Plaudereien über dies und das, dialektisches Denken im Alltag

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Plaudereien über dies und das, dialektisches Denken im Alltag

      Hi,

      Ich mach hier mal einen allgemeinen Plauderthread auf.
      Für kleinere Überlegungen/ Assoziationen die noch keinen eigenen Thread füllen.

      Hinweis: Da dies natürlich sehr bunt werden kann, bitte ich darum, das Thema kurz und eindeutig in der Überschrift jedes Post's zu benennen.
      Gibt es sonst noch Ideen?

      Ich möchte aber darum bitten philosophisch zu bleiben.
      Ausdrücklich möchte ich reine Politik, also nicht notwendig in die jeweilig vorgebrachte philosophische Betrachtung eingebundene, außen vor lassen.
      Eine Politik-Rubrik gibt es ja im Hauptbereich des Forums.
      (liegt auch daran, dass ich keinerlei Lust habe mir eine solche Moderation aufzubürden)

      Philosophie, welche aber Betrachtungen des realen Lebens, seine ganz realen gegenwärtigen Phänomenologien zum Inhalt hat, in der Lage ist selbige über eine Meinung hinaus einzubinden, ist selbstverständlich gern gesehen, denn genau dies ist m.E. nach die höchste Form von Philosophie überhaupt, nämlich das reale Leben erklären zu können, im Gegensatz zur ideologischen Betrachtung der Welt.

      Hinweis dazu:
      um diesen Unterschied zu verstehen, kann man sich bspw. an Leibniz' Unterscheidung von Tatsachenwahrheiten und Vernunftwahrheiten orientieren -> wir betreiben hier Philosophie - diese beschäftigt sich mit Vernunftwahrheiten (4D), die reine Politik beschäftigt sich dagegen mit Tatsachenwahrheiten (3D), eine Begriffsunschärfe gibt es bspw. bei Umweltpolitik, diese ist selbstverständlich nicht, oder zumindest nicht nur, 'dreidimensional' :)



      Zunächst bitte ich @CanumaPueblo seinen letzten Beitrag aus Scilla's Thread mit prägnanter Überschrift, nochmal hierher zu kopieren (ich kann ihn leider nicht verschieben hierher) , dann kann ich ihn dort löschen.


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Formen dialektischer Entwicklung

      Peirce meint
      "Seine Auffassung sah Peirce auch gestützt durch die evolutionäre Denkweise, wie sie für ihn Hegel in Bezug auf Geschichte, Charles Lyell
      in Bezug auf Geologie und Charles Darwin in der Biologie vertraten.
      Evolution war für Peirce eines der grundlegenden Prinzipien der Welt." -
      Wikipedia


      Somit erkennt man Dialektik wohl in den materiellen Formen der
      Biologie(dialektisch als Einzelner beeinflusst durch etwas), der
      Historie(als ein einzelnes Dialektiksystem nach Herrschaft und
      Knechtschaft) sowie der Geologie(in der Topologie der Welt).


      Und in ihrer idealistischen Form, einer Synthese aus:


      Der Idealsprache geordnet nach Sinn, wie das Wittgenstein anstrebt
      sowie in der Mathematik.


      Somit wäre das denkende Bewusstsein, das was dialektisch in Relation zu etwas, einem unmarkierten Bereich funktioniert.


      Dialektik insgesamt eine Mischung aus Systemen(Topologischen) und ihren Relationen/Verhältnissen zueinander in der Zeit.


      Die Metaphysik ist der Versuch der Synthese der dialektischen Methodik
      und der analytischen, der Perspektive auf die Ewigkeit bzw. den Raum und
      der Perspektive der Lebensrealitäten der vielen Einzelnen in Relation
      zum Raum.


      Scilla, ist deine Idee eines Vorbewusstseins aus der notwendigen Möglichkeit eines Einheitsbewusstsein entstanden?
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Peirce - Formen dialektischer Entwicklung

      Hi Canuma,


      Ja Peirce ist schon nicht übel. Ich war ja auch erstaunt als ich, sozusagen im Nachhinein - als ich mein Modell aufgestellt habe wusste ich von Induktion/Deduktion/Abduktion noch gar nix, meine Methode die Demokratie zu analysieren 'von ihm' bestätigt bekam. :)

      CanumaPueblo schrieb:

      Somit wäre das denkende Bewusstsein, das was dialektisch in Relation zu etwas, einem unmarkierten Bereich funktioniert.
      Wir hatten uns ja neulich im Chat über Deine und meine Auffassung von unmarked space unterhalten.

      Ich hatte dargelegt, dass vereinfacht gesprochen, dies für mich Dasjenige ist, was von der jeweiligen konkreten Kommunikation (im Sinne Luhmanns, hier also Verhalten eines Lebewesens in der Welt) gerade ausgeschlossen ist.
      Da es aber m.E. nach gar keine Form von Wissen (sozusagen dann göttlichen Wissens) geben kann was von 'allen dialektischen Relationen zu etwas' 'enthoben' wäre, macht der Begriff an sich wenig Sinn.

      Ich denke ihn in allererster Linie als einen Platzhalter für Gott. Für den Realist kann dieser Begriff allerdings eine gute Ermahnung zur Ganzheitlichkeit seiner Betrachtungen sein, was ja in der Regel bei der ideologischen Betrachtung der Welt eben gerade nicht der Fall ist.

      Du hattest dargelegt: 'Die Realität in ihrer Gesamtheit hat übrigens einen "unmarked Space", nämlich das, was man für sich als "Monade" des eigenen Selbst erkannt hat'

      Das würde meiner Beschreibung von 'religiöser Hybris' sehr entgegenkommen. :D
      -> das eigene als notwendig erkannte (nicht verstanden!) Selbst (inklusive evolutionärer Nahhorizont - Familie etc) zur Unantastbarkeit überhöht, will das Wissen dort ansetzen ist die narzisstische Kränkung die Folge -> Ausweichen auf die Strategien des unbewussten Lebens (Sorglosigkeit im unendlichen Wachstum, und Kampf zur Durchsetzung desselben)

      --->>> wenn ich nun Deine Überlegungen in meine einarbeite, komme ich zu 2 x unmarked space: innen (gehütet durch die relig.Hybris und verteidigt durch die narz.Kränkung), und außen (Willkür der Entscheidungen/ Erkenntnis), und dazwischen nur ein kleiner Grat der Erkenntnis für die instrumentelle Vernunft .... oh Gott, diese Spezies wird immer 'scheußlicher' :)


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Hi Canuma,


      Philolex zu Whitehead:

      Möller:

      Das Verhältnis von Subjekt und Objekt, Bewusstsein und Gegenstand, Teil und Ganzem, Vergänglichem und Dauerhaftem usw. ist ein dialektisches. Man kann diese Gegensatzpaare als Einheit oder als Getrenntes betrachten. Keine Betrachtung ist wahrer als die andere. Wenn man versucht eine Betrachtungsweise gegen die andere als allein wahr durchzusetzen, kommt man in Teufels Küche.
      Ich weiß nicht, in welchem Umfang Whitehead Hegel kannte und was er von ihm hielt.
      Aber ich habe den Eindruck, dass er sich mit vielen Problemen beschäftigt, die seit der Entstehung der hegelschen Dialektik keine Probleme mehr sein sollten.

      hvhbg.von mir


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Philzer schrieb:

      --->>> wenn ich nun Deine Überlegungen in meine einarbeite, komme ich zu 2 x unmarked space: innen (gehütet durch die relig.Hybris und verteidigt durch die narz.Kränkung), und außen (Willkür der Entscheidungen/ Erkenntnis), und dazwischen nur ein kleiner Grat der Erkenntnis für die instrumentelle Vernunft .... oh Gott, diese Spezies wird immer 'scheußlicher'
      nicht die Spezies, sondern das, was die Gehirne bzw. die Hormone und biochemischen Prozesse der Spezies beeinflusst, die sich phänomenologisch manifestieren als religiöse Hybris...als Evolution verschiedener autopoietischer Systeme, z.B. die Sprache, die Gesellschaft, die Natur.

      Für mich existiert ein unmarked Space und das ist der, der die Frage erzeugt, weshalb hier überhaupt was ist - und nicht vielmehr einfach garnichts.

      Wenn man sich das mit Kreisen vorstellen will:

      kleinster Kreis: eigenes Ich
      mittlerer Keis: Welt(beinhaltet eigenes Ich und alles Seiende)
      größter Kreis: beinhaltet Welt + "mehr"...dieser Kreis ist theoretisch offen, da der unmarked Space in die Unendlichkeit "geöffnet" ist.

      Der 3. Kreis bestimmt ein "höchstes" als gegeben, allerdings ist dieses die phänomenologisch erkennbare Evolution der Sprache, der Natur und der Gesellschaft, der mathematisch-logische Raum und Bewusstsein als unerklärbares epiphänomenales "offenes System".

