Der Mensch als Artefakt

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    • Neutralis schrieb:

      Somit ist deine Erkenntnis der menschlichen Dialektik für dich, Iselilja, zwar neu gefunden, aber schätzungsweise über den Daumen gepeilt doppelt so alt wie das Christentum, wird sie Gott schon in ganz ähnlicher Form zugesprochen.


      Hallo Neutralis, natürlich mit dem Unterschied, dass meine Sinnfindungsversuche über die Anfänge der jüdischen Religion hinausgehen. Wenn man noch weiter zurück blickt, sieht man, dass auch der Jüdische Gott lediglich ein Neuanfang war in einer durch und durch polytheistischen Welt vor etwas über 5000 Jahren - vielleicht sogar noch früher. Wichtiger scheint mir auch gar nicht, wer es zuerst erfunden hat, sondern dass es ein "kunstvolles" Resultat menschlichen Daseins ist, diesen zu allen Zeiten gewagten Umschlag anzustreben. Gott (ich nenne es mal absoluten Bezugspunkt) ist sozusagen nur ein winziger aber umso wichtigerer Punkt in der Betrachtung. Ohne diesen Bezugspunkt, ohne dessen implizite Konstanz wäre sinnvolles Sprechen nicht möglich. Sieh es als das weiße Blatt Papier, auf dem all das Bunte darstellbar ist. Vor Gott gab es einfach andere weiße Blätter. Der Monotheismus reiht sich so gefügig in die lange Liste der Umschläge aus Zähmung des Feuers, Erfindung des Rades, Agrarwirtschaft, Seßhaftigkeit, Erfindung der Dampfmaschine, Französische Revolution etc. etc. ein. ;)

      lieben Gruß
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • Mit Sid Meiers Civilisation wurde erstmals der zivilisatorische Werdegang des Menschen komplex spielbar. Der ein oder andere kennt das Computerspiel vielleicht noch aus seinen Anfängen. Brian Reynolds, der u.a. auch Philosophie studierte, war maßgeblich an dessen Entwicklung beteiligt. Verglichen mit allen wesentlichen Stationen der Menschheit und was man aus verschiedenen Quellen darüber zusammen tragen kann, eine wirklich gelungene Darstellung.
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      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • idea schrieb:

      der Mensch ist so beschaffen, dass er sich in seiner Entwicklung 'Gott sei Dank' nicht selbst überholen kann - es sei denn dies wäre Gottes Wille


      Ø¿Ø

      Idea zum Gruße

      Der Mensch überholt sich nicht selbst.

      Dagegen wird er vom Evolutionsprozess
      überlagert werden,

      aus dem er ja hervorgegangen ist und
      diesem als Werkzeug dient.

      Erfindungen des Menschen wie Maschinen,
      Wissenschaft, Gentechnik, , ,

      entfalten sich als Kräftepotential,
      welches alsbald eigenständig seinen Hersteller übertrifft.

      Und der Homo Sapiens als biologisch
      gewordenes Wesen und selbsternannte „Krone der Schöpfung“,

      findet seinen Platz nun auf einem
      Abstellgleis des Evolutionsprozesses wie Saurier und
      Schachtelhalmwälder.. .

      Denn Roboter sind die „besseren
      Menschen“ im Dienste der Selbstfindung des 'Weltgeistes'.

      >>

      Es starb zu derselbigen Stunde, die
      ganze Saurierei

      Sie kam zu tief in die Kreide, da war
      es natürlich vorbei. , .

      <<

      d*bei

      D
    • Doch der Mensch schafft und rezipiert nicht nur Kunst auf seinem ambivalenten Weg durch die Zeiten. Auch wird er nicht nur Artefakt auf diesem Weg im historischen Sinne - sich von der Natur entgrenzend. Er selbst will auch noch Kunst sein. Er will heraus stechen aus der Normalität, die noch vor kurzem Kunst war. Mode, Tätowierung, Schmuck, Piercing, Frisur, selbst in die intimsten Bereiche reicht die eigene Verzierung, die immer auch eine Zurschaustellung ist. Die Verwandlung der menschlichen "Hülle" ist dabei so alt und künstlerisch flexibel wie die Menschheit selbst - so könnte man meinen. Der Blick auf den Menschen - der auf der Strasse an mir vorbei läuft - wird so ins Kunsthafte verzogen. Die natürliche Persönlichkeit, die dahinter steckt, will vorerst verborgen bleiben. Der Reiz, erst die künstliche Schale interessiert durchbrechen zu müssen, um zum natürlichen Kern (Intimität/Familie/Freundschaft) zu gelangen, scheint dem Selbstverständnis des Menschen nahe zu liegen. Kein Wunder, wo doch seine ganze Existenz Artefakt ist.
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • Hallo Diskursant Ø¿Ø - 8o

      by the way, du hast auf die personalen Eigenschaften des Menschen vergessen, die ihn zu mancherlei befähigen. Der Mensch ist anpassungsfähig, Maschinen nur insoweit sie vom Menschen derart programmiert werden. Im Laufe des menschlichen Lebens verändert sich das gesamte System einer Persönlichkeit in qualitativer wie in relationaler Hinsicht. So gesehen sind Personen sofern sie aktiv am Leben teilhaben nicht statisch aufzufassen sondern als dynamisch. Wenngleich sich die Frage stellt, welche Bedeutung den Zeichen des Lebens (menschliche Lebenszeichen) zukommt. Schon Jaspers stellte die Frage nach der Existenzerhellung und so meine ich, dass Maschinen ein eher ärmliches Gefühlsleben zukommt auch wenn sie in der Lage sein sollten menschliche Züge und Bewegungen zu imitieren. Hach, bin ich froh ein Gefühlsmensch zu sein und wenn ich die Kreidefelsen mit ihrer Vergangenheit betrachte schleicht sich Rosamundes Filmzauber in mein Gedankengut... :sunny: fernab von Sauriern und Robotern!
    • Hallo iselilja,

      also ich wollte nicht so rüberkommen, als sei deine Erkenntnis einer dialektischen Betrachtung des Menschen "Schnee von gestern".

      Im Gegenteil, die Reaktionen auf den von mir gebrachten, Gott zugeschriebenen Satz "Ich bin der, der war, der ist und ewig sein wird" zeigen ja ganz deutlich, dass es neu ist, auch diesen Satz in der Form zu betrachten.
      Bei deiner Denkart von Konstanz, Vergangenheit und Zukunft, wird auch ein dialektik-fähiger Gott draus, bei dem die "interessante Neubetrachtung" eben gerade darin liebt, dass das Gottes- Ich eben die Konstanz aus dem Bezugspunkt Mensch-Schöpfung heraus idealerweise betrachtet, während der Mensch seinerseits, die Konstanz als einem als Bezugspunkt angenommen Gott-Ich ansetzt.

      Das allein widerspricht schon der Ansicht von Diskursant, der aus dem Satz lediglich die Info zieht, dass Gott ewig ist.

      Das mag für Menschen, die sich in Glaubensfragen nicht mehr erwarten, als bestenfalls eine Erklärung für gewisse, die Geschichte bestimmenden, Streitthemen - auch ausreichend und informativ genug sein, um ihre Meinung über die ganze abstruse theologische Struktur dieser menschenmachwerkigen Kirchenbildungen allerorts zu bestätigen.

      Für Leute, welche aber Glauben in sich tragen und aus dem Satz eben nicht Info herausziehen wollen, sondern ihn dazu benutzen, Glaubensinhalte und Sinn hineinzulegen, ist er aber eine Schatztruhe mit einem überraschenden Großraum jetzt nicht nur für die judische Cultusgemeinde alleine.

