Existentialismus = Pantheismus?

    • Existentialismus = Pantheismus?

      Hi,

      Da ich alles systematisieren muss, reizt es mich immer wieder auf's Neue, Dinge zu ordnen.
      Als ich begann mich für Philosophie zu interessieren haben mich die vielen Strömungen zunächst unsicher gemacht. Alles schien hoffnungslos und verwirrend.
      Eine dieser Fragen, die dabei entstanden sind, was ist eigentlich Existenzialismus? Kann man all diese Strömungen ordnen?

      Hat man vorher, so wie ich, zumindest teilweise den orthodoxen Marxismus gelesen, mit seiner im Zeitgeist verstandenen hohen Wissenschaftlichkeit, fühlt man sich beim Lesen des Existenzialismus buchstäblich in die Steinzeit zurückversetzt. Und das obwohl der Existenzialismus zeitlich jünger ist! Das passt einfach nicht in ein evolutionäres Weltbild.

      Vielen, wirklich nicht nur mir, ich habe das in einigen Lesezirkeln erlebt, fällt bspw. beim Lesen Sartres auf, das nur vom Individuum die Rede ist, die Gesellschaft interessiert kaum.
      Einiges später habe ich dann formuliert:

      Existentialismus ist die Fortführung des Theismus unter den Bedingungen der Individualisierung. - Philzer


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • naja weiß nicht ob Fortführung, aber Existentialismus ist halt eine logische Folge aus der Entwicklung der Seinsgeschichte. Er erklärt quasi, was man selbst ist und wie man sich zu denken hat, wenn man wieder in die Höhle zurückgekommen ist.

      Die ganze Dialektik ist da alles mit drin. Es geht hier primär um Selbstheilung durch den existentiellen Sprung hindurch. Im Prinzip geht es beim existentialismus darum, dass man innerhalb seiner Vorstellungswelt seine Existenzgrundlage wieder in den Körper legt und weg von dem "Welt-sein".

      Existentialismus ist quasi Selbstheilung und nurnoch für die von Belang, die wirklich die Transzendenz erlebt haben. Alle anderen werden damit nicht viel anzufangen wissen und müssen das auch garnicht, weil es im Existentialismus um den Kampf des Selbst mit sich selbst und seiner Form geht und um die Unterscheidung von Alles/Nichts.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist