Das illusorische "Ich"

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  • Das illusorische „Ich“
    Haben Sie noch Platz für ein paar Knoten und den Versuch sie zu entwirren?
    Ok! Dann stelle ich hier mal folgende Fragen:
    Wozu brauche ich ein "Ich", dessen einzige Aufgabe darin besteht, diesen Körper zu beschützen, wenn wir in einem deterministischen Universum leben, in dem alles von Anfang bis Ende bereits feststeht?

    Das macht keinen Sinn!

    Folglich kann dieses "Ich" nur eine Illusion sein!
    Eine für uns sehr hartnäckige Illusion.
    Bei der Frage nach seiner Notwendigkeit im Bezug auf das deterministische Universum entdecken wir also sofort seine Nutzlosigkeit. Etwas Nutzloses kann in diesem Universum jedoch nicht sein denn das widerspricht dem Determinismus.
    Welchen Zweck verfolgt ein deterministisches Universum, wenn sie Wesen wie den Menschen unter dem Einfluss eines Illusorischen "Ichs" durch die Zeit führt?
    Wie bei allen Fragen die uns kontrovers erscheinen, scheinen am Ende immer beide Seiten richtig zu sein. Es ist eine Illusion weil es als Illusion bestehen soll. Es ist da um seinen Zweck als Illusion zu erfüllen. Sonst würde es nicht existieren.
    Hier entsteht jetzt auch die Frage danach, ob wir dann desillusioniert und gänzlich ohne ein "Ich" bestehen könnten. Das „Ich“ erscheint uns hier auch als eine Art mehr oder weniger Sinnvolle Programmierung die man unter Umständen nicht einfach abschalten kann.

    Zuerst aber die Frage, welchem Zweck ein illusorisches "Ich" dient.
    Bei Mutter Natur geht es für die Lebewesen immer nur ums Überleben. Innerhalb dieses Kontextes, macht ein „Ich“ das dem Schutz des eigenen Körpers dient, Sinn.
    Behaupten wir einmal, dass ein Lebewesen welches ein „Ich“ hatte und dieses ganz plötzlich verliert, den Lebenswillen verlieren kann wenn es nichts vom Determinismus des Universums weiß und selbst wenn es davon weiß, dies noch lange nicht bedeutet, dass es in der Lage sein würde, ohne ein „Ich“ überleben zu können.

    Das bedeutet unter diesen Umständen, brauchen wir ein illusorisches „Ich“, wenn wir nichts vom Determinismus des Universums wissen. Wenn wir vom Determinismus wissen, wäre es vielleicht möglich zu lernen das Illusorische „Ich“ zu verlieren.
    Kernfrage wäre dann, wie wir wenn wir vom Determinismus des Universums wissen, das illusorische „Ich“ los werden. Geschieht das von ganz allein oder müssen wir dazu etwas beitragen und wenn die Erkenntnis über das Deterministische Universum nicht ausreicht um das illusorische „Ich“ los zu werden, wie haltbar ist dann diese These überhaupt noch?
    Die Gegenfrage könnte lauten: Würde ein „Ich“ egal wie illusorisch es auch sein mag, nicht mit allen Mitteln versuchen auch seiner eigenen Auslöschung entgegen zu wirken, vor allem wenn es an das Körpergefühl gebunden ist und dem einzigen Zweck dient, der Auslöschung entgegen zu wirken. Dieses „Ich“ kann nicht einfach aufhören zu sein. Es wäre für die Erkenntnis über das deterministische Universum völlig unempfänglich. Selbst wenn man ihm unentwegt sagen würde, dass sein Zweck mit der Erkenntnis über das Universum erfüllt sei und es nun nicht mehr gebraucht würde, wäre es außer Stande einfach zu verschwinden.
    Nun sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir fragen müssen, was uns dazu befähigen würde das illusorische „Ich“ los zu werden. Gibt es Techniken, Mittel und Wege wie man dies bewerkstelligen könnte und sollten wir das tun?

    Allem Anschein nach ist es eine unmögliche Aufgabe, die Erkenntnis über den Determinismus des Universums zu leben, wenn man ständig von seinem „Ich“ davon abgehalten wird. Wie ein mit Helium gefüllter Luftballon, der mit einer Schnur an einem Stein festgemacht wurde, hält uns offenbar das illusorische „Ich“ davon ab los zu schweben.
    Das „Ich“ ist der Stein und der Ballon ist unser Bewusstsein. Durch dieses hilfreiche Bild erkennen wir eine Art Schnur die man offenbar nur zu durchtrennen bräuchte.
    Was ist diese Schnur? Wie kann man sie durchtrennen und immer wieder die Frage ob man das auch tun sollte? Aber sagen wir mal, wir sind etwas wahnsinnig und mutig. Wir richten dabei unser Augenmerk auf den Determinismus und wollen die Schnur auf jeden Fall durchtrennen. Es sollte uns nicht gelingen, wenn es nicht vorherbestimmt ist.

