Ist das Universum logisch?

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Ist das Universum logisch?

      Hallo Community,

      ich bin mir nicht sicher, ob die Frage klug ist, schon dutzendfach gestellt wurde, oder ob sie doof ist; aber ich stelle sie einfach mal ;)

      kleine Vorgeschichte:
      Als kleiner Junge hatte ich es nicht immer einfach. Häufig sprachen Tatsachen gegen das, was ich mir vorstellte, oder was ich gerne hätte. Ich mochte Harry Potter, weil es so ein schönes Gefühl des Geheimnisvollen und wunderbaren hatte, sich vorzustellen, ein Zauberer zu sein. Deswegen wollte ich eine Zeit lang Zauberer werden und das Zaubern erlernen ;)
      Meistens holten mich die Leute mit logischen Argumenten wie "Zaubern geht nicht" usw. aus meiner Welt raus und das machte mich traurig.
      So bekam ich eine Abneigung gegen Logik und wollte nurnoch auf meine Wünsche hören. Es kam dann auch in der Schule so, dass ich Mathematikunterricht nicht mochte, weil ich ihn als hässlich empfand und es immer nur eine richtige Lösung gibt.
      Darüber hinaus war ich scheisse im Kopfrechnen, dividieren und somit auch Prozent, Dreisatz ...
      Ich fand es blöd eine richtige Lösung zu suchen und wollte lieber frei sein, um das zu tun, wozu ich Lust hatte.
      [...]
      einige Jahre später
      [...]
      Ich hatte in der 11. Klasse den Mathematik Leistungskurs. Unser Lehrer sagte eines Tags (es ist selten, das ein Lehrer so eine persönliche Meinung freigibt) in einer recht nebensächlichen Bemerkung: "Irgendwann merkt man auch, dass letztendlich alles Mathematik ist."
      Ich hörte in seiner Aussage eine Lebensphilosophie heraus, welche man schließlich nicht einfach so nebensächlich im Unterricht preisgibt.
      Jetzt, wo wir im Philosophieunterricht die Erkenntnistheorie durchnehmen, fällt mir dieser Satz des Öfteren wieder ein und ich frage mich, ob ich dem zustimmen würde.

      Mathe bedeutet für mich ferner nichts weiter als evidente Logik (evident deshalb, weil man absolute nichts gegen den Inhalt der Aussage 1+1=2 sagen kann).
      Ich wurde darüber hinaus schon oft von der Mathematik überrascht. Es gab Dinge, welche mir unlogisch erschienen und welche ich nicht verstand, bis die Mathematik mir zeigte, dass sie doch logisch sind.

      Was haltet ihr von der Aussage: "Letztendlich ist alles Mathematik" ?
      Könnte es denn auch etwas anderes sein als Mathematik?
      ,,Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle" - Albert Einstein
    • sammler wrote:

      Ich denke das Universum ist logisch aber auch musikalisch (Strings).

      Der Thread liegt im Bereich "Wissenschaftliche Philosophie", wobei an Beiträge hinsichtlich Argumentation gehobene Qualitätsansprüche gestellt werden. Dabei geht es um formale Qualitätsaspekte: 1. müssen Argumente vorgelegt werden; 2. müssen Argumente themenbezogen sein. Schlichte Thesenverkündigung geht in diesem Bereich nicht. Ich bitte also um Nachbesserung, sonst werden die letzten beiden Beiträge gelöscht; alternativ kommt in Betracht, den Thread in den Philosophie-Bereich ohne wissenschaftlichen Anspruch zu verschieben.
      "Ein wackerer Engländer vermisst an den Deutschen Feinheit des Verständnisses, ja wagt zu sagen, der deutsche Geist scheint etwas Verbogenes, etwas Stumpfes, Ungeschicktes und Unglückliches zu haben" (Friedrich Nietzsche, Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben, 1874).

      The post was edited 1 time, last by Fliege ().

