Pragmatismus und Ästhetik

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    • In dem Text von McClelland wird zunächst die pervasive quality der experience und der Begriff der Situation erklärt. Die pervasive quality bezieht sich auf die Unmittelbarkeit der Erfahrung. Sie kann nicht wirklich beschrieben werden, da jede Beschreibung schon eine Reflektion und Unterscheidung beinhaltet. Dewey spricht auch von der "isness" der Erfahrung. Es handelt sich offenbar um eine vorreflexive und vorsprachliche Einheit der Erfahrung. Dewey schreibt selbst:
      Many modern thinkers, influenced by the notion that knowledge is the only mode of experience that grasps things, assuming the ubiquity of cognition, and noting that immediacy or qualitative existence has no place in authentic science, have asserted that qualities are always and only states of consciousness. It is a reasonable belief that there would be no such thing as “consciousness” if events did not have a phase of bruteand unconditioned “isness,” of being just what they irreducibly are. . . .And also without immediate qualities those relations with which science deals would have no footing in existence, and thought would have nothingbeyond itself to chew upon or dig into. Without a basis in qualitative events, the characteristic subject-matter of knowledge would be algebraic ghosts, relations that do not relate.
      Qualität ist weder bloß in den äußeren Dingen noch bloß im Bewusstsein verortet. Sie besteht in der Transaktion zwischen den beiden und bindet den Organismus an seine Umgebung. Die Unterscheidung zwischen Subjekt und Objekt wird noch nicht getroffen. Dewey negiert damit auch die Subjekt-Objekt-Spaltung, in der das subjektive Bewusstsein irgendwie in einer korrelationistischen Beziehung zu den äußeren Dingen steht.

      Das nennt Dewey die primary phase of experience. Es ist eine (zeitliche?) Phase, keine kategoriale Unterscheidung. Der Organismus ist eingebunden in seine unmittelbares Tun und Erleiden/Erleben. Dies nennt Dewey auch die Situation. Jede Situation hat primary and secondary qualities.

      Ich denke Dewey beschreibt hier die unmittelbare Qualität von Erfahrung. Dies entspricht ungefähr dem was Peirce die Erstheit oder feeling nennt. Ich halte die Interpretation von Neubert, dass es sich bei der primary experience um habitualisierte Erfahrungen handelt für falsch. Bei Peirce ist habit eine Drittheit. Das heißt die Gewohnheit setzt eine Regelmäßigkeit voraus. Dazu muss zu der Erstheit des bloßen Gefühls noch die Zweitheit der brute facts als Widerstand und eben eine Regelmäßigkeit als Drittheit hinzu kommen. Ich würde zunächst vermuten, dass Dewey Peirce in diesem Punkt nicht widerspricht. Daher würde ich bei der primary phase eher von unmittelbarer und durchdringender Qualität der Erfahrung sprechen. Diese Qualität ist zugleich ein Kontinuum und eine selbstverständliche Ganzheit.
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    • Das mit dem habit müsste man diskutieren. Inwieweit sind habits präreflexiv und daher ein Teil der präkognitiven Phase der Erfahrung? Oder inwieweit sind sie als unmittelbare Qualität der Erfahrung zu begreifen? Ich denke hier muss man differenzieren. Habits sind automatisierte und daher "unbewusst" ausgeführte Handlungen. Jedoch sind sie wesentlich voraussetzungsreicher als bloße Unmittelbarkeit, da sie eine Regelmäßigkeit und daher eine situationsübergreifende Allgemeinheit, eine Schema oder eine Routine darstellen.
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    • Ryoba schrieb:

      [...] Die pervasive quality bezieht sich auf die Unmittelbarkeit der Erfahrung. Sie kann nicht wirklich beschrieben werden, da jede Beschreibung schon eine Reflektion und Unterscheidung beinhaltet. Dewey spricht auch von der "isness" der Erfahrung. Es handelt sich offenbar um eine vorreflexive und vorsprachliche Einheit der Erfahrung. [...] Ich denke Dewey beschreibt hier die unmittelbare Qualität von Erfahrung. Dies entspricht ungefähr dem was Peirce die Erstheit oder feeling nennt. Ich halte die Interpretation von Neubert, dass es sich bei der primary experience um habitualisierte Erfahrungen handelt für falsch.[...]
      So richtig bekomme ich das noch nicht zusammen. Aus dieser Zusammenstellung Deiner Aussagen würde ich nun folgern, dass "pervasive quality" bzw. "Erstheit" oder "feeling" in etwa das ist, was andere Philosophen unter "Qualia" verstehen. Könnte man das so sagen? (Wiewohl auch "Qualia" wohl ein notorisch unscharfer Begriff ist.)

