Hilfe bei Erkenntnistheorie (PU)

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    • Guten morgen allerseits :)

      Also die Prüfung wird eine Schulstunde sein (45 Minuten oder ich kann auf 60 Minuten verlängern). Und genau, die Rollendiskussion wäre dann für eine Stunde (eben 45 oder 60 Minuten).
      Die Theorie Humes würde ich dann also schon davor machen (in den 90 Minuten vor der eigentlichen Prüfung), das hätte dann mit der Prüfungsstunde an sich nichts mehr zu tun :)

      Jetzt muss ich mal ganz dumm zurückfragen ;)
      Was genau meint ihr mit "dynamischer Fraktionsbildung"? Dass ich also keine Rollen vorgebe, sondern sich jeder selbst eine mögliche Lösung ausdenkt zu dem Fallbeispiel? Habe ich das so richtig verstanden?
      Hier hätte ich natürlich etwas Angst, dass die SchülerInnen nicht genügend variieren in ihren Antworten, also was wäre denn dann, wenn sich alle mehr oder weniger einig sind, dass der Taucher an einer Rauchvergiftung gestorben sein müsste?
    • its-me-w88 schrieb:

      Also die Prüfung wird eine Schulstunde sein (45 Minuten oder ich kann auf 60 Minuten verlängern). Und genau, die Rollendiskussion wäre dann für eine Stunde (eben 45 oder 60 Minuten).
      Die Theorie Humes würde ich dann also schon davor machen (in den 90 Minuten vor der eigentlichen Prüfung), das hätte dann mit der Prüfungsstunde an sich nichts mehr zu tun
      Ah ok. Das hätte ich jetzt so nicht erwartet. Ich ging die ganze Zeit eher davon aus, dass es sich bei "PU" um ein paar Wochen vorbereitenden Unterrichts für die Prüfung handelt, wo alles mehr oder weniger nochmal methodisch anders (also bspw diskursiv) reflektiert wird.


      its-me-w88 schrieb:

      Was genau meint ihr mit "dynamischer Fraktionsbildung"? Dass ich also keine Rollen vorgebe, sondern sich jeder selbst eine mögliche Lösung ausdenkt zu dem Fallbeispiel? Habe ich das so richtig verstanden?
      Hier hätte ich natürlich etwas Angst, dass die SchülerInnen nicht genügend variieren in ihren Antworten, also was wäre denn dann, wenn sich alle mehr oder weniger einig sind, dass der Taucher an einer Rauchvergiftung gestorben sein müsste?


      Ich habe den Begriff zwar nicht aufgebracht, aber ich denke mal, dass sich die Fraktionen innerhalb der Diskussion etablieren, also durch den diskursiven Prozeß. Aber wenn es nur eine Stunde ist, würde das sicherlich nicht so gut funktionieren.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • its-me-w88 schrieb:

      Was genau meint ihr mit "dynamischer Fraktionsbildung"? Dass ich also keine Rollen vorgebe, sondern sich jeder selbst eine mögliche Lösung ausdenkt zu dem Fallbeispiel? Habe ich das so richtig verstanden?
      Mit "dynamischer Fraktionsbildung" ist gemeint (in der Hoffnung, Novons Vorstellung zu treffen), dass Schüler ihre gewählte Fraktionszugehörigkeit abhängig von Diskussionsergebnissen aufgeben, neue Fraktionen begründen oder Fraktionen schlicht wechseln können.

      Nehmen wir an, Fritz wählt die Fraktion der Rationalisten. Nun mag Fritz entdecken, dass logisch-deduktive Verfahren einen nicht auf neue Ideen bringen. Also schaut sich Fritz nach Heuristiken um, was ihn nun für Rationalisten anrüchtig macht. Auf die Seite der Empiristen möchte Fritz aber auch nicht wechseln, weil ihm deren mechanistisches Denken (klein Anna spricht deutsch, klein Erna spricht deutsch, also sprechen alle Kinder deutsch) zu flach vorkommt.
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).
    • Huhu ihr Lieben,
      endlich melde ich mich mal wieder :)
      Nachdem ich vor 2 Tagen meinem Fachleiter per Mail die Idee für die Prüfung geschickt habe (Induktionsproblem) und er mir nun mitgeteilt hat, dass ihm die Stunde mehr oder weniger so nicht gefällt, muss ich nun umschwenken (also ob ich nicht schon genug gestresst wäre :( ) Naja, jammern hilft da auch nicht, ich brauche also etwas Neues.
      Nachdem ich mich mit einer Freundin ausgestauscht habe, hatte sie folgende Idee:
      Wie wäre es, wenn ich vor der Prüfung mit den SchülerInnen Platons Höhlengleichnis mache und im PU gucken wir, ob wir heute selbst alle noch in einer Höhle leben? Beispielsweise in Bezug auf Medien... ? Das könnte man noch weiter eingrenzen auf den Bereich der sozialen Netzwerke (sehr schüleraktivierend). Ich habe gerade nur etwas Prpbleme, Platons Höhlengleichnis darauf anzuwenden:
      Wenn ich als User bei Facebook bin (oder Twitter oder sonstwas), werden mir ja überwiegend nur Personen und Informationen angezeigt, die ich selbst eingegrenzt habe (das wäre dann der Schatten an der Wand). Wie würde das aber hier aussehen, wenn ich die Höhle verlassen würde? (Die SchülerInnen sollten nämlich dann das Höhlengleichnis auf uns als User anwenden und schauen, ob wir selbst Gefangene unserer eigenen Höhle sind...)

      Wie findet ihr die Idee und habt ihr eine Idee, wie man das Höhlengleichnis da übertragen würde?
      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag euch :)
    • its-me-w88 schrieb:

      Nachdem ich vor 2 Tagen meinem Fachleiter per Mail die Idee für die Prüfung geschickt habe (Induktionsproblem) und er mir nun mitgeteilt hat, dass ihm die Stunde mehr oder weniger so nicht gefällt,
      Du hast hoffentlich nicht vergessen, Deinen Fachleiter zu fragen, womit er denn überhaupt zufrieden sei? :) Nein Spaß..


      Wenn Du das Höhlengleichnis für besser hältst, solltest Du es machen, und auch deinem Fachleiter gegenüber begründen, warum Du genau das nun für richtig hältst. Vielleicht erwartet er das von einer Referendarin? ^.- Ich denke, das Gleichnis wäre auch eine gute Möglichkeit zwischen Individualentwicklung und Menschheitsentwicklung zu unterscheiden, wo es ja in ganz unterschiedlichem Kontext Anwendung findet. Ließe sich also auch mit dem Thema "Subjektivität und Intersubjektivität" ausbauen. -> Rollendiskussion.
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    • Da hast du recht, das ginge bestimmt.
      Könnte man denn evtl. auch eine Rollendiskussion führen zu der Stundenfrage: Sind wir selbst Gefangene der sozialen Medien? Ich überlege die ganze Zeit, wie man das Gleichnis auf uns als "User" übertragen könnte, aber das wird schwierig. Darum evtl. eine Diskussion? Oder ist das eher unpassend?
      In der Vertiefung will ich dann mit folgenden Impulsen weiterarbeiten:
      "Beurteilt, ob und ggf. wie wir der Höhle der sozialen Medien entkommen können."
      "Benennt die Konsequenzen für unseren Alltag im Umgang mit den Sozialen Medien."
    • its-me-w88 schrieb:

      "Beurteilt, ob und ggf. wie wir der Höhle der sozialen Medien entkommen können."
      "Benennt die Konsequenzen für unseren Alltag im Umgang mit den Sozialen Medien."
      Hier würde ich noch einen (fundamentalen) Gedankengang dazwischen schieben. Nämlich, ob wir das tun sollten, "nur" weil es ggf. möglich ist. Das wäre dann auch zugleich die Begründung für die zweite Fragestellung: Was sind mögliche bzw. bereits diagnostizierbare Konsequenzen?


      its-me-w88 schrieb:

      Könnte man denn evtl. auch eine Rollendiskussion führen zu der Stundenfrage: Sind wir selbst Gefangene der sozialen Medien? Ich überlege die ganze Zeit, wie man das Gleichnis auf uns als "User" übertragen könnte, aber das wird schwierig. Darum evtl. eine Diskussion? Oder ist das eher unpassend?
      Ja das stimmt wohl. Es könnte schwer werden, die Problematik des Gleichnisses in der Diskussion wirklich sichtbar zu machen, weil hier die Methodik (Rollendiskussion) der Intention (Sinn sozialer Medien, die ja auch der Diskussionen dienen können) zu widersprechen scheint. Hm..

