Die Gräuel in der Ödnis

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  • Die Gräuel in der Ödnis (10.Jan.)

    Schwarzer und erstickender Rauch dringt aus Feuerungen in die entlegene
    Landschaft.
    Eine ausgebrannte Oberförsterei ist geheimnisumwoben und wird gemieden.
    Ein Trauerzug bewegt sich langsam durch eine dämmergraue Schlucht.
    Rostiger Stacheldraht umfriedet einen alten Bestattungsplatz.
    Giftmörder suchen blauen Eisenhut an lichten Stellen in Auwäldern.
    In einem Feldgehölz liegen die Trümmer einer Hinrichtungsstätte.
    An abgeschiedenen Gehöften werden Herumtreiber von Hunden verbellt.
    Heftiger Wind treibt beißenden Staub durch einen vormaligen Steinbruch.
    In der Dunkelheit lodern Irrlichter aus dem sumpfigen Talgrund.
    Im Spätherbst werden auf der Feldflur Strohmieten in Brand gesetzt.
    Gewitterblitze schlagen aus Wolkenbrüchen in freistehende Sühnekreuze ein.
    Bewaffnete Männer rudern in Mondnächten mit schweren Eisenkähnen.
    Wilderer spannen bei Frostwetter Abzugseisen auf Holzrückewegen.
    Niederwild verendet in Drahtschlingen auf ausgetretenen Wechseln.
    In einer zerfallenen Klosteranlage werden vergiftete Lockmittel ausgelegt.
    Bei Sturm und Regen werden befahrene Fuchsbaue mit Gas ausgeräuchert.
    In einer einstigen Zisterne werden junge Katzen in Jutesäcken ertränkt.
    Im untiefen Wasser einer früheren Kiesabgrabung schlagen Kinder
    Ringelnattern tot.
    Blutbefleckte Jäger durchstreifen im kalten Nebel mehrere Fichtendickungen.
    Verstörung und Entsetzen überwiegen in dem Weiler und dem Landstrich.


    Thomas Dahmen

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Comments 1

  • Groot -

    deutlich besser als der Unsinn bzw. unvollständige Sinn über den Weltgeist ;)