Leseliste zur Vorbereitung auf ein Philosophiestudium

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    • HumbleThinker schrieb:

      @Groot hat es gerade so gesagt, wie ich es kaum besser sagen könnte. Allerdings der Satz
      den Du daraufhin zitierst, scheint mir vor allem ein Unverständnis der Rolle der formalen Logik in der modernen Philosophie zu reflektieren - zusammen mit einem Philosophieverständnis, das für meinen Geschmack oft zu sehr ins Irrationale abgleitet, um über mehr Auskunft zu geben, als über die Gemütslage eines die Philosophie solchermaßen verstehenden Philosophen.
      Die freie Diskussion ist das eigentliche Fundament der freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. (Bundesverfassungsgerichtshof)
      Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren. (Karl Popper)
      Der Kosmos ist bestenfalls ein planlos aufgeschütteter Misthaufen. (Heraklit)
    • Groot schrieb:

      Weil Logik eh immer genutzt wird, wenn jemand denkt - es ist nämlich schlicht nicht möglich unlogisch zu denken.
      Schön wäre es, leider habe ich schon sehr viele Gegenbeispiele erlebt. Nicht zuletzt in diesem Forum.
      Die freie Diskussion ist das eigentliche Fundament der freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. (Bundesverfassungsgerichtshof)
      Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren. (Karl Popper)
      Der Kosmos ist bestenfalls ein planlos aufgeschütteter Misthaufen. (Heraklit)
    • Groot schrieb:

      Weil formale Logik im Grunde nichts anderes ist als Mathematik und damit redundant.
      Ein Witz. Womöglich Tractatus-inspiriert?

      Aber dazu nebenbei: Es gibt da eine psychologische Parallele zur Psychologie: In der Psychologie ist Statistik das Hassseminar fast aller Studenten. In der Philosophie ist das leider Logik. Dabei dürfte einfach das 'Formale' abschrecken; also das, womit durchaus lange Zeit auch Budenzauber betrieben wurde.
      Aber das persönliche Missfallen darf keine Rolle spielen.
      Metaphern stinken
    • kunnukun schrieb:

      Ein Witz. Womöglich Tractatus-inspiriert?
      Nein, eher bedingt dadurch, dass formale Logik redundant ist und im Prinzip sinnvollerweise durch Mathematik, Dialektik, Hermeneutik und Phänomenologie substitutiert werden sollte.

      kunnukun schrieb:

      Aber dazu nebenbei: Es gibt da eine psychologische Parallele zur Psychologie: In der Psychologie ist Statistik das Hassseminar fast aller Studenten. In der Philosophie ist das leider Logik. Dabei dürfte einfach das 'Formale' abschrecken; also das, womit durchaus lange Zeit auch Budenzauber betrieben wurde.
      Aber das persönliche Missfallen darf keine Rolle spielen.
      Nur, dass Statistik halt sinnvoll ist und einen Nutzen hat für den Erkenntnisgewinn, was bei formaler Logik leider fehlt. Formale Logik denkt mit einem stumpf bewaffneten Auge, erlebt mit geschmacksneutraler Zunge und fühlt freiwillig mit gewollt wenig leckeren Gerüchen in der Nase.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
      Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
      Das System als Ausgangspunkt des menschlichen Daseins ist Grundlage aller Philosophie.
      Die Geschichte von den zwei Quadraten.
    • Groot schrieb:

      Nur, dass Statistik halt sinnvoll ist und einen Nutzen hat für den Erkenntnisgewinn, was bei formaler Logik leider fehlt. Formale Logik denkt mit einem stumpf bewaffneten Auge, erlebt mit geschmacksneutraler Zunge und fühlt freiwillig mit gewollt wenig leckeren Gerüchen in der Nase.
      Was ist da noch zu sagen? Ich habs: blablablubblub.
      Die freie Diskussion ist das eigentliche Fundament der freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. (Bundesverfassungsgerichtshof)
      Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren. (Karl Popper)
      Der Kosmos ist bestenfalls ein planlos aufgeschütteter Misthaufen. (Heraklit)
    • sitzpillow schrieb:

      Ich interessiere mich insbesondere für
      Ethik, Sozialphilosophie, Wissenschaftsphilosophie, Erkenntnistheorie (und Sprachphilosophie)
      Selbstverständlich ist auch die Metaphysik und Ontologie in meinem Interessenspektrum.
      Wenn du schon Vorwissen hast, wirst du festgestellt haben, dass man mit "quergelesener" Lektüre nicht viel errreicht. Wenn du die vorgeschlagene Lektüre des Proseminars in Dresden durcharbeiten möchtest, nur zu.
      Du interessierst dich für Wissenschaftsphilo, dann könntest du auf youtube die Vorlesungen der Leibniz-Uni Hannover anhören: Hoyningen-Huene, Reydon, Wilholt, Hübner. Da ist das ganze Rüstzeug für ein Studium der Wissenschaftsphilo drin :) . Einige Namen wurden hier auch schon genannt.
      Sekundärlit. ist seminarbegleitend vielleicht sinnvoller als quergelesen vorab. Primärliteratur vorab scheint mir nur etwas für Hartgesottene zu sein.
      Viel Glück

      PS. natürlich brauchst du Logik in einem Philo.Studium, Vorlesungen dazu findest du auch unter den von mir genannten Profs.
    • Groot schrieb:

      Formale Logik denkt mit einem stumpf bewaffneten Auge, erlebt mit geschmacksneutraler Zunge und fühlt freiwillig mit gewollt wenig leckeren Gerüchen in der Nase.
      Die Farben machen der Menschen Augen blind.
      Die Töne machen der Menschen Ohren taub.
      Die Würzen machen der Menschen Gaumen schal.

      Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt erkannte und nähme doch Schaden an seiner Seele ?

      Darum,
      der Weise meidet das Zuviel, das Zusehr, das Zugroß ?
    • hel schrieb:

      Groot schrieb:

      Nur, dass Statistik halt sinnvoll ist und einen Nutzen hat für den Erkenntnisgewinn, was bei formaler Logik leider fehlt. Formale Logik denkt mit einem stumpf bewaffneten Auge, erlebt mit geschmacksneutraler Zunge und fühlt freiwillig mit gewollt wenig leckeren Gerüchen in der Nase.
      Was ist da noch zu sagen? Ich habs: blablablubblub.
      Was ist denn der Nutzen von formaler Logik? Ausser der, dass man gemäß eines Regelwerkes denkt, das erst nach der Transzendenzerfahrung wirklich relevant wird und erst nach dieser Erfahrung seinen Sinn in der Wissenschaft und für die Erkenntnistheorie stiftet.

      Formale Logik formuliert nur den Unterschied zwischen Symbol und Phänomen. Aber sie wird - was erkenntnishinderlich ist - allzuoft im Bereich von Symbol und sprachlichem Zeichen angewendet und schafft es so, die Form über den Inhalt zu stellen - was sinnentleerend wirkt.
      (abendländische) Formale Logik bedarf der Subjekt/Objekt Unterscheidung als einer unhintergehbaren Differenz und verhindert so, dass Subjekt/Objekt unter einem, beide Begriffe synthetisierenden Oberbegriff(System) subsumiert werden können. Formale Logik schafft es also nicht einmal bis zur System/Umwelt Differenz, ausser man setzt ihren Sinn erst dort, wo sie dann Epistemisch verstanden wird. Nämlich als Beschreibung der Schlussregeln eines Systems in Relation zu seiner Umwelt.

      Anders gesagt: Formale Logik wird erst relevant wenn der Gedanke selbst auf seine eigene Prämisse stößt, wenn er also an sein eigenes Gehirn stößt in der Kausalkette. Meistens verstehen Menschen die Logik aber so, dass sie relevant wird, wenn die formale Sprache an ihr "Ende" kommt und dann wählt der Logiker meist die Pragmatik statt der Semiotik, die Syntax statt der Semantik, den Satz statt dessen Aussage. Er wählt also das Wort, statt des allgemeineren Zeichens um einen Bereich zu haben, an dem Logik angewendet werden kann.

      Ich sehe schlicht nicht, welchen Nutzen formale Logik im Rahmen einer praktisch-ethischen Vernunft haben kann. Auch im Rahmen der theoretischen Vernunft versagt sie, weil sie der Zweckrationalität unterworfen ist, also allzuoft in instrumenteller Vernunft endet - was mit einer naiven Beobachtungstheorie und falschem Verständnis der Unterscheidung von Objekt- und Metasprache einhergeht. Dazu ist die abendländische formale Logik zu sehr auf das denkende Subjekt fixiert ohne dass dabei die Wechselwirkungen zwischen Subjekt und Objekt sichtbar in ihren Formalismus einfließt.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
      Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
      Das System als Ausgangspunkt des menschlichen Daseins ist Grundlage aller Philosophie.
      Die Geschichte von den zwei Quadraten.
    • hel schrieb:

      Was ist da noch zu sagen? Ich habs: blablablubblub.
      Man könnte auch sagen, dass formale Logik vergisst, dass der Mensch sich entwickelt, reift und während dieser Zeit Stadien durchlebt, die durch das Insistieren auf formale Logik ignoriert, vergessen und übersehen werden, dadurch verschütt gehen und aus diesem Grunde dann metaphysische Verwirrungen erzeugt, die primär einer falsch verstandenen formalen Logik geschuldet sind.

      Falsch verstanden im Sinne "von zu stark die Ontologie determinierend" verstanden und im Sinne von, "Die Entwicklungspsychologie ignorierend".
      --> Was wiederum mein Kritikpunkt ist, wenn ich sage, dass Historie sowohl die geschichtliche, als auch die subjektive deutlich gewichtiger ist für Philosophie, als formale Logik.

      Andersrum gesagt: Formale Logik ist dann wahr und richtig und sinnvoll und nützlich, wenn alle die vollständige Weisheit Bottichweise in sich reingeschaufelt haben. Dem ist aber nicht so, darum ist formale Logik wahr, richtig aber nicht sinnvoll und nicht nützlich.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
      Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
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    • Groot schrieb:

      Was ist denn der Nutzen von formaler Logik?
      In der Philosophie generell die Analyse von komplexeren Argumentationen, Analyse von Paradoxien, ist das Instrument der sprachanalytischen Philosophie, die mit vielen klassischen Argumentatiosproblemen aufgeräumt hat. (Probleme der Referenz, der Quantifizierung, der Existenz etc...). Zusammen mit formaler Semantik hat Tarski seine sehr einflussreiche Wahrheitsdefinition gefunden, Quine und Putnam im Bereich von Erkenntnistheorie und Ontologie einiges geleistet. Logik geht eine sehr enge Verbindung mit Mathematik, formalen Sprachen - Informatik also, und über Semantik auch mit Linguistik ein (Chomsky und seine generative Transformationsgrammatik). Und das ist sicher nur ein Bruchteil dessen, wo formale Logik in der modernen Philosophie "ihre Finger" mit drin hat. (Modallogik, Zeitlogik, Quantenlogik, mehrwertige Logiken, Fuzzy-Logic fallen mir adhoc noch ein ....)

      Aber Logik ist ja nicht Philosophie sondern lediglich eines ihrer Hilfsmittel und - über die Philosophie der Logik - auch ihr Gegenstand. Und mit Entwicklung der modernen Logik, wie mit der modernen Mathematik , mit der sie Hand in Hand geht (im Rahmen der Mathematik hat z. B. der Logiker Gödel mit dem Unvollständigkeitssatz sehr viele philosopische Diskussionen ausgelöst, während sein modallogischer Gottesbeweis eher ignoriert wurde), hat die Philosophie lediglich ein besseres Instrumentarium zur Hand, als sie es früher besaß. Einen Gegensatz zwischen Logik und restlicher Philosophie aufzubauen, halte ich daher für ziemlich unsinnig. Daher kommt es wohl auch, dass Einlassungen wie:

      Groot schrieb:

      Formale Logik formuliert nur den Unterschied zwischen Symbol und Phänomen.

      Groot schrieb:

      Formale Logik wird erst relevant wenn der Gedanke selbst auf seine eigene Prämisse stößt, wenn er also an sein eigenes Gehirn stößt in der Kausalkette.

