Identity-Politics: Kunst unter dem Blickwinkel von Rasse bzw. ethnischer Zugehörigkeit

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    • Identity-Politics: Kunst unter dem Blickwinkel von Rasse bzw. ethnischer Zugehörigkeit

      Aus den USA schwappt eine interessante Neuauflage rassischer Kriterien für die Kunstbetrachtung auf uns zu. Diesmal von "links unten". Ein sehr interessanter und hörenswerter Beitrag aus einem DLF-Feature unter dem Titel "Das Bild muss weg" beschäftigt sich mit der Idee einer "Zensur von unten" anhand des Protests einer schwarzen Künstlerin, Hannah Black, gegen ein Gemälde einer weißen Künstlerin. Diese schuf ein abstraktes Portrait eines in einem Sarg liegenden schwarzen Jungen. Hannah Black spricht Weißen das Recht und die Fähigkeit ab, sich in "schwares Leid" hineinversetzen zu können und sieht das inkriminierte Gemälde als "cultural approbriation", die letztlich etwas den Schwarzen zugehöriges - interessanter Weise interessanterweise wäre das hier Leid und Unterdrückung - "aneigne". Diese Aneignung sei nichts anderes als eine weitere Art der Ausbeutung. Der Essay von Julia Pelta Feldman beleuchtet das Thema unter vielen interessanten Gesichtspunkten. Ich stimme ihr zwar in vielem nicht zu, halte ihre Gedanken aber für wichtig zu diskutieren.

      Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es. (Bertrand Russell)
      Any philosophy that can be put in a nutshell belongs in one. (Hilary Putnam)
      Religion is an insult to human dignity. (Steven Weinberg)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von hel () aus folgendem Grund: Fehlschreibung korrigiert. Dank geht an kunnukun

    • hel schrieb:

      Aus den USA schwappt eine interessante Neuauflage rassischer Kriterien für die Kunstbetrachtung auf uns zu. Diesmal von "links unten". Ein sehr interessanter und hörenswerter Beitrag aus einem DLF-Feature unter dem Titel "Das Bild muss weg" beschäftigt sich mit der Idee einer "Zensur von unten" anhand des Protests einer schwarzen Künstlerin, Hannah Black, gegen ein Gemälde einer weißen Künstlerin. Diese schuf ein abstraktes Portrait eines in einem Sarg liegenden schwarzen Jungen. Hannah Black spricht Weißen das Recht und die Fähigkeit ab, sich in "schwares Leid" hineinversetzen zu können und sieht das inkriminierte Gemälde als "cultural approbriation", die letztlich etwas den Schwarzen zugehöriges - interessanter Weise wäre das hier Leid und Unterdrückung - "aneigne". Diese Aneignung sei nichts anderes als eine weitere Art der Ausbeutung. Der Essay von Julia Pelta Feldman beleuchtet das Thema unter vielen interessanten Gesichtspunkten. Ich stimme ihr zwar in vielem nicht zu, halte ihre Gedanken aber für wichtig zu diskutieren.
      Option 1: Der Zensurversuch ist einfach die Folge eines Missverständnisses, welches entstehen kann, nicht notwendigerweise entstehen muss, wenn unterschiedliche Ethnien auf gleichem Gebiet zusammenleben.

      Option 2: Der Zensurversuch ist einfach die Folge eines Missverständnisses, welches zwischen Kunst und Meinung, deren Äußerung frei ist, auf unangemessene Art und Weise unterscheidet. Denn ein Kunstwerk ist immer auch eine Meinungsäußerung, wenn es sich auch nicht um die konventionelle Ausdrucksform von Meinung handelt.
    • kunnukun schrieb:

      hel schrieb:

      interessanter Weise
      Ich bin genervt: mehrfach nachgeschlagen, immer mit dem Ergebnis, dass es nach wie vor "interessanterweise" heißen muss. Hat jmd. andere Infos?
      Ich fürchte, dass das nicht die einzige Verletzung deutscher Rechtschreibregeln war, die ich mir in diesem Forum habe zuschulden kommen lassen. Warum nervt gerade die dich?

      Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es. (Bertrand Russell)
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    • Stero schrieb:

      Option 1: Der Zensurversuch ist einfach die Folge eines Missverständnisses, welches entstehen kann, nicht notwendigerweise entstehen muss, wenn unterschiedliche Ethnien auf gleichem Gebiet zusammenleben.

      Option 2: Der Zensurversuch ist einfach die Folge eines Missverständnisses, welches zwischen Kunst und Meinung, deren Äußerung frei ist, auf unangemessene Art und Weise unterscheidet. Denn ein Kunstwerk ist immer auch eine Meinungsäußerung, wenn es sich auch nicht um die konventionelle Ausdrucksform von Meinung handelt.
      Zur Option 1:
      im Falle der Schwarzen in den USA ist diese Tendenz sicher auch die Folge einer sehr verständlichen Hypersensibilität. Bis in die späten 60er Jahre wurden sie übelst behandelt und die Folgen ihrer Diskriminierung sind gewiss noch vorhanden. Wir hatten in einem anderen Thread ja kurz das Thema "Hass" angerissen. Hass auf die Weißen ist in dem Fall psychologisch nachvollziehbar aber trotzdem zutiefst irrational und nicht anders als im Falle von Fremdenhass in Deutschland mE abzulehnen. Identity-Politics als Ideologie, und als gutes Beispiel der Zensurwunsch von Hannah Black, scheint mir ein Rationalisierungsversuch dieser Hass- vielleicht auch Minderwertigkeitsgefühle.
      Zur Option 2:
      sollte Kunst nicht wesentlich mehr sein, als Meinungsäußerung, wenn sie nicht sehr flach daherkommen soll? Im Falle der Malerei gewährt sie in erster Linie eine "Anschauung" die sich kaum sprachlich, geschweige denn in Form von Meinungen, zufriedenstellend schildern lässt.

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    • kunnukun schrieb:

      hel schrieb:

      Warum nervt gerade die dich?
      Weil sie wahrscheinlich eine Folge des Auseinanderreißens im Rahmen der neuen Rechtschreibung ist - nur dass das meiste Auseinanderreißen damit begründet ist, dass steigerbare Adjektive vom Verb getrennt werden; was bei den ...weise-Adverben nicht der Fall ist.
      Mir ist geläufig, dass man Dinge auf seltsame Art und Weise tun kann. Ich denke, dass die inkorrekte Verwendung bei dem Adverb bei mir von daher kommt.

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    • hel schrieb:

      Stero schrieb:

      Option 1: Der Zensurversuch ist einfach die Folge eines Missverständnisses, welches entstehen kann, nicht notwendigerweise entstehen muss, wenn unterschiedliche Ethnien auf gleichem Gebiet zusammenleben.

      Option 2: Der Zensurversuch ist einfach die Folge eines Missverständnisses, welches zwischen Kunst und Meinung, deren Äußerung frei ist, auf unangemessene Art und Weise unterscheidet. Denn ein Kunstwerk ist immer auch eine Meinungsäußerung, wenn es sich auch nicht um die konventionelle Ausdrucksform von Meinung handelt.
      Zur Option 1:im Falle der Schwarzen in den USA ist diese Tendenz sicher auch die Folge einer sehr verständlichen Hypersensibilität. Bis in die späten 60er Jahre wurden sie übelst behandelt und die Folgen ihrer Diskriminierung sind gewiss noch vorhanden. Wir hatten in einem anderen Thread ja kurz das Thema "Hass" angerissen. Hass auf die Weißen ist in dem Fall psychologisch nachvollziehbar aber trotzdem zutiefst irrational und nicht anders als im Falle von Fremdenhass in Deutschland mE abzulehnen. Identity-Politics als Ideologie, und als gutes Beispiel der Zensurwunsch von Hannah Black, scheint mir ein Rationalisierungsversuch dieser Hass- vielleicht auch Minderwertigkeitsgefühle.
      Schon, aber der Hass, egal auf welcher Seite, ist im Kontext wiederum nur die Folge des Umstandes, dass verschiedene Ethnien auf gleichem Gebiet zusammenleben müssen bzw. dürfen. Wenn also das Zusammenleben auf gleichem Gebiet nicht der Verschiedenheit der Ethnien entspricht, so ist das Aufkommen von Hass, egal auf welcher Seite, nur eine natürlich Folge davon. Was also abzulehnen wäre, wäre nicht der Hass als bloßes Symptom des Falschen, sondern das Falsche, nämlich das Zusammenleben verschiedener Ethnien auf gleichem Gebiet.


