Theorie des Seins (1) - Beginn

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Theorie des Seins (1) - Beginn

      Teil (1):
      In den letzten sieben Jahren habe ich eine eigene Theorie über die Wirklichkeit des Seins entwickelt. Sie basiert auf einer Philosophie des Bewusstseins.

      Ich nenne meine Theorie, die Theorie des Seins - Die Große Vereinigung, weil sie alle Aspeke des Seins abdeckt, zumindest alle, die wir Menschen erleben.

      Es ist eine einfache, leicht verständliche, abgerundete und komplette Theorie, die ein Rahmenwerk für Alles anbietet. Alle Erfahrungen und Erkenntnisse des Menschheitsbewusstseins können darin abgebildet werden. Alle Erlebnisse der Menschen, ihrer inneren und äußeren Realität habend darin ihren Platz und ihre Notwendigkeit. Sie vereint Geist mit Materie, Wissenschaft mit Religion, sie löst das Leib-Seele-Problem.

      Es ist natürlich auch eine Philosophie des Geistes. Das Wort Geist ist mir aber zu vieldeutig. Die Abhängigkeit von der Kultur, in der der Betrachter aufgewachsen ist, ist mir da zu groß. Für Bewusstsein hat jeder Mensch eine direkte Erfahrung, nur darin kann er Leben erfahren, auch wenn die individuelle Definition des jeweiligen Intellektes zu unterschiedlichen Beschreibungen kommt.

      Ich möchte hier in loser Folge meine Thorie des Seins präsentieren und zur Diskussion stellen. Ich werde nicht vom menschlichen Bewusstsein ausgehen, wie es bei den meisten philosophischen Betrachtungen der Fall ist. Auch ich bin natürlich darüber auf diese Theorie gekommen. Ich werde einen "top - down" Ansatz zur Darstellung wählen, weil so der komplette Rahmen schneller ersichtlich wird und ewige Diskussionen über die Natur und Potenz des menschlichen Bewusstseins eher vermieden wird. Ich fange mit dem Ganzen an und entwickele daraus die Teile.

      Ich bitte um faire Kritik!

      A1: Es gibt nur Bewusstsein, sonst nichts.

      Materie existiert nicht außerhalb eines Bewusstsein. Materie und Raum sind Konstrukte eines Bewusstseins. Unter Bewusstsein verstehe ich einen Container für Erlebnisse. Wobei Erkenntnisse, Gefühle, Erfahrungen, Wünschen, Wollen und Tun auch Erlebnisse sind.

      A2: Es gibt ein maximales Bewusstsein. Es enthält das Erkenntniskontinuum als maximalen Erkenntnisraum.


      Dies ist meine Vorstellung vom Großen Geist. Andere bezeichnen es als Gott. Es enthält alles was sein kann. Es kann nichts gedacht, gefühlt, erlebt werden oder sein, was nicht im Erkenntniskontinuum enthalten ist.

      A3: Es kann Dissoziationen vom maximalen Bewusstseins geben, die aber immer einen kleineren Erkenntnisraum haben müssen.


      Es kann nur ein Erkenntniskontinuum geben. Meine Vorstellung ist sowieso, dass auch alle Dissoziationen immer noch in diesem Einen Einzigem Allem existieren. Dissoziationen von einem Bewusstsein besitzen immer nur eine Teilmenge des Erkenntnisraumes des Erzeugerbewusstseins. Dissoziationen vom maximalen Bewusstsein und Dissoziationen von einem Dissoziierten Bewusstsein bezeichne ich als Bewusstseinsentitäten. Bewusstsein benötigt keinen Raum. Es hat eine nulldimensionale Ausdehnung. Alles und Nichts ist Eins.

      A4: Alle Bewusstseinsentitäten haben ein oberstes Ziel.

      Dieses Ziel ist entweder die Re-Integration mit ihrem Erzeugerbewusstsein, oder sie bekommen ein Ziel, dass das Ziel ihres Erzeugerbewusstseins unterstützt. Diese obersten Ziele nennen wir bei den Vielzellern Triebe. Das gilt auch für den Menschen. Unsere Trieb sind unsere wahren obersten Ziele in unserem Leben.

      A5: Bewusstseinsentitäten haben alle notwendigen und hinreichenden Fähigkeiten in ihrem Erkennisraum, um ihre Ziele zu verfolgen.

      Das Erzeugerbewusstsein entscheidet über die Ziele der Bewusstseinsentität und welche Fähigkeiten und Erkenntnisse in seinen Erkenntnisraum geladen werden. Zur Zielverfolgung gehört immer ein notwendiges Maß der Erkenntnisfähigkeit.

      A6: Bewusstseinsentitäten können sich nur durch Erkenntnisse entwickeln.

      Zielverfolgung ist immer ein Erkenntnisprozess. Er fängt mit der Dissoziation an und endet, wenn seine Ziele erreicht sind oder nicht mehr verfolgt werden können.

      A7: Realität ist für jede Bewusstseinsentität das, was sie in ihrem Bewusstsein erlebt.

      Es gibt nur individuelle Realität. Absolute Realität gibt es nicht. Es kann höchstens durch Kommunikation zwischen zwei Bewusstseinsentitäten eine Annäherung ihrer individuellen Realitäten kommen.
      Es gibt nur Bewusstsein, sonst nichts!
    • Theorie des Seins (2) - Kosmos

      Bisherige Beiträge zu meiner Theorie des Seins sind:
      Theorie des Seins (1) - Beginn

      Teil (2):
      Ein sehr großes Bewusstsein wurde von einem noch größeren Bewusstsein dissoziiert, vielleicht vom maximalen Bewusstsein. Diese Bewusstseinsentität nenne ich Kosmos.

      A8: Kosmos ist der Erschaffer unseres Universums. Sein Ziel ist das Erkenntniskontinuum.


      Kosmos hat zu Beginn nur minimale Erkenntnisse. Sein oberstes Ziel, sein Trieb ist das Erkenntniskontinuum zu erreichen. Er hat alle notwendigen und hinreichenden Fähigkeiten in seinem Erkenntnisraum, um dieses Ziel zu erreichen. Dieses Ziel kann er nur durch Erkenntnis erreichen.

      Kosmos hat keine Umwelt, an die er sich anpassen muß. Er kann sich nur entwickeln in dem er neue Erkenntnisse gewinnt. Er lernt früh seine Fähigkeit zur Dissoziation von eigenen Bewustseinsanteilen kennen und nutzen.

