Platon 19: Phaidros

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    • Zur Gliederung des Phaidros

      Und hier noch eben die Gliederung des Phaidros:

      A: Einleitung

      1. Kenntnis des Phaidros von einer Liebesrede des Lysias und Wunsch des Sokrates, sie zu hören 543
      2. Überwindung der Ziererei des Phaidros 544
      3. Entdeckung der Rede und Gang am Ilissos 545
      4. Verhältnis des Sokrates zu den Mythologemen 546
      5. Die Landschaft und Sokrates 546

      B: Die Reden über Nachteil und Nutzen der Liebe

      I. Die Rede des Lysis vom Vorzug des Nichtverliebten
      6. Lysias über die Unbeständigkeit und Unvernunft des Verliebten 547
      7. Aus dem Umgang mit Verliebten entstehende Nachteile 548
      8. Vorteile des Umgangs mit Nichtverliebten 550
      9. Schlussempfehlung - Wirkung der Rede auf Sokrates 551

      II. Zwischenstück
      10. Urteil des Sokrates über die Rede 552
      11. Erfülltheit de sSokrates mit besseren Argumenten zum selben Thema 553
      12. Sokrates von Phaidros zur Rede gezwungen 554

      III. Erste Rede des Sokrates über den Vorzug des Nichtverliebten
      13. Beginn der Rede des Sokrates. Bestimmung ihres Anfangs 555
      14. Definition der Liebe als Begierde und ihre beiden Arten 556
      15. Schädlichkeit des Liebenden für die Seele des Geleibten 557
      16. Schädlichkeit des Umgangs mit Leibenden für Körper und Besitz 558
      17. Die Unerfreulichkeit des Liebhabers 559
      18. Treulosigkeit des Liebhabers 560

      IV. Zwischenstück
      19. Sokrates, entschlossen fortzugehen, wird aufgehalten durch Phaidron 561
      20. Notwendigkeit einer Reinigung für die beiden Reden 561
      31. Schamlosigkeit der beiden Reden und Ansatz zu einer neuen 563

      V. Die zweite Rede des Sokrates über die Leibe als eineem heilsamen göttlichen Wahnsinn
      22. Einleitung
      .. a) Beginn der zweiten Rede des Sokrates. Drei Arten göttlichen Wahnsinns als Urheber größter Güter 564
      .. b) Ziel der folgenden Darlegung 565
      23. Die Natur der menschlichen und der göttlichen Seele
      .. a) Die Unsterblichkeit der Seele 565
      .. b) Gleichnishafte Bestimmung des Wesens der Seele 566
      .. c) Das Göttliche als die Nahrung des Seelengefieders. Der Aufstieg der Götter zum überhimmlischen Ort 567
      .. d) Der überhimmlische Ort und die Lebensweise der Götter 568
      .. e) Verhältnis der andern Seelen zum Wahren. Das Gesetz der Adrasteia 569
      .. f) Für die Wiederverkörperung geltende Bestimmungen. Die Ausnahmestellung des Philosophen 570
      24. Der Eros als die vierte Art des Wahnsinns
      .. a) Wiedererinnerungswerden an die Schönheit als die vierte Art des Wahnsinns 571
      .. b) Wirkung der Schönheit auf den, der in ihr Wesen eingeweiht ist 572
      .. c) Der Zustand der Liebenden und seine Ursache 573
      .. d) Verschiedenartigkeit der Liebenden nach dem Gott, dem sie folgen 574
      .. e) Beschaffenheit der beiden Seelenrosse 575
      .. f) Bändigung des ungezügelten Rosses 576
      .. g) Die Gewinnung der Gegenliebe des Lieblings 577
      .. h) Leben und Lohn der Liebenden 578
      25. Schluss der Rede und Gebet an Eros 579

      C: Untersuchung der Art und Weise des ganzen Redens

      I. Einleitung
      26. Ist das Schreiben von Reden schimpflich und wird es missachtet? 580
      27. Frage nach der Beschaffenheit des guten Redens 581
      28. Der Mythos von dern Zikaden 582

      II. Rhetorik und Dialektik
      29. Muss der Redner das Wahre über seinen Gegenstand wissen? 595
      30. Die Redekunst als Seelenführung 584
      31. Erweis, dass zum kunstmäßigen Reden Kenntnis der Wahrheit notwendig ist 585
      32. Der Anfang der Rede des Lysias soll auf Kunstmäßigkeit überprüft werden 587
      33. Problem der Wörter mit zweifelhaftem Sinn 587
      34. Die Rede muss als ein gegliedertes Ganzes Anfang und Ende haben 589
      35. Übergang zu den beiden Reden des Sokrates 590
      36. Die zwei Prinzipien des Zusammenfassens und Zerteilens 591
      37. Sokrates als Freund der dialektischen Kunst 592

      III. Anforderungen an eine echte Rhetorik
      38. Die Herrlichkeiten der bestehenden Rhetorik 593
      39. Unterscheidung notwendiger Vorkenntnisse vom Wissen der Kunst selbst 594
      40. Erweis, dass die traditionelle Redekusnt sich bei Vorkenntnissen aufhält 595
      41. Echte Redekunst hat ein Wissen von der Natur des Ganzen 597
      42. Die kunstmäßige Behandlung der Rhetorik erfordert die dialektische Methode und die Kenntnis des Wesens der Seele 597
      43. Die vollendet kunstmäßige Rhetorik 599
      44. Die gegenwärtige Rhetorik ist Aufsuchung des Scheinbaren 600
      45. Zusammenfassende Antwort an die Rhetorik 602

      IV. Probleme der Schriftlichkeit
      46. Scheinbarer Nutzen des Schreibens. Der Mythos von Theuth 603
      47. Schwäche des durch die Schrift überlieferten toten Wissens 604
      48. Das Schreiben als ein Spiel 605
      49. Zusammenfassende Feststellung über kunstmäßiges Reden 606
      50. Welches Reden und Schreiben ist schimpflich und welches nicht? 607

      D: Schluss

      51. Botschaften an Lysias und Isokrates. Schlussgebet 608

      Gruß Joachim Stiller Münster

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    • Zur Gliederung

      Man hätte beim Phaidros vielleicht besser eine etwas andere Gleiderung vornehmen sollen:

      Man hätte den kompletten Abschnit B.V. in Abschntit C umbenennen sollen und den Abschnitt C. in D. und D. in E... Dann hätten sich drei Hauptteile ergeben, die thematisch ziemlich klar voneinander abgegrentzt sind:

      Teil A: Einleitung
      Teil B: Die Reden über Nachteil und Nutzen der Liebe
      Teil C: Sokrates' Rede über die Seele
      Teil D: Über das Reden, das Schreiben und die Rhetorik
      Teil E: Schluss

      So wäre es in jedem Fall klarer. Auch hat der ganze Phaidros nicht die "Ideenlehre, besonders die Idee des Schönen" zum Inhalt, sondern "die Liebe, die Seele und das Schreiben".

      Gruß Joachim Stiller Münster

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    • Liebe beruht auf Gegenseitigkeit

      Liebe beruht auf Gegenseitigkeit und keiner der beiden Liebenden hat dadurch irgendeinen Nachteil oder erleidet einen Schaden. Auch schädigt die Liebe zweier Menschen keine Dritten oder führt sonstwie zu einem Nachteil.

      Liebe beruht auf Gegenseitigkeit.

      Ich führe das nur an, weil diese Fragen im Teil B. sehr ausführlich erörtert werden.

      Gruß Joachim Stiller Münster

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    • Was ist Liebe?

      1. Liebe ist ein tiefes Gefühl der ZUneigung.

      2. Lieben heitßt kennenlernen.

      3. Lieben heitß sich äußern, also äußert Euch, oder stellt wenigstens Fragen.

      Was ist Liebe?

      Liebe ist ein Gefühl tiefer Zuneigung.

      Liebe ist das schönste Gefühl der Welt.

      Lieben heißt kennenlernen.

      Lieben heißt Geben und Nehmen.

      Lieben heißt, sich äußern. Darum äußert Euch, oder stellt wenigstens Fragen.

      Liebe ist eine Substanz, Liebessubstanz eben.

      Liebe ist, wenn wir eng umschlungen im Regen stehen, und ich Dich zärtlich auf Dein Ohrküsse.

      Liebe ist, wenn ich Kuchen mitbringe.

      Liebe ist, wenn ich Dir jeden Wunsch von den Lippen ablese.

      Liebe ist, wenn ich Wolkenpferdchen eine rote Rose schenke.

      Liebe ist, wenn man es trotzdem macht.

      Liebe ist, wenn man trotzdem lacht.

      Die Liebe ist schön.

      Die Liebe ist, was sie ist.

      Liebe ist der Tanz des Herzens.

