Kant widerspricht sich!

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Riha schrieb:

      iselilja schrieb:

      Kant verwirft Hume nicht in dem Sinne, dass er etwas gegenteiliges behauptet
      Na ,doch. Er behauptet mit seinen "Dingen an sich" im Gegensatz zu Hume die Existenz einer bewusstseinsunabhängigen Realität.
      Ähm, darauf hatte sich @rue glaube ich nicht bezogen. Ich jedenfalls nicht, sondern eher auf den metaphysischen Aspekt, der bei Hume mit "Erschleichung" gemeint sei. Zumindest habe ich @rue so verstanden.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
    • Riha schrieb:

      iselilja schrieb:

      Kant verwirft Hume nicht in dem Sinne, dass er etwas gegenteiliges behauptet
      Na ,doch. Er behauptet mit seinen "Dingen an sich" im Gegensatz zu Hume die Existenz einer bewusstseinsunabhängigen Realität.
      Kant behauptet sehr viel. Er behauptet auch, daß eine reine Anschauung die Bedingung für Wahrnehmung ist. Das ist reiner Dogmatismus, den er ja angeblich bekämpft hat!

      Macky
      "Und der Haifisch, der hat Zähne ..." (B. Brecht)
      "EUROPA wird christlich oder es wird überhaupt nicht mehr sein" (Romano Guardini).
      "LEHRER: Warum sollen sie Beamte sein?" (Macky)
    • Kant schrieb:

      Der Begriff von Zwölf ist keinesweges dadurch schon gedacht, daß ich mir bloß jene Vereinigung von Sieben und Fünf denke, und, ich mag meinen Begriff von einer solchen möglichen Summe noch so lange zergliedern, so werde ich doch darin die Zwölf nicht antreffen
      gerade gefunden
      Je länger man ein Wort anschaut, desto fremder schaut es zurück.
    • Fliege schrieb:

      iselilja schrieb:

      Richtig wäre Kant zitiert so: empirische Begriffe gründen auf empirische Anschauung.

      Die Threadthese ist so fehlerhaft wie die Zitation.
      Geometrie ergibt sich laut Kant aus reinen bzw. apriorischen Begriffen. Doch aus Begriffen könne sich nur analytische Erkenntnis a priori ergeben. Geometrie sei aber synthetische Erkenntnis a priori. Da liegt der Widerspruch, den MM benannt hat.
      Ne, ne, Fliege, Geometrie ergibt sich für Kant keineswegs aus apriorischen Begriff: "Geometrie" ergibt sich, für Kant, aus: Anschauung! (was immer das sein soll!") Was würde man zu jemand sagen, wenn man ihn bitten würde: erkläre mir doch die Grundlagen einer Wissenschaft! Und dieser dann sagen würde: Die Grundlagen der Wissenschaft sind: bups!

      Macky
      "Und der Haifisch, der hat Zähne ..." (B. Brecht)
      "EUROPA wird christlich oder es wird überhaupt nicht mehr sein" (Romano Guardini).
      "LEHRER: Warum sollen sie Beamte sein?" (Macky)
    • Damit sagt Kant, dass die Zahl 7 und die Zahl 5 nicht die Zahl 12 analytisch enthalten (anders bei: weißes Pferd en.

      MackyMesser schrieb:

      Fliege schrieb:

      iselilja schrieb:

      Richtig wäre Kant zitiert so: empirische Begriffe gründen auf empirische Anschauung.

      Die Threadthese ist so fehlerhaft wie die Zitation.
      Geometrie ergibt sich laut Kant aus reinen bzw. apriorischen Begriffen. Doch aus Begriffen könne sich nur analytische Erkenntnis a priori ergeben. Geometrie sei aber synthetische Erkenntnis a priori. Da liegt der Widerspruch, den MM benannt hat.
      Ne, ne, Fliege, Geometrie ergibt sich für Kant keineswegs aus apriorischen Begriff: "Geometrie" ergibt sich, für Kant, aus: Anschauung! (was immer das sein soll!") Was würde man zu jemand sagen, wenn man ihn bitten würde: erkläre mir doch die Grundlagen einer Wissenschaft! Und dieser dann sagen würde: Die Grundlagen der Wissenschaft sind: bups!
      Ja, wegen mir auch gern Anschauung; ist mir ebenso recht.

      Für seinen Apriorismus benötigt Kant wohl eine von ihm so genannte reine Anschauung. Eine reine Anschauung soll ein Gucken ohne Beitrag der Sinne sein, mithin ein unsinnliches Gucken. Man erschaut bei unsinnlichem Gucken die Formen, die der Sinnlichkeit zugrunde liegen. Man sieht somit platonische Formen bzw. Ideen.
      Alles wird gut —— Katrin Göring-Eckardt: "Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt." — "Flüchtlinge machen Deutschland religiöser, vielfältiger und jünger." — "Willkommenskultur ist der beste Schutz vor Terroristen." —— Margot Käßmann: "Wir sollten versuchen, den Terroristen mit Beten und Liebe zu begegnen." —— Literaturlisten
    • Fliege schrieb:

      Eine reine Anschauung soll ein Gucken ohne Beitrag der Sinne sein, mithin ein unsinnliches Gucken.
      Das sagt Kant mW nicht. Die reine Anschauung ist bei Kant eine notwendige Voraussetzung (der äußere Sinn, eine Eigenschaft des "Gemüths") dafür ,dass wir gucken können. Des weiteren sind für Kant zum Gucken aber auch die Dinge an sich und die Sinnesempfindungen notwendig.
    • _its_not_me_ schrieb:

      Kant schrieb:

      Der Begriff von Zwölf ist keinesweges dadurch schon gedacht, daß ich mir bloß jene Vereinigung von Sieben und Fünf denke, und, ich mag meinen Begriff von einer solchen möglichen Summe noch so lange zergliedern, so werde ich doch darin die Zwölf nicht antreffen
      gerade gefunden
      KrV - wenn ich mich nicht täusche.


      Tut mir leid Macky, ich meine immer noch nicht, daß du recht hast. Selbst wenn es so wäre, daß du bei Kant eine sprachliche Unebenheit entdeckt hast (warum hätten das vorher nicht schon andere getan?), so ist doch das Argument von Kant richtig.

      Das Argument (gegen den Empirismus) ist eben, daß nicht alles durch Erfahrung erkannt wird, auch wenn die Erfahrung für Aussagen über alles Konkrete notwendig ist.

      Ich verweise auch auf meine früheren Beiträge in diesem Thread.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • Neu

      HumbleThinker (zu MackyMesser) schrieb:

      daß du bei Kant eine sprachliche Unebenheit entdeckt hast (warum hätten das vorher nicht schon andere getan?),
      Kant ist voll von Beweiserschleichungen, Widersprüchen, Zirkularitäten (einen Einblick gibt Feodor); bloß interessiert das die Kant-geneigte Erläuterungsliteratur zu Kant nicht. ;)
      Alles wird gut —— Katrin Göring-Eckardt: "Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt." — "Flüchtlinge machen Deutschland religiöser, vielfältiger und jünger." — "Willkommenskultur ist der beste Schutz vor Terroristen." —— Margot Käßmann: "Wir sollten versuchen, den Terroristen mit Beten und Liebe zu begegnen." —— Literaturlisten
    • Neu

      Fliege schrieb:

      Kant ist voll von Beweiserschleichungen, Widersprüchen, Zirkularitäten (einen Einblick gibt Feodor); bloß interessiert das die Kant-geneigte Erläuterungsliteratur zu Kant nicht. ;)
      Hingegen sind Leute, deren geistiger Horizont für Kant nicht zureicht vor allem an Thesen zur Kantschen "Beweiserschleichungen, Widersprüchen, Zirkularitäten" interessiert, um sich nicht weiter mit Kant auseinandersetzen zu müssen.
      Naja, die alte Mär vom Fuchs und den "sauren" Trauben eben. :)

      Zu deinem Problem mit Kants "reiner Anschauung": textlog.de/31937.html
      "Anschauung" ist bei Kant übrigens der deutsche Begriff für "intuitus originarius", dh in der philosophischen Tradition derjenige Erkenntnisakt, der den Erkenntnisgegenstand in ursprünglicher (dh nicht abgeleiteter) Weise gibt.
      Die reine Anschauung gibt den Gegenstand also in ursprünglicher Weise - und zwar seiner möglichen Form nach.
    • Neu