      A9: Alle Entitäten im Universum sind dissoziierte Bewusstseinsentitäten des kosmischen Bewusstsein.

      Kosmos schafft sich seine eigene Welt. Es ist eine Welt in seinem Inneren. Seine innere Welt ist unsere äußere Welt. Die unterschiedlichen Entitäten im Universum sind Ausdruck des Evolutionsstandes des kosmischen Bewusstseins. Alles im Universum hängt zusammen. Die immer komplexer werdenden Entitäten entsprechen den immer komplexer werdenden Erkenntnissen von Kosmos.

      A10: Evolution im Universum ist immer Evolution des kosmischen Bewusstseins durch seinen Erkenntnisprozess.

      Die Evolution des Universums und natürlich auch die, darauf aufbauende Evolution des Lebens auf der Erde ist Ausdruck der Evolution des kosmischen Bewusstseins durch Erkenntnis.

      Wir Menschen existieren im kosmischen Bewusstsein, welches im maximalen Bewusstsein existiert.

      Frühe Erkenntnisse von Kosmos waren sicher seine eigene Existenz, die seines Schöpfers und seine Fähigkeit sich zu dissoziieren.
      Weitere Erkenntnisse aus dem Bereich der Mathematik, besonders der Mengenlehre kamen durch seine frühen Dissoziationserfahrungen zustande.
      Weitere Erkenntnisse aus dem Bereich der Mengen, wie Zahlen, Elementen von Mengen, das Prinzip der Einheit und seiner Teile führte bald zur Erkenntnis der Unendlichkeit.
      Irgendwann hatte er sicher auch das Prinzip des Raumes erkannt. Sein Drang, alles zu erkennen, führte ihn zu dem Verlangen das Prinzip des unendlichen Raumes zu ergründen. Welche weiteren Erkenntnisse liegen in dieser Unendlichkeit verborgen? Bist Du mein Schöpfer, diese Unendlichkeit?

      Kosmos started das Universum.

      A11: Das Universum begann mit dem Start eines unendlichen Prozesses der Dissoziation von Ur-Bewusstseinsentitäten.

      Dieser Prozess läuft heut noch. Er wird solange laufen, bis Kosmos das Erkenntniskontinuum erreicht hat. Sein Ziel ist es, immer neue Strukturen in diesem unendlichen Raum zu entdecken. Die Evolution des Bewusstseins dieser Ur-Entitäten erzeugt erst die Vorstellung des Raumes, den wir Universum nennen.

      A12: Alle weiteren Bewusstseinsentitäten im Universum sind Verschränkungen aus Ur-Bewusstseinsentitäten.

      Verschränkungen sind so etwas, wie Vereinigungen von Bewusstseinsentitäten durch Erkenntnisse von Kosmos. Seine neuen Erkenntnisse erzeugen immer neue Freiheitsgrade der Verschränkungsmöglichkeiten von Bewusstseinsentitäten. Die Verschränkung von zwei Bewusstseinsentitäten zu einer neuen Bewusstseinsentität erzeugt immer neue Bewusstseinsanteile in der verschränkten Bewusstseinsentität. Die Summe ist immer mehr als seine Teile. Deshalb nenne ich meine Theorie "Theorie des Seins - Die Große Vereinigung"

      A13: Alle Matrieentitäten sind solche verschränkten Bewusstseinsentitäten, die alle eine ähnliche, abgestimmte Vorstellung des Raumes Universum in ihrem Erkenntnisraum haben.

      Das Universum ist das Prinzip des Raumes, realisiert im kosmischen Bewusstsein. Es ist der vorgestellte Raum für alle Strukturen und Interaktionen der Entitäten, die Kosmos erkannt hat.
      Es gibt nur Bewusstsein, sonst nichts!
    • Theorie des Seins (3) - Erkenntnis

      Bisherige Beiträge zu meiner Theorie des Seins sind:
      Theorie des Seins (1) - Beginn
      Theorie des Seins (2) - Kosmos

      Teil (3):
      Ich möchte Erkenntnis nicht auf die menschliche Erkenntnisfähigkeit beschränken. Diese wird ja oft sehr beengt nur darauf bezogen, was wir mit Worten durch unseren Intellekt ausdrücken können. Dies ist aber nur das, was wir in unser erwachsenes inneres Weltbild aufgenommen haben. Diese falsche Vorstellung von Erkenntnis ist die Ursache dafür, das viele Menschen nur dem Menschen Bewusstsein zubilligen.

      Dies ist ein falsches Dogma über Erkenntnisfähigkeit, das wir überwinden müssen. Wie könnte sich ein Säugling ohne Erkenntnisfähigkeit sonst ein Weltbild aufbauen?

      A14: Erkenntnisfähigkeit ist eine fundamentale Eigenschaft von Bewusstsein.

      Eine Bewusstseinsentität ist ein Container für Erlebnisse. Erlebnisfähigkeit ist deshalb die erste Stufe einer Erkenntnisfähigkeit.

      Die Fähigkeit zur Erkenntnis ist immer ein Erkenntnisprozess, der verschiedene Zustände betrachtet und dabei bewertet. Diese Bewertung ordnet den verschiedenen Zuständen Bedeutung zu. Diese Bewertung und Zuordnung von Bedeutung kann man aber nur im Hinblick auf ein angestrebtes Ziel vorgenommen werden.

      A15: Der Erkenntnisprozess ist immer von den eigenen Zielen abhängig.

      Eine wertfreie Erkenntnis kann es nicht geben. Das Ziel kann allerding ein möglichst genaues Weltbild sein, dass es uns ermöglicht, möglichst erfolgreich durch das Leben zu kommen. Das Ziel kann das Erkenntniskontinuum sein, eben alles zu erkennen. Das Ziel kann auch sein, den unendlichen Raum zu ergründen. Oder das Ziel kann sein, möglichst lange am Leben zu bleiben.

      Folgende notwendigen Voraussetzungen muß deshalb jede Bewusstseinsentität besitzen:
      - Sie muß eine ausreichende Gedächtniskapazität besitzen, um die verschiedenen, zu bewertenden Zustände und die Ergebnisse dieser Bewertung gleichzeitig zu betrachten. Der Mensch kann nur 7+-2 Zustände gleichzeitig in seinem Arbeitsgedächtnis halten.
      - Sie muß ein Verständnis für ihre Ziele besitzen. Auch wenn dies nur ein diffuser Drang ist.
      - Sie muß die Fähigkeit besitzen, die verschiedenen Zustände im Hinblick auf ihre Ziele zu bewerten.
      - Sie muß eine Fähigkeit besitzen, die es ihr ermöglicht, die zu bewertenden Zustände zu variieren, um die Richtung ihrer Entwicklung in Richtung auf ihre Ziele zu optimieren.

