Kunst, Philosophie oder Ekstase?

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    • Kunst, Philosophie oder Ekstase?

      Das Stück „Tragédie“ nehme ich als Einheit dramatischer Klänge und menschlicher Bewegungen wahr, die sich in ihrer exklusiven Offenheit, Ehrlichkeit und einer Entwaffnung einer tragischen Heuchelei und an den Realitäten dieser brutalen Welt orientiert, die sinnlich wieder zusammenführen darstellen will, was uns alle direkt oder indirekt bewegt. Ängste, Instinkte, Gier, Lust und Zweifel.
      Nicht ausschließlich „schön“. Auch entblößt, ent-heuchelt, brutal. Tierisch. Aber auch als Mensch. Als Wesen, in Wahrheit seelisch frei und unantastbar. Und kreativ.
      Die Ambivalenz der menschlichen Seele und deren Folgen. Die Musik dazu, mehr Klänge als Partitur, empfinde ich als sensationell. Die Darstellung der Künstler, der Tänzer ebenso, pure Energie. Tragödie.

      Olivier Dubois - Tragédie

      youtube.com/watch?v=EEhgBBAahAQ
    • idea schrieb:

      Das hast du in schöne Worte gekleidet :)

      Ich würde es die Dramatik der Nacktheit nennen, es wirkt auf mich eher befremdend und belastend als aufrüttelnd.Tragödie - nein, es ist einfach eine Inszenierung.
      Die Nacktheit steht nur scheinbar im Vordergrund, die energiegeladenen Bewegungen verstärken diesen Eindruck, die den Zuschauer provozieren sollen. Es ist das Ungewöhnliche der Nacktheit als Darstellungsform, die den überraschten Zuschauer höhere Aufmerksamkeit erreichen lassen soll. Ich sehe in den Bildern weniger lustvolle, als qualvolle Szenen, die Qual des lebendigen Leibes. Die Musik erhöht die Dramatik des Balletts und läßt die Inszenierung als Tragödie verstehen.
      So verstehe ich das Stück.
    • Hm, ich habe nicht das ganze Viedeo gesehen, aber mir kommt vor, dass Gewalt im Vordergrund steht - Gewalt gegen sich und andere - wie sollte Gewalt sonst enden als in einer Tragödie- eine Spirale die sich nach unten bewegt und alles mit sich zieht. Vielleicht könnte man auch von der Ästhetik des Bösen reden..Lust kann durchaus auch qualvoll sein...
    • Haendisch schrieb:

      Das Stück „Tragédie“ nehme ich als Einheit dramatischer Klänge und menschlicher Bewegungen wahr, die sich in ihrer exklusiven Offenheit, Ehrlichkeit und einer Entwaffnung einer tragischen Heuchelei und an den Realitäten dieser brutalen Welt orientiert, die sinnlich wieder zusammenführen darstellen will, was uns alle direkt oder indirekt bewegt. Ängste, Instinkte, Gier, Lust und Zweifel.
      Nicht ausschließlich „schön“. Auch entblößt, ent-heuchelt, brutal. Tierisch. Aber auch als Mensch. Als Wesen, in Wahrheit seelisch frei und unantastbar. Und kreativ.
      Die Ambivalenz der menschlichen Seele und deren Folgen. Die Musik dazu, mehr Klänge als Partitur, empfinde ich als sensationell. Die Darstellung der Künstler, der Tänzer ebenso, pure Energie. Tragödie.

      Olivier Dubois - Tragédie

      youtube.com/watch?v=EEhgBBAahAQ
      Ich empfinde diese Inszenierung anders. Nach dem Motto: Muss das sein? Schwitzende Menschenmassen, wo ich darauf wartete, dass ein Doc in weißem Kittelchen mit Beruhigungsspritzen kommt. ^^
      Nein, im Ernst: Es berührt mich nicht. Es erzeugt in mir keinerlei Emotionen. Ich bin auf der anderen Seite auch gar nicht bereit, mir was dabei zu denken. Eine Interpretation zu erbringen der Art: Was hat sich der Künstler dabei gedacht, die Tanztruppe so agieren zu lassen...
      Ich denke, er hat sich "Aufmerksamkeit erzeugen" zum Wunsche gemacht. Und darüber nachgesonnen, was diese am meisten erbringen würde. Was kommt immer an: Sex, Nacktheit...Provokation.
      Weniger ist manchmal mehr. In dem Falle weniger Nacktheit. Damit das erotisierende Moment auch Einzug halten kann.
      Mich überzeugt diese "Kunst" überhaupt nicht!
      Zu allem Handeln gehört Vergessen, wie zum Leben alles Organischen nicht nur Licht, sondern auch Dunkel gehört. Nietzsche
    • Diana schrieb:

      Haendisch schrieb:

      Das Stück „Tragédie“ nehme ich als Einheit dramatischer Klänge und menschlicher Bewegungen wahr, die sich in ihrer exklusiven Offenheit, Ehrlichkeit und einer Entwaffnung einer tragischen Heuchelei und an den Realitäten dieser brutalen Welt orientiert, die sinnlich wieder zusammenführen darstellen will, was uns alle direkt oder indirekt bewegt. Ängste, Instinkte, Gier, Lust und Zweifel.
      Nicht ausschließlich „schön“. Auch entblößt, ent-heuchelt, brutal. Tierisch. Aber auch als Mensch. Als Wesen, in Wahrheit seelisch frei und unantastbar. Und kreativ.
      Die Ambivalenz der menschlichen Seele und deren Folgen. Die Musik dazu, mehr Klänge als Partitur, empfinde ich als sensationell. Die Darstellung der Künstler, der Tänzer ebenso, pure Energie. Tragödie.

      Olivier Dubois - Tragédie

      youtube.com/watch?v=EEhgBBAahAQ
      Ich empfinde diese Inszenierung anders. Nach dem Motto: Muss das sein? Schwitzende Menschenmassen, wo ich darauf wartete, dass ein Doc in weißem Kittelchen mit Beruhigungsspritzen kommt. ^^ Nein, im Ernst: Es berührt mich nicht. Es erzeugt in mir keinerlei Emotionen. Ich bin auf der anderen Seite auch gar nicht bereit, mir was dabei zu denken. Eine Interpretation zu erbringen der Art: Was hat sich der Künstler dabei gedacht, die Tanztruppe so agieren zu lassen...
      Ich denke, er hat sich "Aufmerksamkeit erzeugen" zum Wunsche gemacht. Und darüber nachgesonnen, was diese am meisten erbringen würde. Was kommt immer an: Sex, Nacktheit...Provokation.
      Weniger ist manchmal mehr. In dem Falle weniger Nacktheit. Damit das erotisierende Moment auch Einzug halten kann.
      Mich überzeugt diese "Kunst" überhaupt nicht!
      Hm, das was du darstellst ist eher die Frage des Geschmacks, aber Kunst zielt nicht immer auf guten oder schlechten Geschmack ab, sondern will meist etwas aussagen oder provozieren und zum Denken anregen. Ich habe schon gelernt etwas zu hinterfragen und einen möglichen dahinterstehenden Sinn zu entdecken. Natürlich gibt es stupide Darstellungen die keiner besonderen Beachtung wert sind, obige Darstellung zeugt durchaus von einer Ästhetik und einer Dramatik. :)
    • "Kunst" sowie "Schönheit" liegt immer im Auge des Betrachters.
      Und selbstverständlich will ein "Künstler" etwas aussagen. Und sei es, um mal ein Faust-Zitat anzubringen: "In deinem Nichts hoff ich das All zu finden..." Die Intention der Zuschauer vor Bildern, "Kunstwerken", all solchen Dingen, die den Anspruch darauf erheben...
      "Des Kaisers neue Kleider..." Aber er hat ja gar nichts an. :LtD:
      Ich finde es auf jeden Fall ungemein erheiternd, wie "tief ergriffenes" Publikum in einer Ausstellung vor einem "swchwarzen Punkt auf weißem Grund - oder so was ^^ steht und sich dann erklären lässt, dass darin "der Sinn des Lebens" dargestellt wird. Jetzt mal ganz überzogen und ironisierend ausgedrückt. Und wenn dann noch die Leute beifallnickend diese "Kunst" verstanden haben - na ja. Ist wohl nicht jedem gegeben. Bei solchen Fällen - mir nicht! :D
      Und - glauben Sie mir - ich besitze viel Fantasie.
      Zu allem Handeln gehört Vergessen, wie zum Leben alles Organischen nicht nur Licht, sondern auch Dunkel gehört. Nietzsche
    • Diana schrieb:

      "Kunst" sowie "Schönheit" liegt immer im Auge des Betrachters.
      die Musik im Nackttanzvideo passt nicht zum nackten Körper

      diese Art von Musik passt zu Großstadtdschungelfilmen,
      in welchen die Umwelt lebensfeindlich
      und die Menschen entfremdet
      sind

      gemeinschaftliches Entkleiden
      ist dagegen eine Methode,
      die Entfremdung aufzuheben
      und seine Umwelt wahrzunehmen

      ps

      PERICHORESE
    • Diana schrieb:

      Haendisch schrieb:

      Das Stück „Tragédie“ nehme ich als Einheit dramatischer Klänge und menschlicher Bewegungen wahr, die sich in ihrer exklusiven Offenheit, Ehrlichkeit und einer Entwaffnung einer tragischen Heuchelei und an den Realitäten dieser brutalen Welt orientiert, die sinnlich wieder zusammenführen darstellen will, was uns alle direkt oder indirekt bewegt. Ängste, Instinkte, Gier, Lust und Zweifel.
      Nicht ausschließlich „schön“. Auch entblößt, ent-heuchelt, brutal. Tierisch. Aber auch als Mensch. Als Wesen, in Wahrheit seelisch frei und unantastbar. Und kreativ.
      Die Ambivalenz der menschlichen Seele und deren Folgen. Die Musik dazu, mehr Klänge als Partitur, empfinde ich als sensationell. Die Darstellung der Künstler, der Tänzer ebenso, pure Energie. Tragödie.

      Olivier Dubois - Tragédie

      youtube.com/watch?v=EEhgBBAahAQ
      Ich empfinde diese Inszenierung anders. Nach dem Motto: Muss das sein? Schwitzende Menschenmassen, wo ich darauf wartete, dass ein Doc in weißem Kittelchen mit Beruhigungsspritzen kommt. ^^ Nein, im Ernst: Es berührt mich nicht. Es erzeugt in mir keinerlei Emotionen. Ich bin auf der anderen Seite auch gar nicht bereit, mir was dabei zu denken. Eine Interpretation zu erbringen der Art: Was hat sich der Künstler dabei gedacht, die Tanztruppe so agieren zu lassen...
      Ich denke, er hat sich "Aufmerksamkeit erzeugen" zum Wunsche gemacht. Und darüber nachgesonnen, was diese am meisten erbringen würde. Was kommt immer an: Sex, Nacktheit...Provokation.
      Weniger ist manchmal mehr. In dem Falle weniger Nacktheit. Damit das erotisierende Moment auch Einzug halten kann.
      Mich überzeugt diese "Kunst" überhaupt nicht!
      Ich glaube dagegen, dass wir lediglich eigene Emotionen, unvertraut mit einer solchen Nacktheit überfordert, eine künstlerisch gewollt provokante Inszenierung in natürlicher Darstellung, so sie uns nicht zusagt, zu unterdrücken neigen wie aus einem Reflex heraus?
    • Haendisch schrieb:

      Diese Musik ist großartig,
      dieselbe Art von Musik wurde bereits in dem Film Doktor M (von Chabrol) verwendet,
      um genau das auszudrücken,
      was Du sehr schön beschreibst

      Haendisch schrieb:

      Der gelebte Wahnsinn, die übersteigerte Schnelllebigkeit, der überstürzte Aktivismus, der Fetisch des Kapitals, der die Menschen in den Irrsinn treibt und sie alle zappeln lässt. Die ausgefallenen Kommunikation, die Ekstase an den Börsenmärkten, den sichbar gemachten, nackten puren Menschen-Zappel-Apparat versinnbildlicht diese Inszenierung.

      von 39:33 an
    • Haendisch schrieb:

      Diana schrieb:

      Haendisch schrieb:

      Das Stück „Tragédie“ nehme ich als Einheit dramatischer Klänge und menschlicher Bewegungen wahr, die sich in ihrer exklusiven Offenheit, Ehrlichkeit und einer Entwaffnung einer tragischen Heuchelei und an den Realitäten dieser brutalen Welt orientiert, die sinnlich wieder zusammenführen darstellen will, was uns alle direkt oder indirekt bewegt. Ängste, Instinkte, Gier, Lust und Zweifel.
      Nicht ausschließlich „schön“. Auch entblößt, ent-heuchelt, brutal. Tierisch. Aber auch als Mensch. Als Wesen, in Wahrheit seelisch frei und unantastbar. Und kreativ.
      Die Ambivalenz der menschlichen Seele und deren Folgen. Die Musik dazu, mehr Klänge als Partitur, empfinde ich als sensationell. Die Darstellung der Künstler, der Tänzer ebenso, pure Energie. Tragödie.

      Olivier Dubois - Tragédie

      youtube.com/watch?v=EEhgBBAahAQ
      Ich empfinde diese Inszenierung anders. Nach dem Motto: Muss das sein? Schwitzende Menschenmassen, wo ich darauf wartete, dass ein Doc in weißem Kittelchen mit Beruhigungsspritzen kommt. ^^ Nein, im Ernst: Es berührt mich nicht. Es erzeugt in mir keinerlei Emotionen. Ich bin auf der anderen Seite auch gar nicht bereit, mir was dabei zu denken. Eine Interpretation zu erbringen der Art: Was hat sich der Künstler dabei gedacht, die Tanztruppe so agieren zu lassen...Ich denke, er hat sich "Aufmerksamkeit erzeugen" zum Wunsche gemacht. Und darüber nachgesonnen, was diese am meisten erbringen würde. Was kommt immer an: Sex, Nacktheit...Provokation.
      Weniger ist manchmal mehr. In dem Falle weniger Nacktheit. Damit das erotisierende Moment auch Einzug halten kann.
      Mich überzeugt diese "Kunst" überhaupt nicht!
      Ich glaube dagegen, dass wir lediglich eigene Emotionen, unvertraut mit einer solchen Nacktheit überfordert, eine künstlerisch gewollt provokante Inszenierung in natürlicher Darstellung, so sie uns nicht zusagt, zu unterdrücken neigen wie aus einem Reflex heraus?
      Das mag bei einigen durchaus der Fall sein. Jedoch kann ich nur von mir sprechen, da mich "Nacktheit" nicht überfordert. Aber: Ich brauche sie nicht als künstlerisches Ausdrucksmedium, um dadurch etwas zu insistieren suchen. Es ist dann eben oftmals nur Provokation, gezielte, um Aufmerksamkeit zu erheischen. Besondere "Kunst" wird dem Protagonisten nicht abgefordert, er/sie muss einfach nur nackt sein. "Er selbst" Reingeschmissen in diese Welt...
      Ach, ich kann ganz viel hierbei reininterpretieren, das ist nicht das Problem.
      Aber frenetischen Beifall für einen hohen künstlerischen Anspruch kann dieses "Machwerk" aus - sorry - "Dödeln und Möpsen" ;-)))) von mir nicht erwarten. :LtD:
      Zu allem Handeln gehört Vergessen, wie zum Leben alles Organischen nicht nur Licht, sondern auch Dunkel gehört. Nietzsche