      In der älteren Moderne und der SIFI Literatur taucht eine Neuinterpretation des Satzes als eine "3 Zeiten Jetztzustand" - bei dem Variationen des Seins sowohl in Vergangenheit als auch Zukunft gleichermaßen mögich sind in viellerlei literarischer und filmischer Vielfalt auf. Von men in black, bis Reise in die Zukrunft, von der Idee der Zeitmaschine, bis esoterisch angehauchten Zeitreisenden durch mentale Energieschwingungen. Seltsamer Weise versanden gegen die 2010er dann diese Betrachtungen in gleichem Maße, als sich seriöse wiklich einschlägig in Physik gebildete Wissenschaftsgrößen dann hierzu auch nicht prinzipiell verneinend dazu äußern und keine ausschließende Unmöglichkeit des Ganzen mehr anbieten und gewährleisten. Besonders dann nicht, wenn sie sich mit Raum - Zeit Definitionen beschäftigt haben.

      Die Christenheit kann in dem Satz aber auch einen Hinweis auf die Dreifaltigkeit Gottes sehen, man kann im Prinzip alle drei Personen, den Vater, den Sohn und den heiligen Geist, insgesamt in 9 Varianten dem Satz zuordenen und zwar je nach der eigenen Grundposition im Leben und je nach dem zu erörterndem Hintergrund den man mit dieser Darlegung bearbeiten und sachverhaltend anpacken will.

      Hier trifft Iselijas Bild vom "Umschlag" durchaus auch für mich zu.Für eine Gleichsetzung Gottes als eben nur ein Kapitel in der Entwicklung des Menschen kann ich mich nicht erwärmen, weil mir das ganze zu pauschalisierend ist, sicherlich wird es heutige Menschen geben , die das so handhaben und es es anzunehmen, dass es solche Menschen auch in der Vergangenheit gegeben hat.
      Trotzdem stellt sich die Frage, ob das ein Level für jeden sein muss und ob man sich da so ohne Murren einordnen lasssen möchte - vor allem wenn man Ideale und Idole hat, die über das postmodere Protagonisten Dasein hinausragen und sich eben durch Mäartyrertum und einen "Heldentod" von eben gerade den Lämmer Menschen abheben, die halt glauben, egal, wie viele Probleme die Menschheit hat, es gibt ja für alles eine Schublade zum Ablegen.

      Auch umgreifend Religionen Wissende, welche aus dem Christentum kommen, sich aber verstärkt und intensiv mit östlicher Philosophie und einem eher chinesisch lastigen Buddhismus beschäftigen, werdern in dem Satz eine sehr weite und viele Stunden und Tage ausfüllende Quelle der Meditation und Besinnung finden, denn - ich sage es nochmal - das Individuum selbst, welches mit dem Satz als hineinlegend und hineinblickend TUT, macht den Wert dieser zentralen Weisheit aus die, gekoppelt mit der Idee eines wandelbaren Gottes und in Verbindung mit dem I Ging ebenso fundamentaler Sockel des Glaubens sein kann, wie anderenfalls in anderen Religionen und mit anderem gewünschen religiösen Beiwerk ebenso.

      Soweit mal meine Erläuterungen dazu. Als statisch Dinglicher Artefakt poppt der Satz natürlich nicht so wie gutes Microwellen Popcorn nach 3 Minuten.

      Ich bin ein Freund der Weisheit,
      aber nicht alle ihrer Freunde
      sind auch meine Freunde.

    • Neutralis schrieb:

      In der älteren Moderne und der SIFI Literatur taucht eine Neuinterpretation des Satzes als eine "3 Zeiten Jetztzustand" - bei dem Variationen des Seins sowohl in Vergangenheit als auch Zukunft gleichermaßen mögich sind in viellerlei literarischer und filmischer Vielfalt auf. Von men in black, bis Reise in die Zukrunft, von der Idee der Zeitmaschine, bis esoterisch angehauchten Zeitreisenden durch mentale Energieschwingungen. Seltsamer Weise versanden gegen die 2010er dann diese Betrachtungen in gleichem Maße, als sich seriöse wiklich einschlägig in Physik gebildete Wissenschaftsgrößen dann hierzu auch nicht prinzipiell verneinend dazu äußern und keine ausschließende Unmöglichkeit des Ganzen mehr anbieten und gewährleisten. Besonders dann nicht, wenn sie sich mit Raum - Zeit Definitionen beschäftigt haben.