      Zur Bewertung der betrachteten Zustände gibt es in meiner Vorstellung nur zwei Maßstäbe:
      Der erste Maßstab ist die Logik, die sicher alle Philosophen anwenden. Logik kann man aber nur anwenden, wenn man schon Aussagen in seinem Erkenntnisraum besitzt, denen man Wahrheitsgehalt zubilligt. Wahrheitsgehalt bedeutet immer, dass diese Aussagen in Richtung Ziele führen. Unwahre Aussagen führen sicher nicht in Richtung Ziele. Ich glaube, dass die Logik ein, erst durch Erkenntnis erworbener Maßstab ist.

      Der zweite Maßstab ist eigentlich der erste. Diesen Maßstab verwendet jede Bewusstseinsentität. Er kommt besonders dann zur Anwendung, wenn noch kein Verständis für die Richtung zum Ziel vorhanden ist. Es ist ein Kontakt mit dem Erzeugerbewusstsein, der meine Ziele genau kennt. Jede Bewusstseinsentität hat Kontakt mit seinem Erzeugerbewusstsein. Es kann Hinweise geben, welcher betrachteter Zustand zielführender ist. Beim Menschen nennen wir diese Hinweise Emotionen.

      A16: Die erste Einstufung einer vermeintlichen Erkenntnis geschieht immer zuerst auf emotionaler Ebene. Darauf aufbauend kann ein Denker, wenn vorhanden, eine bewusste Einordnung dieses emotionalen Erlebens in ein bewusstes Weltbild vornehmen.

      Eine Überladung von fertigen Erkenntnissen aus dem Erkenntnisraum des Erzeugerbewusstseins in den Erkenntnisraum der Bewusstseinsentität ist auch möglich, so wie es beim Menschen in der Kindheit oft geschieht. Die Psychologie nennt die Inhalte dieser Überladungen von Erkenntnissen beim Menschen Archetypen.

      Der Erkenntnisprozess ist ein Regelkreis zur Zielerfüllung. Das ganze Universum ist solch ein Erkenntnisprozess. Ein Mensch ist solch ein Erkenntnisprozess, der von seinen Trieben angetrieben wird, seine Ziele zu erfüllen.
      Es gibt nur Bewusstsein, sonst nichts!
    • 1. Gibt es nur "individuelle Realität", dann ist der "Große Geist" abhängig von einem individuellen Bewusstsein und bloß als "großer Geist" vorgestellt, so dass es keine große Realität gibt.
      2. Gibt es einen nicht bloß vorgestellten "Großen Geist", dessen großes Bewusstsein "alles, was sein kann", enthält (große Realität), dann sind individuelle Bewusstseine bloß Filialen des großes Bewusstseins und dann gibt es mehr wie nur "individuelle Realität".

      Da sich 1 und 2 widersprechen, dürfte eine Entscheidung fällig werden, welche theoretischen Bestandteile ausgeschieden werden sollen.
      "Ein wackerer Engländer vermisst an den Deutschen Feinheit des Verständnisses, ja wagt zu sagen, der deutsche Geist scheint etwas Verbogenes, etwas Stumpfes, Ungeschicktes und Unglückliches zu haben" (Friedrich Nietzsche, Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben, 1874).
    • Mal angenommen, wir verwenden die Metapher der Quelle und Senke - also Dein Erzeugerbewußtsein und das gesteuerte Bewußtsein.

      ""Es ist ein Kontakt mit dem Erzeugerbewusstsein, der meine Ziele genau kennt. Jede Bewusstseinsentität hat Kontakt mit seinem Erzeugerbewusstsein. Es kann Hinweise geben, welcher betrachteter Zustand zielführender ist. Beim Menschen nennen wir diese Hinweise Emotionen. ""

      ""Es kann Hinweise geben, welcher betrachteter Zustand zielführender ist.""

      Was bedeutet den Zielführender ? Ich dachte biher immer, das mein Bewußtsein sein Ziel in sich hat, also teleologisch ist. Letztlich ist das Ziel das Coping des Todes.



      "Beim Menschen nennen wir diese Hinweise Emotionen. ""

      Eine sehr gewagte und zugleich den Menschen um sien Potenz bringenden These, die ihn zurückwirft auf eine Primitivität. sind doch die Meisten ungeübten Menschen nicht Herr ihrer Emotionen. Diese Kontrolle über die Emotionen zu wahren, verfügen nur die Wenigsten.
      Wenn ich mir vorstelle, mein Bewußtsein wäre fremd-emotional gesteuert, dann graust es mich vor mir. Zum Glück trifft das auf mich nicht zu, ich bin nicht emotional-fremdgesteuert.

      Und - was sollen denn Hinweise sein - wie sollen die denn aussehen ? Sind das Intuitive Assoziaionen ?

      Das All-Göttlich-Seelische liegt auf einer Ebene weit oberhalb der körperlichen Emotionen. Wir sollten uns hier des Leib-Seele -Problems erinnern.
    • @Peter Richard:

      Ich hätte erstens eine methodische Frage: Welche Wahrheitstheorie wendest Du an? Das frage ich, weil wahre Sätze das ist, was wir wollen.

      Es gibt ja diverse Wahrheitstheorien: de.wikipedia.org/wiki/Wahrheitstheorie

      Ich meine, irgendwie gehst Du ja davon aus, dass Deine Aussagen wahr sind; selbst dann wenn Du behauptest: "Es gibt nur Bewußtsein." Also in welcher Weise ist dieser Satz wahr? Empirisch wohl nicht; denn da es nur Bewußtsein gibt, ist das verschlossen; Kohärenz? Konsens?
      Irgendwie glaube ich eben, dass Du Dich und die Sprache selbst beim Theoriekonstruieren vergessen hast.

      Zweitens redest Du von "Bewußtseinsentitäten", und das heißt, dass auch Du eine dieser Bewußtseinsentitäten bist. Folglich gilt alles, was Du über Bewußtseinsentitäten behauptest, auch für Dich selbst.
      - Wie kannst Du - als Bewußtseinsentität - wissen, dass es nur Bewußtsein gibt? Das ist Dein erstes Axiom.
      - Wie kannst Du - als Bewußtsteinsentität - von anderen Bewußtseinen wissen?
      - Wie hast Du "Bewußtsein" definiert?

