Die Theorie des göttlichen Selbstbewussteseins im anonymen Parmenides-Kommentar

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    • ich habe ein bißchen reingelesen
      es geht um die kosmogonische Abwärtsentwicklung

      • wieviele Schritte?
      • zu welchem Schritte gehört das Sein,
      • zu welchem das Seiende?


      die Abhandlung hat weniger mit dem parmenidischen Lehrgedicht,
      als vielmehr mit PLATONs 'Parmenides' zu tun

      die zeitliche Trennung von Sein und Seiend
      gibt es im Lehrgedicht nicht

      ich würde schreiben:

      PARMENIDES (ist traurig? Totengebet?)
      reist in die Erinnerung (Drogen? Vorfahren?)
      und trifft dort die Göttin der Wahrheit (Matriarchat?),
      welche ihm die Erkenntniswege (Astronomie !)
      anhand des Seins erklärt (nicht-Sein anstelle Nihilismus !)
      und den (späteren) Quatsch (der Platoniker) auflistet

      PARMENIDES fühlt als erstes
      denkt vorbewusst weiter
      und handelt dann als Redenschreiber
      für seine (verstorbene?) Göttin der Wahrheit

      und dies alles im JETZT
    • scilla schrieb:

      in der lateinischen VULGATA steht in PSALM 22 (= 23)
      anstelle finsteres Tal
      valle mortis
      Tal des Todes

      sed et si ambulavero in valle mortis
      Es gibt unterschiedliche Ausgaben der Psalmen, eine ist vom heiligen Hieronymus.

      In einer heisst es in der Tat:

      "valle mortis";

      in einer anderen:

      Vers 4:

      "nam et si ambulavero in medio umbrae mortis"

      wenn ich auch wandern werde mitten im Todesschatten ...

      Jetzt ist also das "valle" ganz weg und für "mortis" ist der "umbrae", der Schatten, da ...

      So wurde in der Bibel übersetzt ...

      Da steckt "ambulare", spazieren gehen drin.

      "Ambulanz" dürfte von dorther herkommen: die Ambulanz ist die, die spazieren fährt ...

      Macky
      "Und der Haifisch, der hat Zähne ..." (B. Brecht)
      "EUROPA wird christlich oder es wird überhaupt nicht mehr sein" (Romano Guardini).
      "LEHRER: Warum sollen sie Beamte sein?" (Macky)
    • Dhymeios schrieb:

      Soweit ich den Parmenides verstanden habe, begleitet die Göttin der Gerechtigkeit Dike ihn bis zu dem Tor, hinterdem die GÖTTIN ist.

      Was ist da noch mit Seiendem ?
      die Dike hat die Schlüssel
      und die Göttin, die Parmenides empfängt,
      wird nicht namentlich genannt

      es könnte sein,
      daß die Mädchen Dike dazu bringen,
      ihre Beine zu spreizen,
      damit Parmenides in sie eindringen kann
      (das war/ist meine erste Assoziation)
      um ein neues Dasein zu erzeugen

      Auf sie nun redeten die Mädchen ein mit besänftigenden Worten
      und überzeugten sie in vernünftiger Weise,
      daß sie ihnen den mit einem Stift versehenen Riege
      sofort vom Tor zurückschiebe, welches sich in seiner von den Türflügeln
      ausgefüllten Weite unermeßlich auftat, sowie die erzbeschlagenen Pfosten,
      mit Zapfen und Dornen eingefügt,einer nach dem andern sich in den Pfannen drehten.
      Hindurch also durch das Tor lenkten, geradewegs
      dem Fahrweg nach, die Mädchen Wagen und Stuten.

      12koerbe.de/pan/parmen.htm
      es könnte sein,
      daß der Spruch

      mors est ultima linea rerum (HORAZ)

      sich auf eine Grenzüberschreitung als den Übergang ins Toten-/Schattenreich (siehe auch Odysseus & Psalm 22/23) bezieht
      Gott leitet dort den Wanderer (Psalm)

      es könnte sein
      daß die letzte bzw. äußerste Linie die Menge aller Mengen meint

      aus platonischer Sicht ist 'seiend' minderwertiger als 'sein'
      den 'sein' ist ein Infinitiv und 'seiend' ein Partizip

      'sein' steht für vorher '(Wieder)Geburt'
      'seiend' steht für nachher 'Tod'

      bei mir ist es so,
      daß das Vorbewusstsein im Jetzt stattfindet (nichtdualistisch)
      das Vorbewusstsein erreicht man durch die Erinnerung (Reise zu den Vorfahren)
      das Vorbewusstsein erreicht man durch anfängliches Fühlen (Verlust eines Angehörigen)

      durch fühlen-denken-handeln (in dieser Reihenfolge)
      kommt man zum Sein

      Denken und Sein sind dasselbe

      das Seiende steht bei mir für die Menge aller Mengen
      während Sein der Oberbegriff für nicht-Sein, da-Sein, Seiend
      darstellt

      ich sehe Parmenides auf meiner Seite
      es gibt kein Nichts (es gibt das nicht-Sein)
      es gibt das Dasein (= die sexuelle Synthese)
      es gibt das Seiende (das, was man durch Höherentwicklung erreichen kann)
    • scilla schrieb:

      MackyMesser schrieb:

      nam et si ambulavero in medio umbrae mortis
      Danke,Schatten passt wesentlich besser,
      denn auch im Schatten leuchtet das göttliche Sein

      marcus d schrieb:

      Ja, die Ambulanz spaziert. Zu ihren Öffnungszeiten befindet sie sich mal hier, mal da.
      aber nur auf dem Land, dort, wo das Tal finster ist
      Im Hebräischen lautet Psalm 23,4:

      "gam kiy ´elech bgey´ salmawät"

      wenn ich gehe im Tal dunkel

      Also: hier ist ganz konkret von einem Tal die Rede, von Tod ist nicht die Rede und von Schatten des Todes ist zweimal nicht die Rede. Soweit zu den angeblichen Übersetzungen.

      Macky
      "Und der Haifisch, der hat Zähne ..." (B. Brecht)
      "EUROPA wird christlich oder es wird überhaupt nicht mehr sein" (Romano Guardini).
      "LEHRER: Warum sollen sie Beamte sein?" (Macky)
    • MackyMesser schrieb:

      wenn ich gehe im Tal dunkel
      diese Zeile allein finde ich aber jetzt ziemlich banal

      es sei denn,
      es soll auf die Sterne am Himmel verwiesen werden
      (oder die Gläubigen sehen sich als Herdentiere?)

      die christliche Version steht dagegen in einem Spannungsverhältnis
      zwischen den Mysterien, den Gnostikern, den Juden, den Philosophen, den keineAhnungsonstwas