Poetische Philosophie - Gedicht von Martin Heidegger

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    • Philosophist schrieb:

      Richard schrieb:

      Wer kennt von euch Martin Heidegger, "Einleitung in die Philosophie" (Band 27 der Gesamtausgabe)?

      Ein ganz hervorragendes Buch, das neben anderen seinen unverrückbaren Platz in der Geschichte der Philosophie behalten wird und auch heute noch wertvoll ist für all diejenigen, die der Philosophie Martin Heideggers vorurteilsfrei begegnen können.
      Ich finde es auch wichtig, das man einem Philosophen und seiner Philosophie möglichst vorurteilsfrei (und sachlich) begegnen sollte und das gilt natürlich auch für Heidegger.
      Der von dir genannte Band ist, mir nicht unbekannt. Ich habe daraus ein Zitat als Motto für mich herausgesucht ;)

      (siehe Signatur: [Von Alltag hier eingesetzt!
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)
      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
      @Richard, Den Band 27 habe ich vor etwa fünfzehn Jahren gelesen. Die ersten Kapitel habe ich euphorisch aufgenommen. Gegen Ende war ich arg enttäuscht, weil er für mich nicht ausreichend versuchte die anfänglichen Versprechungen einzulösen. Heute, nachdem ich andere Einleitungen in die Philosophie gelesen habe, sehe ich mich selbst getäuscht, weil meine Erwartungen naiv zu hoch waren. Naiv war ich damals auch betreffs der Kontroverse um Martin Heidegger, obwohl mir die eine oder andere Textstelle bei ihm aufgestossen ist. Ungewiss ist, ob ich ihm je verzeihen kann, dass er seine Schwarzen Hefte testamentarisch verfügt erst als letzte Bände der Gesamtausgabe publizieren liess. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass sich das Redaktionsteam darüber hinweggesetzt hätte, wie es beispielsweise bei Franz Kafka geschehen ist. :)

      @Philosophist, ist in der Signatur der deutsche Text Martin Heideggers Deutung des griechischen Textes? Gegebenenfalls wäre Dein Text - Aus einem bisher unübersetzten Text - in der Klammer anzupassen. :)
    • Philosophist schrieb:

      Es beginnt mit der lyrischen Selbstvergewisserung des einundzwanzigjährigen Theologiestudenten: "Ich mied der Gottesnähe heldenschaffende Kraft / Und tappte irrlichthaschend durch Not und Nacht."....

      Aus einem Gedicht des frühen Heidegger...
      Deinen Fund finde ich erhellend. :)
      "Wir alle, die wir in freien und offenen Gesellschaften leben wollen: Wir alle haben ein Problem mit dem Islam" (Heiko Heinisch; in: European, 20. Januar 2015). — "Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal hat kürzlich als Zeuge vor Gericht in Paris gesagt, der Antisemitismus sei Teil der islamischen Kultur, er werde im Koran, in den Moscheen und in den Familien verbreitet" (FAZ, 11. Dezember 2017). — "Wer Gastrecht missbraucht, der hat Gastrecht verwirkt" (Sahra W.).
    • Alltag schrieb:

      Philosophist schrieb:

      Richard schrieb:

      Wer kennt von euch Martin Heidegger, "Einleitung in die Philosophie" (Band 27 der Gesamtausgabe)?

      Ein ganz hervorragendes Buch, das neben anderen seinen unverrückbaren Platz in der Geschichte der Philosophie behalten wird und auch heute noch wertvoll ist für all diejenigen, die der Philosophie Martin Heideggers vorurteilsfrei begegnen können.
      Ich finde es auch wichtig, das man einem Philosophen und seiner Philosophie möglichst vorurteilsfrei (und sachlich) begegnen sollte und das gilt natürlich auch für Heidegger.Der von dir genannte Band ist, mir nicht unbekannt. Ich habe daraus ein Zitat als Motto für mich herausgesucht ;)

      (siehe Signatur: [Von Alltag hier eingesetzt!
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)
      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
      @Richard, Den Band 27 habe ich vor etwa fünfzehn Jahren gelesen. Die ersten Kapitel habe ich euphorisch aufgenommen. Gegen Ende war ich arg enttäuscht, weil er für mich nicht ausreichend versuchte die anfänglichen Versprechungen einzulösen. Heute, nachdem ich andere Einleitungen in die Philosophie gelesen habe, sehe ich mich selbst getäuscht, weil meine Erwartungen naiv zu hoch waren. Naiv war ich damals auch betreffs der Kontroverse um Martin Heidegger, obwohl mir die eine oder andere Textstelle bei ihm aufgestossen ist. Ungewiss ist, ob ich ihm je verzeihen kann, dass er seine Schwarzen Hefte testamentarisch verfügt erst als letzte Bände der Gesamtausgabe publizieren liess. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass sich das Redaktionsteam darüber hinweggesetzt hätte, wie es beispielsweise bei Franz Kafka geschehen ist. :)
      @Philosophist, ist in der Signatur der deutsche Text Martin Heideggers Deutung des griechischen Textes? Gegebenenfalls wäre Dein Text - Aus einem bisher unübersetzten Text - in der Klammer anzupassen. :)
      @Alltag: Antwort: Nein. Es handelt sich hier um zwei völlig verschiedene Texte, die nur eine gewisse inhaltliche Nähe haben. Der griechische Text selbst ist meines Wissens nach bisher unübersetzt und vermutlich von Heidegger nie je rezipiert worden, denn er stammt von einem byzantinischen Autor (aus dem 11./12. Jahrhundert). Heidegger selbst hat mit den Byzantinern eher weniger am Hut gehabt und kam nur -geistesgeschichtlich gesehen- bis zur griechischen Klassik. Aristoteles gilt für ihn als der Höhepunkt der griechischen Philosophie (siehe Einführung in die Metaphysik) , während z.B. jemand wie Plotin schon als Verfall des Griechentums gilt (so meiner Erinnerung der späte Heidegger). Nur in den Büchern über seine Griechenland -Reisen wird die byzant. Kultur mal kurz erwähnt, aber dann auch recht kritisch, soweit ich das richtig in Erinnerung habe. Das zum Thema "Heidegger und die Griechen" und sei mal so "nebenbei" hier erwähnt. Man kann dies sogar als "leise/kleine Heidegger-Kritik" hier auffassen (die spöttisch gemeint ist ^^> ist aber nochmal ein Thema für sich ) - Ich hoffe, ich kann dir mit dieser Auskunft weiterhelfen ;)

      Der griechische Text an sich gefällt mir inhaltlich ganz gut :-), und daher habe ich einen relevanten Ausschnitt daraus hier zitiert ;)

      Man kann es auch so sehen: Philosoph-Sein heißt "Grieche" sein ... und Heidegger war auf seine Art einer :)

      Philosophieren kann man laut Heidegger (eh) nur auf Deutsch oder auf Griechisch ;)

      Dazu noch zwei thematisch empfehlenswerte Links:

      1) volltext.merkur-zeitschrift.de…002_634_0113-0123_0113_01
      (allerdings unvollständig, hier kriegt man nur einen Einblick> den"Rest" muss man kaufen oder kopieren)
      2)bu.edu/arion/files/2010/03/Greeks-Most.pdf (vollständig, aber in englischer Sprache )

      Dazu ein englisches Zitat hier (aus dem zweiten Link):

      "And historically, Heidegger is interested only in the very earliest period of Greek philosophy and poetry. Among Greek poets, Heidegger apparently cites none later than Sophocles. Hellenistic and Imperial Greek poetry and prose—to say nothing of Byzantine literature-seem to be entirely absent from his reading. As for Greek philosophy, for Heidegger it seems to die out at the very latest with Plato and Aristotle—“So ist es mit der Philosophie der Griechen. Sie ging mit Aristoteles groß zu Ende” (“So it is with the philosophy of the Greeks. It cameto an end grandly with Aristotle,” GA 40.18). The great schools of Hellenistic and Imperial Greek philosophy—the Academy and the Lyceum, Scepticism and Cynicism, Epicureanism and Stoicism and Neoplatonism—have left almost no trace in his writings. When he mentions Simplicius,it is only because Simplicius transmits—and distorts—fragments of Presocratic philosophy. Only the Presocratics earn his full admiration—and among them, only Anaximander,Heraclitus, and Parmenides."

      Wem der zitierte Text hier noch unklar ist, kann ich gern weiterhelfen und eben die Stelle "sinngemäß" übersetzen. Das sollte aber erstmal genügen (fürs erste), denke ich mal ;)
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von Philosophist ()

    • Fliege schrieb:

      Philosophist schrieb:

      Es beginnt mit der lyrischen Selbstvergewisserung des einundzwanzigjährigen Theologiestudenten: "Ich mied der Gottesnähe heldenschaffende Kraft / Und tappte irrlichthaschend durch Not und Nacht."....

      Aus einem Gedicht des frühen Heidegger...
      Deinen Fund finde ich erhellend. :)
      Danke ;)
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Philosophist schrieb:

      Fliege schrieb:

      Philosophist schrieb:

      Es beginnt mit der lyrischen Selbstvergewisserung des einundzwanzigjährigen Theologiestudenten: "Ich mied der Gottesnähe heldenschaffende Kraft / Und tappte irrlichthaschend durch Not und Nacht."....

      Aus einem Gedicht des frühen Heidegger...
      Deinen Fund finde ich erhellend. :)
      Danke ;)
      Und ich wage zu behaupten: auch Idea ...
      "Wir alle, die wir in freien und offenen Gesellschaften leben wollen: Wir alle haben ein Problem mit dem Islam" (Heiko Heinisch; in: European, 20. Januar 2015). — "Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal hat kürzlich als Zeuge vor Gericht in Paris gesagt, der Antisemitismus sei Teil der islamischen Kultur, er werde im Koran, in den Moscheen und in den Familien verbreitet" (FAZ, 11. Dezember 2017). — "Wer Gastrecht missbraucht, der hat Gastrecht verwirkt" (Sahra W.).
    • Fliege schrieb:

      Philosophist schrieb:

      Fliege schrieb:

      Philosophist schrieb:

      Es beginnt mit der lyrischen Selbstvergewisserung des einundzwanzigjährigen Theologiestudenten: "Ich mied der Gottesnähe heldenschaffende Kraft / Und tappte irrlichthaschend durch Not und Nacht."....

      Aus einem Gedicht des frühen Heidegger...
      Deinen Fund finde ich erhellend. :)
      Danke ;)
      Und ich wage zu behaupten: auch Idea ...
      Was mit "idea..." wohl gemeint sein könnte? ;)
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Glossar [Fortsetzung, Zeile 7 und 8]
      • Das Nie-Entweichen aus dem Bösen, bis zur Pein: die ewige Verlockung hin zum Bösen und bis zur Pein.



      Drehbuch [Alltags-Szene]

      Der Gelehrte erliegt den Verlockungen. /Schnitt/

      ______________________________

      7 Denken ist das Nie-Entweichen
      8 aus dem Bösen, vor der Pein.
      ______________________________


      PS.
      @Philosophist, danke für den Exkurs ins Altgriechische und die byzantinische Literatur.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Alltag ()

    • Alltag schrieb:

      Glossar [Fortsetzung, Zeile 7 und 8]
      • Das Nie-Entweichen aus dem Bösen, bis zur Pein: die ewige Verlockung hin zum Bösen und bis zur Pein.



      Drehbuch [Alltags-Szene]

      Der Gelehrte erliegt den Verlockungen. /Schnitt/

      ______________________________

      7 Denken istdas Nie-Entweichen
      8 aus demBösen , vor der Pein.
      ______________________________


      PS.
      @Philosophist, danke für den Exkurs ins Altgriechische und die byzantinische Literatur.
      @Alltag: Das mit der "ewigen Verlockung hin zum Bösen" hört sich nicht schlecht an ;) (wobei ich da irgendwie an Adam und Eva denke, kurz an die Bibel, aber das ist nur eine Assoziation von mir...).

      Aber welche Verlockungen erliegt der Gelehrte? (die Verlockung auch politisch wirken zu wollen?)


      Was den "Exkurs" anbetrifft, sage ich schlicht bitte schön ;)

      Ich habe allerdings noch die deutsche Übersetzung dieses Textes in der Zwischenzeit ausfindig gemacht und möchte ich hier nicht vorenthalten ;) (könnte besonders für die sinnvoll sein, die des Englischen nicht ganz so mächtig sind). Sie lautet wie folgt (Merkur 2002, S.118, Autor: Glenn W.Most):

      "An zweiter Stelle fällt auf, daß Heidegger innerhalb seines Verfahrens der Versprachlichung eine steng gattungsbezogene und historische Beschränkung des Untersuchungsfeldes vornimmt. Nur die Philosophie und die erhabensten Formen der Dichtung, Homers Epen, Pindars Oden und die Tragödien des Sophokles geraten in seinen Blick. Heideggers Griechen schreiben keine Komödien, Epigramme, Invektiven, Reden, Geschichtswerke, Romane, Liebesgedichte, Briefe , Gesetze, wissenschaftliche oder medizinische Literatur; strenggenommen schreiben sie nicht einmal anakreontische Oden oder euripideische Tragödien. Auch historisch ist Heidegger nur an der allerfrühesten Epoche der griechischen Dichtung und Philosophie interessiert. Unter den griechischen Dichtern zitiert er, wie es scheint, keinen späteren als Sophokles. Die griechische Dichtung und Prosa des Hellenismus und der Kaiserzeit, ganz zu schweigen von der byzantinischen Literatur, liegt offenbar außerhalb seiner Lektüre. Auch die griechische Philosophie scheint für Heidegger allerspätestens mit Platon und Aristoteles auszusterben: <So ist es mit der Philosophie der Griechen. Sie ging mit Aristoteles groß zu Ende> , heißt es in Einführung in die Metaphysik, Die großen Schulen des Hellenismus und der Kaiserzeit- die Akademie und das Lykeion , Skeptizismus und Kynismus, Epikureismus und Stoizismus und Neuplatonismus- haben nahezu keine Spur in seinen Schriften hinterlassen. Wenn er Simplikios erwähnt, dann nur , weil Simplikios Fragmente der vorsokratischen Philosophie überliefert hat. Allein die Vorsokratiker erfahren seine uneingeschränkte Bewunderung- und von ihnen wiederum nur Anaximander, Heraklit und Parmenides. Insofern sie schreiben (und nicht nur griechisch sprechen), sind Heideggers Autoren einer sehr schmalen Auwahl berühmter Texte. Seine Auswahl reicht von Homer bis zu Aristoteles, wobei der Schwerpunkt eher im fünften Jahrhundert (bei Heraklit, Parmenides und Sophokles) liegt. Diese Liste entspricht einer Auswahl aus dem Schulkanon von Autoren , die seit dem 19. Jahrhundert am deutschen humanistischen Gymnasium unterrichtet werden- sie werden hier allerdings mit einem gewaltigen metaphysischen Gewicht beschwert. (...) Heideggers eng begrenzte Auswahl unter den erhaltenen Texten der griechischen Literatur und Philosophie erinnert stark an die Kanonbildungen Friedrich Nietzsches (...) "

      Soweit aus dem Text in der deutschen Übersetzung. Glenn W. Most ist selbst von Hause aus klassischer Philologe. Aber was er sagt, finde ich nach wie vor bemerkenswert und lässt sich vielleicht auch als Heidegger-Kritik lesen.

      Das ganze hier ist ja eher ein Exkurs, da nicht so sehr Heideggers Beziehung zu den Griechen das Thema hier ist (aber man könnte diesbezüglich einen Extra -Thread aufmachen). Aber der Vollständigkeit halber sei es hier einfach mal erwähnt (samt deutscher Übersetzung nun) ;)
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Der Exkurs ist auch reizvoll in Hinsicht auf Deine folgende Bemerkung:

      Philosophist schrieb:

      Philosophieren kann man laut Heidegger (eh) nur auf Deutsch oder auf Griechisch
      Beim Erarbeiten meines Glossars hier zum Gedicht von Martin Heidegger nahm ich mehrmals Zuflucht im Alemannische, das in gewisser Weise ein 'Alt'-Deutsch ist.
      Damit ergibt sich für mich eine Analogie zu meinem Versuch Parmenides aus dem Altgriechisch-Original heraus zu knobeln.

      Gutnacht allseits!
      Alltag
    • Alltag schrieb:

      Der Exkurs ist auch reizvoll in Hinsicht auf Deine folgende Bemerkung:

      Philosophist schrieb:

      Philosophieren kann man laut Heidegger (eh) nur auf Deutsch oder auf Griechisch
      Beim Erarbeiten meines Glossars hier zum Gedicht von Martin Heidegger nahm ich mehrmals Zuflucht im Alemannische, das in gewisser Weise ein 'Alt'-Deutsch ist.Damit ergibt sich für mich eine Analogie zu meinem Versuch Parmenides aus dem Altgriechisch-Original heraus zu knobeln.

      Gutnacht allseits!
      Alltag
      Nun Heidegger hat es so mit dem Deutschen, insofern dass er (alt) deutsche Wörter auslegt und/oder sich ihrer bedient.. er kannte beispielsweise das Mittelhochdeutsche eines Meister Eckhart ganz gut. Hier mal ein Beispiel aus einer seiner Predigten:

      "Wir lesen in dem heiligen êwangeliô,
      daz unser herre gienc in den tempel
      und was ûzwerfende,
      die dâ kouften und verkouften,
      und sprach ze den andern,
      die dâ hâten tûben und sôgetâniu dinc veile:
      "tuot diz hin, tuot diz enwec!" (Joh 2,16)

      War umbe was Jêsus ûzwerfende,
      die dâ kouften und verkouften
      und hiez die hin tuon,
      die dâ hâten tûben?

      Er enmeinte anders niht,
      wan daz er den tempel wolte ledic hân,
      rehte als ob er spraeche:
      ich hân reht ze disem tempel
      und wil aleine dar inne sîn
      und hêrschaft dar inne hân.

      Waz ist daz gesprochen?

      Dirre tempel,
      dâ got inne hêrschen wil gewalticlîche
      nâch sînem willen,
      daz ist des menschen sêle,
      die er sô rehte glîch nâch im selber
      gebildet und geschaffen hât,
      als wir lesen, daz unser herre sprach:
      "machen wir den menschen
      nâch unserm bilde und ze unser glîchnisse."
      (1 Mos 1, 26).

      Und daz hât er ouch getân. "

      Braucht da jemand eine neuhochdeutsche Übersetzung? Auch das in gewisser Hinsicht "Alt-Deutsch"---Ob hier jemand noch "Mittelhochdeutsch" kann ? :)

      Quelle: 12koerbe.de/euangeleion/eckhart.htm

      Parmenides aus dem Altgriechischen "herauszuknobeln" ist gewiss nicht einfach (und in ein gutes Deutsches zu übertragen). Viel Glück dabei! ;) Und ja das Verhältnis Deutsch/Griechisch ist schon anspruchsvoll...

      PS: Kennt sich jemand mit Meister Eckhart hier näher aus vielleicht?

      Ein "gewagter" Vorschlag vielleicht: man sollte man die griechischen (Philosophie) Klassiker oder zumindest Parmenides ins Mittehlhochdeutsche" übertragen. Das hätte was :) Aber vielleicht gibt es das ja schon, nur ist es mir nicht weiter bekannt. Sind jemand mittelhochdeutsche Übertragungen/Übersetzungen altgriechischer (Philosophie) Klassiker bekannt?
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Glossar [Fortsetzung ab Zeile 7 bis zum Schluss]
      • Das Nie-Entweichen aus dem Bösen, bis zur Pein: die ewige Verlockung hin zum Bösen und bis zur Pein.
      • Ohn‘ greifend Fassen: ohne zugreifen; ohne zu begreifen; ohne klar gefassten Worte.
      • Ein Fragen frank: ein Fragen offen und frei; ein Fragen ‘frisch von der Leber weg‘.
      • Der kühle Trank auf dem Weg: erfrischend; …?
      • Sanft sich lichten Lichter ohne Zahl: in der Abenddämmerung zeigt sich nach und nach das sternenklare Firmament.
      • Rosen ohn‘ Warum, die dichten: fraglos glückliche Musen, die schwärmen.
      • Dies Alles-Freyen: Aus dem Duden unter <freien veraltet für heiraten; um eine Frau werben> --> eine Frau umwerben; durch das an Seyn erinnernde Freyen spekuliere ich, dass Musen umworben werden --> diese Musen alle umwerbend --> ‘Ein denken das es allen recht machen will‘
        {mittlerweilen verworfenen Varianten: von all dem zuvor gesagten befreit; all das gesagte schmähend}
      • Weiseloser Ruf:in Anlehnung an ‘ohne Art und Weise‘; ‘ohne Hinweise‘ --> Ruf ohne Hinweis; Ausruf; ==> Aufschrei.
      • Dass, die sterblich, seyend seyen: dass jeder sterblich und seiend sei.
      • Heilem der Behuf: Heilem unbestimmter Dativ;
        aus dem Duden unter <Heil, das;-°[e]s; Berg Heil! Ski Heil!; vgl. heilbringend>
        aus dem Duden unter<Behuf, der; -°[e]s, °-°e (Amtsspr. veraltet für Zweck, Erfordernis); zum –°[e]; zu diesem –°[e];>
        ==> Erfordernis Heil! und dass das Erfordernis Heil bring! Was sein muss, sei heilbringend!
      Drehbuch [Alltags-Szene]

      Der Gelehrte erliegt den Verlockungen. /Schnitt/
      Der Schwafelnde wird frisch von der Leber weg befragt. /Schnitt/ {in etwa wie Mephisto und Gretchen}
      Der Denker sucht die Lehre im Kant‘schen Firmament, /Schnitt/
      In den Musen, /Schnitt/
      Auch am Busen der Natur. /Schnitt/
      Lernt den Ruf als wahr leer erkennen, /Schnitt/
      Schätzt das Nötige. /Schnitt/
    • Im Band 81 GEDACHTES steht der Titel Denken und das Datum 'E. zum 21. Januar 1946 M.'

      Interessant finde ich auch, dass Martin Heidegger zwei Tage später eine gekürzte und veränderte Version für Elfriede geschrieben hat:

      Denken

      Denken ist das stille Wohnen,
      ist der stillste Dank.

      Denken ist das scheue Schonen,
      ist der kühle Trank

      Auf dem Weg, da sanft verglühen
      Lichter ohne Zahl

      Rosen gleich, die nie verblühen,
      grüßend Strom und Tal.

      Denken ist das kühne Freyen,
      weiseloser Ruf

      daß, die sterblich, seyend seyen:
      Heilem der Behuf.

      Elfriede zum 23. Januar 1946 M.
    • Alltag schrieb:

      Im Band 81 GEDACHTES steht der Titel Denken und das Datum 'E. zum 21. Januar 1946 M.'

      Interessant finde ich auch, dass Martin Heidegger zwei Tage später eine gekürzte und veränderte Version für Elfriede geschrieben hat:

      Denken

      Denken ist das stille Wohnen,
      ist der stillste Dank.

      Denken ist das scheue Schonen,
      ist der kühle Trank

      Auf dem Weg, da sanft verglühen
      Lichter ohne Zahl

      Rosen gleich, die nie verblühen,
      grüßend Strom und Tal.

      Denken ist das kühne Freyen,
      weiseloser Ruf

      daß, die sterblich, seyend seyen:
      Heilem der Behuf.

      Elfriede zum 23. Januar 1946 M.
      Das "Gedicht" ist tatsächlich seiner Frau Elfride gewidmet und in den 1940er Jahren verfasst worden von Heidegger. In dem Band 81 ist es unter dem Bereich "Gedachtes 1945-1946" zu finden. Ich dazu auch folgendes auf S.187 gefunden:

      "Erläuterung von <Denken> >

      vgl. Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann I, 289:

      "Ohn Warum

      Die Ros' ist ohn Warum, sie blühet, weil sie blühet, sie acht't nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie sieht.>"

      vgl. dazu Meister Eckhart (Pfeiffer ; Predigt 13, S.66.5.f.)

      "Uzer diesem inrestem Grunde solt du würken alliu diniu werc sunder warumbe. (...) al die wile du diniu werc wirkest umbe himelriche oder umbe got oder umbe din ewige selikeit von uen zu , so ist dir werlich unreht"

      >Ob jemand das hier übersetzten kann ins Neuhochdeutsche? ;)

      In der Version die du zitierst, wird eigentlch auch klarer, wie das mit den Rosen gemeint sein könnte (die "blühen")
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Ja, Band 81 der Gesamtausgabe ist meines Erachtens eine gute Adresse um das (Vor-)Urteil über Martin Heidegger zu hinterfragen. Sein Gedachtes wurde, wie die Herausgeberin sagt diplomatisch redigiert, sodass eine Revision auch den Gang in die Originale erforderlich macht. Aber der Band 81 allein gibt schon vieles her, auch über 'Heil', 'dichten' etc.

      Martin Heidegger hat sein Gedachtes selbst hinterfragt; nicht nur im hier besprochenen Text vom 21. Januar 1946 in u.a. Zeile 7 und 8 nach meiner Interpretation: Denken ist ewige eine Verlockung hin zum Bösen bis zur Pein. Er hat die spezifischen und die allgemeinen Verlockungen ausgekostet und wie seine Zeitgenossen zu hoch gepokert.
    • Alltag schrieb:

      Ja, Band 81 der Gesamtausgabe ist meines Erachtens eine gute Adresse um das (Vor-)Urteil über Martin Heidegger zu hinterfragen. Sein Gedachtes wurde, wie die Herausgeberin sagt diplomatisch redigiert, sodass eine Revision auch den Gang in die Originale erforderlich macht. Aber der Band 81 allein gibt schon vieles her, auch über 'Heil', 'dichten' etc.

      Martin Heidegger hat sein Gedachtes selbst hinterfragt; nicht nur im hier besprochenen Text vom 21. Januar 1946 in u.a. Zeile 7 und 8 nach meiner Interpretation: Denken ist ewige eine Verlockung hin zum Bösen bis zur Pein. Er hat die spezifischen und die allgemeinen Verlockungen ausgekostet und wie seine Zeitgenossen zu hoch gepokert.
      Ja , das sehe ich ähnlich. Jedenfalls ist er als der Band der Gesamtausgabe angekündigt, der mehr oder weniger (fast alle) Gedichte Heideggers enthält. Ob man so einfach einen Gang in die Originale hinbekommt, das ist Frage. Vermutlich sind diese im Heidegger-Archiv zu finden (Marbach) Und da bekommt man nicht so einfach Zulass...

      Ob man Heideggers "Gedicht" autobiographisch lesen sollte? Das wäre die Frage, aber vom Gedanken her interessant und auch für die Deutung desselben.

      7 "Denken ist das Nie-Entweichen
      8 aus dem Bösen , vor der Pein."

      So könnte man natürlich an sein politisches Engagement erinnert sein (und das Gedicht ist ja nach dem Krieg verfasst, nämlich 1946) und das Ganze als Verlockung sehen (bzw. als Reflexion über dieselbe)...und dann kann man natürlich , dass er wie seine "Zeitgenossen" (in der NS-Zeit) dann "zu hoch gepokert" hat....und die (politischen ) Verlockungen "ausgekostet"...

      Allerdings sind die Zeiten 7 bis 8 auch so zu verstehen, dass dies allgemeine Aussagen sind und nicht nur auf die Zeit des NS beschränkt sein darf. Denken ist eben eine "ewige Verlockung" und das Böse existiert in verschiedenen Formen (und wenn man so will war der NS auf seine Weise zu dieser Zeit eine Form des Bösen, wobei Arendt da in Bezug auf Eichmann von der "Banalität des Bösen" spricht)...

      Im übrigen hat Martin Heidegger durchaus sein Gedachtes /sein Denken öfters hinterfragt und später auch Sein und Zeit als "verunglückt" bezeichnet..(wenn ich mich recht erinnere)

      Heideggers Reflexionen über "dichten" und "Dichtungen" sind auf seine Gesamtausgabe zwar verteilt, aber Band 81 gibt dennoch einiges her in diese Richtung...
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Ich würde gern ein weiteres "Gedicht" Heideggers hier "posten" im Kontext einer Diskussion um "poetische Philosophie". Es nennt sich der "Ring des Seyns":


      "Wer ist der Gott aus seiner Gottheit Nacht?
      Und wer sind wir? Auf einen Steg gebracht.
      wo jeglich Wort das Sagen übernennt
      und doch kein Name je erkennt,
      was längst im Wort der Worte brennt:
      daß Seyn sich einst verfügt das Sein,
      da <Sein> schon ist.
      Nach einem Spruch aus früher Frist:
      <Ist nämlich Sein>.
      Wie fügt sich <Ist> und >Sein> in Eins?
      Wer schmiedete den Ring des Seyns,
      der ringend erst sein Eigenes er-ringt
      und doch zumal des Ringes sich entringt?

      Oh Rätselring! Bist du Vermächtnis,
      das einst <Sein> verwunden in die Wahrnis?
      Wo wohnt solcher Huld Gedächtnis,
      Widerstille ihr, die hütende Ersparnis?
      Wie hat, was das Sein ver-ringt,
      selbst dem Ring sich anbefohlen?
      Hier muß, was verborgen winkt,
      sein Eigenes ins Eigene wieder holen,
      dennoch Abschied von sich selber bleiben,
      ring den Rätselring umschreiben,
      der nur ringt
      durch ein Erfangen,
      das , stets lassend, sich verschwingt
      in das Erlangen
      jenes Freyen einer Stille,
      deren Bergen heiternd hegt
      daß nirgend doch ein Hag sich regt.

      Was ringt den Rätselring,
      der einmal Ding?
      Nenn's das Er-eignis.
      Es vereignet sein Vermächtnis,
      sich enteignend reinem Schied,
      in das unerfahrliche Gedächtnis."

      Heidegger Gesamtausgabe Band 81, S. 68 , Frankfurt am Main , 2007.

      Das Bild des Ringes hier ist auf jedenfall recht interessant und darüber ließe sich natürlich mehr oder weniger kontrovers dann diskutieren...aber ich muss zugeben, die Reime haben es hier schon wieder in sich. Allerdings können ästhetische Geschmäcker bekanntlich verschieden sein. Heidegger hat ja selbst mehrere "Gedichte" verfasst. Und dieses hier, könnte man dann mit dem zu erst zitierten vergleichen usw.

      Eigentliche könnte man hier schon versucht sein vom "Dichter" Heidegger bzw. vom "Dichterphilosophen" Heidegger zu sprechen...

      PS: Das "posten" eines weiteren "Gedichts" von Heidegger muss aber natürlich nicht heißen, dass man das zuerst hier zitierte Gedicht von ihm nicht weiter diskutieren müsste usw....bzw. sollte es jetzt deshalb nicht völlig gleich aus dem Blick kommen wie ich finde.Eventuell kann man ja beide "Gedichte" Heideggers parallel diskutieren bzw. miteinander vergleichen.

      Man könnte hier zudem wegen des Ring-Bildes natürlich an Richard Wagner erinnert sein.

      Und es ließen sich natürlich auch Nietzsches Gedichte hier zitieren in dem thematischen Kontext und diese vielleicht mit Heideggers vergleichen. Das wäre jedenfalls mal ein Vorschlag so von meiner Seite dazu...(Heidegger-Kritik (hier in Bezug auf seine "dichterische Produktion") soll hier nicht verboten sein und kann auch frei geäußert werden)
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Ich frag, ob folgendes ein möglicher roter Faden ist:

      Wie fügt sich <Ist> und <Sein> in Eins?
      ---> Wie ein Ring! Ein Ring namens Seyn. Daher der Ring des Seyns.

      Wo fügt sich <Ist> und <Sein> in Eins?
      ---> Im Eigenen!

      Wodurch Und wie geschieht das denn?
      ---> Indem man in sich geht; ringend das Eigene er-ringt; Und zugleich sich öffnend des (vorhandenen) Rings entledigt.

      ;)
    • Alltag schrieb:

      Ich frag, ob folgendes ein möglicher roter Faden ist:

      Wie fügt sich <Ist> und <Sein> in Eins?
      ---> Wie ein Ring! Ein Ring namens Seyn. Daher der Ring des Seyns.

      Wo fügt sich <Ist> und <Sein> in Eins?
      ---> Im Eigenen!

      Wodurch Und wie geschieht das denn?
      ---> Indem man in sich geht; ringend das Eigene er-ringt; Und zugleich sich öffnend des (vorhandenen) Rings entledigt.

      ;)
      Ich finde das ist zumindest eine interessante Sichtweise bzw. Deutung desselben ;)

      Aber vielleicht sind hier sogar mehrere Deutungen dieses "Gedichts" möglich :)

      Deine (rhetorischen) Fragen kann ich natürlich erstmal nicht beantworten ... ^^
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)
    • Philosophist schrieb:

      PS: Das "posten" eines weiteren "Gedichts" von Heidegger muss aber natürlich nicht heißen, dass man das zuerst hier zitierte Gedicht von ihm nicht weiter diskutieren müsste usw....bzw. sollte es jetzt deshalb nicht völlig gleich aus dem Blick kommen wie ich finde. [...].
      Ich will nochmals auf das auf die anfangs zitierten und besprochenen Gedichte mit dem Titel Denken zurückkommen. Das zweite, kürzere Gedicht ist wie schon gesagt auf den 23. Januar 1946 datiert. Vielleicht ist doch nicht ganz unbedeutend, dass an diesem Tag, am 23. Januar 1946, Martin Heidegger mittgeteilt wird, er dürfe ab sofort an der Hochschulenicht mehr Lehren. Martin Heidegger war infolge dieses Entscheids offensichtlich gänzlich überfordert. Denn in den schwarzen Heften kommentiert er diesen Entscheid als Verrat am Denken.

      SWR2Forum Denkmalsturz: Was bleibt von Martin Heidegger? 11.3.2015 | 17.05 Uhr
      https://www.swrmediathek.de/player.htm?show=ca1fc210-c808-11e4-a21b-0026b975f2e6

      Mich würde daher schon interessieren, auf wann das Gedicht Ring des Seyns datiert ist.

      P.S.:
      In der ersten Zeile redet Martin Heidegger von der <Gottheit Nacht>, was ich als 'Finsternis' interpretiere.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Alltag ()

    • Alltag schrieb:

      Philosophist schrieb:

      PS: Das "posten" eines weiteren "Gedichts" von Heidegger muss aber natürlich nicht heißen, dass man das zuerst hier zitierte Gedicht von ihm nicht weiter diskutieren müsste usw....bzw. sollte es jetzt deshalb nicht völlig gleich aus dem Blick kommen wie ich finde. [...].
      Ich will nochmals auf das auf die anfangs zitierten und besprochenen Gedichte mit dem Titel Denken zurückkommen. Das zweite, kürzere Gedicht ist wie schon gesagt auf den 23. Januar 1946 datiert. Vielleicht ist doch nicht ganz unbedeutend, dass andiesem Tag, am 23. Januar 1946, Martin Heidegger mittgeteilt wird, er dürfe ab sofort an der Hochschulenicht mehr Lehren. Martin Heidegger war infolge dieses Entscheids offensichtlich gänzlich überfordert. Denn in den schwarzen Heften kommentiert er diesen Entscheid als Verratam Denken.
      SWR2Forum Denkmalsturz: Was bleibt von Martin Heidegger? 11.3.2015 | 17.05 Uhr
      https://www.swrmediathek.de/player.htm?show=ca1fc210-c808-11e4-a21b-0026b975f2e6

      Mich würde daher schon interessieren, auf wann das Gedicht Ring des Seyns datiert ist.

      P.S.:
      In der ersten Zeile redet Martin Heidegger von der <Gottheit Nacht>, was ich als 'Finsternis' interpretiere.
      Nur soviel erstmal dazu: ich vermute, dass das Gedicht "Ring des Seyns" auch aus den 1940er Jahren stammt, ich müsste aber da nochmal nachschauen. Das bräuchte aber etwas Zeit, bis ich das herausgefunden habe.

      Auch dieses Gedicht ist schon eine gewisse interpretatorische Herausforderung...

      Es ist aber interessant nun diese Gedichte auch in Bezug zu den Schwarzen Heften zu bringen...das halte ich gar nicht so abwegig...

      Man kann diese versuchen natürlich auch biographisch zu deuten. Soviel als kurzes Statement dazu.
      "Aber es ist nicht so, daß auf der einen Seite der Philosoph und auf der anderen der Sophist stünde, sondern weil die Philosophie wesentlich eine menschliche, d.h. endliche Möglichkeit ist, deshalb steckt in jedem Philosophen ein Sophist." (Heidegger, Gesamtausgabe Band 27, S.24)

      "ρητορευεις εν φιλοσοφοις και φιλοσοφεις εν ρητορσι, και ουτε σοι το φιλοσοφον αρρητορευτον- αχαρι γαρ -ουτε το ρητορικον αφιλοσοφον -ακλυτον γαρ-" (Aus einem bisher unübersetzten Text)