, da sanft verglühen
      14 Lichter ohne Zahl,..Lichter ohne Zahl
      15 Rosen ohn' Warum, die dichten,....Rosen gleich, die nie verblühen,
      16 grüßend Strom und Tal...grüßend Strom und Tal.
      17 Denken bleibt dies Alles-Freyen,Denken ist das kühne Freyen,
      18 weiseloser Ruf,La Petite Mort !weiseloser Ruf
      19 daß, die sterblich, seyend seyen:daß, die sterblich, seyend seyen:
      20 Heilem der Behuf.Heilem der Behuf.
      E. zum 21. Januar 1946 M.Elfriede zum 23. Januar 1946 M.
    • @Alltag:

      Nun das erste Gedicht ist ganz klar an seine Frau Elfride (seine philosophische "Muse") gerichtet (und darin drückt sich dann auch ein gewisser "Dank" für Sie aus meiner Meinung nach).Man könnte dann zum Vergleich schauen, welche Gedichte Heidegger z,B, für Hannah Arendt verfasst hat (eine weitere philosophische Muse von ihm, wie ja mittlerweile bekannt ist). Man kann es natürlich auch "autobiografisch" lesen.
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Hm, dann wende ich mich nun doch dem dritten vorgeschlagenen Gedicht zu.

      Philosophist schrieb:

      Ich würde gern ein weiteres "Gedicht" Heideggers hier "posten" im Kontext einer Diskussion um "poetische Philosophie". Es nennt sich der "Ring des Seyns":


      "Wer ist der Gott aus seiner Gottheit Nacht?
      Und wer sind wir? Auf einen Steg gebracht.
      wo jeglich Wort das Sagen übernennt
      und doch kein Name je erkennt,
      was längst im Wort der Worte brennt:
      daß Seyn sich einst verfügt das Sein,
      da <Sein> schon ist.
      Nach einem Spruch aus früher Frist: [....]"

      Was meint ihr zu folgendem Anflug von Assoziationen? Welche habt ihr?

      Ring des Seyns
      "Wer ist der Gott aus seiner Gottheit Nacht?Genesis
      1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
      2 Und die Erde war wüst und leer,
      und es war finster auf der Tiefe;
      und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
      Und wer sind wir?
      Auf einen Steg gebracht.Im Anfang war das Wort
      Wo jeglich Wort das Sagen übernennt und doch kein Name je erkennt,
      was längst im Wort der Worte brennt:
      3 Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht.
      4 Und Gott sah, daß das Licht gut war.
      Da schied Gott das Licht von der Finsternis
      5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht.
      Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
    • Man muss bedenken, dass Heidegger anfangs Theologie studiert hat, und daher ist es vielleicht nicht verwundertlich, wenn "Gott" auch in einem seiner "Gedichte" Erwähnung findet...
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Geht die Beschäftigung mit der Poetischen Philosophie eines sich selbst in Verruf Gebrachten über Mut und Wut hinaus?

      Auf den Weg des von @Philosophist angeregten Vergleichs der vorgeschlagenen Gedichte bringt uns möglicherweise Martin Heideggers Vorlesung im Wintersemester 1951/52 mit dem Titel Was heisst denken? , Verlag Reclam #8805. Offensichtlich wurde Martin Heidegger eine zweite Chance gewährt und man darf gespannt sein, was er draus macht.

      In der zweiten Hälfte der zitierten Vorlesung [ab römisch V] stellt er sich Nietzsches Denken in < Also sprach Zarathustra, Ein Buch für Alle und Keinen >, insbesondere zitiert Martin Heidegger den sogenannten Wahnzettel:
      • "Nachdem Du mich entdeckt hast, war es kein Kunststück mich zu finden: die Schwierigkeit ist jetzt die, mich zu verlieren...
        der Gekreuzigte"
    • Alltag schrieb:

      Geht die Beschäftigung mit der Poetischen Philosophie eines sich selbst in Verruf Gebrachten über Mut und Wut hinaus?