      Philzer schrieb:

      Ich hatte dargelegt, dass vereinfacht gesprochen, dies für mich Dasjenige ist, was von der jeweiligen konkreten Kommunikation (im Sinne Luhmanns, hier also Verhalten eines Lebewesens in der Welt) gerade ausgeschlossen ist.
      Da es aber m.E. nach gar keine Form von Wissen (sozusagen dann göttlichen Wissens) geben kann was von 'allen dialektischen Relationen zu etwas' 'enthoben' wäre, macht der Begriff an sich wenig Sinn.
      Im Sinne Luhmann wäre das nicht das Verhalten eines Lebewesens in der Welt, sondern die Kommunikation, die konkret zuordnenbare "Mitteilung".
      Okay, du siehst es aufs Gesellschaftssystem, eine Perspektive die ich schon lange nicht mehr eingenommen hab.

      Ja, auf die Gesellschaft gesehen ist der Teil der Kommunikation, der nicht relevant ist für die weitere Autopoiesis des beobachteten sozialen Systems, der Teil ist für den Beobachter der "unmarked space".
      z.B. spielt bei der Entwicklung von Aktienkursen eher weniger die Ökologie eine Rolle oder die Klimaziele, sie sind für ein psychosoziales System, welches den Aktienmarkt beobachtet vollständig "unmarked space", obwohl ihre Überlegungen in der Beobachtung von unmarked Space und Beobachtung...in einer Beobachtung 2. Ordnung aus Sicht des Börsenmaklers sehr wohl wieder von Interesse für seine interne Kommunikation sein kann.

      Ja, so eine Art von Wissen gibt es nicht, m.E. gibt es jedoch eine Gewissheit bzgl. zwei differenzierten Zeiträumen. Und diese Gewissheit zweier unterschiedener Zeiträume erzeugt einen Zweifel, der am herkömmlichen Wissen nagt. Denn Wissen ist immer nur "Information" welches benötigt wird um den Prozess, die Prozesshaftigkeit des Seins zu begreifen...nicht nur als statisch erklärte evolutionäre Entwicklung, sondern eben begriffen durch die Entwicklung selbst.

      "göttliches Wissen" ist Wissen bzgl. der Fähigkeit vollständig differenzieren zu können zwischen "Es" und "Über-Ich", zumindest in den theoretischen Phänomenen, sowie bei praktischen Beobachtungen der Realität, dummerweise nicht auf den eigenen Zustand als "Beobachter 2. Ordnung".

      Philzer schrieb:

      Das würde meiner Beschreibung von 'religiöser Hybris' sehr entgegenkommen.
      -> das eigene als notwendig erkannte (nicht verstanden!) Selbst (inklusive evolutionärer Nahhorizont - Familie etc) zur Unantastbarkeit überhöht, will das Wissen dort ansetzen ist die narzisstische Kränkung die Folge -> Ausweichen auf die Strategien des unbewussten Lebens (Sorglosigkeit im unendlichen Wachstum, und Kampf zur Durchsetzung desselben)
      verstehe ich. Ich sehe für mich nur, dass dies nicht änderbar ist, zumindest nicht mit der Brechstange. Darum versuche ich Begriffe zu ordnen um so vielleicht eine Art "Netz" der Begrifflichkeiten zu entwickeln, welches konform zur Dialektik ist und gleichzeitig nicht-dialektische Denker quasi "in ihren Grenzbereichen" zu greifen.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Philzer schrieb:

      Hi Canuma,


      Philolex zu Whitehead:

      Möller:

      Das Verhältnis von Subjekt und Objekt, Bewusstsein und Gegenstand, Teil und Ganzem, Vergänglichem und Dauerhaftem usw. ist ein dialektisches. Man kann diese Gegensatzpaare als Einheit oder als Getrenntes betrachten. Keine Betrachtung ist wahrer als die andere. Wenn man versucht eine Betrachtungsweise gegen die andere als allein wahr durchzusetzen, kommt man in Teufels Küche.
      Ich weiß nicht, in welchem Umfang Whitehead Hegel kannte und was er von ihm hielt.
      Aber ich habe den Eindruck, dass er sich mit vielen Problemen beschäftigt, die seit der Entstehung der hegelschen Dialektik keine Probleme mehr sein sollten.

      hvhbg.von mir


      mvg Philzer
      d.h. du verstehst was er sagt?

      Was ist ein Subjekt-Superjekt?
      Wieso bedarf jede Beobachtung eines mentalen, sowie eines physikalischen Teiles?
      Was sind "wirkliche Einzelwesen"?

      Welche Sachlagen und welche Probleme zeigt Whitehead auf? Wo ist er Anschlussfähig?

      Whitehead ist eine notwendige Qualität um den Zusammenhang von Mathematik und Wahrnehmung sowie Autopoiesis und Wahrnehmung zu verstehen. Er stellt sich m.E. als Qualität dar, auf deren Schultern die gesamte Physik - und damit auch die klare Grenzziehung bei der die mathematische Methode in die "Mathematik" selbst übergeht - noch auf vermeintlich unbekanntem Fundament thront.

      Das, was Luhmann mit der Kommunikation und der Beschreibung sozialer Systeme für die Soziologie getan hat, hat Whitehead mit seinen Beschreibungen getan um darauf fußend "Mathematik" und logizistische Ideen, sowie reine Naturwissenschaften - sowie ihre Begrifflichkeiten - dialektisch ordnen und harmonisch ins Gesamtbild einfließen zu lassen.

      Klar, hegelsche Dialektik beschreibt Alles...materielle Dialektik aber eben nicht. Die beschreibt nur alle möglichen Phänomene, nicht dasjenige, was die Phänomene zu einem "Gesamtbild" zusammenfügt und auch nicht, "was" das "Gesamtbild" eigentlich ersucht darzustellen.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • unmarked space

      Hi Canuma,

      CanumaPueblo schrieb:

      nicht die Spezies, sondern das, was die Gehirne bzw. die Hormone und biochemischen Prozesse der Spezies beeinflusst, die sich phänomenologisch manifestieren als religiöse Hybris...als Evolution verschiedener autopoietischer Systeme, z.B. die Sprache, die Gesellschaft, die Natur.

      Besser kann man es kaum ausdrücken.


      CanumaPueblo schrieb:

      Für mich existiert ein unmarked Space und das ist der, der die Frage erzeugt, weshalb hier überhaupt was ist - und nicht vielmehr einfach garnichts.

      Diese Frage existiert zweifelsfrei. Nur warum muss man nun deshalb eine wie auch immer geartete Gottabstraktion setzen, wozu nützt diese?
      (bisher nur zur Schaffung von Alleinstellungsideologien -> kollektiver oder individualisierter Mythos)
      Ich setze dagegen die jeweilige Wissensgrenze im Sinne von Wahrheit als Erkenntnisprozess.

      CanumaPueblo schrieb:

      Wenn man sich das mit Kreisen vorstellen will:

      kleinster Kreis: eigenes Ich
      mittlerer Keis: Welt(beinhaltet eigenes Ich und alles Seiende)


      Also, falls ich Dich hoffentlich richtig verstanden habe, die ontologische Differenz.
      Ich würde vlt. sagen alles zum eigenen Sein notwendig dazugehörend, als solches Erkannte?

      CanumaPueblo schrieb:

      größter Kreis: beinhaltet Welt + "mehr"...dieser Kreis ist theoretisch offen, da der unmarked Space in die Unendlichkeit "geöffnet" ist.
      Der 3. Kreis bestimmt ein "höchstes" als gegeben, allerdings ist dieses die phänomenologisch erkennbare Evolution der Sprache, der Natur und der Gesellschaft, der mathematisch-logische Raum und Bewusstsein als unerklärbares epiphänomenales "offenes System".


      Klar ist der 'offen', da und wir wissen auch bicht wie weit wir als Spezies noch kommen...
      Aber es ist doch auch eine Tatsache, dass wir diesem Seienden an sich immer mehr entreißen, und zum Seienden für uns machen?


      Philzer schrieb:

      Ich hatte dargelegt, dass vereinfacht gesprochen, dies für mich Dasjenige ist, was von der jeweiligen konkreten Kommunikation (im Sinne Luhmanns, hier also Verhalten eines Lebewesens in der Welt) gerade ausgeschlossen ist.
      Da es aber m.E. nach gar keine Form von Wissen (sozusagen dann göttlichen Wissens) geben kann was von 'allen dialektischen Relationen zu etwas' 'enthoben' wäre, macht der Begriff an sich wenig Sinn.

      Ich denke diese 'Allwissenheit' macht einfach keinen Sinn. :)

      CanumaPueblo schrieb:

      Im Sinne Luhmann wäre das nicht das Verhalten eines Lebewesens in der Welt, sondern die Kommunikation, die konkret zuordnenbare "Mitteilung".Okay, du siehst es aufs Gesellschaftssystem, eine Perspektive die ich schon lange nicht mehr eingenommen hab.

      Bei mir ist die Kommunikation nichts anderes als das Verhalten in der Welt.


