Psyche, Meditation und Selbstheilungskräfte

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    • idea wrote:

      Hallo Homer - hatten wir schon mal das Vergnügen?
      Zitat von »idea«
      Dazu stellt sich mir aber die Frage ob nicht durch Gleichmut die Eigenschaft der Begeisterungsfähigkeit leidet?
      Eindeutig nein ! ...Hallo idea ;) ^^

      Begeisterung entsteht, wenn du richtig bei der Sache drin bist,
      verstehst du ? Du musst die Sache mit anderen augen sehen ... wie die
      Kinder die spielen. Ihnen ist es "wurscht" ist ob sie verlieren oder
      gewinnen. Es geht um das spiel, nicht ums gewinnen, verstehst du ?
      Begeisterung ist ein Erlebniss.
      Ja, aber, - wenn ich in der Sache richtig drin bin und meine Augen voll Begeisterung strahlen, dann bin ich nicht gleichmütig, denn dann liegt mir die Sache am Herzen. Nicht gewinnen zu wollen ist langweilig und bringt nicht den nötigen Ansporn für ein Spiel mit sich. Kindern ist es eben nicht wurscht ob sie gewinnen oder verlieren, da fliegen mitunter die Fetzen, es sei denn es dreht sich um Sandkastenspiele.


      Hallo idea, manchmal glauben wir zu Wissen das wir Wissen, doch das bedeutet noch lange nicht das wir tatsächlich Wissen. Verstehst du ? Aus diesem Grund kann es passieren das zwei Leute da stehen, und auf einmal jeder etwas anderes vertritt, seine eigene Wahrheit. Daraus entstehen Konflikte. Alle beide Dogmatiker ^^ Doch was ist wenn wir die Sache anders Sehen würden, nicht aus einen anderen Blickfeld, sondern richtig mit anderen "Augen" sehen und erleben würden, denn wir bis jetzt noch nie gesehen haben. Glaubst du das wir dann immer noch die gleiche Meinung vertreten würden ?
      Lebe so, dass dein Glück so wenig wie möglich, von äußeren Dingen abhänging ist.
      (Epiktet)

      The post was edited 1 time, last by Homer ().

    • Warum und vor allem wie sollten "ZENLeute" "ihre Wahrheit" vermitteln?
      Was soll die Wahrheit der Leute sein, die Zen praktizieren?
      Im Zen, und das gilt wohl für alle buddhistischen Schulen, muss jeder seine eigenen Antworten auf seine Fragen finden.
      Also seine ganz persönliche Wahrheit.
      Also keine philosophischen Konzepte, Konzepte und Konzepte usw., sondern alltägliche Praxis.

      PS: "Ein aktuelles Beispiel für fehlenden Gleichmut:
      Der aktuelle Knaaaatsch, der an die Endzeit von Phil-Talk erinnert.
      Hier die philosophische Elite, da die Spammer.
      Same procedure as every year.
      Hi Hancock :)
      Du fühlst dich angesprochen - hoffentlich gleichmütig? ^^
      Also ich wollte mit Nietzsche nicht das Wahrheitsproblem ansprechen, sondern darauf hinweisen, dass jeder aus seiner Perspektive sieht, urteilt usw. und damit nur aus einer, nämlich seiner Perspektive.
      Noch einmal Nietzsche:Es giebt nur ein perspektivisches Sehen, nur ein perspektivisches ‚Erkennen‘; und je mehr Affekte wir über eine Sache zu Worte kommen lassen, je mehr Augen, verschiedne Augen wir uns für dieselbe Sache einzusetzen wissen, um so vollständiger wird unser ‚Begriff‘ dieser Sache, unsre ‚Objektivität‘ sein. Den Willen aber überhaupt eliminiren, die Affekte sammt und sonders aushängen, gesetzt, dass wir dies vermöchten: wie?

      hiesse das nicht den Intellekt castriren?“
      Im Bezug zu Gleichmut wollte ich damit andeuten, dass es wichtig ist die Affekte nicht 'auszuhängen' wie Nietsche sagt, sondern darauf zu achten, was auch nach Carl, Dethlefsen meint, um möglichst objektiv sein oder bleiben zu können. Bei Gleichmut werden mE Affekte unterdrückt oder zum Verschwinden gebracht, weil Gleichmut genau das trainiert - also seine Affekte nicht in den Vordergrund zu stellen. Will ich aber erfahren was mich ärgert, dann muss ich genau auf mein Affekte achten. Natürlich ändern sich durch Gleichmut diese Affekte und damit auch mein Ärgerverhältnis sodass dann theoretisch nichts mehr ist, was mich ärgert und wenn dann nur auf abgehobener oder wie Fliege meint Metaebene. Ich glaube aber nicht, dass sich ein Mensch soweit ändern kann, dass er alles was ihn in seiner Natürlichkeit ausmacht einer geistigen Haltung unterstellen kann, die ihn ebenso erfüllt. Wenn ich mir Priester ansehe und ihre Krankheiten oder Angewohnheiten, entweder entfliehen sie aus ihrer vorgegebenen Linie in ein irgendwie verschrobenes Verhalten, oder sie werden depressiv oder anderweitig krank - Ausnahmen gibt es immer. Dazu hat dann Nietzsche noch zurecht den Willen angeführt, der einfach nicht auszublenden ist aber das ist wieder eine andere Geschichte.

      Philosophen und Konzepte - da sieht man mal wieder, dass Philosophen in der Lage sind zu Ende zu denken und nicht mittendrin aufhören ^^ Jeder ficht seinen Gedankengang durch bis er für ihn plausibel und nachvollziehbar ist. Ich bin da eher eine Schlampe, weil es soviele Konzepte gibt fasse ich sie nur solange ins Auge bis ich der Meinung bin, dass es für mich unglaubwürdig ist und damit uninteressant. Aber auf Grund der strikten Philosophenedankengänge tritt vieles klar hervor und bietet damit der Möglichkeit des Hinterfragens eine neue Plattform, die jeder nutzen kann wenn er will.

      Ich glaube fast, das Philtalksyndrom ist ein Symptom das einem Gleichmut entspricht, vor allem bei Gustav, aber auch bei der Elite und bei den Spammern, denn scheinbar knaatschen sie sich in dem Bewusstsein, dass dadurch sowieso keine Änderung eintritt, oder sie sehen darüber hinweg und lassen sich gegenseitig in Ruhe. In allen Fällen finde ich es schade, dein Schluss daraus war die Abwärtsbewegung der Spirale in die Endzeit - ich meine mit Gleichmut in allen Lebenslagen droht auch Endzeit! Gleichmut ist nur erforderlich bei Überzogenheit um wieder zur eigenen Mitte zu kommen.
    • Hallo Homer -
      ja, mir ist klar, was du meinst
      Alle beide Dogmatiker ^^
      Doch was ist wenn wir die Sache anders Sehen würden, nicht aus einen
      anderen Blickfeld, sondern richtig mit anderen "Augen" sehen und erleben
      würden, denn wir bis jetzt noch nie gesehen haben. Glaubst du das wir
      dann immer noch die gleiche Meinung vertreten würden ?
      Der Ansporn eine Sache anders sehen zu wollen entspringt nicht notwendigerweise dem Gleichmut. Wenn wir beide etwas beurteilen und die Kriterien für die Beurteilung sind logisch nachvollziehbar und ethisch vertretbar - was hält dich davon ab die Sachlage anders zu beurteilen als ich?
    • Friederike wrote:

      Carl Spitzweg zu echtjetzt wrote:

      Vielleicht spielt sich das alles irgendwie nur in unserem Kopf ab (vielleicht aber auch nicht!), aber jenseits dieser Frage kann man recht nüchtern konstatieren, dass so ziemlich alles was uns erregt und wichtig vorkommt „in unserem Kopf“ vorkommt. Ob es Angst oder Angstfreiheit ist, Erregung oder Ruhe, Bedeutsames oder Belangloses, wir haben die Wahl, wenigstens zum Teil und auf jeden Fall genug, dass für Pessismismus keinerlei Grund besteht.

