Der Mensch als Artefakt

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    • freude104 schrieb:

      Meine Antwort:
      Damals wurde in den Nachrichten gesagt,
      daß es bei einem dort lebenden Naturvolk keine Verluste gegeben hat,
      weil die vorher von ihrem Führer? Schamanen? eine Warnung bekamen, in die Berge zu gehen.


      Ich hatte da etwas anderes gesehen, wo etwa dieser o.g. Wortlaut wiedergegeben wurde. Heute finde ich dazu kaum noch etwas Relevantes. Zeigt auch, wie schnell der Mensch vergessen will. :)

      Momentan konnte ich nach intensiver Suche nur noch das hier finden "Sie sagen: Im heißen Schlund der Erde lauert eine Bestie, die zerrt an den Festen der Welt, schreit und rüttelt, warnend und zornig. Man kann sie hören, denn sie spricht zu den Menschen. Und wenn du aufmerksam bist und ihre Sprache erlernst, kannst du ihren Verwünschungen entkommen. Man gab der Bestie einen Namen: Semong – große Welle nach dem Beben. Das war im Jahre 1907."

      lieben Gruß
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • Hallo iselilja,

      danke für die Erklärung - aber da sieht man wieder dass ein und der selbe Satz - in zwei völlig geographisch unterschiedlichen Regionen - wie indischer Ozean und Tiroler Berge - parallel wahr sein kann, ohne auch nur im entferntesten etwas damit zu tun zu haben, dass es sich um die gleiche Wahrheit handelt.

      Denn bei einer Springflut wie einem Zunami ist es ganz klar, dass man einige Zeit, vielleicht schon Tage vorher, beobachten kann, dass sich das Wasser des Meeres zurückzieht und das Wasser verschwindet, nämlich weil es sich zu einer mächtigen Springflut ja erst aufbauen muss, was durch den dort üblichen Wasserwirbelwind schon mal vorkommen kann - wenn gleich nur selten in derart verheerender Größenordnung.

      Daher ist das Sprichwort - wenn das Wasser verschwindet - flüchte und such einen möglichst hoch gelegenen Ort in den Bergen auf - durchaus eine "nicht schamanische" sondern realistische Folgerung aus Meeres - Beobachtung von der aber eben nur die Alten wissen werden, wie wichtig sie sein kann.

      In Tirol wiederum, in einem Binnenstaat wie Österreich, ist es in der Geschichte um Landbesitz und auch teilweise Grenzstein - Versetzungen eben auch vorgekommen, dass einstmalig gutes und fruchtbares Land - wegen der Abschneidung von natürlichem Bachwasser ganz oben im Gebirge wo nicht oft wer hinkam damals - verödete und eben Not über den Bauernhof im Tal kam.
      Ich glaube auch daher ist es eben rechtlich wichtig gewesen, dass eben festgelegt wurde, welche Quellen nicht Privatbestitz sind, sondern eben "dem Land" gehören, und das Wasser aus ihnen nur so genutzt werden darf, wie es natürlich den Weg zum nächstgößeren Fluss sucht.

      Der Satz mit dem verschwunden Wasser, wegen dem man in die Berge gehen soll ist also in Tirol genauso wahr, aber aufgrund ganz einer anderen Wahrheit als im indischen Ozean.

      Eigentlich hoch interessant!

      Ich bin ein Freund der Weisheit,
      aber nicht alle ihrer Freunde
      sind auch meine Freunde.

    • Neutralis schrieb:

      Der Satz mit dem verschwunden Wasser, wegen dem man in die Berge gehen soll ist also in Tirol genauso wahr, aber aufgrund ganz einer anderen Wahrheit als im indischen Ozean.

      Eigentlich hoch interessant!


      Das ist vermutlich auch das verführerische (tolle?) an Weisheiten, sie können so viele Bedeutungen haben. Richtig interpretiert sind sie hilfreich in so mancher Lebenssituation. Falsch interpretiert bleiben sie Tradition - Überrest eines durchaus künstlerisch verstandenen Prozesses.

      Womit wir wieder beim Thema wären. Hach, ich hätte Radiomoderator werden sollen. :)

      lieben Gruß
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    • hallo iselilja,

      Weisheit - heißt nicht nur, dass dasjenige, was gesagt ist, weise ist, sondern das Wort beinhalet auch, dass man selbst weise sein muss, um die Weisheit im richtigen Moment für sein Leben glückbringend oder lebensrettend zu nutzen.