      Ich freue mich, von dir zu lesen. :)
      Alles wird gut —— Katrin Göring-Eckardt: "Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt." — "Flüchtlinge machen Deutschland religiöser, vielfältiger und jünger." — "Willkommenskultur ist der beste Schutz vor Terroristen." —— Margot Käßmann: "Wir sollten versuchen, den Terroristen mit Beten und Liebe zu begegnen." —— Literaturlisten
    • Neu

      Feodor Körkel schrieb:

      Kants erstes Raumargument [KrV-B,38] benötigt nach Tetens u.a. die Prämisse, dass, bevor das Subjekt empirische Begriffe oder Vorstellungen von Dingen und Ereignissen in der Außenwelt durch Abstraktion aus äußerer Wahrnehmung gewinnen kann, bereits die Vorstellung eines Ortes außerhalb von ihm und damit die Vorstellung des Raumes verfügbar sein müsse. Dieses Argument ist nach Tetens leicht zu kritisieren, denn selbstverständlich könne man in der Außenwelt etwas wahrnehmen, seine Wahrnehmungen begrifflich verallgemeinern und sie mit Hilfe allgemeiner Begriffe beschreiben, ohne schon die Vorstellungen oder Begriffe des Raumes, des Ortes, eines vom eigenen Standort verschiedenen Ortes und so weiter gebildet zu haben oder explizit etwas darüber zu wissen [Te2006,54].
      Hallo @Fliege, kannst Du oder jemand anderes mal ein Beispiel geben, was das genau sein könnte.

      Zumal hier sowieso (wie ich gerade mal wieder merke) der Zusammenhang zwischen dem Kritisierten und der vermeintlichen Richtigstellung fehlt. Denn was hat begriffliche Verallgemeinerung mit Kants Behauptung hier zu tun?

      Ich lese hier Feodor so: 3+1=4 ist falsch weil 3+3=6 richtig ist. :) Einen nachvollziehbaren Sinn würde Feodors Kritik haben, wenn Kant geschrieben hätte: Raum und Zeit sind notwendige Bedingungen apriori der begrifflichen Abstraktion. Meines Wissens hat er das aber nicht.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
    • Neu

      iselilja schrieb:

      Hallo @Fliege, kannst Du oder jemand anderes mal ein Beispiel geben, was das genau sein könnte.
      Du kannst Zeit und Raum verstehen ohne die Begriffe dafür zu nutzen, die in der Welt explizit als Wissen gelten und in denen sich über diese Phänomene gemeinhin unterhalten wird. Du kannst die Psyche verstehen ohne ein vorgefertigtes Begriffsgebäude zu haben, mit dem du dich darüber unterhalten kannst. Aus dem Grund, weil man sich eine Anschauung davon schaffen kann, die danach erst mit Begriffen gefüllt wird, die in der Welt explizit das beschreiben, was du da anschaust.

      Du kannst z.B. einen Hund sehen ohne den Begriff "Hund" zu haben. Dann erkennst du zwar Hunde, hast sie in deiner Anschauung gespeichert. Aber erst, wenn du weißt, dass dieser Vierbeiner ein Hund ist, weißt du explizit etwas über den Vierbeiner. Nämlich, dass er allgemein als Hund begriffen ist.

      Du kannst auch auf Basis von intentionalen Begriffen, in denen du bestimmte Anschauungen internalisierst, bereits ein implizites Wissen haben. Aber erst, wenn du dann die "passenden" Begriffe mit dem Phänomen in Verbindung bringst und deinen Reflexionsbegriff mit dem richtigen Begriff überschrieben hast, ist es explizites Wissen.
      Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
      Das System als Ausgangspunkt des menschlichen Daseins ist Subjekt aller Philosophie.
      Der Mensch versteht sich klassisch, die Wissenschaft muss postmodern gelesen werden.
      Aller Funktionalismus der Geistestheorie zielt darauf, die Moral erkennbar zu machen.
      Die Welt kann nur als verdammte Matrix vollständig gefasst werden!
    • Neu

      Groot schrieb:

      Du kannst z.B. einen Hund sehen ohne den Begriff "Hund" zu haben. Dann erkennst du zwar Hunde, hast sie in deiner Anschauung gespeichert. Aber erst, wenn du weißt, dass dieser Vierbeiner ein Hund ist, weißt du explizit etwas über den Vierbeiner. Nämlich, dass er allgemein als Hund begriffen ist.
      :) Ja und genau hier würde Kant sagen: Metaphysik, die niemals Wissenschaft sein kann. Warum? Wenn man einen Hund sieht und ihn als Pflanze verallgemeinert, hat man zwar einen Begriff gewonnen.. aber mehr auch nicht. Was hier nämlich fehlt sind die Bedingungen, die uns die höhere systematische Einheit erkennen lassen. Und wie man das erkennt und welche Bedingungen dazu gehören und welche davon überflüssig oder gar unmöglich sind.. dazu schreibt Kant 3 ausführliche Bücher.

      ps: Außerdem ist das Beispiel mit dem Hund sowieso nicht der Kritikpunkt von Feodor.. denn Anschauung geht nun mal nicht ohne Raum apriori - begriffliche Verallgemeinerung allerdings schon. Was Feodor nicht erkennt: DIES IST ÜBERHAUPT KEIN WIDERSPRUCH. :)
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
    • Neu

      iselilja schrieb:

      ist das Beispiel mit dem Hund sowieso nicht der Kritikpunkt von Feodor.. denn Anschauung geht nun mal nicht ohne Raum apriori - begriffliche Verallgemeinerung allerdings schon. Was Feodor nicht erkennt: DIES IST ÜBERHAUPT KEIN WIDERSPRUCH
      „Ich behaupte demnach: die transzendentalen Ideen sind niemals von konstitutivem Gebrauche, so, dass durch Begriffe gewisse Gegenstände gegeben würden, und in dem Falle, dass man sie so versteht, sind es bloß vernünftelnde (dialektische) Begriffe. Dagegen aber haben sie einen vortrefflichen und unentbehrlich notwendigen regulativen Gebrauch, nämlich den Verstand zu einem gewissen Ziele zu richten, […]“

      Lediglich kein Widerspruch jener, die, so wie Kant Verstand(esbegriffe) sowie Vernunftbegriffe, transzendentale Ideen, annehmen und unterscheiden.
    • Neu

      rue schrieb:

      Lediglich kein Widerspruch jener, die, so wie Kant Verstand(esbegriffe) sowie Vernunftbegriffe, transzendentale Ideen, annehmen und unterscheiden.
      Es ist generell kein Widerspruch.. kann es auch garnicht sein, weil Anschauung und begriffliche Verallgemeinerung sich thematisch noch ganricht berühren.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
    • Neu

      iselilja schrieb:

      Es ist generell kein Widerspruch.. kann es auch garnicht sein, weil Anschauung und begriffliche Verallgemeinerung sich thematisch noch ganricht berühren.

      Kant gibt eine umfangreiche Erkenntnistheorie (beispielsweise um seine Angelegenheit als kritische Metaphysik auf den Weg zu bringen, sich also von der vorgefundenen Metaphysik abgrenzend = Dogmatismus ...) um beispielsweise zu zeigen, dass uns durch Sinnesorgane empirische Anschauungen gegeben werden, dass reine Anschauungen (Raum und Zeit) vor jeder Erfahrung seien (a priori). Letztere sind nach Kant zwar auf sinnliche Wahrnehmungen bezogen, sind jedoch frei von sinnlicher Wahrnehmung, Erfahrung.

      Nach Kant ist hier - diese von jeder Erfahrung freien reinen Anschauungen - keine Widerspruch. Folglich ist nach Kant auch hier kein Widerspruch: reine apriorische Erkenntnis ist nur möglich mit dem Wechselspiel reiner Anschauungen sowie reinen Begriffen.
    • Neu

      rue schrieb:

      Kant gibt eine umfangreiche Erkenntnistheorie (beispielsweise um seine Angelegenheit als kritische Metaphysik auf den Weg zu bringen, sich also von der vorgefundenen Metaphysik abgrenzend = Dogmatismus ...) um beispielsweise zu zeigen, dass uns durch Sinnesorgane empirische Anschauungen gegeben werden
      Ein Sinnesorgan (z.B. das Auge) ist aber selbst empirischen Anschauung. Um diesen Zirkel zu vermeiden , spricht Kant auch nicht von Sinnesorganen , sondern von der Sinnlichkeit , einer Fähigkeit des "Gemüths".
    • Neu

      Riha schrieb:

      Ein Sinnesorgan (z.B. das Auge) ist aber selbst empirischen Anschauung. Um diesen Zirkel zu vermeiden , spricht Kant auch nicht von Sinnesorganen , sondern von der Sinnlichkeit , einer Fähigkeit des "Gemüths".
      Gäbe Kant nur "Sinnlichkeit, einer Fähigkeit des "Gemüths" wäre Immanuel Kant nicht der Immanuel Kant gewesen, dem beispielsweise Senf nicht unwichtig gewesen. Senf, der nicht notwendigerweise englischer Senf ist.


      Einige Resultat seiner Erkenntnistheorie, bezüglich der "äußeren Anschauung" ...

      Die Sinnesorgane sind hier Organe des menschlichen Körpers. Deren Beschaffenheit gibt nach Kant lediglich her die Erkenntnis "des Daseins aller durchdringenden magnetischen Materie aus der Wahrnehmung des gezogenen Eisenfeilinge, obzwar eine unmittelbare Wahrnehmung dieses Stoffs uns nach der Beschaffenheit unserer Organen unmöglich ist." Die "Beschaffenheit unserer Organe" gibt also nicht die Wahrnehmung von Magnetismus her.

      Weiter gilt nach Kant: "Die Fähigkeit (Rezeptivität), Vorstellungen durch die Art, wie wir von Gegenständen affiziert werden, zu bekommen, heißt Sinnlichkeit."

      Sinnlichkeit der Typ einer raumzeitlichen Wahrnehmung von Gegenständen der "Art wie wir dadurch affiziert werden." Eine Wahrnehmung der "Beschaffenheit unserer Organe" die nach Kant keine unmittelbare Wahrnehmung des Stoffes gibt. "Die Sinnlichkeit (...) bleibt von der Erkenntnis des Gegenstandes an sich selbst, ob man jene (die Erscheinung) gleich bis auf den Grund durchschauen möchte, dennoch himmelweit unterschieden."

      Diesen Typ der sinnlichen Wahrnehmung, der "äußeren Anschauung", kommt nach Kant nicht jene Notwendigkeit zu, die er Pflichtbegriffen gibt. Diese sind ihm nicht-empirische Vernunftbegriffe des "inneren Sinn", die ihm empirisch bedingt sind. Das Gemüt des Menschen ist für Pflichtbegriffe "empfänglich" (Nach Kant wären nicht empirisch bedingte Vernunftsbegriffe jene der dogmatischen Metaphysik)

      "Der innere Sinn, vermittelst dessen das Gemüt sich selbst, oder seinen inneren Zustand anschaut, gibt zwar keine Anschauung von der Seele selbst, als einem Objekt; allein es ist doch eine bestimmte Form, unter der die Anschauung ihres inneren Zustandes allein möglich ist, so daß alles, was zu den inneren Bestimmungen gehört, in Verhältnissen der Zeit vorgestellt wird."

      Der "innere Sinn", Sinnlichkeit, Spontanität, Fähigkeit des Gemüts bleibt bei Kant auf die Sinnlichkeit als die "äußere Anschauung" bezogen. Wäre diese Bezogenheit nicht so bezogen, wäre Kants Sinn keiner des Subjektes das sich mit seiner erkenntnistheoretisch gewonnenen kritischen Metaphysik von dogmatischer Metaphysik abgegrenzt.
    • Neu

      rue schrieb:

      Sinnlichkeit der Typ einer raumzeitlichen Wahrnehmung von Gegenständen der "Art wie wir dadurch affiziert werden." Eine Wahrnehmung der "Beschaffenheit unserer Organe" die nach Kant keine unmittelbare Wahrnehmung des Stoffes gibt.
      Mit Stoff meinst du vermutlich das Ding an sich . (?)
      Da Kant auch von Dingen an sich (Plural!) spricht ,nehme ich an , dass für Kant auch das Auge eine bewusstseinsunabhängige Entsprechung ,ein "Ding an sich", hat. Man könnte es (was Kant allerdings nicht machte) "Auge an sich" nennen. Dann könnte man ohne Zirkularität sagen.: Durch den Raum als reine Anschauung und die Einwirkung der Dinge an sich auf das Gemüth erleben wir die Dinge ,u.a. auch die Augen.