      Groot schrieb:

      Auch im Rahmen der theoretischen Vernunft versagt sie, weil sie der Zweckrationalität unterworfen ist,

      Groot schrieb:

      Man könnte auch sagen, dass formale Logik vergisst, dass der Mensch sich entwickelt
      für mich allesamt keinen Sinn ergeben. Wenn Du das wirklich diskutieren willst, wäre es vielleicht interessant, anhand eines konkreten Anwendungsbeispiels von formaler Logik vorzugehen, wo Du die Rolle der Logik irgendwie als kontraproduktiv empfindest.
      Die freie Diskussion ist das eigentliche Fundament der freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. (Bundesverfassungsgerichtshof)
      Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren. (Karl Popper)
      Der Kosmos ist bestenfalls ein planlos aufgeschütteter Misthaufen. (Heraklit)
    • hel schrieb:

      In der Philosophie generell die Analyse von komplexeren Argumentationen, Analyse von Paradoxien, ist das Instrument der sprachanalytischen Philosophie, die mit vielen klassischen Argumentatiosproblemen aufgeräumt hat. (Probleme der Referenz, der Quantifizierung, der Existenz etc...). Zusammen mit formaler Semantik hat Tarski seine sehr einflussreiche Wahrheitsdefinition gefunden, Quine und Putnam im Bereich von Erkenntnistheorie und Ontologie einiges geleistet. Logik geht eine sehr enge Verbindung mit Mathematik, formalen Sprachen - Informatik also, und über Semantik auch mit Linguistik ein (Chomsky und seine generative Transformationsgrammatik). Und das ist sicher nur ein Bruchteil dessen, wo formale Logik in der modernen Philosophie "ihre Finger" mit drin hat. (Modallogik, Zeitlogik, Quantenlogik, mehrwertige Logiken, Fuzzy-Logic fallen mir adhoc noch ein ....)
      Das ist ja alles schön und gut und manchmal sogar garnicht in Gänze sinnentleert.
      Naja, sprachanalytische Philosophie ist insgesamt zweitrangig. Ein Werkzeug das der "Leiter" entspricht, aber nicht das Plafonds erreicht, auf dem Philosophie passiert. Dazu sind die sprachanalytischen Probleme alles Inzuchtgeburten einer formalen Logik, die ihre Probleme selbst kreiert, weil sie eben immer als "Abschluss" dient, egal auf welchem Grade der Komplexität man sie anwendet.

      Ja, Tarskis Wahrheitsdefinition ist aber nur nötig, weil Leute formale Logik falsch anwenden und damit die Kohärenztheorie übersehen. Aber ja, das ist in der Tat, neben Wittgensteins tractatus eine der ganz wenigen sinnvollen Aussgane der Sprachanalyse.

      Chomsky ist sicher sinnvoll. Modallogik ist sicher auch sinnvoll. Sowas wie Quantenlogik oder auch Zeitlogik ist unwissenschaftlich, Fuzzy-Logic lässt sich sinnvoller mittels Dialektik erfassen.

      hel schrieb:

      Aber Logik ist ja nicht Philosophie sondern lediglich eines ihrer Hilfsmittel und - über die Philosophie der Logik - auch ihr Gegenstand. Und mit Entwicklung der modernen Logik, wie mit der modernen Mathematik , mit der sie Hand in Hand geht (im Rahmen der Mathematik hat z. B. der Logiker Gödel mit dem Unvollständigkeitssatz sehr viele philosopische Diskussionen ausgelöst, während sein modallogischer Gottesbeweis eher ignoriert wurde), hat die Philosophie lediglich ein besseres Instrumentarium zur Hand, als sie es früher besaß. Einen Gegensatz zwischen Logik und restlicher Philosophie aufzubauen, halte ich daher für ziemlich unsinnig. Daher kommt es wohl auch, dass Einlassungen wie:
      Ja, das sinnentleerteste der Hilfsmittel, aber am allerletzten Schluss des letzten Akt des Schließens, da ist Logik sicherlich wahr und sinnvoll.

      Ich baue keinen Gegensatz auf. Ich sage nur, dass formale Logik nicht sinnvoll ist und es nützlichere Hilfsmittel gibt(Dialektik, Hermeneutik, Phänomenologie und eben Geometrie und Mathematik).

      hel schrieb:

      für mich allesamt keinen Sinn ergeben. Wenn Du das wirklich diskutieren willst, wäre es vielleicht interessant, anhand eines konkreten Anwendungsbeispiels von formaler Logik vorzugehen, wo Du die Rolle der Logik irgendwie als kontraproduktiv empfindest.
      Die Rolle der formalen Logik ist nicht innerhalb der theoretischen Vernunft kontraproduktiv - nicht im Sinne der Wahrheit - sondern im sinne der ethisch-praktischen Vernunft - also im Sinne einer größt- und schnellstmöglichen Aufklärung der Massen. Hier verhindert ihre scheinbare Wahrheit und Einfachheit leider zu angemessene Regeln indem sie zu einfache postuliert, die dann der Komplexität der Natur nicht gerecht werden.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
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    • Ich nehme gerne Deine Einschätzung bezüglich formaler Logik zur Kenntnis. Diese bleibt für mich allerdings, da ich keine stichhaltigen Argumente für sie erkennen kann, nach wie vor irrelevant.

      Groot schrieb:

      Die Rolle der formalen Logik ist nicht innerhalb der theoretischen Vernunft kontraproduktiv - nicht im Sinne der Wahrheit - sondern im sinne der ethisch-praktischen Vernunft - also im Sinne einer größt- und schnellstmöglichen Aufklärung der Massen. Hier verhindert ihre scheinbare Wahrheit und Einfachheit leider zu leichte Regeln, die dann die Komplexität der Natur nicht gerecht wird.
      Auch hier habe ich keine Ahnung wovon Du genau redest. Du musst ja schon auf unzählige Beispiele gestoßen sein, an denen Du ihre Kontraproduktivität erkannt hast: dann wird mir das Problem vielleicht klarer.
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    • Groot schrieb:

      Ich baue keinen Gegensatz auf. Ich sage nur, dass formale Logik nicht sinnvoll ist und es nützlichere Hilfsmittel gibt(Dialektik, Hermeneutik, Phänomenologie und eben Geometrie und Mathematik).
      Das ist doch, so allgemein gesprochen, vollkommen sinnfrei! Es kommt schließlich auf die jeweilige Problemstellung an. Bei Zenons Paradox werde ich eher mit Mathematik, beim Lügnerparadox mit Logik, bei Bibelinterpretationen mit Hermeneutik aber kaum mit Geometrie und formaler Logik vorgehen.
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    • hel schrieb:

      Auch hier habe ich keine Ahnung wovon Du genau redest. Du musst ja schon auf unzählige Beispiele gestoßen sein, an denen Du ihre Kontraproduktivität erkannt hast: dann wird mir das Problem vielleicht klarer.
      Sie nutzt den Satz vom ausgeschlossenen 3., was falsch ist, ausser wenn man wirklich Logik anwendet, nachdem man die Transzendenz erlebt hat, dann ist aber der Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch nicht mehr anwendbar.

      Sie übersieht, dass man in der Realität quasi nie zu abschließenden Urteilen kommt. Darum ist Logik primär nur ein Mittel um die Weise, wie vorrübergehend geglaubte Urteile entstehen, darzustellen.

      Sie springt über sämtliche Dialektik, Phänomenologie und Hermeneutik hinweg, sozusagen von 0 auf 100 ohne das Innere, den Inhalt, aus dem Logik sich herausdestilliert, in sich abzubilden oder auch nur Hinweise zu geben, dass formale Logik eben nur am absolut letzten Schluss und letzten Akt des Schließens tatsächlich wirkmächtigkeit besitzt.

      Sie verhindert, dass der Sprung hin zum Verstehen der Ontologie als Prozess - und als Ablösung der Tatsachenontologie - leicht erkennbar ist.

      Sie ist im Prinzip solipsistisch und kommt vom Gehalt ungefähr an Hegels nichts und allessagende "absolute Idee".

      Und grundlegend fördert sie eine rationale Erkenntnistheorie, statt einer anarchistischen und damit verhindert sie optimale wissenschaftliche Entwicklung.