      Hallo Neutralis, das ist ein wirklich gutes Beispiel. Man erkennt hier, wie sich Kunst als Schaffendes immer einen Schritt voraus bewegt. Die Reflexion hinkt hinterher - sie will/muss aufholen. Erst die "Übernahme" ins menschliche/gesellschaftliche/individuelle Bewußtsein sorgt dafür, dass es zur Normalität, zum commomn sense wird. Ist dieser Zustand erreicht, werden sich neue Künstler finden und das Ganze beginnt erneut. Man erkennt zugleich, dass dieser "Zyklus" manchmal auch größer sein kann als nur eine Generation.


      Ich glaube so versteht man auch, warum Evolution (sowohl natürlich als auch künstlich (wir sagen zumeist kulturell)) nie geradlinig aufwärts führt. Der sogenannte Fortschritt weicht ab, geht Nebenwege, sucht Nischen, übertrumpft und scheitert auch. Auch die menschliche Wirklichkeit ist hier so bunt und verschieden wie die Natur selbst.

      lieben Gruß
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • Hallo Iselilja,

      mit deiner Darstellung von dem, was du als "natürlichen Prozess" einer natürlichen Entwicklung darstellst, erinnerst du mich unmittelbar an Lao Tse, welcher hier wohl als ersters den Gedanken ausgesprochen hat, dass hier der Weg des Wassers, von der Quelle , über das Bächlein, welches sich den leichtesten Weg zwar sucht, aber doch einen in etwa erkennbaren Weg verfolgt, bis zum Fluss zusammenfindet, um wiedeerum in einen großen Strom zu fließen der sich im Endziel Meer verwirklicht. - Goethe hat diesen Gedanken bereits auf die Seele des Menschen abgewandelt, aber er taucht eben auch in der Westlichen Klassik als durchaus treffende Wahrheit für Schicksal, Lebensweg; Psyche etc. auf.

      Ab wann nun der namenlose Bergbach ein Common Sense ist und inwieweit wir heute daraus folgern müssten, dass alles Reine zur optimalen Verschmutzung sich sinnverwirklichend hin bewegt, kommt als moderne Betrachtung bei mir dann auch nicht nur so positiv rüber, wie sie es für dich doch zu sein scheint. Jedenfalls wirkst du von der Methodik des Wassers doch eindeutig begeistert.

      Ich bin ein Freund der Weisheit,
      aber nicht alle ihrer Freunde
      sind auch meine Freunde.

    • Neutralis schrieb:

      was du als "natürlichen Prozess" einer natürlichen Entwicklung darstellst, erinnerst du mich unmittelbar an Lao Tse, welcher hier wohl als ersters den Gedanken ausgesprochen hat, dass hier der Weg des Wassers, von der Quelle , über das Bächlein, welches sich den leichtesten Weg zwar sucht, aber doch einen in etwa erkennbaren Weg verfolgt, bis zum Fluss zusammenfindet, um wiedeerum in einen großen Strom zu fließen der sich im Endziel Meer verwirklicht.


      Der Vergleich ist garnicht so abwegig, auch wenn es vielleicht eher Nietzsche wäre, auf den dieses Sinnbild des Wassers passt. Seine Formulierung des Willen zur Macht wird nur dann in der Quelle erkennbar, wenn man den reißenden Strom sieht. Eigentlich ist es tragisch, dass sich gerade die gestiefelten Falschversteher des 20. Jahrhunderts als Nietzscheinterpreten propagierten, wo doch das Wasser aus der Quelle so viele bessere Möglichkeiten hat.

