Aufarbeiten

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      Lang überlege ich hin und her, ob ich kommentarlos auf folgende Literatur und Buchbesprechung hinweisen darf.
      Alltag
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      Die braune Saat
      .
      Antisemitismus und Neonazismus in der DDR.
      Harry Waibel: Schmetterling-Verlag, Stuttgart 2017. 380 S.,

      Das braune Erbe der DDR
      Warum gedeiht der Fremdenhass im Osten Deutschlands besonders gut? Ein neues Buch zeigt, dass dieser Rassismus eine lange Vorgeschichte hat. Aus ideologischen Gründen wurde diese vertuscht.
      Dominique Eigenmann
      epaper.tagesanzeiger.ch/#artic…er/2018-03-17/44/84647943


      Erfurt, Thüringen, 1975. Während Tagen hetzen bis zu 300 Deutsche algerische Gastarbeiter durch die Altstadt, beleidigen sie, verprügeln sie mit Latten und Stangen. Erst ein Grossaufgebot der Volkspolizei kann die blutigen Ausschreitungen beenden. Ausgebrochen waren die Unruhen, als die Algerier in neu erbauten Wohnungen einquartiert wurden, für die Einheimische bereits Vorhänge genäht hatten.

      Merseburg, Sachsen-Anhalt, 1979. Nach einer Schlägerei in einer Disco machen Deutsche Jagd auf kubanische Gastarbeiter. Sie beschimpfen sie als «schwarze Affen»; zwei Kubaner werden über eine Brücke in die Saale gestürzt. Sie ertrinken. Der Fall wird auf Befehl höchster Kreise vertuscht, löst im Geheimen aber einen diplomatischen Streit zwischen den beiden sozialistischen Bruderstaaten aus. Den DDR-Behörden gelingt es schliesslich, die kubanischen Opfer als Täter hinzustellen.
      Im Zug von Ost-Berlin nach Dessau, 1986. Der 23-jährige moambiquanische Vertragsarbeiter Manuel Antonio Diogo begegnet einer Gruppe von Neonazis. Diese schlagen ihn zusammen, fesseln seine Füsse, senken ihn am Seil aus dem fahrenden Zug, dabei werden ihm Kopf und Glieder abgetrennt. Die Sicherheitsbehörden behandeln den Mord als Unfall. Diogo «habe den Zug während der Fahrt verlassen und wurde überfahren. Hinweise auf eine Straftat liegen nicht vor.»

      Als in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen nach der Wende 1991/92 ostdeutsche Neonazis Ausländerwohnheime anzündeten und von Hunderten Einheimischen dafür bejubelt wurden, war Deutschland über diesen scheinbar plötzlichen Ausbruch von Rassismus schockiert. Dass es in der DDR seit der Staatsgründung eine unausgesetzte Geschichte von rassistischen Übergriffen und Pogromen gegeben hatte, war in Ost und West praktisch unbekannt. Und selbst heute, da im Osten der Fremdenhass von neuem grassiert, wissen nur wenige über die braune Saat Bescheid, die in der DDR gelegt wurde.

      Pauschal abgelegt unter «Rowdytum»

      Der Berliner Historiker Harry Waibel hat nach jahrelanger Forschung in den Archiven von Staatssicherheit, Volkspolizei und SED die Fakten über «Antisemitismus und Neonazismus in der DDR» zusammengetragen und publiziert. Für mindestens 9000 rassistische Propaganda- und Gewalttaten sowie 200 Pogrome fand er Belege, es kam zu Tausenden ausländischen Verletzten und mindestens zehn Toten. Er kann auch belegen, dass es in der DDR nahezu gleich viele Neonazis, Skinheads und rechtsextreme Hooligans gab wie in der BRD, obwohl deren Bevölkerung viermal grösser war.
      Im Gespräch erklärt der Autor, dass die Recherche äusserst schwierig war, weil die DDR-Behörden darauf achteten, dass der verbreitete Rassismus nicht öffentlich bekannt wurde. So findet man so gut wie keine Akten über Neonazis. Deren Straftaten wurden unter dem Stichwort «Rowdytum» verwaltet - ein Begriff, der ab 1968 pauschal für alle möglichen «negativ-dekadenten» Jugendgruppen verwendet wurde, die die «sozialistischen Werte und Normen» bewusst missachteten - etwa auch für die «Erzfeinde» der Neonazis, die Punks.
      Waibel legt überzeugend dar, dass die DDR den militanten Rassismus und Nationalismus eines Teils ihrer Bürger vertuschte und verdrängte, weil er mit der proklamierten Staatsideologie in Widerspruch stand. Der verordnete Antifaschismus und der proletarische Internationalismus versperrten den Blick auf die gesellschaftliche Wirklichkeit und erschwerten die politische Auseinandersetzung mit ihr. Statt ein Bollwerk gegen den Faschismus zu sein, wurde die DDR so zum Nährboden für neue Nazis.

