Arbeitslos, Depressiv und Hochbegabt

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  • Leider gibt es für solch (durchaus wichtige!) Themen keinen eigenen platz im Forum. Deshalb muss es wohl hier sein. Es wäre schön, wenn dies nachgeholt würde :)

    Endlich veröffentlicht die Zeit einmal einen Artikel, in welchem sie nicht wieder mit Klischees um sich wirft (ZDF und Autismus, hust .. ) sondern einmal einen anderen Blick auf die Materie ermöglicht. Dafür alle Daumen hoch von mir! :thumbsup:

    Das Thema: Arbeitslos, Depressiv, sozial isoliert und hochbegabt. Wie passt das zusammen?
    zeit.de/campus/2017-02/foerder…zeitde.share_small.link.x
    Mit freundlichen Grüßen
    Chris

    6.552 mal gelesen

Kommentare 13

  • skydiver -

    Ich habe den Artikel in der Zeit gelesen. Alles was sie schreiben hat seine Richtigkeit und beschreibt eine Initiative die ganz wichtig und überfällig ist - findet also meine volle Zustimmung.
    Was ich aber vermisse, ist in der beschriebenen Zielsetzung (der Reintegration) irgendein Aspekt jenseits von Leistung oder Performance. Man könnte kurz schließen (das würde den Artikel aber miskreditieren) dass es ('nur') darum ginge, solche Menschen wieder operabel werden zu lassen, sodass sie in der Gesellschaft Leistung erbringen können. Kein schlechtes Ziel - aber hoffentlich nicht das einzige?
    Wie @ceam am 02.03.2017 schrieb, ist die Gesellschaft geprägt durch viel Arbeitsamkeit, die nicht sehr sinnvoll erscheint. M.E. weit mehr als 50%. Kurzfristige Änderung durch Einzelpersonen (z.B. die eigene Person) erscheint quasi unmöglich. Für einen Hochbegabten, der das so wahrnimmt und gleichzeitig von kaum jemand anderem verstanden wird, durchaus viel Grund depressiv zu werden...

  • Cannabis -

    Nun, ich bin momentan Betrunken. Und kann zur Überschrift nur sagen dass wohl alles auf mich zutrifft, ich lese mir das gern mal durch was du da gepostet hast, bevor Jemand fragt warum ich betrunken sei, dies wurde ja eigentlich schon Beantwortet. :)

    • Lebensforscher -

      Dann höre bitte auf, Dich zu betrinken. Das löst Dein Problem nicht, sondern ist Teil des Problems. Wenn Du nicht trinkst, siehst Du die Dinge klarer und hast damit zugleich einen ersten Schritt getan, Dein Problem zu lösen. Eventuell kommst Du sukzessive auf diesem Weg voran und kannst Dich aus dem Dilemma befreien. Ich wünsche Dir viel Erfog dabei. :)

    • Cannabis -

      Danke für deine Worte, Jedoch ist es leichter gesagt als getan "Hör auf zu Trinken" in meiner Momentanen Lage ist das alles an "Entspannung" was es so gibt da ich Kaum mehr ein Soziales Umfeld habe und so gut wie gar nicht mehr nach draußen gehe, die Depression dauert mittlerweile schon übere viele jahre und ich gehe bald wieder in eine Klinik in der Hoffnung dass es etwas bringt, aber das ist ja kein Hilfe Forum daher genug davon haha.

    • Lebensforscher -

      Egal, versuch es trotzdem. Vielleicht schaffst Du es ja doch. Alles Gute! :)

    • Cannabis -

      Danke, ja ich Hoffe es, die Hoffnung hat mich noch nicht vollständig verlassen :)

    • ChrisH -

      Eigentlich will ich keine dummen möchte gern Tipps geben, die zwar nett gemeint sind, dennoch aber nicht viel nützen, weil sie schlichtweg stumpf sind. Aber ich will dir sagen, dass du nicht der einzige im Forum bist, der Probleme mit Alkohol hat. Meine Mutter hat diese ebenfalls. Und das schon ihr ganzes Leben lang. Irgendwann geriet es dann komplett außer Kontrolle, so dass sie dann mit durchschnittlich zwei Promille und einer Flasche in der Hand und zweien im Kühlschrank, auf der Terrasse saß.
      Nun ist es seit zwei Jahren ein ewiges Hin und Her zwischen Therapien und Rückfällen. Nun ist sie wiedereinmal trocken. Dennoch gibt es ständig Streit, wegen ihre Depressionen und den Konflikten innerhalb der Familie. Du bist also im Forum nicht alleine Betroffen. Ich weis zwar nicht aus Persönlicher Erfahrung wie schwer es ist, los zu kommen, aber ich kann es nachvollziehen. Und deshalb wünsche ich dir viel Glück auf deinem Weg :)

  • ceam -

    Eigentlich würde ich von einem Hochbegabten sogar erwarten, dass dieser depressiv und arbeitslos wird. Ich meine ich halte das für normal, weil hier alles so grausam, voller hass und irational ist. Arbeiten zu gehen ist völlig sinnlos egal welche Stelle man bekommt. Die Hälfte der Arbeitszeit könnte man sich sparen, wenn die Gesellschaft nur vernünftig wäre. Auch die Bildung könnte um ein vielfaches effektiver werden, sodass jeder locker jeden Beruf erlernen kann. Auch die Unterhaltung könnte um ein vielfaches besser sein, sodass nicht in jedem Film oder Spiel massive Fehler vorkommen.

    • ChrisH -

      Im Prinzip gebe ich dir Recht. Mir geht es da sehr ähnlich. Vor allem aber deshalb, da ich momentan mein Abi machen muss. Deshalb kann ich auch nichts großartig ändern. Dennoch würde ich hier gerne auf Anne Heinze verweisen, die oft darauf hinweist, dass man als "buntes Zebra" auch selbst sein Leben in der Hand hat. Das heißt, wenn man etwas ändern will, dann beginnt Veränderung auch bei einem selbst. Wenn ich also ein Scanner bin, dann kann es sich zum Beispiel lohnen, in der Nähe, oder in einer Stadt zu leben. Solche Veränderungen sind durchaus möglich.

      youtube.com/watch?v=oqBcg7sK4Sg&t=379s

      youtube.com/user/OpenMindKanal/videos

      Berichtest du aus deiner eigenen Erfahrung? Wenn ja, dann wäre es toll endlich mal auch hier im Forum auf ein "buntes Zebra" zu stoßen ^^

    • ceam -

      Ein Gedächtniskünstler kann in 10 Minuten bis zu 200 Begriffe auswendig lernen. Das kann man dann in Vokabeln umrechnen und schauen wie man dieses Wissen dann auch auf Dauer behalten kann. Ich habe in meiner Schulzeit effektiv fast nichts gelernt, obwohl ich immer voll dahinter war, während des Unterrichts. Hätte man mich einfach nur in ruhe lernen lassen, mir die Lerntechniken gezeigt, mir ausführliche Bücher gegeben, dann hätte ich in der selben Zeit auch mehrere Sprachen mit guter Gramatik und einem ausreichenden Wortschatz erlernen können. Stattdessen wird man in den Schulen nur am Lernen gehindert, niemand profitiert von so einem Unterricht. Man braucht eine gewisse Naivität um überhaupt so viel überflüßige Opferbereitschaft aufbringen zu können um ein Abitur oder ein Studium machen zu können. Ein Mensch wie ich, der schon als Grundschüler verstanden hat, dass der Unterricht total ineffektiv ist hat da schlechte Karten. Ich bin zu sehr darauf bedacht, dass man es dann grundsätzlich richtig macht, damit alle auf der Welt etwas davon haben als, dass ich schaue, dass ich es irgendwie gegen eure Hürden schaffe einen Beruf zu erlernen.

