Figals Skizze einer realistischen Phänomenologie

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    • Figals Skizze einer realistischen Phänomenologie

      Günter Figal, Ex-Heideggerkenner aus Freiburg, beschäftigt sich in der neuen Ausgabe von Information Philosophie (Nr. 1, März 2016, S. 8-17; unter dem Titel "Gibt es wirklich etwas draußen?") mit der Attacke von Quentin Meillassoux auf die Phänomenologie. Dabei geht es um "die phänomenologische Überzeugung, dass Entitäten in Korrelation mit ihrer Erfahrung verstanden werden müssen". Diese Überzeugung werde von Meillassoux "als subjektivistisch zurückgewiesen mit dem Argument, das Objektive werde derart allein in seinem subjektiven Erscheinen bedacht" (S. 7). In seinem Essay, den Figal als "Skizze einer realistischen Phänomenologie" bezeichnet, geht es über weite Strecken um Husserls Auffassungen, wobei Figal eigene Überlegungen anschließt. Zuletzt findet Figal zu der Formulierung: "Subjektives Erscheinen und objektiv Erscheinendes sind beide Möglichkeiten des Raums" (S. 16-17).

      Was ist von Figals Darlegungen zu halten?
      Kurt Tucholsky: "Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht". — Werner Weber: "Ihre Sprache dient nicht der Darstellung, sondern der Vorstellung". — Heinrich Heine: "Sie tr(i)nken heimlich Wein und predig()en öffentlich Wasser". — Thomas Bernhard: "Ab und zu hat der Denkende die Pflicht, in das Weltgeschehen einzugreifen".
    • Fliege schrieb:

      Subjektives Erscheinen und objektiv Erscheinendes sind beide Möglichkeiten des Raums"
      das klingt zwar logisch,
      (wenn es schon die beiden Wiewörter objektiv und subjektiv gibt, dann bitte auch als Wiewörter für den Raum)
      ist es aber nicht,
      denn der Raum umfasst
      die Geometrie, die Umwelt, das Wesen und die Natur

      nur bei der Natur machen die beiden Wieworte Sinn
      (daher auch die gebräuchliche Bezeichnung 'Naturwissenschaft' für objektive Erkenntnis)
    • Der Textanfang auf S. 8 und die Hälfte von S. 9 stehen online zur Verfügung - falls sich jemand für den Text interessiert oder eventuell erwärmen möchte.
      Kurt Tucholsky: "Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht". — Werner Weber: "Ihre Sprache dient nicht der Darstellung, sondern der Vorstellung". — Heinrich Heine: "Sie tr(i)nken heimlich Wein und predig()en öffentlich Wasser". — Thomas Bernhard: "Ab und zu hat der Denkende die Pflicht, in das Weltgeschehen einzugreifen".
    • Fliege schrieb:

      falls sich jemand für den Text interessiert
      die Strategie besteht darin,
      ein aktuelle These mit einer alten These in Verbindung zus etzen,
      um dann über den alten Philosophen (Husserl) reden
      und dabei das eigentliche Problem aus den Augen verlieren
      zu können

      das eigentliche Problem ist,
      daß,
      wenn jemand was sagt oder denkt,
      dieses automatisch nicht unabhängig (objektiv) von ihm sein kann

      darüber zu reden, macht keinen Sinn
      man kann sich nur überlegen,
      wie man damit umgeht

      ich zum Beispiel sammle die Möglichkeiten
      und komme dann immer auf eine Tabelle mit vier Zeilen

      warum das bei mir so ist
      und warum das auch in der mir bekannten Sprache so ist,
      entzieht sich meiner Kenntnis

      ich kann nur sagen,
      daß es falsch wäre,
      es anders zu machen

      und damit sind wir wieder beim verlinkten Text

      Quentin Meillassoux behauptet, ohne zu liefern

      dem Autoren Günther Figal ist das aber (zunächst?) nicht aufgefallen,
      sondern er tappt in die Falle

