Ist Kapitalismus religiös? Ist er pantheistisch oder atheistisch? Oder?

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    • Philzer schrieb:

      Wir fangen gerade erst an die Welt zu erkennen, denn bisher, also im vorwissenschaftlichen Zeitalter, war alles nur Empirie, man hatte aber keine physikalische Ahnung von den Prozessen an sich.
      Das war alles Qualia, und also viabel.
      wir kennen doch auch keine Prozesse ansich. Wir kennen Messungen und interpretieren auf Basis unserer Kognition diese Messungen. Diese Interpretation ist mittlerweile auf einem solchen Abstraktionsnniveau, dass wir es uns Prozesshaft - und nicht mehr nurnoch verkleinernd bzw. vergrößernd, also skalierend denken.

      Ich denke, dass weite Teile der Quantentheorie sich eher durch die Art und Weise unserer Kognition und unserer Episteme erklären lassen, als dass hier tatsächlich fundamentale Teilchen beobachtet werden. Einzig die Messungen spiegeln hier die Realität ansich, alles andere - also alle Theoriebildung und alle Beobachtung hängt mit der Episteme zusammen und wie diese unsere Kognition restriktiv beeinflusst.

      Philzer schrieb:

      Ob die mathematische Physik viabel ist, möchte ich bezweifeln. Die Maßeinheiten klar, nicht aber deren Relationen...
      Hatten wir ja schon: wenn es nach den Konstruktivisten gänge, könnten andere Lebewesen in unserer Welt sein, durch unsere Sonne spazieren, oder sonstwas, weil für sie das eben etwas ganz anderes wäre, eine kalte kühle Wolke durch die man laufen könnte, aber eben nicht ein heißer Stern ......
      ich denke, dass die mathematische Physik das allgemeinste ist, was wir haben um den Kosmos und, irgendwann mal, das Gehirn zu erforschen. Ich denke aber auch, dass die Relationen - also die tatsächliche Funktionsweise weitaus komplexer und anders ist, als wir das mit Hilfe unserer Theorien bisher ermessen können.

      Nein, so würde ich den Konstruktivismus nicht verstehen. Ich würde hier immer viel mehr aus der Kognition argumentieren und sagen, dass die Kohärenz eines gleichtief blickenden Weltbildes, auf mehrere Weisen konstruiert werden kann. Indem nämlich andere Phänomene in den Mittelpunkt gerückt werden, wird ein anderes Weltbild konstruiert. Ich würde aber sagen, dass diese Weltbilder sich ähneln, da sie sich auf die Realität beziehen, die nicht in Gänze erkennbar ist(und darum unerkennbar im idealistischen Sinne bleibt) und weil diese Weltbilder alle auf Basis desselben Denkprinzips entstehen.

      Philzer schrieb:

      Wieso schaut der K. das Fundamentalste an?
      Er mystifiziert den Erkenntnisprozess, indem er eine Analyse des Erkenntnisapparates verweigert.
      Nein, er analysiert konsequent. Er nimmt die Erkenntnisse ernst, die die Wissenschaft macht und legt das Hauptaugenmerk auf die Episteme - statt auf die Metaphysik. Denn auf Basis der Episteme lässt sich weniger mystische Ontologie betreiben als auf Basis von Metaphysik.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Philzer schrieb:

      Hi,

      In meiner N.d.N. erkläre ich ja den Kapitalismus als pantheistisch.
      Der normale Demokrat sieht sich aber (mehrheitlich) atheistisch, denn das verbindet er automatisch mit konfessionslos.

      Die Konfession ist aber m.E. nach nur die Bindung an einen kollektiven Mythos.
      Religiösität geht aber m.E. nach darüber hinaus. Bspw. kann es einen individualisierten Mythos geben. (bekannt als Meinung)

      Ich fang mal ganz vorn an:

      Als ich im Alter von vlt. 13 oder 14 Jahren begann die Welt zu entdecken, sah ich im TV viele Berichte (Nachrichten) über Kampf und Krieg.
      Die Sache Palästina war immer mit ganz vorn dabei. In mir bildete sich allmählich die empirische Einsicht "Wo Gott ist, da ist Krieg."