      Das Kunstvolle am Menschen ist, denke ich, dass er nicht immer den leichtesten Weg geht. Die Frage nach dem Sinn - des Kunstwerkes, der Erkenntnis, des Ereignisses, vielleicht sogar dem des Lebens an sich - korreliert sein Handeln, seinen "Fluß" durch die Zeiten.

      lieben Gruß
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • idea schrieb:

      Hallo Diskursant Ø¿Ø - 8o

      by the way, du hast auf die personalen Eigenschaften des Menschen vergessen, die ihn zu mancherlei befähigen. Der Mensch ist anpassungsfähig, Maschinen nur insoweit sie vom Menschen derart programmiert werden. Im Laufe des menschlichen Lebens verändert sich das gesamte System einer Persönlichkeit in qualitativer wie in relationaler Hinsicht. So gesehen sind Personen sofern sie aktiv am Leben teilhaben nicht statisch aufzufassen sondern als dynamisch. Wenngleich sich die Frage stellt, welche Bedeutung den Zeichen des Lebens (menschliche Lebenszeichen) zukommt. Schon Jaspers stellte die Frage nach der Existenzerhellung und so meine ich, dass Maschinen ein eher ärmliches Gefühlsleben zukommt auch wenn sie in der Lage sein sollten menschliche Züge und Bewegungen zu imitieren. Hach, bin ich froh ein Gefühlsmensch zu sein und wenn ich die Kreidefelsen mit ihrer Vergangenheit betrachte schleicht sich Rosamundes Filmzauber in mein Gedankengut... :sunny: fernab von Sauriern und Robotern!


      idea schrieb:

      Hallo Diskursant Ø¿Ø -

      by the way, du hast auf die personalen Eigenschaften des Menschen vergessen, die ihn zu mancherlei befähigen. Der Mensch ist anpassungsfähig, Maschinen nur insoweit sie vom Menschen derart programmiert werden. Im Laufe des menschlichen Lebens verändert sich das gesamte System einer Persönlichkeit in qualitativer wie in relationaler Hinsicht. So gesehen sind Personen sofern sie aktiv am Leben teilhaben nicht statisch aufzufassen sondern als dynamisch. Wenngleich sich die Frage stellt, welche Bedeutung den Zeichen des Lebens (menschliche Lebenszeichen) zukommt. Schon Jaspers stellte die Frage nach der Existenzerhellung und so meine ich, dass Maschinen ein eher ärmliches Gefühlsleben zukommt auch wenn sie in der Lage sein sollten menschliche Züge und Bewegungen zu imitieren. Hach, bin ich froh ein Gefühlsmensch zu sein und wenn ich die Kreidefelsen mit ihrer Vergangenheit betrachte schleicht sich Rosamundes Filmzauber in mein Gedankengut... fernab von Sauriern und Robotern!



      `"´

      Idea grüßend
      Du denkst da an die Jetztzeit.
      Da siehts doch prächtig aus was Mensch bereiz
      geschaffen hat und Natur per Technik in Gebrauch nimmt.
      Sich in Kürze Erd weit verbreitet, seine Lebenserwartung auf 70/80 gesteigert,
      seinen Wissensstand ver1000facht, Denkmaschinen kreiert,
      welche den Wissenserwerb in neue Dimensionen katapultieren.
      Transportgeräte entworfen, welche ferne Planeten ansteuern. . .
      Der Mensch verkörpert also eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen
      > (erdgeschichtlich...) ja er befindet sich mittendrinnen . , -
      Nichts ist ihm mehr heilig, und was machbar ist wird umgesetzt. : ;
      Keine Frage, Mensch beherrscht Natur zunehmend
      und betreibt dies unaufhaltsam weiter. ,
      Soweit so gut. .
      Doch dieser Progress hat seinen Preis (aus anthropologischer Sicht).
      Der Homo Sapiens der Biosphäre entstammend, Intelligenz begabt,
      Feuer und Werkzeug gebrauchend, Mittel ersinnend den Fährnissen
      der natürlichen Umwelt zu begegnen, Kultur erschaffend, , ,
      gerät mit der Anwendung dieser (technischen) Mittel
      auch zunehmend in existenzielle Abhängigkeit dieser Mittel
      ja diese Mittel werden mehr und mehr zum Bestandteil seiner Existenz
      und er wird so mehr und mehr zur Funktion dieses technischen Prozesses
      und damit selbst ein Artefakt seiner Techno-Obsession.
      Sogar seine Gefühlsempfindungen lernt er zu manipulieren,
      ob mit Drogen, Psychotricks undoder per Eingriff ins Gehirn. , .