      Im Prinzip - ist hier der Zufall von Aristoteles und die Weisheit mit dem verschwunden Wasser - die gleiche Kathegorie von Tatbeständen, die für einen arbeiten können oder einem eben nichts nutzen. Nur dass der Zufall eben nicht einer Erinnerung (an die Weisheit) bedarf, sondern wirklich scheinbar nichts Fassbares/Greifbares dafür die Vorraussetzung sein muss.

      Irgendwie kommen wir mit mehreren Themen heute ins weiterführende Schwelgen, oder will der Radiomoderator schon wieder Werbe-Einschübe für "soziale Intelligenz" wie Rosen zwischen die Beitragsspendenden streuen?

      Bezüglich Kunst:

      Das Wasserraub Thema im bäuerlichen Milieu fand in der jungen zweiten Republik in Österreich durch Ludwig Ganghofer Beachtung, er schrieb viele Bauernromane, die teilweise sehr erfolgreich mit Luis Trenker verfilmt wurden.
      Ich habe immer so witzig gefunden, dass man sein Werk "Das Schweigen im Walde" sehr oft resumierend zitieren kann, wenn einem Großmaul dann letztendlich doch nichts rechtes mehr einfällt, weil man nachweisen konnte, wie falsch seine Sprüche waren.
      Und fast gleich witzig ist, dass Ganghofers Schweigen 300 Seiten hat.


      Ich bin ein Freund der Weisheit,
      aber nicht alle ihrer Freunde
      sind auch meine Freunde.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Neutralis ()

    • An idea

      Du schreibst:
      … Du wirst doch nicht allen Ernstes behaupten wollen, dass alles was unter 'Kunst' angeboten wird auf Können oder kennen zurückzuführen ist?

      Meine Antwort:
      Kunst sollte „das Staunen“ beinhalten.

      Oder ist mehr der Geschmack entscheidend?
      Ist das schon eine Mode-Erscheinung?
      Und wenn nur noch kommerzielle Gedanken dahinter stehen?




      Du schreibst:
      … deine Antwort erscheint mir etwas polemisch zu sein. Hast du schon mal von der Wertfreiheit der Wissenschaft gehört? …

      Meine Antwort:
      Der freche Zweizeiler sollte humoristisch klingen.

      Die Wertfreiheit ist das Schönste an der Wissenschaft.
      Leider lese und höre ich ab und an über die dunkle Seite von „Wissenschaftlern“.
      Nunja, wo Menschen sind, menschelt es, leider auch in der heheren Wissenschaft.




      Du schreibst:
      … Das, was aus wissenschaftlichen Erkenntnissen erfahren wird, kann einer ethischen Betrachtung zugeführt werden, …

      Meine Antwort:
      Ja.
      Im Positiven und (leider) auch im Negativen (Manipulation).
    • @ freude,

      Wegen der ethischen Manipulation gedenken wir Albert Einstein auch als Begründer der Relativitätstheorie und nicht der Atombombe, die ebenfalls unmittelbar auf seine Erkenntnisse zurückgeht.

      Über Kunst, das Staunen und das Können denke ich:
      Kunst kann vom Staunen können kommen, oft kann man aber auch über Nichtkönnen eines Künstlers nur mehr staunen, ebenso wie für manchen anderen Künstler sein Können nicht erstaunenswert, sondern das Resultat seines Erlernten und seiner Erfahrungen ist.

      @ Iselilja

      bezüglich der alten Traditionen, die für manche Leute einfach banal und abgedroschen erscheinen und keinen aktuellen Bezug mehr bieten - empfehle ich am 5. Dezember d. J. einen Krampuslauf in der Innenstadt mit vom Weihnachtsmarkt alkoholisierten Jugendlichen als Publikum. - Dann wird einem ganz schnell klar, dass der Teufel auch gar nicht wesentlich woanders sein muss, als dort, wohin man - ihn als Allegorie zu begaffen - herbei geeilt ist.

      Ich bin ein Freund der Weisheit,
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    • freude104 an idea schrieb:

      Meine Antwort:
      Die heilende und erlösende Kraft schläft lebenslang im Menschen und müßte
      nur geweckt werden.
      Aber – wo wird dieses gelehrt?
      Hahaha, hilf Dir selbst – sonst hilft Dir niemand.


      freude104 schrieb:

      Meine Antwort:
      Habe ich Deine Antwort überlesen oder wo versteckt die sich? Bitte hilf mir.


      Hilfe zur Selbsthilfe scheint hier angebracht - eine freundliche Philosophie sozusagen. Nur wird sie meistens nicht verstanden... das ist wie mit alten Weisheiten. :)

      lieben Gruß
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      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • freude104 schrieb:

      An iselilja

      Auf meine Bitte um Deine versprochene Lösung der Weisheit
      "Wenn das Wasser verschwindet, geh in die Berge."
      schreibst Du:

      „Hilfe zur Selbsthilfe scheint hier angebracht …“


      Gewiß hast Du recht damit.
      Nur –
      Deshalb weiß ich immer noch nicht Deine spezielle Antwort, die mich bestimmt überraschen wird / soll.


      Nun, weil der Überraschungseffekt offenbar ausgeblieben ist bei Dir. Denn Du hattest ja etwas anderes dazu in den Medien vernommen.
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    • An iselilja

      Du schriebst:
      Nach dem verheerenden Tsunami im Indischen Ozean vor Jahren hatte man sich an eben dieses alte Sprichwort erinnert, nur konnte wohl niemand mehr damit etwas anfangen. Den genauen Wortlaut kenne ich auch nicht, aber so in etwa hatte ich es mal in einer Doku gesehen.

      Meine Antwort:
      aha, das ist überraschende Lösung.
      "Wenn das Wasser verschwindet, geh in die Berge."

      Auch ich kann mit diesem alten Sprichwort in dieser Erklärungsform nichts anfangen.
      Vermutlich fehlt mit da die Weisheit.



      Da ist mir die folgende Nachricht einsichtiger:
      daß es bei einem dort lebenden Naturvolk keine Verluste gegeben hat,
      weil das vorher von ihrem Führer? Schamanen? eine Warnung bekamen, in die Berge zu gehen.

      Eigentlich müsste dieser spezielle Vorfall die Forschung / Wissenschaft interessieren.

      Dennoch, danke für Deine Bemühungen, iselilja.
    • freude104 schrieb:

      Eigentlich müsste dieser spezielle Vorfall die Forschung / Wissenschaft interessieren.


      Das wird es aber nicht, weil man mit Weisheiten/altem Wissen kein Geld verdienen kann. Mit Frühwarnsystemen aber evtl. schon. :)
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

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    • An iselilja

      Du schreibst:
      Das wird es aber nicht, weil man mit Weisheiten/altem Wissen kein Geld verdienen kann. Mit Frühwarnsystemen aber evtl. schon.

      Meine Antwort:
      Das Naturvolk hatte dieses funktionierende Frühwarn-System.

      Die Bionik (auch Biomimikry, Biomimetik oder Biomimese)beschäftigt sich mit dem Übertragen von Phänomenen der Natur auf die Technik.

      Die Frage wäre, warum dieses spezielle Wissen / Können nicht allgemeingenutzt wird / werden kann. Antwort:
      Um diesem speziellen Phänomen auf die Spur zu kommen,müßte der Forscher sich selbst verändern
      (sein Ruhm- und Karriere-Streben vergessen).
      Zwar ist dieses einzelnen Individuen möglich,später dann stehen dagegen

      1. unsere Wirtschafts-Führer mit ihrer hausgemachten Gier nach mehr Profit
      2. unsere Durchschnitts-Gesellschaft,
      durch Massenmedien manipuliert zwischen Halbwissen, Vorurteilen, Pseudo-Zielen und Depression (eine gewisse Müdigkeit).

      Wer kann sich denn heute die folgende Weisheit leisten:
      Tue Deine Pflicht, (Deine innere Stimme)
      nach Dank oder Undank frage nicht.

      Philosoph Kant in Übereinstimmung mit der Bhagavad Gita
    • freude104 schrieb:

      Meine Antwort:
      Das Naturvolk hatte dieses funktionierende Frühwarn-System.


      Hast du mal irgendwie einen Link oder sowas, womit ich das geistig nachvollziehen könnte. Wie gesagt, ich hatte damals etwas ganz anderes in den Medien vernommen.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • Die Kultur ist die ontologische (evolutionäre) Nische, in die der Mensch sich versetzt (verrückt) hat, aus der heraus er in die Natur hinein wirkt. Manche glauben, unsere Hände sind der Grund für diesen Sprung, andere glauben, unser Gehirn ist hier der entscheidende Faktor, und wiederum andere glauben, der aufrechte Gang sei der Schlüssel.
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