Der Mensch als Artefakt

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    • Hallo novon

      novon schrieb:

      Eigentlich ist doch nur ein einziger realisierbarer Bezugspunkt gegeben... Sich Selbstwidersprüchen jeder Art möglichst zu enthalten, bzw. sofern solche auftreten sollten, diese möglichst aufzulösen. Weder ein Universum noch eine Natur noch ein Gott etc. können wir - über individuelle Spekulationen hinaus - irgendwie in Anspruch nehmen, da sich all dies jeder Anschauung entzieht.


      Eben. Das Sinnvolle (oder meinetwegen auch nicht widersprüchliche) braucht einen Punkt, in dem die jeweilige Logik "funktioniert". Wohin wir auch gedanklich "fallen", etwas ist bereits dort bevor wir überhaupt den ersten Gedanken gefaßt haben. Ob wir das verstehen ist eine andere Sache. In der Regel ist ja der Rahmen gerade dadurch definiert, dass sich die Gedanken nicht darüber hinaus bewegen (können).

      lieben Gruß
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.

    • Möglicherweise habe ich nicht richtig gelesen. Du hattest oben ausgeführt, worauf du denkst, dass bzw. in welchem Kontext worauf Bezug genommen würde. Das kann ich so nicht nachvollziehen. Inwiefern ist z. B. eine Bezugnahme auf "Universum" gegeben, sofern von Sternen die Rede wäre - bzw. was bezeichnet "Universum" hier?

      iselilja schrieb:

      Das Sinnvolle (oder meinetwegen auch nicht widersprüchliche) braucht einen Punkt, in dem die jeweilige Logik "funktioniert".

      "Man" braucht in dem Sinne keinen "Punkt". "Man" ist der "Punkt" - ein anderer wird sich nicht finden lassen -.

      iselilja schrieb:

      Wohin wir auch gedanklich "fallen", etwas ist bereits dort bevor wir überhaupt den ersten Gedanken gefaßt haben.

      Ja, natürlich. Eben das, was sich unter gegebenen Bedingungen als "man" konstituiert. Von diesen konstitutionellen Bedingungen könnte in dem Sinne die Rede sein, dass sie "schon da" wären.

      iselilja schrieb:

      Ob wir das verstehen ist eine andere Sache. In der Regel ist ja der Rahmen gerade dadurch definiert, dass sich die Gedanken nicht darüber hinaus bewegen (können).

      "Gedanken" ist so ein Wischiwaschibegriff - es sei denn, wir könnten uns da auf etwas Konkretes einigen -. Begriffe unterliegen den Bedingungen ihrer Möglichkeit. Mehr aber auch nicht.
      Gruß,
      n0\/0n

      deutsch.
      think, tank.
    • novon schrieb:


      Möglicherweise habe ich nicht richtig gelesen. Du hattest oben ausgeführt, worauf du denkst, dass bzw. in welchem Kontext worauf Bezug genommen würde. Das kann ich so nicht nachvollziehen. Inwiefern ist z. B. eine Bezugnahme auf "Universum" gegeben, sofern von Sternen die Rede wäre - bzw. was bezeichnet "Universum" hier?

      iselilja schrieb:

      Das Sinnvolle (oder meinetwegen auch nicht widersprüchliche) braucht einen Punkt, in dem die jeweilige Logik "funktioniert".

      "Man" braucht in dem Sinne keinen "Punkt". "Man" ist der "Punkt" - ein anderer wird sich nicht finden lassen -.

      iselilja schrieb:

      Wohin wir auch gedanklich "fallen", etwas ist bereits dort bevor wir überhaupt den ersten Gedanken gefaßt haben.

      Ja, natürlich. Eben das, was sich unter gegebenen Bedingungen als "man" konstituiert. Von diesen konstitutionellen Bedingungen könnte in dem Sinne die Rede sein, dass sie "schon da" wären.

      iselilja schrieb:

      Ob wir das verstehen ist eine andere Sache. In der Regel ist ja der Rahmen gerade dadurch definiert, dass sich die Gedanken nicht darüber hinaus bewegen (können).

      "Gedanken" ist so ein Wischiwaschibegriff - es sei denn, wir könnten uns da auf etwas Konkretes einigen -. Begriffe unterliegen den Bedingungen ihrer Möglichkeit. Mehr aber auch nicht.