      Funktionalitäten auf Konditionalsätze abzubilden, wie es die Logik tut, ist m.E. ein zutiefst gewaltsamer Akt, der dem Inhalt die Form aufpropft ohne dass die Form merkt, dass sie nur aus dem Inhalt herleitbar ist.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
      Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
      Das System als Ausgangspunkt des menschlichen Daseins ist Grundlage aller Philosophie.
      Die Geschichte von den zwei Quadraten.
    • @Groot: offensichtlich finden wir keinen gemeinsamen Grund für ein philosophisches Gespräch. Wahrscheinlich komme ich Dir irgendwie engstirnig und logozentrisch vor; ich andererseits habe bei unseren Unterhaltungen dieses frustrierende Gefühl, mit einem Philosophie-Chatbot zu sprechen. Ich wünsche Dir noch viel Spaß in dem Forum, aber mit anderen Gesprächspartnern.
      Die freie Diskussion ist das eigentliche Fundament der freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. (Bundesverfassungsgerichtshof)
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    • hel schrieb:

      Wahrscheinlich komme ich Dir irgendwie engstirnig und logozentrisch vor; i
      Nein, ich denke nur, dass du übersiehst, dass die Lehre wichtiger ist als der Versuch eine feste Basis zu erlangen. Weil die Lehre anders funktioniert als die Suche nach Wahrheit und die Interpretation möglicher Wahrheiten, halte ich formale Logik nicht für wahrheitszuträglich.
      Denn sie verhindert, dass die Lehre besser wird. Denn in der Lehre ist formale Logik der Tod jeder Kreativität, jedes kritischen Denkens, jeder Ideenvielfalt.

      Es geht mir um die bestmögliche Aufklärung der Massen, während es dir um ein rationales Merkmal von Wahrheit geht. Da ich die Transzendenz erlebt habe, weiß ich dass es das nicht gibt und auch die Logik nicht "Wahrheit" in einem strengen Sinne produziert. Darum stelle ich die ethisch-praktische Vernunft über die theoretische. Denn theoretische wird leider allzuoft zu instrumenteller.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
      Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
      Das System als Ausgangspunkt des menschlichen Daseins ist Grundlage aller Philosophie.
      Die Geschichte von den zwei Quadraten.
    • hel schrieb:

      den Du daraufhin zitierst, scheint mir vor allem ein Unverständnis der Rolle der formalen Logik in der modernen Philosophie zu reflektieren
      Sicher hat die formale Logik einen Wert in der Philosophie, den ich auch nicht bestreiten will. Ich habe selbst Carnap gelesen.
      Nur reicht sie eben m. E. nicht hin, um echte Philosophie zu betreiben.



      hel schrieb:

      mit einem Philosophieverständnis, das für meinen Geschmack oft zu sehr ins Irrationale abgleitet
      Ich könnte jetzt etwas provokativ sagen: Für mich ist Philosophie Weisheit, für dich scheint sie Vernunft zu sein.
      Weisheit und Vernunft sind aber nicht identisch.

      Und ich weiß nicht, ob man sofort als irrational bezeichnet werden kann, wenn man auf die Grenzen der formalen Logik hinweist.


      hel schrieb:

      über mehr Auskunft zu geben, als über die Gemütslage eines die Philosophie solchermaßen verstehenden Philosophen
      Jede Theorie ist auch ein Ausfluß bestimmter Gemütslagen.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • HumbleThinker schrieb:

      Und ich weiß nicht, ob man sofort als irrational bezeichnet werden kann, wenn man auf die Grenzen der formalen Logik hinweist.
      Man kann durchaus die Grenzen der formalen Logik aufweisen, aber nicht in polemischer Form, denn diese beweist gar nichts.

      HumbleThinker schrieb:

      Jede Theorie ist auch ein Ausfluß bestimmter Gemütslagen.
      Das unterstütze ich so nicht, denn gerade Theorien weisen ein durchdachtes Regelwerk auf, das nach Logik geradezu schreit und mit deren Einsatz zumindest eine logische Konsistenz und somit eine logische Wahrheit inkludieren sollte. Wenn ich z.B. an die Gottesbeweise denke, wo man im Mittelalter schon erkannte dass diese auch einer Vorstellung von Wahrheit entsprechen sollten, derer sich z.B. Thomas von Aquin bediente, der seine Gottesbeweise durchaus logisch aufbaute und sich nicht in hermeneutische Verwirrungen verstrickte, dann ist das sicher kein Versuch eine sinnentleerte Darstellung zu formulieren.

