Wort der Woche: Tag (1)

    • Wort der Woche: Tag (1)

      Mit der Morgendämmerung fängt es an zu tagen, sofern der Anfang des lichten Tags gemeint ist, der mit der Abenddämmerung endet. Der lichte Tag ist demnach die Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, sofern wir es vorkopernikanisch ausdrücken wollen. Die vorkopernikanische Perspektive gibt es ja nach wie vor, und an ihr ist nicht zu rütteln. Der lichte Tag, das sind die zwölf Stunden zwischen morgens um sechs und abends um sechs. Aber egal, ob man vom Zwölf- oder vom 24-Stunden-Tag ausgeht, die Mitte des Tags ist immer um zwölf. Seltsam nur, dass die Rechtschreibreformer hier inkonsequent gewesen sind und "Mittag" nicht durch "Mitttag" ersetzt haben. Sie dachten vielleicht, man könne es so stehen lassen, weil ja kein Missverständnis möglich ist wie etwa bei "Betttuch" und "Bettuch".

      Bestimmt gibt ein Nachdenken über den Tag noch viel mehr, auch Philosophisches, her. Aber wir haben ja noch fast eine ganze Woche Zeit, um das zu erledigen. :sleeping:
      LG
    • soweit ich weiß komt das Wortaus dem Skaninavischen von "Dag", so ein Typ, der mit seinem Himmelsflitzer von einem Horizont zum anderen kurvt... ähnliche worte, die mir noch dazu einfallen, sind "Dach", "Decke", "Tectum" (lat. Dach) , tacere (schweigen, lat.) , "dark", und " dagger (dolch) ... dämmerung und dag-mar ( das pferd von dem typen) ... dackel , dogge und dog haben da wohl weniger mit zu tun ... ducken vielleicht, duke, dux und duck?
      Wahrheit ist relativ zur Realität
    • Welche Quellen hast Du herangezogen? Nach meinen (Duden, Kluge, Mackensen, Pfeifer) ist die Etymologie von "Tag" und "tagen" vergleichsweise unsicher. Dass Vornamen wie Dagmar und Dagobert (oder gar phonetische Anlehnungen wie "Dach" und "Dackel") wegen der ähnlichen Lautung auf den hellen Tag hindeuteten, ist ziemlich sicher ein volksetymologischer Kurzschluss. Längst nicht alles, was (fast) im Ein-Klang miteinander steht, gehört zur selben Wort- bzw. Sinngeschichte. Die will schon etwas gründlicher erforscht sein. Und nicht selten ist dann eben das einzige Forschungsresultat, dass man zu keinem sicheren Resultat gelangt. Vor allem dann nicht, wenn schriftliche Zeugnisse fehlen. Daher bin ich schon froh gewesen, beim Stichwort Tag die Sinnverschiebung von der Zeit des Tagens (Morgendämmerung) über den lichten Tag bis zum 24-Stunden-Tag gut belegt zu finden. Nichts für ungut!
      LG
    • Ja, Lutger, Du hast ja vollkommen Recht. Ich habe wohl versäumt, meine Assoziationen als sinnfrei subjektiv inspirirert dazustellen. Daß sie dennoch den Schein eines ethymologischen Ansatzes bewirkt zu haben scheine, ehrt mich natürlich ;) Dämmerung <-> Dag-Mahr ... war das bestandteil der von Dir gefundnen Belege? zu mar und morgen fällt mir dabei auch morrow, morgana, morgaine le fay ein...
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