Vollzug und Beschreibung

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    • Ryoba schrieb:

      Instrumentelle Vernunft kann man wahrscheinlich genauso sagen. Interessanterweise war das der Hauptvorwurf von Max Horkheimer an die klassischen Pragmatisten. Auch weil er die Orientierung am Erfolg der Handlung so verstand, dass es um den Erfolg im Sinne des gewinnbringenden Handelns ginge und nicht um den Erfolg als Vollzug.
      Zweckrationalität und instrumentelle Vernunft beschreiben dasselbe Phänomen, jedoch aus zwei Perspektiven. Nur die Zweckrationalität hat Primär den Erfolg des Vollzugs im Auge, nur dies ist ein subjektivistischer Begriff.
      Die Instrumentelle Vernunft hingegen denkt von der, wie du es ja schreibst, "Erfolg im Sinne des gewinnbringenden Handelns". Der Unterschied liegt daran, dass der Sinn beim Vollzug anders gedacht wird, als bei der instrumentellen Vernunft.
      Der Unterschied liegt darin, dass ersteres ein nützliches Handeln vorraussetzt, eben ein "Zweckrationales". Letzteres hingegen denkt das Handeln, erstmal Handlungstheoretisch "neutral"...also jenseits von Gut und Böse, jenseits von Nützlichkeit.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
      "Zwar weiß ich viel, doch möcht' ich alles wissen." - Wagner in Faust
      Die Geschichte von den zwei Quadraten.
    • Ryoba schrieb:

      Horkheimer hat damit aber das Wesen des Pragmatismus verkannt. Er war vor allem ein Stratege, der Theoretiker war Adorno.
      Was ist dann das Wesen des Pragmatismus, wenn nicht der unbedingte Vollzug als seiner Selbst Willen, als Wesen seiner selbst, eben sich "denkend vollziehend". Dessen "Wesen" ist m.E. ein rein subjektives und m.E. damit rein innerhalb der "instrumentellen Vernunft".
      Denn der Pragmatismus ignoriert die theoretischen Aspekte die einen Handlungsvollzug bedingen können, bzw. verortet seine Sachlagen einzig im gelingenden Vollzug. Er ignoriert hierbei, dass die Handlungstheorie auf psychologischer, wie soziologischer Ebene Prämissen setzt, die dem direkten Vollzug "vorrausgehen".

      Vollzug lässt sich hier zum einen auf die Handlungen von sozialen Systemen(z.B. Handlungen von Politikern, großen Finanzplayern oder wissenschaftlichen sowie theologischen Theorieschulen beziehen und zum anderen, auf den subjektiven Vollzug.

      Dies macht "Vollzug" zumindest doppeldeutig, was sich in unterschiedlicher Begriffsbildung zur selben Sache äußert.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
      "Zwar weiß ich viel, doch möcht' ich alles wissen." - Wagner in Faust
      Die Geschichte von den zwei Quadraten.
    • Ryoba schrieb:

      Vielleicht parasitiert die Ästhetik hier in der Zweckrationalität, so wie sie es so oft auch in der Realität tut.
      "Parasitiert in"? Von "Parasit"? [IMG:http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a015.gif] Spannende These.

      Hermeneuticus schrieb:

      Bis ins Bundesministerium für Bildung und Forschung scheint das Prinzip der methodischen Ordnung sich noch nicht herumgesprochen zu haben ...
      ... und mit der deutschen Grammatik "haben sie es auch nicht so". Egal, ich folge Euch nach nebenan.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Friederike ()

    • @CanumaPueblo

      Der Vollzug ist objektiv, da er wahrnehmbar ist und im falle des sprachlichen Vollzugs als Äußerung gegeben. Das ist ja der Clou an der geschicht.

      Der Pragmatismus ignoriert die theoretischen Aspekte nicht, er bezieht wie nie konsequent auf das Handeln.

      @Friederike

      Die ästhetische Erfahrung kann als Abweichung von der rein auf Mittel und Ziele eingestellten Handlung nur ein parasitäres Dasein in der Alltagserfahrung führen, obwohl sie ja eigentlich das Lebendige der Erfahrung ausmacht.
      ERKLÄRUNG AN DAS FORUM
      "Volksverhetzung ist keine Meinung. Hass ist keine politische Position"
    • Ryoba schrieb:

      @CanumaPueblo

      Der Vollzug ist objektiv, da er wahrnehmbar ist und im falle des sprachlichen Vollzugs als Äußerung gegeben. Das ist ja der Clou an der geschicht.

      Der Pragmatismus ignoriert die theoretischen Aspekte nicht, er bezieht wie nie konsequent auf das Handeln.
      Ja, richtig verstanden ist das so.

      Es geht aber nicht um sprachlichen Vollzug, sondern um Vollzug des Denkens als Denken von erdachter Prozesshaftigkeit.
      Pragmatismus ist richtig verstanden wahr, m.E. ist er zu fixiert auf reine Handlung und Sprechen als Handlung...es fehlt einfach alles, woraus man sich Handeln und Sprache überhaupt erstmal erschließt.

      Und Handeln als Zweckrationales Handeln kann m.E. schädlich und sogar gefährlich sein, weil "Zweckrationalität" eine Vernunft ausschließt die vielleicht nicht subjektivistisch(also dem Zwecke nach denkt) sondern sich primär orientiert an dem Nutzen einer Handlung für das Kollektiv, sowohl theoretisch als auch im praktischen zweckrationalen Handlungsvollzug.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
      "Zwar weiß ich viel, doch möcht' ich alles wissen." - Wagner in Faust
      Die Geschichte von den zwei Quadraten.