      hel schrieb:

      Zur Option 2:sollte Kunst nicht wesentlich mehr sein, als Meinungsäußerung, wenn sie nicht sehr flach daherkommen soll? Im Falle der Malerei gewährt sie in erster Linie eine "Anschauung" die sich kaum sprachlich, geschweige denn in Form von Meinungen, zufriedenstellend schildern lässt.
      Auch eine Anschauung ist eine Ansicht und Ansichten sind individuell. Ansichten und Meinungen sind nicht inhärent verschieden. Mein Punkt war ja grade, dass Ausdrucksformen von Meinungen/Ansichten verschieden sind. Ich habe nicht gesagt, dass verschiedene Ausdrucksformen ineinander übersetzbar sind oder sein müssen, um als Ausdrucksformen des Gleichen gelten zu können.
    • Stero schrieb:

      Was also abzulehnen wäre, wäre nicht der Hass als bloßes Symptom des Falschen, sondern das Falsche, nämlich das Zusammenleben verschiedener Ethnien auf gleichem Gebiet.
      Kopfschmerzen kann man als Folge davon betrachten, dass man einen Kopf hat. Hier wäre die Entfernung des Falschen das Abschlagen des Kopfes, was auch gewiss die Kopfschmerzen beseitigt. Dass zunehmende Komplexität (zentrales Nervensystem, vielfältige Kulturen auf gleichem Territorium) Probleme aufwerfen kann, sei unbestritten. Aber meine Medizin wäre in beiden Beispielfällen eine andere, Aspirin in einem und rationale Erziehung, Bildung, Aufklärung und Orientierung am Individuum, durchgehend Meinungsfreiheit (sogar an Universitäten) und ein offener Diskurs im anderen Fall. Mein Interesse in diesem Thread liegt übrigens mehr an einer Analyse, wie Identity Politics (vielleicht ein Balg postmoderner Philosophie) und ihre Verwebung mit Kunst, Kultur plötzlich einen rassistischen Irrationalismus erzeugt, den man sich eigentlich in weit entfernten Ecken gedacht hätte.


      Stero schrieb:

      Mein Punkt war ja grade, dass Ausdrucksformen von Meinungen/Ansichten verschieden sind. Ich habe nicht gesagt, dass verschiedene Ausdrucksformen ineinander übersetzbar sind oder sein müssen, um als Ausdrucksformen des Gleichen gelten zu können.
      Kunst kann wohl als Ausdrucksform einer Meinung gedacht sein - in unserem Fall mit dem Portrait des toten schwarzen Jungen kann ich das nicht beurteilen. Aber was ich bestreite, ist das "immer auch eine Meinungsäußerung". Jeder Künstler ist von seiner Zeit und Gesellschaft geprägt, hat ein Weltbild und Meinungen über dies oder das. Dieses Weltbild wird oft den Hintergrund seiner Werke bilden. Aber was z. B. der Zauber der Seerosen Monets, den sie auf uns auswirken, für Meinungen transportieren soll, ist mir schleierhaft. Im Gegenteil habe ich das Gefühl, dass das Wesentliche in der Kunst sich Meinungen entzieht.

      Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es. (Bertrand Russell)
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    • hel schrieb:

      Im Gegenteil habe ich das Gefühl, dass das Wesentliche in der Kunst sich Meinungen entzieht
      Ja. Meines Erachtens wurde v.a. seit den 60ern und als Folge in den Schulen das Propositionale mit Bezug auf Kunst überbetont. Ich bin seit meiner frühen Teenagerzeit am meisten in Impressionistisches vernarrt. Die Politisierung von Kunst war mir daher immer fremd. Zumal sich Botschaften sprachlich klarer übermitteln lassen. Ich fragte mal als Schüler die Englischlehrerin anlässlich einer Gedichtinterpretation, während der sich als die Botschaft des lyr. Ich in einem Frost-Gedicht entpuppte, dass das ich in den Wald gehen und sterben möchte, warum er das nicht 'gleich sagt'; auf solche Fragen gibt es typischerweise keine Antwort. Diese Botschaften-'kunst' dient der Grübelei.
      (Natürlich enzieht sich nicht nur Monet usw. der Botschaftensuche. Es betrifft viel mehr. Panofsky - ausgerechnet er, der Ikonologe - weist darauf hin bzgl. der meisten Landschaften überhaupt.)
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    • hel schrieb:

      Stero schrieb:

      Was also abzulehnen wäre, wäre nicht der Hass als bloßes Symptom des Falschen, sondern das Falsche, nämlich das Zusammenleben verschiedener Ethnien auf gleichem Gebiet.
      Kopfschmerzen kann man als Folge davon betrachten, dass man einen Kopf hat. Hier wäre die Entfernung des Falschen das Abschlagen des Kopfes, was auch gewiss die Kopfschmerzen beseitigt.
      Wenn du mit solchen Unsinnigkeiten versuchst Argumente zu konstruieren, dann können wir es gleich bleiben lassen. Ist ein Kopf fürs Leben optional?
      Das Zusammenleben verschiedener Ethnien auf gleichen Gebiet ist sicher optional und keine Notwendigkeit.

      hel schrieb:


      Stero schrieb:

      Mein Punkt war ja grade, dass Ausdrucksformen von Meinungen/Ansichten verschieden sind. Ich habe nicht gesagt, dass verschiedene Ausdrucksformen ineinander übersetzbar sind oder sein müssen, um als Ausdrucksformen des Gleichen gelten zu können.
      Kunst kann wohl als Ausdrucksform einer Meinung gedacht sein - in unserem Fall mit dem Portrait des toten schwarzen Jungen kann ich das nicht beurteilen. Aber was ich bestreite, ist das "immer auch eine Meinungsäußerung". Jeder Künstler ist von seiner Zeit und Gesellschaft geprägt, hat ein Weltbild und Meinungen über dies oder das. Dieses Weltbild wird oft den Hintergrund seiner Werke bilden. Aber was z. B. der Zauber der Seerosen Monets, den sie auf uns auswirken, für Meinungen transportieren soll, ist mir schleierhaft. Im Gegenteil habe ich das Gefühl, dass das Wesentliche in der Kunst sich Meinungen entzieht.
      Bereits die Bevorzugung einer Perspektive und/oder die Fokusierung auf ein Detail im künstlerischen Ausdruck ist eine Meinungäußerung hinsichtlich der Relevanz oder Wesentlichkeit im Kontext des ausgedrückten Objektes.
    • Stero schrieb:

      Bereits die Bevorzugung einer Perspektive und/oder die Fokusierung auf ein Detail im künstlerischen Ausdruck ist eine Meinungäußerung hinsichtlich der Relevanz oder Wesentlichkeit im Kontext des ausgedrückten Objektes.
      Dass jemand eine Perspektive wählt, hat zwar eine Wirkung; es braucht aber nicht primär der Äußerung einer Meinung dienen.
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    • kunnukun schrieb:

      Stero schrieb:

      Bereits die Bevorzugung einer Perspektive und/oder die Fokusierung auf ein Detail im künstlerischen Ausdruck ist eine Meinungäußerung hinsichtlich der Relevanz oder Wesentlichkeit im Kontext des ausgedrückten Objektes.
      Dass jemand eine Perspektive wählt, hat zwar eine Wirkung; es braucht aber nicht primär der Äußerung einer Meinung dienen.
      'brauchen' tut gar nichts. Da aber künstlerischer Ausdruck immer Ausdruck von Bedeutung aus der Sphäre der Subjektivität ist, hängt die Verwendung des Wortes 'Meinung' im Kontext hier vom Begriff 'Meinung' ab, den man sich bildet. Bedeutung erscheint erst dem Subjekt, bevor es diese ausdrückt, und die Medien des Ausdruckes sind variabel.
    • Fakt ist einfach, dass Meinungen nicht gerne geduldet werden, darum streitet man, was Meinung sei, was nicht, ob sie zur Klärung von Sachverhalten beitragen können oder eben nicht. Trotzdem wird kräftig drauf losgemeint, was Fakten seien und was nicht, ob sie Klärung von Meinungsfragen beitragen können oder halt auch nicht.
      Im Namen der Weltseele deren Tochter EVULOA und Mutter EVOLUA o.u.
      Die Wiesenschaft der Liebe zur Weisheit ist eine erhabene, elegante und m.a. befriedigende Beschäftigung für den Geist.
      Was ich wirklich denke: Weltseele und Multiversalgeist gefällt das.
    • Stero schrieb:

      Wenn du mit solchen Unsinnigkeiten versuchst Argumente zu konstruieren, dann können wir es gleich bleiben lassen. Ist ein Kopf fürs Leben optional?
      Das Zusammenleben verschiedener Ethnien auf gleichen Gebiet ist sicher optional und keine Notwendigkeit.
      Natürlich ist ein Kopf für das Leben optional: Bakterien, Pilze, Pflanzen und Schwämme kommen bestens ohne Kopf (Zentralnervensystem) aus. Menschen kommen nicht ohne Kopf aus und moderne Gesellschaften bestehen mit wenigen Ausnahmen aus den verschiedensten Ethnien. Die USA ohne seinen Bevölkerungsmix wäre nicht mehr derselbe Staat - als Individuum gesehen (was natürlich immer ein problematischer Blickwinkel ist) also tot. Wie ein Mensch, der in einen Schwamm verwandelt wird. Natürlich hinken Bilder und Vergleiche immer - aber die Idee, unterschiedliche Ethnien und nicht z.B. verkehrte Ideologien als Ursache gesellschaftlicher Spannungen zwischen unterschiedlichen Ethnien zu sehen, erinnert mich stark an das Kopfabschlagen als Heilmittel. Wenn Du Dir den Threadtitel durchliest, wirst Du auch sehen, dass die Problematik multiethnischer Gesellschaften nicht adressiert wird. Insofern muss für diese Thematik, so sie Dich interessiert, für eine ausführliche Diskussion sowieso ein anderer Platz gesucht werden. Über Deine Beiträge zum Thema freue ich mich jederzeit.

      Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es. (Bertrand Russell)
      Any philosophy that can be put in a nutshell belongs in one. (Hilary Putnam)
      Religion is an insult to human dignity. (Steven Weinberg)
    • hel schrieb:

      Im Gegenteil habe ich das Gefühl, dass das Wesentliche in der Kunst sich Meinungen entzieht.
      Deine Meinung ;)

      Ich denke mal, Kunst erfüllt/beschreibt sich in gleichzeitig mehreren Ebenen wie bei auch dem 4-Seiten-Kommunikations-Modell.
      Subjektive Gestaltung einer Aussage, Inhalt als Spiegel objektiver Tatsachen, Botschaft für den Betrachter, komplexe Beziehungsgestaltung, Möglichkeit der Mehrfachinterpretation - das alles unter Meinung zu klassifizieren vereinfacht einfach nur unzulässigermaßen.
      Im Namen der Weltseele deren Tochter EVULOA und Mutter EVOLUA o.u.
      Die Wiesenschaft der Liebe zur Weisheit ist eine erhabene, elegante und m.a. befriedigende Beschäftigung für den Geist.
      Was ich wirklich denke: Weltseele und Multiversalgeist gefällt das.
    • kunnukun schrieb:

      hel schrieb:

      interessanter Weise
      Ich bin genervt: mehrfach nachgeschlagen, immer mit dem Ergebnis, dass es nach wie vor "interessanterweise" heißen muss. Hat jmd. andere Infos?
      Nachstehend ein link in dem erklärt wird wann es heißt 'interessanter Weise' oder 'interessanterweise' - nämlich dann wenn es heißt in interessanter Weise schreibt man das Wort getrennt.interessanterweise
    • Celeritas schrieb:

      Subjektive Gestaltung einer Aussage, Inhalt als Spiegel objektiver Tatsachen, Botschaft für den Betrachter, komplexe Beziehungsgestaltung, Möglichkeit der Mehrfachinterpretation
      Ich glaube, dass überhaupt Aussagen - ob 'subjektiv gestaltet' oder nicht -, Botschaften oder Interpretationen nebensächlich - jedenfalls nicht wesentlich - für Kunst i.U.z. Wissenschaft sind.

      idea schrieb:

      wenn es heißt in interessanter Weise
      Danke. Das "in interessanter Weise" ist natürlich etwas ganz anderes als "interessanterweise", das komischerweise nun auch so oft getrennt geschrieben wird.
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