MEW 23, S. 49-160: Erster Abschnitt - Ware und Geld

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    • Marx sagt zur Eröffnung im Kapital (MEW, Band 23, S. 49):
      Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine "ungeheure Warensammlung" (1), die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der Ware.
      Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache (2). Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d.h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel.
      Anmerkung 1 bezieht sich auf Zur Kritik der Politischen Ökonomie (MEW, Band 13, S. 15):
      Auf den ersten Blick erscheint der bürgerliche Reichtum als eine ungeheure Warensammlung, die einzelne Ware als sein elementarisches Dasein.

      Die Frage ist nun, was Ware oder Waren speziell mit "kapitalistischer Produktionsweise" (oder "bürgerlichem Reichtum") zu tun haben sollen?
      Auch in der Steinzeit ernährten sich Menschen von Waren ("als Lebensmittel"), wobei eine Ware nach Marx "ein äußerer Gegenstand [ist], ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt".
      "Ein wackerer Engländer vermisst an den Deutschen Feinheit des Verständnisses, ja wagt zu sagen, der deutsche Geist scheint etwas Verbogenes, etwas Stumpfes, Ungeschicktes und Unglückliches zu haben" (Friedrich Nietzsche, Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben, 1874).

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    • Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine "ungeheure Warensammlung" (1), die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der Ware.
      Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache (2). Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d.h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel.

      Auf den ersten Blick erscheint der bürgerliche Reichtum als eine ungeheure Warensammlung, die einzelne Ware als sein elementarisches Dasein.

      (Hervorhebungen von mir)

      Ich glaube, Marx benutzt hier absichtlich die Worte "erscheint" bzw. "zunächst", mit denen er sozusagen erst einmal den Standpunkt des "Vulgärökonomen" einnimmt, für den die Ware eine "gesellschaftliche Natureigenschaft" (Kapitel 1.4, der Warenfetisch MEW 23, p. 86) darstellt.

      Ein Steinzeitmensch ernährte sich nicht von "Waren ("als Lebensmittel")", sondern von Lebensmitteln. Genauso, wie wir uns eigentlich von Lebensmitteln ernähren und nicht von Waren. Zwar ist jede Ware auch ein Lebensmittel, und zwar in dem Sinne, dass sie ein Mittel ist, ein Bedürfnis des Lebens zu befriedigen, aber andersherum ist nicht jedes Lebensmittel eine Ware.
      Wenn ich mir mein Gemüse im eigenen Garten anbaue und selber esse, dann war das Gemüse niemals in seinem Leben eine Ware. Auch ein Leibeigener, der das Gemüse an bestimmten Tagen auf dem Garten seines Grundherren abbauen muss, gibt ihm keine Ware, sondern pure Arbeitszeit und das Gemüse schließlich als Ergebnis dieser Arbeitszeit. Ware wird ein Produkt erst dann, wenn es von einem freien Produzenten für das Ziel produziert wird, gegen andere Produkte eingetauscht zu werden.
      Beim Brand der einzigen Bibliothek auf Melmac sind beide Bücher verbrannt. Und eines davon war noch nicht einmal fertig ausgemalt.

      ALF
    • rob wrote:

      Ein Steinzeitmensch ernährte sich nicht von "Waren ("als Lebensmittel")", sondern von Lebensmitteln. Genauso, wie wir uns eigentlich von Lebensmitteln ernähren und nicht von Waren. Zwar ist jede Ware auch ein Lebensmittel, und zwar in dem Sinne, dass sie ein Mittel ist, ein Bedürfnis des Lebens zu befriedigen, aber andersherum ist nicht jedes Lebensmittel eine Ware.
      Wenn ich mir mein Gemüse im eigenen Garten anbaue und selber esse, dann war das Gemüse niemals in seinem Leben eine Ware. Auch ein Leibeigener, der das Gemüse an bestimmten Tagen auf dem Garten seines Grundherren abbauen muss, gibt ihm keine Ware, sondern pure Arbeitszeit und das Gemüse schließlich als Ergebnis dieser Arbeitszeit. Ware wird ein Produkt erst dann, wenn es von einem freien Produzenten für das Ziel produziert wird, gegen andere Produkte eingetauscht zu werden.