      Hm. Wie antwortet man am besten darauf ohne den Zusammenhang zu verwischen.

      Würdest Du einem Künstler sagen, dass er hier und da einen Pinselstrich zuviel getätigt hat? Das Kunstvolle, das Bewundernswerte (garnicht mal Beneidenswerte) am Menschen ist doch seine Fähigkeit, das "Unerklärliche" in einem deutbaren Bildnis unterzubringen. Die logisch korrekte Destruktion mag zwar logisch korrekt sein, doch das Schöne am Kunstwerk zerstört sie im selben Moment.

      lieben Gruß
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • iselilja schrieb:

      Wie antwortet man am besten darauf ohne den Zusammenhang zu verwischen.

      Ist doch deine These des "Mensch als Artefakt". Gewissermaßen hatte ich versucht, sie auf den Punkt zu bringen, sofern du offenbar Rückgriff auf deinerseits nicht als Artefakt Erkanntes nehmen wolltest bzw. genommen hast. Wären "Universum", "Natur" oder "Gott" denn etwas anderes als Artefakte? Sofern dies der Fall wäre, sollte sich das - gegen jeden Einwand - irgendwie darstellen lassen. Natürlich denke ich, dass ich argumentativ dagegen halten kann.
      Gruß,
      n0\/0n

      deutsch.
      think, tank.
    • °¬°

      Neutralis und Iselilja zum Gruße

      Neutralis schrieb:

      sehe ich aus christliche Sicht nicht jetzt, dass Gott wegen seiner Volllkommenheit und Ewigkeit statisch sein muss, die katholische Kirche nennt einen teil der heiligen Messe die Wandlung, auch wir haben, ganz abseits von östlicher Philosophie einen wandelbaren und einen lebendigen Gott, welcher sich verändert und anders und gleich zugleich ist, aber nie so wie man ihn, über ihn den Urteilsstab brechen, gedanklich verfügen möchte.
      Ich denke die Gefahr dass man Gott nicht mehr benötigt, besteht weniger als die Gefahr, dass man glaubt, das kann Hänschen eh alles auch selber machen.

      Jede Religion bezieht sich auf eine Werteordnung,
      welche durch eine höchste Instanz, eben Gott (Götter)
      verkörpert wird. So auch bei der christlichen.
      Dabei ist Gott immer das was wir darunter verstehen
      und was unsere menschliche Beschränktheit
      an Vorstellung von Absolutheit jeweils zulässt,
      nämlich ziemlich wenig (siehe Höhlengleichnis..)
      Vom Verständnis des Orginals sind wir soweit entfernt
      wie vom Verständnis der 'dunklen Materie'
      oder der Innenwelt eines 'Schwarzen Lochs. , .
      Was bleibt ist eine ferne Ahnung, welche Spekulation oder
      gar Gewissheit über Gottes dialektische Eigenschaften
      undoder Statik gar nicht zulässt.

      iselilja schrieb:

      Der Mensch entscheidet sich zumeist, wenn er die Möglichkeit hat. Möglichkeit bedeutet hier, er hat einen Weg gefunden, wie es geht. Selten, sehr selten entscheidet er zuvor, ob er überhaupt entscheiden muss. Gott (ich bleibe mal beim Begriff Bezugspunkt) ist hierbei das leere Blatt Papier auf dem zwei Worte stehen. "Ob?" und "Wie?".


      Weil mir hier auch irgendwie die Frage nach dem Geltungsbereich des Gottesbegriffes im Raum zu stehen scheint, noch folgendes. Ich halte den Begriff Bezugspunkt für sinnvoller. Immer wenn wir von irgend etwas reden oder denken, egal was es auch ist, benötigen wir einen Rahmen/Hintergrund/Bezugspunkt. Ohne diesen konstanten Zusatz im Denken/Sprechen würde nichts einen Sinn ergeben. Wenn wir über Soziales reden, ist eine Individuengruppe der Rahmen der Betrachtung. Wenn wir von Biologie reden, ist Natur der gedachte Rahmen. Wenn wir von Sternen reden, ist das Universum der Rahmen. Wenn wir von allem zugleich sprechen ist Gott (wohlgemerkt nur der monotheistische) der Rahmen. Der jeweilige Bezugspunkt ist also genauso wichtig wie unerläßlich. Es gibt keine (sinnvolle!) Alternative dazu. Zumindest hat die Menschheit noch keine hervorgebracht.