      Der Kapitalismus macht nun ebenfalls, wie alle vorkapitalistischen Systeme Krieg, hat eine permanent voranpreschende Rüstungsindustrie etc etc.(zuerst A -; H -; N -Bombe etc)

      Die anschließende Frage war also nur logisch: Wo ist Gott im Kapitalismus?

      Das erstemal hab ich dann den Begriff Pantheismus bei Alexander Rüstow in seinem 'Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus' gelesen.
      Aha, dachte ich mir, ein neuer Theismus-typ also. (Fetisch; Urmythos; Poly; Mono; Pantheismus)

      Den nächsten Hinweis fand ich dann bei Palaver im Internet: Kapitalismus als Religion; wo er an Marx' Ausspruch vom Fetischcharakter der Ware erinnert, und noch auf weitere pantheistische Neigungen des Kapitalismus verweist.


      Zurück:

      Ich bilde mir ein, in und durch meine N.d.N., das wesentliche Merkmal von Religion gefunden zu haben, das über alle Stufen des Theismus alle verbindet.
      Es ist der Opportunismus, oder anders ausgedrückt die Kombination aus 4D Kognition und 3D Behavior, was zu permanenter Übernutzung des Lebensraumes führt (einige wenige Urformationen scheinen davon ausgenommen?, muss noch näher untersucht werden).
      Dies konnte in der Phase der Jäger und Sammler durch Ausweichen auf den ganzen Globus ausgeglichen werden, führt aber spätestens seit der Sesshaftigkeit zu dem Zyklus Krieg-Frieden-Krieg.


      ok, genügt erst mal. Weitere/ andere Gedanken?


      mvg Philzer
      Kapitalismus ist eine Monetarchie, nicht mehr und nicht weniger. Im Naturzustand ist der Mensch gut und deshalb kann er auch ohne Staat problemlos Handel treiben. Dass die erste Prämisse nicht stimmt bedenkt er nicht, aber jetzt mal zurück zu Gott: Der Kapitalismus ist nicht pantheistisch oder sonst irgendwie theistisch, Kapitalisten haben keine besondere Religion. Gott spielt nur insofern eine Rolle, in der er Geld bringt.
    • Groot schrieb:

      Nein, er analysiert konsequent.
      Wo bitte analysiert der K. unseren Erkenntnisapparat? Das machten Wissenschaftler wie Freud; Damasio etc.

      Nagel bspw. spricht nur von 'Geist'. Mehr Mystifikation gibt es ja wohl kaum!



      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Philzer schrieb:

      Wo bitte analysiert der K. unseren Erkenntnisapparat? Das machten Wissenschaftler wie Freud; Damasio etc.

      Nagel bspw. spricht nur von 'Geist'. Mehr Mystifikation gibt es ja wohl kaum!
      Der Konstruktivismus geht vom ästhetischen Standpunkt aus. Er zeigt die epistemische Grenze auf, die uns unsere Art zu denken macht. Er zeigt, bis wohin Dinge sich "anschauen" lassen mit dem Intellekt. Während die Beobachtungen von Damasio auf die Funktionalitäten gehen, schauen wie die Prozesse funktionieren, legt der Konstruktivismus sein Hauptaugenmerk auf die Möglichkeiten wie Sachen und Dinge kognitiv begriffen werden können, bis wohin wir (erkenntnistheoretisch) also distinkte Begrifflichkeiten bilden können.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Hi,

      Nagel behauptet einfach Unerkennbarkeit der Welt an sich, und unterstreicht dieses durch Ablehnung jedes Wissens über den Erkennntisapparat.


      Groot schrieb:

      Der Konstruktivismus geht vom ästhetischen Standpunkt aus.
      Ja, vom Fühlwollen. :)



      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Philzer schrieb:

      Nagel behauptet einfach Unerkennbarkeit der Welt an sich, und unterstreicht dieses durch Ablehnung jedes Wissens über den Erkennntisapparat.
      Ich denke auch, dass das Weltall nicht erkennbar ist. Ich denke aber, dass wir über das Wissen, welches wir wissen können, Gewissheit erlangen können. Das Problem ist, dass der Sinn nicht erkennbar ist - dies umgestellt geht zur Frage Wo wir sind, wenn wir in der Welt sind; wo wir also sind, wenn wir in dem sind, was wir wissen können. Denn dieses Wissen ist nur ein Ausschnitt von dem, was tatsächlich ist. Dies ist so, weil sowohl Raum als auch Zeit unendlich sind und wir nur einen Raumzeitausschnitt sehen - auch wenn dieser gewiss recht detailliert und recht weitläufig ist.