      In der DDR lebten nur wenige Ausländer

      Nicht nur der Westen, auch der Osten Deutschlands war nach dem Krieg nur oberflächlich entnazifiziert worden. Im Unterschied zum Westen, der sich ab den 60er-Jahren intensiv mit seiner Nazivergangenheit und auch mit dem Neonazismus auseinanderzusetzen begann, blieb diese Reflexion in der DDR aus. In deren Propaganda galt die BRD vielmehr pauschal als Hort ehemaliger Nazis.

      Die DDR war lange ein Staat praktisch ohne Ausländer. Während man 1964 in der Bundesrepublik gerade den einmillionsten Fremdarbeiter begrüsste, zählte man im Osten deren 18 500. Das ging auf Entscheidungen der SED-Führung zurück, die Einwanderung so stark wie möglich einzuschränken. «Der Fremdenhass liegt sehr stark in der deutschen Mentalität», bilanzierte DDR-Machthaber Erich Honecker 1989.

      Das starke Aufkommen der Neonazis in der DDR der 80er-Jahre fiel zusammen mit dem Zuzug von Hunderttausenden dringend benötigter Arbeitskräfte aus Vietnam, Angola oder Moambique. Entgegen der propagierten Völkerfreundschaft achtete die DDR-Führung auf eine strikte Apartheid zwischen Ausländern und Deutschen. Nicht nur aus Sicht der Behörden waren am Rassismus der Einheimischen im Wesentlichen die Ausländer schuld.

      Das autoritäre System der sozialistischen Diktatur begünstigte grundsätzlich autoritäre Charaktere, förderte die Blockwartmentalität und forderte Anpassung an die Norm. Fremdes hatte darin keinen Platz. In Widerspruch zum Selbstbild der sozialistischen Internationale pflegte die SED ein völkisches und militaristisches Nationalverständnis. Auch hier fanden Neonazis mental leicht Anschluss. Der gegen Israel gerichtete Anti-Zionismus wiederum bemäntelte den flagranten Antisemitismus, der darunter immer wieder zum Vorschein kam.

      Diese mentalen, ideologischen und geschichtlichen Voraussetzungen mögen erklären, warum noch heute der militante Rassismus in den fünf neuen Bundesländern deutlich stärker ausgeprägt ist als im Westen. Das gilt sowohl für fremdenfeindliche Einstellungen wie auch für Angriffe auf Ausländer, Flüchtlinge und deren Einrichtungen. Die Zahl der Angriffe lag in der ehemaligen DDR, gemessen an der Bevölkerungszahl, in den letzten Jahren mindestens drei- bis fünfmal höher als im Westen. Forschungen wie die von Harry Waibel zeigen, dass diese Entwicklung nicht nur auf die sozio-ökonomischen Verwerfungen der Nach-Wende-Zeit zurückgeht, sondern zu einem wichtigen Teil ein Erbe der DDR ist.
    • Ich sehe eine einfache und plausible Erklärung dafür: das eine Extrem induziert das andere, gegenteilige Extrem.

      Wenn man das Verhalten der Menschen bezogen auf ihre psychologischen Tatsachen betrachtet, anstatt einen realitätsfremden soziologischen Ansatz zu wählen, erkennt man die Ursachen leichter und kann vor allem auch effektive Maßnahmen ergreifen um solche Probleme zu verhindern.
    • Alltag schrieb:

      Die DDR war lange ein Staat praktisch ohne Ausländer. Während man 1964 in der Bundesrepublik gerade den einmillionsten Fremdarbeiter begrüsste, zählte man im Osten deren 18 500.
      hm, ich kann das so nicht bestätigen, aus Erzählungen weiß ich, dass sehr viele Fremdarbeiter oder Ausländer in der DDR waren, ob das Verhältnis gleich wie zur BRD war, kann ich nicht sagen, aber gerade Menschen aus Ländern die kommunistisch positioniert waren,fand ein reger Austausch statt. So wunderte es mich nicht, als ich z.B. in Sansibar war, einen deutschsprachigen Guide zu haben, der seine Jugend in der DDR verbrachte. Mag schon sein, dass in der DDR mehr Nationalisten beheimatet sind, aber dieses Deutschtum lässt sich nicht so einfach abschütteln, wenn ich daran denke wie aktuell die deutschnationalen Burschenschaften bei uns sind.