      CanumaPueblo schrieb:

      Ja, auf die Gesellschaft gesehen ist der Teil der Kommunikation, der nicht relevant ist für die weitere Autopoiesis des beobachteten sozialen Systems, der Teil ist für den Beobachter der "unmarked space".
      z.B. spielt bei der Entwicklung von Aktienkursen eher weniger die Ökologie eine Rolle oder die Klimaziele, sie sind für ein psychosoziales System, welches den Aktienmarkt beobachtet vollständig "unmarked space", obwohl ihre Überlegungen in der Beobachtung von unmarked Space und Beobachtung...in einer Beobachtung 2. Ordnung aus Sicht des Börsenmaklers sehr wohl wieder von Interesse für seine interne Kommunikation sein kann.


      Ja ich glaube hier kommen wir zu einem Schwachpunkt bei Luhmann, das soll heißen, Luhmann belässt es einfach dabei die verschiedenen autopoietischen Systeme im Kampf nebeneinander stehen zu lassen - ich sage aber das höchste unserer Ziele muss sein die Menschheit als autopoietisches System zu betrachten....o.s.ä.


      CanumaPueblo schrieb:

      Ja, so eine Art von Wissen gibt es nicht, m.E. gibt es jedoch eine Gewissheit bzgl. zwei differenzierten Zeiträumen. Und diese Gewissheit zweier unterschiedener Zeiträume erzeugt einen Zweifel, der am herkömmlichen Wissen nagt. Denn Wissen ist immer nur "Information" welches benötigt wird um den Prozess, die Prozesshaftigkeit des Seins zu begreifen...nicht nur als statisch erklärte evolutionäre Entwicklung, sondern eben begriffen durch die Entwicklung selbst.


      Konsens.

      CanumaPueblo schrieb:

      "göttliches Wissen" ist Wissen bzgl. der Fähigkeit vollständig differenzieren zu können zwischen "Es" und "Über-Ich", zumindest in den theoretischen Phänomenen, sowie bei praktischen Beobachtungen der Realität,


      Nee, das ist einfach nur der Wille zur wissenschaftlichen Analyse. Mit der Bestrebung die aus dem 'Es' gespeiste Hybris und ihre Verkettung mit dem 'Über-Ich' (Sozialisierung) nicht willkürlich zu verbiegen.(Ideologie)

      CanumaPueblo schrieb:

      dummerweise nicht auf den eigenen Zustand als "Beobachter 2. Ordnung".

      Bitte nochmal erklären. (4D Bewusstsein kann m.E. auch Beobachter 2. Ordnung sein? siehe vorangegangenes)


      CanumaPueblo schrieb:

      Philzer schrieb:

      Das würde meiner Beschreibung von 'religiöser Hybris' sehr entgegenkommen.
      -> das eigene als notwendig erkannte (nicht verstanden!) Selbst (inklusive evolutionärer Nahhorizont - Familie etc) zur Unantastbarkeit überhöht, will das Wissen dort ansetzen ist die narzisstische Kränkung die Folge -> Ausweichen auf die Strategien des unbewussten Lebens (Sorglosigkeit im unendlichen Wachstum, und Kampf zur Durchsetzung desselben)
      verstehe ich. Ich sehe für mich nur, dass dies nicht änderbar ist, zumindest nicht mit der Brechstange. Darum versuche ich Begriffe zu ordnen um so vielleicht eine Art "Netz" der Begrifflichkeiten zu entwickeln, welches konform zur Dialektik ist und gleichzeitig nicht-dialektische Denker quasi "in ihren Grenzbereichen" zu greifen.

      Konsens. Da hast Du dir was vorgenommen! :finger: Aber vermutlich muss es das Ziel sein.
      Revolutionen gegen den common sense sind nutzlos. Falsifiziert. Praktisch. :D

      Theoretisch will ich aber von meiner Rigorosität nicht abweichen, solange ich sie unter einen Hut mit Wissenschaftlichkeit bekomme.


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Philzer ()

    • Philzer schrieb:

      Diese Frage existiert zweifelsfrei. Nur warum muss man nun deshalb eine wie auch immer geartete Gottabstraktion setzen, wozu nützt diese?
      (bisher nur zur Schaffung von Alleinstellungsideologien -> kollektiver oder individualisierter Mythos)
      Ich setze dagegen die jeweilige Wissensgrenze im Sinne von Wahrheit als Erkenntnisprozess.
      keine Gottabstraktion. Es geht um den Raum, den man sich vorstellen kann.

      Es gibt absolut garkein Phänomen, nichts in der Welt, das erklärt, wie wir uns den Raum selbst vorstellen bzw. was zur Hölle dieser gottverdammte Raum eigentlich ist.

      Es geht mir nicht mehr um die Masse. Die ist erklärt, bzw. die Art und Weise wie sie handelt ist erklärt, es geht darum, warum etwas ist und was dieses etwas ist. Denn es ist einfach unendlich widersprüchlich und ein absolutes Paradoxon, wie der "unmarked Space" auf etwas verweist, was eigentlich im "markierten" Raum bereits "begriffen" ist.
      Ich verstehe nicht, was das erklärt, was man sich vorstellen kann, was man erklären kann, in das man "Einsicht" erhält.

      Das Universum als "Gottabstraktion" ist streng genommen keine Abstraktion, sondern nur das, was man eben als wirklich "höchstes" begreift, das was dem "unmarked Space" seinen logischsten Namen gibt.

      "Erkenntnisprozess". Den gibt es nicht mehr, der ist abgeschlossen. Es gibt nurnoch eine Wahrheit, die gleichzeitig nichts, aber auch absolut rein garnichts erklärt.

      Und diese Wahrheit ist ein Prozess, nicht der Erkenntnis, sondern ein Algorithmus, der sich "in" der 4. Dimension verborgen hält.

      Es geht bei der Gottabstraktion für mich nicht um eine Gottabstraktion, sondern um ein klares Bild meiner selbst. Denn der, der "Ich" bin, ist nicht vollständig identisch mit dem der ich war, bevor ich diese Erleuchtungserfahrung hatte.

      Da hat sich was im Kopf geändert und diese Änderung ist schlicht nicht erklärbar.

      Man kann die Gottabstraktion auch als "Weltgeist", als autopoietisches System begreifen...was du ja tust, aber dann ist es m.E. Aufgabe, nicht nur diese Sicht zu haben, sondern auch zu erklären, weshalb es so und nicht anders ist - und das ist Aufgabe der Philosophie, zu erklären, wie dieser Prozess und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für jeden verständlich, durch das Mittel der Sprache zu erklären.

      m.E. ergibt es schlicht keinen Sinn, wenn das Universum nur vorgaukelt, dass es "mehr" gibt, als wir quasi absolut begreifen können.

      Philzer schrieb:

      Also, falls ich Dich hoffentlich richtig verstanden habe, die ontologische Differenz.
      Ich würde vlt. sagen alles zum eigenen Sein notwendig dazugehörend, als solches Erkannte?
      Hmm, zum eigenen Sein gehört notwendig die ontologische Differenz, die sich in Epistomologie abgrenzt und das Feld des "Sein des Seienden" öffnet.

      Das eigene Da-sein ist m.E. philosophisch nicht zu greifen, man kann nur von einem da-sein eines Einzelnen reden. Dieser Einzelne folgt nun anderen, ebenso natürlichen Verhaltensmustern. Denn sofern der Einzelne nicht begreifen will, kann er auch unmöglich begreifen.

      Man muss diesen Kosmos "System" in drei Teile aufteilen

      eigenes Selbst als Psychosoziales System, welches an ein psychologisch-neurologisches Feld, dem Gehirn gekoppelt ist.

      das "System" als idealisiertes "Allmachtssystem".

      Sowie das "System" als autopoietisches, sich an der Zeitachse entwickelndes und orientierendes System von vielen Einzelnen, die gemäß ihrer Erkenntnisgrenze ein System, als "Kommunikationselement" begrenzen. Da ein System nur begrenzt offen ist für Kommunikation, die über die alltägliche Autopoiesis hinausgehen, verhalten sich die Einzelnen gemäß ihres Habitus, den sie durch das Gesellschaftssystem "erlernen".
      Das System "selektiert" quasi für seine sozialen Systeme neue Kommunikationselemente um so anschlussfähig zu bleiben für seine Interdependenz.

      Dazu kommt noch die "Umwelt" als einmal "markierter Raum" Wissenschaft und einmal als "unmarkierter Raum" wissenschaftlich mögliches.

      Die ontologische Differenz ist m.E. wichtig um die Metaphysik in zwei unabhängige Bereiche aufzuteilen, zum einen die psychologische-sprachliche Philosophie und damit auch jede Mystik und Religion(ausser deren Grundfragen) und zum anderen die soziologische Philosophie, die sich auf rein naturalistische wissenschaftliche Erkenntnisse stützt und in der Metaphysik die Wahrheit bzgl. einer menschlichen Handlungs-Kognitions Wechselwirkung, sowohl im Seienden, also materialistisch deutet, als auch stark neurologisch und mit Hinblick auf die Sprache als Element, welches Es und Über-Ich verknüpft.