      Zunächst ist da also ein von Menschen hergestelltes Produkt, "ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt" bzw. befriedigen kann.
      Ein solches Produkt wird zur Ware, wenn es in Tauschhandel eingeht. Tauschhandel kommt in der Menschheitsgeschichte schon früh vor.
      Wikipedia zu Urgeschichte:
      Homo sapiens erlernte bereits vor der Ausbreitung des Menschen aus Afrika mindestens fünf Fertigkeiten, welche der Neandertaler sich selbst nach Kontakten nicht aneignete: [...] und die Befähigung zum Tauschhandel (zur Erläuterung des Handels: Steinwerkzeuge von Neandertaler und modernem Menschen mögen sich äußerlich sehr ähneln, aber das Material des Neandertalers ist immer regionaler Herkunft, während Homo sapiens in der gleichen Epoche Feuerstein - auch entfernten Ursprungs - standardmäßig nutzte und sich auch fernab der Küsten mit Muschelketten schmückte).
      Später kommt Geld hinzu.
      Wikipedia zu Geld:
      Natural- oder Warengeld war früher weit verbreitet und in allen Kulturen und Epochen vorzufinden. Es waren wertvolle, nützliche oder schöne Dinge. Zum Beispiel Steingeld in Mikronesien, Ring- und Schmuckgeld in Neu-Guinea und im Süd-Pazifik, Schnecken- oder Muschelgeld in Afrika und China, Kleidergeld (beispielsweise Pelze) in Nordamerika und Metallgeld in allen Regionen. [...]
      Die ersten Münzen wurden im 7. Jahrhundert v. Chr. von den Lydern geschlagen. Münzen erleichterten den Handel wesentlich. Sie hatten den Vorteil, immer gleiche Größe, gleiches Gewicht und gleiches Aussehen zu besitzen und statt gewogen abgezählt werden zu können.

      Marx (mit robs Hervorhebung):
      Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine "ungeheure Warensammlung", die einzelne Ware als seine Elementarform.
      "Kapitalistische Produktionsweise" besteht darin, dass sie mehr Produktgruppen und größere Produktmengen umfasst wie früher, die hergestellt werden, um sie in Handelsbeziehungen einzubringen?
      "Ein wackerer Engländer vermisst an den Deutschen Feinheit des Verständnisses, ja wagt zu sagen, der deutsche Geist scheint etwas Verbogenes, etwas Stumpfes, Ungeschicktes und Unglückliches zu haben" (Friedrich Nietzsche, Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben, 1874).
    • Hi!

      Fliege wrote:

      "Kapitalistische Produktionsweise" besteht darin, dass sie mehr Produktgruppen und größere Produktmengen umfasst wie früher, die hergestellt werden, um sie in Handelsbeziehungen einzubringen?


      Ich habe vermutlich ähnliche Verständnisprobleme wie Du.

      Ist es vlt. nur ein Umschlagen von Quantität in Qualität, d.h. das im Kapitalismus die Warenproduktion zur alleinigen/bestimmenden Produktionsform geworden ist?

      mpg Philzer
      Pflichteid an den Pantheismus:

      Ich schwöre, das alles von mir Gepostete lediglich ein Meinen ist. - Philzer


      Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet.
      Von den Tatsachen, die ihnen mißfallen, wenden sie sich ab
      und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag.
      Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.

      Gustave Le Bon
    • "Kapitalistische Produktionsweise" bedeutet nach meinem Verständnis zunächst einmal nur, dass Produkte primär für den Markt produziert werden. Eine "kapitalistische Gesellschaft" ist eine Gesellschaft, in der die kapitalistische Produktionsweise dominierend ist. Das bedeutet nicht, dass andere Arten der Produktion bzw. Arbeit (Selbstversorgung, Nachbarschaftshilfe, Arbeit innerhalb der Familie) keine Rolle spielen würden. In der modernen Gesellschaft kann man aber wohl beobachten, dass die nicht-kapitalistische Arbeit tendentiell kapitalisiert wird (z. B. in der Kinderbetreuung). Die Frage, wie die "kapitalistische Produktionsweise" aussieht und ihre Konsequenzen sind ja ein Grundthema des Kapitals. Wie diese Produktionsweise die Gesellschaft verändert, thematisieren z. B. z. B. die Kapitel über den Arbeitstag oder die Maschinen.
      Beim Brand der einzigen Bibliothek auf Melmac sind beide Bücher verbrannt. Und eines davon war noch nicht einmal fertig ausgemalt.

