Platon 17: Phaidon

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    • Zur Gliederung des Phaidon

      Und hier noch eben die Gliederung des Phaidon:

      A: Rahmengespräch
      1. Der Aufschub der Hinrichtung de sSokrates und sein Grund 109
      2. Die beim Tode des Sokrates Anwesenden und ihre Verfassung 110

      B: Beginn der Erzählung des Phaidon
      3. Der Eintritt in das Gefängnis. Sokrates und Xanthippe 111
      4. Der Traum, der Sokrates zur Beschäftigung mit der Musik auffordert 113

      C: Philosophieren und Sterben
      5. Auftrag des Sokrates an Euenos und jeden Philosophen ihm zum Tode zu folgen 114
      6. Unerlaubtheit eines gewaltsamen Todes 114
      7. Gründe des Kebes und Simmias gegen das Sterbenwollen des Philosophen 115
      8. Hoffnungen des Sokrates für den Tod und Absicht ihrer Begründung 116
      9. Das verborgene Streben der wahren Philosophen: Ablösung der Seele vom Leib 117
      10. Rolle von Leib und Seele bei der Erkenntnis
      .. a) Das Treffen der Wahrheit mit der Seele allein 118
      .. b) Der Leib als Hindernis beim Erkennen des Ungetrübten 120
      11. Das Verhalten der Philosophen und der Menge
      .. a) Furchtlosigkeit des wahrhaften Philosophen vor dem Tod 121
      .. b) Die Tugend der Menge und die der wahren Philosophen 122

      D: Die Unsterblichkeit der Seele

      I. Erster Beweis: Das Entstehen aller Dinge aus ihrem Gegenteil
      12. Zweifel des Kebes, ob die Seele nach dem Tod noch ist und Einsicht hat 124
      13. Sokrates über das Entstehen aller Dinge aus ihrem Gegenteil 125
      14. Anwendungn des Satzes auf Leben und Tod 126
      15. Notwendigkeit, dass es ein Wiederaufleben des Toten gibt 127

      II. Zweiter Beweis: Die Wiedererinnerungslehre
      16. Begriff der Widererinnerung 128
      17. Der Vorgang der Wiedererinnerung und seine Voraussetzung 129
      18. Besitz der Erkenntnis des Wesens vor der Geburt 131
      19. Schluss: Die Seelen waren auch vor der Geburt und hatten Einsicht 132
      20. Das vorgeburtliche Sein der Seele ist so notwendig wie das Sein der Ideen 132

      III. Dritter Beweis: Das Ähnlichsein der Seele mit dem unsichtbaren Beständigen
      21. Bedenken des Kebes und Simmias, ob die Seele auch nach dem Tode ist 133
      22. Ein Kind ist in uns, das der Besprechung bedarf 134
      23. Zwei Arten des Seienden: Das sich immer gleich bleibende unsichtbare Beständige und die sich ändernden sichtbaren Dinge 135
      24. Der Leib ist dem sichtbaren Seienden ähnlich, die Seele dem Unsichtbaren 136
      25. Zustand der Seele beim Umgang mit den zwei Arten des Seienden 136
      26. Auch als Beherrscherin des Leibes ist die Seele dem Göttlichen ähnlich 137
      27. Schluss: Die Seele geht nach dem Tode, wenn sie rein ist, zum unsichtbaren Göttlichen 138

      IV. Das Schicksal der Seelen
      28. Beschaffenheit der unrein abscheidenden Seel 139
      29. Wiedergeburt der unphilosophischen Seelen ihrer Sinnesart nach 139
      30. Bestimmung und Weg der philosophischen Seele 140
      31. Wirksamkeit der Philosophie auf die Seele 141
      32. Die Haltung der Seele eines philosophischen Menschen 142