      Natürlich ist nicht alles mittels Logik zu erklären oder zu hinterfragen, aber sie ist ein wesentlicher und unüberwindbarer Bestandteil jeglicher Theorie und jeglicher Wahrheitsaussage bzw. jeden Wahrheitsanspruches. Selbst wenn ich jetzt z.B. Hegelfreund sein sollte, so kommt auch dieser nicht ohne Logik aus, auch wenn er sie in seinen Darstellungen nicht erwähnt, so wendet er sie zumindest an, oder will hier jemand behaupten Hegels Philosophie sei inkonsistent ? :D

      Hermeneutik mag ein Mittel für Interpretation sein, aber sie ist niemals eindeutig und bei Vielfältigkeit ist eben vieles möglich - gut, wer sich alle Türen offen halten will, dem sei sie vergönnt :) Ich will ja nicht pingelig sein, aber kunnukun hat einen Spruch der mir gefällt - nämlich 'Metaphern stinken', das muss jetzt nicht so blumig ausgedrückt sein, aber hat was, nämlich auch die negative Seite in sich.

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    • HumbleThinker schrieb:

      Sicher hat die formale Logik einen Wert in der Philosophie, den ich auch nicht bestreiten will. Ich habe selbst Carnap gelesen.
      Nur reicht sie eben m. E. nicht hin, um echte Philosophie zu betreiben.
      Ich würde sie selbst ebenfalls eher als Instrument sehen, das in der Philosophie zur Anwendung kommen kann.

      HumbleThinker schrieb:

      Für mich ist Philosophie Weisheit, für dich scheint sie Vernunft zu sein.
      Weisheit und Vernunft sind aber nicht identisch.
      Damit liegst Du vermutlich gar nicht so schief. Philosophie ist für mich eine rationale Reflexion über existenzielle menschliche Themen und Fragestellungen. Weisheitsliteratur wie Kohelet oder "Der Prophet" von Khalil Gibran gehören mE zwar auch dazu, stehen aber sicher nicht im Vordergrund. Weisheit ist sicher auch keine Voraussetzung, Philosophie zu betreiben.
      Die freie Diskussion ist das eigentliche Fundament der freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. (Bundesverfassungsgerichtshof)
      Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren. (Karl Popper)
      Der Kosmos ist bestenfalls ein planlos aufgeschütteter Misthaufen. (Heraklit)
    • HumbleThinker schrieb:

      Jede Theorie ist auch ein Ausfluß bestimmter Gemütslagen.
      Ich weiß nicht genau, wie das gemeint ist. Natürlich kann der Forscher bei seiner Wahl der Fragestellung und sogar bei dem Ansatz der Problemlösung durch seine Gemütslage beeinflusst werden. Während seiner Arbeit wird er auch vielen unterschiedlichen Stimmungen unterliegen. Aber i.d.R. ist das Ergebnis dann doch Resultat rationaler und methodischer Überlegungen - zumindest dort - wo es intersubjektiv prüfbare Resultate vorzuweisen gilt. Und dort, wo diese Resultate ausbleiben, ist diese Theorie, unabhängig von allen Stimmungen, schlicht Schrott.
      In der Philosophie gibt es allerdings auch verschiedenste Mischformen, wo ein Werk halb Ausfluss von rationalen Überlegungen, halb perspektivisches Stimmungsbild ist - auch manchmal schön zu lesen - wie ein kluger Roman, der ja auch sehr viel philosophische Anregungen mit sich tragen kann. Philosophische Literatur ist eben ein weites Feld, wo zwischen wissenschaftlichen Einsichten und lyrischen Stimmungsbildern so ziemlich alles zu finden ist. Wahrscheinlich sogar wissenschaftliche Stimmungsbilder und lyrische Einsichten :)
      Die freie Diskussion ist das eigentliche Fundament der freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. (Bundesverfassungsgerichtshof)
      Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren. (Karl Popper)
      Der Kosmos ist bestenfalls ein planlos aufgeschütteter Misthaufen. (Heraklit)