      Die Arbeit ist das gleiche Problem. Wie ich schon sagte, kann man, wenn man nur wollen würde die Arbeitszeit halbieren. Angeblich sollen das jetzt die Maschienen herbeiführen die den Menschen ersetzen sollen. Aber bei vernünftiger Gestaltung hätten wir das auch schon die ganze Zeit haben können, ohne irgendwelche ernstzunehmenden Abstriche. Mir jagt der Gedanke angst ein, dass ich jeden Tag über 10 Stunden (Wegzeit, Pausenzeit mit eingerechnet) mit arbeiten beschäftigt sein soll und das für den Rest meines Lebens. Und, dann auch noch genau zu wissen, dass es völlig unnötig ist, wir es also eigentlich gar nicht bräuchten, dass sich jeder so viel Zeit zum arbeiten nimmt, hat mich an meine Grenzen getrieben. Ich habe das jetzt schon x mal überall gesagt, aber niemand scheint es wirklich zu verstehen was das bedeutet. Ich meine alle jammern rum, weil sie so lange arbeiten müssen, aber ich sage ihnen dann, dass man es sogar locker ändern könnte und niemand scheint dafür zu sein.

    • ChrisH -

      Opferbereitschaft nicht. Nur den Willen, eines Tages dann selbst entscheiden zu können, was man aus seinem Leben machen will @ceam. Ohne Abi geht das sicherlich nicht so leicht, wie mit. Und glaube mir wenn ich dir sage, ich habe überhaupt keine Lust, mit einer ganz normalen Ausbildung in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Da muss ich leider über meinen eigenen Schatten springen und das die nächsten zwei Monate noch durchziehen. Danach kann ich selbst entscheiden was ich aus meinem Leben machen will.

      Darüber hinaus gibt es viele Arten zu Lernen. Und für jeden gibt es eine optimale Art. Die einen lernen besser in der Gruppe. Die anderen eher alleine, oder mit wenigen Personen. Die Einen lernen besser, wenn sie frei und kreativ sein dürfen. Die anderen, wenn sie klare Aufgaben haben - um es einmal banal zu sagen. So sind Menschen - VERSCHIEDEN. Das Problem an der Schule ist, dass sie jeden Menschen gleich behandeln will und dabei die individuellen Begabungen jedes einzelnen übergeht. Genau deshalb hat auch keiner Spaß an der Schule. Genau deshalb freut sich jeder, der noch bei gesundem Verstand ist, dass die Schulzeit bald vorbei ist. Und genau deshalb, wird Inklusion in einem solchen Schulsystem nie möglich sein.

    • ceam -

      Für mich macht es keinen Unterschied welcher Tätigkeit ich nach gehe. Mir geht es darum, dass wir es vernünftig machen, damit alle davon profitieren und wir (möglichst) glücklich leben können.

      Die Gedächtniskünstler lernen alle gleich. Sie setzen sich hin und lesen was sie sich einprägen sollen. Das ist die effektivste und einzig sinnvolle weise zu lernen. Ich habe nicht die geringsten Probleme damit, die haben nicht die geringsten Probleme damit, wieso sollten es andere haben?

    • ChrisH -

      Wieso sollten andere eine andere Identität haben als du? Ist das eine ernst gemeinte Frage? Jeder hat seine eigene Art zu lernen. Und seine eigenen Interessensgebiete. Meine Neugierde ist sehr von meinen Emotionen abhängig. Sehr dynamisch und unberechenbar. Wenn ich mir heute ein Buch kaufe, weis ich nicht, ob es mich in einer Woche nicht, ob dieses Thema schon von einem anderen ersetzt wurde.
      Lernen tue ich dazu noch am besten, während ich es mache. Wenn ich etwas über Sterne wissen will, dann lese ich nicht viel darüber, sondern gehe raus und sehe wie mir an! Wenn ich etwas über eine Menschengruppe lernen will, dann gehe ich zu Treffpunkte für diese. Zum Beispiel Foren, oder FB Gruppen.
      So befriedige ich meine Neugierde, warum kannst du dich nicht an diese Anpassen. Sei doch nicht so verschieden! Ich bin mit mir glücklich, warum kannst du nicht auf die selbe Weise glücklich sein?!