Die Dimension der Harmonie

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    • Die Dimension der Harmonie

      Die Dimension der Harmonie

      Wen alles fließt, fließt es nicht gleichmäßig. Würde alles gleichmäßig fließen, dann gäbe es nur ein alles umfassendes Gefüge, dass dann weder fließend noch ruhend sein könnte, es wäre verhältnislos, maßlos, es gäbe nichts, Alles wäre Nichts. Wenn also etwas ist, so muss es mehrfach – in Teilen – abgegrenzt – zueinander im Verhältnis – raumfähig sein. Wen das Seiende werden soll, so muss es ungleichmäßig – abgegrenzt fließen – zeitfähig werden, um nicht im Nichts/Allem zu erstarren. Da nun etwas ist, sind es verschiedene, zueinander im Verhältnis seiende Anordnungen. Alles, was in dem Raum und der Zeit ist, sind also die sich ändernden Verhältnisse = Ereignisse.

      Einige Verhältnisse erscheinen gesetzt – Objekt-Verhältnisse, andere erscheinen in sich begründet – Subjekt-Verhältnisse. Die ersteren sind ein-eindeutig, weisen ein Ursache-Würkung-Muster auf, sind also kausal und durch Erkennen ihrer Gesetze zu erfassen. Die anderen sind mehr-mehrdeutig, lassen die Wahl zwischen mehreren Möglichkeiten, sind also alternativ und sind durch die zu setzende Regel gestaltet. Schließlich gibt es noch Verhältnisse beider untereinander. Sie sind mehr-eindeutig und bedingt gestaltbar. Die Bedingung ist Erkenntnis und raumzeitliches Maß des Gestalters.

      Raumzeitlich ergibt die Gleichheit zweier Verhältnisse keinen Sinn, denn wenn sie übereinstimmen, sind sie nicht zwei, sondern eins. In diesen Dimensionen kann es keine Übereinstimmung geben. Die Übereinstimmung hebt die Grenze, die Teilhaftigkeit, das Verhältnis auf, sie ist raum- und zeitunfähig. Wie sind dann die Maßstäbe, mit denen Subjekte raumzeitliche Verhältnisse erfassen, zu erklären? Die müssten doch übereinstimmen, damit die Subjekte das raumzeitlich Verschiedene überhaupt begreifen können! Wie sind die Subjekte, die Kommunikation, die Gesellschaft, das Bewusstsein, all das also, was als abstrakte Wirklichkeit genannt wird, zu erklären. All das setzt die Übereinstimmung voraus. Also muss die Übereinstimmung, wenn sie sich den Dimensionen der Zeit und des Raumes entzieht, eine eigenständige Dimension haben, in deren Ausdehnung die Grade der Übereinstimmung gemessen werden. Hier wird der Geist mit dem „Gefühlsmeter“ erfasst.

      Stimmt im Subjekte-Objekte-Verhältnisse der Inhalt der Subjektivität (das Abstrakte) mit dem Gesetz (das Abstrakte) der Objekte überein, so ist die hier erreichte Harmonie die Wahrheit, deren Erreichungsgrad mit dem Gefühl der Freude einhergeht. Stimmen sie nicht überein bzw. immer weniger, so bewegt sich das Verhältnis auf der Harmoniekoordinate in der negativen, d. h. Konfliktrichtung, mit der der Freude entgegen gesetztes Gefühl einhergeht.

      Analog ist die im Subjekte-Subjekte-Verhältnis erreichte Harmonie die Gerechtigkeit.

      Bringt das Subjekt ein Gefühl (das Abstrakte) durch Gestaltung der Objekte in Übereinstimmung, so ist die erreichte Harmonie für den Gestalter ebenfalls (Subjekte-Objekte-Verhältnis) das Wahre. Bringt nun das das Gestelltete wahrnehmende Subjekt (Gestalter und/oder andere) das in dem Gestalteten vergegenständliche Gefühl (Kunst) mit seinem Gefühl in Übereinstimmung, so ist die hier erreichte Harmonie das Schöne.

