"Was ist die Grenze der Schönheit?"

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    • Gibt es ein objektives Rot? Eine Idee von Rot, an der alle ihre rötlichen Farbstreifen als Rot identifizieren? Wie ist es mit Farbenblinden, ist für sie nach "Unkehr-Plato" in der Objektivität nicht nur die Trennwand zwischen dem roten Raum und dem grünen Raum transparent?

      Kant schwimmt ja mE voll im Fahrwasser von Plato in dieser Frage?!

      So sind auch die ästhetische Räume für mich schön transparent. Und alles ästhetische erscheint gut.
      Angst als Behütung als Mittgefühl und Liebe als Freiheit als Selbstliebe. Gut ist die reine Liebe der gute Plan.
    • sammler schrieb:


      "Was ist die Grenze der Schönheit?"
      Ich verstehe die Frage gar nicht. Stell dir vor, ich wär 12 Jahre alt. Kannst es mir mit einfachen Worten und einem klaren Deutsch erklären - ohne jeden Versuch, philosophisch zu klingen?
    • Jörn schrieb:

      Kannst es mir mit einfachen Worten und einem klaren Deutsch erklären - ohne jeden Versuch, philosophisch zu klingen?
      etwas ist so übertrieben hässlich,
      daß es schon wieder schön ist

      in der Musik
      wird Lärm (= etwas hässliches) gezielt eingesetzt,
      um akustisches Wohlgefallen (= etwas schönes) zu erreichen

      Fazit:
      wenn man etwas auf die Spitze (~ Grenze) treibt,
      dann kann daraus ein neues Design (= etwas schönes) entstehen
    • Jörn schrieb:

      Ich verstehe die Frage gar nicht. Stell dir vor, ich wär 12 Jahre alt.
      Man könnte es vielleicht als die Grenzen der Kunst, Schönheit darzustellen, auffassen. Oder, wie Lessing, als die Grenzen von Malerei und Poesie:

      Lessing schrieb:

      Der erste, welcher die Malerei und Poesie miteinander verglich, war ein Mann von feinem Gefühle, der von beiden Künsten eine ähnliche Wirkung auf sich verspürte. Beide, empfand er, stellen uns abwesende Dinge als gegenwärtig, den Schein als Wirklichkeit vor; beide täuschen, und beider Täuschung gefällt.
      Ein zweiter suchte in das Innere dieses Gefallens einzudringen, und entdeckte, daß es bei beiden aus einerlei Quelle fließe. Die Schönheit, deren Begriff wir zuerst von körperlichen Gegenständen abziehen, hat allgemeine Regeln, die sich auf mehrere Dinge anwenden lassen; auf Handlungen, auf Gedanken, sowohl als auf Formen.
      Ein dritter, welcher über den Wert und über die Verteilung dieser allgemeinen Regeln nachdachte, bemerkte, daß einige mehr in der Malerei, andere mehr in der Poesie herrschten; daß also bei diesen die Poesie der Malerei, bei jenen die Malerei der Poesie mit Erläuterungen und Beispielen aushelfen könne.
      Das erste war der Liebhaber; das zweite der Philosoph; das dritte der Kunstrichter.
      Wenn für die Schönheit allgemeine Regeln gelten, so könnte man die Bereiche, an denen diese Regeln verletzt werden - Schönheit nicht mehr zustande kommen kann - deren Grenzen nennen. Ist ein altmodischer Gedanke, den ich selbst nicht in Gänze gelten lassen würde, aber nicht ohne Reiz.

      Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es. (Bertrand Russell)
      Any philosophy that can be put in a nutshell belongs in one. (Hilary Putnam)
    • Wenn ihr etwas leuchten seht, wie das Licht einer hübschen Kindelaterne oder auch eines Kürbisgeistes mit blutroten und schwarzen "Mosaiken", die Transparenz! ist dann das Licht als die Farbbereiche, - die quasi von außen als "Licht-Mosaik" unterschiedliche ästhetische Empfindungen auslösen - nicht begrenzt und fällt was das Licht ist, die Transparenz! - von außen das „Ästhetische" - dann als das Ästhetische durch die Urteilskraft von außen - quasi durch die unterschiedlichen Perspektiven von außen - auf das Licht im Innern die Transparenz nicht unterschiedlich aus und ohne Urteilskraft - also quasi ohne unterschiedliche Perspektiven von außen! – auf das Ästhetische von außen! – ist es nicht einfach ein schönes Licht, eine schöne Transparenz als Bereich aller Bereiche? Das im Licht sein, in der Transparenz sein nach Plato selbst wäre aber im "Guten" sein - als Einsicht haben in alle möglichen ästhetischen Empfindungen von innen auf das Sein aus Transparenz aus Licht aus reiner Liebe. Die Transparenz alle individuellen Gesichter als Einzelmosaike die strahlen aus reinem Gewahrsein in ihrer Schönheit. Die Gesichter sind von außen die Mosaike der Ästhetik des Seins die strahlen in Ästhetik.