      Philzer schrieb:

      Ja, vom Fühlwollen.
      nein, vom ästhetischen, also von der rein intelligiblen Anschauung.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Hi,

      Groot schrieb:

      Ich denke auch, dass das Weltall nicht erkennbar ist
      Naja, das ist dann in meiner Überarbeiteten 'Grundfrage der Philosophie' das Indiz für Religiösität.

      Groot schrieb:

      ich denke aber, dass wir über das Wissen, welches wir wissen können, Gewissheit erlangen können.
      Ich weiß nicht wo die Grenze sein soll, von Wissen welches wir wissen können?
      Eine Wissensgrenze ist Bedingung von Wissen !
      Diese stand aber bisher noch nie still in der Geschichte der Menschheit.

      Groot schrieb:

      Das Problem ist, dass der Sinn nicht erkennbar ist
      Die Sinnfrage birgt eben den Fehler absoluter Kausalität in sich, also Determiniertheit.

      Groot schrieb:

      dies umgestellt geht zur Frage Wo wir sind, wenn wir in der Welt sind; wo wir also sind, wenn wir in dem sind, was wir wissen können. Denn dieses Wissen ist nur ein Ausschnitt von dem, was tatsächlich ist.
      Mag sein, es ist aber auch der einzig interessierende Ausschnitt. Nämlich der, welcher zur Gestaltung des Lebens notwendig ist.
      Das Nichtverstehen (-wollen) der Tatsache, dass Wissen eben nur Kommunikation (Luhmann) zur Bewältigung des Lebens ist. Dies geht übrigens wunderbar mit der Freiheistdefinition von Spinoza/Hegele/orthod.Marxismus zusammen.
      Wissen ist also gezielte Differenzierung.
      Und also ein absolutes Wissen quasi das gleiche wie absolutes Nichtwissen wäre. :)
      -->> vlt. überlegen wir hier nochmal weiter, und vergleichen bspw. dazu die Nichtdifferenzierbarkeit Millisekunden nach dem Urknall (sofortige Annihilation aller entstehenden Teilchen) mit der Nichtdifferenzierbarkeit im 'leeren Raum'.

      Groot schrieb:

      Dies ist so, weil sowohl Raum als auch Zeit unendlich sind und wir nur einen Raumzeitausschnitt sehen - auch wenn dieser gewiss recht detailliert und recht weitläufig ist.
      Und der schon jetzt größer und weiter ist, als wir es zur Gestaltung unseres Überlebens die nächsten Millionen Jahre brauchen würden! Das heranziehen der Nicht-Wissensgrenze ist nur ein religiöser Vorwand um Opportunismus zu legitimieren.

      Groot schrieb:

      nein, vom ästhetischen, also von der rein intelligiblen Anschauung.
      "Als intelligibel werden Gegenstände bezeichnet, die nur über den Verstand oder Intellekt erfasst werden können, da sie der Sinneswahrnehmung nicht zugänglich sind." (Wiki)

      Naja, hier dreht man sich schnell in seinem eigenen jeweiligen, zum Disputgegner inkompatiblen Begriffskosmos.

      Zuallererst gehört dazu eben eine Analyse des Erkenntnisapparates, den die Wissenschaftler schon teilweise geleistet haben. (Freud; Damasio)
      All das wird von den Religiösen verleugnet, nicht anerkannt, und man setzt dafür nebulöse 'Globalbegriffe', so wie es eben schon immer in religiösen Weltbildern war. Beim religiösen Individuum steht dann Intelligibel und Spirit für das, was eigentlich nichts anderes als die Strebung des 'Es' ist.