      Die Vorstellung 'Gott' als Bezugspunkt halte ich für treffender.
      Wenn wir uns Gott vorstellen, dann beziehen wir uns auf ein
      Wertesystem Gut - Böse, welches wir "Gott" zuordnen,
      den wir zwar nicht begreifen, doch überzeugt sind dass ER
      Allmacht besitzt und deshalb zwangsläufig Recht hat.
      Da bleibt kein Platz mehr für Zweifel, wenn dran geglaubt wird.
      Denn bis Menschlein GOTT verstehen kann,
      wird es noch eine Weile dauern. , .

      d'dauerlich

      D
    • novon schrieb:

      Wären "Universum", "Natur" oder "Gott" denn etwas anderes als Artefakte?


      Sie riechen gewissermaßen nach Artefakt, weil wir einen elaborierten Begriff darüber haben. Glauben wir zumindest. Tatsächlich ist es nur das Stopschild für unsere Gedanken. Aber wir haben eben als Mensch gelernt, die äußeren Grenzen unserer Kenntnis eben durch Beschreibung deren "Innenfläche" - das was wir gerade noch so erkennen - zu beschreiben. Wen man fragt, was sich epistemisch hinter diesen Begriffen befindet, wird man sehen, dass dort nichts ist. Der Begriff wird zum Rahmen, zum (äußeren) absoluten Bezugspunkt im Denken, an dem sich alles thematische Denken orientiert.


      Mit Kunst an sich hat das aber eigentlich im Sinne des Threads nichts zu tun. Im wesentlichen ging es dabei mehr um die Einordnung von bestimmten fixen Punkten im Denken als die Frage nach Gott auftauchte. Ich denke, da gibt es gehaltvollere Threads, die dieser Frage nachgehen.

      lieben Gruß
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • idea schrieb:

      Hallo Diskursant - bist du zukunftstauglich oder voll Zukunftsängsten?
      Der Mensch als Artefakt bedeutet ja nicht, dass der Mensch Artefakte geschaffen hat ... und doch liegt seine Authentizität in dem, was er zum Ausdruck bringt.Nach Aristoteles geschieht das Werden (Genesis) 'teils durch Natur (Physis), teils durch Kunst (Techne) (...)Alles Werdende aber wird durch etwas und aus etwas und etwas... . Dass dem Menschen nichts mehr heilig ist, das bestreite ich entschieden, das was ihm heilig ist mag mitunter kurios und gefährlich sein, oder auch nur langweilig, oder religiös. Die Techno Obsession - ich glaube sie wird sich selbst regeln, denn der Vernunftbegabtheit des Menschen räume ich, entgegen vielen anderslautenden Ereignissen, den Vorrang ein. Gefühlsempfindungen wurden schon immer manipuliert und werden es auch in Zukunft und doch gibt es dich und mich (ich hoffe ohne Drogen - oder nur ab und wann) Letztlich wird sich evolutionär nur der ausgewogene Mensch weiterenwicklen womit wir bei Epikur wären, oder diejenigen Menschen deren Kultur sich als überlebensfähig erweist.


      *J*

      Idea grüßend
      Hab mich zum Überzeugungsoptimisten entwickelt
      (vor 35 J mit 30 ersehnte ich noch den Weltuntergang. . .)
      Mit nichtsmehrheilig meine ich zB dass Mensch seine eigene Genetik manipuliert.
      Was zuvor Gottgegeben war wird nun Menschenwerk,,
      Und was soll daran nicht vernünftig sein?
      Gesundheit ist ein großes Gut und Mensch soll sein Glück
      sich selbst verdanken dürfen (Technik hilft dabei,.)
      Bzgl Drogen - meine besten Einsichten fand ich
      in Begleitung von Drogen (als ich noch neurotischer war).
      Lieber selbst erwählte Drogen (THC, LSD) als Eingriffe ins Gehirn |||

      D
    • iselilja schrieb:

      novon schrieb:

      Wären "Universum", "Natur" oder "Gott" denn etwas anderes als Artefakte?

      Sie riechen gewissermaßen nach Artefakt, weil wir einen elaborierten Begriff darüber haben.

      Nein. Sofern direkte Anschauung weder gegeben noch möglich ist, haben wir es eben mit Artefakten zu tun, Synthetisierungen, Surrogaten.
      Wenn wir die Begriffe vom Kopf auf die Füße stellen, wird uns auch klar, dass es lediglich Surrogat sein kann.

      iselilja schrieb:

      Glauben wir zumindest. Tatsächlich ist es nur das Stopschild für unsere Gedanken.

      Denkverbot?

      iselilja schrieb:

      Aber wir haben eben als Mensch gelernt, die äußeren Grenzen unserer Kenntnis eben durch Beschreibung deren "Innenfläche" - das was wir gerade noch so erkennen - zu beschreiben.

      Da gibt's aber kein Innen und Außen. Entweder wir können etwas denken, oder wir können es nicht. "Da draußen" ist nichts, was darauf Einfluss hätte - was dir unter "Denken" vorschwebt ist mir immer noch nicht klar -.

      iselilja schrieb:

      Wen man fragt, was sich epistemisch hinter diesen Begriffen befindet, wird man sehen, dass dort nichts ist. Der Begriff wird zum Rahmen, zum (äußeren) absoluten Bezugspunkt im Denken, an dem sich alles thematische Denken orientiert.

      Was sonst, als Begriff wolltest du anführen...?

      iselilja schrieb:

      Mit Kunst an sich hat das aber eigentlich im Sinne des Threads nichts zu tun.

      Doch. Im Prinzip auch. Auch, wenn ich denke, dass Artefakt nicht notwendig auf Kunst verweist, so ist Kunst ohne Begriff nicht denkbar.

      iselilja schrieb:

      Im wesentlichen ging es dabei mehr um die Einordnung von bestimmten fixen Punkten im Denken als die Frage nach Gott auftauchte.

      Fix... Würdest du sagen, "Universum" könnte fix sein...? Was soll daran "fix" sein? Wogegen ließe es sich als "fix" abgrenzen?

      iselilja schrieb:

      Ich denke, da gibt es gehaltvollere Threads, die dieser Frage nachgehen.

      Möglich. Was spricht dagegen diesen hier mit Gehalt anzureichern... ^^
      Gruß,
      n0\/0n

      deutsch.
      think, tank.
    • Hallo Iselilja-
      Mehr oder weniger finden wir ja Kunst als Artifiziales gesehen so ziemlich über all in der Natur

      Das kommt darauf an, wie dein Kunstverständnis ist, bzw. was du als Kunst definierst, dazu gibt es ja die verschiedensten Ansätze.
      Am Ende einer jeden kunstvollen Betrachtung kommen wir zu der Erkenntnis, dass es da etwas reales Wunderbares gibt.
      Die Erhabenheit der Natur oder ihrer Schönheit der kunstvollen Betrachtung einzureihen ist für mich nicht zwingend gegeben, denn Kunst drückt sich nicht immer in Schönheit oder Erhabenheit aus. Hm, Kant schrieb der Betrachtung der Schönheit vollkommene Neutralität zu um sie entsprechend erfassen zu können. Aristoteles schreibt zwar der Vorstellung von Kunst psychisches Vermögen von Menschen zu, doch meint er damit das Schaffen von Kunst oder Hervorbringen. Ergriffenheit in der Betrachtung ist nicht Teil der Kunst.

      Hallo Novon-
      Eigentlich ist doch nur ein einziger realisierbarer Bezugspunkt
      gegeben... Sich Selbstwidersprüchen jeder Art möglichst zu enthalten,
      bzw. sofern solche auftreten sollten, diese möglichst aufzulösen. Weder
      ein Universum noch eine Natur noch ein Gott etc.
      können wir - über individuelle Spekulationen hinaus - irgendwie in
      Anspruch nehmen, da sich all dies jeder Anschauung entzieht.


      Im realen Leben würde ich dir zustimmen, aber garade Kunst scheint mir adäquat zu sein, seinen Selbstwidersprüchen Ausdruck zu verleihen. In der Betrachtung von Kunst sind individuelle Spekulationen direkt angesagt. Balkenhol z.B. meint - hinter seinen Skulpturen, also seiner Kunst ist ein Geheimnis verborgen, das sich nur dem Betrachter erschließt.