      Drittens noch: Ich glaube nicht, dass Du das Leib-Seele-Problem gelöst hast; Du hast einfach nur durch Deine mentalistische Axiomatik den Körper ausdefiniert; so, als könnte ein Bewußtsein ohne diesen Körper existieren. Das aber ist keine Lösung.

      Jedenfalls würde mich interessieren, warum es Körper gibt, und wenn auch nur sie Bewußtsein sind, dann darf man sich fragen, ob das Blut, das mir aus einer Wunde fließt, auch Bewußtsein ist usw. Wie kann es sein, dass jemand stirbt? Wenn alles Bewußtsein ist, dann sollte der Körper beim Sterben keine Rolle spielen.

      The post was edited 2 times, last by #phritz ().

    • Diverse Antworten

      Vielen Dank für Eure Kritiken, Fragen und Aufforderungen.

      A1: Es gibt nur Bewusstsein, sonst nichts.

      Natürlich ist das ein Axiom. Es ist die Grundlage einer Philosophie des Bewusstseins. Mein Bewusstsein ist das Einzige, dessen ich mir sicher bin, dass es existiert. Alles andere, einschließlich aller Materieentitäten, wie auch meinen Körper, erlebe ich nur in meinem Bewusstsein.

      Wenn mir jemand nur einen einzigen Gegenbeweis liefern kann, dass es etwas außerhalb eines Bewusstseins geben kann, dann werde ich meine Theorie in den Müll werfen.

      Da sich mein Bewusstseinsinhalt im Laufe meines Lebens entwickelt hat, gehe ich davon aus, dass es auch ein maximales Bewusstsein geben kann, dass ich in erster Annäherung als unendlich groß ansehe. Ich kann es mir natürlich nicht vorstellen. Mein persönlicher Erkenntnisapparat sagt mir aber, dass es so etwas geben kann.

      Unendlich groß bedeutet für mich, es enthält alles, was ein Bewusstsein enthalten kann. Es enthält auch alle denkbaren individuellen Realitäten aller denkbaren Bewusstseinsentitäten, die ja alle nur Teilmengen dieses Erkenntniskontinuums sind.

      Ich erlebe in meinem Bewusstsein andere Bewusstseinsentitäten. Ich schließe aus der Tatsache, dass ich ihre Wirkungen auf mich nicht kontrollieren kann, dass diese Wirkungen auf mein Bewusstsein, wegen dem A1 Axiom von anderen Bewusstseinsentitäten ausgehen müssen. Daraus schließe ich, dass es andere Bewusstseinsentitäten geben muß. Wieso diskutieren wir sonst?

      Das gleiche Argument gilt natürlich auch für meine Gefühle. Ich bin nicht Herr meiner Gefühle. Wäre ich das, dann würde ich sicher den ganzen Tag in der Ecke liegen und in einem Orgasmusrausch dahinvegetieren. Also müssen sie entweder von einem anderen Bewusstsein kommen, oder die Weisheit, die diesen Gefühlen zugrunde liegt, ist schon in meinem Bewusstsein vorhanden. Diese Möglichkeit halte ich aber für unlogischer.

      Meine Vorstellung unserer Gefühle ist, dass sie uns in der Richtung auf unsere Ziele halten, die unser Erschaffer uns vorgegeben hat. Unsere obersten Ziele sind in unseren Trieben enthalten. Diese Ziele hat jeder primitive Urmensch. Sie sind die Ziele unseres Lebens, nicht die Überwindung des Todes.

      Wenn wir positive Gefühle haben, ist es immer mit einer Erweiterung oder Vergrößerung unseres Bewusstseins zu tun. In den meisten Fällen ist es eine zeitweise Verschränkung zu einem gemeinsamen Bewusstseinsraum. Dies kann ein gutes Gespräch sein, die Vorstellung von Vereinigung wie beim Fall der Mauer. Es kann Liebe sein, Freundschaft oder nur Sex. Es kann aber auch eine neue Erkenntnis sein.

      Negative Emotionen haben immer etwas mit Trennung, Separarierung, Ablehnung oder gar Vernichtung eines anderen Bewusstseins zu tun.

      Da wir aber Entwicklungsgeschichtlich als Menschheit und als Einzelner im Laufe der Zeit eine ganze Hierarchie von hohen Zielen, mittleren Zielen und kurzfristigen Zielen aufgebaut haben, die sicher nicht alle zusammenpassen und auch nicht zielführend sind, sind wir immer auch auf Umwegen unterwegs. Wären wir das nicht, dann würden wir hier nicht diskutieren. Wir alle hätten Konsens und wären auf dem optimalen Pfad des Lebens.

      Meine Vorstellung der Ziele eines menschlichen Individuums ist zweigeteilt. Das System Mensch, das ich in einem zukünftigen Beitrag vorstellen werde, dient zwei obersten Zielen, die wir als Triebe bezeichnen.

      Der erste Trieb dient der Erhaltung unserer Systemintegration und der Weitergabe unserer Gene, um die Robustheit der Spezies Mensch und seine optimale Anpassung an das individuelle Milieu zu gewährleisten.

      Der zweite Trieb hat wahrscheinlich nur der Mensch. Sein zweites oberstes Ziel ist die Welt zu verstehen. Dieser Trieb ist Ursache aller Wissenschaften und zum Teil auch Ursache für dieses Forum. Dieser Trieb hat Ähnlichkeit mit dem Trieb von Kosmos, das Erkenntniskontinuum zu erreichen.

      Die Triebe sind natürlich integraler Bestandteil jeder Bewusstseinsentität. Da in meiner Theorie alle Bewusstseinsentitäten Individuen sind, gehe ich davon aus, dass es auch individuelle Ausprägungen dieser Triebe gibt, was meiner persönlichen Erfahrung entspricht.

      Ein primitiver Urmensch hat die Triebe und versucht ihm zu folgen, wie wir es tun. Er hat in seinem Weltbild sicher keine Vorstellung von Genen und deren Verschränkung beim Sex. Er bekommt in entsprechenden Situationen die notwendigen Gefühle überladen und handelt entsprechend. Er hat sicher auch ein Weltbild für dieses Überladen, dem er noch keine anderen Ziele entgegenzusetzten hat. Seine Erklärung werden Gottheiten sein.

      Es kam häufig die Frage nach dem Beweis für meine Aussagen. Diese Aufforderung ist sicher wissenschaftliche Praxis. Sie ist aber einem wissenschaftlichen Dogma geschuldet. Erstens basieren alle wissenschaftlichen Beweise letztendlich auf vorausgesetzten Wahrheiten, den Axiomen, die nicht zu beweisen sind.