      Es ist nicht schwierig, Meillassouxs Verdacht zu bekräftigen.
      nein,
      es ist ganz einfach,
      diesen zu widerlegen


      wenn jemand was sagt oder denkt,
      kann dieses Gesagte oder Gedachte nicht unabhängig (objektiv) von ihm sein

      darüber zu reden, macht keinen Sinn
      man kann sich nur überlegen,
      wie man damit umgeht

      bspw. könnte man verschiedene Denkebenen unterscheiden
      (unterbewusst, vorbewusst, bewusst)
      und sich überlegen,
      welche Wahrheit sich für jede dieser Denkebenen ergibt

      und all die zentralen Worte, die zur Beschreibung dieser bestimmten Denkebene nötig sind,
      könnte man dann sammeln und (tabellarisch) auflisten

      davon habe ich aber im Textauszug nichts gelesen
    • Deine Auffassung entspricht der Husserls und der anderer Korrelationisten. Du bist Antirealist. Das ist bekannt.
      Kurt Tucholsky: "Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht". — Werner Weber: "Ihre Sprache dient nicht der Darstellung, sondern der Vorstellung". — Heinrich Heine: "Sie tr(i)nken heimlich Wein und predig()en öffentlich Wasser". — Thomas Bernhard: "Ab und zu hat der Denkende die Pflicht, in das Weltgeschehen einzugreifen".
    • Figal rekapituliert Husserls Auffassung von Phänomenologie (S. 8; auch im Auszug auf IP-Internetseite): "Als Erscheinen von etwas Realem wiederum sind die Phänomene in ihrer Immanenz 'transzendent'. Wie Husserl in den Cartesianischen Meditationen betont, sei die 'Transzendenz in jeder Form [...] ein immanenter, innerhalb des ego sich konstituierender Seinscharakter' ([Husserliana, Band 1, 1963, S. 117]). Demnach ist die Realität des Transzendenten für Husserl in der Tat eine subjektive Realität im Sinne von Meillassoux' Kritik." Dagegen wendet sich Figal mit Meillassoux gegen Husserl (S. 9; IP-Auszug): "und was dies angeht, trifft Meillassoux das Wesentliche, es ist problematisch die Transzendenz auf ihre subjektive Bedeutung und so auf etwas Immanentes zu reduzieren. Immanente Transzendenz ist überhaupt keine Transzendenz, und so ist es auch im Hinblick auf die Realität, wenn die Realität transzendent ist. Wahrhafte Realität geht in der Subjektivität ihrer Erfahrung nicht auf."

      Während Husserl dazu tendiert, Erscheinung und Erscheinendes verkürzend zu identifizieren, meint Figal im Gegenzug (S. 10): "Die Erfahrung lebt aus der Differenz von Erscheinung und Erscheinendem; in dieser hat die Erscheinung ihre Wirklichkeit, in ihr hat das Erscheinende seine Realität."
      Kurt Tucholsky: "Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht". — Werner Weber: "Ihre Sprache dient nicht der Darstellung, sondern der Vorstellung". — Heinrich Heine: "Sie tr(i)nken heimlich Wein und predig()en öffentlich Wasser". — Thomas Bernhard: "Ab und zu hat der Denkende die Pflicht, in das Weltgeschehen einzugreifen".
    • scilla schrieb:

      das eigentliche Problem ist,
      daß,
      wenn jemand was sagt oder denkt,
      dieses automatisch nicht unabhängig (objektiv) von ihm sein kann
      Du meinst das Gesagte oder Gedachte, also zB. jemand redet über einen Baum? Dann kann der Baum nicht unabhängig vom Subjekt sein und deswegen wäre der Realismus, bzw. die Objektivität des Baums widerlegt?

      Unter der Realismusannahme wäre das ein use-mention-error und keine Widerlegung. Man muss also den Realismus von vorneherein bereits ablehnen, damit diese o.g. Auffassung korrekt ist. Insofern ist das ein Zirkelschluss.
    • future06 schrieb:

      Dann kann der Baum nicht unabhängig vom Subjekt sein und deswegen wäre der Realismus,
      ich meine die Aussage 'Baum'

      wenn ich mit Dir rede,
      dann höre/lese ich von Dir Worte

      und diese Worte sind nicht unabhängig von Subjekt,
      bpsw. von Dir oder mir,
      welches die Worte gesprochen hat

      wenn es regnet,
      und jemand sagt,
      daß es regnet,
      dann ist dennoch ein Stück Subjekt in der Aussage 'es regnet'

      es macht also gar keinen Sinn,
      über etwas zu reden
      und von diesem Gesagten anzunehmen,
      daß es nicht subjektiv sei

      es macht gar keinen Sinn,
      nach etwas zu suchen,
      was nicht subjektiv ist

      das, was man machen kann,
      IST, die (subjektiven) Aussagen und ihre (subjektiven) Begründungen zu sammeln
      und daraus eine Wissenschaft zu basteln

      und in dieser Wissenschaft kann man dann verschiedene Seins-Zustände ... unterscheiden
      und benennen

      die Worte 'subjektiv', 'objektiv'... bekommen erst dadurch ihren Sinn

      zu tun, also ob man über seinen subjektiven Schatten springen könne,
      ist unredlich
    • scilla schrieb:

      [...] und diese Worte sind nicht unabhängig von Subjekt [...] es macht also gar keinen Sinn, über etwas zu reden
      und von diesem Gesagten anzunehmen, daß es nicht subjektiv sei [...]
      Genau das ist der Use-Mention-Error (Use blau, Mention rot, Error grün) :)
      Kurt Tucholsky: "Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht". — Werner Weber: "Ihre Sprache dient nicht der Darstellung, sondern der Vorstellung". — Heinrich Heine: "Sie tr(i)nken heimlich Wein und predig()en öffentlich Wasser". — Thomas Bernhard: "Ab und zu hat der Denkende die Pflicht, in das Weltgeschehen einzugreifen".
    • Bei sowas geht es ja auch nicht um den blöden Baum, sondern darum, dass die Strukturen, die dem Baum zu Grunde liegen in erster Linie einer Struktur nachempfunden sind. Wir erkennen also nicht die direkte Struktur, nicht tatsächliche Muster in denen die Moleküle, die Atome und insbesondere die Quantenebene direkt beschrieben wird. Was wir erkennen ist ein Baum, etwas von dem wir nichts sagen können, ausser dass, was unsere unmittelbaren Sinneseindrücke erkennen. Alles, was wir dann in diesen Baum und dessen Struktur legen, alle Erkenntnisse bzgl. seiner Struktur, seiner Bestandteile, seines biologischen Kreislauf sind alles immer nur Beobachtungen, die zuerst durch unsere Kognition gewandert sind. Innerhalb dieser Kognition legen wir nun Strukturen und Muster, die wir, durch unsere Art zu Denken und Wahrzunehmen, für plausibel befinden "in" den Baum bzw. auf dessen grundlegende Beschaffenheit.

      Wir erkennen also, wenn man das verallgemeinert in jedem zusammenhängenden Erklärungsmodell zwei Dinge:

      1. natürlich die oberflächliche Struktur, die innerhalb des Mesokosmos, also unserer alltäglichen, gewohnten Struktur diesen Baum beschreibt. Dies ist jedoch nur eine Beschreibung, die, dadurch, dass wir die Welt nur für-sich, also nur aus unserer Warte erfassen, eben nicht die grundlegende Beschaffenheit beschreibt. (Allgemein gesagt, wir können das "Wie?" erfassen und ebenso das "Was?" der Einzelphänomene, wir können aber nie den Grund, nie das tatsächliche "Warum?" erfassen)

      2. wenn wir nun auf die Ebene gehen, in der es feinstofflich, gasförmig, gequantelt, rein Modellhaft wird, dann erkennen wir auf dieser Ebene, auf Grund dessen, dass wir in der Lage sind mehrere oberflächliche Strukturen und Beschaffenheiten zu synthetisieren, zu verallgemeinern, Einzelfälle zu abstrahieren, dass sich der rein phänomenalen, rein materiellen Einsicht eine weitere, tiefliegerende Gesamtstruktur verbirgt. In dieser sind die Einzelphänomene gebündelt und ergeben hier eine Gesamtheit, eine Form, eine Art Urbild. Und wir können dann erkennen, dass die Modelle(nicht die konkreten Messungen!) sich in erster Linie aus dieser Form speißen, die sich am ehesten in der sprachlichen Ebene Dingfest machen lässt.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Groot schrieb:

      Bei sowas geht es ja auch nicht um den blöden Baum, sondern darum, dass die Strukturen, die dem Baum zu Grunde liegen in erster Linie einer Struktur nachempfunden sind. Wir erkennen also nicht die direkte Struktur, nicht tatsächliche Muster in denen die Moleküle, die Atome und insbesondere die Quantenebene direkt beschrieben wird. Was wir erkennen ist ein Baum, etwas von dem wir nichts sagen können, ausser dass, was unsere unmittelbaren Sinneseindrücke erkennen. Alles, was wir dann in diesen Baum und dessen Struktur legen, alle Erkenntnisse bzgl. seiner Struktur, seiner Bestandteile, seines biologischen Kreislauf sind alles immer nur Beobachtungen, die zuerst durch unsere Kognition gewandert sind. Innerhalb dieser Kognition legen wir nun Strukturen und Muster, die wir, durch unsere Art zu Denken und Wahrzunehmen, für plausibel befinden "in" den Baum bzw. auf dessen grundlegende Beschaffenheit.