    • Zitat Wikipedia

      "Neuerdings hat der Physiker Brian Greene, der zu den bekanntesten Vertretern der Stringtheorie
      gehört, im Rahmen einer populärwissenschaftlichen Darstellung dieser
      Theorie auf die musikalische Metaphorik in der Naturphilosophie
      zurückgegriffen. Dabei nimmt er ausdrücklich auf die Sphärenklänge der
      Pythagoreer und die traditionelle Idee von Harmonien in der Natur Bezug:
      „Mit der Entdeckung der Superstringtheorie gewinnen diese musikalischen
      Metaphern eine verblüffende Realität.“ Er vergleicht die von der
      Theorie angenommenen vibrierenden „Strings“ – dieses englische Wort
      bedeutet „Faden“ oder „Saite“ – wegen ihrer Schwingungsmuster mit Saiten
      von Musikinstrumenten und meint, der Kosmos sei unter diesem
      Gesichtspunkt betrachtet „nichts als Musik“.[58]"

      Zitat Ende
    • Ob das Universum logisch ist frage ich mich auch seit langem. Zu einem Ergebniss bin ich bisher noch nicht gekommen, würde aber gerne einige Ideen in den Raum werfen.

      Ich könnte mir nur gut vorstellen, dass auch Logik, bzw. die Vernunft nur gelernt wird. Das Universum ist nicht logisch sondern, wird von uns nur so nachempfunden da man durch ein logisches ordnen besser zurecht kommt, also die Übsclebenschancen steigern. Dass diese Logik Grenzen hat, zeigt sich ja in der neueren Forschung, immer mehr alte Theorien müssen revidiert, bzw. verändert werden, einiges kann man sich nur noch denken aber nicht mehr vorstellen. Z.B. Einen krummen Raum oder die relativität von Zeit und Raum.

      Desweiteren stellt die Sprache ein großes Problem dar. Nominalistisch gesehen gibt es kein "Ich" und ein Tisch ist auch nur ein Begriff um sinnliche Wahrnehmung zu ordnen. Außerhalb unserer Begriffe muss es noch tausende andere Zusammenhänge zwischen den Dingen geben, die wir nie alle erkennen können. Überhaupt: Dinge ist wieder so ein komischer, nach außen projizierter Begriff.

      Nietzsche hat an einigen stellen auch darauf hingewiesen, dass es zwar vom Menschen unabhängig keine Mathematik oder Logik gibt, dies aber völlig egal, da diese Realität die einzig denkbare ist.

      Ich würde mich über weitere Denkanstöße freuen.
    • Kick the Stone (Chris Whitley)

      IIIII wrote:

      Ich würde mich über weitere Denkanstöße freuen.

      Über deine Denkanstösse habe ich mich auch gefreut, sie sind vielfältig und so machen sie mir
      Wege möglich mich im Bereich der Logik ein paar Anfängerschritte zu tun in der Hoffnung,
      andere haben aufschlussreiche Bemerkungen dazu.

      Etwas allgemeines dazu: das Beispiel des Mathe-Lehrers aus dem Eröffnungsbeitrag macht auf ein
      verbreitetes Phänomen aufmerksam: "die Grenzen meines Spezialwissens markieren meine Welt".
      Einerseits ist das faszinierend in meinen Augen: so können gute Lehrer die Schüler begeistern,
      andererseits befremdlich, weil die Schüler dabei lernen könnten von sich auf andere, womöglich auf das
      ganze Universum zu schliessen.

      Ist ein Stein logisch?

      Ein wenig genauer: Nach Kants eher einschränkenden Logikverständnis wären "logisch" lediglich die Beziehungen
      zwischen Begriffen im Urteil und Schluss. Die Prinzipien des Schliessens sind mehr oder weniger die Prinzipien
      der Explikationen der Begriffe nach Inhalt und Umfang. Das bedeutet (vielleicht nur für mich), dass, wenn
      man eigenermassen logisch redet, alles mögliche, selbst wenn man dabei matemathisch bleibt, über das
      Universum behaupten kann. So viel über die Schnittstelle zwischen Erkenntnissubjekt und Realität in einer
      früheren Zeit.

      Statt Begriffsanalyse hat man diese Schnittstelle in der 20. Jahrhundert mit BEDEUTUNGSANALYSE besetzt.
      Nur. Darüber müsste ich etwas mehr wissen.
      Ein Leben beginnt gewöhnlich mit der Geburt---meins nicht.
      Zumindest weiß ich nicht, wie ich ins Leben gekommen bin.

