Philosophinnen

    • Friederike schrieb:

      Fliege schrieb:

      Dort wäre Anscombe gut aufgehoben. :)
      Ich find's echt gut, daß Du nicht locker läßt.
      Was sagst du zu ihrer These?
      Alles wird gut —— Katrin Göring-Eckardt: "Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt." — "Flüchtlinge machen Deutschland religiöser, vielfältiger und jünger." — "Willkommenskultur ist der beste Schutz vor Terroristen." —— Margot Käßmann: "Wir sollten versuchen, den Terroristen mit Beten und Liebe zu begegnen." —— Literaturlisten
    • Fliege schrieb:

      Friederike schrieb:

      Fliege schrieb:

      Dort wäre Anscombe gut aufgehoben. :)
      Ich find's echt gut, daß Du nicht locker läßt.
      Was sagst du zu ihrer These?
      Du hast nun die Gelegenheit, Fragen, die du bislang nur mir (der Fliege; "der" leider klar männlich *gg*) stellen konntest, einer Gender-Genossin stellen zu können. :)
      Alles wird gut —— Katrin Göring-Eckardt: "Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt." — "Flüchtlinge machen Deutschland religiöser, vielfältiger und jünger." — "Willkommenskultur ist der beste Schutz vor Terroristen." —— Margot Käßmann: "Wir sollten versuchen, den Terroristen mit Beten und Liebe zu begegnen." —— Literaturlisten
    • scilla schrieb:

      das große Wunder für mich war,
      daß die Person, die mich umhaut,
      umgekehrt auch von mir umgehauen wird
      Das ist der nächste Schritt gewesen, den ich erst Jahre später getan habe.

      Zu Anscombe, @Fliege. Erstens bin ich nicht sehr geübt im Lesen englischer philosophischer Texte. Zweitens referiert Pidgen Anscombe unter Verweis auf Geach, von dem ich nichts gelesen habe. Und drittens, die schwierigste Hürde, dieser angelsächsische Zweig der sprachanalytischen Philosophie trägt seine Argumente zwar prima facie sprachlich so verständlich vor, daß sogar ich Pidgens Englisch recht gut verstehe, ABER -ähnlich wie bei Wittgenstein beispielsweise auch- es gibt eine Menge von logischen Fallstricken. Und da ich auf dem Fuß, wie bekannt, schwach bin ... ich möchte Anscombe ins Deutsche übersetzt lesen.
    • Neu

      Friederike schrieb:

      für klug zu gelten, eigentlich nur eine Aneignung fremder, d.h. männlicher Urteile ist.
      Ja, das ist es sicher auch in gewisser Weise Beauvoir und du haben in diesem Punkt völlig recht. Es war aber auch noch was anderes, ich wollte wissen, was denn nun Wissenschaft eigentlich ist. Ich hatte mich vorher intensiv mir Esoterik auseinander gesetzt und es ging mir gehörig auf den Geist, was da alles zu erfahren ist, welche Chaoten und Gurus sich Halbwissen aneigneten und dem wollte ich entgegen treten.
      Aber unabhängig davon war ich begeistert, ich ließ keine Vorlesung aus und kam mir vor wie im Film, eine völlig neue Welt tat sich an der Uni auf - und ja, ich überlegte und wollte eigentlich weiter machen, doch ich musste mich entscheiden, entweder mein altes Leben mit Familie und Freunden, oder ein neues Leben vergraben in Büchern und in einer Hierarchie an der Uni, die mir nicht gefiel. Ich entschied mich für mein Leben, das ich nach meinem Gutdünken gestalten wollte. Ich habe schon genügend Erwartungshaltungen erfüllt.
      Was die Bücher betrifft - es war für mich immer ein Genuss in der Unibibliothek zu stöbern - all dieses gesammelte Wissen, man dachte sich oh Gott, jeder hat ein Buch geschrieben, eigentlich wollte ich auch einmal ein Buch schreiben, aber nein, wer sollte es angesichts der vielen Bücher die herumkursieren lesen - ich bin Realist ;) Einmal entdeckte ich ein Original von Nietzsche - seine 'Morgenröthe'. Ich wollte sie mir ausleihen, man wollte mir das Buch nicht geben, bis ich hoch und heilig versprach es wie meinen Augapfel zu hüten. Total ehrfurchtsvoll las ich, und las ich, bis es mir zu blöd wurde - ein Buch mit einigen hundert Seiten vollgeschrieben von vorne bis hinten mit Metaphern und klugen Sprüchen - das war nicht zum aushalten, selbst nicht bei der Werterfahrung die man dem Buch zuschreibt. Ich gab es bald zurück, wer will schon nach klugen Sprüchen leben.
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      Hi HumbleThinker,

      HumbleThinker schrieb:

      a) Warum haben sich die Frauen denn diese Unterdrückung so lange gefallen lassen?
      b) Wie hat diese angebliche Unterdrückung denn überhaupt angefangen und warum gab es keinen Widerstand dagegen?
      c) Warum hat diese angebliche Unterdrückung denn überall auf der Welt und nicht etwa nur in Europa stattgefunden?
      Ja, ich habe genauso darüber gestaunt, und es war klar, da musste mehr dahinter stecken

      Stabilitätsmomente


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Neu

      Für Philosophinnen gibt es EXTRA Tagungen:


      information-philosophie.de/?a=1&t=8481&n=2&y=5&c=27



      The project Center History of Women Philosophers and Scientists (HWPS) , sponsored by the Ministry of Innovation, Higher Education, and Research of North Rhine-Westphalia, in the Faculty of Arts and Humanities, Department of Philosophy at Paderborn University announcesThe First International Libori Summer School 2017 July, 23rd to 28th, 2017
      Metaphern stinken
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      Man könnte noch zwei Frauen ins Feld führen, die streng genommen keine Philosophinnen sind, die aber Bücher verfaßt haben, die von Bedeutung auch für Philosophen sein können:

      1. Mary Wollstonecraft mit ihrem Buch A Vindication of the Rights of Woman
      Als ich dieses Buch vor einigen Jahren gelesen habe, habe ich sogar überlegt, ob an dem Feminismus etwas dran sein könnte. Mich wundert, daß gerade die Damen auf diesem Forum das Buch nicht zu kennen scheinen.

      2. Madame de Stael mit ihrem Buch Über Deutschland
      Eine lesenswerte Beschreibung deutschen Geist- und Kulturlebens aus der Sicht einer Französin.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • Neu

      HumbleThinker schrieb:

      1. Mary Wollstonecraft mit ihrem Buch A Vindication of the Rights of Woman
      Als ich dieses Buch vor einigen Jahren gelesen habe, habe ich sogar überlegt, ob an dem Feminismus etwas dran sein könnte. Mich wundert, daß gerade die Damen auf diesem Forum das Buch nicht zu kennen scheinen.
      Deine Verwunderung ist voreilig, denn im Juli 2016 haben wir in dem von idea hier bereits erwähnten Thread -ich verlinke ihn erneut- Wollestonecraft mit auf die Liste der als Philosophinnen zu würdigenden Frauen gesetzt.

      Was ist denn der Feminismus, von dem Du Dir sogar überlegt hast, ob an ihm was dran sein könnte?
      Welche Bedeutung die Bezeichnung von Frauen als "Damen" innerhalb der wissenschaftlichen Zünfte hat, ist Dir bekannt?

      Ohne Umschweife, HumbleThinker, ich empfinde Deine Rhetorik, den Ton, den Du anschlägst, in der Mehrzahl Deiner Beiträge als dreist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Friederike ()

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      Groot schrieb:

      Wie Einflussreich ist weibliche Philosophie in der Philosophiegeschichte, gibt es heutzutage einflussreiche Vertreterinnen?
      Eine fällt mir spontan genauso ein wie Dir.. H. Arendt.

      Woran das liegt, dass hier eine historisch eher dünne Wirkungsmacht von Philosophinnen diagnostizierbar ist, ist auch nachdem man tausendmal darüber diskutiert hat noch schwer zu sagen, weil alle Analyse- und Begründungsversuche immer wieder in eine Feminismus-Debatte münden. Was ja auch irgendwie plausibel scheint, da diese Differenzierung bereits in der Frage impliziert wird.

      Vielleicht liegt es auch an der ungewollt etwas subtilen Kontextuierung einflußreich? Die Wirkungsmacht von Frauen insgesamt in der Geschichte, war nie von sehr auffälliger Natur, die irgendwelche Revolutionen auslöste und daher meist in den Tradierungen wenig Beachtung fand. Das liegt aber vermutlich mehr an der Methode (der Tradierung) als an der Substanz.


      Vielleicht müsste man mal diskutieren, was einflußreich überhaupt bedeuten soll und ob es eher positiv oder negativ zu bewerten wäre. Mir fallen auf Anhieb einige männliche Exemplare ein, die einflußreich waren aber dennoch (unbeabsichtigt) eher Schaden angerichtet haben, weil ihre Wirkungsmacht missbraucht wurde.


      Es könnte allerdings auch sein, dass sich die Frage nach dem warum so wenige als irreführend erweist, weil sie in etwa genauso leicht zu beantworten wäre, wie warum man auf dem Männerpissoir eher selten Frauen antrifft.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
    • Neu

      kunnukun schrieb:

      iselilja schrieb:

      .. H. Arendt.
      Komisch. Ich habe noch nie einen interessanten Gedanken bei ihr gefunden. Wie sie an der Zigarette zieht und redet, beeindruckt mich; aber inhaltlich? Gab es hier mal einen Thread, der ihr Denken behandelt?
      Es ging mir dabei eher um die Wirkmächtigkeit (also von allg. Interesse sozusagen), nicht darum, ob ich ihr zustimme oder sie persönlich ästhetisch beurteile.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
    • Neu

      iselilja schrieb:

      Vielleicht liegt es auch an der ungewollt etwas subtilen Kontextuierung einflußreich? Die Wirkungsmacht von Frauen insgesamt in der Geschichte, war nie von sehr auffälliger Natur, die irgendwelche Revolutionen auslöste und daher meist in den Tradierungen wenig Beachtung fand. Das liegt aber vermutlich mehr an der Methode (der Tradierung) als an der Substanz.Vielleicht müsste man mal diskutieren, was einflußreich überhaupt bedeuten soll und ob es eher positiv oder negativ zu bewerten wäre. Mir fallen auf Anhieb einige männliche Exemplare ein, die einflußreichwaren aber dennoch (unbeabsichtigt) eher Schaden angerichtet haben, weil ihre Wirkungsmacht missbraucht wurde.
      Oja, bei Gesprächsthemen, in denen ich beispielsweise emotional sehr engagiert bin, da fahre ich auch schnell einmal auf so einem Wörtchen wie "einflußreich" ab und vertrete eine Gegenposition, die empört die Einflußmangelsthese von Philosophinnen zurückweist. Insofern finde ich Deinen Hinweis wirklich wichtig. Schon alleine nur deswegen, weil er ein Innehalten und ein Bedenken der in eine Frage oder eine Behauptung einfließenden, unreflektierten Voraussetzungen einfordert. Deinen letzten Satz möchte ich aus diesem Grunde dahingehend ergänzen (ausdrücklich ergänzen, weil es unausdrücklich in Deiner Fragestellung enthalten ist), daß die kritische Überprüfung von Worten wie "einflußreich" oder "wirkungsmächtig" bereits eine Stufe vorher einsetzen sollte, nämlich dort, wo es um die Werthaltigkeit dieser Worte selbst geht (Einlußreichtum ist gut, nicht einflußreich ist schlecht).
    • Neu

      Friederike schrieb:

      Was ist denn der Feminismus, von dem Du Dir sogar überlegt hast, ob an ihm was dran sein könnte?
      Dagegen, daß Frauen Zugang zur Bildung beanspruchen, ist nichts zu sagen.


      Friederike schrieb:

      Welche Bedeutung die Bezeichnung von Frauen als "Damen" innerhalb der wissenschaftlichen Zünfte hat, ist Dir bekannt?
      Nein, klär mich auf.
      Was soll an dem Begriff der Dame falsch sein?


      Friederike schrieb:

      Ohne Umschweife, HumbleThinker, ich empfinde Deine Rhetorik, den Ton, den Du anschlägst, in der Mehrzahl Deiner Beiträge als dreist.
      Ich weiß nicht, ob du die "Mehrzahl meiner Beiträge" gelesen hast.
      Daß ich Ansichten vertrete, denen sich manche/viele nicht anschließen (können), ist mir klar.
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
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      iselilja schrieb:


      Vielleicht liegt es auch an der ungewollt etwas subtilen Kontextuierung einflußreich? Die Wirkungsmacht von Frauen insgesamt in der Geschichte, war nie von sehr auffälliger Natur, die irgendwelche Revolutionen auslöste und daher meist in den Tradierungen wenig Beachtung fand. Das liegt aber vermutlich mehr an der Methode (der Tradierung) als an der Substanz.
      Ein weiterer, zu berücksichtigender Aspekt: J. Butlers Werk hat einen enormen Wirkungsgrad für den Wechsel von einer feministischen zu einer genderistischen Wissenschaft gehabt. Da ihr Ansatz im Konstruktivismus generell und hier wiederum in seiner radikalen Spielart verortet werden kann, der Konstruktivismus seinerseits der postmodernen Philosophie zugeschlagen wird, so hat das beispielsweise in diesem philosophischen Forum zur Folge, daß Butler, wenn überhaupt, dann meistens in ablehnender bis vernichtend ablehnender Weise Erwähnung findet. Wenn eine Philosophin, allgemeiner gesagt, in einem Zweig des philosophischen Faches agiert, der zu einer bestimmten Zeit innerhalb einer bestimmten tonangebenden philosophischen Gemeinschaft für überholt gilt, dann wird sie ebenso wie ihre männlichen Kollegen, kaum als sonderlich einflußreich wahrgenommen werden.
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      Ich würde gerne in dieser Debatte einen kleinen Blick auf die Gegenwart werfen. Nachdem wir nun Zugang zur Bildung haben und auch in Deutschland so ziemlich alles werden können - z. B. auch Bundeskanzlerin, sticht ins Auge, dass immer noch vergleichsweise wenige von uns als Philosophie-Professorinnen tätig sind. Hierzu mal ein Artikel der DGPhil "Eine Angelegenheit Aller - wie kann die deutsche universitäre Philosophie für Frauen attraktiver werden".


      dgphil.de/fileadmin/newsletters/Newsletter_DGPhil_No_20.pdf