      Jaja, da kann einen schon manchmal der Grausen kommen.
    • idea schrieb:

      [...] dieses Deutschtum lässt sich nicht so einfach abschütteln, wenn ich daran denke wie aktuell die deutschnationalen Burschenschaften bei uns sind.

      Jaja, da kann einen schon manchmal der Grausen kommen.
      Für Deutschland ist das Deutschnationale ("Deutschland über alles") m. E. die Position einer Rechtspartei als Gegenstück zur Linkspartei mit ihrem Internationalismus ("Proletarier aller Länder, vereinigt euch"), wobei die Rechtspartei einen rechten Rand zum Rechtsextremismus aufweist und die Linkspartei einen linken Rand zum Linksextremismus.

      In den Jahren der Weimarer Republik besetzte die DNVP (Deutschnationale Volkspartei) diese Position, die in der Bundesrepublik bis zu Merkel ausreichend auch von CDU und CSU abgedeckt wurde ("rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben", so Franz-Josef Strauß). Heute nimmt die AfD diese Position ein.

      Für Österreich ist Deutschnationalismus problematisch, weil Deutschnationalismus mit Königsgrätz und dem NS-Anschluss Österreichs, also mit deutscher Aggression gegen Österreich, verbunden ist. Deutschnationalismus verströmt in Österreich den Geruch von Landesverrat - oder täusche ich mich da?
      Kanye West (US-amerikanischer Rapper): "Ich liebe die Art, wie Candace Owens denkt." — Candace Owens: "Die Linken denken, Schwarze sind dumm."
    • Fliege schrieb:

      Für Österreich ist Deutschnationalismus problematisch, weil Deutschnationalismus mit Königsgrätz und dem NS-Anschluss Österreichs, also mit deutscher Aggression gegen Österreich, verbunden ist. Deutschnationalismus verströmt in Österreich den Geruch von Landesverrat - oder täusche ich mich da?
      Ich behaupte mal die wenigsten der Österr. gehen auf Königgrätz ein, oder wissen worum es da vorrangig gegangen ist, den meisten Österreichern sind Buschenschaften wegen ihrer Liebe zu Nazis ein Greuel und da nützt es auch nicht, wenn die Burschenschafter zu beweisen suchen, dass die deutschnationalen Lieder von den Nazis nur missbraucht wurden, wenn sie sie singen, das ist ganz einfach übertriebener Nationalismus und rechstextremes Gedankengut das sie wier aufleben lassen wollen.
      Was hat Österreich außer der Sprache schon viel gemeinsam? Diese Vergeschwisterung ist mir schon immer auf den Geist gegangen, wir sind eine eigenständige Nation, die sich kulturell entwickelte, ja, wir waren schon mal größer, es war die Unfähigkeit der Politiker dies beizubehalten. D war mal viel kleiner... so ändert sich viel mit der Zeit.

      Für meine Begriffe sind auch die Bemühungen der FPÖ ätzend Südtirol wieder nach Ö zu holen, egal ob politisch oder anderweitig. Was soll das Ganze nur um Unfrieden zu stiften, die Völker sind vermischt und ich denke das ist gut so. Es kann ja nicht nur Arier geben, sie würden irgendwann verblöden und aussterben.
    • idea schrieb:

      Was hat Österreich außer der Sprache schon viel gemeinsam? Diese Vergeschwisterung ist mir schon immer auf den Geist gegangen, wir sind eine eigenständige Nation, die sich kulturell entwickelte
      Meine Rekonstruktion sieht so aus:

      Bis zur demokratischen Revolution 1848/49 (Parlamentssitz war die Paulskirche in Frankfurt am Main) bestand wohl die Möglichkeit für einen deutsches Bundesstaat unter Einschluss von Österreich. Nach Niederschlagung der demokratischen Revolution mimten insbesondere die damaligen preußischen und österreichischen Fürsten den dicken Mann und machten diese Möglichkeit zunichte. Nach Königsgrätz waren Preußen, das Deutschland in Geiselhaft nahm (letztlich bis 1945), und Österreich getrennte Leute.
      Kanye West (US-amerikanischer Rapper): "Ich liebe die Art, wie Candace Owens denkt." — Candace Owens: "Die Linken denken, Schwarze sind dumm."
    • idea schrieb:

      Diese Vergeschwisterung ist mir schon immer auf den Geist gegangen, wir sind eine eigenständige Nation, die sich kulturell entwickelte, ja, wir waren schon mal größer, es war die Unfähigkeit der Politiker dies beizubehalten. D war mal viel kleiner... so ändert sich viel mit der Zeit.
      Seltsam, ich dachte immer, dass Österreich bis zu den Einigungskriegen 1864-1871 keine größere 'Eigenständigkeit' hatte als z.B. das Königreich Hannover oder Bayern.
      Oder ist angesichts der vielleicht doch besonderen Geschichte Österreich-Ungarns Österreich ein bisschen wie Patience unter den Spielen*?



