Leseliste zur Vorbereitung auf ein Philosophiestudium

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    • Leseliste zur Vorbereitung auf ein Philosophiestudium

      Liebe Community,
      ich werde im kommenden Semester mit dem Philosophiestudium als Parallelstudium anfangen.
      Ich habe bereits Mathematik studiert und studiere momentan Medizin, welches ich auch als Schwerpunkt setzen werde, wenn das Philosophiestudium hinzu kommt.
      Während meines Mathestudiums bin ich bereits der Philosophie im Nebenfach nachgegangen, würde jedoch sagen, dass es bloß dazu gereicht hat, um zu erkennen, dass ich tiefer in die Materie eindringen möchte.

      Da noch einige Monate verstreichen werden, bis das Studium beginnt, möchte ich mich auf das Denken und Arbeiten in der Philosophie vorbereiten. Ich habe folgende Quellen gefunden, welche mir erste Anhaltspunkte bieten, wie ich mich der Vorbereitung annähern könnte, würde jedoch gerne eure Meinung, eure Tipps hören/lesen:
      okapi.uni-frankfurt.de/index.p…osophie_und_ihrem_Studium
      uni-trier.de/fileadmin/fb1/FSR…ste_fuer_Erstsemester.pdf

      Ins Auge stechen mir aus diesen Listen:
      Gadamer, Hans-Georg: Philosophisches Lesebuch

      Adorno, Theodor W.: Zum Studium der Philosophie (1955)

      Brandt, Reinhard: Die Interpretation philosophischer Werke.

      Russell, Bertrand: Probleme der Philosophie,



      Mich würde insbesondere interessieren, ob jemand positive Erfahrungen mit Büchern aus dieser Zusammenstellung hat:
      http://okapi.uni-frankfurt.de/index.php/Allgemeine_Einführungen



      Lohnt sich ein Blick in folgende Werke?
      • Pieper, Annemarie u. Thurnherr, Urs: Was sollen Philosophen lesen?, Berlin: Schmidt 1994.

      • Rettlich, Norbert: Literatur für das Philosophiestudium, Stuttgart: Metzler 1998.

      • Totok, Wilhelm: Bibliographischer Wegweiser der philosophischen Literatur, 2. Aufl.,
      Ich hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen!
      Beste Grüße

      PS: Falls es bei der Empfehlung von einführenden Werken eine Rolle spielen sollte:
      Ich interessiere mich insbesondere für
      Ethik, Sozialphilosophie, Wissenschaftsphilosophie, Erkenntnistheorie (und Sprachphilosophie)
      Selbstverständlich ist auch die Metaphysik und Ontologie in meinem Interessenspektrum.
    • sitzpillow schrieb:

      Ich interessiere mich insbesondere für Ethik, Sozialphilosophie, Wissenschaftsphilosophie, Erkenntnistheorie (und Sprachphilosophie)
      Selbstverständlich ist auch die Metaphysik und Ontologie in meinem Interessenspektrum.
      Einführungen in die Philosophie differieren, weil die jeweiligen Autoren verschiedenen philosophischen Strömungen angehören. Deswegen schlage ich vor, Texte zu konsultieren, die die verschiedenen philosophischen Strömungen transparent machen.

      Prototypisch ist ein solches Programm, wie es an der TU Dresden angeboten wird. Nimm dir die empfohlenen Texte vor (rechte Seite), und du bist dort, wo du, wie ich meine, hin möchtest.

      Falls der Link nicht geht:
      Hauswald, Rico - Philosophie der Philosophie (Seminarplan, TU Dresden) - 2014-2015.pdf
      Kanye West (US-amerikanischer Rapper): "Ich liebe die Art, wie Candace Owens denkt." — Candace Owens: "Die Linken denken, Schwarze sind dumm."
    • Interessante Fächerkombination. Lektüre ist in der Philosophie zwar wichtig aber dennoch sekundär.. also etwas anders als Du es aus den beiden anderen Fachbereichen gewohnt sein dürftest. Zumal vieles von dem was Du lernen wirst, zuvor akzeptierte Dinge in Frage stellen wird.

      Hast Du denn einen konkreten Schwerpunkt, warum Du gerade Philosophie ergänzt?
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • Groot schrieb:

      Habermas "Der philosophische Diskurs der Moderne" ist sicher auch ganz interessant. Hab ich aber selbst noch nicht gelesen.
      Ich glaube, dass diese Lektüre schon eine gute Portion philosophischer Bildung voraussetzt. Ich werde sie in der Bibliothek dennoch mal durchblättern.


      Fliege schrieb:

      Prototypisch ist ein solches Programm, wie es an der TU Dresden angeboten wird. Nimm dir die empfohlenen Texte vor (rechte Seite), und du bist dort, wo du, wie ich meine, hin möchtest.
      Das sieht nach einer spannenden Zusammenstellung aus. Danke! Ich hoffe, die Bibliothek bietet mir die Möglichkeit, die Bücher und Texte einzusehen.


      iselilja schrieb:

      Interessante Fächerkombination.
      Die Fächerkombination war zwar nicht von Anfang an so geplant, aber ich bin wirklich froh über den Weg, den ich bis jetzt gegangen bin und gespannt, was die nächsten Jahre noch bringen.

      Zumal vieles von dem was Du lernen wirst, zuvor akzeptierte Dinge in Frage stellen wird.
      <div style="font-size: 13px; background-color: rgb(255, 255, 255);">
      <div style="font-size: 13px; background-color: rgb(255, 255, 255);">Hast Du denn einen konkreten Schwerpunkt, warum Du gerade Philosophie ergänzt?
      Na deswegen finde ich es ja gerade so spannend ;)
      Dass ich nun, man muss fast sagen "auch noch", Philosophie studieren möchte, hat hauptsächlich persönliche Gründe. Wenn es synergetische Effekte geben sollte, freue ich mich natürlich über diese.

      Wenn ich fragen darf... Was würdest du dann als primären Aspekt ansehen? Ich glaube über die Ansicht, dass das Studieren von Lektüren "nur" sekundären Stellenwert einnimmt, lässt sich sicher ausgiebig diskutieren.
    • sitzpillow schrieb:

      Wenn ich fragen darf... Was würdest du dann als primären Aspekt ansehen?
      Selbständiges Denken wäre das Primäre meiner Erfahrung nach.

      Als Mediziner bspw. ist es gut, wenn man die Literatur am besten auswendig beherrscht. Das funktioniert und macht dort auch Sinn, weil die Auffassungen der Mediziner zu diversen Thematiken nicht so sehr auseinander gehen. In der Philosophie ist es oftmals und gerade bei den schwierigen Themen so, dass die Auffassungen sehr stark divergieren. Und da es nicht möglich ist, all das zu Lebzeiten zu lesen, ist es wichtig selbst zu denken und zu verstehen, um diesen "Malus" der Unüberschaubarkeit etwas zu mildern. Und das Feld der Philosophie und was es dort zu entdecken gibt ist überwältigend, man könnte fast meinen, es sei grenzenlos. :)
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • sitzpillow schrieb:

      Liebe Community,
      ich werde im kommenden Semester mit dem Philosophiestudium als Parallelstudium anfangen.
      Ich habe bereits Mathematik studiert
      Du kannst gut an Mathe anknüpfen, indem du dich mit der philosophischen Relevanz formaler Logik befasst: amazon.de/Analytische-Philosophie-Albert-Newen/dp/3825218783


      sitzpillow schrieb:

      Russell, Bertrand: Probleme der Philosophie,
      Auf jeden Fall.
      Metaphern stinken
    • kunnukun schrieb:

      philosophischen Relevanz formaler Logik befasst
      so etwas wie philosophische Relevanz formaler Logik gibt es nicht. Formale Logik ist völlig Weltlos und hat nichts, aber auch garnichts mit Philosophie zu tun. Formale Logik verkrüppelt die Philosophie in großem Maße und verhindert Erkenntnis, die sich aus der Historie ergibt. Die Historie ist deutlich entscheidender für Philosophie, egal ob die personale oder die der Geschichte. Größere Sinnlosigkeit als in der formalen Logik ist nirgendwo sonst in ähnlicher Weise auffindbar.
      Hier gibt es nichts zu sehen!
    • sitzpillow schrieb:

      Gadamer, Hans-Georg: Philosophisches Lesebuch

      Adorno, Theodor W.: Zum Studium der Philosophie (1955)

      Brandt, Reinhard: Die Interpretation philosophischer Werke.

      Russell, Bertrand: Probleme der Philosophie,
      Adorno würde ich nicht empfehlen, die anderen Werke aber doch.

      Jeder lernt natürlich anders, und man kann auf verschiedene Weise einen Zugang zur Philosophie bekommen. Mir scheint, ein möglicher Weg besteht darin, eine oder mehrere Philosophiegeschichten zu lesen, alternativ wäre natürlich auch eine themenbezogene Einführung möglich.

      Der Aussage, die hier gemacht wurde, daß die Lektüre sekundär sei, teile ich nicht. Bevor man eigene Meinungen vertritt, muß man m. E. zumindest in den Grundzügen wissen, was andere zum selben Thema schon gesagt haben. Das schließt natürlich ein lebendiges Lesen, also Mitdenken bei der Lektüre, von Anfang an nicht aus.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • Ich finde auch, dass Lektüre gerade für Phils wichtig ist, aber wenn du erst zu studieren beginnst würde ich erst abwarten und sehen welchen Schwerpunkt die Vortragenden bevorzugen. Phil. ist sehr breit gefächert und es gibt unheimlich viel Lesestoff, es könnte bei einem möglichen Nichtverstehen auch zu Desinteresse kommen. Einführungen in Philosophie gibt es ebenfalls sehr viele, aber wie gesagt- Vorgaben gibt es meist in den ersten Vorlesungen. Als kurzweilig habe ich damals 'Die philosophische Hintertreppe' empfunden.
    • sitzpillow schrieb:

      ich werde im kommenden Semester mit dem Philosophiestudium als Parallelstudium anfangen.
      Ich habe bereits Mathematik studiert und studiere momentan Medizin, welches ich auch als Schwerpunkt setzen werde, wenn das Philosophiestudium hinzu kommt
      Bleib beim Konkreten, also der Medizin.
      Du kannst dann Menschen helfen und ein gutes, auskömmliches Leben führen.
      Viele Philosophiestudien enden in Philosophie-Foren. :D
      (Achtung: Satire)
      Wenn wir Sprache und Denken aufgeben, können wir über alles hinausgehen. (Meister Sosan)
      „Langfristig gesehen sind wir alle tot“ (Meister Keynes)
    • idea schrieb:

      Als kurzweilig habe ich damals 'Die philosophische Hintertreppe' empfunden.
      Ja, ich glaube, das ist von Wilhelm Weischedel, und das kann ich auch empfehlen.


      Hancock schrieb:

      Viele Philosophiestudien enden in Philosophie-Foren.
      (Achtung: Satire)
      Oder als Taxifahrer. :D


      sitzpillow schrieb:

      PS: Falls es bei der Empfehlung von einführenden Werken eine Rolle spielen sollte:
      Ich interessiere mich insbesondere für
      Ethik, Sozialphilosophie, Wissenschaftsphilosophie, Erkenntnistheorie (und Sprachphilosophie)
      Selbstverständlich ist auch die Metaphysik und Ontologie in meinem Interessenspektrum.
      Kann ich daraus entnehmen, daß du schon ein paar Vorkenntnisse hast?
      Wenn dem so sein sollte, dann wäre es vielleicht gut, wenn du dazu etwas sagen könntest, denn dann kann der eine oder andere hier dir vielleicht noch zielführendere Hinweise geben.

      Sehr viel hängt m. E. auch davon ab, warum die Philosophie studieren willst bzw. was genau du dir davon versprichst.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • Philosophie üben oder auswendig lernen bringt rein garnichts, wie man das in anderen Disziplinen gewohnt ist. Es nützt nichts wenn man weiß, welcher Philosoph zu welchem Thema "seinen Senf" gegeben hat, wenn man nicht zugleich weiß, ob das alles auch stimmt.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • Groot schrieb:


      so etwas wie philosophische Relevanz formaler Logik gibt es nicht. Formale Logik ist völlig Weltlos und hat nichts, aber auch garnichts mit Philosophie zu tun. Formale Logik verkrüppelt die Philosophie in großem Maße und verhindert Erkenntnis, die sich aus der Historie ergibt. Die Historie ist deutlich entscheidender für Philosophie, egal ob die personale oder die der Geschichte. Größere Sinnlosigkeit als in der formalen Logik ist nirgendwo sonst in ähnlicher Weise auffindbar.
      Ich persönlich bin eher der Ansicht, dass die oben zitierten Aussagen in keiner Hinsicht relevant für die Philosophie oder deren Studium sind.
      Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren. (Karl Popper)
      Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es. (Bertrand Russell)
      Der Kosmos ist bestenfalls ein planlos aufgeschütteter Misthaufen. (Heraklit)
    • hel schrieb:

      Ich persönlich bin eher der Ansicht, dass die oben zitierten Aussagen in keiner Hinsicht relevant für die Philosophie oder deren Studium sind.
      Ja @Groot hat wohl über das Ziel hinausgeschossen, was m. E. manchmal bei ihm vorkommt. Aber für ganz falsch oder irrelevant halte ich seine Aussagen nicht.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • HumbleThinker schrieb:

      hel schrieb:

      Ich persönlich bin eher der Ansicht, dass die oben zitierten Aussagen in keiner Hinsicht relevant für die Philosophie oder deren Studium sind.
      Ja @Groot hat wohl über das Ziel hinausgeschossen, was m. E. manchmal bei ihm vorkommt. Aber für ganz falsch oder irrelevant halte ich seine Aussagen nicht.
      Weil?
      Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren. (Karl Popper)
      Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es. (Bertrand Russell)
      Der Kosmos ist bestenfalls ein planlos aufgeschütteter Misthaufen. (Heraklit)
    • hel schrieb:

      Weil?
      weil der Inhalt von Interesse ist und nicht die Form.
      Weil man an Hand der Historie das Werden, das Sein, die Monade und das Dasein erkennt.
      Weil Logik eh immer genutzt wird, wenn jemand denkt - es ist nämlich schlicht nicht möglich unlogisch zu denken.
      Weil formale Logik Phänomenologie, Dialektik und Hermeneutik verdeckt mit vorgeblicher Möglichkeit man könne durch Regelfolgen "Wahrheiten" erfassen.
      Weil formale Logik im Grunde nichts anderes ist als Mathematik und damit redundant.

      Und schlussendlich, weil Logik einfach inhaltsleer, weltlos, sinnlos und erkenntnishinderlich ist und jedwede Kreativität, die in der Philosophie relevant ist, tötet.
      Hier gibt es nichts zu sehen!
    • hel schrieb:

      Weil?
      @Groot hat es gerade so gesagt, wie ich es kaum besser sagen könnte. Allerdings der Satz


      Groot schrieb:

      Und schlussendlich, weil Logik einfach inhaltsleer, weltlos, sinnlos und erkenntnishinderlich ist und jedwede Kreativität, die in der Philosophie relevant ist, tötet.
      setzt m. E. ein bestimmtes Philosophieverständnis voraus, das ich zwar zu verstehen und in gewisser Hinsicht zu teilen glaube, das @Groot aber der Allgemeinheit m. E. noch etwas näher erläutern müßte.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • Groot schrieb:

      Und schlussendlich, weil Logik einfach inhaltsleer, weltlos, sinnlos und erkenntnishinderlich ist und jedwede Kreativität, die in der Philosophie relevant ist, tötet.
      Klingt nach sehr sauren Trauben.
      Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren. (Karl Popper)
      Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es. (Bertrand Russell)
      Der Kosmos ist bestenfalls ein planlos aufgeschütteter Misthaufen. (Heraklit)