      bin gespannt auf unsere Zukunft ~~~

      D
    • Neutralis schrieb:

      Im Gegenteil, die Reaktionen auf den von mir gebrachten, Gott zugeschriebenen Satz "Ich bin der, der war, der ist und ewig sein wird" zeigen ja ganz deutlich, dass es neu ist, auch diesen Satz in der Form zu betrachten.
      Bei deiner Denkart von Konstanz, Vergangenheit und Zukunft, wird auch ein dialektik-fähiger Gott draus, bei dem die "interessante Neubetrachtung" eben gerade darin liebt, dass das Gottes- Ich eben die Konstanz aus dem Bezugspunkt Mensch-Schöpfung heraus idealerweise betrachtet, während der Mensch seinerseits, die Konstanz als einem als Bezugspunkt angenommen Gott-Ich ansetzt.

      Das allein widerspricht schon der Ansicht von Diskursant, der aus dem Satz lediglich die Info zieht, dass Gott ewig ist.


      `*´


      Neutralis zum Gruße
      GOtt als Inbegriff der Vollkommenheit und ewig
      steht außerhalb der Vergänglichkeit und Veränderung,
      welche durch den dialektischen Prozess versinnbildlicht wird.
      Wäre GOtt ein hervorgehender, ein werdender,
      dann müssten wir die üblichen Religionen gehörig umdenken.
      Doch wenn wir jetzt die Sicht des Menschen auf GOtt vornehmen,
      dann finden wir dieses Dialektik-Schema wieder:
      Die Suche und das Verstehen was GOtt sei
      verläuft fürwahr in dialektischen Schritten.
      Vom Hören zum Nachdenken,
      vom Zweifeln zum Verstehen.
      Bis wir diese Vorstellung gar nicht mehr benötigen,
      sondern uns als Bestandteil des GÖttlichen Schöpfungsprozesses begreifen.

      d'göttlich

      D
    • Hallo Diskursant,

      sehe ich aus christliche Sicht nicht jetzt, dass Gott wegen seiner Volllkommenheit und Ewigkeit statisch sein muss, die katholische Kirche nennt einen teil der heiligen Messe die Wandlung, auch wir haben, ganz abseits von östlicher Philosophie einen wandelbaren und einen lebendigen Gott, welcher sich verändert und anders und gleich zugleich ist, aber nie so wie man ihn, über ihn den Urteilsstab brechen, gedanklich verfügen möchte.
      Ich denke die Gefahr dass man Gott nicht mehr benötigt, besteht weniger als die Gefahr, dass man glaubt, das kann Hänschen eh alles auch selber machen.

      Ich bin ein Freund der Weisheit,
      aber nicht alle ihrer Freunde
      sind auch meine Freunde.

    • Hallo Neutralis und Diskursant

      Der Mensch entscheidet sich zumeist, wenn er die Möglichkeit hat. Möglichkeit bedeutet hier, er hat einen Weg gefunden, wie es geht. Selten, sehr selten entscheidet er zuvor, ob er überhaupt entscheiden muss. Gott (ich bleibe mal beim Begriff Bezugspunkt) ist hierbei das leere Blatt Papier auf dem zwei Worte stehen. "Ob?" und "Wie?".