      Philzer schrieb:

      Klar ist der 'offen', da wir nicht wissen wie weit wir als Spezies noch kommen...
      Aber es ist doch auch eine Tatsache, dass wir diesem Seienden Sein an sich immer mehr entreißen, und zum Seienden für uns machen?
      ja, absolut.
      Aber wir wissen, wo für uns als Spezies die "Erkenntnisgrenze" liegt..nämlich ab der 5. Dimension wird es spekulativ. Dies verdeutlicht die Heisebergsche Unschärfe, Ort oder Geschw., eins von beidem nur messbar.
      Oder anders gesagt, Raum oder Zeit, einer der beiden Räume ist im Vergleich zum anderen Raum notwendig relativ. Wobei Raum an-sich mathematisch ist und Zeit-ansich dialektisch.

      Alles was Seiend ist, ist nun notwendig entweder räumlich oder zeitlich. Alles was Sein hat, ist darüber "hinausgehend".

      Das Seiende in Raum und Zeit aber, funktioniert für uns Menschen, für jeden Einzelnen von uns immer Kausal, zumindest sofern wir erstmal probehandeln oder ein Modell entwickeln wollen, indem sich Beobachtungen bündeln.

      Die Raumzeit selbst ist ein Kontinuum und funktioniert als kontingenter Prozess, einem nicht näher zu definierenden, aber subjektiv bestimmbaren und insbesondere erkennbaren Algorithmus, der sich in der Sprache darstellt und dessen Funktionsweise ganz rudimentär auf den Gleichgewichtssinn reduziert werden kann...auch wenn es "mehr" ist als der Gleichgewichtssinn.

      Philzer schrieb:

      Ich denke diese 'Allwissenheit' macht einfach keinen Sinn.
      Man kann nur eine Sache Wissen, nämlich nicht Wissen zu können.
      Das was man weiß, erklärt immer nur das "Wie?" oder das "Warum?", nie aber Wieso "etwas" ist.
      Allwissenheit existiert nur in Bezug auf Wissen des instrumentell vernünftigen, nicht aber in Bezug auf Wahrheit..denn die ist das Wissen um das existente "das Nichts"...was gedanklich quasi "als Abgrund" vor einem auftaucht, weil der Berg keine neuen Rätsel mehr zu bieten hatte.

      Philzer schrieb:

      Bei mir ist die Kommunikation nichts anderes als das Verhalten in der Welt.
      Ja, so kann man es sehen, das ist aber dann nicht Luhmanns Kommunikationsbegriff. Für ihn konstituiert sich Kommunikation aus den Handlungen in der Welt. Komunikation ist quasi nur das rein "geistige", das was als Kommunikationspotential in den Einzelnen Individuen existiert und welches ermöglicht, dass sich ein psychosoziales System, jederzeit wieder in den Kommunikationsprozess eines sozialen Systems "einklinken" kann.
      Die Handlungen ergeben zusammengenommen bestimmte Axiome, die einem idealen, autopoietischen System "Axiomatisch" vorrausgehen...z.B. dass Handlungen oft in diametral unterschiedlichen Extrempositionen enden können.

      Die ganze Geschichte und das konkrete, das ist einfach Wissen, Fakten die man hat oder nicht... hat man sie versteht man das dann auch wirklich, hat man sie nicht, lernt man dann eben eine Theorie auswendig.
      Du bennenst ja im Grunde die Seinsgeschichte als Primärgrund der Philosophie, das ist richtig, nur ist das jedem egal...darum muss erstmal geklärt werden, was Bewusstsein ist bzw. nicht ist und das geht auf einer allgemeinen soziologischen Basis, die Luhmann gelegt hat, m.E. besser.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Philzer schrieb:

      Ja ich glaube hier kommen wir zu einem Schwachpunkt bei Luhmann, das soll heißen, Luhmann belässt es einfach dabei die verschiedenen autopoietischen Systeme im Kampf nebeneinander stehen zu lassen - ich sage aber das höchste unserer Ziele muss sein die Menschheit als autopoietisches System zu betrachten....o.s.ä.Das tut er ja, "die Gesellschaft der Gesellschaften" beschreibt die komplette menschliche Entwicklung.


      Er beschreibt auf allgemeine Weise das, was man erkennt, wenn man dialektisch gedacht hat. Er beschreibt es dann jedoch aus der Position des Subjekts und dessen Vorstellungen darüber und nicht an konkreten Beispielen des Prozesses selbst.

      Philzer schrieb:


      Philzer schrieb:
      Nee, das ist einfach nur der Wille zur wissenschaftlichen Analyse. Mit der Bestrebung die aus dem 'Es' gespeiste Hybris und ihre Verkettung mit dem 'Über-Ich' (Sozialisierung) nicht willkürlich zu verbiegen.(Ideologie)

      [/quote]
      auch eine RAS kann Ideologie sein, selbst wenn sie wahr wäre...für die anderen wäre es trotzdem ideologisch.

      [/quote]

      Philzer schrieb:

      Philzer schrieb:Bitte nochmal erklären. (4D Bewusstsein kann m.E. auch Beobachter 2. Ordnung sein? siehe vorangegangenes)

      Nein, weil es immer einen blinden Fleck gibt, der nicht zu beobachten ist, nämlich der Konstrukteur, also man selbst als vollständig "dekonstruiertes" Bewusstsein. Nämlich der Zeitpunkt, an dem sich ein Beobachter 2. Ordnung selbst beobachtet.
      de.wikipedia.org/wiki/Kybernetik_zweiter_Ordnung

      [/quote]
      Philzer schrieb:Theoretisch will ich aber von meiner Rigorosität nicht abweichen, solange ich sie unter einen Hut mit Wissenschaftlichkeit bekomme.

      die absolute Wissenschaftlichkeit ist jas rigorose, damit verbaust du dir die Möglichkeit, die Welt auf viel schönere, ästethischere und analogiereichere Art zu beschreiben, außerdem sieht man dann immer das absolut negative obwohl es unsinnig ist, das immer neu zu betrachten, weil dadurch ändert es sich ja auch nicht und man selbst regt sich nur drüber auf.

      Von demher ist es wichtiger heute einen Weg
      zu entwickeln, der Soziologie auf neurologie reduziert und gleichzeitig
      versuche ich meine Sprache, meine Begriffe so anzupassen, dass sie mit
      den real existenten Begriffen übereinstimmen.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Etwas ist gut oder schlecht. Potenziert ist etwas richtig oder falsch.

      Was aber das ist, was gut und schlecht beurteilt, sowie das, was das Urteil "Sinnhaft" oder plausibel erscheinen lässt, das ist nicht beantwortbar.

      Das Potential ist immer dialektisch oder mathematisch gedacht.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Zschäpe äußert sich und bezeugt damit die Wahrheit?

      Frau Zschäpe hat heute eine lange Erklärung vorlesen lassen

      zunächst ist die Aussage interessant,
      um die Schuld der Angeklagten abschätzen zu können

      hintenrum wird dadurch aber die Ermittlungsarbeit der Polizei und der Journalisten bewertet

      ich bin gespannt, welche der beiden Gruppen durch sie besser wegkommt

      wenn es sich um einen Deal handeln sollte
      dürfte ihre Aussage bald zerpflückt werden
    • Propaganda-Video versus IS; "Wir sind nicht böse"

      Hi,

      Ist ja schön, dass da mal gegengehalten wird, aber an Naivität und ganzheitlichem Unverständnis des eigenen Seins kaum noch zu toppen:

      "...In der nächsten Sequenz erscheint ein muslimischer Geistlicher. Er wendet sich an die IS-Kämpfer und erklärt, warum sie verschont werden: "Das ist nicht unsere Methode. Wir sind nicht böse".
      Eine ebenso geschickte wie wirksame Propaganda-Ohrfeige für die IS-Terroristen und ihre Gewaltexzesse.
      Dann endet das Propaganda-Video, das zeigen soll, dass der Islam - anders als vom IS in die Welt getragen - eine friedliche Religion ist." (tfr)


      Das ist an Köstlichkeit kaum noch zu überbieten :LtD: und sollte als Ergänzungssure in den Koran eingehen. :D

      Kann eine Religion Gut oder Böse sein? Nein, nur beides zusammen, weil dies eben die Maxima der Bewertungsmuster dreidimensionaler Kognition sind.