      ALF
    • rob wrote:

      "Kapitalistische Produktionsweise" bedeutet nach meinem Verständnis zunächst einmal nur, dass Produkte primär für den Markt produziert werden. Eine "kapitalistische Gesellschaft" ist eine Gesellschaft, in der die kapitalistische Produktionsweise dominierend ist.

      Ich möchte vermuten, dass im Imperium Romanum (rund ein Drittel der Arbeitskräfte waren in der Landwirtschaft tätig; laut Wikipedia zu Wirtschaft im Römischen Reich) bei starkem Handwerkssektor mit bereits vorhandener Fabrikproduktion (Arbeitskräfte kommen aus dem Familienverbund, sind Sklaven und Lohnarbeiter; "obwohl es einige Großbetriebe gab, waren die Hauptproduktionsorte immer noch die zahlreichen kleinen Werkstätten") und Bankenwesen durchaus eine deutliche Tendenz zur "kapitalistischen Produktionsweise" (nach Marx) angenommen werden kann. Die marktorientierte Produktion dürfte sogar so stark internationalisiert gewesen sein (auch über die Reichsgrenzen hinaus durch starke Straßen- und Schifffahrtsinfrastruktur), wie es erst wieder in der Neuzeit der Fall gewesen ist.
      Deswegen kommt es mir so vor, dass Marx mit seiner Waren-, Wert- und Geldtheorie eine allgemeine und nicht epochenspezifische Theorie des Wirtschaftens vorlegt, so wie man es von einem Ökonomen auch erwartet. Demnach wäre der erste Satz im Waren-Abschnitt: "Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine 'ungeheure Warensammlung', die einzelne Ware als seine Elementarform"; so umzuformulieren: Der Reichtum einer Gesellschaft erscheint je nach Wirtschaftskompetenz als eine mehr oder weniger ausgefächerte Warensammlung, die einzelne Ware als seine Elementarform.
      "Ein wackerer Engländer vermisst an den Deutschen Feinheit des Verständnisses, ja wagt zu sagen, der deutsche Geist scheint etwas Verbogenes, etwas Stumpfes, Ungeschicktes und Unglückliches zu haben" (Friedrich Nietzsche, Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben, 1874).
    • Ich bin mir nicht sicher, ob Marx' Wirtschaftstheorie wirklich epochenübergreifend ist. Falls sie es ist, würde ich bezweifeln, ob Marx selber es so sehen würde. Schließlich beschreibt er im Abschnitt über den Warenfetisch verschiedene Alternativen zur kapitalistischen Gesellschaft (pp. 90ff ab "Da die politische Ökonomie Robinsonaden liebt"), wobei er diese immer der Warenproduzierenden Gesellschaft entgegensetzt.

      Die römische Gesellschaft war sicherlich auch Warenproduzierend und die Produzenten dieser Waren haben wohl auch kapitalistisch gedacht. Insofern wäre sie ein Beispiel für eine warenproduzierende Gesellschaft bzw. eine kapitalistische Produktionsweise. Allerdings sind die meisten "Arbeitnehmer" in ihr Sklaven und keine freien Arbeiter, die ihre Arbeitskraft verkaufen. Insofern ist die Kapitalisierung noch nicht so weit fortgeschritten, dass die Arbeitskraft selbst auf dem freien Markt gelandet ist.


      Hmmm...wenn ich es mir noch einmal überlege, bin ich gestern vielleicht ein bißchen zu weit gegangen mit diesem Satz:

      "Kapitalistische Produktionsweise" bedeutet nach meinem Verständnis zunächst einmal nur, dass Produkte primär für den Markt produziert werden.