      Sprichwort: Sagt man nicht Schönheit kommt von innen?

      Das ist das immer junge Bewusstsein das so strahlt!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von sammler ()

    • sammler schrieb:

      Sprichwort: Sagt man nicht Schönheit kommt von innen?
      Ein Wesen hinter "blutverschmiertem Gesicht" erzeugt Mitgefühl und eines hinter "lächelndem Gesicht" erzeugt Liebe. Das eine der Gesichter ist ästhetisch abstoßend und das andere ästhetisch einnehmend. Mitgefühl und Liebe kann man nur empfinden wenn man unbewusst ahnt: Schönheit kommt von Innen.
      Und wenn man unbewusst ahnt aus was Schönheit kommt ist gut (nach Plato das Gute).
    • sammler schrieb:

      Sprichwort: Sagt man nicht Schönheit kommt von innen?

      Das ist das immer junge Bewusstsein das so strahlt!
      (Der Körper ist immer alternd.)

      Durch die reine Liebe als Möglichkeitszustand im Reich der Himmel sieht man das Gute von innen nämlich die Unterschiedlichkeit inmitten der Harmonisierung aller durch sie selbst und durch sie als die Liebe, Selbstliebe und als Behütung, Mitgefühl als Gemütszustand sieht man das Schöne von außen nämlich das individuelle eigene und fremde stets junge Bewusstsein inmitten der Vergänglichkeit der Natur.

      Denn die reine Liebe schafft reine Transparenz ihrer Selbst. Reine Transparenz ihrer Selbst ist ihre Essenz.
    • sammler schrieb:

      Burkart schrieb:

      WIe willst du etwas Subjektives begrenzen? Das dürfte kaum gehen.
      Ist das Blau begrenzt?
      Sicher. Oder ist das Rot etwa im Bereich des Blauen?

      Doch nicht! Aber das Urteil darüber was das Blau ist kann im ästhtischen Empfinden unterschiedlich ausfallen.
      Die Grenzen des Blauen mögen unscharf sein, aber sehr viel ist offensichtlich nicht blau. Das kann man vom (Nicht-)Schönen nicht einfach sagen, oder?

      Danke Burhart. Du hast mir als sammler das ästhetische Empfinden für Farben noch schmackhafter gemacht!
      Bitte sehr.
      Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Folgerung: Philosophie, die den Menschen ignoriert, macht einen Fehler.
    • An Dich Burkart,

      "Blau" sehe ich als nicht abhängig von Raum und Zeit. "Blau" sehe ich als Möglichkeit des blauen. "Möglichkeit vs. Wirklichkeit ist eine eigenständige philosophische Fragestellung!".
      Die Grenzen des "Blauen" gibt es nicht mE. Nur was auf Farbstreifen blau erscheint.
      Das Schöne ist reine Transparenz für mich. Das Ästhetische (als das Begehrliche und Nichtbegehrliche) ist mE "Hervorhebung und Zurückstellung" wo die Urteilskraft jedes Individuums zum Beispiel hier die von ihr begrenzte Farbe "hervorhebt" und die anderen "zurückstellt".

      "Blau" liegt wie der Begriff "Rotwein", wenn man tiefer ins Glas schaut "nur noch und zugleich immer noch" auf der "Zunge" der Urteilskraft weder ist er unbekannt noch definiert.
    • Fundstück: "Es ist noch niemandem gelungen, plausible nicht-ästhetische Bedingungen,
      also Beweise, für Geschmacksurteile zu finden." (Kant)

      Ich kenne nicht den Zusammenhang des Zitates. Ich meine, das, wonach Kant fragt, kann auch nicht gelingen, weil man das Schöne nicht findet, indem man ihm den Rücken kehrt, so wie man das Gute nicht außerhalb der Bereiche findet, die uns etwas angehen - mit dem Teilchenbeschleuniger kann man sie nicht sichtbar machen :)
    • Hallo Sammler,

      ein VW mag auch eine Möglichkeit eines Volkswagen sein, trotzdem ist es nie ein BMW. Also gibt es Grenzen, zumindest in bestimmten DImensionen. Oder etwa nicht?
      Keine Grenze erscheint mir als reine philosophische Phantasie bzw. Schwärmerei.
      Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Folgerung: Philosophie, die den Menschen ignoriert, macht einen Fehler.
    • Jörn schrieb:

      Fundstück: "Es ist noch niemandem gelungen, plausible nicht-ästhetische Bedingungen,
      also Beweise, für Geschmacksurteile zu finden." (Kant)

      Ich kenne nicht den Zusammenhang des Zitates. Ich meine, das, wonach Kant fragt, kann auch nicht gelingen, weil man das Schöne nicht findet, indem man ihm den Rücken kehrt, so wie man das Gute nicht außerhalb der Bereiche findet, die uns etwas angehen - mit dem Teilchenbeschleuniger kann man sie nicht sichtbar machen :)
      Mit dem Teilchenbeschleuniger wohl nicht.. mit der Neurologie aber vielleicht schon. Zumindest in einigen Aspekten.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.