      Das Wahre, das Gute und das Schöne sind inhaltlich ein und dasselbe für die verschiedenen Verhältnisse auf der Koordinate der Harmonie, wie etwa Länge, Breite und Höhe in der Raumdimension. Raum ist Ausdehnung der Entfernung, Zeit der Entwicklung und die Harmonie der Entgrenzung.

      Trifft das Gute und das Schöne zusammen, so ist das die Freundschaft, kommt noch das Wahre (biologisch) hinzu, so handelt es sich um die Liebe. Hierbei können wir die höchste Entgrenzung – Raumzeitlosigkeit erfahren.

      Jeder konkreten Existenz ist ein/e Raum/Zeit zugeordnet. Gleichen mehrere Existenzen ihre Zeiten an, so gehen sie untereinander aus der Zeit heraus; zeitmäßig sind sie indifferent, sie sind in der (relativen) Ruhe, ihre Zeitausdehnung ist gleich Null, zeitliches Verhältnis ist aufgehoben. Konkret bleibt nur die, den räumlichen Gesetzen unterliegende Differenz. Dagegen sind für mehrere räumlich indifferente Existenzen die zeitlichen Gesetze maßgebend. Die sowohl zeitlich als auch räumlich indifferente Existenzen sind nicht konkret, sondern abstrakt und nur gefühlsmäßig zu erfassen. (Die Angleichung der Existenzen ist uns in der Physik als Interferenz bekannt. Aus Licht, Schall und (Wellen)Bewegung wird Dunkelheit, Stille und Ruhe. Unser konkretes Sinnesinstrumentarium ist im bezug auf diese Dinge am Ende. Als Verbindung bleibt nur das Gefühl)

      Das Gefühl ist realer als die Zeit und der Raum, denn über die beiden letzgenannten Dinge - ob und wie sie existent sind - haben wir nur das Gefühl. So ist das Gefühl Maßstab dieser beide Dinge, die ihrerseits Maßstäbe der konkreten Wirklichkeit sind,selbst aber zu der abstrakten Wirklichkeit gehören. Das Gefühl verbindet also das Konkrete mit dem Abstrakten. Die fühlende Ereignisse sind Erlebnisse.Das Gefühl markiert die Grade in der Ausdehnung zwieschen Konflikt und Übereinstimmung - in dieser Dimension bekommt die Übereinstimmung den Sinn. Sie ist das Ziel der Erlebnisänderung.

      Wir messen das Konkrete, ohne zu wissen, was unsere Maßstebe (Zeit/Raum) sind. Allein das Gefühl gibt kund, ob richtig oder falsch gemessen wird. Wenn die Ereignisse ausschließlich individuell (das Gefühl in dem Ereigniss "eingeschloßen") wären, so wäre das Gefühl als Maßstab untauglich. Da aber die Gefühle zumindest teilweise nicht trügen (sonst könnten wir Nichts gestalten), muß es die angleichungsfäigen Erlebnisse (Vorgeselschft) geben. Alle Angleichungsformen fassen wir als kommunizieren (geselschaften) zusammen. Die Träger der Kommunikation, die das "Gepäck" zur Gestaltung ihrer (zeitraumgefühlsmäßigen) Welt benutzen, und nur wenn sie es tun (keine zeiträumliche Kontinuität), sind Subjekte. Der Inhalt des Gepäcks sind die angeglichenen Erlebnisse - Begriffe. Das Gepäck, Begriff der Begriffe, ist - die Gesellschaft. Der Basisbegriff (Mindestinhalt des Gepäcks) ist der Begriff WIR.

