Was ist Meinung - oder - Absage an die Meinung

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    • Philzer schrieb:

      Du darfst gern im Opportunismus bleiben. Ich betreibe deskriptive Phil.

      Das von mir in Farbe gesetzte ist m.E.n. fühlwollen, es hat keinerlei analytischen Wert oder Aussage.

      Das machen die Religiösen schon immer so, sie wollen etwas ändern ohne etwas zu ändern.

      Solange es keine neuen Argumente gibt, hat sich das ersteinmal für mich erledigt.


      mvg Philzer
      Ich sehe das ehrlich gesagt nicht als Opportunismus. Aus dem Grund, weil in meinem Denken das von dir dargelegte aufgeht - und ich muss wirklich sagen, dass ich einiges dank dir verstanden habe und anderes dank dir deutlich klarer sehe.

      Ich denke deine Position ist Sozialwissenschaftlich Wahrheit. Du negierst jedoch dadurch den Mensch, seine Natur und seine Existenz - und damit m.E. in gewisser Weise dich selbst.

      Ich denke, gemäß deiner Definition ist alles soziale, jede Entwicklung der Sozialität religiös. Deshalb verstehe ich, dass du das ablehnst - Wahrhaftigkeit ist nunmal nicht mit Religion korreliert.

      Ich denke aber auch, dass du es dir dadurch zu einfach machst, weil du den Status Quo ignorierst. Du gehst vom Manchesterkapitalismus mit einem Schritt zur idealen Kommunikationsgemeinschaft und ignorierst dabei, dass die Welt nunmal in einem bestimmbaren Zustand zwischen diesen zwei Extremen liegt.
      Du ignorierst die Entwicklung der Gesellschaft und den Fortschritt, der Religion ja primär negiert - nur deshalb existiert Philosophie. Als Negation dessen, was die Religion ermöglicht hat um Kritik zu üben und irgendwann vielleicht doch den utopischen Zustand zu erreichen.

      Du ignorierst m.E. in Bezug auf die Phylogenese das "Wie?". Wie hat es sich abgespielt - wie hast du die Möglichkeit Religion zu negieren? Wie hat die Gesellschaft dir ermöglicht gegen ihre Funktionsweise zu denken?
      Das ist kein muss. Wenn sich aber jemand Wissenschaftlichkeit auf die Fahnen schreibt, darf er nicht nur Idealismus und Physikalismus sehen, sondern muss sich auch mit dem Prozess, mit der Entwicklung selbst auseinandersetzen.

      Genau hier setzt der Diskurs an, der sich auf Höhe der Zeit bewegt und schaut, was mittlerweile Konsens ist, was neu ist, was vielleicht jetzt erklärbar wird. Dass ignorierst du aus irgendeinem Grund, m.E. weil du dein "Ich" negiert hast. Ein "Ich" ist in deiner Philosophie nicht vorgesehen, aber die Gegenwart basiert nunmal auf absoluter Individuisierung und darum kann man das m.E. nicht ignorieren - denn hier gilt es anzusetzen um den nächsten Schritt zu machen, der die Welt aus dem religiösen Bann zieht.

      Ich will dir da echt nicht zu nahe treten - und wie gesagt, dank dir sehe ich vieles klarer - aber du ignorierst hier einen großen Teil der Entwicklung, die sich innerhalb des religiösen Systems abgespielt hat und noch immer abspielt. Denn noch ist dieses Zeitsystem - anders als die Antike, ja nicht überwunden. Der Diskurs versucht genau dies. Wenn man z.B. nur Foucault anschaut, der den Humanismus anprangert, hier ein Grundübel der Welt sieht, dann sieht man, dass sich der Diskurs langsam der Wahrheit annähert. Aber man darf halt nicht nur die Seite von Foucault, Marx und Adorno sehen, sondern muss sich auch mit den anderen, mit Habermas, Dahrendorf und konservativen Ökonomen beschäftigen.

      Wie gesagt, deine Sicht ist Wahrhaftigkeit auf der einen Seite. Die andere ignorierst du - was mir unerfindlich ist, aber du tust es.

      Ich kann wahrscheinlich nich so schnell antworten. Bin umgezogen und hab noch kein Inet. Fange an in Halle Soziologie und Philo zu studieren. Sobald ich Inet hab, bin ich aber wieder am start.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
      Es gilt die Logik auf Geometrie zu gründen.
      Die Geschichte von den zwei Quadraten.
      Die Geschichte der Religion.
    • Hi,

      Groot schrieb:

      Ich sehe das ehrlich gesagt nicht als Opportunismus.

      Die Frage für mich ist lediglich ob Du Opportunismus definiert hast, oder die 'Festlegung' was Opportunismus ist oder nicht, lieber der jeweilig momentanen Gefühlslage und Strategie, und damit der Willkür, überlässt?

      Und wer gegen Opportunismus ist, der braucht auch keine Meinung. So einfach ist das.


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Philzer schrieb:

      Die Frage für mich ist lediglich ob Du Opportunismus definiert hast, oder die 'Festlegung' was Opportunismus ist oder nicht, lieber der jeweilig momentanen Gefühlslage und Strategie, und damit der Willkür, überlässt?

      Und wer gegen Opportunismus ist, der braucht auch keine Meinung. So einfach ist das.
      Nö ich habe garnichts definiert. Ein starres Weltbild ist m.E. purer Idealismus. Klar, ich kann auf Meinung - ausserhalb von Kunst - auch verzichten. Aber sie ist halt nunmal da und da kann man gerne soviel dagegen sein wie man will, das lässt sie nicht verschwinden. Da sie nunmal da ist, muss theoretisiert werden, wie sie funktioniert, wie sie entstanden ist und wo Ansatzpunkte liegen, sie einzudämmen.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
      Es gilt die Logik auf Geometrie zu gründen.
      Die Geschichte von den zwei Quadraten.
      Die Geschichte der Religion.
    • Hi,

      Groot schrieb:

      Nö ich habe garnichts definiert.

      Naja, das unterscheidet uns eben. :)
      Ich denke ohne Definitionen bleibt man im ewigen Meinungsnihilismus.
      So lassen sich Milliarden von Büchern schreiben, ohne das es über gut und böse hinausgänge .....


      Groot schrieb:

      Ein starres Weltbild ist m.E. purer Idealismus. Klar, ich kann auf Meinung - ausserhalb von Kunst - auch verzichten.

      Deshalb versuche ich meine Modelle offen zu gestalten. Weiss aber nicht ob mir das gelingt.
      ( in der Kunst ist wie bei allem wo es um Geschmack geht, selbstverständlich die Meinung legitim )

      Groot schrieb:

      Aber sie ist halt nunmal da und da kann man gerne soviel dagegen sein wie man will, das lässt sie nicht verschwinden. Da sie nunmal da ist, muss theoretisiert werden, wie sie funktioniert, wie sie entstanden ist und wo Ansatzpunkte liegen, sie einzudämmen.

      Ja, der Opportunismus ist nun einmal da. Als Übernahmeerscheinung aus dem Tierreich. Er wird solange bleiben bis er zum Überleben auf einem kaputten Planeten nicht mehr taugt.
      Das weiss ich auch, deshalb gehe ich trotzdem keine Liaison mit ihm ein. :)

      Aber vielleicht ist Deine Strategie ja besser ....


      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • HumbleThinker schrieb:

      aber willst du denn ganz ohne Meinungen auskommen?

      Machen denn nicht Meinungen das Individuum aus?
      Und muß man nur das glauben, was auch intersubjektivierbar ist?
      Würde sich der Mensch nicht dadurch selbst überflüssig machen?
      Vielleicht hast du sogar recht, und genau dies ist das Schicksal des Menschen.
      Wissenschaftlich darf Meinung keine Rolle spielen. Dies heißt m.E., dass die Philosophie notwendig Meinungsfrei sein muss - und sein kann.

      Ja, Meinungen haben natürlich die Entwicklung des Individuums befördert und dessen kognitive Komplexität überhaupt erst ermöglicht - dadurch, dass sie der Welt unnötigerweise Komplexität aufzwingen(zum Glück, spnst wären wir vielleicht zwar auch hier, aber uns nicht bewusst).

      Glauben kann man alles was man will. Nur darf geglaubtes nicht intersubjektivierbares, also wissenschaftlich wahres verdecken und überlagern.

      Wieso das? Der Mensch würde dadurch primär das Recht überflüssig machen, was dann durch Moral ersetzt würde.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
      Es gilt die Logik auf Geometrie zu gründen.
      Die Geschichte von den zwei Quadraten.
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    • Groot schrieb:

      Glauben kann man alles was man will. Nur darf geglaubtes nicht intersubjektivierbares, also wissenschaftlich wahres verdecken und überlagern.

      Wieso das? Der Mensch würde dadurch primär das Recht überflüssig machen, was dann durch Moral ersetzt würde.
      Glaubst du wirklich, daß das Recht auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse entsteht? Und nicht etwa auf der Grundlage der bei weitem nicht immer intersubjektivierbaren Meinungen der jeweils Mächtigen?

      Und zur Wissenschaft allgemein: Lies ruhig mal Ernst Mach "Erkenntnis und Irrtum".
      Man weiß nie genug, und vielleicht ist genau dieser Mensch, dem ich gerade begegne, der Engel, der mir die Augen öffnet.
    • HumbleThinker schrieb:

      Glaubst du wirklich, daß das Recht auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse entsteht? Und nicht etwa auf der Grundlage der bei weitem nicht immer intersubjektivierbaren Meinungen der jeweils Mächtigen?
      Nein natürlich nicht. Recht gründet im Menschengeschlecht. Ich habe damit nur auf die Frage geantwortet, ob der Mensch sich selbst dann nicht überflüssig machen würde - und das meine ich nicht, denn er würde m.E. nur das Recht überflüssig machen.

      HumbleThinker schrieb:

      Und zur Wissenschaft allgemein: Lies ruhig mal Ernst Mach "Erkenntnis und Irrtum".
      Danke für den Hinweis.
      „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
      Es gilt die Logik auf Geometrie zu gründen.
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      Die Geschichte der Religion.