Philosophinnen

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      idea schrieb:

      sondern?
      Im Selbststudium.


      idea schrieb:

      Was ist Philosophie für dich?
      Letztlich geht es darum, die Wirklichkeit als Ganzes zu erkennen. Ein unerreichbares Ziel, aber eines, für das es sich lohnt, zu leben und zu studieren.

      Dabei geht es nicht nur um das Verständnis solcher Texte, die zur Philosophie im engeren Sinne gehören, sondern man muß auch Inhalte anderer Wissenschaften rezipieren. Außerdem schadet die sog. schöne Literatur nicht. Wenn man z. B. Krieg und Frieden von Tolstoi gelesen hat, dann kann man auch dadurch in der Erkenntnis der Wirklichkeit weiterkommen, obwohl das Buch fast ganz Fiktion ist.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
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      HumbleThinker schrieb:

      Im Selbststudium.
      Du willst also im Selbststudium zum Philosophen reifen und dabei alle anderen Wissenschaften implementieren - das können sicher nur wenige.

      Nein, es schadet in der Tat nicht Krieg und Frieden zu lesen, oder den Zauberberg von Mann, aber damit sind noch keine phil.Grundkenntnisse gegeben - vielmehr liest man mit diesen Grundkenntnissen die Romane anders.

      Die Wirklichkeit als Ganzes zu erkennen - wer kann das schon? Daraus ergeben sich gerade jene Fragen die in Phil. diskutiert werden - wie Kant sagte - was kann ich wissen, was darf ich hoffen...
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      idea schrieb:

      Svenja Luedemann schrieb:

      PS: Mit Infrastruktur meine ich nicht Bus oder Bahn , sondern die Möglichkeiten der Kinderbetreuung. Das scheint meiner Erfahrung z. B. an den Unis mit Fachbereichen Pädagogik, Erziehungswissenschaften, Soziale Arbeit besser geregelt zu sein. Vielleicht organisieren sich Frauen dort auch besser...
      Ja, das dachte ich mir schon, aber ich wollte nicht auf das leidige Kinderproblem zurückgreifen - hast du Kinder? Würdest du sie mit einem Jahr schon in eine Krabbelstube geben, oder hättest du andere Bezugspersonen für das Kind gehabt?Kinderbetreuung ist immer so eine zweischneidige Sache - bei der es gilt Kompromisse einzugehen, aber das ist eine andere Geschichte :)

      Liebe @idea Bisher haben wir Rechte und Gleichberechtigung des Zugang zum "Kuchen" diskutiert. Dies erfordert Rahmenbedingungen. Rahmenbedingungen innerhalb derer jeder, egal welchen Geschlechtes, egal welcher sexuellen Orientierung oder sozialen Herkunft sich individuell entwickeln kann.

      Jetzt springen wir, mit Deiner Frage, auf die individuelle Ebene, die m. E. auch nur individuell beantwortet werden kann. Insofern antworte ich hier persönlich und mit einem 'es kommt darauf an' (z. B. auf das Kind, auf die Umstände, etc...) Auf dieser und nur auf dieser, kann ich auf die Frage des "Kind-Weggebens' antworten. Wenn mein Kind gesund und munter auf die Welt kommt und der entsprechende Typ Mensch dafür ist, dann ist Home-Schooling durchaus eine Alternative. Ich bin sehr inspiriert vom Pädagogen Arno Stern und seinem Sohn André Stern (der keine Schule besucht hat). Sozialisierung mit anderen Kindern muss natürlich alternativ sichergestellt sein.
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      idea schrieb:

      Nein, es schadet in der Tat nicht Krieg und Frieden zu lesen, oder den Zauberberg von Mann, aber damit sind noch keine phil.Grundkenntnisse gegeben
      Klar, philosophische Werke im engeren Sinn sind das natürlich nicht. Aber man kann durch sie etwas vom Leben und den Menschen erfahren, und das sollte auch jeden echten Philosophen (also solche, die die Weisheit wirklich lieben) interessieren.

      Ich weiß nicht, ob die meisten Leute auf diesem Forum echte Philosophen sind. Es gibt sicher manche hier, die Philosophie studiert haben, aber das macht sie noch nicht zu echten Philosophen, sondern eher zu Philosophiegelehrten. Und selbst das ist nicht immer gegeben.

      Ich habe eine Menge philosophischer Bücher gelesen, u. a. auch die Werke vieler Philosophen im Original. Dennoch gebe ich gerne zu, daß mir manches Wissen noch fehlt, deshalb bin ich auch immer aufgeschlossen für neue Erkenntnisse.

      Aber die Frage, ob man echter Philosoph ist oder nicht, ist nicht nur eine Frage der philosophischen Kenntnisse, es ist eher eine Frage der grundsätzlichen Denkart, es ist eher eine Haltung, eine Lebenseinstellung. Weisheit heißt auch nicht, alles zu wissen, sondern eher, für alles Wissen offen und zugänglich zu sein.

      Ich weiß nicht, ob ich mich hier schon klar genug ausgedrückt habe. Aber ich kann das sicher bei Bedarf noch besser beschreiben.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
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      @HumbleThinker Du bist der Beweis, dass das mit dem Selbststudium funktioniert :) Es gibt aber auch viele Gegenbeispiele... Ich habe mir vor einigen Jahren mal die Szene der philosophischen Café's angeschaut... da sind mir 'Café-Leiter' begegnet denen es an jeglichem Handwerkszeug fehlte. Es scheint - so meiner Erfahrung nach - so zu sein, das manche das im Selbststudium können, andere aber nicht

      Auch nicht jeder Uni-Absolvent kann m. E. Philosophieren, auch wenn er in der Lage ist wissenschaftlich Philosophie zu betreiben. Manche haben nur Handwerkszeug aber Scheuklappen und es fehlt der Blick in andere Disziplinen und der Blick in die Welt. Es ist sogar so, dass ich selbst das Gefühl habe, dass ein fach-philosophischer Hintergrund sogar oft das Philosophieren und kreative Denkspiel hemmt, weil das Denken in den Bahnen der historischen und aktuellen Diskursen gefangen ist. Das geht mir manchmal so... Ich muss mich dann von zu viel philosphiegeschichtlicher Hintergrundfolie freischütteln...

      Ein Freund von mir, Professor an der Martin Buber Uni in den Niederlanden, sagte mal zu mir : "Du musst in die Philosophie hinein, durch sie hindurch und über sie hinaus."

      @HumbleThinker sehe gerade Deinen Post #164 Danke! Schön formuliert. Er freut mich.
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      HumbleThinker schrieb:

      Aber die Frage, ob man echter Philosoph ist oder nicht, ist nicht nur eine Frage der philosophischen Kenntnisse, es ist eher eine Frage der grundsätzlichen Denkart, es ist eher eine Haltung, eine Lebenseinstellung. Weisheit heißt auch nicht, alles zu wissen, sondern eher, für alles Wissen offen und zugänglich zu sein.

      Ich weiß nicht, ob ich mich hier schon klar genug ausgedrückt habe. Aber ich kann das sicher bei Bedarf noch besser beschreiben.
      Ich denke, Du hast das sehr gut zusammengefasst.

      Was mir jedoch auffällt, dass in einem Thread, wo es ja eigentlich um Philosophinnen gehen soll, doch immer wieder von allen eher Philosophen zitiert werden, wenn es um Begründungen geht.

      Was wäre demnach für Dich eine echte Philosophin? Oder kann man das vielleicht garnicht klar trennen?
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
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      HumbleThinker schrieb:

      Ich weiß nicht, ob die meisten Leute auf diesem Forum echte Philosophen sind. Es gibt sicher manche hier, die Philosophie studiert haben, aber das macht sie noch nicht zu echten Philosophen, sondern eher zu Philosophiegelehrten. Und selbst das ist nicht immer gegeben.
      Hm, ich sage von mir immer ich bin ein Phillehrling, allein aus dem Grund weil man in Phil nie auslernt, sie ist ständg im Wandel wie das Leben selbst - alles im Fluss halt. Allerdings gibt es schon auch Unterschiede in Phil von denen man sagen kann, das ist echte Philosophie. Klar kommt es darauf an, welche Ansprüche an Philosophie gestellt werden - so wären z.B. Wissenschaftstheoretiker, Ethiker, Anthropologen, Geschichtsphilosophen usw. in den Begriff des *Philosophen* einzureihen.

      HumbleThinker schrieb:

      Ich habe eine Menge philosophischer Bücher gelesen, u. a. auch die Werke vieler Philosophen im Original. Dennoch gebe ich gerne zu, daß mir manches Wissen noch fehlt, deshalb bin ich auch immer aufgeschlossen für neue Erkenntnisse.
      Jas, das glaube ich dir gerne und auch dass du über das nötige Wissen verfügst um daraus Erkenntnisse zu knüpfen, und doch, es klingt jetzt etwas überheblich, was ich nicht sein möchte, aber bei der Begrüßeungsvorlesung sagte irgendjemand 'Philosophie ist die Lehre vom richtigen Denken' und da ist was dran, nämlich System und Methode stecken dahinter. Allein schon durch die gelehrte Logik werden sich Gedankengänge ändern, ist wie in Mathematik, und damit verbunden ändern sich auch Lebenseinstellungen. Aber ein wichtiger Punkt scheint mir immer Offenheit und Wachheit zu sein.

      Svenja Luedemann schrieb:

      "Du musst in die Philosophie hinein, durch sie hindurch und über sie hinaus."
      Ja, das gefällt mir sehr gut!
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      idea schrieb:

      [...] aber bei der Begrüßungsvorlesung sagte irgendjemand Philosophie ist die Lehre vom richtigen Denken' und da ist was dran, nämlich System und Methode stecken dahinter.
      Das gehört sicher zum grundlegenden Handwerkszeug und ist für mich, als ich anfing, außeruniversitär noch, philosophische Literatur zu lesen, einer der größten Faszinationspunkte gewesen. Zwar nicht die "Logik" im engeren Sinne, aber die Art und Weise, wie die AutorInnen argumentiert, und wie sie die Argumente begründet und Schlüsse gezogen haben. Nicht zuletzt natürlich, d a ß sie überhaupt Argumente und Gründe beigebracht haben.
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      idea schrieb:

      es klingt jetzt etwas überheblich, was ich nicht sein möchte, aber bei der Begrüßeungsvorlesung sagte irgendjemand 'Philosophie ist die Lehre vom richtigen Denken' ...
      die Formulierung 'Philosophie ist die Lehre vom richtigen Denken' ist gruselig... Gerade die Philosophie-Geschichte zeigt wie falsch man mit diesem 'richtigen' Denken oft gelegen hat... ob ich z. B. an Descartes Zirbeldrüse oder an das Traité du beau (Abhandlung über die Schönheit) von Jean Pierre de Crousaz denke... Letzterer 'beweist' in seiner Abhandlung unter Anderem mit wohl geformten Syllogismen, dass weiße Menschen schöner sind als Farbige...
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      Svenja Luedemann schrieb:

      idea schrieb:

      es klingt jetzt etwas überheblich, was ich nicht sein möchte, aber bei der Begrüßeungsvorlesung sagte irgendjemand 'Philosophie ist die Lehre vom richtigen Denken' ...
      die Formulierung 'Philosophie ist die Lehre vom richtigen Denken' ist gruselig... Gerade die Philosophie-Geschichte zeigt wie falsch man mit diesem 'richtigen' Denken oft gelegen hat... ob ich z. B. an Descartes Zirbeldrüse oder an das Traité du beau (Abhandlung über die Schönheit) von Jean Pierre de Crousaz denke... Letzterer 'beweist' in seiner Abhandlung unter Anderem mit wohl geformten Syllogismen, dass weiße Menschen schöner sind als Farbige...
      Weshalb ja Philosophie auch mehr ist als die Summe aus Logik und Geschichte (und was es da noch so alles zu bedenken gibt). Aber Du hast recht, diese Formulierung ist wirklich gruselig. :)
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
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      Svenja Luedemann schrieb:

      Auch nicht jeder Uni-Absolvent kann m. E. Philosophieren, auch wenn er in der Lage ist wissenschaftlich Philosophie zu betreiben. Manche haben nur Handwerkszeug aber Scheuklappen und es fehlt der Blick in andere Disziplinen und der Blick in die Welt. Es ist sogar so, dass ich selbst das Gefühl habe, dass ein fach-philosophischer Hintergrund sogar oft das Philosophieren und kreative Denkspiel hemmt, weil das Denken in den Bahnen der historischen und aktuellen Diskursen gefangen ist. Das geht mir manchmal so... Ich muss mich dann von zu viel philosphiegeschichtlicher Hintergrundfolie freischütteln...

      idea schrieb:

      Zu hinterfragen wäre, was mit 'richtig' gemeint ist, und zwar im Phil.Sinn
      Ich glaube, Svenja hat das ganz gut beschrieben, wie man sich diese "Richtigkeit" erschließt. Aber vielleicht fehlen sogar noch ganz wichtige Dinge.. man ist ja nie davor gefeit seine eigenen Scheuklappen nicht mehr zu sehen. Oder vielleicht sind sie auch manchmal ganz gut, damit man nicht wirklich alles sehen muss. :) So mancher erträgt nicht was er sieht.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
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      iselilja schrieb:

      Was wäre demnach für Dich eine echte Philosophin?
      Da fällt mir spontan gar keine ein, aber ich will damit jetzt keine neue Feminismus-Diskussion vom Zaune brechen. Vielleicht war Hannah Arendt eine, aber deren Werk kenne ich nicht gut. Simone de Beauvoir hatte auch bestimmt so etwas wie philosophische Gedanken, aber ihr Werk Le deuxième sexe halte ich nicht für rein philosophisch, weil sie darin doch etwas als Wahrheit annimmt, was erst zu beweisen gewesen wäre.

      Auch auf diesem Forum gibt es ja Frauen, die sich ernsthaft um Philosophie bemühen (was m. E. das Allerwichtigste ist), du bist eine davon, auch @idea oder @Svenja Luedemann - es kommt ja nicht darauf an, daß man immer recht hat oder daß man alles weiß. Man kann auch durch kritisches Fragen Philosophie betreiben. Oder man kann philosophieren, indem man (mit Begründung) darauf hinweist, daß man bestimmte Dinge auch anders sehen kann, als sie allgemein gesehen werden, ohne daß man deshalb schon auf alles eine Antwort parat haben muß.


      iselilja schrieb:

      Oder kann man das vielleicht garnicht klar trennen?

      Das könnte gut sein. Die Übergänge von der Philosophie zu anderen Disziplinen, etwa der Geschichte, der Soziologie, der Psychologie oder eben auch der Literatur können fließend sein. Manche große Dramatiker oder Romanschriftsteller haben in ihren Werken philosophische Fragen behandelt, ohne überhaupt Philosophen sein zu wollen. Und der Blick in die Vergangenheit seitens der Historiker oder der Blick auf die Gesellschaft seitens der Soziologen - niemand kann wirklich alles erfassen, deswegen sind solche Blicke immer auch Interpretation dessen, was man gerade im Blick hat - und damit auch Philosophie (eine mehr oder weniger klar formulierte). Jeder Psychologe, der einen Menschen analysiert, muß in gewisser Hinsicht deuten und damit eine Art Philosophie betreiben.
      Und Philosophen ihrerseits lassen sich ja auch von anderen Fächern inspirieren.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
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      HumbleThinker schrieb:

      du bist eine davon
      *lacht* Ja danke.. ich bin immer noch männlich. Aber es ist interessant wie das postfix "a" so schnell die Assoziation lenkt.


      HumbleThinker schrieb:

      Und Philosophen ihrerseits lassen sich ja auch von anderen Fächern inspirieren.
      Ja,so sollte es auch sein, wenn man darüber sprechen will.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
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      idea schrieb:

      Islilja, ich glaube nicht, dass Svenja die Sache ganz gut beschrieben hat, auf diesem Niveau diskutiere ich nicht, sondern spreche ihr die Phil.Voraussetzung ab.

      Tschüß dann
      PWTIDLE.GIF Was' los? Hab ich was falsches gesagt?

      Kommt schon.. vertragt Euch, wir sind doch alle erwachsen. Ha! ..dass gerade ich sowas sage. *grinst frech*
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
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      idea schrieb:

      Islilja, ich glaube nicht, dass Svenja die Sache ganz gut beschrieben hat, auf diesem Niveau diskutiere ich nicht, sondern spreche ihr die Phil.Voraussetzung ab.
      Was ist das denn?

      Ich weiß ja nicht, was da vorgefallen ist, aber m. E. hat @Svenja Luedemann nichts Falsches gesagt, oder zumindest nichts, worauf man nicht vernünftig antworten könnte. Und vernünftig bist du doch auch @idea

      Deshalb:

      iselilja schrieb:

      vertragt Euch, wir sind doch alle erwachsen
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.