      Und: könnte man widerspruchsfrei annehmen, dass auch höhere Tiere primary experiences haben?

      Ryoba schrieb:

      Das nennt Dewey die primary phase of experience. Es ist eine (zeitliche?) Phase, keine kategoriale Unterscheidung. Der Organismus ist eingebunden in seine unmittelbares Tun und Erleiden/Erleben. Dies nennt Dewey auch die Situation. Jede Situation hat primary and secondary qualities.
      Das allerdings passte dann nicht so richtig dazu. Wieso sollte jede Situation sowohl primary als auch secondary qualities haben? Woraus leitest Du das ab?
    • Philodendron schrieb:

      . Methodisch kulturalistisch dagegen ist der Primat der Handlungstheorie gegen­über der Sprachphilosophie, der sprachpragmatisch die Kriterien gewinnt, die eine Interpretation (als Oberbegriff zu allen Verstehensbemühungen sprach­licher Äußerungen) neben wissenschaftlichen und philosophischen auch gegen­über alltagssprachlichen Texten einschließlich toter, nicht in einen Dialog einbeziehbaren Autoren eröffnet.« (S. 137 )
      das ist wichtig, denn hier ist ein Übergang zu vernehmen, der die in Wittgenstein und Janich gebündelte Sprachphilosophie in die Handlungstheorie überführt...und damit überhaupt erst soziologische Theorienu(u.a. Luhmann, Parsons) und die Hegelsche Philosophietradition "Anschlussfähig" macht an das phänomenale Erleben eines Bewusst seienden, welches sich in sprachlicher Philosophie und den Bemühungen um eine Idealsprache niederschlägt.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
      Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
      Das System als Ausgangspunkt des menschlichen Daseins ist Grundlage aller Philosophie.
      Die Geschichte von den zwei Quadraten.
    • Her K. schrieb:

      So richtig bekomme ich das noch nicht zusammen. Aus dieser Zusammenstellung Deiner Aussage würde ich nun folgern, dass "pervasive quality" bzw. "Erstheit" oder "feeling" in etwa das ist, was andere Philosophen unter "Qualia" verstehen. Könnte man das so sagen?
      Was sind Qualia? Entscheidend ist denke ich der Punkt, dass die Subjekt-Objekt-Spaltung in der primary phase nicht greift.

      Her K. schrieb:

      Das allerdings passte dann nicht so richtig dazu. Wieso sollte jede Situation sowohl primary als auch secondary qualities haben? Woraus leitest Du das ab?
      In dem Text heißt es, dass Dewey die dualistische und unversöhnliche Trennung von primary und secondary experience vermeiden will. So ist dort von sukzessiven aber komplett interdependenten Phasen der Erfahrung die Rede.

      Her K. schrieb:

      Und: könnte man widerspruchsfrei annehmen, dass auch höhere Tiere primary experiences haben?
      Die Interdependenz von primary und secondary phase spricht für eine dem Menschen eigene Form der Erfahrung. Prinzipiell könnte man auch Tieren eine unmittelbare Erfahrungsqualität zuschreiben. Wie es dann mit der reflektiven secondary phase des Denkens bestellt ist, ist dann schon schwieriger zu beantworten.
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    • Ryoba schrieb:

      Habits sind automatisierte und daher "unbewusst" ausgeführte Handlungen. Jedoch sind sie wesentlich voraussetzungsreicher als bloße Unmittelbarkeit, da sie eine Regelmäßigkeit und daher eine situationsübergreifende Allgemeinheit, eine Schema oder eine Routine darstellen.
      Ja, würde ich im Prinzip auch so sehen - jedoch würde ich "Handlung" dabei erst mal streichen wollen.

      Oder mal so gefragt: ist ein "habit" in Deweys Sinne ein bewusst erlerntes Verhalten, basiert es also auf secondary experiences oder könnte auch ein rein instinktives Verhalten auf einem habit basieren?
    • Ryoba schrieb:

      Prinzipiell könnte man auch Tieren eine unmittelbare Erfahrungsqualität zuschreiben. Wie es dann mit der reflektiven secondary phase des Denkens bestellt ist, ist dann schon schwieriger zu beantworten.
      Was für Singers Ethik essentiell ist.

      Ryoba schrieb:

      Was sind Qualia? Entscheidend ist denke ich der Punkt, dass die Subjekt-Objekt-Spaltung in der primary phase nicht greift.
      Das ist m.E. wichtig!
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
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    • Her K. schrieb:

      rein instinktives Verhalten
      meinst du nicht, dass das, was man durch "Intuition" erlernt bzw. die Existenz der Intuition ein "rein" instinktives Verhalten unmöglich macht?

      Denn Intuition ist ja in gewisser Weise eine Kenntnis bzgl. der Fremden - und damit gleichzeitig auch der eigenen - Instinkte?
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    • Her K. schrieb:

      Ryoba schrieb:

      Ich bin etwas zurückhaltend was die Gleichsetzung der primary phase mit einem phänomenalen Bewusstsein betrifft.
      Aber die Gleichsetzung bestünde nicht in der von phänomenalem Bewusstsein mit primary experiences, sondern der Gleichsetzung von Ersterem mit Deweys "pervasive qualities".
      Diese pervasive quality ist - soweit ich das verstehe - auch das, was die Erfahrung individuiert und als eine Einheit konstituiert, weil sie sie als konstante Qualität durchzieht. Dieser Sturm, dieses Essen oder dieser Bruch in einer Freundschaft werden zu einer Erfahrung durch eine bestimmte durchdringende Qualität.

      McClelland zählt auch habits zu dieser pervasive quality und sieht sie als ein Teil des selbstverständlichen Ganzen, das wir in der Situation fühlen.

      Wenn diese Konstante nun in dem phänomenalen Bewusstsein selbst besteht, hieße das ja wiederum wir sind bei dem "Ich denke" (der transzendentalen Einheit der Apperzeption) von Kant, das alle unsere Vorstellungen begleiten können muss, gelandet. Oder verstehe ich da was falsch?
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      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Ryoba ()

    • CanumaPueblo schrieb:

      ... und damit überhaupt erst soziologische Theorienu(u.a. Luhmann, Parsons) und die Hegelsche Philosophietradition "Anschlussfähig" macht an das phänomenale Erleben eines Bewusst seienden, welches sich in sprachlicher Philosophie und den Bemühungen um eine Idealsprache niederschlägt.
      Ich bin etwas zurückhaltend was die Gleichsetzung der primary phase mit einem phänomenalen Bewusstsein betrifft. Mir ist noch nicht ganz klar, inwieweit ein phänomenales Bewusstsein auch im Sinne von Dewey gedacht werden kann, als nicht in einem isolierten subjektiven Bewusstsein verortet, sondern in der Wechselwirkung und Einheit zwischen Organismus und Umwelt bestehend.
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    • Ryoba schrieb:

      Mir ist noch nicht ganz klar inwieweit ein phänomenales Bewusstsein auch im Sinne Dewey gedacht werden kann, als nicht in einem isolierten subjektiven Bewusstsein verortet, sondern in der Wechselwirkung und Einheit zwischen Organismus und Umwelt bestehend.
      kp wie Dewey das sieht.

      Da ich "subjektives Bewusstsein" als nicht erklärbares, nicht phänomenologisches Epiphänomen betrachte, ist das aus meiner Sicht kein Problem.

      Die Einheit von Organismus und Umwelt besteht durch die Existenz des Systems, indem Organismus und Umwelt vereint gedacht werden müssen.

      Die Wechselwirkung von Bewusstsein und Umwelt ergibt sich, weil ein sich seiner Selbst bewusstses Bewusstsein quasi ein "Beobachter 2. Ordnung" ist und sich damit dauerhaft aus primary und secondary Erfahrungen konstituiert.

      Bewusstsein existiert quasi nur, weil mein Organismus und die Umwelt gleichzeitig existieren.

      Ich sehe kein Problem Bewusstsein als phänomenales Bewusstsein zu sehen, welches aus primärer und sekundärer Erfahrung besteht.
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    • CanumaPueblo schrieb:

      Die Wechselwirkung von Bewusstsein und Umwelt ergibt sich, weil ein sich seiner Selbst bewusstses Bewusstsein quasi ein "Beobachter 2. Ordnung" ist und sich damit dauerhaft aus primary und secondary Erfahrungen konstituiert.
      Hier bist du in großen Schritten und für mich zu schnell unterwegs. Die Wechselwirkung und Bindung zwischen Organismus und Umwelt besteht - zumindest nach Dewey - doch gerade in der primary phase und in der unmittelbaren Erfahrung.
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    • Ryoba schrieb:

      Die habits sind also ein kumulatives Resultat des Denkens und sind aus einer problematischen und spannungsvollen Situation entstanden. Und die Anpassung zwischen Organismus und Umwelt- hier ist es wieder - kann als aesthetisch angesehen werden, wenn sie intelligent gestaltet und eingesetzt wird.
      Danke für das Zitat. Meine Frage kann damit mE eindeutig beantwortet werden: habits beruhen ausschließlich auf einem Lernvorgang, (wobei durch "tensional situations" secondary experiences erzeugt wurden). Eventuelle instinktive/angeborene Reaktionen, (z.B. ein Fluchtreflex oder ein Saugreflex bei einem Baby), wären demnach nicht unter habits einzuordnen.

      Die Frage, die sich mir dann stellt, ist die: wie geht Dewey mit solchen Reaktionen um, wie ordnet er die ein? Oder geht er davon aus, dass Menschen unbeschriebene Blätter seien, die komplett alles erst (bewusst!) lernen würden?

      Ryoba schrieb:

      Ich bin etwas zurückhaltend was die Gleichsetzung der primary phase mit einem phänomenalen Bewusstsein betrifft.
      Aber die Gleichsetzung bestünde nicht in der von phänomenalem Bewusstsein mit primary experiences, sondern der Gleichsetzung von Ersterem mit Deweys "pervasive qualities".

      (Und ich denke nicht, dass "Qualia" ein isoliertes subjektives Bewusstsein ohne Wechselwirkung zur Umwelt impliziert und/oder eine Subjekt-Objektspaltung, zumindest aber nicht mehr als Deweys "pervasive qualities".)
    • Ryoba schrieb:

      Hier bist du in großen Schritten und für mich zu schnell unterwegs. Die Wechselwirkung und Bindung zwischen Organismus und Umwelt besteht - zumindest nach Dewey - doch gerade in der primary phase und in der unmittelbaren Erfahrung.
      die "primary Phase" entspringt ja, wie die Informationen der "secondary Phase" der unmittelbaren Erfahrung.
      Dewey setzt hier wohl Umwelt und Weltgeist in Eins.

      Der Organismus ist dauerhaft gebunden an seine Umwelt(wg. des "in die Welt geworfen Seins" bzw. materieller, weil er nur als phänomenales Bewusstsein sein kann, weil er Sinne hat die durch die Umwelt gereizt werden).
      Die Wechselwirkung zw. Umwelt und Organismus besteht durch die reine Neuroloie. Denn das neurologische Feld ist es ja, was eine primary phase ja überhaupt ermöglicht, weil die zeitlichen Erfahrungen und/oder kulturellen Gegebenheiten in dieser kategorisiert werden.
      Die primary Phase ist das, was einen erst entweder die Sprache oder das Primat der Handlung über die Sprache erkennen lässt. Denn in ihr verknüpft sich unmittelbare Erfahrung, also auch gerlerntes zu einem strukturierten Ganzen, welches neue Qualitative Überlegungen ermöglicht.

      Her K. schrieb:

      Aber die Gleichsetzung bestünde nicht von phänomenalem Bewusstsein mit primary experiences, sondern der Gleichsetzung von Ersterem mit Deweys "pervasive qualities".
      Ja, weil es Epiphänomenal ist... Bewusstsein ist nur das stetige Erleben von dem, was man bereits erlernt hat, dieses ist dann entweder eine Handlung oder Sprachlich/Mathematisch/Formallogisch...nur gilt es eben zu verstehen, was die "pervasive qualities" sind, denn hier verortet sich der Humunkulus, sofern Bewusstsein nicht vielleicht doch ein vollständiges Scheinproblem ist(wenn also der Humunkulus "ein Nichts" wäre, wenn der Mensch also als Individuum vollständig nur Information und Atome ist).

      Anders gesagt, deine Gleichsetzung ist genauer.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
      Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
      Das System als Ausgangspunkt des menschlichen Daseins ist Grundlage aller Philosophie.
      Die Geschichte von den zwei Quadraten.
    • Ryoba schrieb:

      Wenn diese Konstante nun in dem phänomenalen Bewusstsein selbst besteht, hieße das ja wiederum wir sind bei dem "Ich denke" (der transzendentalen Einheit der Apperzeption) von Kant, das alle unsere Vorstellungen begleiten können muss, gelandet. Oder verstehe ich da was falsch?
      im Prinzip ja, Epiphänomenal ist man eben.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
      Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
      Das System als Ausgangspunkt des menschlichen Daseins ist Grundlage aller Philosophie.
      Die Geschichte von den zwei Quadraten.
    • Ryoba schrieb:

      Her K. schrieb:

      Aber die Gleichsetzung bestünde nicht in der von phänomenalem Bewusstsein mit primary experiences, sondern der Gleichsetzung von Ersterem mit Deweys "pervasive qualities".
      Diese pervasive quality ist - soweit ich das verstehe - auch das, was die Erfahrung individuiert und als eine Einheit konstituiert, weil sie sie als konstante Qualität durchzieht. Dieser Sturm, dieses Essen oder dieser Bruch in einer Freundschaft werden zu einer Erfahrung durch eine bestimmte durchdringende Qualität.
      McClelland zählt auch habits zu dieser pervasive quality und sieht sie als ein Teil des selbstverständlichen Ganzen, das wir in der Situation fühlen.

      Wenn diese Konstante nun in dem phänomenalen Bewusstsein selbst besteht, hieße das ja wiederum wir sind bei dem "Ich denke" (der transzendentalen Einheit der Apperzeption) von Kant, das alle unsere Vorstellungen begleiten können muss, gelandet. Oder verstehe ich da was falsch?
      Nun ja, wie schon gesagt, ist "Qualia" (bzw.: phänomenales Bewusstsein) kein einfach zu verstehendes Konzept, vermutlich versteht da viele Leute Unterschiedliches darunter.

      So wie das verstehe, ist damit aber nicht ein "ich denke" gemeint, (was eine Selbst-Reflexionsfähigkeit impliziert -> ich weiß, dass ich weiß), sondern eine unmittelbare Qualität eines Erlebnisses. Daher dachte ich auch, dass das ganz gut mit Deweys "pervasive qualities" zusammenpasst.
    • Her K. schrieb:

      Ryoba schrieb:

      Her K. schrieb:

      Aber die Gleichsetzung bestünde nicht in der von phänomenalem Bewusstsein mit primary experiences, sondern der Gleichsetzung von Ersterem mit Deweys "pervasive qualities".
      Diese pervasive quality ist - soweit ich das verstehe - auch das, was die Erfahrung individuiert und als eine Einheit konstituiert, weil sie sie als konstante Qualität durchzieht. Dieser Sturm, dieses Essen oder dieser Bruch in einer Freundschaft werden zu einer Erfahrung durch eine bestimmte durchdringende Qualität.McClelland zählt auch habits zu dieser pervasive quality und sieht sie als ein Teil des selbstverständlichen Ganzen, das wir in der Situation fühlen.

      Wenn diese Konstante nun in dem phänomenalen Bewusstsein selbst besteht, hieße das ja wiederum wir sind bei dem "Ich denke" (der transzendentalen Einheit der Apperzeption) von Kant, das alle unsere Vorstellungen begleiten können muss, gelandet. Oder verstehe ich da was falsch?
      Nun ja, wie schon gesagt, ist "Qualia" (bzw.: phänomenales Bewusstsein) kein einfach zu verstehendes Konzept, vermutlich versteht da viele Leute Unterschiedliches darunter.
      So wie das verstehe, ist damit aber nicht ein "ich denke" gemeint, (was eine Selbst-Reflexionsfähigkeit impliziert -> ich weiß, dass ich weiß), sondern eine unmittelbare Qualität eines Erlebnisses. Daher dachte ich auch, dass das ganz gut mit mit Deweys "pervasive qualities" zusammenpasst.
      "ich denke" und das was du hier beschreibst ist dasselbe.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
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      Das System als Ausgangspunkt des menschlichen Daseins ist Grundlage aller Philosophie.
      Die Geschichte von den zwei Quadraten.
    • Her K. schrieb:

      Nun ja, wie schon gesagt, ist "Qualia" (bzw.: phänomenales Bewusstsein) kein einfach zu verstehendes Konzept, vermutlich versteht da viele Leute Unterschiedliches darunter.