      Die Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte, das Amen des Universums. (Novalis)

      In Anlehnung an den Aufbau des Phaidron (Liebe, Seele, Schreiben) könnte man vielleicht noch sagen:

      Liebe ist die Kommunion der Seelen der Menschden.

      Gruß Joachim Stiller Münster

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    • Arten der Liebe

      In dem Phaidros kommt aud der Eros zur Sprache, allerdings als eine Möglichkeit des Wahnsinns.

      1. Ich persönlich unterscheide vier Arten der Liebe :

      - Philia...................Ich...........................Denken
      - Agape..................Astralleib...................Empfinden
      - Eros....................Ätherleib....................Fühlen
      - Sexus
      ..................Physischer Leib.............Wollen

      Was den möglichen Wahnsinn anbelangt, fällt mir etwa dies ein:

      Der Wahnsinn hat Methode.

      Oder:

      Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander.

      allerdings ist hier einzuwenden, dass sich dieser Satz statistisch nicht bestätigt hat. Es handelt sich um ein Märchen, vielleicht auch hervorgerufen durch das tragische Schicksal von Nietzsche, der an einer Syphilis erkrankt war, und in geistige Umnachtung fiel.

      Gruß Joachim Stiller Münster

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    • Die drei christlichen (göttlichen) Tugenden

      Platon vertrat, wie vor ihm schon Sokrates, eine ganz eigenständige Tugendlehre der vier Kardinaltugenden . Bei Paulus ändert sich das. Paulus verkündete die drei christlichen Tugendne, die man auch die göttlichen nennt:

      - Glaube........(an Gott)
      - Leibe..........(zu Gott)
      - Hoffnung......(auf Gott)


      Thomas von Aquin wird das Christentum weider mit der griechsichen Philosophie versöhnen, und die drei christlichen (göttlichen) Tugenden den vier Kardinaltugenden des Platon anhängen. Aber im Laufe der Zeit hatte sich der Akzent bei der Rezeption der vier Kardinaltugenden verschoben.

      Bei Sokrates lauteten die vier Kardianltugenden:

      - Frömmigkeit (eusebeia)
      - Besonnenheit (sophrosyne)
      - Tapferkeit (andreia)
      - Gerechtigkeit (dikaiosyne)

      Bei Platon selbst lauteten die vier Kardinaltugenden:

      - Weisheit (sophia) oder Klugheit (phronesis)
      - Besonnenheit (sophrosyne)
      - Tapferkeit (andreia)
      - Gerechtigkeit
      (dikaiosyne)

      (Man vergleiche auch mit "Platon 9: Gorgias")

      Bei Cicero und später bei Ambrosius lauten dei vier Kardianltugenden:

      - Weisheit (sapientia) oder Klugkeit (prudentia)
      - Mäßigung (temperantia)
      - Tapferkeit (fortitudo, magnitudo animi)
      - Gerechtigkeit
      (lustitia)

      Bei Plotin lauten die vier Kardianltugenden, die von ihm aber "bürgerliche Tugenden" genannt werden:

      - Einsicht
      - Besonnenheit
      - Tapferkeit
      - Gerechtigkeit

      Bei Thomas von Aquin lauten die vier Kardinaltugenden hingegen:

      - Klugheit
      - Mäßigung
      - Mut

      - Gerechtigkeit

      Diesen vier Tugenden stellt Thomas die drei christlichen Tugenden voran: Glaube, Liebe, Hoffnung (in genau dieser Reihenfolge)...

      Über die Tugenden

      Gruß Joachim Stiller Münster

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    • Die Seele bei Platon

      Um eine anschauliche Vorstellung von der Seele zu geben - Platon ist der erste Philosoph, der eingehender über die Seele philosophiert - entwickelt er das Gelcinis vom Pferdegespann. Wer sich eingehender mit der Seelenlehre von Platon beschäftigne will, dem empfehle ich die folgenden Materialien:

      jstiller.js.funpic.de/download/philosophie_platon.pdf

      jstiller.js.funpic.de/download/philosophie_juettemann.pdf

      Gruß Joachim Stiller Münster

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    • Das Reden, das Schreiben, die Rhetorik

      Dazu nur noch eben eine kurze Bemerkung: Es gibt das geflügelte Wort: Wer schreibt, der bleibt. Ich selbst habe das oft genug gesagt. Allerdings bin ich heute nicht mehr davon überzeugt. Viele Menschen haben in der Geschichte geschrieben, und nur wenige sind geblieben. Vielleicht taugt der Satz nur noch beim Kartenspielen... :finger: Gruß Joachim Stiller Münster