In eigener Sache: Motivationsschreiben

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    • In eigener Sache: Motivationsschreiben

      Tag zusammen,

      da ich nach 6 Jahren nun endlich meinen Bachelor habe, bewerbe ich mich für einen Master in Philosophie auf das Wintersemester.

      Da ich aus einem Impuls heraus ein Motivationsschreiben geschrieben habe, wollte ich mal fragen, ob das nicht vielleicht zu impulsiv ist und wo vielleicht wer noch Verbesserungspotential sieht. Von diesem Schreiben hängt einiges ab, denn mit meinem Schnitt und meinem Studiengang ist ein Einstieg in einen Philosophie Master eigentlich nicht möglich.

      Hier nun der Text:

      "Warum will ich Philosophie studieren?" Ja... das ist eine komplizierte Frage. Die einfache Antwort ist wohl: Ich verstehe die Phänomene, die Philosophie begründen, besser als die allermeisten anderen Menschen.

      Die etwas kompliziertere Antwort ist folgende:

      Ich habe mich seit ich 15 Jahre alt war dauerhaft mit der Frage nach der Ungleichheit beschäftigt. Diese Überlegungen führten dazu, dass ich mich sehr sehr ernsthaft und intensiv mit Politik, Wirtschaft, Geschichte und Soziologie beschäftigt habe. Nach neun Jahren, ich war 24, habe ich dann ein Erlebnis gehabt, dem intensivste Denkarbeit vorausging. Während diesem Erlebnis habe ich Einsicht erfahren in das Wesen des Mensch seins und das System. Ich synthetisierte endlich die Wahrheit, die Objektivität, den Grund für die Ungleichheit und insbesondere erlangte ich Einsicht in das Erlebnis der immanenten Transzendenz, die man, wenn man denn will, gerne auch neuronal erklären kann; oder man beschreibt das Erkannte ungenau als Monade. In diesen zehn Tagen erlebte ich, auf welcher Basis Religionen begründet sind und begriff die Fragestellungen der Philosophie in ihren meines Erachtens tiefstmöglichen Grundzügen.

      Diesem Ereignis, dieser absolut unglaublichen, wunderhaften, verrückten, traumhaft schönen, schrecklich grauenhaften, gruseligen und alles verändernden Erfahrung folgten zwei Jahre intensiver Reflexion. Während dieser Reflexion begriff ich, wie die Menschen der Vergangenheit diese Erfahrung verarbeiteten. Ich erkannte den Unterschied zwischen Sache und Begriff, Einte Subjekt und Objekt um im folgenden die Grenze zu erkennen, die zwischen mir und dem Objekt liegt. Ich begriff so abstrakte Konzepte wie das der Luhmannschen Kommunikation und seine sozialen Systeme, beschäftigte mich mit Hegel, Unterschied die Alltagssprache von der Ideal- und Privatsprache, las Wittgensteins "Tractatus Logico-Philosophicus", musste mich durch Relativität, Grundlagen der Quantentheorie, absoluten Skeptizismus, Nihilismus und verschiedenste Vorstellungen von Raum, Zeit und der tatsächlichen Raumzeit kämpfen. Beschäftigte mit mich Whitehead, erreichte Heideggers Abgrund durch den existentiellen Sprung Kierkegaards hindurch, musste mich trennen von hirngespinsten wie dem, garnicht gänzlich unwahren, transzendentalen Subjekt, überwand den Wahnsinn der sich im Allgemeinen ergibt durch das Erlebnis und dessen überkomplexen Erkenntnissen. Las Adornos "Negative Dialektik", las Heideggers "Sein und Zeit", beschäftigte mich mit dem Versuch der Weltformel, scheiterte daran um dann die Substanz der Welt, die Grundlage der Sinneswahrnehmungen, zu erfassen in den Farben. Worauf ich mich selbst wieder zum Subjekt meines Denkens machen konnte. Um letztendlich den Prozess abzuschließen wurde mir die Lyrik gegeben. Ich schrieb Gedichte, lehrte mir selbst die Wahrheit, die ich zwei Jahre zuvor bereits erkannte und im Wahn und Chaos Sie zu erklären aus den Augen verlor. Nur diesmal nicht Allgemein, sondern im Besonderen, Konkreten. Meine Lyrik, in der mir die Gesetzmäßigkeiten durch was auch immer mitgeteilt wurden, die ich selbst überschritten zu haben glaubte, half mir, die Welt in ihrer tatsächlichen Form zu akzeptieren. Dummerweise entkommt Nichts und Niemand der Logik selbst, egal wie Inhaltsleer man die Bewegung des Denkens macht bzw. die Dynamik selbst denkt. Die Farben sind immer das Ende, der Punkt, der jedem zurück zur Welt verhilft, weg vom vermeintlichen Welt, Gesellschaft "sein", weg von Identitätsphilosophie, weg vom Wahnsinn.
      Nun, da ich diese äußerst grauenhafte und fantastische Reflexionsbewegung, die Dialektik der Sache selbst endgültig begriffen und verarbeitet habe, möchte ich anderen Menschen helfen, diesen traumhaft, wunderschön schrecklichen Horror nicht ebenso brutal erleben zu müssen. Hierfür benötige ich einen Masterplatz, denn nur dieser ermöglicht mir, meine Sicht auf die Dinge irgendwann in einem Buch niederzuschreiben, das vielleicht gelesen wird; oder gar Professor zu werden.


      Die komplizierteste Antwort ist folgende:

      Ich will nichts mehr, als mich durch den Sumpf der Begriffe zu kämpfen, um diesen Sumpf ein klein wenig begehbarer zu machen und, wo nötig und überfällig, auszutrocken. Ich will Holzwege schaffen, die Form in ihrer nicht-Begrifflichkeit einengen, Sein und Seiendes besser umgrenzen, das Gehirn als Schleuse für das Dasein zwischen Sein und Seiendem beschreiben. Die Welt, wo es notwendig und klug ist, ihres mythologischen Scheins entreißen, durch die Gegensätze zwischen Adorno und Heidegger hindurch ihre Synthese bewirken. Vielleicht die Soziologie besser machen, genauer; die unglaublich Abstrakten Konzepte der Soziologie einen Schritt einfacher machen, die kommunikative Vernunft genauer erörtern. Außerdem im Neurophysiologischen originäres Wissen erzeugen, den aktuellen Stand der empirischen Forschung auf diesem Gebiet erfassen und erweitern, denn einzig hier kann Philosophie an sich empirisch sein.
      Ich muss Philosophie studieren, auch aus egoistischen Gründen. Ich will Anerkennung für die verlorenen Jahre meines Lebens die mir der Wahn, der Wahrheitsdrang genommen hat, will endlich ein Leben, will Zufriedenheit, will lehren und lernen, Menschen Philosophie näher bringen, die Welt und mein Dasein schöner machen, menschlicher, fröhlicher, weniger sinnentleert.
      Ich denke, dass ich, trotz wenigen streng akademischen Vorkenntnissen, die philosophischen Probleme in ihrer notwendigen Exaktheit sehr schnell erfassen werde und zu einem großen Teil bereits getan habe. Ich bitte sie, geben sie mir die Chance und die Möglichkeit dies zu beweisen.
      Zum Abschluss möchte ich hier noch ein Gedicht anhängen:

      Unbegrenzte Idiotie 16.02.16

      Beim Erinnern sind wir innen, ganz tief drinnen
      die wenigsten fühlen hier ausschließlich mit den Sinnen.
      Das Normale ist hier kühle Analyse,
      denn hier ist der Zustand allegorisch Katalyse.

      Selbstloser Geist, welch gutes Zeichen
      setzt hier nur allzugern die grauen Weichen
      - Er hilft sich auf, erfasst Gefühl zuhauf
      und ist gerade deshalb, selten nur gut drauf.

      Was ist innen, was nur außen?
      Die Begrenzung schafft das Graußen,
      denn diese ist verlorn' gegangen,
      voll mit zeitlichen Paradoxien behangen.
      Wie wars davor? Wozu wurds neu?
      Ich nur Gedanken wiederkäu...

      Der Begrenzung als Gedank' ists eigen,
      sich in Vier Richtungen zu beleiben.
      Denn das Begrenzende im innern
      tut manchmal gern als "außen" schimmern.

      Das Bewusstsein findet,
      - das ist das Problem, bei uns Idioten
      den Ort mit dem es sich verbindet/den Ort in dem es sich entwindet
      nicht wie bei normalen Konsorten.

      Der Idiot entledigt sich den Dingen,
      schafft Verhältnisse und kreisförmige Schlingen.
      Er findet hier den Zirkel und die Fortentwicklung,
      und noch manch andere erkenntnisreiche Aufrüttlung.

      Das Problem ist, erkennt man durch die althallenden Stimmen,
      dass Wahrheit, Fiktion und Wissenschaft
      nur allzuoft in selber Frequenz schwingen,
      weil leider noch eine riesen Kluft zwischen Uns und Wahrheit klafft.

      Oder man Sie sich - aus begründeter Skepsis an der Sach,
      herkommend vom eignen Fach
      - dem willkürlich gesetzten Dach,
      zu Einzelteilen einer Ganzheit umerdacht.

      Als hätte man davor nicht noch
      sarkastischst drüber laut gelacht,
      wird die Welt nun fast andersrum gedacht.
      Das gelächter bleibt zwar wahr,
      der Inhalt stellt sich jedoch anders dar,
      denn als "Das ist alles viel zu klar...!"
      sind die Infos zusätzlich in 'ernsthaft' da.

      Man erkennt den Ursprung all des schaurigen Humor,
      weil die Welt im Ernste ist Sarkasmus pur,
      und der Mensch im Grunde ziemlich stur.
      Sein Handeln ohne die Frage: "Ach, warum nur?"
      ist der metaphorische Tumor,
      denn dann fehlt das Denken, als Teil
      - speziell Unserer menschlichen Natur.

      Mit herzlichen Grüßen,

      Philipp Schenk

      Ist das gut, schlecht, komplette scheisse oder kann man das so lassen? Über Kritik wäre ich dankbar, will schließlich keinen völligen Bockmist als Motivationsschreiben schicken.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Du schilderst schwärmerisch, was Du alles willst, ohne empirisch prüfbare Referenzen, dass neben dem Wollen auch ein Können da ist.
      Hast du es auch schon mal mit anderen (Kommilitonen, Dozenten) geschafft ? Konntest du sie etwas lehren, das sie noch nicht kannten und haben sie dich verstanden ?
      Haben andere deine Selbsteinschätzung über dich und deine Fähigkeiten bestätigt ?
      Kannst du deine Ideen nicht nur anbieten, sondern auch verkaufen, d.h. so präsentieren, dass andere sie hören und sogar dafür bezahlen wollen ?
      Um ein Buch zu schreiben brauchst du keinen Master.
      Was hast du konkret geleistet ? Was willst du konkret leisten ?
      Du beschreibst vieles, das andere ganz banal finden, hochdramatisch. Woran liegt das ?
      Wenn Du akademisch Karriere machen solltest, gibt es sehr viel graue Bürokratie, Drittmittelbeschaffung, Publikationen, usw. Willst du dir das antun? Bist du dem gewachsen ?
      Wovon willst du die nächsten Jahre leben ?


      jova-nova.com/bewerbung/anschr…sschreiben-masterstudium/
      horndasch.net/2013/09/motivati…achelor-master-anleitung/
      dort: Struktur für Masterbewerber
    • Lieber Groot (Philipp)

      Deine 3 Entwürfe liegen zur Prüfung auf meinem Tisch:

      ad 1: Der ist größenwahnsinnig. ab in den Papierkorb.
      ad 2: Ach nee, ich habe weder die Zeit noch die Lust mich da durchzukämpfen. Weg damit.
      ad 3: Ah ja ... doch ... das lege ich mir beiseite, schaue es mir später nochmal an, das ist nicht schlecht. Ich denke, man sollte diesem jungen Menschen die Chance geben.

      Bloß kein Gedicht, Groot.

      Weißt, ich schreibe dies ganz spontan aus dem Bauch heraus, so wie ich beim Lesen reagiert habe - ohne die Kenntnis irgendwelcher sachlicher Voraussetzungen. Was mir nur aufgefallen ist, und zwar sehr sehr angenehm aufgefallen ist, im Adorno-Thread, daß Du dort von Deinen anfangs ausschweifend monologisierenden Beiträgen hast wechseln können zu Fragen, Kommentaren, Thesen, in denen Du -wie sage ichs am besten?- wirklich kommuniziert hast. So jedenfalls hatte ich es wahrgenommen bzw. ich persönlich fand es gut, weil ich mich angesprochen fühlte. Warum fällt mir das jetzt eigentlich ein? Ach so, ja, weil mir Dein 3. Entwurf am ehesten wie ein Dialog vorkommt, während der 2. Entwurf mir wie ein verschwafter Monolog erscheint.
    • Hi Groot,

      erstmal Glückwunsch zum Bachelor! Jetzt bist du also auch Akademiker. ;) Dein Text hat künstlerische Qualitäten, wie ich finde; das Gedicht hat auf jeden Fall ein paar sehr schöne, gelunge Formulierungen. Ich weiß allerdings nicht, ob es für ein Motivationsschreiben für einen Philosophie Master geeignet ist, zumindest ist es unkonventionell und hebt dich sicher von anderen Bewerbern ab.
      Was ich ein bißchen vermisse ist deine Neugier auf neue Erkenntnisse und die Formulierung von Forschungsfragen, die dich interessieren. Ich habe das ja auch schon im Adorno-Thread kritisch angemerkt, dass es mir manchmal so vorkommt, als ob du schon am Endpunkt deines Erkenntnisprozesses angekommen bist. Du könntest dich mehr öffnen für Neues und bisher Unbekanntes, mehr Neugier zeigen für offen Fragen und Irritationen. Du könntest auch eine Verbindung zwischen Philosophie und deinem bisherigen Studium herstellen. Warum hast du Ökonomie studiert und was hat das mit Philosophie zu tun? Wie könnte eine Verbindung beider Bereiche aussehen?
      ERKLÄRUNG AN DAS FORUM
      "Volksverhetzung ist keine Meinung. Hass ist keine politische Position"
    • Philipp, ich melde mich doch einmal. Nachdem ich Ryobas Antwort gelesen habe ... ja, es kam mir vorhin schon so vor, als würde ich zu sehr den Daumen drauf drücken, zu wenig das Positive hervorheben.
      Was ich wirklich gut finde -lassen wir den 1. Entwurf beiseite?- das ist, daß das Schreiben Deine Handschrift trägt. Ich meine damit, daß es sich nicht wie ein standardisiertes und uniformiertes Bewerbungsschreiben liest, sondern Deine ureigene Art zum Ausdruck bringt. Was Dir im Kopf herumgeht, wie Du "tickst" und wie Du Deine Gedanken-Schwärme artikulierst. "Authentisch" ist es, so würde ich es mit einem Wort bezeichnen. Das wäre also eines meiner wichtigsten Bewertungskriterien, wenn ich mich in die Situation einer Begutachterin hineinversetze. Daß mir nicht ein lediglich ausformulierter Vordruck eines "Wie bewerbe ich mich erfolgreich" vorgelegt wird.

      Zum Gedicht möchte ich noch sagen, daß Gedichte insofern eine Schwäche von mir persönlich sind als ich Gedichte, die nicht perfekt sitzen, nicht gut ab kann. Nimm meine Meinung daher nicht so persönlich. Wer kann denn schon als Lernender vollkommene Gedichte schreiben ...

      LG, F.

      PS: Ich vergaß: In Deinem 2. Entwurf finde ich den Schluß total anrührend. Das Buch schreiben oder Professor werden - ach, *seufz*, das hat was, die Träume - nein wirklich, ich meine es ernst. Die Ansprüche, die Ziele in Verbindung mit dem Ausschöpfen des Möglichen unter den gegebenen gesellschaftlichen Umständen, das ist aus meiner Sicht ein hervorragender Startpunkt.
    • Ansonsten schließe ich mich Pompilius an. Die akademische Philosophie ist sicher eher eine trockene Angelegenheit, bei der es nicht so sehr auf persönliche Entwicklung und Sinnfragen ankommt, sondern vielmehr auf technisches Wissen. Die Philosophie ist zur Einzeldisziplin geworden, die sich mit begrenzten Problemen und Fragestellungen beschäftigt. Adorno spricht ja vom Ausschluss des "subjektiven Faktors" aus der Wissenschaft. Max Weber schreibt in "Wissenschaft als Beruf" davon, dass es in der Wissenschaft manchmal um mühsame Kleinarbeit geht.
      Und wer also nicht dieFähigkeit besitzt, sich einmal sozusagen Scheuklappen anzuziehen und sich hineinzusteigern in die Vorstellung, daß das Schicksal seiner Seele davon abhängt: ob er diese, gerade diese Konjektur an dieser Stelle dieser Handschrift richtigmacht, der bleibe der Wissenschaft nur ja fern. Niemals wird er in sich das durchmachen, was man das »Erlebnis« der Wissenschaft nennen kann. Ohne diesen seltsamen, von jedem Draußenstehenden belächelten Rausch, diese Leidenschaft,dieses: »Jahrtausende mußten vergehen, ehe du ins Leben tratest, und andere Jahrtausende warten schweigend«: – darauf,ob dir diese Konjektur gelingt, hat einer den Beruf zur Wissenschaft n i c h t und tue etwas anderes. Denn nichts ist für den Menschen als Menschen etwas wert, was er nicht mit Leidenschaft tun k a n n.

      Deine Motivation ist ja fast schon eine therapeutische beziehungsweise pädagogische, wenn du andere vor etwas bewahren möchtest.
      Und um ein Buch zu schreiben brauchst du wahrscheinlich kein Philosophiestudium. Ich würde mich also an deiner Stelle nochmal fragen, was Deine Erwartungen an ein Philosophiestudium sind und ob diese mit den Angeboten und Möglichkeiten übereinstimmen.
      ERKLÄRUNG AN DAS FORUM
      "Volksverhetzung ist keine Meinung. Hass ist keine politische Position"
    • Pompilius schrieb:

      Hast du es auch schon mal mit anderen (Kommilitonen, Dozenten) geschafft ? Konntest du sie etwas lehren, das sie noch nicht kannten und haben sie dich verstanden ?
      Ich war genau 6 Monate an der Uni, danach war ich jedes Semester nur einige Stunden da um Klausuren zu schreiben.
      Die letzten 2 Jahre wurde ich schwerlich verstanden, mittlerweile klappt das besser - aber es geht auch eher darum, dass ich die kontinentale Philosophie voranbringen kann, dass das nicht alle verstehen ist mir klar^^

      Pompilius schrieb:

      Haben andere deine Selbsteinschätzung über dich und deine Fähigkeiten bestätigt ?
      Kannst du deine Ideen nicht nur anbieten, sondern auch verkaufen, d.h. so präsentieren, dass andere sie hören und sogar dafür bezahlen wollen ?
      Um ein Buch zu schreiben brauchst du keinen Master.
      Was hast du konkret geleistet ? Was willst du konkret leisten ?
      Ich hoffe, dass ich das kann :P

      Um ein Buch zu schreiben, das gelesen wird benötigt man einen - insbesondere wenn es philosophisch sein soll.

      Ich habe mir den Arsch aufgerissen um zu verstehen, wieso Ungleichheit existiert und wie man dies ändern könnte - konkret will ich natürlich die Philosophie einen Schritt weiter bringen.

      Pompilius schrieb:

      Du beschreibst vieles, das andere ganz banal finden, hochdramatisch. Woran liegt das ?
      Wenn Du akademisch Karriere machen solltest, gibt es sehr viel graue Bürokratie, Drittmittelbeschaffung, Publikationen, usw. Willst du dir das antun? Bist du dem gewachsen ?
      Wovon willst du die nächsten Jahre leben ?
      was ist ganz banal?

      Kp, ob ich danach nen Doktor machen will, wo es dann ernst wird, aber aktuell will ich eigentlich schon studieren, allein um die 6 Jahre in denen ich quasi nur vegetiert habe und über (retrospektiv) Sinnlosigkeiten nachgedacht habe zumindest ein bisschen wieder reinzuholen.
      Das klappt schon irgendwie, kann ja zum glück n bisschen kellnern :P

      Danke für die Rückmeldung, mal schauen, ändere vielleicht noch n bisschen was gemäß den Beispielen in deinen Links.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Friederike schrieb:

      Weißt, ich schreibe dies ganz spontan aus dem Bauch heraus, so wie ich beim Lesen reagiert habe - ohne die Kenntnis irgendwelcher sachlicher Voraussetzungen. Was mir nur aufgefallen ist, und zwar sehr sehr angenehm aufgefallen ist, im Adorno-Thread, daß Du dort von Deinen anfangs ausschweifend monologisierenden Beiträgen hast wechseln können zu Fragen, Kommentaren, Thesen, in denen Du -wie sage ichs am besten?- wirklich kommuniziert hast. So jedenfalls hatte ich es wahrgenommen bzw. ich persönlich fand es gut, weil ich mich angesprochen fühlte. Warum fällt mir das jetzt eigentlich ein? Ach so, ja, weil mir Dein 3. Entwurf am ehesten wie ein Dialog vorkommt, während der 2. Entwurf mir wie ein verschwafter Monolog erscheint.
      das wollte ich alles zusammen hinschicken, aber das weißt du sicher^^

      Naja, man muss ja ein bisschen erklären, weshalb man so brotlose Kunst wie Philosophie freiwillig studieren will, das tue ich im 2. Teil um dann im 3. zu schreiben, was meine Ziele sind.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Ryoba schrieb:

      Was ich ein bißchen vermisse ist deine Neugier auf neue Erkenntnisse und die Formulierung von Forschungsfragen, die dich interessieren. Ich habe das ja auch schon im Adorno-Thread kritisch angemerkt, dass es mir manchmal so vorkommt, als ob du schon am Endpunkt deines Erkenntnisprozesses angekommen bist. Du könntest dich mehr öffnen für Neues und bisher Unbekanntes, mehr Neugier zeigen für offen Fragen und Irritationen. Du könntest auch eine Verbindung zwischen Philosophie und deinem bisherigen Studium herstellen. Warum hast du Ökonomie studiert und was hat das mit Philosophie zu tun? Wie könnte eine Verbindung beider Bereiche aussehen?
      es gibt in der Philosophie keine Fragen mehr, welche mich interessieren würden. Interessant wären neuronale Strukturen, weil hier emergiert durch Magie das Bewusstsein. Ansonsten muss man halt die Schufterei leisten und die ganzen überflüssigen Begriffe lernen, die die Philosophie eigentlich zum Großteil abschaffen will.

      Es gibt allgemein eigtl. nurnoch Fragen in der Physik und wirklich konkret in der Neurophysiologie, sonst ist alles beantwortet; zumindest das mit der Neurophysiologie hab ich ja geschrieben^^

      Es gibt keine Verbindung zwischen Ökonomie und Philosophie, das erste ist Sinnvoll und nützlich und in seiner Methodik zu ändern, das letztere ist sinnlos, schwachsinnig absolut beliebig und nur vorrübergehendes Übel zur Entmythologisierung^^

      Naja, aber stimmt schon, auf mein altes Studium und dessen dummbatzige Methodik in Form von Mathematik, könnte ich n bisschen eingehen noch. Ich werde wohl mal noch n bisschen gesitteter schreiben, mehr förmlich, weniger aus dem Bauch heraus. Danke für die Hinweise.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Friederike schrieb:

      Philipp, ich melde mich doch einmal. Nachdem ich Ryobas Antwort gelesen habe ... ja, es kam mir vorhin schon so vor, als würde ich zu sehr den Daumen drauf drücken, zu wenig das Positive hervorheben.
      Was ich wirklich gut finde -lassen wir den 1. Entwurf beiseite?- das ist, daß das Schreiben Deine Handschrift trägt. Ich meine damit, daß es sich nicht wie ein standardisiertes und uniformiertes Bewerbungsschreiben liest, sondern Deine ureigene Art zum Ausdruck bringt. Was Dir im Kopf herumgeht, wie Du "tickst" und wie Du Deine Gedanken-Schwärme artikulierst. "Authentisch" ist es, so würde ich es mit einem Wort bezeichnen. Das wäre also eines meiner wichtigsten Bewertungskriterien, wenn ich mich in die Situation einer Begutachterin hineinversetze. Daß mir nicht ein lediglich ausformulierter Vordruck eines "Wie bewerbe ich mich erfolgreich" vorgelegt wird.

      Zum Gedicht möchte ich noch sagen, daß Gedichte insofern eine Schwäche von mir persönlich sind als ich Gedichte, die nicht perfekt sitzen, nicht gut ab kann. Nimm meine Meinung daher nicht so persönlich. Wer kann denn schon als Lernender vollkommene Gedichte schreiben ...

      LG, F.

      PS: Ich vergaß: In Deinem 2. Entwurf finde ich den Schluß total anrührend. Das Buch schreiben oder Professor werden - ach, *seufz*, das hat was, die Träume - nein wirklich, ich meine es ernst. Die Ansprüche, die Ziele in Verbindung mit dem Ausschöpfen des Möglichen unter den gegebenen gesellschaftlichen Umständen, das ist aus meiner Sicht ein hervorragender Startpunkt.
      Was findest du schlecht am Gedicht? Nehme hier gerne Kritik entgegen, denn das ist ein Feld, das ich noch nicht durchdrungen habe und ich ja gerne "vollkommene" Gedichte schreiben würde, wenn das mit der akademischen Karriere sehr wahrscheinlich schon nichts wird :P Kritik an den anderen Gedichten, fände ich auch sehr interessant^^

      Ja, das war mein Ziel, etwas eigenständiges, authentisches zu schreiben, denn den gelackten Scheiss den man standardmäßig abgibt, der ist 1. auf keinen Fall ausreichend um mir den Master zu ermöglichen und 2. nicht Ich, nicht meine Art, das impulsive passt besser zu mir, 5 Minuten in dem mein Hirn "jenseitig" ist und sich ein Text ergießt, der dann das und den darstellt, der ich bin.

      "Das" Buch gibt es natürlich nicht, aber es wäre schön, wäre es eines von den Vier Büchern, die zusammen in einem Set aus Heidegger, Adorno, mir und dem mir nachfolgenden genannt werden würde, ähnlich wie die 4 Autoren des dt. Idealismus, die nur zusammen das gesamte Feld abdecken. Da es zwei grundlegende Positionen gibt und diese zwei grundlegenden Positionen immer aus jeweils zwei Perspektiven betrachtet werden können.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Groot schrieb:

      da ich nach 6 Jahren nun endlich meinen Bachelor habe, bewerbe ich mich für einen Master in Philosophie auf das Wintersemester.
      Gratulation,

      Bachelor entspricht wohl Vordiplom,
      und Master entspricht wohl Diplom

      beim Vordiplom wollen die Verantwortlichen nur sehen,
      daß Du in der Lage bist,
      ein Lehrbuch zu lesen
      und den Inhalt entsprechend wiederzugeben

      selbständiges kritisches Denken ist beim Vordiplom unerwünscht

      der Vorlesende gibt die Literaturliste vor
      die Klausur am Ende fragt genau daraus ab

      beim Diplom ist das anders
      jetzt kann man Dich kaum noch durchfallen lassen
      Du wirst auch erstmals mit den Methoden und deren Schwächen vertraut gemacht

      aus den Klausuren werden Hausarbeiten,
      die vor allem formell abgecheckt werden
      (kannst Du das, was Du sagst, auch belegen?)

      Du solltest Dich nun quellenorientiert in ein Gebiet vertiefen
      und darüber schreibst Du dann Deine Anschlußarbeit

      falls es Dein Gebiet an Deiner Uni nicht gibt,
      dann wechsle die Uni!
      Du bist groß genug

      mach Dir nicht soviel Stress,
      die wirkliche Philosophie beginnt erst nach dem Diplom