Grundfrage der Philosophie

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    • Hi,

      HumbleThinker schrieb:

      Aber wie auch immer man zur Religion stehen mag, mit Sicherheit waren und sind nicht alle religiösen Menschen Heuchler. In der Bibel steht sinngemäß, daß man nicht Gott und dem Geld gleichzeitig dienen kann, und es gab und gibt Menschen, die das auch so verstehen und sich bewußt für Gott entscheiden.
      Sicher sind nicht alle Heuchler, das würde ich eher nur von den allerwenigsten denken. Darum geht es mir nicht.
      Geldstreben ist auch nicht die einzige Möglichkeit zur Biotopübernutzung.
      Ich denke aber dass nahezu alle religiösen Individuen Opportunisten sind, d.h. sie ignorieren die Auswirkungen des / Ihres Wachstums in der Dimension der Zeit.

      Der gelebte Opportunismus ist das was ich an der religiösen Bewusstseinsstufe kritisiere.


      HumbleThinker schrieb:

      Dinge wie Liebe, Treue, Aufopferung gibt es überall auf der Welt, bei religiösen und nicht-religiösen Menschen.
      Dagegen ist auch nichts einzuwenden, einem ganzheitlich gelebten Opportunismus berührt das aber gar nicht ....


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Philzer schrieb:

      Ich denke aber dass nahezu alle religiösen Individuen Opportunisten sind, d.h. sie ignorieren die Auswirkungen des / Ihres Wachstums in der Dimension der Zeit.

      Der gelebte Opportunismus ist das was ich an der religiösen Bewusstseinsstufe kritisiere.
      Opportunisten sind die meisten Menschen, egal an was zu glauben sie vorgeben. Aber schon der Begriff des Märtyrers zeigt, daß sich gerade unter den religiösen Menschen welche befinden, die keine Opportunisten sind. Und dies trotz der Tatsache, daß Opportunismus in Extremsituationen nur schwer vermeidbar ist.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • Hi HumbleThinker,

      Philzer schrieb:

      Ich denke aber dass nahezu alle religiösen Individuen Opportunisten sind, d.h. sie ignorieren die Auswirkungen des / Ihres Wachstums in der Dimension der Zeit.
      Der gelebte Opportunismus ist das was ich an der religiösen Bewusstseinsstufe kritisiere.

      HumbleThinker schrieb:

      Opportunisten sind die meisten Menschen, egal an was zu glauben sie vorgeben.

      Mag sein. Die Frage ist inwieweit es bei anderer Sozialisation anders gehen würde.
      Das egoistische Verhalten in kritischen Situationen ist ebenfalls nicht mein Kritikpunkt.

      Sondern das generelle Fehlen einer kritischen Reflexion des Wachstumsproblems an sich.
      D.h., dass die Vernunft als rein instrumentelle Vernunft das Wachstum lediglich perpetuiert, aber nicht kontrolliert. o.s.ä.
      Und da diese Wachstumsignoranz eben auch in allen religiösen Weltbildern anzufinden ist, verbinde ich Religion und Opportunismus quasi definitorisch.
      Ich verweise bspw. auf das in meinen Modellen sogenannte gewährte laissez faire zum Generieren von Zufriedenheit bei der bewusstseinsarmen Masse.

      HumbleThinker schrieb:

      Aber schon der Begriff des Märtyrers zeigt, daß sich gerade unter den religiösen Menschen welche befinden, die keine Opportunisten sind.
      Wiki:
      Märtyrer, sind Menschen, die um des Bekenntnisses ihres Glaubens willen leiden, ggf. ihren gewaltsamen Tod erdulden.

      Naja, in meiner Phil wäre Deine Aussage quasi ein Widerspruch in sich.
      Denn der religiöse Märtyrer mag sich opfern, aber für was opfert er sich?
      Für den Opportunismus seiner Glaubensrichtung, seines opportunistischen Volkes.
      Kannst Du verstehen was ich meine?


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Philzer schrieb:

      Und da diese Wachstumsignoranz eben auch in allen religiösen Weltbildern anzufinden ist, verbinde ich Religion und Opportunismus quasi definitorisch.

      Philzer schrieb:

      Denn der religiöse Märtyrer mag sich opfern, aber für was opfert er sich?
      Für den Opportunismus seiner Glaubensrichtung, seines opportunistischen Volkes.
      Kannst Du verstehen was ich meine?
      Ich meine, du packst mehrere Sachen zusammen, die nicht zusammen gehören.

      Das Eine ist die Religion; hier weiß ich nicht, ob du dich damit intensiv beschäftigt hast bzw. deren Inhalte wirklich verstanden hast. Du hast natürlich das Recht, alle Religionen abzulehnen, aber ich fände es schade, wenn du es tätest, ohne gründliche und sachliche Auseinandersetzung z. B. mit dem Christentum.
      Dann Opportunismus. Hier ist mir die Verbindung zur Religion nicht klar, und die Märtyrer sind auch ein Gegenbeispiel dafür. Außerdem: Die kommunistischen Regime in der Sowjetunion und Osteuropa bis 1989 waren doch atheistisch, und trotzdem gab es dort viel Opportunismus. Warum soll also die Religion die Ursache für Opportunismus sein?
      Drittens die Wachstumsignoranz. Ich stimme dir zu, daß dies ein wichtiges Thema ist, darüber könntest du hier einen Thread aufmachen. Hat aber auch weder mit Religion noch mit Opportunismus etwas zu tun.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • Hi HT,

      HumbleThinker schrieb:

      Ich meine, du packst mehrere Sachen zusammen, die nicht zusammen gehören.
      Ich weiß, mit Diesem Standpunkt stehst Du nicht allein.
      Der Dialektiker strebt nach ganzheitlichen Modellen.

      Aber so richtig könnt Ihr mir meine Theorie nicht widerlegen?
      ...und ich kann sie Euch nicht schmackhaft machen.... :D

      HumbleThinker schrieb:

      Das Eine ist die Religion; hier weiß ich nicht, ob du dich damit intensiv beschäftigt hast bzw. deren Inhalte wirklich verstanden hast. Du hast natürlich das Recht, alle Religionen abzulehnen, aber ich fände es schade, wenn du es tätest, ohne gründliche und sachliche Auseinandersetzung z. B. mit dem Christentum.

      Ich werde versuchen eine Freundin nochmal zu kontaktieren, im Moment etwas ungünstig, die mir schon beim Verständnis des Islam geholfen hat. Mal sehen was ich noch speziell zum Christentum aus ihr herauskitzeln kann. (sie hat das Zeugs immerhin studiert, und beim Islam kam alles was ich brauchte wie aus der Pistole geschossen, ich musste nur noch die Konklusion bilden ...)


      HumbleThinker schrieb:

      Dann Opportunismus. Hier ist mir die Verbindung zur Religion nicht klar,

      Empirie über alle religiösen Formationen: Krieg - Frieden - Krieg.
      Anders: permanente Biotopübernutzung

      HumbleThinker schrieb:

      ... und die Märtyrer sind auch ein Gegenbeispiel dafür.

      Wie oben schon erläutert, nur wenn Religion an sich nicht opportunistisch wäre.


      HumbleThinker schrieb:

      Außerdem: Die kommunistischen Regime in der Sowjetunion und Osteuropa bis 1989 waren doch atheistisch, und trotzdem gab es dort viel Opportunismus. Warum soll also die Religion die Ursache für Opportunismus sein?

      Das der Ostblock extrem opportunistisch war, keine Frage.
      Siehe die ganzen Umweltkatastrophen in der UdSSR, DDR ....

      Erklärungsansatz wäre hier zweierlei:

      1.) war die Theorie vom Kommunismus sehr naiv, anderenfalls hätte man noch weniger Sympathisanten gefunden :)

      2.) durch die Ausbeutung der gesamten Welt durch den Westen (globale Vormachtstellung seiner Wirtschaft/Währung), und den daraus resultierenden temporären Vorteil der Surplusprofitempfänger (die jetzt dafür sterben müssen - siehe Opportunismus :) ), also der materiellen Korruption der Arbeiterklassen in den westlichen Demokratien, kam der Osten in eine für ihn unüberwindbare Paranoia.

      Denn es war für den Normalo-Opportunist lediglich das Gegenteil dessen eingetreten, was Marx vorausgesagt hatte. Es ging dem Arbeiter beim Kapitalisten besser, als im Osten. Zur industriellen Ungleichheit gesellte sich dann noch das Rüstungsproblem, also gegen eine technisch überlegene Mehrheit ein Wettrüsten zu bestehen, all dies führte m.E.n. wesentlich zu diesen Auswüchsen ...
      (ein historisch kurzer Kampf vom Hand in den Mund den man nur verlieren konnte)

      Ein Zeichen, m.E.n., das dies von Anfang an auf schlechten Beinen stand, ist die Tatsache, dass dieses System nicht einmal eine neue Zeitrechnung in die Welt setzen konnte. Ist ernst gemeint.
      Todesschwäche von Anbeginn quasi.

      Denn wenn das Christentum schon selbiges konnte, und der Übergang zu einem Kommunismus, mehr Veränderungen bedeutet, als alle religiösen Revolutionen (Übergange der Gottabstraktionen) zusammen, dann wäre ja wohl eine neue Zeitrechnung das allermindeste.... o.s.ä.


      HumbleThinker schrieb:


      Drittens die Wachstumsignoranz. Ich stimme dir zu, daß dies ein wichtiges Thema ist, darüber könntest du hier einen Thread aufmachen. Hat aber auch weder mit Religion noch mit Opportunismus etwas zu tun.

      Ok, haben wir also wenigstens einen Ansatzpunkt.

      Wieso sollte aber Wachstumsignoranz=Opportunismus=Religiösität nicht stimmen, wenn es doch in der Betrachtung über die ganze Menschheitsgeschichte empirisch nachweisbar ist?

      Und das wir heute, im Pantheismus der Bourgeoisie, kurz vor dem Globalcrash stehen, dafür gibt es doch auch einige Stimmen?


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Hi @Philzer ich habe deinen letzten Beitrag geliked, nicht weil ich allem zustimme, sondern weil er viel Diskussionsstoff bietet.

      Ich möchte zumindest ei paar Dinge aufgreifen:


      Philzer schrieb:

      Wieso sollte aber Wachstumsignoranz=Opportunismus=Religiösität nicht stimmen, wenn es doch in der Betrachtung über die ganze Menschheitsgeschichte empirisch nachweisbar ist?
      Auf den empirischen Nachweis wäre ich gespannt. Die Phänomene gibt es, klar. Aber die Gleichsetzung, die müßtest du nachweisen.


      Philzer schrieb:

      Und das wir heute, im Pantheismus der Bourgeoisie, kurz vor dem Globalcrash stehen, dafür gibt es doch auch einige Stimmen?
      Globalcrash ist durchaus möglich, aber was hat das mit Pantheismus zu tun? Auch ist es heute fragwürdig geworden, noch in den marxistischen Klassen zu denken. Bourgeoisie und Proletariat gab es im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Es gibt zwar immer noch Arme und Reiche, und Marx hat sicher nicht in allem Unrecht. Aber sein Denken in Klassen müßte aktualisiert werden.


      Philzer schrieb:

      2.) durch die Ausbeutung der gesamten Welt durch den Westen (globale Vormachtstellung seiner Wirtschaft/Währung), und den daraus resultierenden temporären Vorteil der Surplusprofitempfänger (die jetzt dafür sterben müssen - siehe Opportunismus ), also der materiellen Korruption der Arbeiterklassen in den westlichen Demokratien, kam der Osten in eine für ihn unüberwindbare Paranoia.

      Denn es war für den Normalo-Opportunist lediglich das Gegenteil dessen eingetreten, was Marx vorausgesagt hatte. Es ging dem Arbeiter beim Kapitalisten besser, als im Osten. Zur industriellen Ungleichheit gesellte sich dann noch das Rüstungsproblem, also gegen eine technisch überlegene Mehrheit ein Wettrüsten zu bestehen, all dies führte m.E.n. wesentlich zu diesen Auswüchsen ...
      (ein historisch kurzer Kampf vom Hand in den Mund den man nur verlieren konnte)
      Da steckt einiges Wahre drin, beantwortet aber meine Frage nicht. Du sagtest ja: Religiosität gleich Opportunismus. - Und das hast du bisher nicht begründet.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.