      Zur Beziehung Geselschaft-Subjekt eine Analogie:
      - Ein Ding ist in den Spiegeln mehrfach. Das Gespiegelte mehrer Spiegel ist gleich. Seine Existenz könnte das Gespiegelte mit eigenen (virtuellen) Augen nur durch Erblicken seiner selbst in der anderen Spiegeln nachweisen (bestätigen).
      - Die Geselschft ist in den Personen (grichisch: Masken/lat.: Widerhall) mehrfach als Subjekt existent. Die Existenz bestätigt (schafft) das Subjekt durch sich-mitteilen (kommunizieren,gesellschaften, verständigen) an das Subjekt in anderen Personen.
      Der Gesellschaft (dem, durch Erlebnissausgleich, verhältnisauflösendem Ding) entsprechen die, in der Entgrenzungsausdehnung sich "bewegende" und zur Übereistimmung "kommende" Verhältnisse - die Subjektnisse
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      Das Denken ist schalloses Sprechen, also eine Form des Kommunizierens (Gesellschaftens,Mitteilens). Nicht "cogito ergo sum" sondern cogito ergo sumus. Da wo nur Verhältnisse denkbar sind (im Konkreten), kann es keinen Singular geben. Wir sind besser als Leute denn als Menschen bezeichnet. Was an Leuten spezifisch ist, ist ihre Fäigkeit das Abstrakte zu inkorporieren und somit generatinsunabhängig zu akkumulieren. Das Gepäckgewicht bekommt Eigendynamik, die für die Träger Segen, aber auch Gefahr bedeutet.


      .


      Zum Schluss noch eine Analogie. H2O hat mehrere Aggregatzustände. Im flüssigem leben die Fische. Hier entstehen und vergehen sie. Andere Zustände sind für sie ohne Bedeutung.

      Das IST hat ebenso mehrere Aggregatzustände. In einem leben wir. Es ist von Anfang bis Ende des Zeit-Raumes Hier entstehen und vergehen wir. Alles Wissen und Fühlen ist hier. Andere Zustände sind für uns unergründlich.

      Da ich gerade bei Aggregatzustände bin, die Frage; was ist flüssiger als Wasser? Die Schwiegermutter. Sie ist überflüssig.
    • bozoc,

      Kompliment,
      das ist ein schöner Text

      1) Du argumentiert sehr ursprünglich
      erst mit Deinen Analogien betrittst Du die Welt der Sprache

      2) Deine Subjekt und Objekt-Verwendung ist nicht dualistisch gedacht,
      sondern bei Dir überwiegt noch das Eine

      3) Dein konkreter Fluß ist allerdings nicht der Umwelt entnommen
      ich sehe keinen Strudel und keine Stromschnelle
      SCHELLING !

      4) Dein Bindeglied ist die Harmonie
      Du betrachtest das Eine von innen (Substanz),
      aber nicht von außen (Körper)
      und auch nicht langfristig (Höherentwicklung der Materie)

      5) zum Thema Spiegel gibt es von Konrad Lorenz (Verhaltensforscher) ein Buch,
      welches mehr taugt als Platon
      http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Rückseite_des_Spiegels

      Konrad Lorenz vertritt in Anlehnung an den Philosophen Nicolai Hartmann
      die Theorie der Schichtung des Seins;
      er bezieht das im Gegensatz zu Hartmann jedoch auf die Evolution.
      Die Andersartigkeit von genetischem und kulturellem Sein verleitet [zwar] dazu,
      beide Bereiche als grundsätzlich getrennt und unvereinbar zu sehen;
      die Theorie der geschichteten Systeme erklärt [aber] diese Andersartigkeit
      und stellt zugleich beides als ein letztlich einheitliches und zusammengehöriges System dar.

      ...

      Die Schichtung ist dadurch bedingt,
      dass unter bestimmten Bedingungen plötzlich völlig neue Eigenschaften entstehen können
      (Lorenz benutzt hierfür den Begriff Fulguration),
      wie etwa das Lebendige aus dem Materiellen,
      die vorher auch nicht in Andeutungen (Lorenz 1987, S. 49) vorhanden gewesen sind
      und die darin dann eine neue Schicht bedingen und bilden.


      6) Deine Formulierung 'Das Denken ist schalloses Sprechen' ist sensationell gut,
      weil das Sehen (Spekulation) wahrscheinlich für das Denken weniger wichtig ist
      als die anderen Sinne

      Gruß