      Konstruktivismus verleugnet die Erkennbarkeit der Welt, und schafft damit Legitimation für den eigenen Opportunismus.
      Mehr ist dazu nicht zu sagen. Und dies kann natürlich nicht wissenschaftlich sein, da der persönliche Opportunismus nicht anderes als die Übernahme von Strategien aus dem nichtselbstbewussten Leben ist (Sorglosigkeit bei der Übernutzung der Welt und Prinzip des Stärkeren beim Kampf um Anteile an derselben ) und damit die jeweiligen Bewusstseinsinhalte nicht über eine Menschheit intersubjektivierbar sind.

      Wir werden da nicht zusammenkommen.


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Philzer schrieb:

      Naja, das ist dann in meiner Überarbeiteten 'Grundfrage der Philosophie' das Indiz für Religiösität.
      Nicht eher die Leugnung, dass irgendwas wahrgenommenes gewiss sein könne? Denn das Weltall ist umgreifend, der Begriff beginnt quasi erst dort, wo das Universum zum "nicht-erkennbaren und nicht Messbaren" wird. Davor ist der epistemische Blick gegeben auf die Erde, also auf Stadt, Land, Planet und in die Welt, also in die Gesellschaft, ins Sonnensystem, die Galaxie, die Welt, also im Extrem ins beobachtbare oder messbare Universum.

      Philzer schrieb:

      Ich weiß nicht wo die Grenze sein soll, von Wissen welches wir wissen können?
      Eine Wissensgrenze ist Bedingung von Wissen !
      Diese stand aber bisher noch nie still in der Geschichte der Menschheit.
      Ja, die Wissensgrenze im Sinne von wissenschaftlichem Wissen ist dynamisch. Aber das Denkprinzip ist durch die Gegebenheit von geometrischen Formen und auf Grund der Natur als äußerster Grenze immer schon begrenzt.

      Anders gesagt, die Art wie die Welt verstanden wird ist immer dieselbe. Zwar wächst das Wissen, das man für sich begreifen muss um Gewissheit zu erlangen, aber hat man Gewissheit und hat man die Welt verstanden, dann ist die Art zu denken und die Art und Weise, wie die Sinne affiziert werden und wie Individualität entsteht, immer dieselbe. Es gibt halt ein Denkprinzip, welches vollständig geometrisch ist, auf dem unsere Art der Beschreibung des Kosmos, der Gesellschaft und des Selbst basiert - das kann man nicht beschreiben leider.

      Philzer schrieb:

      Die Sinnfrage birgt eben den Fehler absoluter Kausalität in sich, also Determiniertheit.
      Naja, da wir Sinnwesen sind, fragen wir auch nach der Ursache von Sachen, die uns affizieren. Und da ist die Frage, was der Sinn von Welt ist in meinen Augen durchaus berechtigt.

      Übrigens würde ich Kausalität, also die Einteilung von der Welt in Ursache-Wirkungsketten nicht als Determiniertheit sehen, da ich der Meinung bin, dass wir Kausalität als Anschauungsform haben. Wir legen Kausalität auf die Welt um eine bestimmte Orientierung darüber zu haben, wie deren Ablauf mutmaßlich wieder und weiter passieren wird. Absolute Kausalität ist unmöglich, da wir ja garnicht alles wissen bisher, wie sollten wir da absolute Kausalität auf irgend einen Bereich der Kontingenz oder gar auf die Kontingenz legen können?

      Naja, egal, ich denke der Kausalitätsbegriff schafft enorm viele Missverständnisse. Denn andersrum kann und muss man m.E. annehmen, dass, wenn man keine absolute Ursache für den ganzen Verlauf der Dinge hat, diese Dinge nicht ursächlich passieren, sondern durch Zufall - also kontingenterweise, ohne daraus eine absolute Gesetzmäßigkeit ableiten zu können. Eben deshalb, weil wir diese Gesetzmäßigkeit hineinlegen, indem wir irgendwo beliebig beginnen X als Ursache für Y zu bezeichnen ohne A, die Grundursache zu kennen.

