Grundsätzliche Fragen zum Pragmatismus

    • novon schrieb:

      Hmm... Sollte soweit eigentlich alles gegeben sein bei den Aborigines. Scheint jedenfalls zu klappen, Inhalte über Jahrzehntausende hinweg weiterzugeben. (Was ist "Text"? Inhalt oder Form?)
      Wenn eine Sofadecke ein bestimmtes Muster hat, hat sie noch keine Schrift. Einfache Muster können vielfältige Bedeutungen haben. Na jedenfalls steht auch bei Wiki, dass die Aborigines keine eigene Schrift entwickelt haben. Also gehe ich mal davon aus, dass die Forschung nicht genug in der hat, um von Schrift (unserem verständnis nach) sprechen zu können.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • iselilja schrieb:

      novon schrieb:

      Hmm... Sollte soweit eigentlich alles gegeben sein bei den Aborigines. Scheint jedenfalls zu klappen, Inhalte über Jahrzehntausende hinweg weiterzugeben. (Was ist "Text"? Inhalt oder Form?)
      Wenn eine Sofadecke ein bestimmtes Muster hat, hat sie noch keine Schrift. Einfache Muster können vielfältige Bedeutungen haben. Na jedenfalls steht auch bei Wiki, dass die Aborigines keine eigene Schrift entwickelt haben. Also gehe ich mal davon aus, dass die Forschung nicht genug in der hat, um von Schrift (unserem verständnis nach) sprechen zu können.
      Kommt doch wohl drauf an, ob die bemusterte Sofadecke spezifische Inhalte transportiert oder nicht.
      Mag sein, dass sich das gewissermaßen archaisch darstellen könnte. Aber was ist Schrift denn mehr, als dass Inhalte durch Symbole repräsentiert wären? Das bekamen die alten Aborigines eben doch wohl so hin, wie es auch schon die Künstler von Lascaux schafften. Wohingehend müsste da differenziert werden?
      Gruß,
      n0\/0n

      deutsch.
      think, tank.
    • novon schrieb:

      Wohingehend müsste da differenziert werden?
      Ich denke, Du hast da schon ein mögliches Kriterium genannt.

      novon schrieb:

      spezifische Inhalte transportiert oder nicht


      Ergänzen könnte man nun noch wiederkehrende Inhalte, Umfänglichkeit der Zeichen - also lassen sich damit weite Teile des Lebensvollzuges reproduzieren. usw. Bei wiki findet sich auch ein ganz guter Einstieg, was man unter Schrift wohl verstehen könnte.

      Will man über dieses Verständnis hinausgehen und sagen "auch die Aborigines hatten Schrift" wäre das durchaus möglich, warum nicht. Aber es würde dann eben über unser "normales" Verständnis hinausgehen und wäre damit wohl auch gut Gegenstand einer philosophischen Betrachtung. Aber hier im Thread will ich eigentlich garnicht soweit gehen. Für meine bisherige Argumentation scheint mir ein "normales" Verständnis auszureichen.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • iselilja schrieb:

      novon schrieb:

      Wohingehend müsste da differenziert werden?
      Ich denke, Du hast da schon ein mögliches Kriterium genannt.

      novon schrieb:

      spezifische Inhalte transportiert oder nicht
      Ergänzen könnte man nun noch wiederkehrende Inhalte, Umfänglichkeit der Zeichen - also lassen sich damit weite Teile des Lebensvollzuges reproduzieren. usw. Bei wiki findet sich auch ein ganz guter Einstieg, was man unter Schrift wohl verstehen könnte.

      Will man über dieses Verständnis hinausgehen und sagen "auch die Aborigines hatten Schrift" wäre das durchaus möglich, warum nicht. Aber es würde dann eben über unser "normales" Verständnis hinausgehen und wäre damit wohl auch gut Gegenstand einer philosophischen Betrachtung. Aber hier im Thread will ich eigentlich garnicht soweit gehen. Für meine bisherige Argumentation scheint mir ein "normales" Verständnis auszureichen.
      Die Frage ist doch, was unter Schrift zu begreifen wäre, und was nicht, wie auch, wo man da gedenkt einen Pflock einzuschlagen um zwischen jenen zu unterscheiden, die eine Schrift hätten und jenen, welche nicht. Fassen wir Schrift ganz allgemein als artifizielle, spezifische Inhalte repräsentierende Symbolik, gibt es überhaupt keinen Grund die Aborigines oder auch die Menschen von Lascaux dahingehend zu diskreditieren. Die benutz(t)en Symbole um Inhalte zu transportieren, setz(t)en also Schrift in genau dem Sinne ein, wie wir auch. Was sich unterscheidet ist die Differenziertheit und Komplexität der explizit formulierbaren Inhalte. Schrift, Sprache hat sich seither kontinuierlich mehr und mehr ausdifferenziert, beginnt aber mit dem ersten Symbol, das (wiederholt) in den Sand gescharrt wird.
      Gruß,
      n0\/0n

      deutsch.
      think, tank.
    • novon schrieb:

      Die Frage ist doch, was unter Schrift zu begreifen wäre, und was nicht, wie auch, wo man da gedenkt einen Pflock einzuschlagen um zwischen jenen zu unterscheiden, die eine Schrift hätten und jenen, welche nicht. Fassen wir Schrift ganz allgemein als artifizielle, spezifische Inhalte repräsentierende Symbolik, gibt es überhaupt keinen Grund die Aborigines oder auch die Menschen von Lascaux dahingehend zu diskreditieren. Die benutz(t)en Symbole um Inhalte zu transportieren, setz(t)en also Schrift in genau dem Sinne ein, wie wir auch. Was sich unterscheidet ist die Differenziertheit und Komplexität der explizit formulierbaren Inhalte. Schrift, Sprache hat sich seither kontinuierlich mehr und mehr ausdifferenziert, beginnt aber mit dem ersten Symbol, das (wiederholt) in den Sand gescharrt wird.
      Ja, von mir aus gern. Ich hätte auch kein Problem mit dem Auftauchen von (nennen wir es) Vorformen eines Schriftgebrauches. Es ist nur so, dass es dabei zu wenig Material gibt, um es vernünftig differenzieren zu können. An Hand der wenigen Symbole lässt sich kein Gebrauch rekonstruieren. Diese Zeichen könnten alle mögliche sein - und natürlich auch Ansätze einer Schriftentwicklung. Sie könnten aber auch einen ganz anderen Grund haben. So genau lässt sich das offenbar nicht feststellen, sonst hätte man dazu bestimmt auch schon irgendwas brauchbares publiziert. Deswegen (um nicht in Spekulationen zu verfallen) lass ich das lieber und sage mir lediglich "könnte sein".
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.