Hilfe bei Erkenntnistheorie (PU)

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    • Hallo ihr Lieben :)
      Genau, so läuft die Prüfung ab! Schön ist was anderes ;)

      Jaaaa, ich habe auch gesucht nach Foren extra für LehrerInnen, jedoch kein anderes gefunden -.- Aber ihr habt natürlich recht, dass ich von euch keine didaktischen Tipps verlangen kann.
      Nur noch einmal grundsätzlich: Das Ziel der Stunde, Platons Höhlengleichnis auf Aktualität zu überprüfen (anhand der sozialen Medien) haltet ihr aber für sinnvoll und machbar, ja?

      Ich wünsche euch einen schönen Abend ! :)
    • its-me-w88 schrieb:

      Nur noch einmal grundsätzlich: Das Ziel der Stunde, Platons Höhlengleichnis auf Aktualität zu überprüfen (anhand der sozialen Medien) haltet ihr aber für sinnvoll und machbar, ja?
      Ja, das ist grundsätzlich machbar. Die Höhle wäre die Filterblase, in der Realität vorgegaukelt, aber nicht erfahrbar wird.
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).
    • Genau, so habe ich das auch aufgefasst. Ich bin mir nur selber etwas unschlüssig, wie ich ich auf die Frage, ob wir selbst Gefangene der sozialen Medien sind, antworten würde. Ich bin mir sicher, dass einige das sind, aber es gibt doch mittlerweile auch genug Menschen, die alles, was sie im Netz lesen/sehen, hinterfragen und sich auch durch viele andere Quellen informieren. Wären diese Menschen dennoch in der Filterblase gefangen?
      Ich meine, der Austritt aus der Höhle bedeutet doch hier, dass wir einer Quelle nicht einfach vertrauen, oder?
    • its-me-w88 schrieb:

      Ich meine, der Austritt aus der Höhle bedeutet doch hier, dass wir einer Quelle nicht einfach vertrauen, oder?
      Hm. Könnte man so sagen ja. Man ist ein wenig näher ins Licht gerückt, wenn man sieht, dass dort im Licht etwas mehr als die "einseitige Sicht" auf die Dinge ist - etwas unglücklich ausgedrückt. Im Licht sieht man mehr und vor allem deutlicher. Wer also viele Quellen sich zueignet, gewinnt an Einsicht und verlässt damit gewissermaßen auch eine Filterblase dann, wenn er sich weiter darin entertainen lässt bspw. Der Gebrauch der Medien ändert sich dadurch womöglich.

      Deshalb würde ich weder soziale Medien noch das Höhlengleichnis mit "Gefangenschaft" konnotieren.

      Man könnte auch sagen die eigene Position gegenüber dem Medium ändert sich.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • Hallo liebes Forum,
      also es scheint so, als hätte ich nun etwas gefunden, was meinem Prüfer gefällt für den Prüfungsunterricht:
      "Inwieweit bilden soziale Netzwerke die Wirklichkeit ab?"

      Ein Freund von mir hat mir geraten, dabei mir phil. Wahrheitsansprüchen zu arbeiten (es muss ja auch eine Stunde sein, in der die SuS etwas lernen!). Nun weiß ich aber nicht genau, wie das gemeint ist. Wie kann man denn über so eine Frage philosophieren und Wahrheitsansprüche einbringen? Oder wie kann ich hier überhaupt Philosophen einbringen? Ein Empirist würde ich sagen: "Alles, was ich im soz. Netzwerke sehe, ist für mich die Wirklichkeit." Descartes würde sagen "Deine Sinne können dich täuschen, benutze deinen Verstand!" Platon würde sagen "soz. Netzwerke sind unsere Höhle, in der wir nur Abbilder sehen. Die wahre Erkenntnis erreichen wir dadurch nicht."
      Wie würdet ihr diese Frage beantworten? Und was ist mit Wahrheitsansprüchen gemeint?
    • its-me-w88 schrieb:

      Ein Freund von mir hat mir geraten, dabei mir phil. Wahrheitsansprüchen zu arbeiten (es muss ja auch eine Stunde sein, in der die SuS etwas lernen!). Nun weiß ich aber nicht genau, wie das gemeint ist. Wie kann man denn über so eine Frage philosophieren und Wahrheitsansprüche einbringen? Oder wie kann ich hier überhaupt Philosophen einbringen?
      Bei Wahrheit und Wahrheitsansprüchen geht es um dies:

      Geert Keil (andernorts zitiert von Fliege) schrieb:

      "Bei dieser Gelegenheit sollten wir auch vor der eigenen Tür kehren und uns publizistisch sichtbar von Theoriemoden distanzieren, die das Feuilleton mit der Philosophie assoziiert, wiewohl sie dort kaum Anklang finden.

      Es wäre ein schöner Dienst an der Allgemeinheit, einmal gut verständlich die begrifflichen Verwirrungen aufzudecken, die Slogans wie 'Wirklichkeit ist eine Konstruktion', 'Tatsachen sind interpretationsabhängig' und 'Es gibt keine objektive Wahrheit' zugrunde liegen. Die erforderlichen Unterscheidungen und Werkzeuge liegen in der theoretischen Philosophie bereit aber es wäre von Kulturwissenschaftlern und Journalisten, die sich mit Erkenntnistheorie nur oberflächlich und mit Wahrheitstheorie und Metaphysik überhaupt nicht beschäftigt haben, sehr viel verlangt, ohne professionelle Hilfe die jeweiligen Fehler zu erkennen und zu berichtigen.

      Viele von ihnen, die im Studium mit postmoderner Theorie traktiert worden sind, wären vermutlich dankbar, Tatsachenverdrehungen und Lügen wieder solche nennen zu dürfen, ohne befürchten zu müssen, als erkenntnistheoretisch naiv oder als vormodern dogmatisch zu gelten"

      (Information Philosophie, Heft 1, März 2017, S. 19; meine Unterstreichungen).
      In dieser Passage meint Keil neben den erwähnten Kulturwissenschaftlern und Journalisten auch Lehrer.

      Medienblasen (GEZ, Trump-Medien u. ä.) und Blasen in den sozialen Netzwerken (die Guten, die Rechten u. ä.) wirken exakt so, wie es Keil darstellt, nämlich als Biotop postmoderner Theorie, was Tatsachenverdrehungen und Lügen begünstigt.
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).