      V. Rückkehr zur Frage der Unsterblichkeit. Weitere Einwände des Simmias und Kebes
      33. Sokrates fordert Kebes und Simmias auf, Zweifel offen zu äußern 142
      34. Einwand des Simmias: Ist die Seele etwas wie die Harmonie und Stimmung des Leibes, muss sie vor ihm vergehen 144
      35. Einwand des Kebes: Auch wenn die Seele dauerhafter sein sollte als der Körper, folgt daraus nicht ihre Unvergänglichkeit 145
      36. Wirkung der Einwände auf die Anwesenden 147
      37. Warnung des Sokrates vor Redefeindschaft 149
      38. Bereitschaft des Sokrates zu weiterer Unterscuhung 150

      VI. Widerlegung des Einwandes des Simmias
      39. Dier Einwand des Simmias widerspricht der Wiedererinnerungslehre 151
      40. Eine als Stimmung aufgefasste Seele ließe nicht Grade der Tugend zu 153
      41. Die Seele als Stimmung könnte den Leib nicht beherrschen 154

      VII. Widerlegung des Einwandes des Kebes
      42. Aufnahme des Einwandes des Kebes. Frage nach den Ursachen des Entstehens und Vergehens 155
      43. Die Ursachen des Entstehens und Vergehens gemäß den früheren Philosophen
      .. a) Unzufriedenheit des Sokrates mit der Lehre der Naturphilosophen 157
      .. b) Hoffnung auf die Annahme einer ordnenden Vernunft durch Anaxagoras 158
      .. c)Enttäuschung des Sokrates über Anaxagoras 160
      44. Das Verfahren de sSokrates: Ideenlehre und hypothetische Methode 161

      VIII. Vierter Beweis der Unsterblickeit aus dem Wesen der Seele
      45. Die Dinge können gleichzeitig an entgegengesetzten Wesenheiten teilhaben, die Wesenheit selbst kann nicht ihr Gegneteil annehmen 164
      46. Unterschied zur früheren These (13.), dass alle Dinge aus ihrem Gegentiel entstehen 165
      47. Nicht nur die Wesenhetien, sondern auch ihre notwendigen Eigenschaften schließen das Entgegengesetzte aus 166
      48. Genauere Bestimmung der Wesenheiten die außer sich selbst immer ein bestimmtes Entgegengesetztes mit sich führen 168
      49. Anwendung auf die Seele, die immer Leben mit sich führt 169
      50. Schluss: Die seele sit also unsterblich und unvergänglich 169
      51. Überezugtheit des Kebes und Unsicherheit des Simmias 170

      E: Endmythos über das künftige Schicksal der Seele

      52. Der Weg in die Unterwelt für die sittsame und für die unreine Seele 171
      53. Die Erde
      .. a) Lage und Größe der Erde; Beschaffenheit unserer Wohnsitze 173
      .. b) Aussehen der wahren Erde und Glückseligkeit ihrer Bewohner 174
      54. Die unterirdischen Ströme.. a) Das System der unterirdischen Ströme 176
      .. b) Die vier Hauptströme 177
      55. Die Schicksale der verschiedenartigen Seelen nach ihrem Verdienst 178
      56. Das Vertrauen auf diesen Mythos als schönes Wagnis 179

      F: Letzte Worte und Handlungen des Sokrates

      57. Letzter Auftrag des Sokrates an die Freunde. Seine Zuversicht über das Fortgehen der Seele 180
      58. Beisammensein mit den Verwandten und Ankündigung des Sonnenuntergangs 181
      59. Das Trinken des Giftes, letzte Worte und Tod des Sokrates 182

      G: Schluss des Rahmengesprächs

      60. Schlussworte über Sokrates 184

      Und nun wünsche ich Euch viel Spaß bei der Lektüre...

      Gruß Joachim Stiller Münster

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    • Zusammenfassung des Phaidon

      Ursprünglich wollte ich den Phaidon nach der Lektüre selber zusammenfassen, aber ich habe dann festgestellt, dass die Zusammenfassung des Dialoges in dem entsprechenden Wiki.Artikel schon ganz gut, und für unsere Zwecke absolut ausreichend ist. Daher möchte ich mich dem Wiki-Artikel anschließen, und Poste noch einmal kurz den Link:

      de.wikipedia.org/wiki/Phaidon

      Möchte sich nun jemand von Euch zum Phaidon äußern?

      Gruß Joachim Stiller Münster
    • Die äußere Form

      Vielleicht erst einmal ein paar Worte zur äußeren Form: Der ganze Dialog ist eingebettet in eine Rahmenhandlung. Phaidon erzählt dem Echekrates, wie sich alles beim "Tod des Sokrates" (so der deutsche Titel des Dialogs) zugetragen hat. Diese äußere Form einer Rahmenhandlung oder Rahmenerzählung kennen wir bereits aus den letzten Dialogen. Platn scheint sich ein bischen auf diese Form festgelegt zu haben, denn bei den aller ersten Dialogen wechselte er die äußere Form noch, wie seine Unterwäsche. Übrigens, auch das sei noch gesagt: bei Platons Hauptwerk, der Politeia, gibt es eine solche Rahmenhandlung nicht. In der Politeie lässt Platon den Meister - gemeint ist Sokrates - direkt und unverstellt zu Wort kommen. Niemand soll zwischen Sokrates und dem Leser stehen. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Inhalte der Politeia einzig die Überezugung von Platon wiedergeben. Sokrates selbst hatte damit keinen Vertrag... Gruß Joachim Stiller Münster
    • Philosophieren heißt sterben

      Ich möchte einmal einen kurzen Abschnitt aus dem ersten Text des zweiten Hauptsücks des Werkes "Wieviel Wahrheit braucht der Mensch" von Rüderger Safranski folgen lassen: Dort lesen wir auf den Seiten Seite 93-94 (Der Tod des Sokrates):

      "Sokrates ist verurteilt, den Schierlingsbecher zu trinken. Am Tage seines Todes versammeln sich noch einmal seine Schüler um ihn. Die Ehefrau und das Kind schickt er weg: mit Philosophieren will er auch seine letzten Stunden hinbringen. Der Gefängnisdiener mahnt: das viel Reden erhitze, so werde das Gift in seiner Wirkung gehemmt und er deshalb vielleicht seine Qual vermehren, weil er mehr davon trinken müsse. Sokrates nimmt dies in Kauf, nichts soll ihn in den letzen Augenblicken vom Philosophieren abbringen. Einem anderen Philosophen, der nicht zugegen ist, lässt er einen Gruß ausrichten. Euenos, so heißt dieser Mann, möge aufhören, ihn zu bedauern und, wenn er klug ist, ihm nachfolgen in den Tod. Die Schüler sind erschrocken. Dass eine philosophische Gesinnung helfen kann, getrost zu sterben, davon sind auch sie überzeugt, aber Sokrates radikalisiert seine Position: "Diejenigen, die sich auf rechte Art mit der Philosophie befassen, mögen wohl, ohne dass es freilich die anderen merken, nach gar nichts anderem streben als nur zu sterben und tot zu sein." Vorausgesetzt, es verhält sich so mit dem Philosophieren, dann würde der Philosoph unglaubwürdig, wenn er in der Stunde des Todes, im Ernstfall also, schwach und ängstlich würde, sich an sein Leben klammerte, und nicht gelassen oder sogar frohen Herzens davonginge. Sokrates argumentiert im dem Ethos der Philosophie: recht betrieben, bereite sie nicht nur aufs Sterben vor, sondern sei bereits ein Akt des Sterbens im Leben." (Safranski, S.93-94)

      Und weiter ehißt es:

      "Nicht nur unserem heutigen antimetaphysischen Denken kommt diese Empfindung masochistisch vor. Auch die Schüler des Sokrates protestieren. Deshalb versucht Sokrates ihnen begreiflich zu machen, dass das philosophische "Sterben" nicht eine Verminderung, sondern eine Steigerung der Lebendigkeit bedeutet." (Safranski, S.94-95)

      Der Ausspruch: "Philosophiern heißt sterben" geht also bis auf Platon zurück. Es sollte aber klar sein, dass Platon sebst diese Fomulierung noch nciht gebraucht hat. Sie stammt erst aus späterer Zeit.

      Philosophiern heißt sterben.

      Ich selber habe bereits in jungen Jahren die beiden folgenden Sätze gesagt:

      Leben heitßt sterben.

      Und:

      Leben heitßt sterben, und Philosophieren heißt sterben lernen.

      Gruß Joachim Stiller Münster

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    • Was ist der Tod?

      Platon greift zunächst auf die damals konventionell-religiöse Auffassung zurück, "wonach der Tod kein absolutes Ende des individuellen Lebens bedeutet, sondern lediglich eine Trennung zweier Substanzen: des Körpers von der Seele. Der Körper ist das Sterbende. Er ist den Wechselfällen von Gesundheit und Krankheit ausgesetzt. Er verwickelt uns in zerstörerische Leidenschaften: "Denn auch Kriege und Unruhen und Schlachten erregen uns nicht anders als der Leib und seine Begierden." Vor allem aber halten uns die Sinne des Körpers in einer Scheinwelt gefangen. Wir sind dem Trug und der Täuschung ausgeliefert und können, als körperliche Wesen, nie zureichend erkennen, was das Sein in Wahrheit ist. Unser körperliches Sein trennt uns vom wahren Sein. Wir sind nicht nur mit unserem Leib geschlagen, wie sind auch an ihn geschlagen." (Rüdiger Safranski: Wieviel Wahrheit braucht der Mensch? S.95)

      Gruß Joachim Stiller Münster
    • Die Unsterblichkeit der Seele

      Ich lasse wieder einen Auszug aus dem Werk: Wieviel Wahrheit bracuht der Mensch? von Rüdiger Safranski folgen:

      "Für den platonischen Sokrates und für die ganze nachfolgende große abendländische Metaphysiktradition liegt die entscheidende Gewissheit und Evidenz der Unsterblichketi der Seele in dieser Selbsterfahrung des Geistes. Sie liegt primär in der Erfahrung des Denkens selbst und nicht darin, was man sich im einzelnen "ausdenken" kann, um die Unsterblichkeit der Seele zu beweisen. Der platonische Sokrates denkt sich auch einiges aus: er trägt vier "Beweise" für die Unsterblickeit der Seele (nach ihrer Trennung vom Körper) vor, aber er ist bescheiden genug, ihnen lediglich eine "Wahrscheinlichkeit" zuzubilligen. Es bleibt dabei: die tragende Gewissheit liegt im Akt des Denkens selbst und nicht in den einzelnen Beweisen.
      Was sich der platonische Sokrates im einzelnen ausdenkt, ist in der Metaphysik der nachfolgenden Jahrhunderte vielfach variirt, umgeformt und verworfen worden. Schon die Schüler des Sokrates haben in diesem letzten Gespräch vor dem Tode ihre Zweifel angemeldet.

      Der erste "Beweis" resultiert aus einer kurzschlüssigen Verbindung des Logischen mit dem Ontologischen. Im Bereich des Logischen gilt: das Entgegengesetzte bedingt sich wechselseitig. Mit dem "Guten" setzte ich zugleich seinen Gegensatz, das "Böse", mit dem "Schönen" das "Hässlisch", mit dem "Geraden" das "Ungerade" usw. Mit dem "Leben" setzte ich auch den "Tod". Und nun erfolgt der Übergang vom Logischen in Ontologische, denn Sokrates fährt fort: Also geht das Lebendige nicht nur in das Tote über, sondern auch umgekehrt. das Tote wird wieder lebendig. Damit, und so schließt der "Beweis", kann ich hoffen, dass meiner Verwandlung ins Totsein eine neurliche Verwandlung ins Lebendigwerden folgt.

      Der zweite "Beweis" argumentiert mit dem Herzstück der platonischen Erkenntnistheorie: der Wiedererinnerungslehre. Jedes Erkennen bedeutet, dass man das zu Erkennende auf etwas Bekanntes bezieht. Es gibt einen Schatz von "Bekanntschaften", die wir uns nicht erworben, sondern mit denen wir auf die Welt gekommen sind: eingeborene Ideen. Der platonische Sokrates folgert daraus: also ist meine Seele älter als ihre aktuelle Gemeinschaft mit meinem Körper. Deshalb kann ich annehmen, dass sie auch nach der Trennung von meinem Körper weiterexistieren und sich vielleicht die Gemeinschaft mit einem neuen Körper suchen wird.

      Der dritte "Beweis" stützt sich auf die Einteilung alles Seinenden in Schtbares und Unsichtbares. Werden und Vergehen, Zusammensetzung und teilung finden nur im sichtbaren Seienden statt. Da ber die seel dem Unsichtbaren zugehöre, könne sie deshalb vom Werden und Vergehen, vom Zusammensetzten und dem Zerfallen in Teile nicht betroffen sein.

      Der vierte "Beweis" argumentiert essentiell. Es sei das "Wesen" der Seele, den Körper zu beleben. Das Leben gehöre also essentiell zur Seele. Deshalb könne die Seele nicht das gegensätzliche Wesen, den Tod also, in sich aufnehmen.

      Allein die Tatsache, dass mehrer "Beweise" vorgetragen werden, weist darauf hin, dass es ihnen im einzelnen an Verlässlichkeit mangelt. Sie werden im "Phaidon" deshalb auch ein "Notkahn" genannt, auf dem man versucht, "durch das Leben zu schwimmen". Verlässlicher ist, wie gesagt, die Selbsterfahrung des Geistes. Diese Erfahrung bezieht sich auf die "Potenz" des Geistes, ohne die dabei gewonnene Selbstgewissheit unbedenklich auszudehnen auf die einzelnen Manifestationen des Gedachten." (Safranski: S.97-99)

      Gruß Joachim Stiller Münster

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    • Die Nicht-Beweisbarkeit der Unsterblickeit der Seele

      "Es könnten ja, so sagt Sokrates am Ende des Gesprächs, seine Gedanken zur Unsterblichkeit der Seele falsch sein, dem Gemeinschaftsleben jedoch werden sie dann trotzdem gedient haben: "Wenn es für die Toten nichts mehr gibt, werde ich doch wenigstens diese Zeit noch vor dem Tode den Anwesenden weinger unangenhem sein durch Klagen."

      Für einen Augenblick öffnet sich der Abgrund des Zweifels. Aber Sokrates stürzt nicht hinein. Weil er mit seinen Gedanken mindestens ebensosehr bei den anderen ist wie bei sich selbst, gibt ihm die Gewissheit Halt, diesen anderen ein ermutigendes Beispiel gegeben zu haben. Man könnte sagen: die Überwindung der Todesangst os tüfr ihn auch ein soziale Aufgabe. Er ist auf eine tröstliche Weise durchdrungen von der Öffentlichen Verantwortung seines Sterbens. Das Sterben ist für Sokrates keine existentielle Grenzsitueation, die man in Einsamkeit nur mit sich selbst zu bestehen hat. Man hört nicht auf, einer großen Ordnung des Seins, das auch das Gemeinschaftsleben umschließt, anzugehören." (Safranski: S.100-101)

      Wichtig ist mir noch, festzustellen, dass die Unsterblichkeit der Seele eine reine Glaubensfrage ist. Sie ist weder beweisbar, noch widerlegbar. Dasselbe gilt übrigens auch für den Glauben an Gott und den Glauben an die Widergeburt. Was den letzten Punkt anbelangt, so ist festzustellen, dass Platon nicht wirklich an Reinkarnation (Wiedergeburt) im engenren Sinne glaubte, sondern, genau wie schon Pythagoras, an Seelenwanderung. Manch ein Esoteriker, der dem Platon ansonsten eine Menge abgewinnen kann, wird hier etwas veräcchtlich die Nase rümpfen. Es ist einfach eine spirituelle Tatsache, dass der Mensch immer nur als Mensch wiedergeboren werden kann... So wird es praktisch von jedem Eingeweihten kommuniziert.... Gruß Joachim Stiller Münster