      Da schließlich für Marx nur Arbeit Wert schaffen kann, gehört für ihn zum Kapitalismus auch ein freier (d. h. sowohl rechtlich freier als auch kapitalfreier) Arbeiter , der für Leute mit Kapital Mehrwert schaffen kann. Eine kapitalistische Gesellschaft wäre damit immer auch eine Warenproduzierende Gesellschaft aber nicht andersherum (z. B. Rom).
      Beim Brand der einzigen Bibliothek auf Melmac sind beide Bücher verbrannt. Und eines davon war noch nicht einmal fertig ausgemalt.

      ALF
    • Hi JSM!

      Joachim Stiller wrote:

      1. "ist" der Nutzen der Gebrauchswert, und 2. ist der Preis der Tauschwert. Du kannst den Tauschwert nun auf zwei Sachverhalte beziehen, entweder den Kostenpreis (Arbeitswerttheorie, oder auf den Gewinnpreis (z.B Selteneheitswert bei Diamanten - hoher Gebrauchswert).


      Das kann ich nicht nachvollziehen. Du fällst m.E. nach hinter Marx zurück.

      Der Seltenheitswert ist bei Marx voll in der Arbeitswerttheorie inbegriffen. Denn je seltener "etwas" ist, umso mehr Arbeit braucht es einfach einiges von diesem "etwas" zu bekommen. Die Form dieser Arbeit spielt keine Rolle, Suchen; Tiefschürfen, sondern nur die reine zum Ziel führende notwendige Arbeitsleistung.

      mpg Philzer
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      Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet.
      Von den Tatsachen, die ihnen mißfallen, wenden sie sich ab
      und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag.
      Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.

      Gustave Le Bon
    • Die Blaue Mauritius ist selten und sehr begeht, und darum auch sehr Teuer. Maßgeblich ist hier das Verhältnis von Kostenpreis zur Nachfrage. aber bestimmt nicht der Aufwand, so etwas neu zu beschaffen. Das wäre ja auch schlechterdings unmöglich. Du siehst: Marx hat sich getäuscht. Im Übrigen falle nicht ich hinter Marx zurück, sondern Marx hinter mich, ja sogar hinter Smith und Ricardo. Es tut mir leid, das so sagen zu müssen. Schuld an letzterem ist allerdings nur die Merhwerttheorie, die in der marxschen Fassung unbrauchbar ist... Gruß Joachim Stiller Münster
    • mehr Wert :-)

      Hi Joachim!

      Ein Punkt für Dich. Du hast etwas gefunden wo die Mehrwerttheorie nicht greift. Aber das lasse ich logischerweise nicht gelten.
      Denn die Menschheit, ab morgen 7 Milliarden, bald 70 Milliarden :D , lebt nicht von "blauen Mauritius" oder irgendwelchen Kunstwerken. Das solche Dinge in der "Kapitalüberflussgesellschaft" zunehmend als Geldanlage von den Multidrilliardären genutzt werden, kann vermutlich nur als Symptom der Geldflucht für den krisenschwangeren Kapitalismus herhalten.

      Beim Diamant dagegen ist es anders. Ihn wird man früher oder später komplett künstlich herstellen. (Das einzigste Problem was es derzeit noch gibt für Schmuckdiamanten ist das vollständige Verhindern/Verstecken des ersten Kristallisationskeimes. o.s.ä.)

      mpg Philzer

      PS: schade dass hier nichts los ist...
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      und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag.
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      Gustave Le Bon
    • Mauritius und Kapitalismus :-)

      Hi JSM!

      Joachim Stiller wrote:

      Tja, was soll ich nur mit Dir machen??? Gruß Joachim Stiller Münster


      Seh es nicht tragisch. Wir werden da nicht zusammenkommen. Vlt. haben wir mal andere Punkte wo es "uns" was bringt.

      Ich kann Deine Denkweise in keinster Weise nachvollziehen und halte sie für esoterisch. Aber das weisst Du ja.