      Auf den Weg des von @Philosophist angeregten Vergleichs der vorgeschlagenen Gedichte bringt uns möglicherweise Martin Heideggers Vorlesung im Wintersemester 1951/52 mit dem Titel Was heisst denken? , Verlag Reclam #8805. Offensichtlich wurde Martin Heidegger eine zweite Chance gewährt und man darf gespannt sein, was er draus macht.

      In der zweiten Hälfte der zitierten Vorlesung [ab römisch V] stellt er sich Nietzsches Denken in < Also sprach Zarathustra, Ein Buch für Alle und Keinen >, insbesondere zitiert Martin Heidegger den sogenannten Wahnzettel:
      • "Nachdem Du mich entdeckt hast, war es kein Kunststück mich zu finden: die Schwierigkeit ist jetzt die, mich zu verlieren...
        der Gekreuzigte"

      Die (rhetorische) Frage kann ich nicht so einfach beantworten.

      Es kann sein, dass die "Gedichte" Heideggers im Kontext dieser Vorlesung fallen. Ich glaube dies war die erste Vorlesung nach seiner Rehabilitierung.

      Dort heißt es an einer Stelle:

      "Doch gerade weil das Denken nicht dichtet, aber ein ursprüngliches Sagen und Sprechen der Sprache ist, muß es dem Dichten nahe bleiben".

      S.155, Max Niemeyer Verlag, 1997.

      PS: Nietzsche wird in diesem Zusammenhang allerdings nicht erwähnt.
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Philosophist schrieb:

      Die (rhetorische) Frage kann ich nicht so einfach beantworten.
      Und wie wär's mit einem weniger einfacher Versuch? Aber klar, es muss nicht sein.
      ------------------------------

      Zurück zum Versuch über das Gedicht Ring des Seyns.

      In der letzten Zeile der ersten Strophe ist nicht vom <Ring> im Titel die Rede oder falls doch, dann eher wie bei einer Münze von seiner Kehrseite wie bei einer gelochten Münze.

      Wer schmiedete den Ring des Seyns,
      der ringend erst sein Eigenes er-ringt
      und doch zumal des Ringes sich entringt?


      Spricht Martin Heidegger in der 1951/52-Vorlesung <Was ist denken?> über Nietzsches <Eines mit zwei Seiten>?
    • Alltag schrieb:

      Philosophist schrieb:

      Die (rhetorische) Frage kann ich nicht so einfach beantworten.
      Und wie wär's mit einem weniger einfacher Versuch? Aber klar, es muss nicht sein.------------------------------

      Zurück zum Versuch über das Gedicht Ring des Seyns.

      In der letzten Zeile der ersten Strophe ist nicht vom <Ring> im Titel die Rede oder falls doch, dann eher wie bei einer Münze von seiner Kehrseite wie bei einer gelochten Münze.

      Wer schmiedete den Ring des Seyns,
      der ringend erst sein Eigenes er-ringt
      und doch zumal des Ringes sich entringt?


      Spricht Martin Heidegger in der 1951/52-Vorlesung <Was ist denken?> über Nietzsches <Eines mit zwei Seiten>?
      Was wäre ein weniger einfacher Versuch? (naiv fragend)

      Die Vorlesung von 1951 heißt genau: "Was heisst Denken?". In seiner Nietzsche -Interpretation kommt er dort zu der Feststellung (1997, S.33): "Nietzsches Denken gilt der Erlösung vom Geist der Rache." Jedenfalls wird so Nietzsches Denken von ihm charakterisiert an dieser Stelle.

      Was könnte mit der Formel "Eines mit zwei Seiten" gemeint sein?

      Aber interessanter Zusammenhang , der hier aufgemacht wird. Interessant ist allerdings auch seine Interpretation des Zarathustras , wo auch vom "Ring des Seins" die Rede ist, aber in einem anderen Sinne als bei Heidegger.

      Die Rede von "er-ringen" und "entringen" des Ringes. ist das etwas, was man als zweiseitig verstehen kann? (vergleich mit der Münze und ihren beiden Seiten)
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Alltag schrieb:

      "Nachdem Du mich entdeckt hast, war es kein Kunststück mich zu finden: die Schwierigkeit ist jetzt die, mich zu verlieren...
      der Gekreuzigte"

      Philosophist schrieb:

      Die Rede von "er-ringen" und "entringen" des Ringes. ist das etwas, was man als zweiseitig verstehen kann? (vergleich mit der Münze und ihren beiden Seiten)
      Das sagt beides exakt dasselbe bzw. verweist auf den exakt selben Modus eines Denkers bzw. auf dieselbe Situation bzw. es betrifft dieselben Modalitäten.
      Der Scham ist tückischer als die Schuld.
      Die Mathematik bastelt ihre eigene Welt. Nicht nur die Physik ist von dieser stark in den Bann gezogen. Dabei ist eine ontologische Mathematik unlogisch, weil Theologie.
      Der Verwendungszweck eines Gegenstandes ist basal verschieden von der Verwendung eines Gegenstandes.
    • Groot schrieb:

      Alltag schrieb:

      "Nachdem Du mich entdeckt hast, war es kein Kunststück mich zu finden: die Schwierigkeit ist jetzt die, mich zu verlieren...
      der Gekreuzigte"

      Philosophist schrieb:

      Die Rede von "er-ringen" und "entringen" des Ringes. ist das etwas, was man als zweiseitig verstehen kann? (vergleich mit der Münze und ihren beiden Seiten)
      Das sagt beides exakt dasselbe bzw. verweist auf den exakt selben Modus eines Denkers bzw. auf dieselbe Situation bzw. es betrifft dieselben Modalitäten.
      Okay...aber was kann hier genau mit "Modalitäten" gemeint sein?
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Tun 'wir' doch Denkern die Ehre an, soweit es uns möglich ist, ihr Denken selbst zum Mass(stab) zu nehmen:

      Martin Heidegger in der Vorlesung 1951 schrieb:

      „Jeder Denker denkt nur einen einzigen Gedanken. Auch dies unterscheidet das Denken wesentlich von den Wissenschaften. Der Forscher braucht immer neue Entdeckungen und Einfälle, sonst gerät die Wissenschaften ins Stocken und ins Falsche. Der Denker braucht nur einen einzigen Gedanken. Und die Schwierigkeit für den Denker ist, diesen einzigen, diesen einen Gedanken als das einzig für ihn zu Denkende festzuhalten, dieses Eine als das Selbe zu denken und von diesem Selben in der gemässen Weise zu sagen. Vom Selben sprechen wir jedoch nur dann in der ihm gemässen Weise, wenn wir vom Selben immer das Selbe sagen und zwar so, dass wir dabei selbst vom Selben in den Anspruch genommen werden. Für das Denken ist daher das Grenzenlose des Selben die schärfste Grenze.“
      /Martin Heidegger, Vorlesung 1951/52 mit dem Titel „Was heisst Denken?“, Kapitel römisch V, Reclam 8805 /
      Martin Heidegger sagt obiges hinsichtlich Fridrich Nietzsche. Und ich unterstelle, dass Martin Heidegger hinter dieser Maske auch sich selbst meint. Mit Sein und Zeit denkt Martin Heidegger ‘seinen einzigen Gedanken‘ noch nicht zu Ende, denn er redet jetzt von Zeit und Sein. Ich verstehe es zusammengefasst wie folgt: Die vom Zwang befreite 'lokale Raumzeit' eröffnet den Ring des Seins als ewige Wiederkehr zum Besseren. Oder anders gesagt: Man sagt der Mensch könne nicht aus seiner Haut und meint dabei, dass er durch Erinnerungen und Erlebnisse geprägt sei. Friedrich Nietzsche und Martin Heidegger halten in je eigener Weise dagegen. Nietzsche setze den Widrigkeiten des „Es war“ den Willen entgegen und eröffnet damit die Möglichkeit Heideggers 'In-der-Welt-sein' vom (Rache-)Zwang zu befreien und gestaltbar zu sein!