      (W.Moers: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Kapitel 1.: Mein Leben als Zwergpirat, 1. Satz)
    • Die Frage, ob das Universum logisch ist, beinhaltet eine Frage nach Gesetzmäßigkeiten.
      Folgt das Universum bestimmten Gesetzmäßigkeiten?
      Ich denke schon, nur frage ich mich, welche das sind. Die Wissenschaft, welche Gesetzmäßigkeiten am besten erklärt, ist immernoch die Physik. Allerdings ist z.B. v=s/t nur eine sehr oberflächliche Gesetzmäßigkeit. Jegliche physikalische Formel, ist doch letztendlich nichts weiter als willkürlich gesetzte Beschreibung eines Sachverhalts. Nichts beschreibt, warum etwas genau so und nicht anders ist. Irgendeine Gesetzmäßigkeit muss doch also bestimmen, warum das Universum so und nicht anders ist.
      Oder geschehen Dinge zufällig? Ist es Zufall, das aus "nichts", "etwas" entsteht und aus "etwas" eventuell "nichts" ?

      Forscher suchen den Urgrund, bzw. die grundlegende Gesetzmäßigkeit in der Abfolge der Primzahlen. Eine Gleichung, mit der sich bestimmte Nullstellen einer Funktion finden lassen, welche alle Prinzahlen sind, ist die gleiche, wie sie in der Quantenmechanik zur Bestimmung des Energieniveaus eines Atomkerns verwendet wird. Wissenschaftler erkennen hier Zusammenhänge, ziwschen Mathematik und Quantenmechanik. Ich sage bewusst Quantenmechanik und nicht Physik, da Quantenmechanik vllt. dasselbe wie Mathematik ist.
      Das Gesetz, was Primzahlen festlegt, ist möglicherweise der wesentliche Mechanismus, bzw. die wesentliche Gesetzmäßigkeit.
      (Quelle: Film: Die Codeknacker - Riemannsche Vermutung link: youtube.com/watch?v=qa02XLNvdrI )
      ,,Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle" - Albert Einstein
    • Dr. Bob! wrote:

      Irgendeine Gesetzmäßigkeit muss doch also bestimmen, warum das Universum so und nicht anders ist.
      Nein, das glaube ich nicht. Warum sollte irgendetwas notwendig das Universum erklären? Warum alles auf eine Gesetzmäßigkeit, warum überhaupt auf Gesetzmäßigkeiten allgemein reduzieren? Gesetzmäßigkeiten sind doch etwas zu menschliches (wobei ich nicht behaupten möchte, dass das Universum grundlos, bzw. ohne Eigenschaften ist).

      Dr. Bob! wrote:

      Oder geschehen Dinge zufällig? Ist es Zufall, das aus "nichts", "etwas" entsteht und aus "etwas" eventuell "nichts" ?
      Nur so als Gedanke: Das Universum muss nicht unbedingt entstanden sein, es kann auch einfach schon ewig voranden sein. Ewig und Anfang sind aber sehr problematische Begriffe. Ich denke, dass du dich besonders bei dieser Frage, also wie und warum unsere Welt entstanden ist, damit abfinden musst, nie eine wissenschaftliche Erklärung zu bekommen, vor allem da diese traditionell nicht nach dem warum fragt. Man kann zwar erklären, dass ein Stein nicht in der Luft schwebt, sondern fällt, aber warum es das Gesetz der Schwerkraft gibt, zumindest metaphysisch, ist nicht Angelegenheit der Wissenschaft.

      Dr. Bob! wrote:

      Das Gesetz, was Primzahlen festlegt, ist möglicherweise der wesentliche Mechanismus, bzw. die wesentliche Gesetzmäßigkeit.
      Das kommt mir komisch vor...
    • IIIII wrote:

      Dr. Bob! wrote:

      Irgendeine Gesetzmäßigkeit muss doch also bestimmen, warum das Universum so und nicht anders ist.
      Nein, das glaube ich nicht. Warum sollte irgendetwas notwendig das Universum erklären? Warum alles auf eine Gesetzmäßigkeit, warum überhaupt auf Gesetzmäßigkeiten allgemein reduzieren? Gesetzmäßigkeiten sind doch etwas zu menschliches (wobei ich nicht behaupten möchte, dass das Universum grundlos, bzw. ohne Eigenschaften ist).