      Und wenn wir das mal begriffen haben, können wir das auf ein Modell von Gesundheit und Krankheit übertragen.

      Würdest Du hier netterweise nochmal nachlegen, Carl? Mich interessiert Dein letzter Satz, mit dem Du Dich, so wie ich es verstehe, auf den vorhergehenden Absatz beziehst. Hast Du den Transfer auf den individuumsbezogenen therapeutischen Ansatz im Blick oder geht es Dir um die allgemeinen Vorstellungen über Gesund- und Krankheit?

      Beides. Ein allgemeines Prinzip kann man immer auf den Einzelfall übertragen.

      Für mich ist die Frage nach Gesundheit und Krankheit nicht geklärt, muss aber auch nicht. Ziel könnte aber irgendwie die Abwesenheit von Leid sein womit wir im buddhistischen Bereich angekommen sind – oder dort ankommen könnten – in dem eine spezielle aber sehr gute Antwort gegeben wird. Sie lautet, dass das grundlegendste Problem des eigene Ich ist. Die „gesunde“ Antwort ist Erleuchtung, allerdings ist das nicht immer und bei jedem dran und es gibt nicht selten den praktischen „Nachteil“, dass man sich nicht mehr sonderlich um sich selbst kümmert. Nicht zwingend, aber es kann sein und „gesund“ ist das nicht in allen Fällen.

      Der zweite Strang ist der Ansatz unspezifischer Maßnahmen, wobei unspezifisch nicht wirkungslos heißt. Er impliziert allgemeine medizinische Einsichten, ziemlich weit oben Ernährung und Bewegung, wobei ich davon ausgehe, dass das den meisten bekannt ist. Ich habe den Weg über die Psyche im Blick und da haben wir uns ja schon ausführlich mit Placebo, Zuversicht und kurzen Gipfelerfahrungen beschäftigt, soweit einem typgerecheten Ansatz, den ich immer noch als weitgehend kollektiv ansehen würde.

      Von der Psyche her betrachtet käme nun ein individueller Ansatz und da gibt es einmal klassische Therapie, wenn es um rein psychische Erkrankungen geht (die gibt es m.E. so wenig wie rein somatische, das ist nie ganz zu trennen) und Psychosomatik weil sie eben das Körpergeschehen betrifft. Im Grunde weiß ich da nichts Neues zu berichten und der ganze Thread ist eigentlich der Versuch, von meiner Seite aus, Bekanntes neu zu ordnen, zu systematisieren und das heute, weil die Zeit der großen ideologischen Grundsatzschlachten, bei den meisten vorbei ist. Das wäre ein weiterer Strang.


      Friederike wrote:

      Und was genau möchtest Du übertragen wissen? Das Bewußtsein der Wahlfreiheit, der Eigenverantwortlichkeit oder die Erkenntnis, daß die Außen- und Innen-Welt hauptsächlich das Ergebnis subjektiver kreativer Fähigkeiten des Einzelnen ist.
      Ein Bewusstsein dafür, dass auf der Ebene Gesundheit mehr drin ist und zwar über „innere“ Ansätze. Zwar vielleicht von „außen“ angeregt, aber in der Weise, dass das Subjekt mehr in den Blich rückt.
      --------

      Friederike wrote:

      Carl Spitzweg wrote:

      Wie finde ich meinen Schatten? Nichts leichter als das: Immer dem Ärger nach. ...

      Tja, das ist a bisserl schwierig jetzt :-))) Wie kann frau widersprechen, ohne die Aussage zu bestätigen! Tricky. Das ärgert mich fast noch mehr als der Inhalt selbst. Na, ich gehe mal brav schauen, wo ich regelmäßig im Kreisel spring.
      Die Frage ist berechtigt.

      Mir geht es um eine Sache nicht. Es geht mir nicht darum, nun einen Deutungsladen aufzumachen und dann rezeptbuchartig zu blättern, was es heißt, wenn jemand die und die Symptome hat. (Es gibt genügend Bücher dazu.) Das war ausdrücklich nicht im Sinne der Erfinden, gemacht wurde es es trotzdem. Es geht mir darum, selbst ein Gefühl für die möglichen Zusammenhänge zu entwickeln und zu schauen, ob man was damit anfangen kann, oder nicht.
      Wenn man also sagt x bedeutet dies und das und wenn du das nicht glaubst, zeigt das eben nur, wie unbewusst du in diesem Bereich bist, dann ist das zirkulär und schottet sich gegen jede Kritik ab.

      Darum ist es gut, nicht nur die eine Blume zu betrachten, sondern den ganzen Strauß. Schatten zeigt sich nicht nur in Symptomen, sondern praktisch immer und überall. In der weltanschaulichen Einstellung genau so, wie bei den zuverlässig wiederkehrenden Streits in der Partnerschaft, oder mit den Eltern/Kirnden, im Verhalten der Mitwelt, bei den klassischen Fehlleistungen à la Freud (Versprechen, Verschreiber) aber auch im „gesunden“ Verhalten. In Träumen und Phantasien, eben überall.
      Alles sagt was über mich aus, wie die Wohnung eingerichtet ist, welches Auto ich fahre, was ich gerne esse und was nicht, wie ich sitze und so weiter.
      Trennen muss man sich von der Idee, Schatten sei immer ein Makel, etwas Schlechtes, obwohl der Betroffene es überhäufig genau so sieht und die Phantasie hat, wenn er das veröffentlichen würde, würde ihn niemand mehr anschauen.
      Darum ist der wirklich anspruchsvolle Teil auch nicht den Schatten zu finden, sondern ihn zu integrieren und da heißt einfach zu dem zu stehen, was man bisher versteckt hat, aber unbewusst versteckt hat, also auch (und in erster Linie) vor sich selbst.

      Der Weg ist klassicherschweise der, sich andere anzuschauen, denen zu lauschen und bei denen das Muster, den roten Faden zu finden.
      Wenn einen das nicht überzeugt, lässt man es ohnehin wieder bleiben, hat man das Gefühl, es sei ein treffender Ansatz, nur leider nicht bei einem selbst, da wäre dann irgendwie alles anders, wird man umso eher misstrauisch, dass man ausgerechnet selbst die große Ausnahme ist, je besser es bei anderen passt und umso mehr Leute man kennen lernt, die sagen, sie hätte dieselbe Beobachtung gemacht. Passt gut, nur bei einem selbst versagt der Ansatz ganz unerklärlicherweise. Wenn man den anderen (der das behauptet) sieht und erlebt und selbst der Meinung, dass der Ansatz durchaus auch bei ihm (dem anderen, der das nicht so sieht) ganz gut passt, geht es nicht um ein „Ätschi-Bätschi hab dich“ (obwohl diese Machtspiele des sich wechselseitig zu Tode Diagnostizierens und Deutens unvermeidlicherweise gibt – aber auch das kann man deutend einfangen.), sondern darum, sich selbst zu erkennen.