      Daher ist für mich im jetzigen Stand meines Versuchs:
      <ent-ringen>Befreien
      <ring | ringt | ringen | erringen>die Tätigkeit des Willens, die sobald der Entscheid getroffen ist, eigentlich leicht fällt; das Alemannische <ring> verstehe ich als ‘leicht‘, und ist heute noch in <gering> zu finden;
      < Ring des Seyns>die vom Rachezwang befreite und damit kultürliche Wiederkehr; sich selbst gestaltendes Sein!


      Ist Seyn gar ein vom absoluten befreites? On verra, peut-être, hm...
    • Alltag schrieb:

      Tun 'wir' doch Denkern die Ehre an, soweit es uns möglich ist, ihr Denken selbst zum Mass(stab) zu nehmen:

      Martin Heidegger in der Vorlesung 1951 schrieb:

      „Jeder Denker denkt nur einen einzigen Gedanken. Auch dies unterscheidet das Denken wesentlich von den Wissenschaften. Der Forscher braucht immer neue Entdeckungen und Einfälle, sonst gerät die Wissenschaften ins Stocken und ins Falsche. Der Denker braucht nur einen einzigen Gedanken. Und die Schwierigkeit für den Denker ist, diesen einzigen, diesen einen Gedanken als das einzig für ihn zu Denkende festzuhalten, dieses Eine als das Selbe zu denken und von diesem Selben in der gemässen Weise zu sagen. Vom Selben sprechen wir jedoch nur dann in der ihm gemässen Weise, wenn wir vom Selben immer das Selbe sagen und zwar so, dass wir dabei selbst vom Selben in den Anspruch genommen werden. Für das Denken ist daher das Grenzenlose des Selben die schärfste Grenze.“
      /Martin Heidegger, Vorlesung 1951/52 mit dem Titel „Was heisst Denken?“, Kapitel römisch V, Reclam 8805 /
      Martin Heidegger sagt obiges hinsichtlich Fridrich Nietzsche. Und ich unterstelle, dass Martin Heidegger hinter dieser Maske auch sich selbst meint. Mit Sein und Zeit denkt Martin Heidegger ‘seinen einzigen Gedanken‘ noch nicht zu Ende, denn er redet jetzt von Zeit und Sein. Ich verstehe es zusammengefasst wie folgt: Die vom Zwang befreite 'lokale Raumzeit' eröffnet den Ring des Seins als ewige Wiederkehr zum Besseren. Oder anders gesagt: Man sagt der Mensch könne nicht aus seiner Haut und meint dabei, dass er durch Erinnerungen und Erlebnisse geprägt sei. Friedrich Nietzsche und Martin Heidegger halten in je eigener Weise dagegen. Nietzsche setze den Widrigkeiten des „Es war“ den Willen entgegen und eröffnet damit die Möglichkeit Heideggers 'In-der-Welt-sein' vom (Rache-)Zwang zu befreien und gestaltbar zu sein!
      Daher ist für mich im jetzigen Stand meines Versuchs:
      <ent-ringen>Befreien
      <ring | ringt | ringen | erringen>die Tätigkeit des Willens, die sobald der Entscheid getroffen ist, eigentlich leicht fällt; das Alemannische <ring> verstehe ich als ‘leicht‘, und ist heute noch in <gering> zu finden;
      < Ring des Seyns>die vom Rachezwang befreite und damit kultürliche Wiederkehr; sich selbst gestaltendes Sein!