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Kurz: der Mythos ist die durch den Verstand im freien Fabulieren gefundene Erklärung für empirisches Wissen
      das halte ich für falsch oder zu ungenau okay, das erklärt Mythos als Phänomen aber nicht als epistomologische Notwendigkeit Mythos erklärt sich hier auf ontologischer Ebene, nicht aber auf epistomologischer (Panpsychismus) Vor 19 Stunden

      Wieso? Der Verstand will Antworten auf die empirisch erkannten Dinge - und ist deshalb epistomologisch notwendig - bzw. sich zwangsläufig ergebend, da eben der frei fabulierende Verstand etwas erfindet, bspw. durch Animusmus, viele tausend Jahre bevor der Vwissensch. Verstand rationale Lösungen parat hat. Ich verstehe Deinen Einwand überhaupt nicht? Formuliere noch mal genauer, und Du kannst die Frage ja auch in dem Thread von mir stellen. Ok? gruß Renato



      Du beschreibst den Mythos nur phänomenologisch. Du beschreibst wie der Mythos auf den normalen Menschen wirkt.

      der Mythos existiert m.E. jedoch in erster Linie mal Subjektiv. Der Mythos der praktischen Religionen ist ja immer nur gegeben, weil sich die Leute vieles nicht erklären können.

      Der subjektive Mythos jedoch existiert, weil man nicht danach Fragen kann, was das Rätsel Welt ist.
      Es gibt einfach Sachlagen, die so nicht angesprochen werden können, die aber zwingend existieren.

      Das Sprachliche und damit auch das Denken können nicht vollständig abdecken, welche Gedanken man sich theoretisch machen könnte.

      Der Verstand ist.

      Die Dinge sind empirisch, die Sachverhalte sind ebenso empirisch, die Sachlagen ergeben sich Denkend.

      Die Epistomologie ist nun das, welches beschreibt, dass die Ontologie niemals vollständig sein kann und immer nur phänomenologisch funktionieren kann.

      Sie begrenzt quasi unsere Erkenntnis, die quasi "aufgeht" in der Realität - und nicht Erkenntnis bzgl. der Realität ist!


      Der Mythos ist quasi das, was unaussprechlich ist, was aber transsubjektiv gegeben ist. Er ergibt sich aus unserem Sein und unserer Begrenzten sprachlichen Fähigkeit die Welt zu benennen

      Deine Sicht ist jedoch auf die Gesellschaft gesehen eine ganz kluge Sicht auf den Mythos.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Philzer ()

    • Hi Canuma,

      Vermutlich kann ich Dir nicht folgen, trotzdem ein Versuch, vlt. hat @scilla ja noch ne Idee.....

      CanumaPueblo schrieb:

      Du beschreibst den Mythos nur phänomenologisch. Du beschreibst wie der Mythos auf den normalen Menschen wirkt.

      Ja, das ist ja auch wichtig um zu verstehen wie sich die Völker verhalten. ( bspw. Zyklus: Krieg-Frieden-Krieg )
      -> weil der Mythos eben, wie Adorno sagte 'positive Unendlichkeit' attestiert, bis zum nächsten Krieg ( bei mir: Fortsetzung der Sorglosigkeit aus dem unbewussten Leben)


      CanumaPueblo schrieb:

      der Mythos existiert m.E. jedoch in erster Linie mal Subjektiv.

      Mhhh. Dann hätte das Tier aber auch einen Mythos, denn es hat auch einen subjektiven-dreidimensionalen Erkenntnisapparat (Kernbewusstsein; 'Es')
      Der Mythos entsteht lediglich im erweiterten Bewusstsein, weil dieses eben nach dem 'Warum' fragt. o.s.ä. (weil es durch sein Sein in der Zeit eben danach fragen kann, das Tier ist ja immer nur im Jetzt)


      CanumaPueblo schrieb:

      Der Mythos der praktischen Religionen ist ja immer nur gegeben, weil sich die Leute vieles nicht erklären können.

      Konsens

      CanumaPueblo schrieb:

      Der subjektive Mythos jedoch existiert, weil man nicht danach Fragen kann, was das Rätsel Welt ist.

      Wieso? Mehr oder weniger fragt doch eigentlich jeder?


      CanumaPueblo schrieb:

      Es gibt einfach Sachlagen, die so nicht angesprochen werden können, die aber zwingend existieren.

      Welche? :D


      CanumaPueblo schrieb:

      Das Sprachliche und damit auch das Denken können nicht vollständig abdecken, welche Gedanken man sich theoretisch machen könnte.

      Ich versteh Bahnhof, sorry.

      CanumaPueblo schrieb:

      Sie begrenzt quasi unsere Erkenntnis, die quasi "aufgeht" in der Realität - und nicht Erkenntnis bzgl. der Realität ist!

      Selbst wenn das so sein sollte, was Du ja nur behaupten, nicht aber nachweisen kannst, wozu ist das Wissen darüber; das Rätseln darum in irgendeinster Weise für den Mensch, die Menschheit sinnvoll?
      Hier ist einer der wenigen Punkte wo ich mich mal auf Kant beziehe:

      "Und wenn, das Äußerste angenommen, was der Idealist behaupten will, alles, wovon wir etwas wissen und sagen können, alles nur Vorstellung und Denkgesetz ist wenn die Vorstellungen in uns modifiziert und geordnet nach gewissen Gesetzen just das sind, was wir Objekte und Welt nennen: wozu denn der Streit gegen diese gemein angenommene Sprache? wozu denn und woher die idealistische Unterscheidung?"


      CanumaPueblo schrieb:

      Der Mythos ist quasi das, was unaussprechlich ist, was aber transsubjektiv gegeben ist. Er ergibt sich aus unserem Sein und unserer Begrenzten sprachlichen Fähigkeit die Welt zu benennen
      Ich würde jetzt einfach mal vermuten, dass Du die religiöse Hybris (aus Autopoiesis/ bzw. Es gespeist) hier mit dem Mythos verwechselst?

      -> in so fern liegst Du aber ganz richtig, in den Mythos wurde quasi automatisch, weil er sonst dem 'Es' nicht gefallen hätte, alle Anforderungen aus dem 'Es' mit eingebaut!

      ( siehe unbegrenztes Wachstum bis zur Katastrophe: Adorno: Plafond)


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Philzer schrieb:

      Ja, das ist ja auch wichtig um zu verstehen wie sich die Völker verhalten. ( bspw. Zyklus: Krieg-Frieden-Krieg )
      -> weil der Mythos eben, wie Adorno sagte 'positive Unendlichkeit' attestiert, bis zum nächsten Krieg ( bei mir: Fortsetzung der Sorglosigkeit aus dem unbewussten Leben)
      nein, er attestiert einfach nur "positive Unendlichkeit". Der Krieg spielt beim Mythos an-sich keine Rolle mehr. Der Mythos existiert, weil die Ungewissheit bzgl. der Wahrheit existiert.

      Ja, die "Sorge" oder eben die "Sorglosigkeit" ist ein Problem, das Heidegger auch als zentral ausgemacht hat.

      Das unbewusste Leben kann aber ja keine Sorge bereiten - und damit auch keine Sorglosigkeit. Das unbewusste Leben ist ja nur der "unmarked" Space, den man als "wissender" den anderen unterstellen muss, weil ihr handeln ansonsten keinen Sinn ergäbe.

      Diese "positive Unendlichkeit" existiert ja, die Frage ist nur, was da genau "unendlich" lange existiert.

      Philzer schrieb:

      Mhhh. Dann hätte das Tier aber auch einen Mythos, denn es hat auch einen subjektiven-dreidimensionalen Erkenntnisapparat (Kernbewusstsein; 'Es')
      Der Mythos entsteht lediglich im erweiterten Bewusstsein, weil dieses eben nach dem 'Warum' fragt. o.s.ä. (weil es durch sein Sein in der Zeit eben danach fragen kann, das Tier ist ja immer nur im Jetzt)
      Naja, Wale, Schimpansen und anderen Arten würde ich sowas auch nicht zwingend absprechen.

      Der Mythos kann aber auch entstehen, wenn man fragt "Warum ist "etwas" nicht so, wie es möglich wäre" - ebenso aber auch auf die von dir beschriebene Art, wenn man fragt "Warum ist das Alles so wie es ist?"

      Mythos entsteht m.E. daraus, dass man die Eutopie und die Utopie erkennen kann bzw. in der Dystopie lebt. Man erkennt einen fix gegebenen Zustand der Zukunft, der jedoch heute noch nicht der Fall ist. Der aber notwendig existieren muss, ein Zustand der entweder Eutopisch, Dystopisch oder Utopisch ist. Gleichzeitig macht man mit dieser Erfahrung die Erkenntnis der Zeit und der eigenen zeitlichkeit. Ebenso die Begrenztheit der Sprache, neuen Sinn zu übermitteln und so vielleicht alten Sinn umzucodieren.

      Das ist glaub eine der Kernaussagen Luhmanns, wie ich grade gedacht habe, als ich das schrieb.

      Philzer schrieb:

      Wieso? Mehr oder weniger fragt doch eigentlich jeder?
      Warum "mehr" oder "weniger"? Was hat das mit Mythos zu tun?

      Der Subjektive Mythos ist, dass es ein Rätsel gibt, dessen Lösung frühstens mit dem Tot beantwortet wird, sofern es überhaupt beantwortet wird. Man versucht jedoch dieses Rätsel zu lösen, kommt dann aber zu dem Schluss, dass es Sinnlos ist und das Rätsel nicht existiert, weil einfach die Realität so ist, wie sie halt ist - mit einem ungelösten Rätsel eben.
      Wie das Rätsel heißt und wie es erklärbar wird. Und was eigtl. der tatsächliche Gegenstand ist, der das Rätsel beinhaltet bzw. wessen Mittel sich das Rätselhafte, das "magische", das nicht in Worte(und nur im Ansatze auf Mathematik) fassbare bedient.

      Philzer schrieb:

      Selbst wenn das so sein sollte, was Du ja nur behaupten, nicht aber nachweisen kannst, wozu ist das Wissen darüber; das Rätseln darum in irgendeinster Weise für den Mensch, die Menschheit sinnvoll?
      Hier ist einer der wenigen Punkte wo ich mich mal auf Kant beziehe:

      "Und wenn, das Äußerste angenommen, was der Idealist behaupten will, alles, wovon wir etwas wissen und sagen können, alles nur Vorstellung und Denkgesetz ist wenn die Vorstellungen in uns modifiziert und geordnet nach gewissen Gesetzen just das sind, was wir Objekte und Welt nennen: wozu denn der Streit gegen diese gemein angenommene Sprache? wozu denn und woher die idealistische Unterscheidung?"
      Weil der Mensch dann das, was du anprangerst logisch beweisen könnte und sich dann vielleicht eher daran halten würde.

      Der Streit existiert, weil die Art zu Fragen eine andere wird, wenn dies der Fall sein sollte.

      Man denkt sich dann als Teil eines Teils eines Ganzen.

      und nicht wie wir das heute tun als Teil eines Ganzen.

      Zu Kant: Die Unterscheidung ist tatsächlich unnötig, wenn man Ding und Ding-ansich unterscheidet. Allerdings ist m.E. die bessere Unterscheidung der ontologischen Differenz in der Sprache zu finden. In der Sprache und in der Handlung, sowie die Fähigkeit beides auf bestimmte Weise zu denken.

      Die Dinge gehen auf im Ding-ansich, ist m.E. dasselbe wie Das Wissen um die realen Gegebenheiten geht auf in der Realität.

      Das entscheidende ist, dass das System zwar alles beinhaltet, aber noch nicht Alles zweifelsfrei erklärt, denn es gibt immer ein Feld, welches unbestimmt ist.

      in der Physik hat ein Inertialsystem ja auch ein "Feld", ohne dieses wären z.B. die Feldgleichungen die Licht als Konstantes Feld setzen, indem sich dann eben die Gesetzmäßigkeiten der Relativitätstheorie mathematisch darstellen lassen.

      Es geht darum, dass eine Grenze existiert die zwei Räume unterscheidet, von denen immer nur einer bestimmt ist. Hat man "Alles" als in Raum 1 bestimmt, ist Raum 2 noch immer als ein "Nichts" bestimmt. Es geht nun aber nicht um das Alles und Nichts, sondern darum, dass man einen Raum(also auch die RAS) immer nur in Relation zu einem anderen(bisher nicht erklärbaren) Raum denken kann. Einzig die Realität, die sich dann eben aus den philosophischen Extremen zusammensetzt, die ist eben einfach als Feld.

      Philzer schrieb:

      Ich würde jetzt einfach mal vermuten, dass Du die religiöse Hybris (aus Autopoiesis/ bzw. Es gespeist) hier mit dem Mythos verwechselst?

      -> in so fern liegst Du aber ganz richtig, in den Mythos wurde quasi automatisch, weil er sonst dem 'Es' nicht gefallen hätte, alle Anforderungen aus dem 'Es' mit eingebaut!

      ( siehe unbegrenztes Wachstum bis zur Katastrophe: Adorno: Plafond)
      die religiöse Hybris ist m.E. etwas religiöses und insbesondere bei den abrahamitischen Religionen zu erkennen, der Mythos ist m.E. eine Tatsache.

      In die Sagen und Göttergeschichten wurden diese als "mythisch" eingebaut. Der Mythos selbst ist ja aber das, was die Grundlage ist für Sagen, Fabeln und Göttergeschichten.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Philzer ()

    • Hi Canuma,

      CanumaPueblo schrieb:

      Philzer schrieb:

      Ja, das ist ja auch wichtig um zu verstehen wie sich die Völker verhalten. ( bspw. Zyklus: Krieg-Frieden-Krieg )
      -> weil der Mythos eben, wie Adorno sagte 'positive Unendlichkeit' attestiert, bis zum nächsten Krieg ( bei mir: Fortsetzung der Sorglosigkeit aus dem unbewussten Leben)
      nein, er attestiert einfach nur "positive Unendlichkeit". Der Krieg spielt beim Mythos an-sich keine Rolle mehr. Der Mythos existiert, weil die Ungewissheit bzgl. der Wahrheit existiert.
      Ja, die "Sorge" oder eben die "Sorglosigkeit" ist ein Problem, das Heidegger auch als zentral ausgemacht hat.

      Du kannst bei Hinkelammert 'Der Glaube Abrahams und der Ödipus des Westens' genau nachlesen wie der Mythos immer her halten musste den Krieg zu legitimieren.

      CanumaPueblo schrieb:

      Das unbewusste Leben kann aber ja keine Sorge bereiten - und damit auch keine Sorglosigkeit. Das unbewusste Leben ist ja nur der "unmarked" Space, den man als "wissender" den anderen unterstellen muss, weil ihr handeln ansonsten keinen Sinn ergäbe.

      Ja das ist wohl richtig. Das unbewusste Leben funktioniert im jetzt. Nach den Befehlen seines 'Es'. Dort steht 'unendlicher Wachstumstrieb' - auch beim Mensch. Deshalb nenne ich eben die Sorglosigkeit über die Folgen enthemmten Wachstums, als zur religiösen Bewusstseinsstufe dazugehörend. (ich denke das kann man gut empirisch untermauern in den letzten 10 - 50 tsd. Jahren .....-> zuerst Ausbreitung auf Globus durch Verdrängungskampf, dann Zyklus Krieg Frieden Krieg)


      CanumaPueblo schrieb:

      Diese "positive Unendlichkeit" existiert ja, die Frage ist nur, was da genau "unendlich" lange existiert.

      Naja, für den 'Normalo' erstmal eben seine aus dem Tierreich übernommene Art und Weise das Leben zu bewältigen. Unbegrenztes Wachstum, nun noch abgesegnet über sein Glaubenssystem. ( er ist immer der 'Gute', die anderen sind die 'Bösen' - siehe Theodizee)


      CanumaPueblo schrieb:

      Philzer schrieb:

      Mhhh. Dann hätte das Tier aber auch einen Mythos, denn es hat auch einen subjektiven-dreidimensionalen Erkenntnisapparat (Kernbewusstsein; 'Es')
      Naja, Wale, Schimpansen und anderen Arten würde ich sowas auch nicht zwingend absprechen.

      Nee, aber darum müssen doch wir als Dialektiker nicht streiten. Dort gibt es selbstverständlich eben schon Vorformen davon.
      Wenn man also in diesen Prozess des Umschlagens von Quantität in Qualität (immer größeres besseres Kernbewusstsein -> Umschlag zu Denkfähigkeit/erweitertes Bewusstsein in der Zeit) 'hineinzoomt', wird man logischerweise auch hier Übergangsstufen finden. Das setzt deshalb die hegelsche Betrachtungsweise eines 'plötzlichen' Umschlagens nicht außer Kraft. .....


      CanumaPueblo schrieb:

      Der Mythos kann aber auch entstehen, wenn man fragt "Warum ist "etwas" nicht so, wie es möglich wäre" - ebenso aber auch auf die von dir beschriebene Art, wenn man fragt "Warum ist das Alles so wie es ist?"

      Zunächst muss der kollektive Mythos erstmal für alle die Welt so erklären wie sie ist (zum jeweiligen Wissensstand scheint <- Mythos ist damit automatisch inkompatibel zu anderen, weil eben das 'Nachbarvolk' dies oder jenes schon wieder anders fabuliert, und also der Mythos immer genommen werden kann um zu sagen 'wir sind die Guten, wir haben recht, das Nachbarvolk machts genauso, nur eben andersherum).

      Der Rest - also wie Du schreibst Varianten durchspielen - bleibt ein paar Denkern vorbehalten, die sich außerdem - siehe hier Forum - nie auf irgendetwas einigen können, denn Denken kann man nun fast unendlich vieles, vom elektroangetriebenen Pegasus, was weiss ich :)

      CanumaPueblo schrieb:

      Mythos entsteht m.E. daraus, dass man die Eutopie und die Utopie erkennen kann bzw. in der Dystopie lebt. Man erkennt einen fix gegebenen Zustand der Zukunft, der jedoch heute noch nicht der Fall ist. Der aber notwendig existieren muss, ein Zustand der entweder Eutopisch, Dystopisch oder Utopisch ist. Gleichzeitig macht man mit dieser Erfahrung die Erkenntnis der Zeit und der eigenen zeitlichkeit. Ebenso die Begrenztheit der Sprache, neuen Sinn zu übermitteln und so vielleicht alten Sinn umzucodieren.

      Vermutlich müssten wir mal in einer anderen Kommunikationsform (Telefon) abklären was Du unter Myxthos verstehst?
      Warum drückst Du das so 'umständlich' aus? Irgendwas schnall ich nicht. :)

      CanumaPueblo schrieb:

      Philzer schrieb:

      Selbst wenn das so sein sollte, was Du ja nur behaupten, nicht aber nachweisen kannst, wozu ist das Wissen darüber; das Rätseln darum in irgendeinster Weise für den Mensch, die Menschheit sinnvoll?
      Hier ist einer der wenigen Punkte wo ich mich mal auf Kant beziehe:

      "Und wenn, das Äußerste angenommen, was der Idealist behaupten will, alles, wovon wir etwas wissen und sagen können, alles nur Vorstellung und Denkgesetz ist wenn die Vorstellungen in uns modifiziert und geordnet nach gewissen Gesetzen just das sind, was wir Objekte und Welt nennen: wozu denn der Streit gegen diese gemein angenommene Sprache? wozu denn und woher die idealistische Unterscheidung?"
      Weil der Mensch dann das, was du anprangerst logisch beweisen könnte und sich dann vielleicht eher daran halten würde.
      Der Streit existiert, weil die Art zu Fragen eine andere wird, wenn dies der Fall sein sollte.
      Ja, man könnte dann nur noch intersubjektivierbare Antworten (Hypothesen) akzeptieren, und das will man eben nicht. (anthropologische Konstante)

      CanumaPueblo schrieb:

      Man denkt sich dann als Teil eines Teils eines Ganzen.

      und nicht wie wir das heute tun als Teil eines Ganzen.

      Verstehe ich nicht?


      CanumaPueblo schrieb:

      Zu Kant: Die Unterscheidung ist tatsächlich unnötig, wenn man Ding und Ding-ansich unterscheidet. Allerdings ist m.E. die bessere Unterscheidung der ontologischen Differenz in der Sprache zu finden. In der Sprache und in der Handlung, sowie die Fähigkeit beides auf bestimmte Weise zu denken.

      Die Dinge gehen auf im Ding-ansich, ist m.E. dasselbe wie Das Wissen um die realen Gegebenheiten geht auf in der Realität.

      Das entscheidende ist, dass das System zwar alles beinhaltet, aber noch nicht Alles zweifelsfrei erklärt, denn es gibt immer ein Feld, welches unbestimmt ist.

      Logisch. Und genau diesen Sachverhalt nutzt nun das Glaubenssystem um eine Alleinstellungsideologie 'zu fahren'.
      Nicht über eine Menschheit intersubjektivierbare Bewusstseinsinhalte legitimieren nun die Kampfübernahme aus dem Tierreich..... (und nicht vergessen - von oben - das unbegrenzte Wachstum ohne Rücksicht auf die Folgen)
      (-> ich bin auch für unbegrenztes Wachstum, aber eben nicht nur durch die instrumentelle-versklavte Vernunft perpetuiert, sondern auch permanent durch die selbe Vernunft kontrolliert, statt durch die zyklische Apocalypse :) )


      CanumaPueblo schrieb:

      ....die religiöse Hybris ist m.E. etwas religiöses und insbesondere bei den abrahamitischen Religionen zu erkennen, der Mythos ist m.E. eine Tatsache.
      In die Sagen und Göttergeschichten wurden diese als "mythisch" eingebaut. Der Mythos selbst ist ja aber das, was die Grundlage ist für Sagen, Fabeln und Göttergeschichten.
      Nee. Selbst der allererste Urmensch hat sich mit einem Urmythos schon 'selbst überhöht'.
      Klar, mir den verschiedenen Gottabstraktionen ist diese Selbstüberhöhung immer weiter gewachsen, im Monotheismus schließlich wird die Erde zur freien Vernutzung freigegeben (vorher wurde die Natur zwar genauso immer übernutzt - im Rahmen der Möglichkeiten, aber man hat sie noch angebetet)

      Rudolf Bahro brachte das treffend so zum Ausdruck:

      Die Beherrschung der Natur ist ihre Abschaffung.


      Und, vielleicht ist das auch gar kein Problem, wer wollte das dem Mensch vorschreiben?
      Nur eben Apocalypsen sollten dabei vermieden werden.


      gruß Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Philzer schrieb:

      Du kannst bei Hinkelammert 'Der Glaube Abrahams und der Ödipus des Westens' genau nachlesen wie der Mythos immer her halten musste den Krieg zu legitimieren.
      Ja, das ändert ja aber nichts daran, dass es subjektiv idealistisch notwendig einen Mythos gibt und sei es auch die nicht-Existenz des Todes in den einzelnen einer Gesellschaft.

      Der Mythos besteht, weil die Sprache jeder Wissenschaft "aufgepropft" ist. Ihre Funktionsweise und insbesondere auch ihr Ursprung ist unbekannt und zeigt "Magische Züge", weil der Mensch eben "technisch" funktioniert, jedoch nur der nicht-philosophische Mensch, philosophische Menschen funktionieren immer Individuell.

      Der Mythos ist m.E. durch die Gleichsetzung von Ding mit mentaler Repräsentation des Dings nicht ausgemerzt.

      Denn der Mythos ergibt sich auf Grund dessen, dass man selbst, angenommen man verstünde das Alles hier, am Schluss immer auf eine 50/50 Entscheidung kommt, entweder im Handeln...erfolgreich bzw. nicht erfolgreich oder im Denken Mythos ja/nein?


      Philzer schrieb:

      Ja das ist wohl richtig. Das unbewusste Leben funktioniert im jetzt. Nach den Befehlen seines 'Es'. Dort steht 'unendlicher Wachstumstrieb' - auch beim Mensch. Deshalb nenne ich eben die Sorglosigkeit über die Folgen enthemmten Wachstums, als zur religiösen Bewusstseinsstufe dazugehörend. (ich denke das kann man gut empirisch untermauern in den letzten 10 - 50 tsd. Jahren .....-> zuerst Ausbreitung auf Globus durch Verdrängungskampf, dann Zyklus Krieg Frieden Krieg)
      da steht nicht unendlicher sondern "ewiger" Wachstumstrieb, denn irgendwann lässt sich logisch gesehen ja nicht mehr wachsen.
      Warum denn zur religiösen? Wie kann es die religiöse Bewusstseinstufe sein, wenn diese Leute nichtmal einen Sinn für Ästethik haben und den haben sie ja nicht, wenn sie Sorglos bzgl. des enthemmten Wachstums sind.
      die Religiöse Bewusstseinsstufe ist m.E. niemals am "handeln", diese existiert m.E. einzig in der Sprache bzw. in einzelnen Bewusst seienden.

      Der Zyklus Krieg-Frieden-Krieg begann ja schließlich mal in einer Harmonie, also in Frieden-Krieg-Frieden-Krieg, woraus dann irgendwann im kollektiven Unbewussten Krieg-Frieden-Krieg wurde.

      Dies hatte mit der Zunahme der autopoietischen Komplexität zu tun und dass diese Zunahme dazu führte, dass die sich kollektiv als jeweils eine Einheit sehenden Völker sich dann nicht mehr im "Gleichgewicht" befanden,
      weil in ihrem "Es" bereits bestimmte Moralvorstellungen und traditionelle Feindschaften etabliert waren.

      Die Religionen waren nun halt immer der Grund für Krieg, weil es hier logischerweise immer ideologischer wurde und dann versagte halt irgendwann das Werkzeug der Diplomatie.

      Religionen bzw. das religiöse Bewusstsein von Einzelnen nun pauschal als falsch zu sehen, halte ich für falsch, denn es gibt nunmal ein religiöses Bewusstsein, nur kann man dieses Idealistisch oder Atheistisch sehen.(niemals aber Agnostisch)

      Philzer schrieb:

      Naja, für den 'Normalo' erstmal eben seine aus dem Tierreich übernommene Art und Weise das Leben zu bewältigen. Unbegrenztes Wachstum, nun noch abgesegnet über sein Glaubenssystem. ( er ist immer der 'Gute', die anderen sind die 'Bösen' - siehe Theodizee)
      das hat ja aber nichts mit Unendlichkeit zu tun, du bist hier noch vollständig im Zeitraum "Ewig". Unendlich existiert nur der Raum und die natürlichen Zahlen.

      Das Glaubenssystem wird aber doch eher gespeist von denen, die Verlierer sind des Kapitalismus als von denen, die auf der Gewinnerseite sitzen oder würdest du das anders sehen?


      Philzer schrieb:

      Nee, aber darum müssen doch wir als Dialektiker nicht streiten. Dort gibt es selbstverständlich eben schon Vorformen davon.
      Wenn man also in diesen Prozess des Umschlagens von Quantität in Qualität (immer größeres besseres Kernbewusstsein -> Umschlag zu Denkfähigkeit/erweitertes Bewusstsein in der Zeit) 'hineinzoomt', wird man logischerweise auch hier Übergangsstufen finden. Das setzt deshalb die hegelsche Betrachtungsweise eines 'plötzlichen' Umschlagens nicht außer Kraft. .....
      aber das plötzliche umschlagen ist, wie du ja andeutest, garnicht so plötzlich. Wir können es uns nur nicht anders Denken als durch qualitative Sprünge.

      Das Umschlagen von Qualität in Quantität existiert ja nicht real, sondern nur als Denkmethode unseres Gehirns.

      Die Veränderung passiert ja an sich kontingent.

      Aber ja, wir sind uns hier aufjedenfall einig.
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Philzer schrieb:Zunächst muss der kollektive Mythos erstmal für alle die Welt so erklären wie sie ist (zum jeweiligen Wissensstand scheint <- Mythos ist damit automatisch inkompatibel zu anderen, weil eben das 'Nachbarvolk' dies oder jenes schon wieder anders fabuliert, und also der Mythos immer genommen werden kann um zu sagen 'wir sind die Guten, wir haben recht, das Nachbarvolk machts genauso, nur eben andersherum).
      Der Rest - also wie Du schreibst Varianten durchspielen - bleibt ein paar Denkern vorbehalten, die sich außerdem - siehe hier Forum - nie auf irgendetwas einigen können, denn Denken kann man nun fast unendlich vieles, vom elektroangetriebenen Pegasus, was weiss ich

      Ja, aber das kann er ja nur, wenn die subjektive Wahrheit der Einzelnen in der Zeit kollektiv bewusst wird und sich als Mythos etabliert.
      Hierfür muss jedoch die Wissenschaft erstmal optimal funktionieren...und hierfür braucht es dann Heidegger, sowie Adorno und formale Logik und eine Definition von Alles und Nichts um der Wissenschaft überhaupt mal ihr operatives Ziel zu setzen, denn aktuell forscht die ja noch wild drauf los in alle Richtungen ohne eigentlich einen Plan zu haben, welche Bereiche wie zusammenhänhen und welche Bereiche durch die dialektische Methode vielleicht sogar bereits als "abgeschlossen" gelten könnten.

      Philzer schrieb:Vermutlich müssten wir mal in einer anderen Kommunikationsform (Telefon) abklären was Du unter Myxthos verstehst?
      Warum drückst Du das so 'umständlich' aus? Irgendwas schnall ich nicht.

      Weil der Mythos einmal transsubjektiver Mythos ist und einmal phänomenal, also intersubjektivierbarer Mythos.

      Philzer schrieb:Ja, man könnte dann nur noch intersubjektivierbare Antworten (Hypothesen) akzeptieren, und das will man eben nicht. (anthropologische Konstante)

      Das Subjekt der Frage ändert sich dann, weg von der Problemlösung hin zur Problemvereinfachung und gleichzeitig zur Lösung des abgefahrenen Erlebnis was man hatte, was dann m.E. insbesondere in der Kybernetik besprochen wird.

      Philzer schrieb:Verstehe ich nicht?

      Man denkt sich dann als Teil eines Teils eines Ganzen.


      und nicht wie wir das heute tun als Teil eines Ganzen.

      Wir sehen uns heute als Individuum in einem Weltganzen oder eben in der Welt, die sich der Ego Perspektive erschließt.

      Wir müssten uns eigentlich ehen als Individuum, welches in einem kollektiv Lebt, welches als Kollektiv beeinflusst ist von anderen Kollektiven.

      Oder verrückter ausgedrückt:

      Wir sehen uns heute nur als Tier einer Welt gegenüber.

      Wir sollten uns aber als Mensch dem Tier gegenübersehen, welches als Kollektivwesen Teil eines Weltganzen ist.

      Philzer schrieb:Logisch. Und genau diesen Sachverhalt nutzt nun das Glaubenssystem um eine Alleinstellungsideologie 'zu fahren'.
      Nicht über eine Menschheit intersubjektivierbare Bewusstseinsinhalte legitimieren nun die Kampfübernahme aus dem Tierreich..... (und nicht vergessen - von oben - das unbegrenzte Wachstum ohne Rücksicht auf die Folgen)
      (-> ich bin auch für unbegrenztes Wachstum, aber eben nicht nur durch die instrumentelle-versklavte Vernunft perpetuiert, sondern auch permanent durch die selbe Vernunft kontrolliert, statt durch die zyklische Apocalypse )

      die kampfübernahme aus dem Tierreich oder eben die kulturellen Vorbedingungen des zum jetzigen Zeitpunkt seienden.
      "von oben" kommt nur Licht der Sonne, zumindest subjektiv.

      "von oben" könnte ja auch begrenzt sein durch die Gesetze, die das "obere" auf mittlerer Ebene oktroyieren.

      unbegrenztes Wachstum ist schlicht und ergreifend unmöglich.

      Nicht das Glaubenssystem fährt die Alleinstellungsideologie, sondern das Gehirn zwingt das Bewusstsein entweder in einen subjektiven Idealismus oder in einen "vorkonstruierten" kollektiven Glauben, der dann meist nicht kritisch genug das gegebene hinterfragt oder eben moraltechnisch 200 Jahre zurückhängt.
      hat er nicht das unvorstellbare "geerdet"?

      Ob man heute die Natur oder Gott anbetet spielt keine Rolle mehr, weil das Problem, dass wir uns nicht als "aus der Natur stammend" erkennen, ist ja nunmal bereits seit einiger Zeit fix gegeben.

      Ich denke, die Beherrschung der Natur ist die Abschaffung eines subjektiven Idealismus und gleichzeitig - beim heutigen Stand der Dinge - unsere Abschaffung.


      sofern es Gott gibt, wohl Gott :P

      schön trocken der letzte Satz
      Das Universum ist nicht-mathematisch.
      Die Phänomenologie basiert in Gänze auf Thetik. Die organische Philosophie trifft besser, was es zu treffen gilt.
      Das System als Ursprung des menschlichen Daseins ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
      Das Grundübel liegt darin, dass "Gott" als ein Begriff mit Inhalt verstanden wird, statt als eines Begriffes dessen Inhalt eine inhaltsleere Worthülse ist
    • Gott und Natur

      Hi Canuma,

      CanumaPueblo schrieb:

      Weil der Mythos einmal transsubjektiver Mythos ist und einmal phänomenal, also intersubjektivierbarer Mythos.
      Das ist interessant formuliert. Der Mythos an sich * ist phänomenal (anthropologische Konstante?) über alle Individuen (99%?) feststellbar, und eine der wichtigsten Eigenschaften dieses Phänomens ist eben die Nichtintersubjektivierbarkeit der konkreten Bewusstseinsinhalte (die man eben nicht zusammenführen kann weil es dafür kein Kriterium gibt - denke bitte an die unendliche Spaltung aller großen Religionen wenn sie zu weit wachsen - immer nur schön an der Realität entlang bleiben :) )

      * besser wäre die Religiösität an sich ? (hervorgerufen/ bedingt durch die Schizophrenie von 'Es' und 'ich' ?)

      Ich hab das alles in meiner Phil analysiert und in Denkmodellen dargestellt.

      Hinweis: Wenn Leben immer der Balanceakt zwischen Kooperation und Konkurrenz ist (Dank an @Jörn), dann in dem Sinne:
      Immer nur soviel Kooperation wie unbedingt nötig (aus der Sicht aller, also auch aus der Sicht der Starken ! ) und immer soviel Konkurrenz wie möglich. (so das gerade noch der Zusammenbruch vermieden wird)
      -> und also, da für den Kapitalist alles käuflich ist, braucht er als der Starke im System, nahezu keinerlei Kooperation mehr (müsste man besser analysieren - also den Rest der noch bleibt muss man analysieren und benennen - wer hat Ideen dazu?) -> individualisierter Mythos

      CanumaPueblo schrieb:

      Ob man heute die Natur oder Gott anbetet spielt keine Rolle mehr, weil das Problem, dass wir uns nicht als "aus der Natur stammend" erkennen, ist ja nunmal bereits seit einiger Zeit fix gegeben.
      Es spielt solange eine Rolle wie man durch die Gottabstraktion nichtintersubjektivierbare Bewusstseinsinhalte legitimieren kann und dadurch die Strategien des Tierreiches in die Formation transferiert.
      Wenn es Dir gelingt, dies durch eine Theorie/ Denkmodell zu vermeiden, geb ich Dir Einen, oder Zwei oder Drei :) aus.


      gruß Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Hi,

      Ich wünsche allen ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

      Sylvester bin ich im 'Osten' (Heimat), und in der ersten Januarwoche dann mit dem Philokreis in Italien.


      liebe Grüße Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer