Platon 18: Politeia - Der Staat

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    • Um konstitutionell bedingten totalitären Tendenzen, zB dass sich das Bürgertum zu einer alle gesellschaftlichen Bereiche beherrschenden Macht aufschwingt o.ä, entgegenzuwirken, müssen Bürgertum wie die übrige Gesellschaft außerhalb des politischen Bereichs voneinander durchsetzt sein. Physisch im Sinne einer gemeinsamen Lebenswelt [eine gemeinsame und allgemein zugängliche Öffentlichkeit - Information (hierzu könnte nur als Beispiel sogar das Recht eines jeden gehört, also nicht nur der Bürger, vollkommene "Einsicht" in nahezu alle staatlichen Angelegenheiten zu haben - zb um sich zu bilden), Kultur usw] und geistig, bezogen auf gesamtgesellschaftliche Wechselwirkungen im Denken und Handeln (in Teilen zumindest Sprache, Werte, Ideale usw). Darüberhinaus müsste es jedoch mMn einen konstitutionell bedingten (jedoch freien) gesamtgesellschaftlichen Diskurs darüber geben was allgemein Vernunft bzw. was in Grundsatzfragen vernünftig ist. Nur wenn innerhalb einer Gesellschaft ein dauerhaufter Austausch in der Frage der Vernunft stattfinden kann, in dem nicht von Bedeutung wäre was richtig oder falsch ist, sondern vielmehr, was ist allgemein gut oder was ist Glück usw, kann die durch die Organisation des politischen Handelns freigesetzte Macht, "für" die gesamte Gesellschaft eingesetzt werden. Die durch die staatliche Konstitution gesicherte Macht muss sich sozusagen vor der Vernunft des Volkes rechtfertigen oder sowas in der Art. Optimalerweise stelle ich mir die daraus gewonnenen oder nicht gewonnenen Erkentnisse als Sinnvorgaben der konstitutionell gestützen Macht vor. Wofür wird die freigesetzte Kraft des Miteinanders aufgewendet usw?
      Keep in mind that you are in change, that your life is a process in change. To be aware of the transition and adaptability of yourself, you always will be able to act in the right way.
    • Joachim Stiller wrote:

      @ ghostbuster,
      Du sprichst von Zwei-Klassen-Gesellschaft, Du sagst Du könntest die Sklaverei verstehen, Du möchstest jeden Staatsbürger verplichten, gleichzeitig Politier zu sein, und wenn er das nicht will, ihm die staatsbürgerlichen Rechte aberkennen... Sag mal, gehts noch? Was ist in Dich gefahren? Kleiner Versuch, es Plato an Utopismus gleichzutun, und ebenso eine Höllengesellschaft zu konzipieren? Entshuldige, wenn ich da nicht mitmache... Gruß Joachim Stiller Münster
      Ich habe extra betont, dass ich den Begriff der Zwei.Klassen-Gesellschaft rein auf den politischen Bereich beziehe. Praktisch gesehen könnte es auch einfach Bürger und Mensch heißen, wobei der Bürger auch immer Mensch ist und jeder Mensch in seinem Dasein gleich ist. Was die Sklaverei angeht, meine ich nicht, dass ich die Unterdrückung von Menschen nachvollziehen kann, für mich stand der Begriff Sklave in diesem Kontext mehr für den allgemein unpolitisch handelnden Menschen, der in seiner unpolitischen Haltung ein "Sklave seiner selbst ist".

      lg
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    • Stimmt , im Winter müssen die Vögel gefüttert werden- Aristophanes-mässig.

      de.wikipedia.org/wiki/Wolkenkuckucksheim

      Die erste Klasse besteht durch den Verstand, die zweite durch die Vernunft, die dritte durch die reine Sinnlichkeit und die vierte durch den inneren Sinn oder das Selbstbewusstsein, an dem es Dir nicht mangelt.

      Demnächst lese ich Dein Horrorskop.

      The post was edited 2 times, last by Collegium Philiazoetarum ().

    • Joachim Stiller wrote:

      und wenn er das nicht will, ihm die staatsbürgerlichen Rechte aberkennen...
      Weniger die staatsbürgerlichen Rechte, die vor Willkür usw schützen, als vielmehr die staatsbürgerlichen Pflichten und die politische Veranwortlichkeit.

      Ich denke in einem funktionierenden politischen System, muss die Gesellschaft als Ganzes, im Vergleich zu heute, sehr stark politisiert sein, was zum Beispiel bedeutet, dass die Schulbildung vorwiegend eine politische sein müsste, die nicht vorgeben soll was politisch richtig oder falsch ist, sondern ein bestimmtes Verhältnis zur und einen vernünftigen Umgang mit Politik ermöglicht. Dabei gehts mir darum die Menschen zu Bürgern zu sozialisieren, also, ungeachtet der politischen Meinung, dahingehend zu erziehen politisch Souverän zu werden (zB dass man nicht tretend und boxend durchs Rathaus läuft, weil "die Anderen" eine andere politische Meinung vertreten o.ä.). Die Menschen müssen sich bewusst sein, was politische Macht eigentlich ist und was es bedeutet in seinem Handeln ein Teil der Macht zu sein. So sehe ich zB. Gewalt immer als Ausdruck politischer Ohnmacht, als ein Scheitern, das kollektive (aus Sicht des Staates) bzw sein (aus Sicht des Individuums) Handeln politisch zu organisieren. Jemand der bereit ist Gewalt zum erreichen seiner politischen Ziele anzuwenden, ist immer ohnmächtig, weil nicht in das machtstiftende politische System eingebunden.

      Am heikelsten sehe ich wie gesagt den Punkt einer, wenn man so will "physischen wie psychischen Voraussetzung" zur politischen Souveränität. Keine Bevölkerungsgruppe darf allgemein und tendenziell (direkt oder indirekt) vom politischen System ausgeschlossen werden.

      lg
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