Adorno - Negative Dialektik und Nichtidentisches

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  • agila schrieb:

    @ Fliege: dafür musste ich mich jetzt extra einloggen, um nachfolgenden Beiträge weiterverfolgen zukönnen. :(
    nicht hilfreich!
    Wie bitte?
    "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).
  • Fliege schrieb:

    agila schrieb:

    @ Fliege: dafür musste ich mich jetzt extra einloggen, um nachfolgenden Beiträge weiterverfolgen zukönnen. :(
    nicht hilfreich!
    Wie bitte?
    lol <---ebenso nicht hilfreich, damit du verstehst was agila meint.
    „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
    Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
    Das System als Ausgangspunkt des menschlichen Daseins ist Grundlage aller Philosophie.
    Die Geschichte von den zwei Quadraten.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Groot ()

  • Ryoba schrieb:

    Heute kam mir der Gedanke: es wäre sicher einfacher als Einstieg in das Denken Adorno eine seiner Vorlesungen zu lesen. Hier, so wäre zu hoffen, hat er sich aus pädagogischer Rücksicht auf die Hörer doch vielleicht etwas verständlicher ausgedrückt und auch die Grundlagen erklärt. Es gibt Vorlesungen über Ästhetik, Metaphysik und auch die Negative Dialektik.

    Ryoba schrieb:

    Ich weiß nicht, ob es sie im Netz irgendwo gibt. Sie sind aber bei Suhrkamp auf jeden Fall in Buchform erschienen.

    byLaszlo schrieb:

    Darum habe ich gerade die "Vorlesungen über Negative Dialektik" bestellt.

    agila schrieb:

    sollte hier ein Lesekreis mit [...] Texten wie denen aus der Negativen Dialektik vorgestellt werden.
    Zur Einstimmung auf Vorlesung über Negative Dialektik ein paar Gedankensplitter aus Full text of "Theodor Adorno - Negative Dialektik", Selbstreflexion der Dialektik, S. 395-398: )

    »Dialektik ist das Selbstbewusstsein des objektiven Verblendungszusammenhangs, nicht bereits diesem entronnen. Aus ihm von innen her auszubrechen, ist objektiv ihr Ziel. […]

    Das Absolute jedoch, wie es der Metaphysik vorschwebt, wäre das Nichtidentische, das erst hervorträte, nachdem der Identitätszwang zerging. […]

    Kant hat in der Lehre vom transzendenten Ding an sich jenseits der Identifikationsmechanismen davon etwas aufgezeichnet. […]

    Der Erkenntnisprozess, der dem transzendenten Ding asymptotisch sich annähern soll, schiebt es gleichsam vor sich her und entfernt es von dem Bewusstsein. […]

    Aufklärung lässt vom metaphysischen Wahrheitsgehalt so gut wie nichts übrig, […]

    Kein Absolutes ist anders auszudrücken als in Stoffen und Kategorien der Immanenz, […]

    Metaphysik ist, dem eigenen Begriff nach, möglich […]

    Danach wäre sie möglich allein als lesbare Konstellation von Seiendem. Von diesem empfinge sie den Stoff, ohne den sie nicht wäre, verklärte aber nicht das Dasein ihrer Elemente, sondern brächte sie zu einer Konfiguration, in der die Elemente zur Schrift zusammentreten. […]

    Das Bedürfnis im Denken will aber, dass gedacht werde. Es verlangt seine Negation durchs Denken, muss im Denken verschwinden, wenn es real sich befriedigen soll, und in dieser Negation überdauert es, vertritt in der innersten Zelle des Gedankens, was nicht seinesgleichen ist. Die kleinsten innerweltlichen Züge hätten Relevanz fürs Absolute, denn der mikrologische Blick zertrümmert die Schalen des nach dem Maß des subsumierenden Oberbegriffs hilflos Vereinzelten und sprengt seine Identität, den Trug, es wäre bloß Exemplar. Solches Denken ist solidarisch mit Metaphysik im Augenblick ihres Sturzes«.
  • agila schrieb:

    Ich schleiche hier in diesem Thema schon einige Zeit herum. Mich würde ein Text von Adorno evtl. zur Ästhetik auch interessieren, aber nicht "Negative Dialektik. Jargon der Eigentlichkeit"

    byLaszlo schrieb:

    Darum habe ich gerade die "Vorlesungen über Negative Dialektik" bestellt.

    Philodendron schrieb:

    Zur Einstimmung auf Vorlesung über Negative Dialektik ein paar Gedankensplitter
    Es freut mich, dass bei euch ein Interesse am Thema da ist. Ich habe aus den bisherigen Äußerungen heraus gelesen, dass viele Interesse an der Negativen Dialektik haben. @agila hat eher an der Ästhetischen Theorie Interesse. Ich weiß allerdings nicht, ob die Ästhetische Theorie leichter verdaulich ist als die Negative Dialektik. Mein Vorschlag wäre es mit den "Vorlesungen zur Negativen Dialektik" mal zu probieren, eventuell in einem Lesethread.

    Suhrkamp schrieb:

    Die Vorlesung über Negative Dialektik ist die letzte der vier Vorlesungen aus den Jahren 1960 bis 1966, die die Entstehung von Adornos Negativer Dialektik begleiteten. Zusammen mit den drei vorangehenden Vorlesungen – Ontologie und Dialektik, Zur Lehre von der Geschichte und von der Freiheit sowie Metaphysik. Begriffe und Probleme – bildet sie sowohl eine Propädeutik als auch den Selbstkommentar zu Adornos Hauptwerk von 1966. In der Variation von Themen, die sich im Buch unter dem Titel »Einleitung« finden, entfaltet Adorno in den Vorlesungen eine »Theorie der geistigen Erfahrung«, in der er diejenige Philosophie zu charakterisieren versucht, die ihm stets vorschwebte. Diese Theorie galt ihm denn auch für nichts weniger als eine Methodologie seiner Philosophie überhaupt.
    Es sind zehn Vorlesungen in voller Länge vorhanden, zu den restlichen 15 sind nur noch die Notizen erhalten. Ich hoffe, dass die Vorlesungen als "Propädeutik" einen Einstieg in das Hauptwerk bieten können. Ich habe mir das Buch auch mal bestellt und bin gespannt. Es gibt von Adorno eine ganze Reihe von Vorlesungen, die es lohnte zu lesen, wie mir scheint. Von Ästhetik, Philosophischer Terminologie (Einführung in die Philosophie) und Einführung in die Dialektik bis zur Metaphysik. Einige davon, wie Einführung in die Dialektik und Philosophische Terminologie setzen angeblich auch kein größeres philosophisches Vorwissen voraus, da sie als Einführungen konzipiert sind. Da ich mich auch schon immer mal mir Hegels Dialektik befassen wollte, fände ich die Einführung in die Dialektik auch noch sehr spannend.
    ERKLÄRUNG AN DAS FORUM
    "Volksverhetzung ist keine Meinung. Hass ist keine politische Position"
  • Soeben lese ich bei wiki (in der Einleitung noch vor dem Inhaltverzeichnis), Adorno "trug – mit allgemeinverständlichen Vorträgen – gewollt und mittelbar zur demokratischen Umerziehung des deutschen Volkes bei."

    Falls eine/r von Euch zufällig auf einen dieser allgemeinverständlichen Vorträge stoßen sollte -online zu lesen- dann tät ich mich freuen (für den plebs :D sozusagen).Und was ich unbedingt erwähnen möchte, daß da auch noch steht, die "Negative Dialektik" sei unter "Mithilfe" seiner Frau Gretel entstanden. Worin die Mithilfe nun näherhin bestand, steht dort zwar nicht, aber da sie erwähnt wird, dürfte damit nicht Kaffeekochen, die Bereitstellung einer ruhiger Arbeitsatmosphäre, Entlastung von Haushaltsarbeit, auch nicht Abtippen, Korrekturlesen o.ä. gemeint sein (man kennt das ja: Otto Hahn ist der Entdecker ... und wenn man genauer schaut, dann war es Lisa Meitner, die entscheidend usw. ).


  • Friederike schrieb:

    Falls eine/r von Euch zufällig auf einen dieser allgemeinverständlichen Vorträge stoßen sollte -online zu lesen- dann tät ich mich freuen (für den plebs sozusagen).
    Ganz bekannt sind seine Gespräche im Radio mit Hellmut Becker zur "Erziehung zur Mündigkeit"













    Adorno war in den 50er und 60er Jahren häufig im Radio zu hören. "Er redet leicht und schreibt schwer" Adorno am Mikrophon
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  • Danke Ryoba. Ich habe vorhin in 2 großen Zügen "Marginalien zu Theorie und Praxis" gelesen (das sah ich im Netz). Und ich wußte nicht, ist Adorno während des Schreibens an dem kleinen Text in Schreib-Fluß, oder bin ich in Lese-Fluß gekommen ... jedenfalls ging es nach einem holprigen Anfang mit vielen Fragezeichen dann mit mir und Adorno ganz gut weiter. Übrigens fange ich an, neugierig zu werden.
  • Friederike schrieb:

    bin ich in Lese-Fluß gekommen ... jedenfalls ging es nach einem holprigen Anfang mit vielen Fragezeichen dann mit mir und Adorno ganz gut weiter. Übrigens fange ich an, neugierig zu werden.
    Damit der Lese-Fluss aller Interessierten nicht ins Stocken gerate, die Neugier aber nur soweit gestillt werde, dass sie Appetit auf mehr philosophische Nahrung weckt, hier ein weiteres Müsterchen aus "Theodor Adorno - Negative Dialektik", S. 20, Entzauberung des Begriffs: )

    »Philosophie, auch die Hegelsche, exponiert sich dem generellen Einwand, dass sie, indem sie zwangsläufig Begriffe zum Material habe, sich idealistisch vorentscheide. Tatsächlich kann keine, selbst nicht der extreme Empirismus, die facta bruta an den Haaren herbeischleppen und präsentieren wie Falle in der Anatomie oder Experimente in der Physik; keine, wie manche Malerei lockend ihr vorgaukelt, die Einzeldinge in die Texte kleben. Aber das Argument, in seiner formalen Allgemeinheit, nimmt den Begriff so fetischistisch, wie er innerhalb seines Bezirks naiv sich auslegt, als eine sich selbst genügende Totalität, über die philosophisches Denken nichts vermag. In Wahrheit gehen alle Begriffe, auch die philosophischen, auf Nichtbegriffliches, weil sie ihrerseits Momente der Realität sind, die zu ihrer Bildung - primär zu Zwecken der Naturbeherrschung - nötigt. Das, als was die begriffliche Vermittlung sich selbst, von innen her, erscheint, der Vorrang ihrer Sphäre, ohne die nichts gewusst sei, darf nicht mit dem verwechselt werden, was sie an sich ist. Solchen Schein des Ansichseienden verleiht ihr die Bewegung, welche sie aus der Realität eximiert, in die sie ihrerseits eingespannt ist. Aus der Not der Philosophie, mit Begriffen zu operieren, darf so wenig die Tugend von deren Priorität gemacht werden, wie umgekehrt aus der Kritik dieser Tugend das summarische Verdikt über Philosophie. Die Einsicht indessen, dass deren begriffliches Wesen trotz seiner Unentrinnbarkeit nicht ihr Absolutes sei, ist wieder durch die Beschaffenheit des Begriffs vermittelt, keine dogmatische, gar naiv realistische These. Begriffe wie der des Seins am Anfang der Hegelschen Logik bedeuten zunächst emphatisch Nichtbegriffliches; sie meinen, mit Lasks Ausdruck, über sich hinaus. Zu ihrem Sinn gehört, dass sie in ihrer eigenen Begrifflichkeit nicht sich befriedigen, obwohl sie dadurch, dass sie das Nichtbegriffliche als ihren Sinn einschließen, es tendenziell sich gleichmachen und damit in sich befangen bleiben. Ihr Gehalt ist ihnen sowohl immanent: geistig, wie ontisch: ihnen transzendent. Durchs Selbstbewusstsein davon vermögen sie ihres Fetischismus ledig zu werden. Philosophische Reflexion versichert sich des Nichtbegrifflichen im Begriff. Sonst wäre dieser, nach Kants Diktum, leer, am Ende überhaupt nicht mehr der Begriff von etwas und damit nichtig. Philosophie, die das erkennt, die Autarkie des Begriffs tilgt, streift die Binde von den Augen. (S. 21, »Unendlichkeit«: ) Dass der Begriff Begriff ist, auch wenn er von Seiendem handelt, ändert nichts daran, dass er seinerseits in ein nichtbegriffliches Ganzes verflochten ist, gegen das er durch seine Verdinglichung einzig sich abdichtet, die freilich als Begriff ihn stiftet. Der Begriff ist ein Moment wie ein jegliches in dialektischer Logik. In ihm überlebt sein Vermitteltsein durchs Nichtbegriffliche vermöge seiner Bedeutung, die ihrerseits sein Begriffsein begründet. Ihn charakterisiert ebenso, auf Nichtbegriffliches sich zu beziehen - so wie schliesslich nach traditioneller Erkenntnistheorie jede Definition von Begriffen nichtbegrifflicher, deiktischer Momente bedarf -, wie konträr, als abstrakte Einheit der unter ihm befassten Onta vom Ontischen sich zu entfernen. Diese Richtung der Begrifflichkeit zu ändern, sie dem Nichtidentischen zuzukehren, ist das Scharnier negativer Dialektik.«
  • so schreibt er da? das ist ja genial, schön klar, strukturiert und vollständig die normale Philosophiegeschichte ignorierend, das würde sich vielleicht ja tatsächlich lohnen, das zu lesen, lest ihr das Original oder die Vorlesung?
    „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
    Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
    Das System als Ausgangspunkt des menschlichen Daseins ist Grundlage aller Philosophie.
    Die Geschichte von den zwei Quadraten.
  • Groot schrieb:

    das ist ja genial, schön klar, strukturiert und vollständig die normale Philosophiegeschichte ignorierend
    Wirklich ? Na, dann bleibt dir nicht viel mehr zu tun, als...hm...vielleicht mir zu helfen ?

    Was bedeutet es, was meint er hier: "Tatsächlich kann keine....keine, wie manche Malerei
    lockend ihr vorgaukelt, keine Einzeldinge in die Texte kleben."

    Warum kommt er auf einmal auf die Malerei, was gaukelt sie vor, vor allem: wem ? Welche
    Malerei macht so etwas, bei welchem Malerei kleben Einzeldinge (ohne Symbol zu sein) und
    wo kleben sie...?
    Ein Leben beginnt gewöhnlich mit der Geburt---meins nicht.
    Zumindest weiß ich nicht, wie ich ins Leben gekommen bin.

    (W.Moers: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Kapitel 1.: Mein Leben als Zwergpirat, 1. Satz)
  • Stichwort zu Adorno: "übrigens..."

    Noch ganz am Anfang seiner Metaphysik-Vorlesung kommt Adorno auf die "Spuck-hafte" Seite
    der Metaphysik zu sprechen. Nun, wie es dem Leser-Schicksal manchmal so zufällt, bekam ich
    Sloterdijks Aufsatz "Der Denker im Spuckschloß" -auszugsweise- vors Auge. (in ausgeführte
    Version kann man es ab morgen lesen - zumindest wurde für "Was geschah im 20. Jahrhundert ? " 6. März
    als Erscheinungstermin angegeben.) Wäre ein fabelhaftes Lesevergnügen - gewesen.
    Misslich wiederum, auf dieser Weise zur Kasse gebeten zu werden....falls ich
    wissen will, was "Über Derridas Traumdeutung" ( s. 137 , Untertitel ) zu lesen gibt ?


    "An Derridas spät erwachtem Interesse für die Probleme des >>Religiösen<< so wie an seiner Wende zu fundamentalen juristischen Fragen, etwa zu den Problemen der Todesstrafe, des Asylrechts oder des Tierschutzes, läßt sich ablesen, daß er die Notwendigkeiten neuer Bündnisse der Philosophie mit Nicht-Philosophie erkannt hatte.In dieser Richtung, scheint mir, müssen wir heute weitergehen. Die Akademia wird weiterhin das Spuckschloß bleiben, in dem die Geister Derridas bevorzugt umgehen." (s. 175)
    Ein Leben beginnt gewöhnlich mit der Geburt---meins nicht.
    Zumindest weiß ich nicht, wie ich ins Leben gekommen bin.

    (W.Moers: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Kapitel 1.: Mein Leben als Zwergpirat, 1. Satz)
  • byLaszlo zitiert Sloterdijk schrieb:

    Die Akademia wird weiterhin das Spuckschloß bleiben, in dem die Geister Derridas bevorzugt umgehen.
    Welcher Ort ist mit "Akademia" gemeint? Weißt dazu etwas?
    "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).
  • byLaszlo schrieb:

    Groot schrieb:

    das ist ja genial, schön klar, strukturiert und vollständig die normale Philosophiegeschichte ignorierend
    Wirklich ? Na, dann bleibt dir nicht viel mehr zu tun, als ... hm ...vielleicht mir zu helfen?
    Ja doch, ich bin ebenfalls leicht verwundert gewesen über die Klarheit, die Groot meinte ausgemacht zu haben, denn ich fand mich auch eher in einen undurchdringbaren Dschungel versetzt. Wie ich mich zunächst behelfe - man muß den Text ganzheitlich lesen. Bitte frage mich nicht, was ich damit meine, byLaszlo. Wie ein Bild, das man aus der Ferne anschaut, bevor man dann die Details in den Blick nimmt.

    Danke, Philodendron für die Verlinkung. Man kann den Text ja sogar in anderen Dateiformaten abrufen. Das habe ich heute erst bemerkt.
  • Friederike schrieb:

    Ja doch, ich bin ebenfalls leicht verwundert gewesen über die Klarheit, die Groot meinte ausgemacht zu haben, denn ich fand mich auch eher in einen undurchdringbaren Dschungel versetzt. Wie ich mich zunächst behelfe - man muß den Text ganzheitlich lesen. Bitte frage mich nicht, was ich damit meine, byLaszlo. Wie ein Bild, das man aus der Ferne anschaut, bevor man dann die Details in den Blick nimmt.

    Danke, Philodendron für die Verlinkung. Man kann den Text ja sogar in anderen Dateiformaten abrufen. Das habe ich heute erst bemerkt.
    Super! Wie hast Du das gemacht? Vielleicht haben andere auch Interesse daran.

    Um am begonnen philosophischen Faden noch ein bisschen weiterzuspinnen, (natürlich nur für daran aufrichtig Interessierte, nicht für Spötter), hier ein weiterer, »wie ein Bild, das man aus der Ferne anschaut« zu lesender Abschnitt aus "Theodor Adorno - Negative Dialektik":

    »Birgt der idealistisch gewonnene Begriff der Dialektik nicht Erfahrungen, die, entgegen der Hegelschen Emphase, unabhängig sind von dem idealistischen Apparatus, so bleibt der Philosophie eine Entsagung unausweichlich, die inhaltliche Einsicht sich verwehrt, sich auf die Methodik der Wissenschaften einschränkt, diese für Philosophie erklärt und sich virtuell durchstreicht. (S. 17, Interesse der Philosophie: ) Philosophie hat, nach dem geschichtlichen Stande, ihr wahres Interesse dort, wo Hegel, einig mit der Tradition, sein Desinteressement bekundete: beim Begriffslosen, Einzelnen und Besonderen; bei dem, was seit Platon als vergänglich und unerheblich abgefertigt wurde und worauf Hegel das Etikett der faulen Existenz klebte. Ihr Thema waren die von ihr als kontingent zur „quantité négligeable“ degradierten Qualitäten. Dringlich wird, für den Begriff, woran er nicht heranreicht, was sein Abstraktionsmechanismus ausscheidet, was nicht bereits Exemplar des Begriffs ist.«
  • Philodendron schrieb:

    Friederike schrieb:

    Danke, Philodendron für die Verlinkung. Man kann den Text ja sogar in anderen Dateiformaten abrufen. Das habe ich heute erst bemerkt.
    Super! Wie hast Du das gemacht? Vielleicht haben andere auch Interesse daran.
    Schritt 1: archive.org/stream/TheodorAdor…egativeDialektik_djvu.txt
    Schritt 2: See other formats (oben rechts bei Schritt 1)
    Schritt 3: PDF (Spalte rechts bei Schritt 2)
    "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).
  • byLaszlo schrieb:

    Was bedeutet es, was meint er hier: "Tatsächlich kann keine....keine, wie manche Malerei
    lockend ihr vorgaukelt, keine Einzeldinge in die Texte kleben
    Meine Idee dazu ist, dass keine Philosophie Nicht-Begriffliches unmittelbar ausdrücken kann. Adorno unterscheidet, wenn mich nicht alles täuscht zwischen der sinnlichen Suggestivität in der Kunst und der begrifflichen Erkenntnis in der Philosophie. Die Malerei gaukelt vor, dass sie Einzeldinge unmittelbar sinnliche erfahrbar macht, da sie - zumindest in der gegenständlichen Malerei - ein sinnlich wahrnehmbares Abbild der Wirklichkeit darbietet. Aber auch die abstrakte Malerei wirkt über die sinnliche Suggestivität der Farben und Formen. Die Philosophie wiederum kann keine Einzeldinge unmittelbar erfahrbar machen durch die begriffliche Darstellung in einem Text.

    Friederike schrieb:

    Ich habe vorhin in 2 großen Zügen "Marginalien zu Theorie und Praxis" gelesen (das sah ich im Netz). Und ich wußte nicht, ist Adorno während des Schreibens an dem kleinen Text in Schreib-Fluß, oder bin ich in Lese-Fluß gekommen ... jedenfalls ging es nach einem holprigen Anfang mit vielen Fragezeichen dann mit mir und Adorno ganz gut weiter. Übrigens fange ich an, neugierig zu werden.
    Wenn du magst, kannst du ja kurz erzählen worum es in dem Text ging. Ich würde mich freuen.

    Groot schrieb:

    lest ihr das Original oder die Vorlesung?
    Mein Vorschlag wäre die Vorlesung, weil sie leichter zugänglich ist und sozusagen als "Propädeutik" genutzt werden kann. Bis jetzt hat sich nur @byLaszlo dazu geäußert.
    ERKLÄRUNG AN DAS FORUM
    "Volksverhetzung ist keine Meinung. Hass ist keine politische Position"
  • ich hab mir jetzt auch mal das Original bestellt.

    @byLaszlo wahrscheinlich damit es sich intellektueller anhört, keine Ahnung weshalb er hier die Malerei anspricht, aber das ist m.E. auch nicht primär in der Sache.
    „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
    Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
    Das System als Ausgangspunkt des menschlichen Daseins ist Grundlage aller Philosophie.
    Die Geschichte von den zwei Quadraten.