      Weil mir hier auch irgendwie die Frage nach dem Geltungsbereich des Gottesbegriffes im Raum zu stehen scheint, noch folgendes. Ich halte den Begriff Bezugspunkt für sinnvoller. Immer wenn wir von irgend etwas reden oder denken, egal was es auch ist, benötigen wir einen Rahmen/Hintergrund/Bezugspunkt. Ohne diesen konstanten Zusatz im Denken/Sprechen würde nichts einen Sinn ergeben. Wenn wir über Soziales reden, ist eine Individuengruppe der Rahmen der Betrachtung. Wenn wir von Biologie reden, ist Natur der gedachte Rahmen. Wenn wir von Sternen reden, ist das Universum der Rahmen. Wenn wir von allem zugleich sprechen ist Gott (wohlgemerkt nur der monotheistische) der Rahmen. Der jeweilige Bezugspunkt ist also genauso wichtig wie unerläßlich. Es gibt keine (sinnvolle!) Alternative dazu. Zumindest hat die Menschheit noch keine hervorgebracht. :)



      lieben Gruß
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

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    • Hall iselilja,

      im Prinzip habe ich nichts als Gott gegen DEN Bezugspunkt, ich selber bin aber absulut nicht der Meinung, dass ich bei Sozialem, Physikalischem oder meinetwegen Biologischem darauf verzichten muss, für mich bleibt Gott ein Bezugspunkt, auch wenn ich über diese Dinge rede. Nur aus diesem Verständnis heraus bin ich Christ. Anders wäre ich Atheist mit zeitweisen Avancen der eigenen Gläubigkeit gegenüber. Also das ist es für mich nicht.
      Andererseits würde ich mir diesen Bezugspunkt nicht dadurch selber auskegeln, dass ich sage, ich bin jetzt Gott, denn dann hätte ich nicht nur mit meiner Umwelt Probleme, sondern auch damit, nichts mehr hinterfagen zu können, weil ich an mich den Anspruch hätte, alles zu wissen.

      Vielleicht würde ich mir vorerstmal ganz schnell die Allmächtigkeit aberkennen, damit der nette Herr ganz in Weiß noch eine Chance hat, mich zu rebooten...

      Ich bin ein Freund der Weisheit,
      aber nicht alle ihrer Freunde
      sind auch meine Freunde.

    • Hallo Neutralis

      Neutralis schrieb:

      im Prinzip habe ich nichts als Gott gegen DEN Bezugspunkt, ich selber bin aber absulut nicht der Meinung, dass ich bei Sozialem, Physikalischem oder meinetwegen Biologischem darauf verzichten muss, für mich bleibt Gott ein Bezugspunkt, auch wenn ich über diese Dinge rede. Nur aus diesem Verständnis heraus bin ich Christ. Anders wäre ich Atheist mit zeitweisen Avancen der eigenen Gläubigkeit gegenüber. Also das ist es für mich nicht.


      So etwas ähnliches wollte ich damit sagen. Es spricht nichts dagegen, einen bestimmten Bezugspunkt zu favorisieren. Man kann einen für alles nehmen, bekommt dann aber Schwierigkeiten im Detail. Oder man kann ihn spezifisch setzen, bekommt dann aber Schwierigkeiten im Blick aufs Ganze. Vom Prinzip her variieren sowieso alle Menschen damit, meist unbewußt.

      lieben Gruß
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • dea grüßend
      Du denkst da an die Jetztzeit.
      Da siehts doch prächtig aus was Mensch bereiz
      geschaffen hat und Natur per Technik in Gebrauch nimmt.
      Sich in Kürze Erd weit verbreitet, seine Lebenserwartung auf 70/80 gesteigert,
      seinen Wissensstand ver1000facht, Denkmaschinen kreiert,
      welche den Wissenserwerb in neue Dimensionen katapultieren.
      Transportgeräte entworfen, welche ferne Planeten ansteuern. . .
      Der Mensch verkörpert also eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen
      > (erdgeschichtlich...) ja er befindet sich mittendrinnen . , -
      Nichts ist ihm mehr heilig, und was machbar ist wird umgesetzt. : ;
      Keine Frage, Mensch beherrscht Natur zunehmend
      und betreibt dies unaufhaltsam weiter. ,
      Soweit so gut. .
      Doch dieser Progress hat seinen Preis (aus anthropologischer Sicht).
      Der Homo Sapiens der Biosphäre entstammend, Intelligenz begabt,
      Feuer und Werkzeug gebrauchend, Mittel ersinnend den Fährnissen
      der natürlichen Umwelt zu begegnen, Kultur erschaffend, , ,
      gerät mit der Anwendung dieser (technischen) Mittel
      auch zunehmend in existenzielle Abhängigkeit dieser Mittel
      ja diese Mittel werden mehr und mehr zum Bestandteil seiner Existenz
      und er wird so mehr und mehr zur Funktion dieses technischen Prozesses
      und damit selbst ein Artefakt seiner Techno-Obsession.
      Sogar seine Gefühlsempfindungen lernt er zu manipulieren,
      ob mit Drogen, Psychotricks undoder per Eingriff ins Gehirn. , .

