Was ist Wissenschaft? Abgrenzung in Hinblick auf wissenschaftliche Forschung, Entwicklung und Anwendung

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    • Fliege schrieb:

      dass Methodologien als Heuristiken aufzufassen sind und nichts als erkenntnisgenerierende Prozeduren.
      Das würde ich dann doch bezweifeln, denn die Methoden generieren keine Erkenntnisse, sondern selektieren sie, indem sie nur das übrig lassen, was im Sieb der Qualitätsprüfung hängenbleibt. Der Rest fällt durch das Raster und landet auf dem Friedhof beerdigter Ideen. Und Methoden als Heuristik - na, ich weiß nicht - Methoden sind Instrumente, um brauchbare Ideen von unbrauchbaren zu trennen, damit man sich nicht verzettelt.
    • iselilja schrieb:

      Fliege schrieb:

      dass Methodologien als Heuristiken aufzufassen sind und nichts als erkenntnisgenerierende Prozeduren.
      Was meinst Du mit erkenntnisgenerierend?
      Das wäre eine Prozedur, die du mit Erkenntnis fütterst ("Trump ist blond", "Obama war US-Präsident"), und die nach Verarbeitung mit Erkenntnis als Output aufwarten kann ("Auf dem Exoplaneten Da-und-nicht-dort gibt es Leben").
      Kanye West (US-amerikanischer Rapper): "Ich liebe die Art, wie Candace Owens denkt." — Candace Owens: "Die Linken denken, Schwarze sind dumm."
    • Fliege schrieb:

      iselilja schrieb:

      Fliege schrieb:

      dass Methodologien als Heuristiken aufzufassen sind und nichts als erkenntnisgenerierende Prozeduren.
      Was meinst Du mit erkenntnisgenerierend?
      Das wäre eine Prozedur, die du mit Erkenntnis fütterst ("Trump ist blond", "Obama war US-Präsident"), und die nach Verarbeitung mit Erkenntnis als Output aufwarten kann ("Auf dem Exoplaneten Da-und-nicht-dort gibt es Leben").
      Ah ok, also metaphysische Induktion.. ja ich denke, das sollte Wissenschaft natürlich nicht wesentlich bestimmen.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • iselilja schrieb:

      Fliege schrieb:

      iselilja schrieb:

      Fliege schrieb:

      dass Methodologien als Heuristiken aufzufassen sind und nichts als erkenntnisgenerierende Prozeduren.
      Was meinst Du mit erkenntnisgenerierend?
      Das wäre eine Prozedur, die du mit Erkenntnis fütterst ("Trump ist blond", "Obama war US-Präsident"), und die nach Verarbeitung mit Erkenntnis als Output aufwarten kann ("Auf dem Exoplaneten Da-und-nicht-dort gibt es Leben").
      Ah ok, also metaphysische Induktion.. ja ich denke, das sollte Wissenschaft natürlich nicht wesentlich bestimmen.
      Es muss nicht Induktion sein, es kann irgendeine Prozedur sein.

      Beispielsweise:
      1. Nimm einen Begriff wie "Dissertation" als Input.
      2. Anschließend werden die Buchstaben gewürfelt.
      3. Nun werden Buchstaben mit verbundenen Augen gezogen und irgendwie angeordnet.
      4. Es entsteht der Begriff "tDsriätoenis" als Output.

      Dass diese Prozedur nicht erkenntnisgenerierend ist, sieht hoffentlich jedermanfrau.
      Kanye West (US-amerikanischer Rapper): "Ich liebe die Art, wie Candace Owens denkt." — Candace Owens: "Die Linken denken, Schwarze sind dumm."
    • Fliege schrieb:

      Dass diese Prozedur nicht erkenntnisgenerierend ist, sieht hoffentlich jedermanfrau.
      Ok, aber dachtest Du ich meine so etwas? ich habe den Zusammenhang nicht so recht gesehen, deswegen war ich etwas verwundert und hab nachgefragt. Den Begriff hatte ich doch nirgends verwendet oder?
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • iselilja schrieb:

      dachtest Du ich meine so etwas?
      Und Feyerabend verallgemeint das und sagt: Keine Prozedur kann a priori und situationsunabhängig als erkenntnisgenerierend ausgewiesen werden, daher gilt a priori allenfalls: Anything goes. -- Das ist alles, was es da zu lernen gibt, aber es ist schon eine ganze Menge. :)
      Kanye West (US-amerikanischer Rapper): "Ich liebe die Art, wie Candace Owens denkt." — Candace Owens: "Die Linken denken, Schwarze sind dumm."
    • Fliege schrieb:

      iselilja schrieb:

      dachtest Du ich meine so etwas?
      Und Feyerabend verallgemeint das und sagt: Keine Prozedur kann a priori und situationsunabhängig als erkenntnisgenerierend ausgewiesen werden, daher gilt a priori allenfalls: Anything goes. -- Das ist alles, was es da zu lernen gibt, aber es ist schon eine ganze Menge. :)
      Ich verstehe immer noch nicht. *verwirrt* Geht es Dir hier jetzt um das apriori? Ist das also eine Anspielung auf Kant? Falls ja.. eine Prozedur ist nicht das gleiche wie eine Vorstellung. ^.-
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • iselilja schrieb:

      Fliege schrieb:

      iselilja schrieb:

      dachtest Du ich meine so etwas?
      Und Feyerabend verallgemeint das und sagt: Keine Prozedur kann a priori und situationsunabhängig als erkenntnisgenerierend ausgewiesen werden, daher gilt a priori allenfalls: Anything goes. -- Das ist alles, was es da zu lernen gibt, aber es ist schon eine ganze Menge. :)
      Ich verstehe immer noch nicht. *verwirrt* Geht es Dir hier jetzt um das apriori? Ist das also eine Anspielung auf Kant? Falls ja.. eine Prozedur ist nicht das gleiche wie eine Vorstellung. ^.-
      Es geht um das, was Feyerabend meint, wobei ich die Darstellung von Thomas Sukopp weitgehend zutreffend finde: "Feyerabend zeigt anhand von Beispielen aus der Wissenschaftsgeschichte, dass alle Regeln und jede Methodologie ihre Grenzen haben. Er behautet nicht nur, dass man sich de facto nicht an Regeln und Maßstäbe hielt, sondern auch, dass die Befolgung von bestimmten Maßstäben und Regeln die Forschung zum Stillstand gebracht hätte." Das bedeutet, Feyerabend "möchte auch keine Methodologie verwerfen und durch eine andere ersetzen" (Anything goes? – Paul K. Feyerabend als Elefant im Popperschen Porzellanladen; Aufklärung und Kritik, Heft 1, 2007, S. 131).
      Kanye West (US-amerikanischer Rapper): "Ich liebe die Art, wie Candace Owens denkt." — Candace Owens: "Die Linken denken, Schwarze sind dumm."
    • iselilja schrieb:

      Falls ja.. eine Prozedur ist nicht das gleiche wie eine Vorstellung. ^.-
      Natürlich nicht. Man braucht Vorstellungen, um eine Prozedur zu entwickeln.

      Fliege schrieb:

      Feyerabend zeigt anhand von Beispielen aus der Wissenschaftsgeschichte, dass alle Regeln und jede Methodologie ihre Grenzen haben.
      Und daß die Wissenschaft, wie sie konventionell praktiziert wird, ihre Grenzen hat. Deshalb sollte sich nach Feyerabends Against Method die Wissenschaft auch für solche Inputs öffnen, die im strengen Sinne nicht wissenschaftlich sind.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • Lebensforscher schrieb:

      Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Linguist andere Standards befolgt als ein Teilchenphysiker, um zu Resultaten zu gelangen, aber ebenso gut kann ich mir vorstellen, dass die Standards, die in einer bestimmten Wissenschaftsdisziplin gültig sind, dann auch bindend sind, so dass ermittelte Resultate sich dann auch der Kritik gemäß dieser Standards ausgesetzt sehen. Von daher erscheint mir das "Anything goes" sehr zweifelhaft.
      Mit diesem Methodenpluralismus untermauerst du ja Feyerabends Argumentation

      iselilja schrieb:

      Die Frage nach dem Nutzen bleibt bei der theoretischen Kriterienanalyse nahezu unfokussiert.
      Wie/Warum kommst du von Methodologie zur Wertedebatte?
      Philosophische Richtung: Materialist, Naturalist, Determinist; Atheist, Humanist, Interessens-Utilitarist
      Philosophen: Arthur Schopenhauer, Epikur, Michael Schmidt-Salomon, Peter Singer, Karl Popper, Friedrich Nietzsche
    • IchDenkeGern schrieb:

      Lebensforscher schrieb:

      Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Linguist andere Standards befolgt als ein Teilchenphysiker, um zu Resultaten zu gelangen, aber ebenso gut kann ich mir vorstellen, dass die Standards, die in einer bestimmten Wissenschaftsdisziplin gültig sind, dann auch bindend sind, so dass ermittelte Resultate sich dann auch der Kritik gemäß dieser Standards ausgesetzt sehen. Von daher erscheint mir das "Anything goes" sehr zweifelhaft.
      Mit diesem Methodenpluralismus untermauerst du ja Feyerabends Argumentation

      iselilja schrieb:

      Die Frage nach dem Nutzen bleibt bei der theoretischen Kriterienanalyse nahezu unfokussiert.
      Wie/Warum kommst du von Methodologie zur Wertedebatte?
      Feyerabends Argumentation bleibt ja eigentlich auch schlüssig, solange man deren Rahmen nicht überstrapaziert. Die Wertedebatte, wie Du es nennst, ist aber bereits mit dem Gedanken verbunden, dass eine Theorie irgendwann Praxis wird, sofern deren Inhalt akzeptabel ist. Eine Theorie, die nach bestem Durchdenken richtig ist, aber in der Praxis sich als dennoch schädlich erweist (in der Realität meist erst viel zu spät) ist so eine Sache. Wie will man hier urteilen? Folgt man Feyerabend und sagt, ja lasst uns Wissenschaft im Freistil betreiben - was interessieren uns die Probleme kommender Generationen - oder stellt man Feyerabends Fazit in Frage und fragt sich, ob Kriterienwahl als Kriterium allein darüber entscheiden soll, ob Kriterienwahl sinnvoll ist oder nicht.

      Kurz: die Frage nach dem Nutzen als zusätzlich eingeholter Beurteilungsmaßstab liegt nahe. Damit ist natürlich nicht der Nutzen von Feyerabends Arbeit gemeint, sondern der Nutzen von Wissenschaft als solcher.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • iselilja schrieb:

      Kurz: die Frage nach dem Nutzen als zusätzlich eingeholter Beurteilungsmaßstab liegt nahe.
      Die Frage nach dem Nutzen in bezug auf die Wissenschaft zu stellen, kann aber auch Erkenntnisfortschritte verhindern, weil dann manche Forschungen vorschnell aussortiert werden.
      Ich sehe es als einen Nachteil gerade unserer Zeit, daß Wissenschaft oft nur noch dann gefördert wird, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, daß sie zu verkaufbaren Produkten führt.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • HumbleThinker schrieb:

      Ich sehe es als einen Nachteil gerade unserer Zeit, daß Wissenschaft oft nur noch dann gefördert wird, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, daß sie zu verkaufbaren Produkten führt.
      Ja. Aber das allein ist ja mit Nutzen nicht gemeint. :)

      Ein Nutzen für die Umwelt wäre bspw. erkennbar in der Reduzierung von Abgaswerten etc. Ein Nutzen wäre auch dann erkennbar, wenn Nebenwirkungen der Pharmazie dank Wissenschaft auf ein Minimum reduzierbar ist. Wissenschaft kann darüber im voraus denken, in dem der eigenen Methodik solche Fragen einverleibt werden. Im Grunde ist es damit aber nicht viel anders als bei Feyerabends Fazit, denn die Komplexität der möglichen Folgen kann nicht zuvor abgeschätzt werden, wenn man sich auf nur ein begrenztes Vokabular von Kriterien stützt.

      Das läuft vermutlich am Ende darauf hinaus, dass es keinen metaphysischen Wissenschaftsbegriff geben kann, sondern vielmehr mit einem Blick in den Rückspiegel gesagt werden kann, da und da war Wissenschaft wirklich erfolgreich.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • iselilja schrieb:

      sondern vielmehr mit einem Blick in den Rückspiegel gesagt werden kann, da und da war Wissenschaft wirklich erfolgreich.
      Genau, und weil man dies NUR in der Retrospektive sagen kann, sind Nutzenanalysen im vorhinein sehr fragwürdig. Zumal gar nicht klar ist, wie viel Zeit vergehen muß, damit man erkennen kann, welchen Nutzen eine bestimmte Forschung hatte und welchen nicht.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • HumbleThinker schrieb:

      iselilja schrieb:

      Kurz: die Frage nach dem Nutzen als zusätzlich eingeholter Beurteilungsmaßstab liegt nahe.
      Die Frage nach dem Nutzen in bezug auf die Wissenschaft zu stellen, kann aber auch Erkenntnisfortschritte verhindern, weil dann manche Forschungen vorschnell aussortiert werden.Ich sehe es als einen Nachteil gerade unserer Zeit, daß Wissenschaft oft nur noch dann gefördert wird, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, daß sie zu verkaufbaren Produkten führt.

      HumbleThinker schrieb:

      iselilja schrieb:

      sondern vielmehr mit einem Blick in den Rückspiegel gesagt werden kann, da und da war Wissenschaft wirklich erfolgreich.
      Genau, und weil man dies NUR in der Retrospektive sagen kann, sind Nutzenanalysen im vorhinein sehr fragwürdig. Zumal gar nicht klar ist, wie viel Zeit vergehen muß, damit man erkennen kann, welchen Nutzen eine bestimmte Forschung hatte und welchen nicht.
      Für Pragmatisten sind das keine guten Nachrichten. :)
      Kanye West (US-amerikanischer Rapper): "Ich liebe die Art, wie Candace Owens denkt." — Candace Owens: "Die Linken denken, Schwarze sind dumm."
    • HumbleThinker schrieb:

      iselilja schrieb:

      sondern vielmehr mit einem Blick in den Rückspiegel gesagt werden kann, da und da war Wissenschaft wirklich erfolgreich.
      Genau, und weil man dies NUR in der Retrospektive sagen kann, sind Nutzenanalysen im vorhinein sehr fragwürdig. Zumal gar nicht klar ist, wie viel Zeit vergehen muß, damit man erkennen kann, welchen Nutzen eine bestimmte Forschung hatte und welchen nicht.
      Sehr schön. Und jetzt müsste man eigentlich nur noch den Kreis schließen und fragen, welche Zeit müsse vergehen, bis diese oder jene Methode nach Feyerabend verifiziert ist. Ich vermute, die Antwort dürfte die selbe sein. :) Oder konkreter, was macht den Maßstab der Methodenwahl eigentlich zum Maßstab?

      Letztlich führt das zu der Frage, wie (womit) lässt sich herausfinden ob Feyerabend recht hat?
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • iselilja schrieb:

      Wissenschaft kann darüber im voraus denken, in dem der eigenen Methodik solche Fragen einverleibt werden.
      Das sehe ich nicht so. Forschungsziele und Forschungsmethoden sind zwei verschiedene Sachverhalte. Ein Pharmazeut, der als angewandter Forscher Medikamente entwickelt, die weniger Nebenwirkungen haben, muss die gleichen Standards der Methodik einhalten wie ein Chemiker, der als Grundlagenforscher neue Verbindungen erforscht - das Prozedere ist das gleiche, um zu neuen Verbindungen zu gelangen. Was den Pharmazeuten vom Chemiker unterscheidet, ist das Testverfahren am Menschen, um die medizinisch relevanten Wirkungen von den allgemein physiologischen Wirkungen herauszufiltern.

      Das unterscheidet dann zugleich Grundlagenforschung von angewandter Forschung - und damit Grundlagenwissenschaft von angewandter Wissenschaft. Mit anderen Worten: Es gibt nicht DIE Wissenschaften als einheitliches Konstrukt, sondern es gibt verschiedene Wissenschaften, die sich in mehreren Gruppen zusammenfassen lassen, aber in den Gruppen nicht deckungsgleich sind. Deshalb kann man hier auch nicht eine bestimmte Methodik festlegen, die grundsätzlich für alle Wissenschaften konstituierend ist. Mit Nutzen hat das alles nichts zu tun - auch nicht aus der Retrospektive heraus.

      Insofern hat Feyerabend recht, wenn er auf einen Methodenpluralismus hinweist, aber er hat nicht recht, wenn er meint, dass man die jeweils gültige Methode nicht beachten dürfe, um neue Erkenntnisse bzw. wissenschaftliche Durchbrüche zu erreichen. Prominentes Beispiel ist hier Kekules Traum, der zur Entstehung der Aromatenchemie geführt hat. Der Auslöser für die neue Erkenntnis war ein Traum (wobei hier nicht ohne vorher gelegte Grundlagen geträumt wurde!), aber erst der Filter der Methodik machte die Eingebung zu prüfbarem Wissen. Also auch Kekule hielt sich strikt an die gültige Methodik der Chemie.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lebensforscher ()

    • Lebensforscher schrieb:

      Das sehe ich nicht so. Forschungsziele und Forschungsmethoden sind zwei verschiedene Sachverhalte. Ein Pharmazeut, der als angewandter Forscher Medikamente entwickelt, die weniger Nebenwirkungen haben, muss die gleichen Standards der Methodik einhalten wie ein Chemiker, der als Grundlagenforscher neue Verbindungen erforscht - das Prozedere ist das gleiche, um zu neuen Verbindungen zu gelangen. Was den Pharmazeuten vom Chemiker unterscheidet, ist das Testverfahren am Menschen, um die medizinisch relevanten Wirkungen von den allgemein physiologischen Wirkungen herauszufiltern.
      Wenn der Chemiker eine Verbindung erforscht, die irgendwie trinkwasserrelevant ist, dann sollte sich auch der Chemiker darüber Gedanken machen. Nutzen und möglicher Schaden sollten immer auch im Blick einer Forschung stehen. Dass viele Forscher das nicht so sehen ist allerdings eine andere Sache.


      Ich denke, man muss zwischen rein erkenntnistheoretischen (kognitiven) und ethischen (normativen) Ansatz unterscheiden. Feyerabend war in dieser Hinsicht "nur" Erkenntnistheoretiker.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.