      Vielleicht hilft folgende Perspektive: inwieweit können uns soziale Medien dazu veranlassen, kritisch über soziale Medien zu denken und den Weg ins RealLife zu finden, aus der Höhle heraus zu kommen. Medien wie etwa auch Youtube haben ja doch sehr unterschiedliche Inhalte, zu denen sich unterschiedlich Position beziehen lässt - man kann sich Videos über Philosophie genauso ansehen wie über Wellness oder sich ins "likende" Kommentieren verlieren. Hier ließe sich also durchaus eine themenrelevante Polarisierung auftun, der man dann eine Rolle zuteilen könnte.
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    • Verstehe grob, was du meinst. Also würdest du die Rollen quasi folgendermaßen aufteilen: YoutuberIn, InfluencerIn bei Instagram usw.? Also nach bestimmten Medien unterteilt?
      Ich kann natürlich auch die Stundenfrage verändern: "Inwieweit ist das Höhlengleichnis heute noch aktuell?" Aber ich denke, das ist zu offen, ich muss das irgendwie eingrenzen, oder?

      Du hast recht, ich muss da noch einen Impuls reinschieben in der Vertiefung. Danke :)
    • its-me-w88 schrieb:

      Verstehe grob, was du meinst. Also würdest du die Rollen quasi folgendermaßen aufteilen: YoutuberIn, InfluencerIn bei Instagram usw.? Also nach bestimmten Medien unterteilt?
      Ließe sich mit Sicherheit auch gut integrieren. Sozusagen die eigene Intention im Netz ein wenig reflektieren. So wie Du ja auch einen Grund hast, Dich hier mit Menschen zu unterhalten, von denen Du im Grunde rein garnichts weißt. Ich könnte Dir hier auch die ganze Zeit klug verpackten Müll erzählen. :)

      Der kritische Moment (soweit zumindest mein Kenntnistand entlang der verschiedenen Forschungsgebiete) der sozialen Medien ist doch augenscheinlich erst einmal der, dass hier eine nur scheinbare soziale Interaktion stattfindet, über die (gerade junge) Menschen nicht lernen können, wie echte soziale Interaktion eigentlich geht. Darüber hinaus kann man inzwischen nachweisen (die tatsächlich tausendfachen (!) Studien dazu gehen schon seit Jahrzehnten auf diversen Gebieten), dass sowohl Gehirn als auch Verhalten massiv geschädigt wird - wie gesagt hauptsächlich in der Individual-Entwicklungsphase des Menschen. Also für kleine Kinder schädlicher als für Jugendliche und nochmals schädlicher als für erwachsene "bereits gefestigte" Persönlichkeiten.

      Der "Weg aus der Höhle" (wenn man das so nennen will) wird (davon sind nicht nur Neurologen überzeugt) massiv beeinträchtigt.


      its-me-w88 schrieb:

      "Inwieweit ist das Höhlengleichnis heute noch aktuell?"
      Ließe sich mittels Thema soziale Medien zumindest aktuell betrachten. Im Grunde nur eine Frage der Exegese.. aber damit solltest Du die SuS vielleicht doch noch nicht belasten. :)
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    • Okay, danke :)
      Ich werde aber irgendwie dieses ungute Gefühl nicht los, dass die Rollendiskussion hier nicht reinpasst. Der Rest der Stunde ist schülernah und hoffentlich auch aktivierend, aber die Erarbeitung und vor Allem die Methode gefallen mir irgendwie noch nicht. Ganz platt wäre es auch möglich, sie eine Liste mit möglichen Parallelen zum Höhlengleichnis aufstellen zu lassen, aber sowas findet er halt langweilig... :(
    • its-me-w88 schrieb:

      Ganz platt wäre es auch möglich, sie eine Liste mit möglichen Parallelen zum Höhlengleichnis aufstellen zu lassen, aber sowas findet er halt langweilig...
      Mh, der akademische Betrieb ist mir fremd, aber sollte der Unterricht nicht eher den SchülerInnen gefallen als dem Fachleiter? ;)

      Ich habe den Eindruck, dass Du hin und hergerissen bist, aber nicht weil Du Dir unsicher bist welche Vorgehensweise Deiner Auffassung nach gut wäre, sondern weil Du SchülerInnen und Fachleiter gleichermaßen zufrieden stellen willst, aber geht das überhaupt? Womöglich erwartet der Fachleiter auch nur etwas mehr Durchsetzungsvermögen bzgl. Deiner eigenen Ideen?

      Trete einfach mal einen Schritt zurück und bewerte die Gesamtsituation, losgelöst von der einzelnen konkreten Aufgabe, denn manchmal wird der Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. ;)
      Worauf gezeigt wird, ist unabhängig davon was darüber gedacht wird, nicht was darunter verstanden wird.
    • Wieviel Zeit hast Du denn noch? Also um deinen Fachleiter zufrieden zu stellen.


      its-me-w88 schrieb:

      vor Allem aber will ich auf keinen Fall durch die Prüfung fallen
      Moment mal.. die PU ist DEINE Prüfungsstunde? Also DU wirst da geprüft nicht die Schüler auf die Prüfung vorbereitet.. jetzt wird mir glaube ich so einiges klar. :) Oder auch nicht.
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    • Dann solltest Du dich primär darauf konzentrieren, wie Du den Prüfer überzeugst. Das klingt zwar komisch.. aber eine Unterrichtsstunde kann man auch mal vergeigen, das kann man in der nächsten wieder ausbügeln. Bei einer Prüfung ist das etwas anderes. Kannst Du denn deinen FL nochmal konsultieren und ihm deine bisherigen Einfälle vorstellen oder kommt er dann ins Zweifeln? :)
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    • iselilja schrieb:

      Dann solltest Du dich primär darauf konzentrieren, wie Du den Prüfer überzeugst. Das klingt zwar komisch.. aber eine Unterrichtsstunde kann man auch mal vergeigen, das kann man in der nächsten wieder ausbügeln. Bei einer Prüfung ist das etwas anderes.
      Das läuft m. W. so ab, dass die Prüfung in Form einer Unterrichtsstunde abläuft: der arme Lehrer in spe hat direkt vor sich die mehr oder weniger kleinen wilden Bestien, während der Prüfer-Drache im Hintergrund sich Notizen macht. Nach der Unterrichtsstunde werden dann Unterricht + Unterrichtsmaterial besprochen und bewertet. Es müssen also gleichzeitig die Schüler unterhalten (oder zumindest gezähmt) werden und der Prüfer überzeugt.
      Die freie Diskussion ist das eigentliche Fundament der freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. (Bundesverfassungsgerichtshof)
      Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren. (Karl Popper)
      Der Kosmos ist bestenfalls ein planlos aufgeschütteter Misthaufen. (Heraklit)
    • hel schrieb:

      iselilja schrieb:

      Dann solltest Du dich primär darauf konzentrieren, wie Du den Prüfer überzeugst. Das klingt zwar komisch.. aber eine Unterrichtsstunde kann man auch mal vergeigen, das kann man in der nächsten wieder ausbügeln. Bei einer Prüfung ist das etwas anderes.
      Das läuft m. W. so ab, dass die Prüfung in Form einer Unterrichtsstunde abläuft: der arme Lehrer in spe hat direkt vor sich die mehr oder weniger kleinen wilden Bestien, während der Prüfer-Drache im Hintergrund sich Notizen macht. Nach der Unterrichtsstunde werden dann Unterricht + Unterrichtsmaterial besprochen und bewertet. Es müssen also gleichzeitig die Schüler unterhalten (oder zumindest gezähmt) werden und der Prüfer überzeugt.
      Ja so ungefähr stelle ich mir das auch vor.. wie eine Hospitation praktisch. Nur habe ich leider keine Ahnung, welche Anforderungen an die Prüfung selbst gestellt werden. Deswegen glaube ich, dass sich @its-me-w88 vielleicht doch besser woanders kompetente Hilfe holen sollte. Fachlich scheint sie jedenfalls keine Hilfe zu benötigen.
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