      Warum ist die Lichtgeschwindigkeit genau 2,99...*10^8 m/s ? Warum ist Pi genau 3,3,14159265... ? Weil er der Zufall es so wollte, oder weil die Kausalität es so wollte? Der Zufall ist für mich keine Gesetzmäßigkeit. Alles was ist, ist kein Zufall, da es Gründe hat und dadurch auch Gesetzmäßigkeit.
      Du denkst Gesetzmäßigkeit ist eine menschliche Erfindung? Dann funktioniert sie ziemlich gut ;)

      IIIII wrote:


      Dr. Bob! wrote:

      Oder geschehen Dinge zufällig? Ist es Zufall, das aus "nichts", "etwas" entsteht und aus "etwas" eventuell "nichts" ?
      Nur so als Gedanke: Das Universum muss nicht unbedingt entstanden sein, es kann auch einfach schon ewig voranden sein. Ewig und Anfang sind aber sehr problematische Begriffe. Ich denke, dass du dich besonders bei dieser Frage, also wie und warum unsere Welt entstanden ist, damit abfinden musst, nie eine wissenschaftliche Erklärung zu bekommen, vor allem da diese traditionell nicht nach dem warum fragt. Man kann zwar erklären, dass ein Stein nicht in der Luft schwebt, sondern fällt, aber warum es das Gesetz der Schwerkraft gibt, zumindest metaphysisch, ist nicht Angelegenheit der Wissenschaft.


      Ich muss mich mit gar nichts abfinden! Es gab schon mehrere Zeitpunkte in der Geschichte der Menscheit, in denen man vor wissenschaftlichen Problemen wie ein Ochs vorm Berg stand, welche gelöst wurden. Warum sollte das mit dem Urknall anders sein?
      Ich bin da optimistisch. Aus der Quantenphysik und der Mathematik kommen erstaunliche Ergebnisse (s. obiger Post: Riehmann Hypothese) und darüber hinaus gibt es keine kotzlangweilige Kirche mehr, die es den Menschen verbietet zu forschen. Die heutige Forschung ist effektiv und ungebremst, es gibt keine Tabus mehr.

      IIIII wrote:


      Dr. Bob! wrote:

      Das Gesetz, was Primzahlen festlegt, ist möglicherweise der wesentliche Mechanismus, bzw. die wesentliche Gesetzmäßigkeit.
      Das kommt mir komisch vor...


      Ich stelle mir das ählich vor, wie mit den Naturkonstanten. Es gibt bestimmte Werte im Universum, welche fest definiert sind, aber es ist nicht klar wie es zu dieser Definition kommt. Keiner weiß, warum Primzahlen existieren und ebenso weiß keiner, warum Naturkonstanten existieren.
      Diese Willkür wirkt auf einen, als ob da mehr wäre. Wobei es eigentlich keine willkür ist, gerade weil diese Zahlen so klar definiert sind. Und die Quantenphysik lehrt uns, da ist mehr ;)
      ,,Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle" - Albert Einstein
    • Hmm, wie gesagt, ich selbst bin mir auch noch nicht sicher, aber sehr skeptisch.
      Ich bin auch überhaupt kein Feind der Wissenschaft und erkenne ihre großen Leistungen, bin mir dabei aber nicht sicher, wie das alles unabhängig der menschlichen Wahrnehmung aussieht (man bedenke, wie alles sinnlich wahrgenommene in Begriffen vereinfacht/abstrahiert wiedergegeben wird). Danach darf man eigentlich gar nicht fragen, aber neugierig ist man trotzdem.
      Mal eine persönliche Frage, damit ich verstehe welche Grundlagen du (philosophisch) schon hast: Sagt die Kant/Nietzsche etwas? Sprachphilosophie?

      Ich würde mich auch freun wenn ein Forumsmitglied das mehr Ahnung hat als ich vielleicht ein wenig weiterhelfen kann ^^
    • Dr. Bob! wrote:

      Mathe bedeutet für mich ferner nichts weiter als evidente Logik [...].
      Ich wurde darüber hinaus schon oft von der Mathematik überrascht. Es gab Dinge, welche mir unlogisch erschienen und welche ich nicht verstand, bis die Mathematik mir zeigte, dass sie doch logisch sind.

      Was haltet ihr von der Aussage: "Letztendlich ist alles Mathematik" ?
      Könnte es denn auch etwas anderes sein als Mathematik?
      Ich sag es mal so: So lang du noch keine gute Mathematikvorlesung besucht hast, weißt du gar nicht was Mathematik ist. Schulmathematik besteht nur aus Rechenkunde und semiheuristischem Argumentieren. Die Frage, die sich mir im Lichte neuerer Entwicklungen stellt, ist ob Mathematik der Schlüssel zu allem Erdenkbarem ist. Mir fällt nicht mal ansatzweise etwas Denkbares ein, von dem sich sicher sagen lässt, dass keine korrepondierende mathematische Struktur dazu vorliegt.

      Dr. Bob! wrote:

      (evident deshalb, weil man absolute nichts gegen den Inhalt der Aussage 1+1=2 sagen kann)
      Das ist im Allgemeinen unwahr, in einem Galoiskörper zweiter Charakteristik gilt 1+1=0 und im terminalen Objekt der Kategorie der algebraischen Ringe gilt sowieso 0=1.

      Dr. Bob! wrote:

      Forscher suchen den Urgrund, bzw. die grundlegende Gesetzmäßigkeit in der Abfolge der Primzahlen. Eine Gleichung, mit der sich bestimmte Nullstellen einer Funktion finden lassen, welche alle Prinzahlen sind, ist die gleiche, wie sie in der Quantenmechanik zur Bestimmung des Energieniveaus eines Atomkerns verwendet wird.
      Das ist so nicht ganz richtig. Physiker suchen einen Hamiltonian, dessen Energieeigenwerte zu Nullstellen der Riemannschen Zetafunktion korrespondieren.

      Dr. Bob! wrote:

      Warum ist die Lichtgeschwindigkeit genau 2,99...*10^8 m/s ? Warum ist Pi genau 3,14159265... ? Weil er der Zufall es so wollte, oder weil die Kausalität es so wollte? Der Zufall ist für mich keine Gesetzmäßigkeit. Alles was ist, ist kein Zufall, da es Gründe hat und dadurch auch Gesetzmäßigkeit.
      - Weil der Meter mitunter über die Lichtgeschwindigkeit definiert wird. In den sog. natürlichen Einheiten der Physik werden alle Naturkonstante auf 1 normiert.
      - Analytische Zahlentheorie.
      - Zufall an sich ist ein Begriff, der in der Mathematik (noch?) nicht geklärt ist.

      Halt an deinem Interesse fest :)
    • IIIII wrote:


      Ich bin auch überhaupt kein Feind der Wissenschaft und erkenne ihre großen Leistungen, bin mir dabei aber nicht sicher, wie das alles unabhängig der menschlichen Wahrnehmung aussieht (man bedenke, wie alles sinnlich wahrgenommene in Begriffen vereinfacht/abstrahiert wiedergegeben wird).

      Dem Stimme ich zu. Frage nach Erkenntnis erfordert Abstraktionsfähigkeit. Du kannst Dir ja auch vorstellen, dass es unendlich viele natürlich Zahlen gibt, obwohl du niemals alle gesehen hast.
      Dementsprechend kann man, meiner bescheidenen Meinung nach, über den sinnlichen Horizont hinaus abstrahieren.

      IIIII wrote:


      Ich würde mich auch freun wenn ein Forumsmitglied das mehr Ahnung hat als ich vielleicht ein wenig weiterhelfen kann ^^


      ich helfe gerne. Wenn du eine Frage hast, versuche ich sie gerne zu beantworten. Aber bedenke, dass es in der Philosophie meist nicht darum geht, die eine und richtige Antwort zu geben. Kant nehmen wir ab nächster Woche in der Schule durch, also vielleicht in naher Zukunft ;)

      Zikrunumea wrote:

      Die Frage, die sich mir im Lichte neuerer Entwicklungen stellt, ist ob Mathematik der Schlüssel zu allem Erdenkbarem ist.

      Mein Verstand sagt: Ja, mein Gefühl sagt: Nein ;)


      IIIII wrote:


      - Weil der Meter mitunter über die Lichtgeschwindigkeit definiert wird. In den sog. natürlichen Einheiten der Physik werden alle Naturkonstante auf 1 normiert.

      Das ist eine Erklärung für die Zahl. Man könnte auch alles auf Pi normieren, aber das ändere nichts daran, dass sie (Lichtgeschwindigkeit) bestimmt ist.
      ,,Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle" - Albert Einstein

      The post was edited 1 time, last by Dr. Bob! ().

    • Naja, sie ist jedenfalls bestimmt, d.h. auf eine bestimmte Geschwindigkeit festgelegt. Ich glaube dieser Wert ist nicht durch Zufall entstanden. Gott hat nicht gewürfetl und gesagt: ,, Ach mach ich sie mal 300000 km/s schnell".
      Egal in welchem Einheitensystem wir sie angeben, ihre Geschwindigkeit ist doch die gleiche. Was ist also falsch an meiner Aussage?
      ,,Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle" - Albert Einstein
    • Dr. Bob! wrote:

      Egal in welchem Einheitensystem wir sie angeben, ihre Geschwindigkeit ist doch die gleiche. Was ist also falsch an meiner Aussage?
      Garnichts, sie ist bloß so tautologisch, dass es keinen Sinn macht sie so sehr hervorzuheben. Alles was sich quantifizieren lässt, ist 'bestimmt', z.B. auch der Abstand Erde-Mond zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem bestimmten Bezugssystem. Das physikalisch besondere am Licht sind die geometrischen Eigenschaften.
    • Ich verwendete die Lichtgeschwindigkeit oben als Beispiel, um auszudrücken, dass es in der Natur verschiedene Dinge gibt, die einfach so bestimmt sind und das man nicht weiß, warum sie ,,so und nicht anders" bestimmt sind.
      Wenn du jetzt die Lichtgeschwindigkeit als quantifizierbaren Wert bestimmst, welcher zu einem bestimmten Zeitpunkt aus verschiedenen Gründen existiert, dann kann ich deinen Beitrag nur so verstehen, dass du ihr nichts besonderes beimisst. So wie du auch dem Abstand Erde-Mond nichts besonders beimisst.

      Gut, mag sein das sich hinter konstanten physikalsichen Größen kein Geheimnis verbirgt, da sie eventuell im Bezug auf die Ausgangsfrage genauso unbedeutend sind wie der Abstand Erde-Mond.
      Das physikalische besondere am Licht ist für mich aber immernoch die Konstanz. Die geometrischen Eigenschaften hat in meinen Augen der Raum. Aber ich rede hier mit jemanden, der sichtlich mehr Wissen hat als ich, vielleicht halte ich besser meine Klappe ;)
      ,,Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle" - Albert Einstein
    • Dr. Bob! wrote:

      Das physikalische besondere am Licht ist für mich aber immernoch die Konstanz. Die geometrischen Eigenschaften hat in meinen Augen der Raum. Aber ich rede hier mit jemanden, der sichtlich mehr Wissen hat als ich, vielleicht halte ich besser meine Klappe ;)
      Lass dich von meinen Nörgeleien nicht mundtot machen, ich versuch lediglich möglichst direkt möglichst viele 'Anfängerfehler' zu deinem Vorteil zu korrigieren ;)
      Du kannst durchaus von der Geometrie des Lichtes reden, denn allgemein-relativistisch können geodätische Raumzeitentfernungen je nach Vorzeichenkonvention negativ d.h. zeitartig, positiv d.h. raumartig oder null d.h. lichtartig sein. Lichtartigen Teilchen(d.h. Ruhemasse=0) kommt in der ART eben die besondere geometrische Bedeutung zu, dass für sie der metrische Ereignisabstand immer null ist.
    • Ich antworte direkt auf den Startpost, verzeiht mir, dass ich die bisherige Beiträge mal außen vor lasse. ;)

      Die Frage ist extrem interessant und hat mich dazu bewogen, mich näher mit Philosophie zu beschäftigen.
      Man kann mit guten Gründen sagen, dass mathematische Muster überall in der Natur zu finden sind, d.h. vom Menschen unabhängige Strukturen ordnen sich nach einem Muster an, hinter dem wiederum "ideale" mathematische Gesetze stecken. Die Beispiele sind zahllos, ich sage nur Goldener Schnitt, Fraktale, Chaostheorie usw usw.
      Ich bin der Meinung, dass man die Frage, ob das Universum "logisch" oder "mathematisch" sei, durchaus mit "ja" beantworten kann.

