Byung-Chul Han, Die Austreibung des Anderen, 2016

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Das Denken hat Zugang zum ganz Anderen. Es kann das Gleiche unterbrechen. [...] Auch die Erkenntnis im empathischen Sinne ist verwandelnd. Sie bringt einen neuen Bewusstseinszustand hervor. Ihre Struktur gleicht der einer Erlösung. Diese leistet mehr als die Lösung eines Problems. Sie versetzt den Erlösungsbedürftigen in einen ganz anderen Seinszustand.
      Hier fragt sich aber m. E., ob dieser Vorgang bewußt herbeigeführt werden kann, oder ob sich solch ein gedanklicher Zugang zum Anderen nicht eher aufgrund einer unbewußten Entwicklung ergibt, die dann dem Bewußtsein wie eine Art Gedankensprung erscheint.


      Die globale Kommunikation lässt nur gleiche Andere oder andere Gleiche zu.
      Jede erfolgreiche Kommunikation setzt eine Schnittmenge des Verstehens zwischen den Kommunizierenden voraus. Durch die Globalisierung erhöht sich aber m. E. der Druck auf alle, wie alle anderen zu sein, massiv.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.