      Zweitens wissen wir doch seit Kurt Gödel, dass es Wahrheiten gibt, die nicht zu beweisen sind. Das Einzige was die Wissenschaften fordern sollten und auch selbst leisten müssen ist der Gegenbeweis.

      Es genügt ein einziger Gegenbeweis für eine Theorie, um diese Theorie als falsch oder zumindest als einen Spezialfall darzustellen. Ich habe Euch den Kern meiner Theorie vorgestellt. Ich nehme an, einige von Euch arbeiten wissenschaftlich im philosophischen Bereich.

      Deshalb bitte ich Euch, beweist mir, welche von meinen Aussagen falsch ist.
      Es gibt nur Bewusstsein, sonst nichts!
    • "Ein fehlender Beweis ist kein Beweis des Fehlens."

      Peter Richard wrote:

      Deshalb bitte ich Euch, beweist mir [...] [von mir hervorgehoben]

      ... da zeigt sich, dass deine Philosophie - anders als du zu glauben scheinst - mit Gefühlen nichts am Hut hat. Wer einen Beweis dafür fordert, dass es eine Welt "außer" uns, sowie andere Menschen gibt, der ist ein reiner Kopf- und Denkmensch, dem kein Gefühl und auch sonst nichts mehr helfen kann. Denn nur wer seine Gefühle, die ihm sagen, zeigen, spüren lassen, dass all das, was ihn umgibt, höchst real ist, unterdrückt und beiseite schiebt, kann auf die Idee kommen, dass es nur Bewusstsein gibt und sonst nichts. Nicht zufällig zählt René, der berühmte Ahnherr dieser Denkungsart (wenn man ihm damit auch nicht ganz gerecht wird) zur Linie des sog. Rationalismus.

      The post was edited 1 time, last by _its_not_me_ ().


    • Peter Richard schreibt:

      " A1: Es gibt nur Bewusstsein, sonst nichts.

      Natürlich ist das ein Axiom. Es ist die Grundlage einer Philosophie des Bewusstseins. Mein Bewusstsein ist das Einzige, dessen ich mir sicher bin, dass es existiert. Alles andere, einschließlich aller Materieentitäten, wie auch meinen Körper, erlebe ich nur in meinem Bewusstsein.

      Wenn mir jemand nur einen einzigen Gegenbeweis liefern kann, dass es etwas außerhalb eines Bewusstseins geben kann, dann werde ich meine Theorie in den Müll werfen."



      Meine Entgegnung auf die "Alles-ist-nur-Bewusstsein-Lehre":

      Üblicherweise ist die Sinneswahrnehmung das Kriterium dafür, dass etwas da ist. Dasjenige existiert wirklich, was man entweder direkt sehen, hören, fühlen, schmecken riechen etc. kann oder dessen Wirkungen man wahrnehmen kann.

      Wenn ich z. B. einen 5-Euro-Schein sehe (also mit meinen Augen wahrnehme), dann ist das ein Beleg dafür, dass es 5-Euro-Scheine gibt, dass solche Scheine existieren und dass sie Bestandteil der wirklichen Welt sind. (Das Problem von Sinnestäuschungen sei einmal ausgeklammert.)

      Hier vollzieht die Alles-ist-Bewusstsein-Lehre nun den entscheidenden Bruch mit dem üblichen Verständnis der Welt und dem üblichen Sprachgebrauch indem behauptet wird: "Es gibt keine objektiven Dinge. Sie existieren ausschließlich als Sinneswahrnehmung und sie sind damit nur im Bewusstsein."

      Wenn der Stock, mit dem ich geschlagen werde, den ich sehe und fühle, nicht als von meinem Bewusstsein unabhängiges Objekt existiert, was soll dann der Begriff der objektiven Existenz überhaupt noch beinhalten? Was soll es für einen Sinn haben, über das intersubjektiv übereinstimmende Sehen, Hören und Fühlen hinaus noch weitere Beweise für die Existenz eines Objektes zu verlangen? Dass etwas sichtbar, hörbar, fühlbar ist, IST das Zeichen seiner Existenz.Wenn "sehen" bedeutet: "mit den Augen wahrnehmen", dann sehe ich den wirklichen Baum mit meinen Augen und nicht den gesehenen Baum. Ich nehme den wirklichen Baum mit meinen Sinnen wahr und nicht den Sinneseindruck dieses Baumes.

      Wenn trotz radikaler Umdeutungen Begriffe wie "existieren" oder dessen Synonyme ("ist da", "ist gegeben", "ist vorhanden", "es gibt" etc.) ohne Erläuterung verwendet werden, dann erzeugt dies eine begriffliche Verwirrung, aus der man sich nur schwer befreien kann.

      meint Eberhard.
    • Geburtsfehler im "Container"?

      Jörn wrote:

      Wer einen Beweis dafür fordert, dass es eine Welt "außer" uns, sowie andere Menschen gibt, der ist ein reiner Kopf- und Denkmensch, dem kein Gefühl und auch sonst nichts mehr helfen kann. Denn nur wer seine Gefühle, die ihm sagen, zeigen, spüren lassen, dass all das, was ihn umgibt, höchst real ist, unterdrückt und beiseite schiebt, kann auf die Idee kommen, dass es nur Bewusstsein gibt und sonst nichts.

      ... und ich glaubte immer, das 'verkopfte' Fordern irgendwelcher "Beweise" könnte womöglich auch irgendetwas mit einem Sicherheitsbedürfnis oder auch einem gewissen eigenen Unsicherheitsgefühl zu tun haben; und dass Gefühle zumindest auch nicht nur etwas darüber aussagen, was uns so alles real "umgibt". Aber vielleicht täusche ich mich da ja auch ;) .

      Aber wie auch immer:
      Das Denken ist in höchstem Maße unser Eigentum; verborgen im tiefsten Innern unseres Seins. Gleichzeitig ist es die gewöhnlichste, abgenutzteste, repetitivste aller Handlungen. (George Steiner: Warum Denken traurig macht)

      Peter Richard wrote:

      In den letzten sieben Jahren habe ich eine eigene Theorie über die Wirklichkeit des Seins entwickelt. Sie basiert auf einer Philosophie des Bewusstseins.

      Ich nenne meine Theorie, die Theorie des Seins - Die Große Vereinigung, weil sie alle Aspeke des Seins abdeckt, zumindest alle, die wir Menschen erleben.

