Logogramme und Bedeutungspsektren

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      iselilja schrieb:

      beim Film Contact
      Der dem Film zugrundeliegende Roman von Carl Sagan bietet philosophisch mehr und Interessanteres als der Film. Grundsätzlich ist natürlich hinterfragbar, ob Mathematik wirklich eine Basis für gegenseitiges Verstehen sein kann. Mitteilen kann man auf diesem Weg lediglich, dass man bestimmte Konstanten, wie z.B. Pi oder e, gefunden hat. Meinetwegen kann man auch physikalische Formelsätze austauschen, aber eben nichts, was einem gegenseitigen Verständnis dient. Dazu müsste man die jeweiligen Sprachen kennen, was aber mit Mathematik nichts mehr zu tun hat.

      Im Buch "Contact" versteckt sich der "Beweis" für die "Schöpfer" übrigens in der Zahl Pi. Aber mehr möchte ich hier nicht verraten ...
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      scilla schrieb:

      Es ist faszinierend, wie die Idee, dass eine andere Sprache auch zu anderen Denkmustern führt, hier konsequent umgesetzt wird.
      Ja, aber genau diese faszinierende Idee erlebe ich jeden Tag. :)

      Und dafür brauche ich überhaupt keine Filme.

      Buchtipp, auch wenn es OT ist: Fahrenheit 451 von Ray Bradbury. Das heißt, vielleicht ist es doch nicht so ganz OT. :)
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
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      Zu den Logogrammen möchte ich nun die Gesichtsausdrücke hinzufügen. Ich würde sogar sagen wollen, sie sind der Archetypus dessen.

      Mit der Mimik wird eine flexible Formgestaltung sichtbar gemacht, die vom Betrachter als Ganzes instant verstanden wird. Als Logogramm haben diese mimischen Muster, welche sich auf dem Gesicht abspielen kein Bedeutungsspektrum in diesem Sinne, sondern sind vielmehr bedeutungsinvariant - daher auch instant verstehbar.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
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      Für einige dieser Gesichtsausdrücke können wir auch sprachlich angemessen ausformulieren, wie deren Bedeutungsgehalt mit bspw. sozialen Verhaltensmustern zusammenhängt, indem wir Begriffe für die zugrundeliegenden Gefühle gebrauchen. Wie Du @scilla ja oben darstellst.

      Das ist im Grunde aber nur ein sehr kleiner Ausschnitt dessen, was Gesichter alles vermitteln können. Wer bei Schauspielern mal darauf achtet, wie zu nahezu jeder Art von Interaktion eine entsprechende Mimik "aufgesetzt" wird, kann in etwa auch eine Vorstellung davon gewinnen, wie umfangreich und vielfältig die Welt der Logogramme eigentlich ist. Gute Mimen können das hervorragend - manchmal spricht ein kaum bemerkbares Lächeln Bände ohne dabei ein einziges Wort zu verlieren. Dieser "Buchband der dahinterliegenden Qualia" passt offenbar nicht in ein einzelnes Wort wie bspw. Wut oder beim Lächeln eben Freude.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.