Philosophie ist keine normale Wissenschaft

    • Philosophie ist keine normale Wissenschaft

      Philosophie ist (mit Schlagworten von Thomas S. Kuhn gesagt) keine normale Wissenschaft, sondern die paradigmatische par excellence. So viele bedeutende Philosophen, so viele maßgebende philosophische Paradigmen, die von angehenden Philosophen studiert sein wollen. Ja, einstudiert, wie auf musikalischem Gebiet die ambitionierten Instrumentalisten mit einem Repertoire beispielhafter Kompositionen es tun. Nur wem ein umsichtiger Anschluss an die Kunst-Geschichte des Philosophierens gelingt, ist hinreichend präpariert, in dieser geistreichen Disziplin alles Herkömmliche zu vergessen und aussagekräftig so zu tun, als nähme mit ihm die ganze Philosophie einen neuen Anfang. Auf diesem Weg kehrt das paradigmatische Wesen dieser Wissenschaft immer wieder. Wir Studienabbrecher (das können auch "Doktoren" und "Professoren" sein) üben uns bestenfalls im Respekt. Damit können wir einer immerwährenden Geistesgröße, etwa als auserkorenem "Lieblingsphilosophen", sekundieren. Oder wir beschreiten ähnlich respektvoll immer wieder aufs Neue mit Verständnisfragen den philosophischen Allgemeinbildungsweg. Zum Beispiel mit Verständnisfragen zu diesem sekundärphilosophischen Aphorismus. Das ist durchaus schon allerhand und im weiten Flachland des Verstandesgebrauchs erheblich.
      LG

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    • W. Stegmaier sagte einmal, Philosophie schaffe Horizonte. Es obliegt aber den einzelnen Disziplinen, diese Horizonte paradigmatisch zu nutzen und sie dem Menschen als eigentlichen Nutznießer der Philosophie zu vermitteln.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • iselilja schrieb:

      W. Stegmaier sagte einmal, Philosophie schaffe Horizonte.


      Das Nutzen und Nutzen ziehen im engeren Sinn ist in der Tat die Sache anderer Disziplinen. Ein diszipliniertes Philosophieren belässt es beim Erwägen, Fragen, Hinterfragen. Wobei trotzdem auch die Philosophierenden in ihrem übrigen Leben nutzenorientiert zu sein pflegen. Frei nach Stegmaier plus Sloterdijk: Philosophie ist kein horizontales Gewerbe, sondern das Horizonte schaffende und Orientierungen eröffnende vertikale.
      LG