      Bevor man das nun aber als Indiz für eine "höhere Ordnung" oder einen Schöpfer nimmt, kommt ein großes Aber. Dazu muss ich kurz ausholen.
      Eine Ordnung kommt uns deswegen beeindruckend und außergewöhnlich vor, weil wir intuitiv annehmen, dass dahinter ein "Anordner" steht, bzw, weil die Ordnung eine Abweichung vom Zufall darstellt. Betrachten wir z.B. ein Würfelspiel. Wir erwarten, dass bei einer hohen Zahl an Würfen alle Augenzahlen ungefähr gleich oft fallen. Wenn jedes Mal die 6 kommen würde, wären wir sehr überrascht. Stellt sich dann aber heraus, dass der Würfel so manipuliert ist, dass nur die 6 fallen kann, ist die Überraschung weg - wir sehen ein, dass es durch die Umstände (manipulierter Würfel) gar nicht anders kommen konnte.

      Nun ist auch in der Natur eine Häufung mathematischer Ordnung zu beobachten, die gleichen Strukturen (zB goldener Schnitt) tauchen immer wieder auf. Wenn einem das - zurecht - sehr beeindruckt, dann deswegen, weil man bewusst oder unbewusst vermutet, dass irgendetwas diese Ordnung herbeigeführt hat, also "den Würfel manipuliert hat".

      Woher weiß man aber nun, dass die Gesetze der Natur, als sie mit dem Urknall "gefallen" sind, nicht vielleicht mit einem Würfel gewürfelt worden sind, der auf allen Seiten die gleiche Augenzahl trägt? Anders ausgedrückt: Kann es nicht vielleicht sein, dass die mathematische Beschaffenheit der Natur in ihrer Ordnung und Perfektion keineswegs das Ergebnis bewusster Manipulation ist, sondern lediglich der einzig mögliche Zustand?

      (Dagegen spricht dann wieder die Forschung, die behauptet, dass diese und jene Naturkonstanten nur ein kleines bisschen hätten anders ausfallen müssen, um Leben unmöglich zu machen... Aber das wäre jetzt zu lang.)
    • "Zitat von »Dr. Bob!«

      (evident deshalb, weil man absolute nichts gegen den Inhalt der Aussage 1+1=2 sagen kann)
      "


      Zikrunumea wrote:


      .......

      Das ist im Allgemeinen unwahr, in einem Galoiskörper zweiter Charakteristik gilt 1+1=0 und im terminalen Objekt der Kategorie der algebraischen Ringe gilt sowieso 0=1.


      1+1 = 0 also 1 -(-1)= 0 und damit 1=-1 also ist 1 = - 2+1 und damit 1 -1 = -2 mal minus nehmen ergibt dann -1+1= 2 und wegen 1=-1 ist also 1+1=2. Genau wie Dr.Bob richtigerweise oben schon alles gesagt hat.
    • mea_Bellum wrote:

      1+1 = 0 also 1 -(-1)= 0 und damit 1=-1
      Bis hierhin stimmt es.

      mea_Bellum wrote:

      also ist 1 = - 2+1
      Woher genau nimmst du an diesem Punkt die Definition für die -2 wenn du schon implizit angenommen hast, dass 1+1=0 sodass insb. (-1)+(-1)=0 gelten muss? Das einzige, was du damit zeigst, ist nur, dass in einer additiven Gruppe von ganzen Zahlen nicht gleichzeitig 1+1=0 und 1+1=2 für 0=/=2 gelten kann.

      €: Ich mute euch mal zu es autodidaktisch zu klären:
      de.wikipedia.org/wiki/Nullring
      http://de.wikipedia.org/wiki/Endlicher_K%C3%B6rper

      The post was edited 2 times, last by Zikrunumea ().