      Ist Seyn gar ein vom absoluten befreites? On verra, peut-être, hm...
      Dazu aus Heideggers sog. "Schwarzen Heften" (GA Band 97, S.68)

      "Dem einen Gedanken der vollendeten Metaphysik - den Gedanken Nietzsches- >die ewige Wiederkehr des Gleichen> vermag einer erst als den >philosophischen > Gedanken zu >sehen> , wenn ihm der Star gestochen ist durch >Sein und Zeit> = Sein aus Zeit. Aber dies ist nur ein erstes Hindenken zum Seyn selber."

      Ich denke das müsste gut in diesem Diskussions Kontext hier passen.


      Und auch das hier (GA 97, S.174f)

      "Der eine Gedanke meines Lebens , der mir beschieden bleibt, ist : <Sein und Zeit>. Wenn man nun feststellt, daß Heidegger nicht mehr weitergekommen sei seit Erscheinen dieser Abhandlung, dann weiß man nicht, was man sagt. Allerdings, Heidegger ist stehen geblieben. Und alles liegt an dem, daß er stehen bleiben kann. (...) Was ist in <Sein und Zeit> gedacht? > Sein und Zeit > denkt die Wahrheit des Seins, indem zuvor diese Wahrheit im Wesen zu denken versucht wird als Da-sein. (...) Aber Stehenbleiben im einen Denken von <Sein und Zeit> heißt doch nicht, sich in dieser Darstellung zur Ruhe setzen; heißt noch weniger, sich darauf wie auf eine bloß <eigene> Anschauung und Position und Lehre versteifen. Stehenbleiben heißt: den selben Gedanken in seiner verborgenen Selbigkeit entfalten."

      Ich denke, dass passt gut zu deinem Zitat aus der Heidegger Vorlesung (bezüglich des einzigen Gedankens). Meines Erachtens nimmt das was Heidegger über Nietzsche sagt, dieser auch für sich selbst in Anspruch, hinsichtlich seines "einzigen " Gedankens. Vom "Ring des Seyns" spricht allerdings Heidegger an dieser Stelle nicht. Die Frage ist wie weit man Nietzsche und Heidegger hier in der Deutung zusammenbringen kann, ohne die Differenzen zwischen beiden Denkern zu überspringen. Einen "Ring" zu "erringen", setzt sowas wie einen "Willen" (Tätigkeit des Willens)/eine Bereitschaft dazu voraus, dass man etwas "erringen" will. Man müsste Schauen, wie weit Heidegger Nietzsche hier gedanklich weiter führt...
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Philosophist schrieb:

      Okay...aber was kann hier genau mit "Modalitäten" gemeint sein?
      das Phänomen, worauf sich im ersten Satz das "du" bezieht. Das Erleben des Momentes des Erkennens der Wahrheit.
      Der Scham ist tückischer als die Schuld.
      Die Mathematik bastelt ihre eigene Welt. Nicht nur die Physik ist von dieser stark in den Bann gezogen. Dabei ist eine ontologische Mathematik unlogisch, weil Theologie.
      Der Verwendungszweck eines Gegenstandes ist basal verschieden von der Verwendung eines Gegenstandes.
    • Danke für die Bestätigung in Form der Zitate aus den Schwarzen Heften (GA Band 97, S.68 undS.174f). Damit sind ‘wir‘ in der ersten Strophe des Gedichts Ring des Seyns unerwartet gut positioniert.

      Martin Heidegger hat nebst den diskutierten, hohen Ansprüchen an Denker auch spezifische Erwartungen an den Leser:

      Martin Heidegger in der Vorlesung 1951 schrieb:

      [Nietzsche hat seinem Werk <Also sprach Zarathustra> den Untertitel <Ein Buch für Alle und Keinen> mit auf den Weg gegeben.] 'Für Alle', d.h. nicht für jedermann als jeden Beliebigen [sondern] für jeden Menschen als Menschen, für jeden jeweils, insofern er sich in seinem Wesen denk-würdig wird. 'Und Keinen' – das heisst: für niemanden aus den überall vorhanden Menschen, die sich lediglich an Stücken und Sätzen dieses Buches berauschen und blindlings in seiner Sprache umhertaumeln, statt sich auf den Weg seines Denkens zu machen und allererst sich selber dabei fragwürdig zu werden.
      /Martin Heidegger, Vorlesung 1951/52 mit dem Titel „Was heisst Denken?“, Kapitel römisch V, Reclam 8805 /
      Es versteht sich von selbst, dass sich Martin Heidegger als würdiger Leser von Nietzsches ‘Buch für Alle und Keinen‘ verstand und sich als Denkender zeigt, <der dem Grundgedanken dieses Buches und seiner Dunkelheit gewachsen> ist. Daher und zusammen mit den Zitaten, GA Band 97, S.68 und S.174f, die ich als ‘forensische Befunde‘ deute, meine ich, dass die Schwarzen Hefte auch als <Wahnzettel> gelesen werden könnten. Ich meine auch, dass nur über Mut und Wut gegen den Grössenwahn Beider anzulesen ist. Im Wissen dass <Dasein> bei Martin Heidegger das ist, was wir selber je sind, interpretiere ich in der zweiten Strophe des Gedichts Ring des Seyns die dritte Frage wie folgt:
      Wie hat,
      was das Sein ver-ringt,
      selbst dem Ring sich anbefohlen?
      Infolge des Fokus auf das <Sein des Da> sprich <Dasein>
      welches die Bedeutung des <Sein> mindert und
      selbst ‘sich ins Spiel um das Seyn bringt‘.

      ;)
    • Groot schrieb:

      Philosophist schrieb:

      Okay...aber was kann hier genau mit "Modalitäten" gemeint sein?
      das Phänomen, worauf sich im ersten Satz das "du" bezieht. Das Erleben des Momentes des Erkennens der Wahrheit.
      Okay, das ist dann im Grunde relativ klar.....
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Alltag schrieb:

      Danke für die Bestätigung in Form der Zitate aus den Schwarzen Heften (GA Band 97, S.68 undS.174f). Damit sind ‘wir‘ in der ersten Strophe des Gedichts Ring des Seyns unerwartet gut positioniert.

      Martin Heidegger hat nebst den diskutierten, hohen Ansprüchen an Denker auch spezifische Erwartungen an den Leser:

      Martin Heidegger in der Vorlesung 1951 schrieb:

      [Nietzsche hat seinem Werk <Also sprach Zarathustra> den Untertitel <Ein Buch für Alle und Keinen> mit auf den Weg gegeben.] 'Für Alle', d.h. nicht für jedermann als jeden Beliebigen [sondern] für jeden Menschen als Menschen, für jeden jeweils, insofern er sich in seinem Wesen denk-würdig wird. 'Und Keinen' – das heisst: für niemanden aus den überall vorhanden Menschen, die sich lediglich an Stücken und Sätzen dieses Buches berauschen und blindlings in seiner Sprache umhertaumeln, statt sich auf den Weg seines Denkens zu machen und allererst sich selber dabei fragwürdig zu werden.
      /Martin Heidegger, Vorlesung 1951/52 mit dem Titel „Was heisst Denken?“, Kapitel römisch V, Reclam 8805 /
      Es versteht sich von selbst, dass sich Martin Heidegger als würdiger Leser von Nietzsches ‘Buch für Alle und Keinen‘ verstand und sich als Denkender zeigt, <der dem Grundgedanken dieses Buches und seiner Dunkelheit gewachsen> ist. Daher und zusammen mit den Zitaten, GA Band 97, S.68 und S.174f, die ich als ‘forensische Befunde‘ deute, meine ich, dass die Schwarzen Hefte auch als <Wahnzettel> gelesen werden könnten. Ich meine auch, dass nur über Mut und Wut gegen den Grössenwahn Beider anzulesen ist. Im Wissen dass <Dasein> bei Martin Heidegger das ist, was wir selber je sind, interpretiere ich in der zweiten Strophe des Gedichts Ring des Seyns die dritte Frage wie folgt:
      Wie hat,was das Sein ver-ringt,
      selbst dem Ring sich anbefohlen?
      Infolge des Fokus auf das <Sein des Da> sprich <Dasein>welches die Bedeutung des <Sein> mindert und
      selbst ‘sich ins Spiel um das Seyn bringt‘.

      ;)
      Mir ,war eben diese Stelle bei der Lektüre der Schwarzen Hefte aufgefallen und ich hatte den Eindruck, dass diese eben gut inhaltlich zu dem passt, was du davor zitiert hattest ;) Ich denke letztlich auch, dass Heidegger sich eben als philosophisch würdiger Nachfolger und Leser von Nietzsche verstand, und diesen eben philosophisch überbieten wollte mehr. Auffallend ist, dass Nietzsche und Heidegger ähnliche philosophische Themen und Schlagwörter haben, aber eben unterschiedlich über diese nachdenken. Das zeigt sich auch beim Stichwort "Ring des Seins", was für Heidegger und Nietzsche , was je unterschiedliches ist. Deine Deutung der zweiten Strophe lass ich erstmal offen (stehen), und mache mir da meine Gedanken darüber ....Deutungsmöglichkeiten gibt es natürlich immer nicht wenige...auf von "Gedichten"
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Neu

      Philosophist schrieb:

      Auffallend ist, dass Nietzsche und Heidegger ähnliche philosophische Themen und Schlagwörter haben, aber eben unterschiedlich über diese nachdenken. Das zeigt sich auch beim Stichwort "Ring des Seins", was für Heidegger und Nietzsche , was je unterschiedliches ist.

      Martin Heidegger in weiterer Erwartung an den Leser schrieb:

      [...] Aber ein Denker lässt sich niemals dadurch überwinden, dass man ihn widerlegt und eine Widerlegungsliteratur um ihn aufstapelt. Das Gedachte eines Denkers lässt sich nur so verwinden, dass das Ungedachte in seinem Gedachten auf seine anfängliche Wahrheit zurückverlegt wird. Dadurch wird jedoch die denkende Zwiesprache mit dem Denker nicht bequemer, sondern sie gelangt erst in eine sich steigernde Schärfe des Streitgespräches.

      /Martin Heidegger, Vorlesung 1951/52 mit dem Titel „Was heisst Denken?“, Kapitel römisch V, Reclam 8805 ; Schriftbild von Alltag/
      Ja, nach und nach entdecke ich das Gemeinsame und das Unterschiedliche der Beiden. Um mich nicht dem Wahn hinzugeben, besinne ich mich auf Parmenides /1/. Und um meine Untersuchung nicht zu verzetteln halte ich mich vorläufig an das was wir von Martin Heidegger vorliegen haben. Zumal ich ja immer noch nicht den Eindruck habe, was sich Heideggers bei "Ring des Seins" denkt oder welche Denkleistung er da vom Leser erwartet. Siehst Du da klarer? Was sagst Du dazu?
      _____________________
      /1/ Gemessen an den Verwirrungen, welche die Parmenides zugeschriebenen Fragmente heute noch stiften, könnte man bei seinen kurzen Fragmenten auch von Wahnzettel sprechen. Dennoch:
      • Schau! [Regieanweisung: zeig auf den Halbmond am Taghimmel]
        Abwesendes bestätigst du mit dem geistigen Auge aber dennoch (als) Anwesendes.
        Brenne drauf (, dass) ein Preis festgesetzt wird um das Seiende des Seienden zu verstehen
        (und) um ganz und gar der Ordnung willen weder sich zu verzetteln
        noch engstirnig zu sein. [DK 28 B4 übersetzt von Alltag]
      https://www.philosophie-raum.de/index.php/Thread/27502-A-Parmenides-Untersuchungskonzept-gem%C3%A4ss-Fragment-B4/