      Wir erkennen also, wenn man das verallgemeinert in jedem zusammenhängenden Erklärungsmodell zwei Dinge:

      1. natürlich die oberflächliche Struktur, die innerhalb des Mesokosmos, also unserer alltäglichen, gewohnten Struktur diesen Baum beschreibt. Dies ist jedoch nur eine Beschreibung, die, dadurch, dass wir die Welt nur für-sich, also nur aus unserer Warte erfassen, eben nicht die grundlegende Beschaffenheit beschreibt. (Allgemein gesagt, wir können das "Wie?" erfassen und ebenso das "Was?" der Einzelphänomene, wir können aber nie den Grund, nie das tatsächliche "Warum?" erfassen)

      2. wenn wir nun auf die Ebene gehen, in der es feinstofflich, gasförmig, gequantelt, rein Modellhaft wird, dann erkennen wir auf dieser Ebene, auf Grund dessen, dass wir in der Lage sind mehrere oberflächliche Strukturen und Beschaffenheiten zu synthetisieren, zu verallgemeinern, Einzelfälle zu abstrahieren, dass sich der rein phänomenalen, rein materiellen Einsicht eine weitere, tiefliegerende Gesamtstruktur verbirgt. In dieser sind die Einzelphänomene gebündelt und ergeben hier eine Gesamtheit, eine Form, eine Art Urbild. Und wir können dann erkennen, dass die Modelle(nicht die konkreten Messungen!) sich in erster Linie aus dieser Form speißen, die sich am ehesten in der sprachlichen Ebene Dingfest machen lässt.
      Das verstehe ich leider nicht.

      Aber wir können uns darauf einigen, dass das Modell des Baumes sowie seine phänomenale Repräsentation subjektabhängig ist. Der Baum selbst kann aber durchaus subjektunabhängig sein bzw. es spricht nichts dagegen, dass es so ist.
    • future06 (zu Groot) schrieb:

      Aber wir können uns darauf einigen, dass das Modell des Baumes sowie seine phänomenale Repräsentation subjektabhängig ist. Der Baum selbst kann aber durchaus subjektunabhängig sein bzw. es spricht nichts dagegen, dass es so ist.
      Da Menschen entstanden, indem Affen die Bäume verließen und auf dem Boden herum stolperten, sind Bäume zumindest nicht menschen-subjektabhängig. Vielleicht sind Bäume vögel-subjektabhängig, aber das muss uns Menschen wiederum nicht weiter belasten, was die Piepmatze so treiben. ;)
      Kurt Tucholsky: "Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht". — Werner Weber: "Ihre Sprache dient nicht der Darstellung, sondern der Vorstellung". — Heinrich Heine: "Sie tr(i)nken heimlich Wein und predig()en öffentlich Wasser". — Thomas Bernhard: "Ab und zu hat der Denkende die Pflicht, in das Weltgeschehen einzugreifen".
    • future06 schrieb:

      Aber wir können uns darauf einigen, dass das Modell des Baumes sowie seine phänomenale Repräsentation subjektabhängig ist. Der Baum selbst kann aber durchaus subjektunabhängig sein bzw. es spricht nichts dagegen, dass es so ist.
      es geht nicht darum, dass die Bäume Subjektabhängig sind. Es ist klar und eindeutig so, dass Bäume nicht Subjektabhängig sind.(Auch wenn die These keinesfalls gänzlich absurd ist!)

      Es geht darum, dass wir als Individuen diese Bäume jedoch nur auf die uns von der Natur vorgegebene Weise durchdenken, in ihre Bestandteile zerlegen können. Das bedeutet, wir sehen den Baum und haben auch, von unserer Kognition, geschaffene Modelle die den Baum und seine Struktur erfassen und für uns ausreichend beschreiben. Was wir aber nicht erfassen können sind die dem Baum grundlegenden Strukturen. Wir können nicht die Bedingungen der Möglichkeit für die Entität erfassen, wir können nur phänomenal erfassen, dass das ein Baum ist - nicht aber, was dieser Baum ist, bzw. was diese Sache ist, die dem Baum zu Grunde liegt.

      Wenn wir den Baum zerlegen und das Modell Baum betrachten, seine biologischen Prozesse, seine chemische Zusammensetzung, sein Wirken im Ökosystem, dann erkennen wir, sofern wir tief genug in die Struktur des Baumes und deren Wechselwirkungen gedacht haben, nur unsere Kognition. Ab einem bestimmten grade der Abstraktion, abstrahieren wir quasi nicht mehr den Zustand des Baumes, sondern wir abstrahieren durch die erkannten Strukturen, die dem Baum zu Grunde liegen unsere eigene Kognition und die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis.