      Man könnte manchmal fast den Eindruck gewinnen, das habe eine gewisse Ähnlichkeit mit Philosophie. ;)
      "Das Wissen ist ein schöner Schrein,
      Die Kunst erst legt den Schatz hinein."
      (Carl Spitzweg)
    • Fliege zitiert Dethlefsen wrote:

      Gerät jemand in einen Streit oder in eine Schlägerei, so geschieht dies niemals zufällig, sondern immer nur auf Grund der eigenen Affinität zu einem solchen Erlebnis. Die Schuld für die etwaigen Folgen einer solchen Schlägerei trägt demnach auch der, der von sich annimmt, daß er ganz unschuldig in diese Rauferei verwickelt worden sei. Ohne die entsprechende Affinität hätte er aber gar nicht verwickelt werden können.
      Wird jemand auf der Straße angefahren, so ändert auch die rein rechtliche und funktionale Schuld des anderen nichts an der Tatsache, daß der Angefahrene für dieses Erlebnis reif war, sonst hätte dieses Ereignis nicht in seinen Erfahrungsbereich treten können.

      Deine Absicht, den Un-Sinn aufzuzeigen, ist ja unverkennbar, Fliege, aber ich steige gerne drauf ein, und meine, daß die hier vorgestellte Form der Resonanztheorie, bei der locker von der Wahrnehmung als Wirklichkeitskonstituierend zu den Ereignissen übergewechselt wird, aus dem Wunsch resultiert, die Unverfügbarkeit(en) des Lebens unter Kontrolle zu kriegen. Der Tod allgemein, das Sterbedatum im Speziellen, Ereignisse, die wir für gewöhnlich als Unglück bezeichnen, können auf diese Weise erklärt werden, ohne daß es irgendeine Möglichkeit gibt, die Richtigkeit -auch im Einzelfall- je zu verifizieren. Seltsam, als würde eine rationale Erklärung helfen, die Ohnmacht und Ratlosigkeit zu mindern, wenn wir nicht wissen, warum etwas einem Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt geschehen ist.
    • Hallo Carl :angel1: 3.Adventsonntag - ein Tag der Liebe und Freude!
      Carl-


      Darum ist es gut, nicht nur die eine Blume zu betrachten, sondern den
      ganzen Strauß. Schatten zeigt sich nicht nur in Symptomen, sondern
      praktisch immer und überall.
      Mir geht es um eine Sache nicht. Es geht mir nicht darum, nun
      einen Deutungsladen aufzumachen und dann rezeptbuchartig zu blättern,
      was es heißt, wenn jemand die und die Symptome hat.
      Wenn ich das richtig lese, dann ergibt sich daraus ein Widerspruch. Um einen Strauß zu deuten sollte man wissen, welche Bedeutung ihm oder den einzelnen Blumen, aus denen der Strauß besteht, zukommt. Also doch Deutung!?

      Wenn du übrigens nicht weißt welche Bedeutung der Blume des Lymphknoten zukommen könnte dann, nach Luise L Hay - eine Warnung, dass das Denken sich auf die wesentlichen Dinge im Lebenzurückbesinnen muss - nämlich Liebe und Freude!
    • Lebst du in der Vergangenheit, wenn es für dich um ein Gefühl des 'habe ich hinter mir' geht, das hast du ja ohnehin! Es geht doch vielmehr darum wie begegne ich verschiedenen Situationen im Jetzt!?[/quote]Ja, darum geht es immer, nur aus dem, was Du in der Vergangenheit hinter Dich gebracht hast, kannst Du bereits für Dich ablesen, dass es bestimmte Themen gibt, die Du heute – nachdem Du es hinter Dich gebracht hast, dadurch dass Du es er- und gelebt hast – anders bewertest als von 20 Jahren, da mag das Thema, was Dir jetzt ein Achselzucken entlockt noch eine Katastrophe gewesen sein.
      Aber, man hat eben nicht alles bearbeitet im Sinne von erlebt und sich reingestürzt und nicht selten ist es so, dass man bestimmte Themen mehr und mehr zu meiden beginnt.

      idea wrote:

      Oh, ich kann mich auch sehr bewusst betäuben du nicht? D.h. gedanklich kann ich meine Aufmerksamkeit durchaus dämpfen, wenn ich z.B. etwas langweilig finde oder mich gezielt zurückhalte.
      Ja, natürlich, wichtiger wäre aber – nach diesem Ansatz – zu fragen, warum Dich etwas langweilt. Und warum gerade das? Was sagt es über mich aus, dass ich mich von Politik, Sport, Einrichtungstipps, Urlaubserfahrungen, allem, was meine Mutter sagt oder weiß der Geier was, gelangweilt fühle? Und was genau ist das für ein Langeweile? Kenn' ich schon, Onkel Paul erzählt immer das Gleiche oder das Thema ist nichts für mich, hat mich noch nie interessiert.
      Da wird es schon interessant.

      idea wrote:

      Will jeder, dass sich die Bedürfnisse ändern? Manche Menschen wären vielleicht sogar froh intensiver empfinden zu können - wenn ich da an z.B. Burnoutler denke, die sich des Lebens nicht mehr freuen können - deren Bedürfnisse sind mehr als gedämpft.
      Einen Burnout kriegen die, die vorher zu viel gemacht haben.... warum haben sie das eigentlich gemacht? Der Burnout zwingen dann zur Ruhe. Warum konnte man sich die vorher nicht gönnen?

      idea wrote:

      Was wäre gewesen, wenn z.B. Beethoven mit Gleichmut an seine Kompositionen herangegangen wäre? Wahrscheinlich hätte er sich gleichmütig seiner Schwerhörigkeit ergeben und viele seiner schönsten Musikstücke wären uns erspart geblieben. Ohne große Gefühle wäre es ihm wahrscheinlich nicht gelungen diese zum Ausdruck zu bringen - ich liebe diese Musik und hätte ihn gerne bei Lebzeiten kennen gelernt. Es geht gerade um das Gedämpftsein!
      Warum bleibst Du so hartnäckig bei der Deutung, Gleichmut sei gedämpft sein? Das ist einfach, von Dethlefsen, nicht gemeint, auch wenn Dich natürlich niemand zwingen kann, es so zu meinen, nur reden wir dann nicht über den Textausschnitt.

      idea wrote:

      Natürlich ist es schön, aber die Frage ist, ob es Gleichmut ist?
      Wir kleben ja nicht an unseren Emotionen, weil sie nur ekelhaft sind.
      Puh, wer hat denn was von ekelhaft gesagt? Findest du Emotionen ekelhaft?
      Nein, ich sagte ja, das es natürlich „schön“ sei, also nicht ekelhaft.
      Bestritten habe ich nur, dass es Gleichmut ist.
      Gleichmut ist, nach dem Textausschnitt, das Resultat, wenn man sich hineingeschmissen und das Leben nicht verweigert hat.

      idea wrote:

      Nein, es ist nicht Gleichmut, wenn große Gefühle oder Emotinen empfunden werden, aber Gleichmut könnte sie dämpfen -lt. Prediger sollten wir nicht in Gefühlen zappeln :D
      Nein, Gleichmut ist das Resultat - ein mögliches – wenn große Gefühle empfunden wurden.


      idea wrote:

      Gleichmut entwickelt sich, laut Dethlefsen, gerade und nur dann, wenn man die Konfrontation mit der Polarität nicht verweigert.
      Hm, was gibt dir die Konfrontation mit den Polaritäten - Gleichmut - nein, Gleichmut kann eine Folge daraus sein um deinen inneren Frieden zu finden, aber wer will schon ewigen Frieden? :)
      Der, der von Anspannung bis Hochspannung irgendwann mal die Nase voll hat.
      Aber es gibt genügend, die das, bewusst oder unbewusst einfach nicht wollen, die aus Ärger, Hass, Hektik und Aufregung, emotionaler Berg- und Talfahrt das Gefühl der Lebendigkeit ziehen, für die Ruhe eine Bedrohung darstellt.

      idea wrote:

      Der sagt nicht, bleib zu Hause und schließ' dich dein, sondern geh' raus und lebe. Aber sei dir bewusst, dass alles was du tust, halb ist,
      unheil ist, sündig ist, schuldhaft ist. Nicht das was man tut ist die Sünde, die Schuld, sondern das, was man noch nicht getan hat.
      Warum sollte ich mir diesen eigenartigen Glaubenssatz einprägen und allem aus diesem Verständnis heraus begegnen?
      Das sollst Du nicht, es ist ein Angebot, das die meisten Menschen ausschlagen und es ist nicht mal gesagt, dass der, der es ausschlägt unbedingt schlechter dran ist oder weniger entwickelt.
      Kann ja sein, dass jemand mit dem Thema schon völlig durch ist oder noch längst nicht dazu bereit, dann interessiert es ihn überhaupt nicht und er oder sie hätte auch keinen Vorteil davon, man würde ständig aneinander vorbei reden, was irgendwann alle Seiten frustriert. Warum soll man Kant oder Hume oder Popper lesen? Diejenigen die davon angefixt sind, brauchst Du nicht zu überzeugen und die, die es nicht sind, kannst Du nicht überzeugen.

      idea wrote:

      Viel schöner ist es von Unschuldig auszugehen - wie Kinder, die noch Erfahrungen sammeln und ihr Verständnis aus ihrer Unschuld offen zeigen und auch anderem offen und neugierig begegnen.
      Woran Dich niemand hindern will und wird.

      idea wrote:

      Ach überhaupt, das grenzt schon an die Erbschuld davon will ich gar nichts wissen. Als wir in Jerusalem waren, kamen junge jüdische Amerikaner auf uns zu und lasteten uns die Verbrechen der Nazis an, die ihre Großeltern in KZ Lager geschickt hatten - mit diesem Vorwurf kann ich nichts anfangen und fühle mich auch nicht schuldig - schlimm genug, was damals passierte, aber ich hatte damit rein gar nichts zu tun.
      Dethlefsen, war stets ein Verächter der Politik. Das Interessante an seiner Behandlung des Sündenbegriffs ist die aus dem Griechischen Mythos und der Tragödie abgeleitete Unvermeidlichkeit der Schuld. Jeder wird bzw. ist schuldig und eben nicht durch das, was er (oder der Großvater) getan hat, sondern durch das, was noch nicht getan wurde.
      Dieser Schuldbegriff sagt als nicht: Du bist schuldig, weil du x getan hast, sondern:
      Du bist schuldig, weil du y (noch) nicht getan hast. Hast du y getan, bist Du (bezogen auf diesen Themenkomplex) ein Stück weiter, (aus oder von der Schuld) erlöst.
      "Das Wissen ist ein schöner Schrein,
      Die Kunst erst legt den Schatz hinein."
      (Carl Spitzweg)
    • idea wrote:

      Auf die Frage, ob man das denn dann auch noch leben muss (die angstvolle Frage, ob man wirklich aggressiv sein muss, wenn man seien Aggression integriert hat), antwortet er: Wer seine Schatten wirklich integriert hat, stellt diese Frage nicht mehr. Es bedeutet einfach, dass man situationsadäquat auch Aggression, Sex, Machtansprüche und so weiter im Repertoire hat und leben und einfordern kann. Warum denn auch nicht?
      Nein, davon halte ich gar nichts, ich muss nicht erst Aggressionen integrieren, mir diese auf umständliche Weise bewusst machen um einen erfüllenden Sex zu haben ;)
      Sex und Aggression haben im Grunde nicht so viel miteinander zu tun. Sex ist der Hauptkonflikt der neurotischen Persönlichkeitsorganisation, Aggression der Hauptkonflikt der schweren Persönlichkeitsstörungen.

      idea wrote:

      Ich verstehe, dass Psychoanalytiker trotz ihrer Integrationen noch normale Menschen sein können und auch Sex haben können, aber das ist ihre Sache, ich muss mir nicht jeden psycholog.Schmutz reinziehen um drüberzustehen du?
      Ich glaube, die Idee als Mensch irgendwo drüber zu stehen, ist ein Grundirrtum. Er besagt, das Thema x exisitiert bei mir nicht. Sagt jemand: „Also eine Lunge habe ich nicht“, würde man das erstmal nicht glaube, sagt man von den psychischen Grundkomponenten, würde ein Teil, der bei jedem vorhanden ist, fehlen, hält man das für eine interessante These.

      idea wrote:

      Ich habe nicht gesagt, dass Gleichmut ein Erlebnisfilter ist, sondern dass er möglicherweise Gefühle dämmt, denn wozu sonst sollte man Gleichmut anstreben?
      Ja, aber erst im Nachgang. Ist Dir noch bewusst, dass Dir als Kind mal irgendwas weggekommen ist und Du meintest, nun ginge die Welt unter (spätestens mit der Ende der ersten großen Liebe haben das viele erlebt)? Heute denkt man an bestimmte Themen zurück und kann lächeln, aber damals...

      idea wrote:

      Ich habe Dethlefsen nicht nach seiner Meinung gefragt - und schon mal erwähnt, dass ich ihn bei Lebzeiten schon nicht mochte.
      Wie gesagt, wir sind hier freiwillig.


      idea wrote:

      Gleichmut entwickelst Du nach Dethlefsen einzig und allein dadurch, indem Du das anschaust und integrierst, vor dem Du Dich Dein Leben lang
      gedrückt hast.
      Also wäre demnach Gleichmut Drückebergermut? Das wird immer kurioser! Ich schau mir keine Horrorfilme an, ebensowenig Sissi - bin ich deswegen eine Drückebergerin? 8|
      Nein, niemand mag alles, die Frage ist, hast Du etwas hinter Dir oder nie erlebt.
      Aber das ist ein wichtiger Gedanke, weil er die Frage aufwirft, ob man denn nun buchstäblich alles erleben muss.
      Und da ist die Antwort: Nein, es geht ums (Ur)Prinzip. Wichtig ist, ob ich mit einem Urprinzip oder Archetypus ausgesöhnt bin oder im Dauerclinch liege.
      Und das ist ein elementarer Punkt auch für unser Thema, denn die Zuordnung, die ich im Blick habe, richtet sich genau nach diesen Urprinzipien (und es ist egal, welchen Namen man dem am Ende gibt). Nur dafür muss ich eben das Prinzip erkennen und isolieren.

      idea wrote:

      Das heißt es geht immer, immer, immer um die Integration des Schattens, des bisher nicht (bewusst) gelebten.Wie finde ich meinen Schatten? Nichts leichter als das: Immer dem Ärger nach. Nicht dem leichten Ärger, sondern wirklich den Punkten die eine fassungslos machen.
      Scheinbar tu ich das gerade, denn du ärgerst mich - was könnte dabei mein Schatten sein?
      Wunderbar, denn das zeigt, dass auf dem Thema Ladung ist. Was Dein Schatten ist hängt einfach davon ab, was Dich ärgert, was Du in mir siehst. Ich bin dann einfach eine Projektionsfläche und das heißt nicht, dass Deine Deutung über mich – das was Dich an mir verärgert - nicht ggf. stimmt, sondern wichtig ist unter Schattengesichtspunkten, dass es Deinen Schatten anzeigt. Ein wichtiger Punkt und eine hohe Hürde.
      Eine Deutung kann nämlich auf mehrere Weisen zutreffen und nicht zutreffen. Nehmen wir an, Dich ärgert an mir die Eigenschaft x.
      Nun kann es sein, dass ich sagen würde: Ja, ich habe x, aber das ist doch nicht ärgerlich.
      Oder ich könnte sagen: Wie kommst Du denn darauf, ich bin doch alles, aber nicht x.
      Ich könnte sagen: Mist, sie hat mich erkannt und Dich zukünftig meiden oder bekämpfen, mich versuchen mit Dir zu verbünden, was auch immer.

      Du könntest sagen: Ich bin sehr sicher, dass du x hast, denn ich habe mich mit anderen ausgetauscht, die finden dich auch ganz schön x.
      Oder: Vielleicht ist x ja ganz einfach den Schatten, mein lieber Carl, und du willst oder kannst das einfach nicht sehen.

      Aber, will man seinen Schatten kennen lernen, ist es vollkommen unwichtig, ob ich die Eigenschaft x tatsächlich habe, oder nicht. Auch, ob ich sie an mir bemerke, oder nicht, ist unwichtig. Auch, ob Du die einzige bist, die das sieht oder buchstäblich jeder im Forum meint, ich sei ganz eindeutig x, ist egal.
      Für jeden der seinen Schatten sehen will, ist einzig und allein wichtig, a) ob ihn was ärgert (dann ist genug emotionale Ladung auf dem Thema) und b) was ihn ärgert (es ist der Bereich, den man nicht an und in sich haben will).

      Das sollte man nicht benutzen, um sich vor Kritik zu schützen, denn selbst wenn x Dein Schattenthema ist, kann es ja sein, dass es dennoch einen Bereich von mir berührt, über den ich nachdenken sollte, also der lässige Verweis auf: „Tja, das ist wohl eher dein Schatten, als mein Problem“, unzulässig. Ob die Kritik dann wirklich berechtigt ist, ist noch mal eine andere Frage, aber da sind Kernbergs Kriterien über Normalität sehr hilfreich.

      idea wrote:

      Es geh einfach um die Infragestellung der gefühlt größten Gewissheiten die man so hat.
      Hmja, deswegen scheint Philosophie so empfehlenswert zu sein! Dazu braucht es keinen Gleichmut, sondern Neugier - mit Gleichmut bewege ich mich immer in meiner platonischen Höhle und sehe nur die Schatten an der Wand die ich verschieden interpretieren kann.
      Ich sehe alle Formen aufdeckender Therapie als prinzipiell sehr ähnlich zur Philosophie an, die Unterschiede hatte ich ja bereits erwähnt,. Sie liegen m.E. eher darin, in der Therapie immer wieder aufs Subjekts zurückzukommen, während man sich philosophisch eher vom Subjekt zu lösen versucht.

      idea wrote:

      Ein Blume in diesem Strauß ist der Blick auf die körperlichen Symptome, weil nach Ansicht Dethlefsens sich auch dort Schatten verbirgt.
      Sag mir doch mal welche Blume ein Lymphknoten symbolisieren könnte!
      Nein, denn dafür gibt es genügend Literatur und es geht mir nicht darum, 1000 Symptome zu deuten, eher darum, dass 10 Leute (okay, 3) es in Zukunft selbst können.
      "Das Wissen ist ein schöner Schrein,
      Die Kunst erst legt den Schatz hinein."
      (Carl Spitzweg)
    • Vio_letta wrote:

      Ich erinnere mich an einen Thread im Bereich „Philosophie der Gefühle“, in dem die Frage des Unterschieds zwischen Gefühl, Emotion und Empfindung heftig diskutiert wurde und Spirit sinngemäß schrieb, dass Emotionen in der Psychologie eine Klasse für sich seien und für Gefühlsphänomene wie Freude, Stolz oder Hass stehen, was allgemein anerkannt sei. Ob dem nun so ist oder nicht, ich finde es immer recht hilfreich, wenn sich Begriffe durch ihre Wortherkunft selbst erklären.
      Oft wird das was angeboren ist Affekt genannt, das was durch Kognition überarbeitet ist Emotion.

      Vio_letta wrote:

      Mit der Schuld verhält es sich wie mit dem Gleichmut. Mir sind beide Begriffe irgendwie verdächtig :) Aber ich verstehe durchaus was gemeint ist. Wenn „Schuld“ Reflektion meint oder Gewissen, Verantwortung oder Bewusstwerden, kann sich daraus eine Art Güte entwickeln, die heilsam ist.
      Ja, so ist es gemeint und obendrein noch so, dass es sich um Emotionen handelt die man nicht per Geburt an Bord hat.
      Scham ist angeboren, Schuld nicht (nach Ansicht der Mehrheit, aber nicht aller).

      Das Problem bei Durchbrüchen zu neuen Ebenen ist, dass diese komplexeren Ebenen eben auch die Möglichkeit neuer Pathologien und Entartungen mit sich bringen und versucht wird, Schuld (schlechtes Gewissen) als Dauerthema zu etablieren, u.a. auch mit der Absicht Menschen zu manipulieren.

      Vio_letta wrote:


      Ich habe einige seiner Vorträge (im Internet) gehört, inhaltlich und rhetorisch genial! Mich hat nur diese Kirchengründung irritiert …
      Es gibt wohl wenige die das nicht irritiert hat. Da das aber die späte Phase betrifft, können wir das ausblenden. Angelegt ist es im Ödipus, der wiederum Bezug nimmt auf die antiken Mysterientraditonen.
      Dort fällt auch der für das Kirchen-Projekt zentrale Satz, es ginge vor allem „um den Kontakt von Seele und Symbol“, womit er die antiken Theateraufführungen im Sinn hatte.

      Bei Kawwana geht es Dehtlefsen um Magie und unterscheidet zwischen Zeremonien (für ihn ein „so tun, als ob“) und echter Magie, die im Ritual (und der Baustein des Rituals ist das Symbol) Kontakt zu höheren Ebenen herstellt.
      Meine Idee geht mit Dethlefsen Konform an dem Punkt, dass das Wesentliche der Kontakt von Seele (kann man heir problemlos auf den Begiff „Psyche“ abrüsten) und Symbol, im nichtmagischen Sinne, also bei dem Ansatz den ich im Blick habe – Zuordnung von Patienten, gemäß der Typen – handelt es sich im Sinne des späten Dethlefsen „nur“ um eine Zeremonie. Naja, auch nicht ganz nur, aber irgendwo dazwischen.
      "Das Wissen ist ein schöner Schrein,
      Die Kunst erst legt den Schatz hinein."
      (Carl Spitzweg)
    • Hallo Carl -

      ich bin mir ziemlich sicher, dass du X bist und hast - daher werde ich dich in Zukunft Mr.X nennen - einfach weil es treffender ist ^^
      Warum bleibst Du so hartnäckig bei der Deutung, Gleichmut sei gedämpft
      sein? Das ist einfach, von Dethlefsen, nicht gemeint, auch wenn Dich
      natürlich niemand zwingen kann, es so zu meinen, nur reden wir dann
      nicht über den Textausschnitt.
      Hm, es ging in diesem Teilausschnitt um 'Gleichmut' und dessen Bedeutung und du bezogst dich auf Dethlefsen, ich nicht, das will ich nur mal festhalten, weil du deine Argumentation ständig wechselst vom Objektiven zum Subjektiven.

      Ich habe Dethlefsen nicht nach seiner Meinung gefragt - und schon mal erwähnt, dass ich ihn bei Lebzeiten schon nicht mochte.
      Wie gesagt, wir sind hier freiwillig.