      Nicht gerade bescheiden, ein solches Programm und auch ein solcher zeitlicher Aufwand. Ob jedoch eine "eigene Theorie über die Wirklichkeit des Seins", die auch noch behauptet, dass es "nur Bewusstsein gibt und sonst nichts", im Grunde jemals mehr sein kann als eben eine abstrakte "eigene Theorie" mit Ausschließlichkeits- und Universalitätsanspruch, die letztlich sozusagen im luftleeren Raum um sich selbst kreist, halte ich zumindest auch für äußerst fraglich. Wer im "Bewusstsein" anfängt hat sicher auch gute Chancen, dort zu enden. Neu - siehe z.B. auch Jörns Anspielung auf Descartes - ist das alles ja nicht.
      Es ist und bleibt das gleiche allerorten – man sagt am Ende nichts, in vielen Worten.
      M. Kaléko

      The post was edited 9 times, last by Bartleby ().

    • Das es nur Bewusstsein gibt, heißt ja nicht, das es nicht eine Welt da draußen gibt. Es heißt nur, das die Welt da draußen eine verdichtete Form von Bewusstsein ist. Das ist ja gar keine Abwertung ode Unterdrückung einer äußeren Welt, denn eine solche Abwertung würde das Bewusstsein gleichermaßen abwerten. Oder verstehe ich das falsch?

      Aber eine Antwort auf den Einwand von Fliege interessiert mich doch sehr. Ich frage mich auch wie ich mir das vorzustellen habe: Ich könnte versuchen einen Teil meines Bewusstseins abzuspalten, zu dissoziieren, und dieser Teil soll eine Aufgabe bekommen. Hat das nicht direkte Auswirkungen auf mein Bewusstsein? Mir könnte das Unterfangen plötzlich völlig sinnlos vorkommen, ich könnte sogar vergessen, was ich tat. Mit anderen Worten, ich laufe Gefahr, als übergeordnete Instanz vollkommen nutzlos zu werden. Außer die Teile sind Marionetten, also unfrei bzw. scheinfrei.
      Es war spät abend als ich ankam.

      The post was edited 1 time, last by MaximKammerer ().

    • Peter Richard wrote:

      Kosmos schafft sich seine eigene Welt. Es ist eine Welt in seinem Inneren. Seine innere Welt ist unsere äußere Welt.

      Peter Richard wrote:

      Es gibt nur Bewusstsein, sonst nichts. [Hervorh. von mir]

      MaximKammerer wrote:

      Es heißt nur, das die Welt da draußen eine verdichtete Form von Bewusstsein ist. Das ist ja gar keine Abwertung ode Unterdrückung einer äußeren Welt, denn eine solche Abwertung würde das Bewusstsein gleichermaßen abwerten. Oder verstehe ich das falsch?

      Nein, eine solche metaphysische Theorie "wertet" nichts "ab", aber sie reduziert doch per Handstreich mal eben einfach alles, was es gibt, geradezu monomanisch auf eines, nämlich "Bewusstsein" i.S. irgendeines "Containers für Erlebnisse" bzw. - verräumlicht und vergegenständlicht - irgendeinen 'Innenraum', der etwas enthält oder einschließt, ähnlich wie eine Schublade vielleicht (wer will kann sich dabei vielleicht aber auch an Leibniz' fensterlose Monaden o.ä. erinnert fühlen). Wem das zu wenig ist, der hat offenbar Pech.
      Es ist und bleibt das gleiche allerorten – man sagt am Ende nichts, in vielen Worten.
      M. Kaléko

      The post was edited 2 times, last by Bartleby ().

    • Fast 400 Jahre alte Fehler können auf ein langes Leben hoffen

      Bartleby wrote:

      und dass Gefühle zumindest auch nicht nur etwas darüber aussagen, was uns so alles real "umgibt". Aber vielleicht täusche ich mich da ja auch ;)

      Nicht nur. Soweit ich mich entsinne, hab ich das auch nicht gesagt und auch nicht sagen wollen. Aber wer sich kratzt, weils juckt, der glaubt auch, dass er einen Arsch hat :) und wem der Magen knurrt, der zweifelt nicht ernsthaft an der Existenz von Brot. Und wie stehts eigentlich mit dem metaphysischen Taumel angesichts der Tatsache, dass es etwas gibt und nicht nichts?

      Bartleby wrote:

      Wer im "Bewusstsein" anfängt hat sicher auch gute Chancen, dort zu enden.

      Yepp. In dieser Sackgasse tummeln sich zumindest seit Descartes so viele Denker, dass man sich wundert, dass einem das auch noch als Neuigkeit verkauft werden soll.

      Außerdem ist es natürlich einfach ein Fehler von der angeblichen Sicherheit des eigenen Bewusstseins auf die Bewusstseinsartigkeit von allem zu schließen. Wer für alles einen Beweis fordert, bevor er es glaubt, der darf auch das nicht glauben ...

      The post was edited 4 times, last by _its_not_me_ ().

    • safety first - auch ein (Still-)Standpunkt?

      Jörn wrote:

      Aber wer sich kratzt, weils juckt, der glaubt auch, dass er einen Arsch hat :)

      (So lange er nicht glaubt, dass er real von einem Arsch "umgeben" ist ... :D )

      Bzw. diese dualistische Innen-/Außen-Metaphorik, wie sie ja auch die Rede von einer "Welt außer uns" nahe legt, trifft doch jedenfalls eine Unterscheidung zwischen dem, was es so alles gibt, die in besagtem "metaphysischen Taumel" allein wie mir scheint so auch nicht unbedingt angelegt sein muss.
      Die cartesische "angebliche[n] Sicherheit des eigenen Bewusstseins" als theoretischer Fixpunkt oder auch als dos moi pou sto fängt hier den Taumelnden vielleicht auch auf, aber wohl auch um den Preis einer gewissen Selbstabschließung oder -abdichtung seiner Theorie. Aber dass irgendjemand deswegen gleich ein "reiner Kopf- und Denkmensch" sein soll, dem dem "kein Gefühl und auch sonst nichts mehr helfen kann", finde ich dann doch ein wenig stark.

      Deshalb bitte ich Euch, beweist mir, welche von meinen Aussagen falsch ist.

      Jörn wrote:

      Außerdem ist es natürlich einfach ein Fehler von der angeblichen Sicherheit des eigenen Bewusstseins auf die Bewusstseinsartigkeit von allem zu schließen. Wer für alles einen Beweis fordert, bevor er es glaubt, der darf auch das nicht glauben ...

      Natürlich. Und wer hier erst einen Beweis dafür verlangt, dass es sich womöglich doch anders verhält, bevor er es glaubt (was wohl einer Widerlegung seiner Theorie gleichkäme), dem ist wohl auch nicht mehr zu helfen ;) bzw. dessen metaphysischer "Fehler" kann ja auch wirklich auf ein "langes Leben" hoffen. Theoretisch zumindest ;) . Vielleicht auch ein Grund, warum sich so viele in dieser beliebten Sackgasse tummeln.
      Es ist und bleibt das gleiche allerorten – man sagt am Ende nichts, in vielen Worten.
      M. Kaléko

      The post was edited 7 times, last by Bartleby ().

    • Peter Richard wrote:

      Vielen Dank für Eure Kritiken, Fragen und Aufforderungen.

      A1: Es gibt nur Bewusstsein, sonst nichts.

      Natürlich ist das ein Axiom. Es ist die Grundlage einer Philosophie des Bewusstseins. Mein Bewusstsein ist das Einzige, dessen ich mir sicher bin, dass es existiert. Alles andere, einschließlich aller Materieentitäten, wie auch meinen Körper, erlebe ich nur in meinem Bewusstsein.

      Wenn mir jemand nur einen einzigen Gegenbeweis liefern kann, dass es etwas außerhalb eines Bewusstseins geben kann, dann werde ich meine Theorie in den Müll werfen.



      Was Deine Gesamttheorie betrifft, hat Fliege (ich glaube Beitrag 5) einen Widerspruch aufgezeigt: entweder existiert das "große Bewusstsein" nur in den - oder für die - individuellen Bewusstseinsdomainen, die daran glauben, oder deine Idee, dass es nur relative Realität gibt ist falsch. Daran solltest Du arbeiten. Im ersteren Fall lebst Du in einer Realität, in der Alles Bewusstsein ist und ich in einer ganz anderen Welt, wo Materie existiert, aber kein "großes Bewusstsein".
      Prinzipiell ist deine Grundannahme (Alles ist Bewusstsein) weder beweisbar noch zu widerlegen. Interessieren würde mich allerdings, wie du dein Konzept des individuellen Bewusstseins mit der Erfahrung übereinbringst, dass das Bewusstsein sehr stark von der organischen Verfassung abhängt: Stichworte wären hier: Einfluss von Drogen, geistige Störungen / Veränderungen nach Gehirnverletzungen, das Libet-Experiment, das aufzeigt, dass unbewusste organische
      Gehirnvorgänge bewussten Entscheidungen vorangehen und diese bestimmen können etc...

      Grüße, hel
      Condamine soll in Amerika einige Affen gesehen haben, die seine Operationen nachmachten: nach einer Uhr liefen, dann nach einem Perspektiv, dann taten, als schrieben sie etwas auf, u. dergl. m. - Solcher Philosophen gibt es viele. (Lichtenberg)
      inde genus durum sumus, experiensque laborum / et documenta damus, qua simus origine nati. (Ovid)
    • Emotionen sind die Basis aller menschlichen Erkenntnis

      Jörn wrote:

      Peter Richard wrote:

      Deshalb bitte ich Euch, beweist mir [...] [von mir hervorgehoben]

      ... da zeigt sich, dass deine Philosophie - anders als du zu glauben scheinst - mit Gefühlen nichts am Hut hat. Wer einen Beweis dafür fordert, dass es eine Welt "außer" uns, sowie andere Menschen gibt, der ist ein reiner Kopf- und Denkmensch, dem kein Gefühl und auch sonst nichts mehr helfen kann. Denn nur wer seine Gefühle, die ihm sagen, zeigen, spüren lassen, dass all das, was ihn umgibt, höchst real ist, unterdrückt und beiseite schiebt, kann auf die Idee kommen, dass es nur Bewusstsein gibt und sonst nichts. Nicht zufällig zählt René, der berühmte Ahnherr dieser Denkungsart (wenn man ihm damit auch nicht ganz gerecht wird) zur Linie des sog. Rationalismus.


      Hallo Jörn,

      ich stimme Dir zu, "Ein fehlender Beweis ist kein Beweis des Fehlens." Meine Aufforderung nach einem Gegenbeweis war nur eine Reaktion auf verschiedene Forderungen nach einem Beweis für meine Aussagen. Ich fordere keinen Beweis für meine Aussagen.

      Ich bin von meiner Theorie sehr überzeugt. Ich habe einen technisch-naturwissenschaftlichen Hintergrund.Es waren gerade meine Emotionen, die ich in keiner naturwissenschaftlichen Theorie repräsentiert sah, die ja alle von der Materie als Urgrund allen Seins ausgehen. Unser menschliches Bewusstsein konnte bisher nicht in unserem Körper (Gehirn) gefunden werden, obwohl wir technisch in der Lage sind, einzelne Nervenzellen zu beobachten, unter welchen Umständen sie arbeiten.

      Alle Religionen, die ich kenne, alle philosophischen Aussagen die ich kenne und die Esoterik enthalten alle Aussagen, die mein emotionales Erleben zum Teil erklären.

      Dieser Mangel an Vollständigkeit an allen bisher existierenden Theorien für mein emotionales und intellektuelles Erleben, haben mich ja dazu veranlasst, diese große Aufgabe und Arbeit auf mich zu nehmen, eine eigene Theorie für Alles aufzustellen. Solch eine Theorie muß das Leib-Seele-Problem lösen.

      Das Leib-Seele-Probleme kann nur gelöst werden durch die Umdefinition von Materie in individuelle Bewusstseinsentitäten oder andere geistige Entitäten. Die Erkenntnisse der Quantenphysik sind meiner Meinung nach auch nur dadurch zu erklären. Die Physik sagt doch selbst, dass es keine feste Materie gibt, sondern nur eine Struktur von Wirkungen zwischen den Materieentitäten. Nur diese Wirkungen beschreibt die Physik. Diese Wirkungen sind das, was in unserem Bewusstsein die Vorstellung von Raum und Materie erzeugt. Die Physik sagt nicht wie die Welt beschaffen ist. Diese Wirkungen sind natürlich auch als Wirkungen zwischen den verschiedenen Bewusstseinsentitäten zu erklären.

      Natürlich gehe ich davon aus, dass es eine Welt außerhalb meines Bewusstseins gibt. Aber ich gehe davon aus, dass alle Objekte und Subjekte darin alles eigenständige Bewusstseinsentitäten sind. Außerhalb bedeutet nicht räumlich getrennt, sondern separat existierend.

      Und ja, ich definiere auch alle Materieentitäten als Bewusstseinsentitäten mit eigenem Bewusstsein und eigenen obersten Zielen (Triebe), die sich in der Summe als das darstellen, was die Naturwissenschaften als Naturgesetze bezeichnet.

      Ich habe in den letzten sieben Jahren alle wichtigen Erkenntnisse der Quantenphysik, der Kosmologie, der Biologie und der Psychologie abgeklopft, ob meine Theorie diese Erkenntnisse abbilden kann. Ich konnte dies mit JA beantworten, da ich meine Theorie dabei immer verbessert und verfeinert habe. Allerdings habe ich auch festgestellt, dass es gar nicht so viele wasserdichte Ausssagen in den Wissenschaften gibt, wie das öffentliche Bewusstsein glaubt.

      Du bestätigst ja gerade mit deinen Aussagen über Gefühle (Emotionen) meine Aussage über die Ursache und Notwendigkeit von Gefühlen. Deine Gefühle sagen Dir, was wirklich ist. Woher glaubst Du, kommen deine Gefühle, die Dir soviel Sicherheit geben?

      Ich weiß auch, dass es für das erwachsene, menschliche psychische System sehr schwer ist, seine bisherige Weltsicht radikal zu verändern. Die alte Weltsicht verspricht ja eine bekannte Sicherheit. Neues macht erst einmal unsicher oder sogar Angst. Dies ist unserem obersten Ziel, dem Erhalt unserer Systemintegration geschuldet. Wenn neue Ideen solche Emotionen hervorrufen, dann versucht unser Denker diese Emotionen mit dem vorhandenen Weltbild zu erklären und wird zur Ablehnung dieser Ideen kommen.

      Es bedarf einer großen intellektuellen Disziplin und geübten inneren Wahrnehmung der eigenen Emotionen, zu erkennen, ob unser Denken eine Erklärung für unsere momentane Emotionen sucht, oder ob unser Denken wirklich nur logisch verschiedene Möglichkeiten betrachtet und dann die beste davon auswählt. Aber auch dieses Auswählen geschieht dann immer aufgrund von Emotionen.

      Emotionen sind die Basis aller menschlichen Erkenntnis. Logik ist allenfalls ein Hilfsmittel sich ein widerspruchsfreies Weltbild zu erzeugen. Ich bin davon überzeugt, dass dies das zweite oberste Ziel unseres psychischen Systems ist, sich ein Weltbild zu generieren, das auf alle Lebenssituationen eine gute Antwort hat. Als psychsiches System bezeichne ich die Gesamtheit eines menschlichen Individuums.

      Meine Theorie ist natürlich nur eine Theorie. Sie ist im Prinzip nicht zu beweisen, da ich ja alle Vorkommnisse im Universum beweisen müsste. Aber ein einziger Gegenbeweis kann sie widerlegen.

      Mit freundschaftlichen Grüßen!
      Es gibt nur Bewusstsein, sonst nichts!
    • Fliege wrote:

      1. Gibt es nur "individuelle Realität", dann ist der "Große Geist" abhängig von einem individuellen Bewusstsein und bloß als "großer Geist" vorgestellt, so dass es keine große Realität gibt.
      2. Gibt es einen nicht bloß vorgestellten "Großen Geist", dessen großes Bewusstsein "alles, was sein kann", enthält (große Realität), dann sind individuelle Bewusstseine bloß Filialen des großes Bewusstseins und dann gibt es mehr wie nur "individuelle Realität".

      Da sich 1 und 2 widersprechen, dürfte eine Entscheidung fällig werden, welche theoretischen Bestandteile ausgeschieden werden sollen.


      Hallo Fliege, vielen Dank für Ihren konstruktiven Beitrag.

      Ich vermute, dass wir unterschiedliche Bedeutungen des Wortes Realität verwenden. Eine eindeutige Definition ist sehr schwer. Ich versuche es mal mit meiner Theorie des Seins.

      Es ist meine Annahme, dass jede Bewusstseinsentität eine individuelle Vorstellung von der Realität seiner Welt hat. Dies gilt auch für menschliche Bewusstseinsentitäten. Es ist schon nicht zu beweisen, dass jeder Mensch, die Farbe grün in gleicher Weise erlebt. Wir verwenden nur das gleiche Wort für die gleichen Gegenstände, weil wir es als Kinder so gelernt haben.

      Echte Weitergabe unseres exakten Bewusstseinsinhaltes ist unserem menschlichen Bewusstsein anscheinend nicht möglich.

      Die individuelle Vorstellung liegt darin begründet, dass jede Bewusstseinsentität im Universum ein Individuum ist (Annahme), also schon zu Beginn individuelle Startvoraussetzungen hat. Im weiteren Leben im Universum erfährt jedes Individuum unterschiedliche Wirkungen in seinem Bewusstsein von anderen individuellen Bewusstseinsentitäten.

      Entsprechend seiner Ziele, erwirbt er also unterschiedliche individuelle Erfahrungen im Universum, die in ihm nur ein individuell geformtes Bild seiner Welt zur Zielerfüllung ermöglichen.

      Diese Überlegungen haben mich zu der Aussage gebracht, dass es nur individuelle Realität gibt.

      Ich vermute mal, dass die Philosophie gerne mit einer Vorstellung einer objektiven Realität arbeitet. Ich vermute, dass diese Vorstellung auf dem überholten materialistischen Dogma von Ursache und Wirkung basiert. Die Vorstellung, dass es leblose Materie gibt, die nach immer gleichen Regeln funktioniert. Dieses Dogma müssen wir überwinden.

      Die Aussage der Physik, dass alles relativ ist, sagt meiner Meinung nach auch aus, dass es keine objektive Realität gibt.

      In meiner Theorie gibt es nur die Realität, dass es im kosmischen Bewusstsein eine Unmenge an unterschiedlichen Arten von Bewusstseinsentitäen gibt. Und das auch noch alle Bewusstseinsentitäten einer Art Individuen sind, die eine individuelle Weltsicht, entsprechend ihrer Ziel in sich tragen.

      Diese Realität verändert sich durch Evolution ständig. Was ist dann noch Realität?

      Das maximale Bewusstsein mit seinem Erkenntniskontinuum ist im menschlichen Sinne keine Realität. Es enthält alle unendlichen Mengen an möglichen Realitäten. Es ist Anfang und Ende allen Seins.

      Mit freundschaftlichen Grüßen, Peter
      Es gibt nur Bewusstsein, sonst nichts!