      Es gibt quasi eine Veränderung in dem, was Gegenstand der Erkenntnis ist, wenn man differenziert genug die Struktur und Zusammensetzung des Baumes abstrahiert. Weil eben ab einem bestimmten Punkt die Modelle nicht mehr direkt den Baum beschreiben bzw. seine Zusammensetzung, sondern die Art und Weise, wie wir Menschen, wie unsere Kognition die phänomenale und die intelligible Welt zusammendenkt, wie also die Verschränkung, Koppelung von beidem funktioniert - wie also der Baum von uns als theoretisches Konstrukt gedacht werden kann.

      Diese Ebene, die existiert ist dann am ehesten als säkulares Phänomen zu begreifen, wenn man sie als rein "innersprachlich" denkt, also basierend auf der Art und Weise, wie Begriffe entstehen und wie in deren Konstellationen Wissen gespeichert wird. Es gibt quasi einen Sprung, durch die Phänomene hindurch auf die transzendentale Ebene, in der dann der Ursprung der Phänomene; das Materielle, der Baum nurnoch durch konkrete Messungen beschrieben ist und die Modelle, die den Baum beschreiben hauptsächlich innersprachlich bzw. innerhalb des kognitiven, des intelligiblen entstehen. Weil diese Ebene, diese Ebene der Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis, dann innerhalb des geistigen bzw. innerhalb der Sprachlichkeit liegt - weil die Sprache bzw. die Begriffe immer nur gemäß einer, durch den Geist in seinen eigenen Voraussetzungen zu findenden Weise verknüpft sind.

      Wir erkennen also klar den Baum, aber die Art und Weise, wie wir die Urstruktur, das dem Baum zu Grundeliegende ursprüngliche, dessen Bedingung seines Seins erfassen - da macht das Denken dann einen unplausiblen Schritt, weg von der Einsicht in die wahre Struktur des Seins, hin zur Einsicht in die eigene Kognition und die Bedingung der Möglichkeit Bewusst zu sein - oder eben hin zur Stochastik und den statistischen Ergebnissen der Quantentheorie.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Fliege schrieb:

      future06 (zu Groot) schrieb:

      Aber wir können uns darauf einigen, dass das Modell des Baumes sowie seine phänomenale Repräsentation subjektabhängig ist. Der Baum selbst kann aber durchaus subjektunabhängig sein bzw. es spricht nichts dagegen, dass es so ist.
      Da Menschen entstanden, indem Affen die Bäume verließen und auf dem Boden herum stolperten, sind Bäume zumindest nicht menschen-subjektabhängig. Vielleicht sind Bäume vögel-subjektabhängig, aber das muss uns Menschen wiederum nicht weiter belasten, was die Piepmatze so treiben. ;)
      ja, naiv realistisch macht man sich lustig drüber, das sollte für andere aber kein Grund sein, diesem naiven Realismus beachtung zu schenken.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Groot schrieb:

      Fliege schrieb:

      future06 (zu Groot) schrieb:

      Aber wir können uns darauf einigen, dass das Modell des Baumes sowie seine phänomenale Repräsentation subjektabhängig ist. Der Baum selbst kann aber durchaus subjektunabhängig sein bzw. es spricht nichts dagegen, dass es so ist.
      Da Menschen entstanden, indem Affen die Bäume verließen und auf dem Boden herum stolperten, sind Bäume zumindest nicht menschen-subjektabhängig. Vielleicht sind Bäume vögel-subjektabhängig, aber das muss uns Menschen wiederum nicht weiter belasten, was die Piepmatze so treiben. ;)
      ja, naiv realistisch macht man sich lustig drüber, das sollte für andere aber kein Grund sein, diesem naiven Realismus beachtung zu schenken.
      Was meinst du, wie Menschen entstanden sind?
      (Interessant ist, was Figal in seinem Aufsatz dazu sagt.)
      Kurt Tucholsky: "Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht". — Werner Weber: "Ihre Sprache dient nicht der Darstellung, sondern der Vorstellung". — Heinrich Heine: "Sie tr(i)nken heimlich Wein und predig()en öffentlich Wasser". — Thomas Bernhard: "Ab und zu hat der Denkende die Pflicht, in das Weltgeschehen einzugreifen".
    • Fliege schrieb:

      Groot schrieb:

      Fliege schrieb:

      future06 (zu Groot) schrieb:

      Aber wir können uns darauf einigen, dass das Modell des Baumes sowie seine phänomenale Repräsentation subjektabhängig ist. Der Baum selbst kann aber durchaus subjektunabhängig sein bzw. es spricht nichts dagegen, dass es so ist.
      Da Menschen entstanden, indem Affen die Bäume verließen und auf dem Boden herum stolperten, sind Bäume zumindest nicht menschen-subjektabhängig. Vielleicht sind Bäume vögel-subjektabhängig, aber das muss uns Menschen wiederum nicht weiter belasten, was die Piepmatze so treiben. ;)
      ja, naiv realistisch macht man sich lustig drüber, das sollte für andere aber kein Grund sein, diesem naiven Realismus beachtung zu schenken.
      Was meinst du, wie Menschen entstanden sind?(Interessant ist, was Figal in seinem Aufsatz dazu sagt.)
      ich denke nicht, dass man dazu ernsthaft etwas sagen kann. Würde hier aber wohl sagen, dass wir uns aus biologischen Wesen entwickelt haben, dadurch, dass wir in der Lage waren eine Sprache zu entwickeln. Am Beginn wohl durch Deutung, durch zeigen, später durch Laute, dann durch Worte. Hinzu kommt natürlich noch die Tatsache, dass wir soziale Wesen sind, also innerhalb von kleingruppen gelebt haben, was wohl die Kommunikation gefördert hat zwischen den Einzelnen innerhalb der Gruppe. Ebenso würde ich wohl sagen, dass die Tatsache, dass die Gruppe immer größer wurde und dass der zu überblickende Bereich, der notwendig war um den Gruppenmitgliedern Schutz zu gewähren immer größer wurde, sodass hierdurch eine Steigerung der kognitiven Komplexität notwendig wurde, die dann zu Institutionen, Verträgen, Nationalstaaten, zu Recht und später zu selbstständigen Systemen geführt hat, deren Teil wir heute sind und die enormen Einfluss auf unsere Kognition haben.

      Was sagt denn Figal dazu?
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • was sagt Figal denn dazu?
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • @Fliege , schön, dass du antwortest...wenn man sowas fragt, dann kann man zumindest auch Antwort geben; also nochmal:

      Was sagt denn Figal dazu, wie Menschen entstanden sind?

      Interessant wäre auch, was das damit zu tun hat, ob ein Baum Subjektabhängig ist oder nicht, vorausgesetzt, die Erklärung für die Entstehung des Menschen beinhaltet das nicht als wichtiges Element.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Groot schrieb:

      Was sagt denn Figal dazu?
      Figal sagt: "Meillassoux's Beispiele, zum Beispiel der Anfang des Universums oder die Entstehung der Erde, entziehen sich in der Tat der Erfahrung und so auch der 'wesentlichen Korrelation zwischen Erscheinen und Erscheinendem'" (S. 9; IP-Webseite).

      (Das betrifft selbstverständlich auch die menschen-subjektunabhängigen Bäume, von denen die Affen vor einigen Millionen Jahren herab stiegen und allererst zu Menschen wurden.)
      Kurt Tucholsky: "Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht". — Werner Weber: "Ihre Sprache dient nicht der Darstellung, sondern der Vorstellung". — Heinrich Heine: "Sie tr(i)nken heimlich Wein und predig()en öffentlich Wasser". — Thomas Bernhard: "Ab und zu hat der Denkende die Pflicht, in das Weltgeschehen einzugreifen".
    • Fliege schrieb:

      Figal sagt: "Meillassoux's Beispiele, zum Beispiel der Anfang des Universums oder die Entstehung der Erde, entziehen sich in der Tat der Erfahrung und so auch der 'wesentlichen Korrelation zwischen Erscheinen und Erscheinendem'" (S. 9; IP-Webseite).

      (Das betrifft selbstverständlich auch die menschensubjektunabhängigen Bäume, von denen die Affen vor einigen Millionen Jahren herab stiegen und allererst zu Menschen wurden.)
      Ja, nicht nur der Erfahrung, sondern insbesondere auch dem intelligiblen, d.H. es lässt sich nicht abduktiv erschließen und damit nicht deduktiv herleiten.

      Das ist mir mittlerweile aber auch egal, weil Heidegger sagt hier alles, was sagbar ist bzgl. des nicht-physikalischen Ursprungs bzw. des phänomenal und im intelligiblen bestimmbaren Ursprung.

      Naja, aber danke für die Antwort.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist