Philosophinnen

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    • Segler schrieb:

      CanumaPueblo schrieb:

      Wie hängen deskriptive und Tugendethik zusammen?
      Sie hängen nicht zusammen.

      CanumaPueblo schrieb:

      Wie hängen Tugenethik und normative Ethik zusammen?
      Die Tugendethik ist eine normative Ethik. So hängen sie zusammen.
      okay, dann ist Tugendethik quasi das, was der Konstruktivismus als Einheit der Unterscheidung Realismus und Solipsismus ist. Zwischenglied um deskriptive Ethik und normative Ethik gemäß der evolutionären Entwicklung "eins" werden zu lassen.

      Die Tugenden sind quasi das "normativste" reale Phänomen, welches man ethisch "heranziehen" kann.

      Deskriptive Ethiken hingegen deuten eher auf die historischen Verhältnisse und versuchen Ethik aus Tradition und bestimmten traditionell überlieferten Werten zu rechtfertigen.

      Danke, war ein sehr aufschlussreiches Intermezzo mit den Grundlagen der Ethik.
      Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
      Das System als Ausgangspunkt des menschlichen Daseins ist Subjekt aller Philosophie.
      Der Mensch versteht sich klassisch, die Wissenschaft muss postmodern gelesen werden.
      Aller Funktionalismus der Geistestheorie zielt darauf, die Moral erkennbar zu machen.
      Die Welt kann nur als verdammte Matrix vollständig gefasst werden!
    • Segler schrieb:

      Deskriptive Ethiken sind deskriptiv. Sie versuchen nicht zu rechtfertigen. Das wäre normativ.
      ja, sie werten nicht, sie sind rein beobachtend, zeigen das materiell positive auf.

      Aber auf Basis dessen, dass deskriptiv eigtl. keine Ethik existiert, sondern nur verschiedene Moralphilosophien oder anders gesagt eine "Nicht-Ethik", eine Ethik die Ethik gleichsetzt mit Gesetzmäßigkeit, auf dieser Basis lässt sich dann das Gegebene normativ Ethisch kritisieren, indem man aufzeigt welches der minimale intersubjektive Konsens ist(der Gegenstand, der betreffenden Sachlage in Bezug auf die Richtigkeit der Sachverhalte "normative und deskriptive Ethik, im Sinne Wittgensteins).

      Dieser minimale Konsens ist wohl bei Adorno gesellschaftlich begründet und beschrieben durch Singer im Präferenzutilitarismus.
      Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
      Das System als Ausgangspunkt des menschlichen Daseins ist Subjekt aller Philosophie.
      Der Mensch versteht sich klassisch, die Wissenschaft muss postmodern gelesen werden.
      Aller Funktionalismus der Geistestheorie zielt darauf, die Moral erkennbar zu machen.
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    • Segler schrieb:

      CanumaPueblo schrieb:

      Dieser minimale Konsens ist .... beschrieben durch Singer im Präferenzutilitarismus.
      Singer beschreibt keinen minimalen Konsens, sondern postuliert eher anspruchsvolle Thesen.
      ja, anspruchsvolle Thesen sind ja der minimale Konsens. Denn nur im enorm allgemeinen, können sie ja einen theoretischen Konsens herbeiführen.

      Singe muss seine Thesen ja irgendwie begründen...und zur Begründung muss er einen so sicheren, wie neuen Grund finden um seine Thesen wasserdicht zu begründen. Und das schafft er wohl durch die "aufkündigung" der Grenze zwischen Mensch-sein und Tier-sein, indem er beides als mindestens Gleichwertig sieht entstehen Denkfreiheiten und Denkräume, die neue Argumente und nicht-inhumane Begründsmuster etablieren können.

      Naja, aber du suchst eher nach Gründen irgendwas gegen mich sagen zu können und das falsche in meinen Aussagen zu sehen, anstatt dich selbst zu fragen, weshalb ich vielleicht doch nicht vollständig falsch liege mit den Sachen die ich hier im Forum sage, auch wenn sie eher unkonventionell "angegangen" zu werden scheinen.
      Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
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      Aller Funktionalismus der Geistestheorie zielt darauf, die Moral erkennbar zu machen.
      Die Welt kann nur als verdammte Matrix vollständig gefasst werden!
    • CanumaPueblo schrieb:

      Naja, aber du suchst eher nach Gründen irgendwas gegen mich sagen zu können, anstatt dich selbst zu fragen, weshalb ich vielleicht doch nicht vollständig falsch liege mit den Sachen die ich hier im Forum sage.
      Wenn Du meinst, ich argumentiere gegen dich als Person und nicht gegen philosophische Thesen, die mir zweifelhaft vorkommen, müssen wir die Diskussion beenden.

      CanumaPueblo schrieb:

      Singe muss seine Thesen ja irgendwie begründen...und zur Begründung muss er einen so sicheren, wie neuen Grund finden um seine Thesen wasserdicht zu begründen.
      Wenn Singers Begründungen wasserdicht sind, bin ich der Kaiser von China.
    • Segler schrieb:

      Wenn Du meinst, ich argumentiere gegen dich als Person und nicht gegen philosophische Thesen, die mir zweifelhaft vorkommen, müssen wir die Diskussion beenden.
      so machte es den Anschein, hab ich wohl den Schein mal wieder mit dem Sein verwechselt.

      Segler schrieb:

      Wenn Singers Begründungen wasserdicht sind, bin ich der Kaiser von China.
      Ich halte einen Utilitarismus der auf dem Nutzenkalkül aufbaut und auf Basis von Präferenzen argumentiert nicht für falsch. Denn Präferenzen entstehen immer auf Grund dessen, dass es Auswahlmöglichkeiten gibt, von denen manche mehr und andere weniger nützlich sind - was in der Welt ja der Fall ist. Ebenso entstehen Präferenzen auf Grund dessen, dass man bestimmte Fälle nicht will, weshalb man sie im Konsens ausschließen sollte...z.B. ist wohl Konsens, dass am Leben sein besser ist als Tod sein - weshalb eine Präferenz ist, dass man Niemand tötet, da die Präferenz des Einzelnen am leben zu bleiben aufgrund dessen, dass er die normale, gesunde Gruppe auf seiner Seite weiß vor der Präferenz eines Einzelnen überwiegt, jemand zu töten.

      Ebenso halte ich zumindest höhere Tiere für materiell gleich oder sehr ähnlich berechtigt wie den Mensch, weshalb ich seine gemachte Kategorisierung nicht falsch finde.
      Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
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    • Segler schrieb:

      Wenn Singers Begründungen wasserdicht sind, bin ich der Kaiser von China.

      CanumaPueblo schrieb:

      Ebenso halte ich zumindest höhere Tiere für materiell gleich oder sehr ähnlich berechtigt wie den Mensch, weshalb ich seine gemachte Kategorisierung nicht falsch finde.
      Jetzt nimmt aber der Thread Züge an, als sollte es den Philosophinnen nahegelegt werden, dass...
      ...ich mach es kurz; nicht nur dass, sondern auch: wo der Hammer hängt. Ihr Weg zeichnet sich
      allmählich ab und scheint über die höhere Tiere zum Menschen zu führen...( da ich in meiner
      Überlegungen "Zeit" noch nicht entbehren kann, halte ich es aus dem vorhin angedeuteten Grund
      noch "verfrüht" zu fragen, ob Philosophinnen anderster philosophieren und wenn ja, warum nicht ?)
      Ein Leben beginnt gewöhnlich mit der Geburt---meins nicht.
      Zumindest weiß ich nicht, wie ich ins Leben gekommen bin.

      (W.Moers: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Kapitel 1.: Mein Leben als Zwergpirat, 1. Satz)
    • @Segler m.E. entspringt das utilitaristischste Prinzip durch Orientierung an der "Not eines Einzelwesens". Wobei ein "Wesen" zeitlich begrenzt als ein "Ich" gedacht wird durch eben "etwas". Dieses "etwas" ist am plausibelsten das Gehirn, kann aber jedes beliebige psychosoziale oder soziale System sein, ebenso wie "Teilchen" oder "Inertialsysteme". Natürlich nur insofern man die Tatsachenlagen der Realitäten in der Welt begriffen, also "mit Sprache, mit Begriffen" "versehen", beobachtet hat.

      Denn

      Die Welt ist Alles, Was der Fall ist. - Ludwig Wittgenstein.

      Und was der Fall ist, also Tatsache, kann nur sprachlich und durch Sätze, sowie Urteile und Begriffsbildung bestimmt werden.
      Freiheit verweist darauf, in seiner Wahl frei von narrativen Irritationen sein zu können.
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      Der Mensch versteht sich klassisch, die Wissenschaft muss postmodern gelesen werden.
      Aller Funktionalismus der Geistestheorie zielt darauf, die Moral erkennbar zu machen.
      Die Welt kann nur als verdammte Matrix vollständig gefasst werden!
    • CanumaPueblo schrieb:

      m.E. entspringt das utilitaristischste Prinzip durch Orientierung an der "Not eines Einzelwesens". Wobei ein "Wesen" zeitlich begrenzt als ein "Ich" gedacht wird durch eben "etwas". Dieses "etwas" ist am plausibelsten das Gehirn, kann aber jedes beliebige psychosoziale oder soziale System sein, ebenso wie "Teilchen" oder "Inertialsysteme".
      Und was meinen die Philosophinnen dazu ? (Threadthema)
    • Segler schrieb:

      Übrigens gab es außer Hannah Arendt noch andere bedeutende deutschsprachige Philosophinen:

      [...]
      Edith Stein
      Die Frau war sicher beeindruckend, und als Husserl-Schülerin muss sie ein irgendwie 'systematisches' Denken gehabt haben. Aber: ich habe mir einiges von einer US-amerikanischen Seite ausgedruckt
      !!!!! nasepblog.ophen.org/reading-room/ !!!!!

      Und bei Lektüre reißt mich nichts mit. Kein Funke springt über. (Ähnlich habe ich mich übrigens auch mal durch einige Seiten aus Conrad-Martius "Realontologie" gequält.)
      Ging es jemandem anders? Gibt es eine Stelle oder gar ein Werk von Stein, das hier jemanden wirklich inhaltlich (nicht nur historisch) beeindruckte?

      Immerhin gehörte sie zu denen, die 'bei den Sachen selbst' neu anfangen wollte. Mit diesem Anspruch beeindruckte mich bisher nur Husserl selbst; und ich denke, dass die Analytische Philosophie ihm in den letzten 50 Jahren besser gerecht wurde als die Phänomenologen.

      (Hinzu kommt: Ich habe den Eindruck, dass einige Große der Analyt. Phil. Phänomenologie mit mehr Wertschätzung rezipierten als umgekehrt. Man denke an Carnap im "Logischen Aufbau", an Follesdal, an Searle, an Dreyfus ...)
      Metaphern stinken
    • Friederike schrieb:

      Seit Frauen studieren dürfen, lehren dürfen, nicht mehr durch Sprache und als Autorinnen unsichtbar gemacht werden, seit Frauen öffentlich sprechen dürfen ...
      Es ist eine Illusion, die sehr weit verbreitet ist... ja, aber dennoch eine Illusion. Daß die Frauen nur deshalb so wenig zu der/den Kultur(en) beigetragen haben, weil sie so lange unterdrückt wurden.
      Da diese Illusion so weit verbreitet ist (und für die Verbreitung ja auch durch Politik und Medien gesorgt wird), kann man es niemandem verübeln, der/die daran glaubt.
      Aber wenn man sich der Sache nüchtern und unvoreingenommen nähert, merkt man schnell, daß die Realität anders ist.
      Ich gebe mal ein konkretes Beispiel: Der große Dichter Goethe hatte eine Schwester, die etwa zwei Jahre jünger war als er (und die Cornelia hieß). Die beiden Kinder wurden zuhause vom Vater unterrichtet. Obwohl beide Kinder die gleiche Erziehung genossen haben... nun ja, was geworden ist, kann jede(r) wissen...
      Wenn es denn wirklich so gewesen sein sollte, daß die Frauen - trotz ihrer Fähigkeiten, die angeblich den Männern ebenbürtig sind - bis vor wenigen Jahrzehnten unterdrückt wurden, dann fragt sich doch folgendes:
      a) Warum haben sich die Frauen denn diese Unterdrückung so lange gefallen lassen?
      b) Wie hat diese angebliche Unterdrückung denn überhaupt angefangen und warum gab es keinen Widerstand dagegen?
      c) Warum hat diese angebliche Unterdrückung denn überall auf der Welt und nicht etwa nur in Europa stattgefunden?
      d) Und haben nicht auch unterdrückte Männer, wie etwa der Sklave Epiktet, trotz ihres schweren Schicksals zur Kultur beigetragen?
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • @HumbleThinker vielen herzlichen Dank für Deine kritische Anmerkung. Als Frau traue ich mich kaum, solche zu äußern, denn tue ich dass könnte man mir - vielleicht zu Recht - vorwerfen, dass ich die Errungenschaften der Frauen-Generationen vor mir (von denen ich profitiere) nicht achte. Ich komme aus einem Land (der Schweiz) in dem bei meiner Geburt das Frauenstimmrecht noch nicht in allen Kantonen eingeführt war und ich bin in einem christlich fundamentalen Kontext aufgewachsen in dem die Rolle der Frau stark reduziert/reglementiert war und aus diesem ausgebrochen... D. H. es hätte vielleicht Gründe gegeben, dass aus mir so etwas wie eine Hard-Core Feministin wird. Bin ich aber nicht und es gab und gibt am Feminismus etwas, das mir zutiefst suspekt ist. Ich selbst hatte immer das Gefühl, dass ich alles erreichen kann und dass mir mein Geschlecht nicht im Wege steht. Habe dann jahrelang in einer Männerdomäne gearbeitet und mich in keiner Weise benachteiligt gefühlt. Ich habe aus mir auch keinen besseren Mann gemacht, sondern ich war - so meine ich- immer ganz Frau. Habe lange in Schweden gelebt, wo die Gesellschaft vom Feminismus durchdrungen ist. Wenn dort an einem Lehrstuhl zwei Kollegen - ein Mann und eine Frau - gleich kompetent sind (vielleicht ist die Frau sogar ein bisschen schlechter) , wird die Frau befördert, weil man modern sein will und glaubt, dass man durch eine Phase der Ungerechtigkeit hindurch muss, um langfristig Gerechtigkeit zu erzielen. Auch das ist mir sehr suspekt. Vielleicht macht es Sinn, aber etwas in mir sträubt sich gegen diese Ansicht.

      Ich selbst habe mich immer für die Frauen und Frauenfiguren in der Geschichte und Literatur interessiert, die heimliche Strippenzieherinnen waren. Da gibt es z. B. in 'Danton's Tod' von Büchner, diese Dirne die letztlich so etwas wie eine mächtige politische Beraterin ist. Oder z. B. schaut man mal auf die Rolle von Nietzsches Schwester oder den Geliebten Goethes, etc... oder auf all die Frauen oder mythologischen Frauenfiguren wegen denen Kriege angezettelt oder Duelle ausgetragen wurden....oder auf die Frauen aus den künstlerischen Abbildungen... Mona Lisa oder viel stärker noch z. B. "die Verzückung der heiligen Theresa", eine Skulptur von Giovanni Lorenzo Bernini auf der eine Frau dargestellt wird, die offensichtlich einen Orgasmus hat... Bei diesen Darstellungen, Erzählungen und Geschichten, hatte ich nie das Gefühl, dass die Frau das "schwache Geschlecht" ist, sondern im Zentrum des männlichen Begehrens steht ... he he he... Es ist nicht so, dass ich mich zu einer Zeit vor der Pille zurücksehne oder meine Bürgerrechte aufgeben möchte, es ist nur so, dass ich die "Geschichte der Frau als dem unterdrückten Geschlecht", so wie sie oft erzählt wird für zu undifferenziert halte... das was da erzählt wird hat mir mir und meinem Frau-sein wenig zu tun...
    • Ich springe im Dreieck!

      Wenn da jemand meint Dinge nüchtern zu betrachten und dabei alles nur durch eine männliche Brille sieht, dann erübrigt sich jede Antwort auf derart undifferenzierte Fragen.

      Ich bin durch und durch eine Frau, aber ich hatte viele Probleme im Berufsleben, sogar solche die direkt angesprochen wurden, d.h. meine Kompetenz wurde mir auf Grund meines Frauseins abgesprochen und nicht auf Grund fehlenden Könnens. Natürlich habe ich mich gewehrt, doch wie will man derart männliche Vorurteile aus dem Weg räumen, da bleibt einem, doch die Spucke weg. Ich glaube durchaus Svenja, dass in Schweden eine aufgeschlossenere Mentalität herrscht als bei uns, aber dennoch ist es auch bei uns noch so, dass Männer im Berufsleben allgemein bevorzugt werden und dazu könnte ich einige Beispiele nennen, das tue ich aus privaten Gründen nicht. Ich lebe in einer Männerwelt, und weiß daher wie manche Männer ticken - es berührt mich nicht, sofern sie mich tun lassen was ich will, aber ich mag es auch nicht wenn so undifferenziert dahergeredet wird.
    • Euch ist bekannt, daß Frauen bis vor nicht allzu langer Zeit nicht haben studieren dürfen, daß zur Zeit der Theresa v. Avila in Spanien Frauen nicht lateinisch lernen durften, daß es ihnen verboten war, die Bibel zu lesen und Gebete frei -ohne vorgegebenen Text- zu sprechen? Euch ist bekannt, daß Frauen zur Auswahl stand, Gouvernante oder Ehefrau und Mutter zu werden (siehe Karoline v. Günderode)? Was Goethe als Mann über seine Schwester dachte, das hast Du zur Kenntnis genommen, H.T? Hast Du die Biographie von Dagmar v. Gersdorff über Cornelia Goethe gelesen? Hast Du Beauvoirs "Das andere Geschlecht" gelesen? Dort steht, wie "Herrschaft" funktioniert (u.a. unter Rückgriff auf Hegel). Die wisssenschaftlichen -das Wort, ein Hohn- Studien über Hirngrößen von Frauen und Gebärmuttereffekte kennt Ihr sicher ebenfalls?
      Wie Akademikerinnen später, als Frauen zum Studium zugelassen wurden, von den männlichen Kollegen behandelt worden sind, das ist Dir bekannt, H.T? Generell: Möchtest Du als Fräulein oder Frau oder Dame xy angeredet werden?

      Ich bn so in Brass, daß ich Euch Beiden jetzt in einen Topf tue. Falls ich Dir, Svenja, damit Unrecht tue, bitte habe Nachsicht.
    • Sobald Frauen und Männer -beide Geschlechter und die dritten und vierten Geschlechter auch- in vollkommen gleicher Weise Zugang zu allen Institutionen, Lebensformen, Lebensmöglichkeiten haben - wenn es irgendwann so sein wird, dann, aber erst dann, können wir von mir aus gerne anfangen, über besondere, möglicherweise natürliche, geschlechtsspezifische Unterschiede nachzudenken.
    • HumbleThinker schrieb:


      Wenn es denn wirklich so gewesen sein sollte, daß die Frauen - trotz ihrer Fähigkeiten, die angeblich den Männern ebenbürtig sind - bis vor wenigen Jahrzehnten unterdrückt wurden, dann fragt sich doch folgendes:
      a) Warum haben sich die Frauen denn diese Unterdrückung so lange gefallen lassen?
      b) Wie hat diese angebliche Unterdrückung denn überhaupt angefangen und warum gab es keinen Widerstand dagegen?
      c) Warum hat diese angebliche Unterdrückung denn überall auf der Welt und nicht etwa nur in Europa stattgefunden?
      d) Und haben nicht auch unterdrückte Männer, wie etwa der Sklave Epiktet, trotz ihres schweren Schicksals zur Kultur beigetragen?
      Und? Was ist Deine Schlußfolgerung?
    • Das liegt so ich es sehe ganz im Themenbereich von mir, daher

      Friederike schrieb:

      HumbleThinker schrieb:

      a) Warum haben sich die Frauen denn diese Unterdrückung so lange gefallen lassen?
      b) Wie hat diese angebliche Unterdrückung denn überhaupt angefangen und warum gab es keinen Widerstand dagegen?
      c) Warum hat diese angebliche Unterdrückung denn überall auf der Welt und nicht etwa nur in Europa stattgefunden?
      d) Und haben nicht auch unterdrückte Männer, wie etwa der Sklave Epiktet, trotz ihres schweren Schicksals zur Kultur beigetragen?
      Und? Was ist Deine Schlußfolgerung?
      Nä nä, nä er möge doch bitte, die Antworten geben, denn eventuell kennt er diese bereits !
    • Liebe @Friederike ,

      Danke, dass Du "dies" gesehen hast. Liebe @idea Es ist einfach so, dass ich jahrelang nicht über mein Erleben zu diesem Thema gesprochen habe, weil ich immer wusste, dass meine persönliche Wahrnehmung als extrem politisch unkorrekt wahrgenommen werden kann und viele Frauen vielleicht auch verletzt. Auch die Reaktionen in diesem Forum zeigen, wie stark das Thema polarisiert und welche Emotionen es hervorruft.

      Ich bin auf gar keinen Fall eine Art Eva-Hermann, die ich ganz grässlich und undifferenziert finde und die sich zu Recht die Kritik von Alice Schwarzer eingefangen hat. Da macht so ein Weib wie die Karriere als Nachrichtensprecherin und nachdem sie diese in trockenen Tüchern hatte, kamen dogmatische Parolen die an das nationalsozialistische Mütter-Ideal erinnern... Ganz schlimm.

      Ich bin in Frankreich aufgewachsen und vielleicht habe ich deshalb, vieles für das Deutsche Frauen hart kämpfen mussten, einfach so erhalten. Vielleicht sind es die starken Frauen in meiner Familie die mich geprägt haben, die Trümmerfrauen und die, die als erste zum Studieren aufgebrochen sind und die älteren Freundinnen die ich hatte, wie z. B. die Fotografin Digne Meller Marcovicz - enfant terrible, femme fatale - die alle großen Intellektuellen des Nachkriegsdeutschland vor der Linse hatte. Das waren meine Vorbilder. Es waren Frauen, die Frauen waren und nicht die besseren Männer. Es waren Frauen, die in ihrer Zeit bereits alles erreichen konnten was sie wollten. So wollte ich immer sein und so habe ich mich selbst verstanden. Es tut mir leid, wenn ich mit meinen Gedanken verletzte und wenn ich vielleicht nicht die richtigen Worte finde, das auszudrücken was ich meine und erlebe. Mir geht es darum, dass ich gerne Frau bin und ich mich nie als jemand gesehen habe, der einem schwachen Geschlecht angehört. Auch ich musste in meiner Kindheit und Jugend für meine Rechte und Ideale kämpfen - aufgrund des fundamentalistischen Kontextes der mich umgab und mich klein machen wollte - aber ich wusste immer, dass ich als Frau Kraft habe, weil ich mich einem starken Geschlecht zugehörig fühlte. Ich schließe mich nicht voll umfänglich der Stoßrichtung von @HumbleThinker an, aber er/sie hat mir Mut gemacht, mein Erleben zu äußern. Es war ein persönlicher Post. Nicht mehr und nicht weniger.