Definition

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  • Eine Definition ist der Versuch, die Bedeutung eines Begriffes - somit die Eigenschaften des von ihm bezeichneten Sachverhaltes - abstrakt zu umschreiben und einzugrenzen. In diesem speziellen Fall geht es also um eine versuchsweise Definition des Begriffes "Definition".
    Im weiteren Sinne handelt es sich um eine grundlegende Tätigkeit des Intellekt. Hierbei ist zunächst zweitrangig, ob die von ihm aufgestellte Definition eines Begriffs dem bezeichneten, zugleich gegen andere abgegrenzten Sachverhalt auf Anhieb im vollstmöglichen Umfange gerecht wird, sie in Teilen nachgebessert, oder auch ganz verworfen werden muß, denn diese 3 Optionen eröffnen sich erst dadurch, dass der Intellekt im Besitz einer Definition ist. Erst indem er seinem Tasten und Spüren in allen erdenklichen Richtungen willentlich ein Ende* setzt /* lat. "fin"), die un-endliche Zahl der Möglichkeiten künstlich eingrenzend, erschafft er sich einen festen Anhaltspunkt, Orientierung.

    Poetisch formuliert: Der Intellekt erfriert das heraklitische "Fließen", um festen Boden unter den Füßen zu gewinnen - um nicht im Unendlichen, Unbegrenzten (a peiron) zu ersaufen.

    Das Definieren ist eine spontane Tätigkeit des im Säugling keimenden Intellekts: eine Folge von Lauten bekommt eine Bedeutung zugewiesen, die den zuhörenden und zusehenden Artgenossen nach und nach verständlich wird. "Mama" ist eine bestimmte, für das Baby u.a. wegen ihrer Milchdrüsen (lat. mamae) höchstbedeutsame Person.

    Der Umstand, dass verschiedene einander begegnende Kulturen gleichen Dingen und Phänomenen oft verschiedene Bedeutungen geben, einschl. Erklärungen ihrer Herkunft, führte den frühen Philosophen vor Augen, wie leicht es möglich ist, trotz gleicher Worte aneinander vorbei zu reden. Dies führte zur Entdeckung des Definitionsvermögens des Intellekts; es wurde bewusst und dies eröffnete die Möglichkeit, es im Dialog (gemeinschaftlich) anzuwenden. So erörtern Platon/ Sokrates u.a., was eben keine Definition sei (dass ein Schuster "schustert" sagt über die ihn kennzeichnende Tätigkeit nichts aus) und unterscheiden dazu die Philosophen von den Sophisten, insofern, als für letztere nicht die Wahrheit zu suchen und über alles andere zu stellen, sondern die Fähigkeit, Worten willentlich verschiedene Bedeutungen beimessen zu können, maßgeblich ist. Die Sophisten sind die Entdecker der "Rhetorik" (Redekunst) und machten sie daraus ein Bombengeschäft.

    Der erste der Weltgeschichte allerdings, der die Rhetorik spontan anzuwenden verstand, ist Odysseus, indem er sich einem ihn gefangen nehmenden Zyklopen listenreich als "Niemand" vorstellte. Als Odysseus flüchtete und der Zyklop bei seinen Artgenossen um Unterstützung rief mit den Worten: "Niemand ist mir entkommen, helft mir, Niemand wieder zu fangen!", hielten sie ihn für verrückt. Demnach lässt sich das Definitionsvermögen herrlich für die Kunst des Lügens verwenden...

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