      Die "Mauritius" oder meinetwegen auch die Erzeugung von Kunst, kann erst dann mit Marx Mehrwerttheorie gemessen werden, wenn sie nach einem kapitalistischen Produktionsprinzip erzeugt wird. Also Massenarbeit/Arbeitsteilung, siehe Kooperation etc.

      mpg Philzer
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      und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag.
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      Gustave Le Bon
    • das gilt vielleicht für nicht-industriell hergestellte knappe Güter wie Briefmarken oder Kunstwerke. Bei Industriegütern würde eine hohe Nachfrage zwangsläufig ein höheres Angebot nach sich ziehen. Marx stellt sich ja gerade die Frage, wie ein Mehrwert selbst dann zustande kommt, wenn Angebot und Nachfrage mehr oder weniger zusammenpassen.
      Beim Brand der einzigen Bibliothek auf Melmac sind beide Bücher verbrannt. Und eines davon war noch nicht einmal fertig ausgemalt.

      ALF
    • Produktion & Mehrwert

      Hi!

      @ JSM & rob:

      Ich hab mich natürlich falsch ausgedrückt. Es ist falsch bei dieser ökonom. Betrachtung von "kapitalistischer Produktionsweise" zu sprechen , sondern es handelt sich um die industrielle Produktion. Rob hat das richtig ausgedrückt.

      Dort entsteht der Mehrwert. Dabei spielt es rein theoretisch* keine Rolle "wem" die PM gehören.

      Hoffentlich finden wir ihn noch, den Mehrwert. :D


      mpg Philzer



      * also wenn man bspw. psychologische Aspekte der Gesellschaft herauslässt wie: höherer Krankenstand durch soziale Sicherheit, langsameres Arbeitstempo da kaum Kündigung möglich, fehlender/zumindest stark veringerter Konkurrenzdruck da keine Existenzangst etc...
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      Gustave Le Bon
    • Hi!

      Joachim Stiller wrote:

      Stimmt: Es spielt keine Rolle, wem die Produktionsmittel gehören. Nur der Profit ist überflüssig, und gehört abgeschafft... Gruß Joachim Stiller Münster


      Du legst mich absolut falsch aus.

      Ich habe geschrieben das rein theoretisch, unter weglassen psychologischer Momente - was schlechterdings natürlich ein Unding ist - ist ja bspw. Geld heute Kapitalismus nichts anderes als reine Psychologie ohne jeglichen Wert im Sinne der Werttheorie, bei der industriellen Massenproduktion ein Mehrwert entsteht.

      Also die Entstehung des Mehrwertes ist unabhängig vom Eigentumsverhältnis.

      Nicht aber die Aneignung des Mehrwertes, der gehört dem Besitzer!


      Wir kommen da nicht zusammen. Zwecklos.


      mpg Philzer


      PS: Deine Aufforderung zur Abschaffung des Profits könnte man selbstverständlich ebenso falsch als die Aufforderung zur Misswirtschaft und zum Abbbau von Wohlstand missverstehen :D
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      und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag.
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      The post was edited 1 time, last by Philzer ().

    • zum Ps: Dann hättest Du aber etwas entscheidendes nicht verstanden... :LtD:

      Es gibt keinen Mehrwert im Marxschen Sinne, sondern nur den Profit. Profit wird aber nicht "produziert", etwa im Sinne eines Mehrproduktes, sondern auf den Preis aufgeschlagen. Das ist doch gerade das entscheidende meiner Theorie. Ich weiß einfach nicht, warum Ihr Euch so schwer damit tut. Ich vermute da einfach rein ideologische Gründe... Aber Ideologie ist hier absolut kontraproduktiv...

      Wenn Ihr zwei konkurrierende Theorien vergleichen wollt, dann braucht Ihr eine Metatheorie, in die sich diese beiden konkurrierenden Theorien einordnen lassen, sonst bleiben beide Theorien inkomensurabel. Ich glaube aber nun, eine soche Metatheorie gefunden zu haben, in die sich das Angebots-Nachfrage-Modell und die Mehrwerttheorie logisch einordnen lassen, und zwar mein Kostenpreis-Nachfrage-Modell... Gruß Joachim Stiller Münster