Erich Fromm: Die Seele des Menschen - Ihre Fähigkeit zum Guten und zum Bösen

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    • Erich Fromm: Die Seele des Menschen - Ihre Fähigkeit zum Guten und zum Bösen

      In diesem Thread soll es einmal um das Werk "Die Seele des Menschen - Ihre Fähigkeit zum Guten und zum Bösen" gehen. Hier zunächst der Wiki-Artikel zu Erich Fromm:

      de.wikipedia.org/wiki/Erich_Fromm

      Einen Wiki-Artikel zu dem Werk gibt es leider nicht. Auch keine Besprechung im "Großen Werklexikon der Philosophie" von Franko Volpi.

      Gruß Joachim Stiller Münster

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    • „Die Seele des Menschen – Ihre Fähigkeit zum Guten und zum Bösen“ von Erich Fromm

      Der Begriff „Seele“ taucht in dem ganzen Werk höchstens zwei Mal auf. Das ganze Buch ist im Grunde eine völlig seelenlose, psychoanalytisch verbrämte Untersuchung des Phänomens der Gewalt. Die Psychoanalyse á la Fromm ist deshalb seelenlos, weil sie die Triebstruktur für die Seele hält. Entsprechende Untersuchungen machen schon den größten Teil des Werkes aus. Interessant ist, dass sich Fromm im Vergleich mit dem Gegenstück „Die Kunst des Liebens“ von einem Körper-Geist-Dualismus zu einem Körper-Seele-Dualismus wandelt. Dies mach um so deutlicher, dass From keinerlei Begriff von Seele und Geist hat.

      Fromm erkennt einfach nicht, dass die Frage des Guten und des Bösen, die von ihm auch gar nicht definiert wird, eine rein philosophisch-ethische, wenn nicht sogar eine religiöse Frage ist. Auch die Erziehungsfrage lässt Fromm gänzlich unberührt.

      Im letzten Kapitel geht es dann noch um die Frage der Freiheit und des Determinismus. Dabei entwickelt Fromm ein leider unzureichendes Menschenbild: „Das Wesen des Menschen als Widerspruch und dessen Ausgleich“. (Wie wäre es mit: „Die Geschichte als Widerspruch und Ausgleich“) An der nun folgenden Erörterung über die Frage der Freiheit untersucht er ausgehend von der grundsätzlichen Möglichkeit, sich zu entscheiden, die Frage der Willensfreiheit, und kommt dabei noch zu recht interessanten Überlegungen. Auf Grund des unzureichenden Menschenbildes erklärt er sich dann mit Spinoza, Marx und Freud zum Deterministen. Willensfreiheit bleibt bei Fromm eine Illusion. Mit der Schlussbemerkung, dass sich der Mensch aber trotzdem zwischen Gut und Böse entscheiden könne, gibt Fromm seinem Werk noch so gerade eine annehmbare Schlusswendung. Alles in Allem möchte ich aber feststellen, dass Fromm angesichts des herausfordernden Buchtitels schlicht das Thema verfehlt hat.

      Gruß Joachim Stiller Münster
    • Das Böse, darüber habe ich nichts besseres gefunden wie das Buch des amerik. Psychologen

      Scott Peck - Die Lügner, Über eine Psychologie des Bösen und die Hoffnung auf Heilung.

      Auch er zitiert Fromm, aber nur ganz wenig. Warum dieses tolle Buch nicht mehr aufgelegt wird, in einem Land mit einem Völkermord in seiner jüngeren Geschichte... ist mir schleierhaft. Die Beschäftigung mit dem Bösen muss auf den Lehrplan!