      Ja, aber ich wollte deine Meinung lesen und nicht die von Dethlefsen - ok, du versteckst dich dahinter oder es ist auch deine Meinung - damit ist hoffentlich das Thema D abgeschlossen.
      Einen Burnout kriegen die, die vorher zu viel gemacht haben.... warum
      haben sie das eigentlich gemacht? Der Burnout zwingen dann zur Ruhe.
      Warum konnte man sich die vorher nicht gönnen?
      Möglicherweise gab es keine Wahlmöglichkeit und wer in einer Stresssituation ist, kann sich oft schwer in Gleichmut üben, wenn er weiß, dass dies und das noch erledigt werden muss. Sozialer, d.h. beruflicher Druck oder familiärer Druck oder Liebeskummer,... es gäbe viele Möglichkeiten. Bei Gleichmut geht man meist von einem gesunden Menschen aus der sich in kranken Situationen an den Gleichmut erinnern sollte, doch kranke Menschen befinden sich in einem Ausnahmezustand.
      Das sollte man nicht benutzen, um sich vor Kritik zu schützen, denn
      selbst wenn x Dein Schattenthema ist, kann es ja sein, dass es dennoch
      einen Bereich von mir berührt, über den ich nachdenken sollte, also der
      lässige Verweis auf
      Einverstanden!
      Sex und Aggression haben im Grunde nicht so viel miteinander zu tun. Sex
      ist der Hauptkonflikt der neurotischen Persönlichkeitsorganisation,
      Aggression der Hauptkonflikt der schweren Persönlichkeitsstörungen
      Das sehe ich nicht so, denn in jeder sexuellen Vereinigung ist auch ein gewisses Maß an Aggression vorhanden - ich habe jetzt keine Zeit eine entsprechende Passage herauszusuchen.
      Ich glaube, die Idee als Mensch irgendwo drüber zu stehen, ist ein Grundirrtum.
      Ja, nur wissen das viele nicht:-)
      Das Interessante an seiner Behandlung des Sündenbegriffs ist die aus dem
      Griechischen Mythos und der Tragödie abgeleitete Unvermeidlichkeit der
      Schuld. Jeder wird bzw. ist schuldig und eben nicht durch das, was er
      (oder der Großvater) getan hat, sondern durch das, was noch nicht getan
      wurde.

      Dieser Schuldbegriff sagt als nicht: Du bist schuldig, weil du x getan hast, sondern:

      Du bist schuldig, weil du y (noch) nicht getan hast. Hast du y getan,
      bist Du (bezogen auf diesen Themenkomplex) ein Stück weiter, (aus oder
      von der Schuld) erlöst.
      Amen! Es kann sich aber auch nicht jeder jedweder Schuld annehmen um erlöst in die ewigen Jagdgründe eingehen zu können!
    • Vio_lettta wrote:

      Mit der Schuld verhält es sich wie mit dem Gleichmut. Mir sind beide Begriffe irgendwie verdächtig :) Aber ich verstehe durchaus was gemeint ist. Wenn „Schuld“ Reflektion meint oder Gewissen, Verantwortung oder Bewusstwerden, kann sich daraus eine Art Güte entwickeln, die heilsam ist.

      Ich find's schön und interessant, daß wir uns darauf verständigt haben -unausgesprochen- nicht an Begriffen zu kleben. "Gleichmut", "Schuld", "Scham", "Demut", "Vertrauen", "Ich", Selbst" usw. - jede(r) hat persönliche Erfahrungen mit den Wörtern, die das subjektive Verständnis geprägt haben; darüberhinaus gibts noch die gewohnheitsmäßigen, lebenspraktischen Zusammenhänge, in denen sie gebraucht werden; umgangssprachliche Verwendung und theoretische Ansätze ... by the way, früher beispielsweise ist für mich die Redewendung "das gehört sich nicht" das maximal rote Tuch gewesen. Ist klar? Das sagen Eltern zu ihren Kindern, wenn eine Verhaltensvorschrift absolut nicht zu begründen ist; und außerdem spielt zweifellos eine moralische Komponente mit rein. "Schäm dich" ist der Subtext dieser Äußerung. Irgendwann habe ich bemerkt, daß "sowas gehört sich nicht" für mich zu einer Verhaltensvorgabe geworden ist, die ihre Begründung einschließt. Es ist die Begründung für eine Regel, die mit einem genau bestimmten Geltungsstatus verknüpft ist. Wie war ich drauf gekommen ... ah ja, ich will sagen, daß ich keine Schwierigkeiten damit habe, mir verdächtige Wörter anders zu verstehen, wenn wir umschreiben, was wir damit meinen wollen. "Schuld" ist auch dereinst einer dieser von mir abgelehnten Begriffe gewesen. Inzwischen hat der Ausdruck seinen Schrecken für mich verloren, und @Carl, Deine leidenschaftliche und temperamentvolle Verteidigung des "Wortes" hat mir nochmal einen Impuls zur positiven Anverwandlung gegeben. Beim "Gleichmut" bin ich noch unschlüssig, ob ich Euch, Carl - und Violetta, Deiner Modifikation- folgen möchte, aber in Hinsicht auf die Wörter bin ich halt gleich-gültig. Unterschiedliche Definitionen gelten mir meistens gleich viel.
    • Fliege wrote:

      Ich muss, da er tot ist, eine Antwort anstelle von Dethlefsen versuchen.[...]
      So würde er geantwortet haben.

      Daran ist immer wieder Kritik geäußert worden. Die Frage ist, welche Kritik man daran äußert.
      Möglichkeiten wären:

      - Der Ansatz ist prinzipiell falsch. (Das müsste man begründen.)

      - Der Ansatz ist prinzipiell richtig, aber zu weit ausgedehnt. (Dann muss man (sich) fragen, wo, warum die Grenze gezogen wird.)

      - Der Ansatz in unmoralisch, da er jedem Opfer die „Schuld“ an seinem eigene Schicksal gibt. (Hier gäbe es mehrere Pfade. Lohnend wäre m.E. eine Diskussion der therapeutischen Hintergründe und eine der ontologischen.)

      - Eine weitere (oft geäußerte) Kritik ist die, dass der Ansatz der explizit in „Schicksal als Chance“ und „Krankheit als Weg“ ausgebreitet wird, einen weltanschaulichen Hintergrund (den Reinkarnationsgedanken und/oder ein esoterisches Weltbild) voraussetzt, den man nicht teilen muss und der nicht in unsere Zeit passt.
      Hier kann man wieder unterschiedliche weiterführende Fragen stellen, die wichtigsten, sind m.M.n.:
      1) Kann jemand, der mit den weltanschaulichen Hintergrund nichts anfangen kann, an so einer Geschichte (im „schlimmsten“ Falle einer Therapie) teilnehmen oder muss man dazu zuerst glauben, dass es wirklich so ist, wie beschrieben.

      Die kurze Antwort, die ich geben würde, lautet „Ja, man kann auch ohne das zu glauben teilnehmen und profitieren“. Eine längere Begründung könnte ich geben und würde das auf Nachfrage auch tun, meine hoffentlich herausfordernde Behauptung ist tatsächlich, dass Dethlefsen und Dahlke (wie und warum auch immer) exakt das Prinzip getroffen haben, dass uns heute, als das vermutlich beste Prinzip von Heilung psychischer Symptome, im Rahmen der Objektbeziehungstheorie begegnet und ich traue mir zu, das zu erklären, so dass es glaube ich jeder versteht.

      Daran schließt sich aber folgende Frage unmittelbar an:

      2) Falls es tatsächlich so ist, wie in 1) von mir behauptet, wozu dann der ganze dämliche weltanschauliche Überbau? Hätte man sich nicht einfach damit begnügen können, eine schöne therapeutische Methode gefunden zu haben und ist der Überbau nicht sogar eher kontraproduktiv?
      Das wäre dann auch noch mal ein weiteres Feld, das analog zu oben und (mindestens) zwei Bereiche zerfällt.

      a) Der therapeutischen Bereich. Hier geht es nicht um die Methode, sondern das Weltbild, den „Glauben“.
      Mein Argument wäre hier, dass ich nicht einsehe, warum, sollte es gelingen, anhand dieses Weltbildes „nur“ Trost zu spenden, man das nicht tun sollte.
      Hier stellt sich allerdings schnell die ethischen der Redlichkeitsfrage: Darf man wider besseres Wissen, jeden alles erzählen, nur damit es ihm irgendwie besser geht und das würde ich so verneinen. Darum stellt sich hier im Anschluss, die ontologische Frage,

      b) wie es denn nun wirklich ist und die muss man in vielen Fällen auf das eindampfen, wovon jemand redlicherweise überzeugt ist und dankenswerter Weise handelt Her K. das Thema, ob es überhaupt eine Notwendigkeit im Kosmos gibt oder ob es sich dort einfach um Regularitäten (zufällige Regelmäßigkeiten) handelt, in einem eigenen Thread ab.

      Dethlefsens Position wäre hier eine des Notwendigkeitstheoretikers, der argumentiert klar gegen Zufall, sieht kosmischen (Ur)Prinzipien am Werk, aber wenn man genauer hinschaut, keinen starren Determinismus. Man hat, nach Dethlefsen, die Wahl und die eigenen Aktionen sind sozusagen ein beständiger Dialog mit dem Kosmos.
      "Das Wissen ist ein schöner Schrein,
      Die Kunst erst legt den Schatz hinein."
      (Carl Spitzweg)
    • idea wrote:

      Das würde heißen, jeder der rational abwägt ist gleichmütig - nein, so geht das nicht.

      Ich würde eher sagen: Wer rational abwägen kann, hat bereits einen gewissen Gleichmut etabliert, sicherlich verstärkt sich das wechselseitig (kann aber auch zu Irrlaäuifern führen: Rationalisierungen).

      idea wrote:

      Ich kann hoch erbost, oder wütend über etwas sein und erst in diesem Zustand zu meiner Hochform auflaufen und rational abwägen, oder aber gar nicht mehr denken können, ich glaube das ist einfach Veranlagung.
      Das Temperament ist angeboren und zum größten Teil genetisch fixiert, aber dennoch kann man ja von Themen frei werden, so oder so.

      idea wrote:

      Nein, ganz und gar nicht, ich differenziere oder abstrahiere Gleichmut und sage trotz, oder mit Gleichmut kann jemand Suizid begehen, wenn du so willst, dann kann Gleichmut gepaart sein mit Desinteresse oder Gleichgültigkeit.
      Suizid vielleicht, aber andere sprengen. Das ist ja ohne Vorsatz schwer möglich und die Frage nach dem Motiv würde mich dann schon interessieren.

      idea wrote:

      Tja, es scheint ein Unterschied zu sein, ob ich zu jemandem sage sei geduldig oder ob jemand sich in Geduld dahingehend übt, dass ein bestimmtes Ziel erreicht wird, es könnte auch Durchhaltevermögen genannt werden, oder nach dem Pawlovschken System funktionieren, wenn die Gutsis entsprechend sind.
      Wenn das Tempreament angeboren ist, kann man via Konditionierung daran nicht viel ändern.

      idea wrote:

      Das Streben des Buddhisten geht doch in eine bestimmte Richtung und wenn er sein Ziel erreichen will, dann muss er dafür wahrscheinlich ein Leben lang trainieren und Buddhismus ist eine Religion oder siehst du das anders? Für mich ist auch ein Spitzensportler in gewissem Sinn ein Fanatiker.
      Bist du an deinem Ziel angekommen? Es heißt auch so schön, wenn jemand sein Ziel erreicht hat, oder wenn jemand Meister geworden ist, dann sollte er/sie in einem anderen Fach Meister zu werden - oder so ähnlich.
      Da beschreibst Du es doch selbst: Man ist in gewisser Weise nie fertig. Aber man muss zwei (oder mehr) Dinge trennen.
      Gibt es überhaupt einen definierten Endzustand? Einerseits könnte man sagen, ja, Erleuchtung, mehr kommt dann nicht.
      Andererseits schließt Erleuchtung lebenslanges Lernen nicht aus. Einen Zustand von Zufriedenheit erreicht zu haben, heißt nicht, dass man weiß, wie ein Handy funktioniert.
      Buddhisten gehen oftmals den mittleren Weg und da ist der Name Programm, was m.E. Fanatismus recht kategorisch ausschließt.

      idea wrote:

      Carl -
      Kann ja sein, dass es nur eine Wahrheit gibt. Blöd nur, wenn uns niemand sagen kann, wie sie lautet.
      Da sind die Zen-Leute besser, die meinen das mit der Einheit zeigen, tatsächlich ernst.
      Ja, blöd, da sind Philosophen besser dran - gelingt es denn den ZENLeuten ihre Wahrheit zu vermitteln? :whistling:

      Natürlich.

      idea wrote:

      Auf Nietzsche gehe ich heute nicht mehr ein, so wie du das verstanden hast, war es jedenfalls nicht gemeint.

      Hach, ich glaube ich geh auf einen Eierlikör und dann...
      ...viel Spaß dabei.
      "Das Wissen ist ein schöner Schrein,
      Die Kunst erst legt den Schatz hinein."
      (Carl Spitzweg)
    • idea wrote:

      Wenn ich das richtig lese, dann ergibt sich daraus ein Widerspruch. Um einen Strauß zu deuten sollte man wissen, welche Bedeutung ihm oder den einzelnen Blumen, aus denen der Strauß besteht, zukommt. Also doch Deutung!?

      Nur im allgemeinen Sinne, nicht im Sinne von „Habe dies und das, bin aber gar nicht so und so“, weil ein öffentliches Forum a) nicht der Platz dafür ist und es b) zu Diskussionen kommt, die den Rest langweilt und nur einen interessiert und c) es immer zum Clinch kommen muss (wenn es sich denn tatsächlich um Schatten handelt).

      Allgemeine Einwände gegen das Konzept können und sollten meinetwegen geäußert werden, in der Antwort an Fliege habe ich die Hauptkritikpunkte zusammengestellt, die mir selbst einfallen, wenn ich welhce vergessen habe, die andeen wichtig vorkommen, bitte einfach ergänzen, oder bei Lust dun Laune auf einen oder mehrer der Punkte eingehen.

      Mit dem Blume und Strauß Hinweis wollte ich sagen, dass man der dogmatischen Fixierung und idiotischen „Das ist aber so“ vs. „Nein, ist es nicht“ Diskussionen dadurch entgeht, dass man sich bitte nicht künstlich auf nur einen Bereich (Krankheitssymptome) verengt – und im schlimmsten Fall noch auf genau ein Symptom, von dem man dann behauptet, in der genau der Situation wäre es bei einem selbst aber nun garantiert nicht so gewesen,wie es im Buche steht, sondern ganz im Gegenteil immer ein Raum zu haben, den man erweitern kann.
      Nicht was haben meine Kopfschmerzen gestern bedeutet (war es nur zu viel Eierlikör?), sondern, was sind so meine Schwachstellen, wozu neige ich immer wieder, was ist eigentlich das gemeinsame Prinzip meiner Symptome. Wozu zwingen mich mein Symptome und woran hindern sie mich?
      Und dann auch hier nicht stehen zu bleiben, sondern die Ebenen Partnerschaft und allgemeine Einstellungen und Ärgernisse anzuschauen.
      Was bringt mich immer wieder auf die Palme bei anderen? Und so weiter.

      idea wrote:

      Wenn du übrigens nicht weißt welche Bedeutung der Blume des Lymphknoten zukommen könnte dann, nach Luise L Hay - eine Warnung, dass das Denken sich auf die wesentlichen Dinge im Lebenzurückbesinnen muss - nämlich Liebe und Freude!

      Ich kenne Luise Hay nicht und kann deshalb nichts dazu sagen.
      "Das Wissen ist ein schöner Schrein,
      Die Kunst erst legt den Schatz hinein."
      (Carl Spitzweg)
    • Carl Spitzweg wrote:

      Wovor haben wir denn so viel Angst?
      Dumme Frage: wer hat denn überhaupt Angst? Meinst Du die "Kranken" - oder alle? Ich habe auch nicht das Gefühl, dass immer Angst soviele Probleme macht; manchmal läuft einfach "organisatorisch" etwas schief.

      Carl Spitzweg wrote:

      Alles sagt was über mich aus, wie die Wohnung eingerichtet ist, welches Auto ich fahre, was ich gerne esse und was nicht, wie ich sitze und so weiter.
      Tja, ich mag kein Marzipan. Ich würde nun schon mal gerne wissen, was das über meine Persönlichkeit aussagt. Scherz beiseite, warum ignoriert ihr in Eurer Diskussion eigentlich die Tatsache, dass diese ganzen Theorien etwas "Nützliches" sein sollen/wollen? Psychotherapeutische Ansätze bieten jeweils etwas ganz Bestimmtes an. Wer sich dahingehend in weltanschauliche Ansichten verstrickt, tja, der sollte den Therapeuten wechseln. Es gibt unterschiedliche Grundannahmen, mit denen man sich besser oder schlechter identifizieren kann. Aber egal, welche das sind; meine Marzipan-Neurose werde ich generell wohl nur los, wenn ich überhaupt meine, eine Leben ohne solche wäre besser und wenn ich annehme, dass ich, nicht sonstwer, daran etwas verändern wollen muss. Dazu muss man keine Kirchen gründen und auch nicht alles psychologisch deuten.

      Carl Spitzweg wrote:

      Man könnte manchmal fast den Eindruck gewinnen, das habe eine gewisse Ähnlichkeit mit Philosophie. ;)
      Sehe ich wohl ähnlich.

      Carl Spitzweg wrote:

      Du bist schuldig, weil du y (noch) nicht getan hast. Hast du y getan, bist Du (bezogen auf diesen Themenkomplex) ein Stück weiter, (aus oder von der Schuld) erlöst.
      Von "Schuld" zu reden, ist wirklich ziemlich schrecklich. Es interessiert mich trotzdem mal, in welchem Sinne das gemeint ist. Was ist die Hintergrundannahme? Die Pflicht zur Selbsterkenntnis? Die Pflicht zu... was?

      --

      idea wrote:

      Gleichmut ist nur erforderlich bei Überzogenheit um wieder zur eigenen Mitte zu kommen.
      Ja also. Hat irgendjemand den Gleichmut als Lösung für alles vorgeschlagen - außer vielleicht die Buddhisten? (Ist eher ein rhetorisches Fragezeichen - ich denke, zum Thema Gleichmut ist ausreichend Stellung genommen worden.)

      idea wrote:

      Wenn du übrigens nicht weißt welche Bedeutung der Blume des Lymphknoten zukommen könnte dann, nach Luise L Hay - eine Warnung, dass das Denken sich auf die wesentlichen Dinge im Lebenzurückbesinnen muss - nämlich Liebe und Freude!
      Lymphknoten mahnen die Rückbesinnung auf Liebe und Freude an? ?(
    • Hallo Idea, hier eine kleine Zen-Anekdote zum Thema "Gleichmut":

      Der Zen-Meister Hakuin ( 1685-1768 ) wurde ob seines untadligen Lebenswandels allenthalben gepriesen. Ein schönes japanisches Mädchen, Tochter eines Lebensmittelhändlers, wohnte in der Nachbarschaft. Eines Tages entdeckten die Eltern, daß ihre Tochter schwanger war. Über den Vater schwieg sich das Mädchen aus, machte dem Ärger aber schließlich ein Ende, indem sie Hakuin benannte. Zornig eilten die aufgebrachten Eltern zu dem Meister.
      “Ist es so?” Das war alles, was er sagte.

      Das Kind wurde geboren und zu Hakuin gebracht, der zu dieser Zeit seinen guten Ruf schon verloren hatte, was ihn aber nicht weiter störte. Rührend sorgte er für das Baby. Ein Jahr später beichtete die reuige Mutter ihren Eltern, daß der echte Vater des Kindes ein junger Mann sei, der auf dem Fischmarkt arbeitet.

      Die Eltern eilten sofort zu Hakuin, fragten ihn nach dem Kind und sagten sie wollten es wieder zurück haben.
      “Ist es so?” Das war alles, was er sagte, als er ihnen das Kind reichte.


      Was mir bei der neuerlichen "Qualitätsoffensive" der wahren Philosophen auffällt:

      Es wird unterschieden und bewertet und abgewertet und sich selbst erhöht, so dass sich doch die Frage stellt, wie lösen Philosophen solche Konflikte eigentlich auf philosophische Art und Weise?
      Also in praktischer Anwendung der philosophischen Konzepte?
      Man will einen Verein gründen. Uff.
      "Ich hab mein Sach` auf nichts gestellt." - Max Stirner -
      „Langfristig gesehen sind wir alle tot“ - Meister Keynes -
      "Wenn der, der zuhört, nicht weiß, was der, der spricht, meint, und der, der spricht, nicht weiß, was sein Sprechen bedeutet - das ist Philosophie". - Voltaire zugeschrieben -
    • Hancock wrote:

      Was mir bei der neuerlichen "Qualitätsoffensive" der wahren Philosophen auffällt:
      Ich hoffe, Du meinst nicht mich damit - nichts liegt mir ferner in diesem Sinne.

      Hancock wrote:

      Man will einen Verein gründen. Uff.
      Warum schreibst Du das nicht drüben? Man will keinen spießigen Verein gründen; man könnte aber beispielsweise 4 mal im Jahr ein lustiges, nettes, philosophisches Treffen veranstalten. Ganz locker, nicht mit Holzhämmerchen und Satzungsgedöns. Entspann Dich! (Gleichmut!)
    • Zitat von »idea«
      Gleichmut ist nur erforderlich bei Überzogenheit um wieder zur eigenen Mitte zu kommen.
      Ja also. Hat irgendjemand den Gleichmut als Lösung für
      alles vorgeschlagen - außer vielleicht die Buddhisten? (Ist eher ein
      rhetorisches Fragezeichen - ich denke, zum Thema Gleichmut ist
      ausreichend Stellung genommen worden.)
      So sei es - Amen !

      Es schien nicht ausreichend diskutiert gewesen zu sein, sonst wäre es nicht so breit getreten worden. Ja und in meinen Augen schien Gleichmut als Allheilmittel angesehen worden zu sein - zumindest von Mr.X und Dethlefsen ^^ und wären da nicht noch die Buddhisten...

      Ciao