      bin gespannt auf unsere Zukunft ~~~

      Hallo Diskursant - bist du zukunftstauglich oder voll Zukunftsängsten?
      Der Mensch als Artefakt bedeutet ja nicht, dass der Mensch Artefakte geschaffen hat ... und doch liegt seine Authentizität in dem, was er zum Ausdruck bringt.Nach Aristoteles geschieht das Werden (Genesis) 'teils durch Natur (Physis), teils durch Kunst (Techne) (...)Alles Werdende aber wird durch etwas und aus etwas und etwas... . Dass dem Menschen nichts mehr heilig ist, das bestreite ich entschieden, das was ihm heilig ist mag mitunter kurios und gefährlich sein, oder auch nur langweilig, oder religiös. Die Techno Obsession - ich glaube sie wird sich selbst regeln, denn der Vernunftbegabtheit des Menschen räume ich, entgegen vielen anderslautenden Ereignissen, den Vorrang ein. Gefühlsempfindungen wurden schon immer manipuliert und werden es auch in Zukunft und doch gibt es dich und mich (ich hoffe ohne Drogen - oder nur ab und wann) :) Letztlich wird sich evolutionär nur der ausgewogene Mensch weiterenwicklen womit wir bei Epikur wären, oder diejenigen Menschen deren Kultur sich als überlebensfähig erweist.
    • Hallo idea

      idea schrieb:

      Letztlich wird sich evolutionär nur der ausgewogene Mensch weiterenwicklen womit wir bei Epikur wären, oder diejenigen Menschen deren Kultur sich als überlebensfähig erweist.


      Schön zu sehen, dass Du bereits den Weg zurück versuchst, den ich mir als Rekurs gedacht noch vorgenommen hatte. Aber wo wir schon mal da sind :)

      Mehr oder weniger finden wir ja Kunst als Artifiziales gesehen so ziemlich über all in der Natur. Wir sind also nicht allein im Universum - soviel kann man getrost schon mal sagen. Der Gesang der Nachtigall verführt zum Lauschen, das feine Netz der Spinne, das im Morgentau glänzt, der Ameisenhaufen im Wald als Zentrum den "ameisenköniginlichen Macht". Am Ende einer jeden kunstvollen Betrachtung kommen wir zu der Erkenntnis, dass es da etwas reales Wunderbares gibt. Die Einheit mit und in der Natur wird zum Qualitätsfaktor der eigenen sich evolvierenden Existenz. Fehlentwicklungen scheinen auf Unausgewogenheit im Umgang mit dem Umfeld zu basieren. Kunst, glaube ich, versucht diesen Bezug zu halten - nur eben auf ziemlich menschliche Weise.

      lieben Gruß
      Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

      Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.
    • Eigentlich ist doch nur ein einziger realisierbarer Bezugspunkt gegeben... Sich Selbstwidersprüchen jeder Art möglichst zu enthalten, bzw. sofern solche auftreten sollten, diese möglichst aufzulösen. Weder ein Universum noch eine Natur noch ein Gott etc. können wir - über individuelle Spekulationen hinaus - irgendwie in Anspruch nehmen, da sich all dies jeder Anschauung entzieht.
      Gruß,
      n0\/0n

      deutsch.
      think, tank.