      LG
    • Hallo Diskursant- dich ebenfalls grüßend :)
      Idea grüßend
      Hab mich zum Überzeugungsoptimisten entwickelt
      (vor 35 J mit 30 ersehnte ich noch den Weltuntergang. . .)
      Mit nichtsmehrheilig meine ich zB dass Mensch seine eigene Genetik manipuliert.
      Was zuvor Gottgegeben war wird nun Menschenwerk,,
      Und was soll daran nicht vernünftig sein?
      Gesundheit ist ein großes Gut und Mensch soll sein Glück
      sich selbst verdanken dürfen (Technik hilft dabei,.)
      Bzgl Drogen - meine besten Einsichten fand ich
      in Begleitung von Drogen (als ich noch neurotischer war).
      Lieber selbst erwählte Drogen (THC, LSD) als Eingriffe ins Gehirn |||

      Wie heißt es doch so schön - mit 66 Jahren fängt das Leben an, also so kurz vor der neuerlichen Geburt ins neue Leben steht dir mit deinem jetzigen Verständnis alles offen, sofern du Sprache nicht neu erlernen oder erfinden musst...dein Optimismus ist daher durchaus begründet! Von den Drogen würde ich die nächsten 30 Jahr lieber die Finger lassen, sie sind schwerer und manipulierender geworden. Die eigene Genetik zu manipulieren halte ich derzeit noch nicht für angebracht weder im med.Bereich noch im embrionalen. Aber das ist meine bescheidene Meinung - hier wird sich wirklich weisen,was sich noch entwickelt. Im Sinne der Kunst wäre es jedenfalls schrecklich gäbe es nur mehr Designerbabys oder kleine Einsteins und alle wären gleich. Auch ist Technik nicht immer ein Segen besonders für alte Menschen die sich lieber tot sehen als den Rest des Lebens von Maschinen diktiert ohne jegliche Freiheit und Selbstbestimmung. Also lieber tot und zu Allerheiligen gewürdigt, als lebendig begraben (von Maschinen) und unwürdig als Last für Angehörige.
      Nach Kübler Ross leben zwar alle Menschen gern, aber ich glaube nicht durch Gewalt gegen sie, eine freie Entscheidung muss erlaubt sein.

      LG
    • Hallo novon

      novon schrieb:

      Nein. Sofern direkte Anschauung weder gegeben noch möglich ist, haben wir es eben mit Artefakten zu tun, Synthetisierungen, Surrogaten.
      Wenn wir die Begriffe vom Kopf auf die Füße stellen, wird uns auch klar, dass es lediglich Surrogat sein kann.


      So kann man es sicher auch interpretieren. Ändert aber mMn nichts daran, dass wir diese Begriffe als Konstanz "mitdenken" müssen. Es ist also kein normatives Denkverbot, sondern das Erkennen der Grenze eigenen Denkens. "Innen" und "außen" zeugen hierbei auch mehr von einem Modellcharakter. Man kann auch ein anderes Modell anlegen, es z.B. wie Du sagst auf den Kopf stellen, dann benötigt man eben dennoch einen Untergrund von dem man geistig "abspringen" kann. Im großen und ganzen reden wir von der gleichen Sache, nur eben mit unterschiedlichen Bezugspunkten. :)

      lieben Gruß

      ps: idea hat eine recht zutreffende Antwort bereits verfasst.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • iselilja schrieb:

      Mit Kunst an sich hat das aber eigentlich im Sinne des Threads nichts zu tun.

      Stimmt letztlich. Sorry.
      Aber nochmal als Rechtfertigung, warum ich mir diesbezüglich erlaubt hatte, mich gehen zu lassen:
      Nur um irgendwie beim Thema zu bleiben, das Dreschen unreflektierter Floskeln hinzunehmen, die versuchen, sich als Argumente zu verkleiden, sollte imo nicht Anspruch an Teilnehmer eines Forums sein.
      Gruß,
      n0\/0n

      deutsch.
      think, tank.
    • iselilja schrieb:

      Im großen und ganzen reden wir von der gleichen Sache, nur eben mit unterschiedlichen Bezugspunkten.

      Gut möglich. Und besagte Surrogate - je nach Bezug und Zugang - versuchen wahrscheinlich ebenso denselben Bezug zu synthetisieren -. Quasi eingefärbt durch deren jeweilige historischen und kulturellen Konnotationen; diese damit - bewusst oder nicht - für sich, jeweils als Sprecher - inanspruch, bzw. auch - entsprechend - etwaige kontroverse Grundlegungen inkauf nehmend.
      Gruß,
      n0\/0n

      deutsch.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von novon ()

    • novon schrieb:

      Nur um irgendwie beim Thema zu bleiben, das Dreschen unreflektierter Floskeln hinzunehmen, die versuchen, sich als Argumente zu verkleiden, sollte imo nicht Anspruch an Teilnehmer eines Forums sein.


      Hallo novon, das ist sicherlich (auch erfahrungsgemäß hier im Forum) richtig. Ich ertappe mich oft selbst dabei, einzelne Worte als nicht zutreffend in anderen Beiträgen "entlarven" zu wollen. Was mir dabei manchmal entgeht, ist der größere Zusammenhang, der zuweilen eben mit "unreifen" Begriffen operieren muss, um überhaupt etwas ausdrücken zu können. Dass sich diese im Nachhinein verbessern/korrigieren lassen, steht denke ich außer Frage. Du bringst ja schon den ausschlaggebenden Begriff dafür: Surrogat.

      lieben Gruß
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • idea schrieb:

      Wie heißt es doch so schön - mit 66 Jahren fängt das Leben an, also so kurz vor der neuerlichen Geburt ins neue Leben steht dir mit deinem jetzigen Verständnis alles offen, sofern du Sprache nicht neu erlernen oder erfinden musst...dein Optimismus ist daher durchaus begründet! Von den Drogen würde ich die nächsten 30 Jahr lieber die Finger lassen, sie sind schwerer und manipulierender geworden. Die eigene Genetik zu manipulieren halte ich derzeit noch nicht für angebracht weder im med.Bereich noch im embrionalen. Aber das ist meine bescheidene Meinung - hier wird sich wirklich weisen,was sich noch entwickelt. Im Sinne der Kunst wäre es jedenfalls schrecklich gäbe es nur mehr Designerbabys oder kleine Einsteins und alle wären gleich. Auch ist Technik nicht immer ein Segen besonders für alte Menschen die sich lieber tot sehen als den Rest des Lebens von Maschinen diktiert ohne jegliche Freiheit und Selbstbestimmung. Also lieber tot und zu Allerheiligen gewürdigt, als lebendig begraben (von Maschinen) und unwürdig als Last für Angehörige.
      Nach Kübler Ross leben zwar alle Menschen gern, aber ich glaube nicht durch Gewalt gegen sie, eine freie Entscheidung muss erlaubt sein.


      `Õ´

      Idea Grußartig
      Dank für die sorglichen Ratschläge wegen Drogen.
      Aber als alter Hase von 63 muss ich selber beurteilen was für mich gut ist,
      (skommt auf den Gebrauch an nicht auf den Stoff..)
      Älterwerden hab ich seit früh als inneres Wachstum erlebt (mit Aufs + Abs)
      Denn wenn wir nicht älter werden können wir nicht dazu lernen. , .
      Ob wir uns aus unserer jetzigen Sicht auf eine Dendesign-Zukunft freuen
      bleibt bedeutungslos, (denn seit je schimpften die Alten auf die neue Zeit..)
      sie wird in ca 20 Jahren Normalität sein (für eine zahlungskräftige Elite)
      und in 50 Jahren darf 'Jeder', (spart Arztkosten..)
      Gleichermaßen stehen Neuerungen aus Wissenschaft,Forschung + Anwendung an,
      welche wir uns noch garnicht vorstellten und uns weiter wundern werden
      aber auch freudig begrüßen.
      Bedenke was das Internet einen Segen für die Menschheit bedeutet.
      Wissen ist jetzt überall zu haben. . .
      Ein Wunder welches den Nutzen aller Religionen übertrifft, , ,
      Mein Optimismus ist also begründet, nicht wegen Altsein
      sondern in Anbetracht der Realität.

      D
    • novon schrieb:

      Eigentlich ist doch nur ein einziger realisierbarer Bezugspunkt gegeben... Sich Selbstwidersprüchen jeder Art möglichst zu enthalten, bzw. sofern solche auftreten sollten, diese möglichst aufzulösen. Weder ein Universum noch eine Natur noch ein Gott etc. können wir - über individuelle Spekulationen hinaus - irgendwie in Anspruch nehmen, da sich all dies jeder Anschauung entzieht.


      <%>

      no\/on z G
      ein riesenhafter Annspruch
      welchem meines Wissens
      noch niemand gerecht wurde
      Buddha vielleicht
      Lasst uns 'Selbstwidersprüche' hinnehmen
      um zu gemäßer Frist darüber hinaus zu wachsen.
      Später wissen wir mehr. , .

      D
    • Diskursant schrieb:

      novon schrieb:

      Eigentlich ist doch nur ein einziger realisierbarer Bezugspunkt gegeben... Sich Selbstwidersprüchen jeder Art möglichst zu enthalten, bzw. sofern solche auftreten sollten, diese möglichst aufzulösen. Weder ein Universum noch eine Natur noch ein Gott etc. können wir - über individuelle Spekulationen hinaus - irgendwie in Anspruch nehmen, da sich all dies jeder Anschauung entzieht.

      ein riesenhafter Annspruch
      welchem meines Wissens
      noch niemand gerecht wurde

      Na ja... Ich schrieb ja von "realisierbar" und nicht von realisiert. Und von "möglichst"...
      In dem Sinne würde ich sage, dass dies als (individueller) Bezugspunkt durchaus taugt und kaum Unschärfe diesbezüglich mitbringt, die anderen Ansätzen geradezu immanent ist.

      Diskursant schrieb:

      Lasst uns 'Selbstwidersprüche' hinnehmen
      um zu gemäßer Frist darüber hinaus zu wachsen.
      Später wissen wir mehr. , .

      Klingt gar nicht verkehrt. *g*
      Aber wie gesagt: Der Anspruch wäre natürlich ein individueller, quasi indogen, nicht exogen.
      ...auch wenn sich in einem Forum natürlich vieles auch genau darum dreht...
      Gruß,
      n0\/0n

      deutsch.
      think, tank.
    • Diskursant-
      ich wollte dich nicht kränken. Als fast Gleichaltrige sei es mir gestattet so über das Alter zu reden, wobei ich mich auch zu den jungen Alten zähle. Betrachte ich meine kleine Welt vor meiner Terrassentür sehe ich in der Morgendämmerung die verwelkten Blumen und Bäume die sich auf die kommende kalte Jahreszeit einstimmen und im herbstlichen Sonnenlicht alle Kräfte sammeln um ihre noch intensive Farbenpracht zum Leuchten zu bringen - es scheint mir die richtige Beleuchtung der Dinge wesentlich für unser Erleben zu sein. In diesem Sinn bin ich lieber offen für jedwede Neuerung als abgeklärt und von vermeintlichem Wissen überströmend.

      Solonge
    • idea schrieb:

      Diskursant-
      ich wollte dich nicht kränken. Als fast Gleichaltrige sei es mir gestattet so über das Alter zu reden, wobei ich mich auch zu den jungen Alten zähle. Betrachte ich meine kleine Welt vor meiner Terrassentür sehe ich in der Morgendämmerung die verwelkten Blumen und Bäume die sich auf die kommende kalte Jahreszeit einstimmen und im herbstlichen Sonnenlicht alle Kräfte sammeln um ihre noch intensive Farbenpracht zum Leuchten zu bringen - es scheint mir die richtige Beleuchtung der Dinge wesentlich für unser Erleben zu sein. In diesem Sinn bin ich lieber offen für jedwede Neuerung als abgeklärt und von vermeintlichem Wissen überströmend.

      Solonge


      °;°

      Idea grußwärts
      keine Sorge, kränken tu ich mich höchstens selber, .
      Älterwerden ist viel reizvoller als viele Menschen glauben (jung oder alt)
      Genießen wir den Herbst unseres Lebens. Halte die Früchte der eigenen Geschichte
      für wichtiger als den Strotz und die Naivität der Jugend (was mich angeht..)
      Dein Bild gefällt mir:
      in der Sicht
      liegt das (geistige) Gewicht
      und Neuerungen leuchten in feinerem Licht

      solänger

      D