      So wie das verstehe, ist damit aber nicht ein "ich denke" gemeint, (was eine Selbst-Reflexionsfähigkeit impliziert -> ich weiß, dass ich weiß), sondern eine unmittelbare Qualität eines Erlebnisses. Daher dachte ich auch, dass das ganz gut mit mit Deweys "pervasive qualities" zusammenpasst.
      Ja, ok. Ich verstehe noch nicht ganz wie in dem Begriff Qualia die wiedererkennbaren Eigenschaften (Universalien) und der subjektive Erlebnisgehalt zusammen gedacht werden.

      Sagen wir mit Qualia etwas über unseren Geist oder etwas über die äußere Welt aus oder beides?

      Bei Peirce gibt es das Beispiel eines Tons in einer bestimmten Höhe. Er fragt, worauf die Wahrnehmung der Tonhöhe beruht. Die Antwort wird in der Regel sein, dass sie auf einem Vermögen zur unmittelbaren Wahrnehmung ohne jeden Bezug zum Denken beruht. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Höhe eines Tons durch die Geschwindigkeit, in der einzelne akustischen Sinneswahrnehmungen aufeinander folgen, bestimmt wird. Die einzelnen Sinneswahrnehmungen sind meßbar. Und somit ist die Tonhöhe die verworrene Wahrnehmung einer Relation der einzelnen Sinneswahrnehmung in der Zeit. Die Tonhöhe ist daher nicht unmittelbar durch die Wahrnehmung eines äußeren Gegenstands bestimmt, sondern durch vorhergehende Vorstellungen/Sinneswahrnehmungen resp. deren Verhältnis zueinander.
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    • Ryoba schrieb:

      Sagen wir mit Qualia etwas über unseren Geist oder etwas über die äußere Welt aus oder beides?
      Puh, das ist schwierig zu beantworten. Aber ebenso schwierig, wie Deweys Konzept der "pervasive qualities" nachzuvollziehen. Das Problem dabei ist mE, dass wir uns schlecht ein Erlebnis denken können, das ohne Selbstreflexion vonstatten geht, ohne ein "ich weiß, dass ich weiß". Und bei einem "ich weiß, dass ich weiß" ist immer schon implizit ein Subjekt enthalten - ein etwas, das weiß, dass es weiß; das sich auf sich selber beziehen kann; wobei insofern schon automatisch eine Subjekt-Objekt-Spaltung enthalten ist.

      Ryoba schrieb:

      Bei Peirce gibt es das Beispiel eines Tons in einer bestimmten Höhe. Er fragt, worauf die Wahrnehmung der Tonhöhe beruht. Die Antwort wird in der Regel sein, dass sie auf einem Vermögen zur unmittelbaren Wahrnehmung ohne jeden Bezug zum Denken beruht. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Höhe eines Tons durch die Geschwindigkeit, in der einzelne akustischen Sinneswahrnehmungen aufeinander folgen, bestimmt wird. Die einzelnen Sinneswahrnehmungen sind meßbar. Und somit ist die Tonhöhe die verworrene Wahrnehmung einer Relation der einzelnen Sinneswahrnehmung in der Zeit. Die Tonhöhe ist daher nicht unmittelbar durch die Wahrnehmung eines äußeren Gegenstands bestimmt, sondern durch vorhergehende Vorstellungen/Sinneswahrnehmungen resp. deren Verhältnis zueinander.
      Ja, bewusste Wahrnehmungen hängen (auch) von einem "Erfahrungsnetz" (den "habits") ab. Damit habe ich kein Problem, das erscheint mir plausibel. Wenig plausibel erscheint mir aber die Idee, dass dieses Erfahrungsnetz (die habits) alle durch bewusste secondary experiences erzeugt wurden.