Stabilitätsmomente der religiösen Klassengesellschaft

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    • Stabilitätsmomente der religiösen Klassengesellschaft

      Im Nachfolgenden wird versucht zu zeigen, wie diese neuen Formationsgrößen jenseits des evolutionären Nahhorizontes, stabilisiert werden konnten.

      a.) Divide et Impera: Korruptionshierarchie
      Befriedet/begrenzt/kanalisiert den Dualismus zwischen Individualität und Sozialität in einer vom Einzelindividuum bezüglich der Kongruenz von Haben und Sein nicht mehr überschaubaren gesellschaftlichen Monade durch praktisches (materielles) Privileg innerhalb des ökonomischen Reproduktionsprozesses.

      Vorpantheistisch: (Nationalökonomie) latente Sklaverei in der Familie (Frau ist ihrer Menschenrechte beraubt: kein Recht auf Bildung; Zwangsverheiratung; Beschneidung etc);
      Pantheistisch: (globalisierter Kapitalismus): Völker beuten Völker aus (Demokratie garantiert ungleichen Lohn für gleiche Arbeit zwischen Surplusprofitlieferanten und Surplusprofitempfänger)

      Die wohl einfachste Möglichkeit Massen von Individuen zu beherrschen besteht bekanntlich darin, sie gegeneinander auszuspielen, sie quasi emotional mit sich selbst zu beschäftigen, während die gesellschaftlich-ökonomische Macht den notwendigen Gesamtüberblick behält. Dieses Prinzip ist bekannt geworden als divide et impera, teile und herrsche, und wird auch oft vereinfacht, vor allem von westlichen Intellektuellen, als sogenannte intelligente Macht bezeichnet.


      b.) Alleinstellungsideologie: Prinzip des Stärkeren

      oberste allgemeinste Beschreibung in welcher Art und Weisedas Verhältnis von Kooperation und Konkurrenz in der Formation nach innen und nach außen gestaltet wird
      - dies ergibt sich aus rein ökonomischen Notwendigkeiten bzw. Möglichkeiten!

      Vorpantheistisch: Gruppencharakter: der gemeinsame Mythos als 'gottgewollte Ordnung' war durch Stand der Produktivkräfte als sozial-kooperative Komponente zwingend notwendig , über personelle Beziehungen in der Gesellschaft war der gemeinsame Reproduktionsprozess gewährleistet Alleinstellungsideologie als kollektiver Mythos im Kampf gegen andere Mythen: Ur-Mythos; Poly- Monotheismus (Volksreligionen)
      Der Inhalt des Mythos leistet eine Bündelung des Kampfmomentes gegen äußere Feinde.

      Pantheistisch: Individualisierung: Kapitalist teilt mit Niemandem die Verfügungsgewalt über sein Kapital - alles was er nicht hat, kauft er sich
      Dazu müssen alle kulturellen Werte Warencharakter tragen (bspw. auch jede Form von Sozialität), im Gegensatz zu den vorpantheistischen Alleinstellungsideologien gibt es für ihn also nur noch monetäre Zwänge und er braucht dazu ebenfalls den Individualisierten und dadurch machtlosen (Marx: doppeltfreien) Lohnarbeiter, da dieser über keinerlei Subsistenz verfügt und so gezwungen ist sich über seine Arbeitskraft zu verkaufen.
      Alleinstellungsideologie als individualisierter Mythos: Meinung als individualisierte Religiösität. Der neue mythologische Überbau im Pantheismus, die Demokratie, ist selbst konkret inhaltsleer und nihilistisch, meist durch nichtdefinierte Freiheitsanbetungen mythologisch überhöht und ideologisiert, d.h. auf die Autopoiesis der kapitalistischen Warenproduktion zugeschnitten.
      Da der konkrete Inhalt ja individualisiert ist, leistet er also aus sich selbst heraus keine Bündelung, sondern diese muss durch andere auf das Ganze aufgesetzte Mechanismen, bspw. ökonomische Interessen und Privilegien im Kampf gegen andere, geleistet werden um Stabilität in der Demokratie zu generieren.


      c.) Laissez faire: Strategie der Sorglosigkeit
      (Nichtreflexion und Ignoranz der durch das Wachstum hervorgerufenen Probleme),
      übernommen aus dem unbewussten Leben zur Erzielung von "Zufriedenheit" bei der bewusstseinsarmen Masse.
      Der wohl bekannteste Ausdruck über die Erzeugung von Zufriedenheit bei der bewusstseinsarmen Masse ist panem et circenses des römischen Dichters Juvenal.
      Im weiteren dann meist als 'Brot- und Spielestrategie' bezeichnet.
      Zwar wird durch diesen Ausdruck ein Moment, eine Phänomenologie der Bewusstseinsstufe relativ gut ausgedrückt, aber das eigentliche Wesen und das Hauptproblem des religiösen Opportunismus an sich, das unbeschränkte, unkontrollierte Wachstum im freien Spiel der Kräfte, wird dabei nicht beachtet.
      Dies liegt vermutlich an der generellen Kurzfristigkeit aller religiösen Betrachtungen über die Vernutzung von Welt. (Eibl-Eibesfeldt "In der Falle des Kurzzeitdenkens")
      Wichtig ist noch zu erwähnen, dass das Laissez faire zum "Nutzen" von Volk und Herrscher sein muss, ja vielmehr das es ein von den Herrschern genau 'vorgegebenes' (erlaubtes/erwünschtes) Wachstum ist:

      Vorpantheistisch: maximales Bevölkerungswachstum: sichert mehr Arbeits- und Kriegssklaven → so gelingt nach Biotopübernutzung erfolgreiche Expansion beim Erobern neuer Biosphärenanteile; aber auch erfolgreiche Abwehr des gleichen Begehrens anderer (bspw. Nachbarvölker)

      Pantheistisch: maximales Konsumwachstum: Das Individuum soll in immer schnellerer Folge, quasi wie im Märchen vom süßen Brei; die Konsumgüter der kapitalistischen Massenproduktion vernutzen → alle Individuen müssen global in die Abhängigkeit als Konsument gebracht werden, auch Sozialität selbst wird zur Ware
      .
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Philzer ()

    • Die drei Säulen jeder religiösen Gesellschaftsformation

      Hi,

      Wie in der Überschrift dieses Posts, so hatte ich diese meine Analyse zunächst bezeichnet.

      Doch schon nach kurzem Überlegen ergab sich ein Widerspruch zwischen meinem Modell und dem bekannten Wissensstand in der Wissenschaft.
      Es handelt sich dabei um das Problem des evolutionären Nahhorizontes, um eine damit einhergehende Problematik bei der Betrachtung kleiner und großer Formationen.

      Dieser evolutionäre Nahhorizont ist bekanntlich eine Folge millionen Jahre langer Evolution, und seine Reichweite wird von den Forschern bei unseren Vorfahren mit 40 bis 80 Individuen beziffert.
      In dieser Größenordnung, die bis zu den sich auf dem Globus ausbreitenden Jäger-und Sammler-Formationen praktisch relevant war, wird auch vom nicht explizit darüber nachdenken Individuum die gesamtgesellschaftliche Sphäre des Reproduktionsprozesses überblickt und permanent emotional bewertet.
      Das heisst nichts anderes, als um einen Ausdruck von Fromm zu verwenden, jeder hatte von jedem ein ganzheitliches Bild von dessen Haben und Sein.
      Weicht das Haben-wollen vom Sein eines Individuums ab (Leistungsprinzip), wird unverzüglich korrigiert.

      Dies wiederum bedeutet nun aber, bezogen auf mein Modell, dass zumindest beim Punkt a) also dem divide et impera, die Formationsgröße eine entscheidende Rolle spielt.
      Bis zu den Jägern- und Sammlern war also eine solche Massen-Korruption über ein gewährtes Privileg nicht notwendig, da sie über emotionalen/evolutionären Nahhorizont bereits stabil waren.

      Erst eine extreme Vergrößerung der Formationen, bspw. durch die Sesshaftigkeit, ließen dieses Funktionsschema versagen.
      Die schiere Unüberblickbarkeit über alle Reproduktionsverhältnisse für das Einzelindividuum, durch Zahl genauso wie durch die fortschreitende Arbeitsteilung und Spezialisierung, machten einerseits die Institutionen notwendig, und andererseits einen Mechanismus, mit dem man den jeweils stärkeren Teil der im ökonomischen Prozess beherrschten Individuen privilegierte, indem man den jeweils schwächeren Teil gegen diese ausspielte.

      Das war die Geburtsstunde des heute als Slogan zwar allseits bekannten, aber nur von wenigen wirklich verstandenen divide et impera.


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

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    • ‚Die Stabilitätslücke im Paradigmenwechsel‘, oder ‚Wie es zum Kommunismus kommen konnte‘

      Nach dem Aufstellen dieses Modells sind mir im Nachhinein noch viele Details zur Präzisierung eingefallen, aber auch eine vollkommen neue Betrachtung zur Entstehung des Kommunismus.


      Im orthodoxen Marxismus war der Kommunismus eine sich logisch ergebende, quasi determinierte Entwicklung, deren Vollzug allein durch einen bestimmten Grad der entwickelten Produktivkräfte und einer wissenschaftlichen Avantgarde der Arbeiterklasse sich einstellen würde.

      Bei der Arbeit an meinem Modell zur Untersuchung der historischen Stabilität der religiös-opportunistischen Fomationen an sich, haben sich aber ganz andere Erklärungsmöglichkeiten für diese nun mittlerweile zur Vergangenheit gehörenden Epoche ergeben.

      1.) Das Divide et impera des kollektiven Mythos, die latente Sklaverei in der Familie, verlor seine materielle Grundlage beim Übergang zum Kapitalismus, da der Mann als Proletarier über keine Subsistenz mehr verfügt. (Marx: doppelt freier Lohnarbeiter)
      Wir erinnern, im Mittelalter gab es zu dieser Subsistenzsicherung die Allmende. Im modernen Stadtproletariat standen sich aber nunmehr Mann und Frau als Konkurrenten gegenüber, die Frau bekam sogar oft noch einen Job vor dem Mann, da sie für noch weniger Geld arbeitete.
      Der ‚Durchschnittsmann‘ verlor also seine ökonomische Machtposition gegenüber der ‚Durchschnittsfrau‘. Maschinenarbeit machte dies möglich.

      2.) Die Rolle derAlleinstellungsideologie, also des sozialisierten Mythos, erfuhr eine Wandlung.
      Vormals schaffte der kollektive Mythos (zuletzt Volksreligion) eine Gemeinsamkeit, war ein wichtiger sozialer Stabilitätsfaktor. Im Pantheismus der Bourgeoisie aber wurde der kollektive Mythos schließlich zur Behinderung der individuellen Kreativität, und wurde deshalb nach und nach durch die individualisierte Religiösität, die Meinung, ersetzt. Die Säkularität setzte sich so langsam von oben nach unten durch, bis sie mit brachialer Gewalt schließlich auf den subsistenzfreien Proletarier traf, um ihn in seinem Elend sich selbst zu überlassen. (Anmerkung: dies ist die Aufhebung der dialektischen Einheit von Volk und Herrscher im Pantheismus)

      3.) Die vormals gewährte Form des Laissez faire, die unbegrenzte Vervielfältigung der eigenen Gene, konnte durch die beiden ersteren Punkte entweder nicht mehr aufrecht erhalten werden, oder führte bei gleichzeitiger Einpferchung in Massenbehausungen statt zu Befriedigung im Leben, nur zu noch mehr Elend.
      Mit extrem kinderreichen Familien, wo die Kinder zwar zunächst durch die neuen Produktionsmethoden nicht sofort an Hunger starben, trotzdem aber schnellstmöglich aus tiefster Not heraus mit an die Maschinen mussten, um dort nicht selten, wie bspw. aus England bekannt, an Überarbeitung zu sterben.

      Diese Punkte gemeinsam betrachtet, ergeben einen immensen Rückschritt an Sozialität, ja an erfahrener Lebensqualität.
      Und dies waren eben auch die Kriterien, die den orthodoxen Marxismus auf den Weg brachten.

      Parallel dazu gab es aber Entwicklungen, die geeignet waren, auch diese neue Form gesellschaftlicher Religiösität (Kampfmoment) zu stabilisieren. Die Untersuchung dieser Aspekte ist ein bis heute nicht geleisteter Teil in der Soziologie, der mit der Kritik Rosa Luxemburgs an Marx‘ nationaler Kapitalismusbetrachtung zwar begann, aber nie theoretisch erfolgreich weitergeführt wurde.


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

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    • Hi,

      Ja, war auch für mich nicht einfach. Hängt mit meinem Religiösitätsbegriff zusammen.
      Kapitalismus war deshalb für mich definitiv religiös (Fortsetzung von Krieg; Ausbeutung; etc etc), aber wo war nun Gott?

      Dann kamen viele Hinweise zum Pantheismus. Und dies schien für mich erstmal die Lösung zu sein.

      - eine Generalthese zur Entwicklung der Gottabstraktionen findest Du in meiner
      N.D.N.

      Daraus resultiert dann: Aufklärung ist der Übergang vom kollektiven zum individualisierten Mythos (Meinung - siehe Thread zur Meinung hier)


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • In deinem Modell steckt sehr viel, und um es richtig auszuformulieren, müßtest du eigentlich ein Buch schreiben.

      Vielleicht können wir so verfahren: Ich komme immer mal wieder hierher, und stelle Fragen, die dir vielleicht bei der Ausformulierung helfen können.

      Zunächst wieder zu Beitrag Nr. 1:
      1. Du betitelst den Beitrag mit Stabilitätsmomente der religiösen Klassengesellschaft. Glaubst du, daß wir in einer solchen leben? M. E. entsteht hier schon Erklärungsbedarf. Wie sieht eine solche Gesellschaft aus?
      2. Zum Divide et impera. Wer steckt dahinter? Individuen? Gruppen? Beides? Welche Interessen werden verfolgt und warum?
      3. Kann man in der vorpantheistischen Zeit schon von Nationalökonomie sprechen?
      4. Generell: Was ist das Ziel deines Modells? Was will es konkret erklären bzw. bewußt machen?
      5. Glaubst du, daß künftig die Bedeutung der Religionen sinken oder steigen wird?
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • Hi HumbleThinker,

      Danke für Dein Feedback.

      HumbleThinker schrieb:

      müßtest du eigentlich ein Buch schreiben.
      Ja, hab ich auch vor. :) Den Eingangspost hab ich auch mehr oder weniger aus diesem entnommen.
      Den Thread gab es schonmal im öffentlichen Teil des Forums, @Gustav hatte ihn da aber irgendwie gelöscht..... ich wollte nur das Thema wieder einstellen.

      Im Original hieß es wohl Die drei Säulen jeder religiösen Gesellschaftsformation.
      Die Idee ist mir gekommen als ich M.Gronemeyer 'Die Macht der Bedürfnisse' (ihre Bedürfnisanalyse ist die wohl dialektischste die ich bislang gefunden habe, und sehr zu empfehlen) gelesen hatte, sie hatte dort auch Machtfaktoren auskristallisiert. (wir hatten auch mal ein Gespräch darüber)

      zu 1.) Ja, Kurzbegründung: Status wird vererbt (Milliardär bspw.)

      zu 2.)
      Grund ist Stabilität der Formation.
      Die Massen müssen gegeneinander ausgespielt werden, sonst richten sie sich gemeinsam gegen die Herrschaft (da ein ganzheitliches Bild vom Haben und Sein aller Mitglieder auf Grund der Arbeitsteilung a.) unmöglich ist, b.) vom 'außerinstrumentellen Nichtdenker' auch nicht angestrebt wird - er ist einfach kämpfend im Sein, mehr will er - selbst bei Strafe des Todes nicht!

      vlt. kann @Groot noch etwas zum Folgenden beitragen:

      Ich hatte neulich in etwa die Formulierung, dass durch diese Faktoren (also alle 3) die Vernunft der Gesellschaft wieder soweit abgesenkt wird, dass sie zum Bewusstsein der Masse kompatibel ist.
      Da muss ich noch weiter arbeiten.

      zu3.) keine Ahnung, interessante Frage, warum ist das so wichtig? Der Übergang hat ja im christlichen Kulturraum fast 1000 Jahre gedauert? ( ca 1000 bis 2000 n.Chr.),(diese 1000 Jahre Bewusstseinsevolution fehlen im Islam)

      Hinweis: Hab Deine Frage gerade erst verstanden: mir geht es lediglich darum zu zeigen (weshalb ich Naionalökonomie oben im Modell erwähne), ob es Surplusprofitlieferanten gibt oder nicht - hängt mit meinem Demokratiemodell zusammen

      siehe auch Bild1 und Bild2


      zu4.) das Verstehen der Spezies, als 'Konsequenz' seines Erkenntnisaparates (Schizophrenie aus Es und Ich), kann er keine wissenschaftliche Gesellschaft hinbekommen, ist seine Evolution fast beendet :)

      zu5.) selbstverständlich sinken aller kollektiven Mythen.
      Der Todeskampf, bspw. Islam im Moment, wird m.E.n. nichts daran ändern.
      Nur ist eben der 'Normaldemokrat' in meiner Phil kein Atheist sondern Pantheist. Also ebenfalls ein religiöses Wesen. (ihm dürstet nach Spiritualität :) )


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

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    • Philzer schrieb:

      Ich hatte neulich in etwa die Formulierung, dass durch diese Faktoren (also alle 3) die Vernunft der Gesellschaft wieder soweit abgesenkt wird, dass sie zum Bewusstsein der Masse kompatibel ist.
      Da muss ich noch weiter arbeiten.
      Man könnte doch auch sagen, dass der Verstand dies erkennt und mit Hilfe der Vernunft dann die Gesellschaft abholt, an der Stelle wo sie gerade steht, indem sie immer einen Schritt vorausdenkt und so als Lokomotive wirkt. Durch Erziehung und durch ein kohärentes Begriffssystem, welches aus dem dialektischen Materialismus entsteht und auf dieses abzielt.

      und ansonsten ist halt das Es gerade dabei sich das zurück zu holen, was die Vernunft ihm genommen hat. Der Soziologe nennt das dann Rationalisierung die man in der Kunst, im Recht und in der Wissenschaft symbolisch erkennt (tendentiell hier eher positiv) und in der Bürokratie und der Wirtschaft materiell(tendentiell hier eher negativ). Die Auswirkungen sind leider tendentiell eher negativ und die positiven Tendenzen sind nur Wirkung der größeren negativen Tendenzen, die die Rationalisierung materiell mit sich bringt, weil der symbolische Werterhaltungskanon symbolisch kompensiert wird, aber materiell zu politischen und wirtschaftlichen Rationalisierungsprozessen führt, die recht schlimm sind.
      Hier gibt es nichts zu sehen!
    • Hi Groot,

      Groot schrieb:

      Man könnte doch auch sagen, dass der Verstand dies erkennt und mit Hilfe der Vernunft dann die Gesellschaft abholt,
      Gefällt mir gut. Wenn ich an die Kreation des Islam denke dabei, dann kommt das hin.
      (teilweise Rückwärtsanpassung aus dem Christentum, aber auch Übernahme moderner Aspekte -> Überwindung Polytheismus)

      Groot schrieb:

      und ansonsten ist halt das Es gerade dabei sich das zurück zu holen, was die Vernunft ihm genommen hat.
      Dieser Ausdruck von Dir ist ja sowieso göttlich.
      Aber er trifft es auf den Punkt.
      Die von Kant und der gesamten Aufklärung erhoffte Vernunft wurde sukzessive auf die instrumentelle Vernunft reduziert. (ich muss das übrigens meiner Professorin noch bei Gelegenheit mitteilen, von Ihr kam ja diese Problematik, da ich aber im Moment kaum an ihrem Philokreis teilnehemen kann wird das noch bissl dauern, ich hab schon Entzugserscheinungen :) PS: hab sie gerade angerufen, und wir haben bissl geschwätzt, auch darüber ...)


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

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      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Philzer schrieb:

      Gefällt mir gut. Wenn ich an die Kreation des Islam denke dabei, dann kommt das hin.
      (teilweise Rückwärtsanpassung aus dem Christentum, aber auch Übernahme moderner Aspekte -> Überwindung Polytheismus)
      Ja, wobei ich das eher didaktisch dann sehe. Weil diese großen Makroanpassungen, die passieren ja stetig, aber die Sprünge werden voraussichtlich nicht in unserer Zeit geschehen.

      Ich beziehe das eher darauf, wie der Einzelne die Philosophie versteht und wie die Wissenschaft lehrt. Es geht im Grunde dann darum, die Basis der Begriffe so kohärent zu machen, dass es unmöglich ist diese misszuverstehen(z.B. Verstand als Vernunft oder Affekt als Emotion oder Gefühl als Temperament). Oder eben auch um Kategorienfehler zu vermeiden, z.B. Geist als das Emotionale des Ichs oder Geist als rein religöse Sache.
      Hier gibt es nichts zu sehen!