      *„Nun geh zu den Kartenspielen über: hier findest du viele Entsprechungen mit jener ersten Klasse, aber viele gemeinsame Züge verschwinden, andere treten auf. Wenn wir nun zu den Ballspielen übergehen, so bleibt manches Gemeinsame erhalten, aber vieles geht verloren. – Sind sie alle ‚unterhaltend’? Vergleiche Schach mit dem Mühlfahren. Oder gibt es überall ein Gewinnen und Verlieren, oder eine Konkurrenz der Spielenden? Denk an die Patiencen. In den Ballspielen gibt es Gewinnen und Verlieren; aber wenn ein Kind den Ball an die Wand wirft und wieder auffängt, so ist dieser Zug verschwunden. Schau, welche Rolle Geschick und Glück spielen. Und wie verschieden ist Geschick im Schachspiel und Geschick im Tennisspiel. Denk nun an die Reigenspiele: Hier ist das Element der Unterhaltung, aber wie viele der anderen Charakterzüge sind verschwunden! Und so können wir durch die vielen, vielen anderen Gruppen von Spielen gehen. Ähnlichkeiten auftauchen und verschwinden sehen.
      Und das Ergebnis dieser Betrachtung lautet nun: Wir sehen ein kompliziertes Netz von Ähnlichkeiten, die einander übergreifen und kreuzen. Ähnlichkeiten im Großen und Kleinen.“
      (Wittgenstein 1967: 48)
      Metaphern stinken
    • @idea, Österreich hat einen anderen Schwerpunkt als Deutschland, nämlich einen südöstlichen Schwerpunkt. Hinter Wien beginnt der Balkan und dahinter kommt Erdogan. Was meint du, warum die Türkei zu allererst Österreich auf dem Kieker hat? *g*
      Kanye West (US-amerikanischer Rapper): "Ich liebe die Art, wie Candace Owens denkt." — Candace Owens: "Die Linken denken, Schwarze sind dumm."
    • kunnukun schrieb:

      Seltsam, ich dachte immer, dass Österreich bis zu den Einigungskriegen 1864-1871 keine größere 'Eigenständigkeit' hatte als z.B. das Königreich Hannover oder Bayern.
      Bis 1806 gehörten riesige Teile des heutigen Europa zum Heiligen römischen Reich deutscher Nation. Dieses Reich wurde von Napoleon zerschlagen, und seit 1804 hatte Österreich einen Kaiser, der aber kein deutscher Kaiser mehr war.
      Die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn ist erst im 19. Jahrhundert entstanden, als Konzession an die Ungarn, die vorher Österreicher waren.
      Die sog. kleindeutsche Lösung, also mit den Bayern im Reich und den Österreichern draußen, war im wesentlichen Bismarcks Idee.
      Kriege zwischen Österreich und Preußen hat es aber auch schon im 18. Jahrhundert gegeben, siehe die sog. Schlesischen Kriege und dann auch den Siebenjährigen Krieg.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • idea schrieb:

      Die FPOE ist das Problem!
      Das sehen sicher innerhalb und außerhalb von Österreich viele so, aber die FPÖ könnte auch die Rettung für eine österreichische Identität sein.

      Durch die internationalistische globalisierte Einebnung der nationalen Unterschiede wird die Welt m. E. nicht besser, sondern ärmer. Aber vielleicht ist das unser Schicksal, und in 200 Jahren ist alles vergessen, was bisher in der Geschichte war.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • HumbleThinker schrieb:

      Durch die internationalistische globalisierte Einebnung der nationalen Unterschiede wird die Welt m. E. nicht besser, sondern ärmer. Aber vielleicht ist das unser Schicksal, und in 200 Jahren ist alles vergessen, was bisher in der Geschichte war.
      Ah, ist es ein Frust? Wer weiss noch, was vor 200, 100 oder 50 Jahren als Zukunftsträchtig galt und was ist draus geworden?

      Die internationalistische Einebnung der nationalen Unterschiede war doch schon vor der Globalisierung gang und gäbe, insbesondere dank der zunehmenden Mobilität und Kommunikation. Rückblickend und im Allgemeinen wurde immer mehr möglich und im Besonderen Undenkbares Fakt, sodass es absehbar so weiter geht. Die Antwort wird kurz und klar, wenn das Gebliebenen in den Fokus rückt. Verliebt! Geliebt! Gehofft! Ja, aber mit andern Möglichkeiten und Folgen. Der Rest wird doch zur Bagatelle, oder nicht? Man denke an den Fall des Eisernen Vorhangs mit dem Abbruch der Mauer durch Berlin.
      <3 -lichst
    • Möglicherweise werden die Nachkommen in 200 Jahren von einem Neomittelalter reden in dem wir gerade leben ^^

      Ich habe gar nichts gegen nationalkulturelle Tendenzen, aber gegen rechtsradikale Ansprüche und deren Vertreter wenn sie in Regierungen zu finden sind. Hitler hat uns vorgemacht wie einfach es sein kann Menschen zu mobilisieren und diese Methoden finden leider immer mehr Anklang und das verurteile ich auf's Schärfste, damals waren es Juden gegen die sich der Hass richtete, heute sind es Ausländer, Flüchtlinge wer wird es morgen sein?

      Ganz interessant war, dass sogar die Welthandelsbank vor den Klimaflüchtlingen der nächsten Jahre warnte - und, werden die Menschen vernünftiger, eigenverantwortlicher, nachhaltiger?
    • Alltag schrieb:

      Ah, ist es ein Frust?
      Nein, ist es nicht. Frust würde auch kaum weiterhelfen. Was aber weiterhelfen kann, ist ein möglichst genaues Verständnis der Vergangenheit.


      Alltag schrieb:

      Wer weiss noch, was vor 200, 100 oder 50 Jahren als Zukunftsträchtig galt und was ist draus geworden?
      Ach, darüber könnte man durchaus Forschungen anstellen. Natürlich wird man dann finden, daß sich die Menschen oft auch geirrt haben, aber sollte man deshalb aufhören, über die Zukunft nachzudenken?


      Alltag schrieb:

      Die internationalistische Einebnung der nationalen Unterschiede war doch schon vor der Globalisierung gang und gäbe, insbesondere dank der zunehmenden Mobilität und Kommunikation. Rückblickend und im Allgemeinen wurde immer mehr möglich und im Besonderen Undenkbares Fakt, sodass es absehbar so weiter geht.
      Ja, da kann ich dir nur zustimmen, aber das heißt ja nicht, daß man jeglichen nationalen Identitätsverlust unwidersprochen hinnehmen muß. Man sollte doch gucken, ob nicht auch das eine oder andere bewahrenswert ist.

      Immer in der Geschichte gab es Spannungen zwischen denen, die bewahren wollten, und denen, die etwas Neues wollten. Da sich die Zeit nicht anhalten läßt, wird immer etwas Neues kommen und etwas Bestehendes in Vergessenheit geraten. Aber was an Neuem kommt und was in Vergessenheit gerät, das können wir innerhalb unserer Grenzen mitbestimmen.

      Und diese Mitbestimmung darf m. E. gerne durch ein profundes Wissen um die eigene nationale Geschichte fundiert sein.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • HumbleThinker schrieb:

      [...] Frust würde auch kaum weiterhelfen. Was aber weiterhelfen kann, ist ein möglichst genaues Verständnis der Vergangenheit.[...] Natürlich wird man dann finden, daß sich die Menschen oft auch geirrt haben, aber sollte man deshalb aufhören, über die Zukunft nachzudenken?
      Ja [...] aber das heißt ja nicht, daß man jeglichen nationalen Identitätsverlust unwidersprochen hinnehmen muß. Man sollte doch gucken, ob nicht auch das eine oder andere bewahrenswert ist.
      Immer in der Geschichte gab es Spannungen zwischen denen, die bewahren wollten, und denen, die etwas Neues wollten. Da sich die Zeit nicht anhalten läßt, wird immer etwas Neues kommen und etwas Bestehendes in Vergessenheit geraten. Aber was an Neuem kommt und was in Vergessenheit gerät, das können wir innerhalb unserer Grenzen mitbestimmen.

      Und diese Mitbestimmung darf m. E. gerne durch ein profundes Wissen um die eigene nationale Geschichte fundiert sein.
      Ja, <Bewahren> und dessen <Werte> sind spannend! Die beiden Worte zusammenfassend, denke ich zuallererst an <Tradition>. Doch was ist damit gemeint? Für mich ist das Wort in folgendem Sinn negativ belegt: Tradition ist, was gedankenlos, d.h. ohne darüber nachzudenken, weiter gegeben wird. Hmm...?
      <3 -lichst
      Alltag