    Das wiederum bedeutet: Wenn wir zur Erkenntnis über das Universum gelangen und es ist uns nicht vorherbestimmt die Schnur zu durchtrennen, die unser Bewusstsein frei von der Illusion des „Ichs“ macht, könnten wir rein gar nichts tun um die Schnur zu durchtrennen.
    In diesem Fall wäre es angebracht darauf zu warten, bis die Schnur von ganz allein und zu seinem vorherbestimmten Zeitpunkt zerreißt oder hinzunehmen wenn es niemals passiert.

    Darüber zu spekulieren, was geschehen wird, wenn die Schnur zerrissen und das Bewusstsein frei ist, kommt den Vermutungen gleich, die man über ein mögliches Jenseits oder auch nur über Lebewesen auf einem fremden Planeten anstellt. Spekulieren hilft nicht.

    Auf der anderen Seite kann es sehr gut sein, dass man die Schnur erst durchtrennen kann wenn man herausgefunden hat was sie eigentlich ist und mit dieser Erkenntnis, die dann wie eine Schere wirkt, erlaubt es das Universum auch das sich das Bewusstsein von seinen Fesseln löst. Also ganz nach dem Ursache und Wirkungsprinzip. Vielleicht ist auch beides möglich. Das wäre jedoch egal, denn man könnte nur jeweils einen der beiden Möglichkeiten erfolgreich austesten.

    Final fragen wir nun:
    Was bindet unser Bewusstsein an den schweren Stein, das illusorische „Ich“?
    Bewusstsein ist hier das Schlüsselwort! Wenn ich mir meiner Selbst bewusst bin, dann ist dabei ganz viel „Ich“ im Spiel. Ohne „Ich“ kein Bewusstsein und ohne Bewusstsein kein „Ich“. Beide scheinen auf einmal zwei Seiten der selben Medaille zu sein. Wenn aber „Ich“ und Bewusstsein ein und das Selbe sind, dann gibt es keine Möglichkeit der Befreiung, denn nichts ist festgebunden. Das könnte bedeuten, wir können uns über den Determinismus des Universums bewusst werden, bewusst Leben werden wir ihn jedoch nie gänzlich, denn dazu wären wir dann nicht in der Lage.

    Immer wieder könnten wir in die Erkenntnis eintauchen um dann zurück auf unser beschränktes Menschsein geworfen zu werden.
    Vielleicht pendeln wir hin und her und immer schneller bis wir am Ende länger und länger die Erkenntnis leben könnten.
    Dann wäre es ein wunderbarer Lernprozess, der uns alles bietet. Die Erkenntnis, das Bewusstsein und ein fast illusorisches „Ich“.
    Bei der hohen Komplexität des Universums ist das ja vielleicht am besten.

    168 times read

Comments 1

  • herrallerwelten -

    „ICH beobachte immer nur Facetten von mir selbst“!

    ICH beobachte „de facto“ immer nur „meine eigenen selbstausgedachten Informationen“!

    Jeder „Menschenkörper“, aber auch alle anderen von mir denk- und wahrnehmbaren
    Informationen, die ICH mir "HIER&JETZT" ausdenke sind „de facto“ immer nur von
    mir selbst "HIER&JETZT" ausgedachte „Ideen“ (idea bedeutet etymologisch „äußere Erscheinung,
    Form, Gestalt“ ) und somit auch im wahrsten Sinne des Wortes nur „Ideen“, also nur „IN-
    Form-at-Ionen“, die eben „de facto“ immer nur "HIER&JETZT" in meinem Bewusstsein „in
    Erscheinung treten“, wenn ich an sie denke, d.h. wenn ich meinem Geist
    durch mein Denken diese momentane Form zuteile!
    Da ich ständig denke unterliegt mein Geist auch einer sich ständig wechselnden Gestalt!

    Denken bedeutet wahrnehmen und wahrnehmen bedeutet
    etwas „als wahr annehmen“! Mit meinem Denken erschaffe
    ich die „Informationen“ meines Bewusstseins!

    Kann ein Gedanke den ich mir denke, der zwangsläufig immer nur dann existiert wenn ich ihn
    denke, selber denken?
    Die Antwort ist ganz einfach:
    Es wird in meinem Bewusstsein immer alles genau so in Erscheinung treten, wie ich „in
    meinem tiefsten Inneren glaube“ das es ist! Wenn ich glaube, das ein Gedanke von mir
    (z.B. ein Mensch = Säugetierkörper) selber denken kann, dann wird dieser Gedanke mir in
    meinem Bewusstsein auch so erscheinen, als wenn er selbst denken könnte!