      Philzer schrieb:

      Mag sein, es ist aber auch der einzig interessierende Ausschnitt. Nämlich der, welcher zur Gestaltung des Lebens notwendig ist.
      Das Nichtverstehen (-wollen) der Tatsache, dass Wissen eben nur Kommunikation (Luhmann) zur Bewältigung des Lebens ist. Dies geht übrigens wunderbar mit der Freiheistdefinition von Spinoza/Hegele/orthod.Marxismus zusammen.
      Wissen ist also gezielte Differenzierung.
      Und also ein absolutes Wissen quasi das gleiche wie absolutes Nichtwissen wäre.
      -->> vlt. überlegen wir hier nochmal weiter, und vergleichen bspw. dazu die Nichtdifferenzierbarkeit Millisekunden nach dem Urknall (sofortige Annihilation aller entstehenden Teilchen) mit der Nichtdifferenzierbarkeit im 'leeren Raum'.
      Ja, wissenschaftlich stimmt das mit dem Ausschnitt. Der Mensch kann aber nunmal weiter denken. Er denkt sich da vielleicht in die Irre, aber er kann es nunmal. Deshalb kann man den anderen Bereich nicht einfach ignorieren, denn dann tabuisiert man psychopathologisches als normales Phänomen, ebenso wie den Tod. Und ebenso die Tatsache, dass jeder nach genau diesen Dingen fragt, die gerade nicht im eigtl. interessierenden Ausschnitt liegen.

      Wissen zielt auf etwas, es verweist auf etwas. Es löst sich auf in Geometrie und die Geometrie schwebt als grundlose Ursache von Wissen einfach in der Luft ---> das ist das Grundproblem, wenn man Wissen ansich anschaut.

      Ja, absolutes Wissen über den interessierenden Bereich impliziert absolutes nichtwissen über den Bereich, den man ausklammert. Da bei den meisten jedoch noch nicht absolutes Wissen vorhanden ist, wird hier allzuoft die vorgegundene Mythologie instrumentalisiert.
      Wenn Wissen gezielte Differenzierung ist - was ich durchaus für plausibel halte- worauf zielt Wissen ab?

      wieso ist der Raum leer, wenn er nicht differenzierbar ist? Der Raum kann doch genauso sein wie er jetzt ist, nur dass er nicht beobachtet und erinnert wird, dass also keine bewussten Wesen in ihm existieren.

      Philzer schrieb:

      Und der schon jetzt größer und weiter ist, als wir es zur Gestaltung unseres Überlebens die nächsten Millionen Jahre brauchen würden! Das heranziehen der Nicht-Wissensgrenze ist nur ein religiöser Vorwand um Opportunismus zu legitimieren.
      Ich denke eher, dass es in der Natur des Menschen liegt. Und weil es in der Natur des Menschen liegt, gilt es in meinen Augen, diesen Bereich, wo wirklich wahrlich das wissenschaftliche Wissen nicht mehr wirksam ist - diesen unglaublich winzigen Bereich gilt es exakt zu umgrenzen, sodass die Individuen nicht vorher schon mythologisch werden oder Mathematik und Physik auf irgendeine Weise ineinanderschmeißen.

      Philzer schrieb:

      All das wird von den Religiösen verleugnet, nicht anerkannt, und man setzt dafür nebulöse 'Globalbegriffe', so wie es eben schon immer in religiösen Weltbildern war. Beim religiösen Individuum steht dann Intelligibel und Spirit für das, was eigentlich nichts anderes als die Strebung des 'Es' ist.
      Nein, intelligibel ist der Übergang von Struktur in die Form, von Inhalt ins rein förmliche, von Wissen in die Geometrie. Ja, Spirit ist so ein Esoterikbegriff, der aber gut ist um den Geist aufzusplitten in Spirit und Mind um im Spirit dann im zweiten Schritt, wenn das Gegenüber also diese Unterscheidung mitgegangen ist, die wissenschaftlich erkennbaren Sachen wie Sprache und soziales System, teleologische Elemente im Spirit zu platzieren. Dann kann das Gegenüber von esoterischen Spiritvorstellungen langsam an die Wissenschaft geführt werden und dabei seinen Mind behalten - das fördert gleichzeitig noch eine Möglichkeit die Differenzierung von Es und Über-Ich darzulegen.

      die Globalbegriffe sind nötig, um die Leute einzufangen um ihre eigene Vorstellung auflösen zu können und ihnen die wissenschaftliche Perspektive zu konditionieren. Das passiert dann aber im Idealismus, indem primär die Lehre und Didaktik vorherrscht und weniger die reine Empirie - die ist da dann schon gewiss.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist